Draconites, Johannes - Das Zehend Capitel: Von den Cherubim die jre fluegel schwingen.

Draconites, Johannes - Das Zehend Capitel: Von den Cherubim die jre fluegel schwingen.

Dis Capitel Hesekiel des Propheten ist ein herliches gesichte von dem seligen Reich unsers Hern JESU CHRISTI in welchem man sihet / wie nicht alleine zu Hesekiels zeit Jerusalem mit dem Tempel verbrand werden und Gottes Wortt unter die Heiden komen solt: als er selbs im Chaldeerlande geweissaget / sondern auch wie nach seiner zeit das Juedische Koenigreich und Priesterthum / umb verachtung willen des mans der lanwad anhat und einen schreibezeug an seiner seitten / untergehen / und CHRISTI Reich das Evangelsiche Predigampt in aller Welt auffgehen und scheinen solt bis an Juengstentage. Sintemal Hesekiel in disem Capitel spricht: Es ist eben das thiere das ich am wasser Chebar sahe / und abermal / dis ist das thier das ich unter dem Gott Israel sahe am wasser Chebar und mercket das es Cherubim weren da ein jglichs vier angesicht hatte und vier fluegel und unter den fluegeln menschenhende / und abermal / Es waren jre angesichte wie ich sie am wasser Chebar sahe: so mus ich dis zehend Capitel fur eines sinnes und gleiches argumentes halten mit dem Ersten Capitel Hesekiels ja fur ein zeugnis und bekrefftigung derselben. Weil aber die vier thiere im ersten Capitel hie Cherubim genennet werden / und doch Hesekiel das er im ersten nennet einen ochsen hier Cherub nennet / so mus Cherub oder Cherubim hie mehr fur eine sonderliche Creature gehalten noch schlecht fur eine gefluegelte gestalt desgleichen kein mensch gesehen wie Jose. li. 3. antiq. schreibet / sondern schlecht hin fur ein gefluegeltes bild eines menschen lewens ochsens adlers in welchem die Engel wie sie wolten erscheinen / Derhalbne auch durch Cherubim die Engel und durch Engel die Prediger des Evangelii verstanden werden. So last uns das Capitel in acht stucke teilen und wie das erst auslegen nach der regel Pauli Ro. 12. Weissagung sol dem glawben ehnlich sein.

Und ich sahe und sihe im Himel uber dem Heupt der Cherubim war es gestalt wie ein Saphyr und uber den selbigen war es gleich anzusehen wie ein Thron.

In disem Ersten teil last uns horen.

Wie Christus im Himel auff einem Thron sitzt.

Wie Gott uber dem Gnadenstuel zwischen den zween Gulden Cherubim mit ausgebreiten fluegeln und gestalt wie Kindere gered habe zu den Juden / Lies Ex. xxx. Sintemal aber Gott spricht die Cherubim wie alles solle nur ein furbild sein / das ist / auff CHRISTI Predigampt deutten. Und durch den thron uber dem Heupt der Cherubim bedeuttet ward / CHRISTI stuel und regiment des Evangelii das er furen wird auff erden wenn er nu wird der Gnadenstuel mit seinem Predigampt Ro. 3. Welcher durch Mosi Gnadenstuel und Cherubim furgebildet. So mus er mit disen wortten (ich sahe am Himel uber dem Heupt der Cherubim und sihe es war gestalt wie ein Saphyr und uber demselbigen war es gleich anzusehen wie ein Thron) nichts anders deutten / denn / das Gottes Sone Christus menschwerden solt und sobald er gen Himel nach seinem sterben und aufferstehen gefaren seie und zur rechten Gottes ein Gnadenstuel worden und den Geist erab gesand das Evangelion in aller Welt zupredigen alsdenn werde es mit Mosi Gnadenstuel und Cherubim gar aus sein / wie Paulus Ro. 3. zeuget Das eines menschen gerechtickeit und selickeit on das gesetz kome bezeuget durchs Gesetzs und die Propheten / Nemlich durch den glawben an CHRISTUM welchen Gott furgestellet hat zu einem Gnadenstuel durch den glawben an sein blut damit beweiset er die gerechtickeit so fur jm gilt die da heist vergebung der suenden. Und mit dieser meinunge stimmen alle wortt: am Himel uber dem Heupt der Cherubim / als wolt er sagen / im Himel sitzt der Suendenvergeber und erloeser vom tod JESUS CHRISTUS es kann doch umb der leidigen Erbsunde willen Mosi Gnadenstuel und Cherubim niemand gerecht und selig machen on CHRISTUM: es war gestalt wie ein Saphyr als wolt er sagen / wie der Gott Israel CHRISTUS EX. XXIIII.Fur seiner menschwerdung umb des willen ansehen lies von Mose und den eltisten das es unter seinen fuessen were als ein schoener Saphyr und wie des Himels gestalt wenn es klar ist / das er damit anzeigete wie es im wolgefiel das Israel Mosi regiment angenomen doch solt es nicht lenger weren denn Gott mensch wurde / also wil er auch hie mit der Saphyren und Himelischen Gestalt sein Himelisch Reich des Evangelii zeigen und zuverstehen geben das es so fern als Himel und erden von Mose regiment sein werde / Sintemal Mosi Buchstabe nur toedte CHRISTI geist aber nur lebendig mache / wie Psa. 103. Solch unterschied auch beschreibet: uber demselbigen war es anzusehen gleich wie ein thron / als wolt er sagen / ich sehe das eben der Gott CHRISTUS vor seiner menscheit auff dem hohen stuel sitzend Esa. 6. Bald menschwerden sol und nachdem er ein Schuldopffer worden fur der Welt suend und zur rechten des Vatters wie ein eingefleischter und verklereter Gott regiren wird uber alles / das es nicht alleine mit allen Heidnischen abgottern sondern auch mit dem Judischen regiment auff erden gar aus sein wird / und spricht darumb gleich wie ein thron das diese verheissung noch nicht erfuellet war Psal. 110. Setze dich zu meiner rechten bis das ich alle deine feinde zum schemel deiner fuesse lege.

