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Tersteegen, Gerhard – Briefe in Auswahl – Wie der Schreiber, nachdem er in den ersten Jahren seiner Umänderung viel Kummer und Furcht ausgestanden hat, endlich auf den Weg des Glaubens und der Liebe gekommen, und wie segensreich ihm dieses gewesen ist. Von der Zerstreuung und vom Entdecken unsrer Gebrechen.

Tersteegen, Gerhard – Briefe in Auswahl – Wie der Schreiber, nachdem er in den ersten Jahren seiner Umänderung viel Kummer und Furcht ausgestanden hat, endlich auf den Weg des Glaubens und der Liebe gekommen, und wie segensreich ihm dieses gewesen ist. Von der Zerstreuung und vom Entdecken unsrer Gebrechen.

In unserm Heilande Jesus Christus herzlich geliebte Freundin!

Ich muss Dir ganz einfach sagen, dass mich Dein Brief vom 26. März sehr erquickt hat. Es ist wahr, ich habe seit meinem letzten Besuche Dich, liebe Freundin, und einige andere weit mehr und anders im Geiste nahe gefühlt als je zuvor, so dass ich nicht unterlassen konnte, Dich öfters dem Herrn vorzutragen, wie arm und schwach es auch sein mochte. Es ist so schön, wenn das Denken aneinander befriedigt, erquickt und zu Gott führt. Ich vertraue vollkommen, dass unsre Geistesvereinigung von Gott ist und auch zu ihm führen wird, zum Segen, in der Zeit und zum Stoff des Dankes in der Ewigkeit. Lass unsre Vereinigung sein, wie die von Bächlein, die durch ihren Zusammenfluss mehr Kraft erlangen, sich um so schneller in den Ocean, aus dem sie entspringen, verlieren zu können. Ich danke dem Herrn mit inniger Freude meines Herzens, dass er Euch Beiden den Beruf und auch die Liebe zu dem schönen, inwendigen Christenleben verleiht; und so, wie es der Herr ist, der das aufrichtige Verlangen in Euern Grund legt, ganz vor dem lieben Gott leben zu wollen, mit Verleugnung aller Vermittlungen, so ist er es auch, der allein die Macht und den unaussprechlichen Willen hat, dieses in der Tat in uns auszuführen, wenn wir ihm nur mit diesem aufrichtigen Verlangen innig bleiben, anhängen, und mit Stille und Vertrauen auf ihn warten lernen. Nachdem ich in den ersten Jahren meiner Umwandlung viel Kummer, Furcht und Angst ausgestanden hatte, wurde ich auf eine sehr einfache Weise darauf hingeführt, mich bloß in dem Glauben und in der Liebe zu üben, welcher Weg mir so gesegnet war, dass ich Gott dafür in Ewigkeit zu danken hoffe, und darum diesen Weg auch Andern anrate, um sich darauf zu üben, nach dem Zuge, den ihnen Gott dazu besonders zu verleihen beliebt. Nachdem ich ganz abgemattet war von der Arbeit meiner Hände, meines Verstandes und anderer Anstrengungen, gab ich dieses notgedrungen auf, weil ich bemerkte, dass ich immer eben dürre und elend blieb, und ich lernte glauben an einen Gott, der mir in dem Besten Namen Jesus auf das allerinnigste nahe sei, und der aus lauter Barmherzigkeit mein Freund sein, bei mir bleiben und Gemeinschaft mit mir pflegen wollte trotz meiner Unwürdigkeit. Dieses glaubte ich so ganz einfältig, ohne viel Gefühl oder helles Licht zu besitzen: diesen verborgenen Eindruck von Gottes Gegenwart musste ich so den ganzen Tag über stille bei mir nähren, mich als einen armen Fremdling beschauend, der durch die Wüste dieser Welt wandelt mit seinem Herzensfreund. Dieser Eindruck musste auch je länger je mehr all' mein Tun durchdringen, um nur Alles zu tun, zu lassen, zu leiden und zu versagen usw. aus herzlicher Liebe zu dem Gott, der mir so nahe war und in dem ich mich allein erfreuen sollte. Ich rede hier nur allein vom Guten, ohne etwas zu erwähnen von meinen vielen Gebrechen, die da mit unterliefen; hauptsächlich hatte meine Vernunft viel dagegen einzubringen, als: dass dies ein falsches Müßiggehen sei, und nur so mein eignes Treiben und meine eigne Einbildung; Gott! sollte der wohl mit einem solchen Menschen, als ich war, Gemeinschaft haben wollen? u. dergl. m.

Aber ein unbekannter Zug im Innern überwand dieses, und der Herr zeigte endlich mit Kraft, dass ich nichts weniger als betrogen sei, sondern dass mich seine Hand unbemerkt darin geleitet habe, um mich für den sicheren Weg des Geistes vorzubereiten. Ich weiß nicht, liebe Freundin, wie ich dazu komme, dass ich Dir so etwas vom Unterricht meiner Kindlichkeit erzähle; ich wollte Dir nur im Allgemeinen die herzliche Übung des Glaubens und der Liebe gegen diesen gegenwärtigen Gott der Liebe anpreisen. Du klagst über die Menge der Zerstreuungsgegenstände, und ich gestehe auch, dass man die Vielheit der zerstreuenden Dinge so viel als möglich vermeiden muss: indessen, meine Freundin, lassen wir unser Herz und unsre Liebe nur recht inniglich gefangen nehmen von dem über Alles liebenswürdigsten Gegenstande: Gott mit uns und in uns, dann werden alle andern Sachen immer weniger über uns vermögen; denn wo unser Schatz ist, da soll auch unser Herz sein. Du hast Ursache, Gott zu danken, dass er Dir Deine Gebrechen entdeckt, die Du ohne sein Licht nie sehen würdest. Werde nie kleinmütig, wenn Du deren in Zukunft mehrere noch solltest bemerken: wir sind voll allerhand Übels; niemand ist oder macht gut, als der einzige Gott, und dieses tut er nach seiner freien Barmherzigkeit um seines Sohnes Jesu willen. Lass uns mit allen unsern Gebrechen zu Gott gehen und uns mit ihnen in ihm verlieren. Er muss immer mehr und in allen Hinsichten unser einziger Gegenstand werden. Wenn wir in die Liebe Gottes eingehen, dann werden alle unsre Fehler gebessert. Du spürst ja selbst, dass dieser gute Gott und Vater Deine Schwächen nicht beachtet, sondern Dich mit Freundlichkeit und Liebe behandelt, trägt, lockt und Dir hilft. Wie sollten wir ihm nicht vertrauen, ihn nicht lieben, nicht mit Hintansetzung unsrer selbst und aller Dinge seinem innigen Rufe folgen, uns nicht ganz in seine Hände legen, die so unendlich gut und treu sind! Herr, nimm und behalte uns für dich bis in Ewigkeit! Amen.

Liebe Freundin, nimm mein Schreiben wie es ist in Liebe an! Trage mich, wenn es Dir gegeben wird, dem Herrn in Deinen Gebeten auf! ich hoffe dasselbe zu tun. Sollten wir einander in dieser Zeitlichkeit nicht mehr sehen, so vertraue ich, dass es an einem bessern Orte geschehen wird.

Inzwischen verbleibe ich durch die Gnade Dein

Dich im Herrn liebender Bruder.

Mülheim, den 15, April 1736.

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