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Rochat, Auguste - Ps. 5, 2-4

Rochat, Auguste - Ps. 5, 2-4

Herr, höre meine Worte! Merke auf mein Seufzen! Vernimm mein Schreien, mein König und mein Gott! Denn zu Dir will ich beten. Frühe will ich mich zu Dir schicken und aufmerken.

Das Gebet der Auserwählten richtet sich an Gott, den lebendigen Gott, nicht den Gott der Welt, dessen viel gerühmte wesenlose „Barmherzigkeit“ ihnen keinen Trost zu geben vermag, sondern an den Gott der Bibel, dessen Verheißungen sie im Glauben ergreifen, um auf sie ihr ganzes Vertrauen zu setzen. Mit David sprechen sie: „Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, von denen mir Hülfe kommt. Meine Hülfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.“ (Ps. 121, 1. 2.) Endlich heißt es noch von den Auserwählten, daß sie Tag und Nacht zu Gott rufen. An diesem Merkmal tritt recht der große Unterschied zwischen ihnen und den Kindern der Welt zu Tage. Diese, wenn sie übrigens noch etwas auf „Religion“ halten, meinen vollauf genug gethan zu haben, wenn sie Morgens und Abends ihr Gebet gesprochen haben; die übrige Zeit des Tages denken sie nicht an Gott und kümmern sich nicht um Ihn, es sei denn, daß eine Verlegenheit, eine drohende Gefahr, oder sonst etwas, sie an ihre Abhängigkeit von Ihm mahnt. Wie ganz anders steht es da mit den Kindern Gottes! Es ist freilich nicht so wörtlich zu verstehen, daß sie ohne Unterbrechung Tag und Nacht zu Ihm schreien, sondern soll nur im Allgemeinen ausdrücken, daß das Gefühl des Bedürfnisses sie immer und immer wieder zu dem Herrn hintreibt. Ihr Gebet ist nicht Sache bestimmter Stunden und Tage; es verbindet sich ganz natürlich mit allen Vorkommnissen und Beschäftigungen des täglichen Lebens; es ist ihnen Bedürfniß bei all ihrem Thun und Lassen, in der Einsamkeit, wie im Verkehr mit Andern, zu Hause wie auf der Reise, beim Beginn, wie beim Abschluß jeder Unternehmung, beim Aufstehen wie beim Niederlegen, ja selbst Nachts, wenn sie vom Schlaf erwachen. So sagt David: „Mein Gott, des Tages rufe ich, und des Nachts wird mir kein Schweigen“. (Ps. 22, 3.).

Quelle: Rochat, Auguste - Kurze Betrachtungen für alle Tage des Jahres

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