Und er sprach zu dem man im linwade: Gehe hinein zwischen die Reder unter den Cherub und fasse die hende voll gluender kolen so zwischen den Cherubim sind und strewe sie uber die Stad. Und er gieng hinein das ichs sahe das derselbige hinein gienge.

In disem Andern teil siehet er.

Wie Jerusalem verbrand werden sol.

Durch den Man in lynwad / verstehe ich CHRISTUM welcher im neunden Capitel als ein gnediger Herr die leutte zu Jerusalem an den stirnen zeichet die darumb erhalten werden sollten im kuenfftigen unglucke das sie seuffzeten uber alles gottlose wesen das zu Jerusalem geschach. Wie er mit disen wortten (und er sprach zu dem man im lynwad / gehe hineyn zwischen die Reder unter den Cherub und fasse die hende voll gluender kolen so zwischen den Cherubim sind und strewe sie uber die Stad) durch hinein gehen zwischen die Reder unter den Cherub / eben das verstanden wil haben das Psal. 73. In das Heiligthum gehen und auffs ende sehen / oder von sunden weissagen nach des gesetzes fluchen: durch fassen hende voller gluenden kolen so zwischen den Cherubim sind und strewen uber die Stad umb der entheiligten Cherubim willen beschlossen sein das Jerusalem durch die Babiloner verbrand werden soll / und deutten / das es nicht alleine beschlossen das nach den fluchen des gesetzs zwischen den Cherubim erschollen Jerusalem verbrand werden sol sondern das man solang davon predigen sol ob sie bussen wurden bis das es gescheen ist 4. Re. vl. Also wil er mit disen wortten (und er gieng hinein das ichs sahe / das derselbige hinein gienge) auff die gewisen erfullung dises fluchen deutten / als wolle der geist daneben anzeigen / wo sie nicht bussen und glewben werden an CHRISTUM / so werde dis zeitlich verbrennen gescheen 4. Re. vl. auch ein furbild sein des kunfftigen verbrennens davon CHRISTUS spricht Matth. 21. ia des ewigen fewrs Matth. 25.

Die Cherubim aber stunden zur rechten am hause und der vorhofe ward inwendig voll nebels. Und die Herlickeit des Hern erhub sich von dem Cherub zur schwellen am hause und das haus ward voll nebels und der vorhofe voll glantzes von der Herlickeit des Hern. Und man hoeret die fluegel der Cherubim rauschen bis eraus vor den vorhofe / wie ein stim des Allmechtigen Gottes wenn er redet.

In disem Dritten teil siehet er.

Wie Gott CHRISTUS das Juedische regiment der suenden halben auffhebet und das Evangelische Reich stifftet aus gnaden in aller Welt.

