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Matthäus - Kapitel 14

Matthäus - Kapitel 14

(Leander van Eß)

Enthauptung des Johannes. Fünftausend werden gespeiset. Petrus im Seesturme.

1 Um diese Zeit hörte Herodes, der Vierfürst, von dem Rufe Jesu.
2 Da sagte er zu seinen Dienern: Dieser ist Johannes, der Täufer; der ist von den Todten auferstanden, deßwegen wirken solche Kräfte in ihm.
3 Herodes hatte nämlich wegen Herodias, der Frau seines Bruders, den Johannes greifen, binden und in's Gefängniß werfen lassen.
4 Denn Johannes hatte ihm gesagt: Es ist unrecht, daß du sie zum Weibe hast.
5 Gern hätte er ihn getödtet; er fürchtete aber das Volk, weil es ihn für einen Propheten hielt.
6 Am Geburtsfeste des Herodes aber tanzte Herodias Tochter vor der Gesellschaft, und sie gefiel Herodes,
7 daß er ihr mit einem Eidschwure verhieß, zu geben, was sie nur irgend von ihm erbitten würde.
8 Auf Antrieb ihrer Mutter sagte sie: Gib mir hier auf einer Schüssel den Kopf Johannes des Täufers!
9 Dieß schmerzte den König; allein um des Schwurs und der Gäste willen befahl er, ihr denselben zu geben.
10 Er schickte hin und ließ Johannes im Gefängnis enthaupten.
11 Sein Kopf wurde auf einer Schüssel hergebracht und dem Mädchen gegeben, das ihn seiner Mutter brachte.
12 Darauf kamen seine Jünger, trugen den Körper weg und begruben ihn; dann gingen sie hin und sagten es Jesu.
13 Da dieses Jesus hörte, begab er sich von dort zu Schiffe an einen einsamen, abgesonderten Ort. Sobald es die Leute vernahmen, folgten sie ihm zu Fuß aus den Städten nach.
14 Als Jesus nun ausstieg, sah er eine große Volksmenge, über welche er inniges Mitleid empfand und ihre Kranken heilte.
15 Bei anbrechendem Abend traten seine Jünger zu ihm und sprachen: Der Ort ist unbewohnt, der Tag ist vorüber: entlaß das Volk, damit es in die Dörfer gehe, um sich Speise zu kaufen.
16 Jesus aber sprach zu ihnen: Sie haben nicht nöthig wegzugehen; gebet ihr ihnen zu essen!
17 Sie sprachen zu ihm: Wir haben hier nichts als fünf Brode und zwei Fische.
18 Er sprach zu ihnen: Bringet sie mir her!
19 und befahl, daß sich das Volk auf das Gras niederlege. Dann nahm er die fünf Brode und zwei Fische, hob die Augen zum Himmel, segnete, brach die Brode, gab sie den Jüngern, und die Jünger dem Volke.
20 Alle aßen, und wurden satt; und man hob noch von den übrig gebliebenen Stücken zwölf Körbe voll auf.
21 Die Anzahl der Gespeiseten belief sich auf fünftausend Mann, ohne die Frauen und Kinder.
22 Bald darauf nöthigte Jesus die Jünger, in's Schiff zu steigen und vor ihm an das jenseitige Ufer zu fahren, während er das Volk entlassen wollte.
23 Nachdem er das Volk entlassen, begab er sich auf einen Berg, um in der Stille zu beten, und war des Abends daselbst allein.
24 Indeß, als das Schiff mitten auf dem See war, wurde es von Wellen bestürmt, denn sie hatten widrigen Wind.
25 Um die vierte Nachtwache kam er, auf dem See hergehend, zu ihnen.
26 Als sie ihn nun auf dem See dahergehen sahen, geriethen sie in Schrecken, sagten: Es ist ein Gespenst! und schrieen vor Furcht.
27 Jesus aber redete sie sogleich an und sprach: Habet Muth! Ich bin es, fürchtet euch nicht!
28 Petrus antwortete und sprach: Wenn du es bist, Herr! so heiße mich auf dem Wasser zu dir kommen.
29 Er sprach: Komm her! Petrus stieg aus dem Schiffe und ging auf dem Wasser, um zu Jesu zu kommen.
30 Allein da er den heftigen Wind bemerkte, ward ihm bange; und, indem er sinken wollte, sprach er schreiend: Herr, rette mich!
31 Sogleich streckte Jesus die Hand aus, faßte ihn an und sprach zu ihm: Kleingläubiger! warum zweifelst du?
32 Als sie in's Schiff gestiegen waren, legte sich der Wind.
33 Die nun im Schiffe waren, kamen, beteten ihn an und sprachen: Wahrhaftig! du bist Gottes Sohn!
34 Da sie nun vollends hinüber fuhren, kamen sie in das Land Genesaret.
35 Die Leute dieser Gegend kannten ihn, und schickten in die ganze Umgegend; da brachte man alle Kranke zu ihm,
36 und bat ihn, daß sie nur den Saum seines Kleides berühren dürften; und so viele ihn berührten, wurden gesund.

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