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| - | Hauptlied: Nr. 91. Burgsches Gesangbuch. | ||
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| - | Text: 1. Joh. 3,13-18.\\ | ||
| - | **Verwundert euch nicht, meine Brüder, ob euch die Welt hasst. Wir wissen, dass wir aus dem Tode in das Leben gekommen sind, denn wir lieben die Brüder. Wer den Bruder nicht liebt, der bleibt im Tode. Wer seinen Bruder hasst, der ist ein Totschläger; | ||
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| - | In Christo geliebte Gemeinde! Die Evangelien der beiden ersten Sonntage in der Trinitatiszeit reichen einander die Hände, indem sie zusammenfassen das Ende und den Anfang unseres Christenlaufes und fesseln unser Gemüt zuerst aufs nachdrücklichste durch die Erzählung vom reichen Mann und dem armen Lazarus und heute durch das Gleichnis vom großen Abendmahl und der Berufung dazu. | ||
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| - | Und was tun die Episteln? Was sie immer zu tun pflegen, sie sind Handlanger der Evangelien, sie sehen dieselben in desto helleres Licht. Könnten wir noch im Zweifel sein, warum der reiche Mann in der Hölle und in der Qual war, die vorige Sonntags-Epistel löst uns den Zweifel. „Lasst uns Ihn lieben, denn Er hat uns zuerst geliebt“ und „wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm“. (1. Joh. 4,19.16.) Lazarus hatte bei all seinem Elend in der Liebe sein Element, in der Liebe Gottes; der reiche Mann aber war von der Liebe zu Gott und göttlichen Dingen leer, von der Liebe hatte er bei all seinem Wohlleben nichts erfahren, darum fuhr er hinab in die Hölle, in die er auch hin gehörte, hin in die äußerste Gottesferne, | ||
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| - | Von Hass und von Liebe redet unsere Epistel. Nämlich von einem Hass, über welchen wir Christen uns nicht verwundern sollen, und von einem Hass, wovor wir Christen uns zu entsetzen haben, und dann von der Liebe, die Leben ist und die das Leben lässt. „Verwundert euch nicht, meine Brüder, ob euch die Welt hasst.“ Aber ist dies nicht doch verwunderlich? | ||
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| - | Vor einem andern Hass aber sollen wir uns entsetzen, denn er ist nichts anderes, denn der Tod bei lebendigem Leibe. „Wir wissen, dass wir aus dem Tode in das Leben gekommen sind: denn wir lieben die Brüder. Wer den Bruder nicht liebt, der bleibt im Tode.“ „Der bleibt im Tode“ ja wohl! Denn was die Weltmenschen Leben nennen, das ist ja nur ein verlarvter Tod, es sind nur die Zuckungen eines galvanisierten Leichnams. Wir bleiben hier nur bei dem zunächst stehen, was der Apostel von dem Hasse sagt und werden später noch bei dem ersten Teil unseres Textes zu verweilen haben: „Wir lieben die Brüder.“ Danach fährt St. Johannes fort: „Wer seinen Bruder hasst, der ist ein Totschläger und ihr wisst, dass ein Totschläger nicht hat das ewige Leben bei ihm bleibend.“ Hier meint er nun nicht die Weltkinder, sondern die Brüder, die christlichen Kreise redet er so an. „Wer seinen Bruder hasst,“ auch wenn er schon einmal zum neuen Leben erwacht ist, auch wenn er Christ geworden ist, und er hasst seinen Bruder, so hat er nicht das ewige Leben bei ihm bleibend, er erstirbt wieder und bleibt im Tode! O, Geliebte! wie schrecklich! vor diesem Hass, vor dem Hass unter Brüdern, da sollen wir uns entsetzen, denn dieser Hass ist ein Totschläger, | ||
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| - | Das wäre nun das erste Stück: Ein Hass, über den wir uns nicht verwundern sollen, ja, den wir nicht entbehren können, denn er gehört zu unserer Signatur, wenn wir Christen sein wollen; zum andern aber ein Hass, vor dem wir uns entsetzen sollen, denn: „Seht darauf, lieben Brüder, dass nicht etwa eine bittere Wurzel aufwachse und Unfrieden anrichte und viele durch dieselbe verunreinigt werden.“ (Hebr. 12,15.) Davor bewahre uns, lieber himmlischer Vater! | ||
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| - | Und nun kommen wir zu dem zweiten Stück, dem Preise der christlichen Bruderliebe, | ||
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| - | St. Paulus drückt den Liebessinn Christi in jenem Wort aus (Röm. 15,3), dass Er nicht Gefallen an Sich selber hatte. Christus war nicht selbstgefällig. Wäre Er das gewesen, da gäbe es keinen Christus, keinen Menschgewordenen Sohn Gottes. Denn Er hätte wohl mögen Freude haben im Himmel, da Er im Schoße des Vaters saß und der Engel Chöre Ihn umgaben. Er brauchte uns nicht, wenn Er selbstgefällig gewesen wäre, Er hätte nicht notwendiger Weise eine Kirche auf Erden um Sich sammeln müssen, wenn Er Gefallen an Sich selber gehabt hätte. Das hatte Er aber nicht, sondern an uns fluchwürdigen Kindern, die Sein Vater „ausgetan zu Straf- und Zornesruten“, | ||
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