DENN wie er mit disen wortten (die Cherubim aber stunden zur rechten am hause: die Herlickeit des Hern erhub sich von dem Cherub zur schwellen am haus) deuttet / das Gottes Gerechtickeit nach dem gesetz umb der Juden suende willen Mosi regiment abthun und von den Juden gar weichen wolle / nach disem fluche Deutro. 32. Ich wil mein Andlitz fur jnen verbergen / wil sehen was jnen zuletzt widerfaren wird denn es ist ein verkeret art es sind untrewe Kinder. Und mit disen wortten (und das haus ward voll nebels: und der vorhofe ward inwendig voll nebels) deuttet / das das Judenthum gar verblendet werden sol das es CHRISTUM nicht annemen werde / welche blindheit durch nebel bedeuttet wird Esa. 6. Also wil er mit disen wortten (und der vorhofe ward voll glantzes von der Herlickeit des Hern und man hoeret die fluegel der Cherubim rauschen bis eraus vor den vorhofe / wie ein stim des Allmechtigen Gottes wenn er redet) verstanden haben durch die Herlickeit des Hern unnd den Allmechtigen Gott CHRISTUM wie Esa. 25. Durch seine stim das Evangelion das kein gesetz und on gesetz die glewbigen heilig und selig macht wie im zureden befolhen Deut. 18. Den solt jr hoeren: durch der Cherubim fluegel rauschen / den Hern CHRISTUM das Wortt geben mit grossen scharen Evangelisten als Psal. 68. klinget. Durch den vorhofe voller glantzes der Herlickeit des Hern werden / das Evangelion Gottlicher Sonnen CHRISTI mit ersten im Judenthumb auffgehen / nach dieser weissagung Esa. 60. Mache dich auff werde Liecht denn die Herlickeit gehet auff uber dir: und deutten / sobald die Juden jres Allmechtigen Gottes stim das Evangelion CHRISTI verleugnen / werden sie nicht alleine inn solcher blindheit und solchem elend zerplaget werden als Psal. 109. beschreibet sondern auch das Evangelion von jnen genomen und allen Heiden mit voller macht geprediget werden.

Und da er dem man im lynwad gebotten hatte und gesagt / nim fewr zwischen den Redern unter den Cherubim / gieng derselbige hinein und tratt bei das Rad. Und der Cherub strecket sein hand eraus zwischen den Cherubim zum fewer das zwischen dem Cherubim war nam davon und gabs dem man im lynwad in die hende der entpfiengs und gieng hinaus und erschein an den Cherubim gleich wie eines menschen hand unter jren fluegeln.

In disem Vierden teil siehet er abermal.

Wie Jerusalem verbrand werden soll

Denn weil die falschen Propheten jmerdar wider Jeremiam und Hesekiel predigeten und sprachen / es were der teuffel nicht so schwartz als sie in maleten und die Helle nicht so heis als sie furgeben: so widerholet der geist in disem vierden teil das er droben im andern teil gedrewet / nemlich das uber sechs jare beide Jerusalem und Tempel durch Nebucadnezer verbrand werden sollen / welchem gewalt hie gegeben wird solchs leichtlich außzurichten weil Gott den unbußfertigen so feind war das er sie nicht lenger dulden noch fur sein vlck erkennen kund. Weil aber durch den man im lynwad CHRISTUS zuverstehen vom ampt so er in seiner menscheit habe / solt genennet / scheinet eben aus disem (und da er dem man im lynwad gebotten hatte und gesagt / Nim fewer zwischen den Redern unter den Cherubim) das er selbs hernach spricht / Der Vater habe dem Sone macht gegeben gericht zuhalten: und aus disen wortten (gieng derselbige hinaus und trat bei das Rad) sein gehorsam auch davon predigen zulassen bis das es geschicht. Wie es aber scheinet aus disen wortten (und der Cherub strecket sein hand eraus zwischen den Cherubim zum fewer das zwischen den Cherubim war nam davon und gabs dem man im lynwad in die hende der entpfienges und gieng hinaus) das CHRISTUS nicht alleine durch sein Engel das gericht volziehe Sondern auch sich ansehen lasse als thuen es die Creaturen das der schepffer thut unn daneben anzeiget das es so gar ernstlich beschlossen das Jerusalem verbrand werden solt als were es bereit gescheen. Also scheinet aus disen wortten (und erschein an den Cherubim gleich wie eines menschen hand unter jren fluegeln) Das wol des mans oder menschen hand in lynwad solchs außrichten wuerde aber doch durch eines menschen hand davon gepredigt / als durch Koenig Nebucadnezer welcher in disem gesichte muste gesehen werden als ein executor dises gerichtes.

