Bugenhagen, Johannes - Des Pommern bedencken wie sich die Fursten vnd Herrn gegen den vnchristlichen mysbreuchen der kirchen halten sollen.

1524

Wenn die obrickeyt Gottlose mysbreuch vernemen/ so geburt yhn darob zuseyn/ das Gottes wort geprediget werde/ Damit die andere den yrthumb auch erlernen/ vnd wenn der yrthumb offenbar wird/ so wer es vnchristlich/ das man den selben erhalten solt/ Damit dardurch nicht wenig Bebstischen puben eyn ergernis/ vnd viel leuten eynfall zugericht werd.

Man bedarff darzu auch keynes sonderlichen worts/ wenn meniglich Gottes wort/ so lang gehöret hat/ das der grewlich mysbrauch niemant verborgen ist.

Man bedarff auch keynes gewalts darzu/ wenn yderman den yrthumb merckt.

Die Fursten konnen noch mügen sich nicht entschuldigen/ die mit yhrem gut vnd gelt die vnchristliche mysbreuche erhalten/ Vnd wenn gleych die Fursten vnd hern aus Christlichem gemüt den aus gnaden die zyns vnd rendt wollen folgen lassen/ die nicht haben handtwerck gelernet/ so sollen sie demnoch/ yhn darneben anzeygen/ das sie yhr gotlos wesen lenger nicht wollen handthaben/ Denn eben wie yhn verzeyten bey den kindern von Ihrael/ also halten sich auch itzt die vnterthanen nach den Fursten.

Vnter Gotforchtigen Fürsten sind auch Gottforchtige priester vnd völcker gewest/ Vnter vngotforchtigen/ vngotforchtige/ Vnd wie Got mit den gottseligen vnd Gotlosen konygen vmbgangen ist/ das zeygt die heylig schrifft an. Nu ist es itzt eben der Gott der yhn/ verzeyten gewest ist.

Gott hat es alles bey vnsern zeyten mit vnd durch seyn wort verheret vnd verwüstet.

Also das die Fursten vnd herrn nichts mehr darzu zuthun haben/ denn das sie ob solchen vnd Christlichen mysbreuchen mit yhrer hulff vnd darlegung nicht lenger halten.

Quelle:
Bugenhagen, Johannes - Etlich Christliche bedencken von der Mess und andern Cerimonien
Wittemberg 1525

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