Melanchthon, Philipp - Die fürnemisten unterschaid / zwischen rayner Christlicher Lere des Evangelii und der Abgöttischen Papistischen Lere

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Melanchthon, Philipp - Die fürnemisten unterschaid / zwischen rayner Christlicher Lere des Evangelii und der Abgöttischen Papistischen Lere

Augsburg 1540

Die fürnemisten unterschaid / Zwischen rayner Christlicher Lere des Euangelii / und der Abgöttischen Papistischen Lere.

Darinn / gleich als in aim gegensatz / die gemaine Bäpstische irthumg gegen der Euangelischen Leer gehalten werden / darauß ain yeder Gottseliger leser leicht vernemen mag / wie serr man im Bapstumb on der warhait abgewichen sey / yetz wider die Papisten am fürnemesten / so Got erle+üchten will im Land Hertzog Hainrichs von Sachsen / gestelt durch Philippum Melanchton.

Psalmus. 118
Lucerna pedibus meis uerbum tuum, & lumen semitis meis.

1. Ioannis 5.
Filioli mei, fugite Idolatriam.

Galatas. 1.
Siquis aliud Euangelium docuerit, anathema sit.

Von Christlicher Lere.

Der Erste Unterschaid / vom Herren Christo / und dem Glauben.

Das Euangelium leeret / das uns Gott auß unaußsprechlicher gnaden / seinen Sun / unsern Herrn Jesum Christum gesandt hat / für unser sünd ain Opffer zu werden / Sünd und den ewigen tod weg zunemen / Und das dises / derewige und unwandelbar Gottes wille ist / das wir glauben sollen / das wir warhafftigklich allain umb des Herren Christi willen / vergebung der sünden haben / und für gerecht gehalten werdenund nicht durch unser verdienst.

Der Ander / von der anruffung.

Das Euangelium leret / man soll Got anruffen mit Glauben / und nicht zweyfeln er wölle unser gebet annemen.

Der dritte / von guten wercken.

Das Euangelium leret / das dises allain gute Werck unnd Gottes dienst seind / die Got geboten hat / Gott fürchten / an in glauben / in lieben / bekennen / predigen / anruffen / dancken / sein lere fürdern / fleyssig sein in aller Regierung und diensten zu Gottes lob ec. laut der Zehen gebot.

Der vierdte / wie gute Werck Gott gefallen.

Das Euangelium leeret / wie gute werck Gott gefallen / so sy doch unvolkommen seind / und sünde in Hailigen in disem leben bleibet / doch gefalle der angefangen gehorsam in gläubigen / so wir unser schwachait erkennen / und widerstehn / und glauben / das solcher dienst Got wolgefalle / umb Christi willen / der Mittler ist / durch den wir unsern dienst opffern.

Von Papistischer Lere.

Der Erste unterschaid.

Dagegen sagen die Papisten nichts von Glauben / ja leren darwider / man sol zweyfeln / ob man habe vergebung. Item / Die ehre Christo gebürend / geben sy den Wercken / erlanget yemand vergebunge / so erlanget er es durch verdienst aygener Werck / lestern also Christum / und lassen darzu das Gewissen in zweyfel stecken.

Der Ander / von der anruffung.

Die Papisten leeren / ma sol Got in zweyfel anruffen / wie in Hayden und Juden anruffen / Darumb ist aller Gottes dienst / eytel falsch / haidnisch ding bey inen.

Der Dritte / von guten Wercken.

Die Papisten machen aigene gute Werck / und aigene Gottes dienst / on Gottes bevelch / als Müncherey / unterschaid der Speis / Klaider / Ehe verbot / und setzen solche werck über Gottes gebot / haissen sy volkommenhait / achten sy höher dann das Predigampt / Ehestand / Land und Leüte regieren / Kinder erneeren und auffziehen ec.

Der vierdte / wie gute Werck Gott gefallen.

Die Papisten sagen / Es sey kain sünd inn den Hailigen / in disem leben / ja man künde noch über Gottes Gesetz höher Werck thun / und sagen gleichwol ainem yeden / er soll zweyfeln / und im zweyfel bleyben / ob sein leben Gott gefalle / Das ist auch ain böser Haidnischer irthumb / so tieff eingewurtzelt / das man schwärlich außrotten kan.

Von Christlicher Lere.

Der fünffte / von der Hailigen anruffung.

