MacDuff, John Ross – Abendopfer - 17ter Abend. Um Leben im Glauben.
„Am Abend will ich beten“
„Was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich in dem Glauben des Sohnes Gottes der mich geliebt hat und sich selbst für mich dargegeben.“
Gal. 2, 20.
Gott, ich begehre an diesem Abende eines wieder dahingeschwundenen Tages aufs Neue Deine gnädige Gegenwart zu erfahren und vor Dich zu treten mit Danksagung für alle die Freundlichkeit und Liebe, womit Du fortwährend mich überschüttest. Ach, dass ich immer mit einem dankbaren Herzen emporschauen möchte zu Dir, dem Urheber und Geber aller guten und vollkommenen Gaben; und dass niemals irgendein kreatürliches Gut mich ablenken dürfte von Deiner Liebe! Lehre mich alles, was ich besitze, Zeitliches und Geistliches, auf Dich, die Quelle alles Heils, zurückführen; und heilige mir das Glück als ein Unterpfand Deiner Liebe und mache die Trübsal mir süß durch die Gewissheit, dass jeder Dorn auf meinem Pfade mir von Dir gestreut und jeder bittere Tropfen im Kelche mir von Dir verordnet ist.
Lass mich so suchen, mein Gott, von Tage zu Tage mehr ein Leben voll Glaubenseinfalt und Herzensgehorsam zu führen, und alle meine Not und Sorge vertrauensvoll auf Dich zu werfen, weil ich sicher weiß, Du leitest mich auf rechter Straße um Deines Namens willen. Vor allem gib mir einen neuen Anteil an den Bundesgütern, welche Christi Tod erkauft und Seine Himmelfahrt mir erschlossen hat. All mein Hoffen steht zu Ihm. Schwach und hilflos und dem Verderben verfallen, flüchte ich mich zu Ihm, der Hilfe, Hoffnung und Teil Aller ist, die ihn suchen. Birg mich, Herr Jesu, in Deiner Seitenwunde. Lass mich überwinden durch des Lammes Blut. Wasche mich völlig rein durch Dein kostbar Blut und lass mich hören Deine freundliche Stimme: „All deine Sünden, so viel ihrer sind, sind dir vergeben!“
Nach Allem, was Du an mir getan, lass mich kein strafbares Misstrauen gegen Deine Treue mehr in meinem Herzen hegen. Sondern lass mich versichert bleiben, dass zärtliche Liebe einzig alle Deine Schickungen regelt. Deine Wege sind doch nur die unentbehrlichen Erziehungsmittel für Dein Volk; und in alle unsere Leiden webst Du Deinen höchsten Willen hinein, unsere Heiligung. Wohlan denn, so vollende auch in mir Dein Werk nach Deinen Rat und auf Deinen Wegen. Stärke mich nur gegen die Versuchung und lass mich nicht in feiger Nachgiebigkeit mich hingeben an die Verlockungen einer Welt, die im Argen liegt; sondern stark in dem Herrn und in der Macht Seiner Stärke, lass es mich festhalten, dass der mit mir ist, größer ist, denn Alles, was wider mich sein kann. Entzünde aufs Neue meine ermattende und lau werdende Liebe. - Lass mein Sinnen immer mehr auf die Dinge der unsichtbaren Welt gerichtet sein; mein Glaubensauge aufwärts, himmelwärts, hingewandt auf die selige Hoffnung, die herrliche Erscheinung Gottes, meines Heilandes.
Dein Reich komme! Mache Dich auf, o Gott, und führe Deines Reiches Sache! Lass alle Enden der Erde beglückt werden mit des Evangeliums fröhlichem Schalle.
Segne alle, die in Sorgen sind, die beraubt wurden naher, teurer Freunde. Lehre sie nur Deine Hand erkennen in ihren Heimsuchungen. Du gibst uns allen Segen, und wenn Du nimmst, nimmst Du nur Deine Gaben. Lass uns in jeder Trübsalswoge, wie drohend sie auf uns einrauschen mag, Deine Liebe erkennen, die uns nun und nimmermehr wird sinken lassen.
Herr, nimm mich diese Nacht in Deine Hut. Bleibe bei mir, gnädiger Heiland, denn es will Abend werden und der Tag hat sich geneigt. O gib es mir zu erkennen, dass mit jedem Abend ich der Ewigkeit um einen Tag näher gerückt bin, und dass ich der Freuden der Seligkeit mit jedem Tage entgegeneile. Erhöre mich um Jesu willen. Amen.
Mein Gebet müsse vor Dir taugen wie ein Rauchopfer, meiner Hände Aufheben wie ein Abendopfer!