Und ich sahe und sihe vier Reder stunden bei den Cherubim / bei einm jglichen Cherub ein Rad / und die Reder waren anzusehen gleich wie ein turckis / und waren alle vier eines wie das ander als were ein Rad im andern. Wenn sie gehen solten so kundten sie in alle vier orter gehen und durfften sich nicht rumb lencken wenn sie giengen / Sondern wohin das erste gieng da giengen sie hinach und durfften sich nicht rumb lencken sampt jrem gantzen Leibe Rucken Henden fluegeln: Und die Reder waren voller augen umb und umb an allen vier Redern. Und es rieff in den Redern / galgal / das ichs hoeret.

In disem fuenfften teil sihet er.

Wie Gottes Wortt von den Juden genomen aller Welt geprediget werden sol.

Denn weil Cherubim hie sind das er im ersten Capitel vier thiere nennet: und durch Reder das Predigampt: durch die vierde zal aber die gantze Welt: so wil der geist mit disen wortten (und ich sahe und sihe vier Reder stunden bei dem Cherubim und bei eim jglichen Cherub ein Rad deutten / das CHRISTUS und seine gemeine das Predigampt und der Christlich glawbe nicht alleine zusamen gehoeren und eines seien sondern auch in aller Welt und allethalben gleich sind und klingen / wo Gottes Wortt ist da ist Christlicher glawb und wo glawb ist da ist auch bekendnis. Wie die Reder anzusehen sein gleich wie ein turckis / deuttet / das CHRISTI Reich das Predigampt Himelischer farbe Gottlich und Geistlich seie / schoener und edler denn alle turckis auff erden: alle vier eines sein wie das ander als were ein Rad im andern / deuttet / das alle Prediger und bekenner Christi einen Geist haben und gleich leren in allen Artikeln des glawbens / nach diser Weissagung Psal. 68. Die Koenige der Heerscharen sind untereinander freunde.

Dise wortte (wenn sie gehen solten so kundten sie in alle jre vier ortter gehen und durfften sich nicht rumb lencken wenn sie giengen / Sondern wohin das erste gieng da giengen sie hinnach und durfften sich nicht rumb lencken sampt jrem gantzen Leibe Rucken Henden Fluegeln) deutten auffs Evangelische Predigampt also / das nicht alleine die Apostel und Vorgenger aller Prediger so leichtlich und schleunicht jren beruff in aller Welt das Evangelion zupredigen außrichten werden als Mar. vl. spricht / Sie giengen aus und predigten an allen ortten und der Herr wirckt mit jnen und bekrefftiget das wort mit folgenden zeichen S. Paulus spricht er habe von Jerusalem bis an Illyricum alles erfullet mit dem Evangelio / sondern auch das die juengere und nachgenger der Apostel sampt der gemeine CHRISTI billich unn alleine der Apostel CHRISTI lere folgen / weil sie dazu beruffen und geweihet Psal. 19. Das jre richtschnur in alle Welt außgehen und jre rede bis an der Welt ende komen sol: daraus zuvernemen / das die Reder in alle vier ortte gehen wenn sie gehen sollen / deutte / auff disen beruffe Mar. vl. Gehet in alle Welt und prediget das Evangelion: das sie sich nicht rumb lencken durffen wenn sie giengen / deutte / auff des Hern Mitwircken und volbringen des gebottes / Sonst musten sie wol rumb lencken: das der ersten Reder gange / deutte auff der furnemesten Apostel predigt / als Psal. 68. spricht / Da herschet der kleine Beniamin und die Fuersten Juda Sebulon Nephthalim: das die hinach gehen / der Apostel Juengere bedeutten und der gantze Leib Rucke Hende Fluegel die gemeine CHRISTI wie Psal. 68. Die Megde so paucken und der Fuersten versamlunge. Wie er aber mit disen wortten (und die Reder waren vol augen umb und umb an allen vier Redern) deuttet auff den gleichen und einigen geist und sinne in Gottes Wortt CHRISTO den alle Prediger und bekenner CHRISTI haben zumercken was von Gott oder vom teuffel ist / nach disem spruche / Ein geistlicher richtet alles. Also wil er mit disen wortten (und es rieff zu den Redern galgal das ichs hoeret) verstanden haben durch galgal wende das sich das rad jmer wenden und fortgehen solle / unn deutten / auff den hitzigen geist und brunstigen mut der lieben Apostel und Evangelischen Prediger der nicht alleine den lerern jmer newe krafft gibt auffzufaren mit fluegeln wie adler zulauffen und nicht muede zuwerden / Sondern auch jderman zuvermanen jmer fort zufaren mit CHRISTUM zuloben und preisen / damit das Evangelion auff erden von einem ortt zum andern lauffe / wie sich der Breutgam aus seiner kamer frewet wie ein helt zulauffen den weg und die Sonne an einem ortt des Himels auffgehet und leufft wider an dasselbe ende bis das nichts fur jrer hitze verborgen bleibe.