Das Euagelium leeret / man sol allain Got Vater / Sun / und Hailigen gayst anruffen / das auch allain Gottes Sun / unser Herr Jesus Christus / Mittler sey / umb welches willen gewißlich Got unser gebet annimmet / Dagegen verbeüt das Euangelium aller Hailigen anruffung.

Der Sechste / vom brauch des hailigen Sacrament des Leibs unnd Bluts Christi.

Das Euangelium leeret das / so die Kirche zusamen kompt / ain Communio soll gehalten werden / darinn etliche das Sacrament / des Leibs und Bluts unsers Herrn Christi empfahen / nit für andere zu opffern / oder andern damit zuhelffen / sonder wie unser Herr Christus spricht / zu seinem Gedechnuß.

Das ist / zur gedechtnuß seines leidens und seiner Gnaden / uns erworben und zugesagt / welche ain yeder durch aigne Gedechnuß und Glauben jm selbs aneme muß / und bey disem zeügkuß glauben / das jn unser Herr Christus für sein glidmaß halten wolle / unnd in mit seiem Blut am Creütz geraiiget habe / und jm darfür dancken.

Diser brauch ist in der Bäpstlichen Mess und Canon gantz verendert / Dieweil denn das Sacrament ausserhalb dem eingesetzten brauch nit Sacrament ist / im opffern / In privat Messen / im umbtragen / ist offentlich / wie schreckliche sünde seind Christi ordnung zu verkeren / unnd falsche Gottes dienst und anbetung anrichten / User Herr Christus hat auch geordnet / daß das Sacramet gatz gebraucht soll werde.

Von Papistischer lere.

Der fünffte / von der Hailigen anruffung.

Die Papisten leeren / man sol die Hailigen anruffen / unnd schmucken solche anruffung mancherlay / Sy bleibet aber im grund ain Haidische Abgötterey / darauß vil Gottes lesterung gefolget.

Der Sechste / von der Mess.

Der Bapst mit seien Pfaffen und München / hat auß dem Sacrament ain Opffer gemacht / und leret / dises wercke verdiene dem Messhalter / und andern lebendigen und todten / vergebung der sünd / glück und wolfart in allen sachen / Derhalben die Messen zu allerlay sachen / auch für die todten gekauffet und verkauffet seind worden.

Darüber haben sy gesagt / die Messe verdiene solche gaben / der Messhalter sey frumm oder unfrumm.

Item / Sy haben disputiert / ain Messe für vil gehalten / verdiene nit so vil / als so für yegklichen ain aigene gehalten wurde.

Weyter haben sy das Sacrament getaylet / und umbgetragen zum anbeten / so doch on den eingesetzten brauch und wort nit mag gesagt werden / das es Sacrament sey.

Dise ire lere und brauch / ist der fürnemisten stucke ains / da Christus von saget / auß dem Propheten Daniel / Es werde in der Kirchen ain Grewel auffgerichtet werden / dadurch die rechte Leere / unnd rechter Gottes dienst verwüstet werde / Denn Christus ist selbs der Priester / der sich geopffert hat / und sein ainiges opffer hat für alle Hailigen gnug gethon / Hebr. x. und wir erlangen vergebung durch glauben / nicht durch des Messehalters werck / Roma. 4. Auch ists unrecht / das sy den Layen nur ainen tail des Sacrament raichen / sagen noch trutzlich darzu / es geschehe darumb / das man des Messhalters werck höher achten soll.

Von Christlicher lere.

Der Sibede / von der Buß.

Das Euangelium leeret / das ernstliche rewe und schrecken va Gottes zorn wider die sünde in uns sein sol / Dazu sol aber auch das Gewissen getröstet werden / durch die verhaissung Christi / und glauben / das uns warhafftigklich die sünde vergeben werden auß gnaden / on unser verdienst umb Christus willen ec. und das uns / so wir also durch den selbigen glauben trost empfahen / der hailige Gaist geben wirdt.

Es fordert nit sünde erzelung in der Beicht / Und verwürft gantzlich die schendtlichen Lugen / von menschlicher gnugthuung und satisfaction / damit die gnade Christi / und der Glaube gantz vertunckelt ist.

Es leret auch / wie man das Gewissen recht und warhafftigklich trösten sol / mit dem Euangelio und der Absolution / dardurch wir erinnert werden / daß das Euangelium warhafftigklich vergebung der sünden verkündiget / und das die selbige vergebung nit allain in hauffen geprediget werden sol / sonder das ain yeder für sich selbs / solche stimm anzunemen schuldig sey / sol und muß glauben / daß das Euangelium in vergebung der sünden anbiete und gebe / Dise tröstliche lere von der Absolution / haben die Papisten gantz vertilget / wie in der gegen lere zusehen ist.

