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Bunyan, John - Anfechtung

Bunyan, John - Anfechtung

Der Herr bedient sich des Dreschflegels der Anfechtung, um die Streu vom Weizen zu sondern.

Manche, die zu Christo kommen, sind zu sehr eingenommen von ihren eigenen Gnadenerfahrungen, und zu wenig von Christi Person. Deshalb versenkt sie Gott, um ihnen ihre Freude an ihren Juwelen zu benehmen, und um sie zu nöthigen, mehr auf die Person und die Verdienste seines Sohnes zu sehen, in die Grube der Anfechtungen.

Manche, die zu Christo kommen, können sich nicht überzeugen, daß sie so schlecht seien, wie die Schrift sie darstellt, bis die Versuchung kommt. Allerdings erkennen sie so viel von ihrer Sündhaftigkeit, um sie zu Christo zu treiben. Aber es ist ein Uebermaß von Argem in ihrem Herzen, welches sie nicht sehen. Petrus dachte nicht, daß er sich verfluchen und verschwören würde, um seinen Herrn zu verläugnen, bis die Versuchung kam. Aber als sie nun kam, da erfuhr er es zu seinem großen Leidwesen.

Gott nimmt oftmals unsere Gnadenempfindung von uns und überläßt uns gänzlich uns selbst und dem Versucher, auf daß wir lernen, nicht mehr das Bild mehr zu lieben als das Original, seinen Sohn.

Vielleicht bist du allzu sehr erpicht gewesen, deinen Bruder zu richten und zu verdammen, weil er ein armer, angefochtener Mensch ist. Gott aber läßt, um deinen geistlichen Stolz zu brechen, den Versucher gegen dich los, damit du dich selbst schwach fühlen mögest. Denn „Hochmuth kommt vor dem Fall.“

Vielleicht hast du geglaubt zu weit auf dem Wege des Heils fortgeschritten zu sein, und bist zu sehr in deiner eigenen Kraft dagestanden, und deshalb ist eine Zeit der Anfechtung über dich gekommen. Das war auch die Ursache, warum sie über Petrus kam: „Wenn auch alle dich verlassen, so will doch ich dich nicht verlassen.“ Ach, das ist der Weg, um wirklich versucht zu werden.

Vielleicht muß dein Gnadenstand erprobt werden im Feuer, auf daß der Rost, der demselben noch anhaftet, weggenommen werde, und er selbst geprüft, auf daß dein Glaube besser sei als das vergängliche Gold.

Denke dir einen armen Christenmenschen auf dem Krankenbette, von tausend Befürchtungen umgeben Krankenbette und Befürchtungen! und diese sind manchmal schrecklich; Befürchtungen, erzeugt durch den Ueberblick über sein sündliches Leben, vielleicht nachdem er vierzig Jahre lang sich zu Christo bekannt hatte; Befürchtungen, erzeugt durch den Anblick des Todes und Grabes. „Schrecken des Todes haben mich umgeben, und die Qualen der Unterwelt haben mich ergriffen“ - sagt David. - Doch aus allem diesen will der Herr sein Volk retten. Nicht Eine Sünde noch Furcht noch der Teufel wird es verhindern, noch wird Grab und Hölle dir deine Hoffnung rauben. Doch wie kann dieses geschehen? Nun, du mußt einen Geleitsbrief zum Himmel haben.

Gedenke, wenn Er nicht auf deinen Ruf erscheint, und dich nicht so bald tröstet, als du es wünschest, so geschieht es nicht aus Mangel an Liebe oder Mitleid für deine Seele, sondern um deinen Gnadenstand zu prüfen und den gefallenen Engeln zu zeigen, daß du Gott dienen willst ohne Lohn oder Entgelt. Auch wenn es dir scheint, als gäbe Gott nicht Acht auf dich, um dir zu helfen; betrachte dies als ein Zeichen, daß er Freude hat zu sehen, wie du fest hältst an seinem Namen, obschon du den größten Widerwärtigkeiten unterworfen bist.

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autoren/b/bunyan/bluetenlese/bunyan_anfechtung.txt · Zuletzt geändert: von aj