Ein jglichs hatte vier angesichte: das Erst angesicht war ein Cherub / das Ander ein Mensch / das Dritt ein Lewe / das Vierd ein Adler. Und die Cherubim schwebeten empor. Es ist eben das thiere das ich sahe am wasser Chebar. Wenn die Cherubim giengen so giengen die Reder auch neben jnen und wenn die Cherubim jre fluegel schwungen das sie sich von der erden erhoben / so lencketen sich die Reder auch nicht von jnen. Wenn jene stunden so stunden dise auch: erhuben sie sich so erhuben sich dise auch: denn es war ein lebendiger wind in jnen.

In disem Sechsten teil sihet er eben das er im Ersten Capitel.

Von den vier thieren und Cherubim die empor schweben.

Denn wiewol Hesekiel das ochsenbild im Ersten Capitel hie Cherub nennet / so ligt doch nichts an namen und ordnung sondern alles am verstand und sinne des Heiligen Geistes / welcher mit disen wortten (ein jglichs hatte vier angesichte / das erst angesichte war ein Cherub das ander ein mensch das dritt ein lewe das vierd ein adler) nichts anders wil deutten / denn das der eingeborne Sone Gottes in des Vatters schoß menschwerden sterben aufferstehen auffaren zur rechten Gottes regiren solle nach den verheissungen und Artikeln unsers Christlichen glawbens von der erloesung furgeschrieben / auffdas wir uns zur selickeit aus disen vier bildern das groß geheimnis der leiden und herlickeit des menschen CHRISTI so verstehen und begreiffen lerneten das er darumb solche gestalt durch leiden herlich zuwerden angenomen das wir im glawben folgeten und jm ehlich wuerden / und so wir als menschen und ochsen CHRISTI leiden und sterben als er das wir auch wie lewen und adler Gottes unsterblich von todten aufferstehen und verkleret ins Himelreich faren und bey Got ewig leben als Christus wie ein lewe den tod mit seiner aufferstehung zurissen und wie ein adler des Allmechtigen Gottes uber alle Himel gefaren ist sitzend zur rechten Gottes kuenfftiger richter der lebendigen und todten. Und das eben hie so zureden von den vier thieren oder Cherubim wie droben im ersten Capitel / zeuget Hesekiel selbs mit disen wortten (es ist eben das thiere das ich sahe am wasser Chebar) nennets ein thier / weil der mensch CHRISTUS der einige sein und alleine thun solt das vier thiere gestalt deutten und an niemand unter allen Himeln geglewbet und von niemand so geprediget werden solt als von der Welt Heiland denn von dem einigen Helffegott JESU CHRISTO. Das er aber zuvor spricht (und die Cherubim schwebeten empor) scheinet als eilete Gott von den Juden ein Himelisch Reich anzurichten wenn es mit dem Judischen volck aus were. Doch wil er mit disen wortten) wenn die Cherubim giengen so giengen die Reder auch neben jnen: und wenn die Cherubim jre fluegel schwungen das sie sich von der erden erhoben so lencketen sich die Reder auch nicth von jnen. Wenn jene stunden so stunden dise auch: erhuben sie sich so erhuben sich dise auch: denn es war ein lebendiger wind in inen) deutten / das der Geist des lebendigen Gottes JESU CHRISTI die Cherubim und Reder Prediger und Christenheit so regiren treiben furen werde / das ja nichts geleret geglewbet gethan werde das nicht in diser Cherubim und Reder gestalt furgemalet und begriffen in Gottlichen verheissungen vom Geist CHRISTI vom Predigampt von der Christenheit aus welcher unsers Christlichen glawbens Artikel fliessen / auff das in CHRISTO der gantze bawe durch den Heiligen Geist ineinander gefuget wachse zu einem hause Gottes in welchem er wone lebe regire bis in ewickeit.