Es leret auch / das der bekerung volgen muß ain angefangner gehorsam in Gottes gebotten / Unnd dise werck belohnet Got / mit allerlay gaben und hilffe / wie geschriben steht / Bekeret euch zu mir / so will ich mich auch zu euch keren.

Der Achte / von gewalt der Schlüssel.

Das Euangelium leret / das die Schlüssel seind bvelch und gewalt / das Euangelium zu predigen / Sacrament zu raichen / offentliche sünder zustraffen / also das sy hören / das sy nit glidmaß Christi / sonder des Teüfels und verdampt seind / so sy sich nit bekeren / Item die jhenigen zu absolvieren / so sich bekeren.

Und das schlüssel nit seind gewalt Menschen satzung zumachen / weltliche herrschafft an sich zuziehen / die excommunication zu weltlicher regierung zu gebrauchen.

Von Papistischer lere.

Der Sibede / von der Buß.

Die Papisten nennen das wort Rewe / und leren wenig davon / Vom Glauben / dadurch man vergebung der sünde hat / sagen sy gantz nichts / haissen zweiffeln und leren also verzagen und Gott unwarhafftig schelten und lestern / und verfolgen das Euangelium von disem glauben / dadurch man vergebung der sünde empfahet.

Item / beladen die Gewissen mit sünde erzelung.

Item / sy machen die Absolution untüchtig / und sagen / sy sey nichts / so der Mensch nit verdienst gnug habe.

Item / sy gebieten aigne werck / und menschen satzunge / damit für die sünd gnug zuthun / und zu verdienen erlösung der ewigen straffe.

Und wenn gleich kain ander Artickel were / derhalben man nötige ursach hette / sich vom Bapstumb zutrennen / denn allain diser irer irrthumb / das sy unrecht von der Buß leeren / und die gantze Kirche auff erdicht / erlogene Satisfaction füren / so hette man doch gnugsam ursach wider sy / Darzu seind durch dise Satisfaction / vil ander mehr irrthumb gestercket und gemehret / als Messhalten / anderen damit allerlay zuverdienen / Müncherey / Walfarten / Indulgentiae / Fegfewr ec. Welche stucke alle vol Lugen und Gottes lesterung seind.

Der Achte / von gewalt der Schlüssel.

Der Bapst füret die Schlüssel im schilt / unnd schendet die selbigen schrecklich / Erstlich raubet er der gemainen Kirchen ire gewalt / und spricht / die Schlüssel seind dem Bapst fürnämlich gegeben / das er Herr und Richter über alle Kirchen / Pfarrherr / Bischove / Künige und Welt sein sol / in gaistlichen und weltlichen sachen / das von im alle Bischove sollen jr Ampt empfahen / das er und andere Bischove in kraft diser Schlüssel mögen Menschen satzunge machen / newe Gottes dienst ec. mögen mit dem Bann ain weltliche regierung anrichten / Künig sezten und entsetzen / welches alles unrecht ist.

Von Christlicher Lere.

Der Neündte Artickel / von Menschen satzungen.

Das Euangelium verbeüt Gottes dienst / on Gottes wort und bevelch zumachen / und dise künhait und vermessenhait / Gott ain werck für zustellen / und zu erdichten / also müsse es jm gefallen / und bey disem werck wölle er gnädig sein / ist ain schreckliche / haimliche sünde / die wenig Leüte erkennen oder achten.

Darumb ist die Welt allezeyt in solcher blindthait fort gefaren / hat newe seltzame ding erdichtet / wie die Haiden / ainer Jovem / der ander Martem / der dritte Junonem ec. erdicht. Also auch die Bäpst / Bischove und Münche / haben erdicht unterschaid der Speiß / Klaider / Ehe verbot / Orden / Hailigen / Bilder / Processen / gewölte fastage ec. In solchen dingen allen / ist nit allain auffs werck zusehen / Flaisch essen oder nit essen / ist ain geringe sache / aber das Hauptstuck inn allen solchen dingen / ist hoch zu achten / das Gott nit haben will / das wir Gottes dienst machen oder halten / oder den Leüten fürstellen / on sein Wort und bevelch / Vil weniger sol mans halten für werck / die vergebung der sünde verdienen ec.

