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| - | ======Krummacher, | + | ======Krummacher, |
| - | **Zwölfte Predigt.** | + | //Achte Lagerstätte: |
| - | //Achte Lagerstätte: | + | //4. Buch Mose 33,12.// |
| - | 4. Buch Mose 33,12.// | + | Ihr gebt, wie ich mich versichert halten darf, eure Einwilligung dazu, dass wir unsere, im vorigen Jahr begonnene Betrachtung, |
| - | Ihr gebt, wie ich mich versichert halten darf, eure Einwilligung dazu, daß wir unsere, | + | Allerdings sind es seltsame Texte, welche uns da vorkommen. Aber was geht das andere Leute an, so lange es uns beiderseits recht ist und bleibt, und wir daraus eine Erbauung empfangen, oder eine Lust daran haben. Es ist mehrenteils etwa nur ein einzelnes Wort, und dazu aus einer fremden, euch unbekannten Sprache, das tut aber nichts zur Sache. Das Wort Jesus ist auch aus einer fremden Sprache. Und dies einzige Wort – was enthält es nicht alles, und wie gelehrt und weise ist der, der’s versteht! – In der Sprache der Heiligen Schrift, haben alle Namen ihre Bedeutung, welches in unserer Sprache nicht immer der Fall ist, wenn gleich zuweilen. So kann unsere Stadt ihren Namen von den Erdbeeren haben, die ehemals hier wuchsen, da es noch Feld war. Aber wer vermöchte es anzugeben, was der Name bedeute, den das Flüsschen führt, das unser Tal durchströmt. In der hebräischen Sprache verhält sich das anders. Und oft wurden auch Örtern und Personen, absichtlich solche Namen, um ihrer Bedeutung willen beigelegt. Lasst mich davon einiges anführen. Eva z.B. heißt die Lebendige, und Adam nannte sie selbst deswegen so, weil sie die Mutter aller Lebendigen und absonderlich des Weibessamens sein sollte, welcher der Ursprung alles Leben ist. Sie nannte in fröhlicher Erwartung der gewissen Erfüllung der göttlichen Verheißung, |
| - | Allerdings sind es seltsame Texte, welche uns da vorkommen. Aber was geht das andere Leute an, so lange es uns beiderseits recht ist und bleibt, und wir daraus eine Erbauung empfangen, oder eine Lust daran haben. Es ist mehrentheils etwa nur ein einzelnes Wort, und dazu aus einer fremden, euch unbekannten Sprache, das thut aber nichts zur Sache. Das Wort Jesus ist auch aus einer fremden Sprache. Und dies einzige Wort – was enthält es nicht alles, und wie gelehrt und weise ist der, der’s versteht! – In der Sprache der heiligen Schrift, haben alle Namen ihre Bedeutung, welches in unserer Sprache | + | Da nun, wie diese lange Deduktion beweist, die hebräische Namen, ihre besondere Bedeutung |
| - | Da nun, wie diese lange Deduction beweiset, | + | Wir betrachten |
| - | Wir betrachten die 8te Lagerstätte der Kinder Israel. Nach langwierigen Mühen | + | Sie schlugen nun ihr Lager auf zu Daphka. Merkwürdiges fiel hier nichts vor, sondern es blieb eben alles so in seinem Geleise. Sie taten da sonderlich nichts Böses |
| - | Sie schlugen nun ihr Lager auf zu Daphka. Merkwürdiges fiel hier nichts vor, sondern es blieb eben alles so in seinem Geleise. Sie thaten da sonderlich nichts Böses | + | Diese Lagerstätte ging noch immer weiter rechts vom geraden Wege nach Kanaan ab, und entfernte sich noch mehr davon, so dass es schien, sie würden überall hinkommen, nur nach Kanaan nicht. – Das nämliche wiederholt sich oft in den Führungen |
| - | Diese Lagerstätte ging noch immer weiter rechts vom geraden Wege nach Canaan ab, und entfernte | + | Weil uns denn sonst nichts merkwürdiges gemeldet wird, was sich zu Daphka von Seiten Gottes, oder seines Volkes zugetragen hätte; |