Und die Herlickeit des Hern gieng wideraus von der schwellen am hause und stellet sich uber die Cherubim. Da schwungen die Cherubim jre fluegel und erhuben sich von der erden fur meinen augen. Und da sie ausgiengen giengen die Reder neben jnen. Und sie tratten in das thor am hause des Hern gegen morgen: und die Herlickeit des Gottes Israel war uber jnen.

In disem Siebenden teil sihet er abermal

Wie Gottes Wortt von den Juden eilet und in alle Welt feret.

Denn wie die Herlickeit des Hern außgehen von der schwellen am haus und sich uber die Cherubim / deuttet / Gottes wortt und schutz die Juden verlassen welche bei den Juden war solang sie in tempel drinnen bliebe. Also deuttet er mit disen wortten: Da schwungen die Cherub jre fluegel und erhuben sich von der erden fur meinen augen / und da sie außgiengen giengen die Reder neben jnen / und sie tratten in das thor am hause des Hern gegen morgen / und die herlickeit des Gottes Israel war oben uber jnen: das Gottes wortt und schutz unter die Heiden komen und daselbs auch seine Maiestet erzeigen wil nicht Juedischer sondern Christlicher weise. Sintemal auch die Cherubim jre fluegel schwingen und sich erheben von der erden / deuttet / CHRISTI Reich das Evangelion vom Judischen Regiment eilen und ein Himelischer Reich sein denn das Irdisch Reich Mosi: und das thor gegen morgen / weil es der furnemest eingang war / den außgang des worttes in die Heidenschafft furbildet: und was ists anders die Herlickeit des Gottes Israel oben uber jnen sein / denn CHRISTI Reich in der Heidenschafft mit wortten und thatten walden und so mechtig seind as man spueren und greiffen mag das kein Gott in Himel und erden ein lebendiger Allmechtiger ewiger Gott seie denn der Gott Israel JESUS CHRISTUS dem Israel verheissen:

Dis ist das thier das ich unter dem Gott Israel sahe am wasser Chebar / und mercket das es Cherubim weren da ein jglichs vier angesichte hatte und vier fluegel und unter den fluegeln gleich wie menschen hende: Es waren jre angesichte gestalt wie ich sie am wasser Chebar sahe und giengen stracks fur sich.

In disem Letzten teil zeiget er an

Wie dis ZEHEND CAPITEL HESEKIEL mit dem Ersten uberein stimme.

Denn was wil er anders mit disen wortten: das ist das thier das ich unter dem Gott Israel sahe am wasser Chebar: anzeigen / denn das er in disem Capitel durch Cherubim nichts anders verstanden wil haben denn durch Thier und Reder im ersten Capitel: Wie er denn selbs dise meinunge klarlich bekrefftiget mit disen wortten: Und mercket das es Cherubim weren da ein jglichs vier angesichte hatte und vier fluegel und unter den fluegeln wie menschen hende / es waren jre angesichte gestalt wie ich sie am wasser Chebar sahe: wil aber nicht alleine mit dem wortt (thiere) gedeuttet haben auff das geheimnis der menscheit CHRISTI furgebildet durch die vier thier im ersten Capitel / sondern auch mit disen wortten (gleich wie menschen hende unter jren fluegeln) auff die grossen liebe gegen alle menschen des menschen CHRISTI von welchem aller Cherubim fluegel predigen und denen so jrer predigt glewben aller menschen hende lieb und dienst erzeigen sollen / nemlich der Heiligen Christlichen Kirchen: Welche CHRISTO zuversamlen sampt jm bei Gott ewigzuleben / gehen die Cherubim mit jren REdern stracks fur sich (als die Letzte wortt dises Capitels klingen) damit zudeutten / das es unverhindert so gehen und gescheen werde als Hesekiel in disem Capitel gesehen und geweissaget von ChristiReich von den Juden in alle Welt komen.

Geprediget geschrieben gedruckt zu Rostock M.D.LV.

Aus dem Original abgeschrieben

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