Wider alle solche irthumb schreyet Got / Vergeblich ehren sy mich mit Menschen geboten / Darumb sol man kain sünder darauß machen / so man solche heücheley nit hellt / und ist ergerlich mit ernst darob zuhalten / dann die einfältigen werden irr / und mainen es seyen Gottes dienst.

Der zehend / von der Priester Ehestand.

Das Euangelium leret / man sol den Ehestand kainem menschen / der darz von natur tüchtig / verbieten / und nennet das verbot Teüfels lere / Darzu preyset es den Ehstand / das er bey den rechtgläubigen Keüschait und rainigkait sey / Gott gefellig / und gebeüt allen personen / sy haissen Priester oder andere ehlich zuwerden / welchen solches von nöten 1. Cor. 7. Paulus redet auch deütlich von ehlichen Priestern Titum 1.

Von Papistischer Lere.

Der Neündte Artickel / von Menschen satzungen.

Der Bapst / Bischove / Pfaffen und Münche / treiben disen Artickel hefftig und hart / das werck on Gottes wort und gebot / von MEnschen gewölet / hohe / hailige Gottes dienst seyen / setzen darzu / das es volkommenhait sey / Item / Wer solche ire gebott nitt hellt / der sey ewigklich verdampt / sey ain abgeschnitten / verworffen glidmaß von der Christenhait / sey Aufrürisch / Ketzerisch / Schismaticus / und Hereticus / mit solchen schrecklichen worten / treiben sy die Leüte zuhalten ire falschen unrechten werck.

Und wenden ain welt weißhait für / Es sey ain schöne ordnung / disciplin / das die Kirche also geordnet sey / mitt PRelaten / mit stenden / mit besonderm gebreng in klaidern / der zeit / Speiß / und allerlay gebreng / Unnd ist war / ordnung scheinet schön / Aber es will Got nit haben / das man jm in sein Regiment greiffe / er will jm selbs Gottes dienst allain machen / er will nitt leiden / das wir sein Wort / auß unsern augen setzen / und volgen aigenem wohn / darauß kommen irrthumb / wie die Egyptier Katzen und Schlangen anbeten / dahin stellet man so man Gottes Wort auß den augen lasset / unnd schmucket Menschen satzungen.

Zu dem so waiß man / welche grosse beschwärung den forchtsamen Gewissen dise last gewesen.

Der Zehend / vom Ehe verbott.

Der Bapst hatt den Priestern die Ehe verbotten / wider Gottes bevelch / unnd damit schreckliche unzucht in die Welt eingefüret und gemehret / Und wiewol die alten Canones / die Priester / so sy Ehelich worden nur einsetzeten / so ermordete sy doch yetzund der Bapst und seine Tyrannen / Welches alles grewliche sünde seind / und ain besonder zaichen des Antichristi wie Daniel spricht / Er werde die Frawen verachten / das bedeut Ehe verachtung / und schreckliche Unzucht.

Von Christlicher lere.

Der Ailffte / von Müncherey und Closter gelübdten.

Die Gelübdten unnd vil stucke im München leben / seind stracks wider das Euangelium und Gottes Gesetz / denn Müncherey vertilcket den Glauben / raubet Christo seine ehre / und gibet sy den menschen wercken / machet auß aignen gewölten wercken Gottes dienst / treibet zu Messe halten / zur Hailigen anruffung / hebet solche hailigkait über werck und stende / die Gott gebotten hat / welches alles wider das Euangelium ist.

Der Zwelffte / von der Sünde.

Das Euangelium leret / das nit allain eüsserliche böse Werck Sünde seind / sonder das Menschliche natur verderbt / das sy Gott nit ernstlich fürcht / nicht auff jn vertrawet ec. und vol böser naygung ist / wider Gottes Gesetz / Dise schwachait ist warhafftig sünd / zun Römern am 7.

Der Dreyzehend / von unterschaid des Gesetz und des Euangelii.

Unterschaid des Gesetz unnd des Euangelii zuwissen / ist hoch von nöten / wie es Paulus geleret / Roma. 3. und 7. und 2. Corinth. 3. Und ist ain Liecht durchauß in Gottes Wort / dasselbige recht zuverstehn / nemlich / das Gesetz leret gebott / fordert volkommen gehorsam / strafft alle Hailigen / und gibt nit vergebung der sünden on verdienst / nimbt nit sünde noch Tod weg / Aber das Euangelium prediget also Busse / das es auch tröstet / unnd vergebung der sünden gibet umb Christus willen / on unser verdienst / und fahet ain newes ewiges leben / unnd gaistliche Gottes dienst an ec. Doch dise hohe Artickel / wolten wir hie nit allezeit anziehen.

