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Jeremias - Kapitel 11

Jeremias - Kapitel 11

(Leander van Eß)

Der Prophet kündigt den Juden an, daß, weil sie den beim Auszuge aus Aegypten mit Jehova geschlossenen Bund gebrochen hätten, jetzt die darauf gesetzten Strafen an ihnen vollzogen werden sollten. Die Einwohner von Anathoth stellen dem Jeremias nach dem Leben, wofür ihnen harte Strafe angedroht wird.

1 Der Ausspruch, welcher geschah an Jeremias von Jehova, indem er sprach:
2 Höret die Worte dieses Bundes, und redet zu den Männern Juda's, und zu den Einwohnern Jerusalems!
3 Und du sage ihnen: So spricht Jehova, der Gott Israels: Verflucht sey der, welcher auf die Worte dieses Bundes nicht hört,
4 den ich euern Vätern vorschrieb, als ich sie führte aus Aegyptenland, jenem Schmelzofen des Eisens, und sprach: Höret auf meine Stimme, und thut Alles, was ich euch gebiete; so werdet ihr mein Volk, und ich will euer Gott seyn;
5 auf daß ich den Eid erfüllen kann, den ich euren Vätern geschworen habe, ihnen ein Land zu geben, in dem Milch und Honig fließt, wie es jetzt auch ist. Ich antwortete, und sprach: Es soll geschehen, Jehova!
6 Jehova sprach ferner zu mir: Verkündige alle diese Worte in den Städten Juda's, und auf den Gassen Jerusalems! Sprich: Höret die Worte dieses Bundes, und haltet sie!
7 Denn ich habe eure Väter von dem Tage an, da ich sie aus Aegyptenland führte, bis jetzt hin ernstlich ermahnet, frühzeitig ermahnet, indem ich sagen ließ: Höret auf meine Stimme!
8 Aber sie hörten nicht, und neigten nicht ihr Ohr; sondern Jeder wandelte nach der Verstocktheit seines bösen Herzens; darum habe ich über sie kommen lassen alle Worte dieses Bundes, den ich zu halten befohlen hatte, den sie aber nicht hielten.
9 Jehova sprach weiter zu mir: Unter den Männern Juda's, und den Einwohnern Jerusalems ist eine Verschwörung.
10 Sie kehren zu den Sünden ihrer ersten Väter zurück, die sich weigerten, auf meine Worte zu hören, und die andern Göttern nachliefen, um ihnen zu dienen. So haben das Haus Israels, und das Haus Juda's meinen Bund gebrochen, den ich mit ihren Vätern geschlossen habe.
11 Deßwegen spricht Jehova also: Siehe! ich will über sie ein Unglück kommen lassen, dem sie nicht werden ausweichen können; wenn sie alsdann zu mir um Hülfe rufen; werde ich sie nicht erhören.
12 Sie mögen dann hingehen, die Städte Juda's und die Einwohner Jerusalems, und die Götter um Hülfe anrufen, denen sie Räucherwerk opferten; aber sie werden ihnen zur Zeit ihres Unglücks nicht helfen können.
13 Denn der Zahl deiner Städte gleich sind deine Götter, o Juda! und der Zahl der Straßen Jerusalems gleich habet ihr Altäre den schändlichen Götzen errichtet, Altäre, um dem Baal Räucherwerk zu opfern.
14 Bitte also nicht für dieses Volk, erhebe kein Hülfsgechrei, und keine Fürbitte für sie; denn ich werde sie nicht erhören, wenn sie zur Zeit ihres Unglücks zu mir rufen.
15 Was hat meine Geliebte in meinem Tempel zu thun, da sie auf Verbrechen sinnt? Die vielen (Opfer), und das Opferfleisch werden an dir vorübergehen; dann magst du dich deiner Bosheit freuen.
16 Jehova nannte dich einen grünen, und von Früchten schön gestalteten Oelbaum; aber beim Toben heftigen Geräusches wird er Feuer über ihm anzünden, und seine Zweige werden zerbrechen.
17 Jehova, der Weltenherrscher, der dich gepflanzt hat, drohet dir ein Unglück wegen des Hauses Israels und Juda's Bosheit, welche sie gethan haben, um mich zum Zorn zu reizen, indem sie dem Baal räucherten.
18 Jehova hat es mir geoffenbart, damit ich es wüßte. Schon vorhin hast du mir ihre Anschläge gezeigt.
19 Ich war wie ein zahmes Lamm, das man zur Schlachtbank führt, und wußte nicht, daß sie wider mich den Gedanken gefaßt hatten: Lasset uns den Baum mit seiner Frucht verderben, und ihn aus dem Lande der Lebendigen rotten, daß seines Namens nicht mehr gedacht werde.
20 Aber Jehova, der Weltenherrscher, ist ein gerechter Richter, der Nieren und Herz prüft; ich werde sehen deine Rache an ihnen; denn dir überlasse ich meine Sache.
21 Darum spricht Jehova zu den Einwohnern Anathoths, die deinem Leben nachstellen, und sprechen: Weissage nicht im Namen Jehova's, wenn du nicht unter unsern Händen sterben willst. Eben darum spricht Jehova, der Weltenherrscher, also: Siehe ! ich werde sie strafen! die Jünglinge sollen duch's Schwert fallen, ihre Söhne und Töchter durch Hunger sterben;
22 so daß nichts übrig bleiben wird von ihnen. Denn Unglück will ich über die Einwohner Anathoths kommen lassen, ein Jahr zu ihrer Strafe.

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