Von Papistischer lere.

Der Ailffte / Von Müncherey und Closter gelübdten.

Die Münche leeren / ire Gelübdte verdiene vergebung der sünden / seyen hailigkait / und volkommenhait vor Got / verdienen ewigs leben / seyen der Propheten Elie und Elisei stand / welche Prediger gewesen / und in grossen sachen in verfolgung und anfechtung / die last der Regierung getragen / und haben nit Menschen satzung gehabt / so dargegen Müncherey eytel Lugen / sanfft leben und Abgötterey ist.

Der Zwelffte / von der Sünde.

Die Papisten leren / Der angeborne ungehorsam und naigung wider Gottes Gesetz / sey nit sünde / Darumb künde man Gottes Gesetz gnug thun / verblenden also die leere von der Buß / Sünde und Gnade.

Der Dreyzehend / von unterschaid des Gesetz und des Euangelii.

Die unsinnigen Papisten schreiben in allen iren büchern / Es seyen dreü Gesetz / das Natürliche / Jüdische / und Euangelisch / und leren dabey / ain yeder sey also zu seiner zeit / durch sein Gesetz sälig worden / Wissen gantz kain unterschid / zwischen Gesetz unnd Euangelium / machen darnach Affen auß dem Gesetz Mosi / wöllen im Euangelio ain sollich Priesterthumb / solche Ceremonien / solche Opffer haben / wie in dem Mose / auß disem grund / wöllen yetzund die klugen / die Messe erhalten.

Von Christlicher lere.

Der Vierzehende / von den Walfarten.

Das Euangelium leret / man sol Gott allain anruffen / wie droben gesagt / und in on sein Wort / an kaine zeit und stat binden / wie Christus spricht Johan, am 14. Vil weniger sol man gedencken / die Hailigen seind krefftig bey disem oder andern bilde / Denn sy nit allmächtig.

Der Fünffzehende / von dem Fegfewr.

Das Euangelium spricht / die in Got gestorben / seind selig. Item / man soll den todten gespensten nit glauben / Item zun Römern am 6. So der Leib tod ist in den gerechten / so ist die sünde weg / Darumb ist der Papisten lere vom Fegfewr eittel Lugen / die sagen / man müsse im Fegfewr gnug thun.

Der Sechzehend / von der weltlichen Oberkait.

Das Euangelium leret / die weltliche Oberkait sol eusserliche laster straffen / an alle underthonen / Priestern und Layen / Item sy soll / als ain glidmaß der Kirchen alle Abgötterey abthun / und schaffen / das rechte Lere / und rechter Gottes dienst gehalten werden.

Von Papistischer lere.

Der Vierzehende / von den Walfarten.

Die Papisten leren / Gott wölle bey disem Bilde gnädiger und krefftiger sein ec. Das ist offentlich wider Gottes gebott / das Bilder zu ehren verbotten / Darnach machen sy Götter auß den Hailigen und sagen / die Hailigen wöllen auch gnädiger und krefftiger sein bey disem Bilde / das ist offentlich Abgötterey / nit anders / denn wie die Haiden gehabt / mit Diana Ephesia / und der gleichen.

Der Fünffzehende / von dem Fegfewr.

Die PApisten sagen / man muß für die sünd gnug thun / Auff die falsche Leere / haben sy das Fegfewr gebawet / unnd darnach den Messe kromm darinne auffgericht / welches alles unrecht ist.

Der Sechzehend / von der weltlichen Oberkait.

Der Bapst hat sich unnd seinen Hauffen außgezogen / das sy frey alle unzucht getriben / Item / Er will macht haben zusetzen / zuschliessen / was er wil / Künige und Fürsten sollen jm nichts einreden / Item sollen nit haben voces decisiuas ec. Und zu dem / das er dise irrthumb helt / mordet er und sein anhang die ihenigen / so dise irrthumb straffen / damit sy sich beweisen das sy des Teüfels diener seind / der ain Lugner und Mörder ist / Darumb sollen sich alle Gotsfürchtigen von den Papisten mit hertzen wenden / unnd Gottes Wort unnd rechte Gottesdienst lernen und halten / AMEN.

Getruckt zu Augspurg / durch Philipp Ulhart.

Abgeschrieben aus dem Original

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