| - | Weil uns denn sonst nichts merkwürdiges gemeldet wird, was sich zu Daphka von Seiten Gottes, oder seines Volkes zugetragen hätte; so müssen wir bei der wörtlichen Bedeutung dieser Lagerstätte stehen blieben. | + | Daphka heißt |
| - | Daphka heißt auch klopfen und dies wird angewandt, um gewisse harte Sachen mürbe zu machen. Unser Herz wird steinern genannt, und also als etwas hartes und widerstrebendes vorgestellt. Es muß aber wächsern, bieg- und bildsam werden, das geschiehet durch Gnade. Aber sie braucht, sowohl im Anfange als im Fortgange, verschiedene Mittel dazu. Die beiden Hauptmittel sind, Gesetz und Evangelium. Das Gesetz macht das Herz wohl eigentlich nicht mürbe, es deckt ihm aber seine Härtigkeit und seine Sünden auf, und nöthigt es dadurch, von seinem Trotz und von der Einbildung einer eigenen Kraft und Gerechtigkeit abzustehen. So ging’s dem Paulus. Wie gebeugt machte das Gesetz diesen stolzen Pharisäer, daß er auch fragte: wer wird mich erlösen, von dem Leibe dieses Todes? – Je deutlicher jemand die Erhabenheit der Heiligkeit erkennt, welche das Gesetz fordert, desto wenige findet er davon in sich selbst, und desto mehr findet er sich genöthigt, sie in Christo zu suchen. Doch bringt das Gesetz mehr Rathlosigkeit, | + | Heißt Daphka auch werfen, |
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| - | Heißt Daphka auch werfen, | + | |
| wankten auf gelähmten Füßen,\\ | wankten auf gelähmten Füßen,\\ | ||
| bald strauchelnd hie, bald fallend dort. – | bald strauchelnd hie, bald fallend dort. – | ||
| - | Wir haben bis jetzt das Wort Daphka in seiner leidenden Bedeutung | + | Wir haben bis jetzt das Wort Daphka in seiner leidenden Bedeutung |
| - | Erstlich erinnert es an das Wort Christi, wo er sagt: Siehe, ich stehe vor der Thür und klopfe an. Dieses Anklopfen ist zwar noch keine bekehrende Gnade, aber doch etwas, das der wirklichen Bekehrung oft lange vorhergeht, jedoch freilich, nicht immer sie zur Folge hat. Diese Anklopfungen sind etwas allgemeines, | + | Erstlich erinnert es an das Wort Christi, wo er sagt: Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Dieses Anklopfen ist zwar noch keine bekehrende Gnade, aber doch etwas, das der wirklichen Bekehrung oft lange vorhergeht, jedoch freilich, nicht immer sie zur Folge hat. Diese Anklopfungen sind etwas allgemeines, |
| - | Da sollte der Mensch achtgeben, und in dieser seiner Zeit bedenken, was zu seinem Frieden diene. Er sollte das ja nicht in den Wind schlagen, oder diese Eindrücke gar – durch allerhand weltliche Zerstreuungen verwischen, sondern sich in die Stille und ins Gebet begeben und bedenken, | + | Da sollte der Mensch achtgeben, und in dieser seiner Zeit bedenken, was zu seinem Frieden diene. Er sollte das ja nicht in den Wind schlagen, oder diese Eindrücke gar – durch allerhand weltliche Zerstreuungen verwischen, sondern sich in die Stille und ins Gebet begeben und bedenken, |
| - | Wohl dem, der’s also beachtet; der macht’s so, der klopft wieder an, daß, und bis ihm aufgethan | + | Wohl dem, der’s also beachtet; der macht’s so, der klopft wieder an, dass, und bis ihm aufgetan |
| - | So ist’s recht. Und da dauerts dann auch gemeiniglich nicht lange, so heißt es zu der also anklopfenden Seele: sieh, ich gebe vor dir eine offene | + | So ist’s recht. Und da dauerts dann auch gemeiniglich nicht lange, so heißt es zu der also anklopfenden Seele: sieh, ich gebe vor dir eine offene |
| - | Daphka heißt schlagen. Und das Volk Gottes schlägt auch am Ende alle seine Widersacher, | + | Daphka heißt schlagen. Und das Volk Gottes schlägt auch am Ende alle seine Widersacher, |
| Und wenn des Satans Heer, \\ | Und wenn des Satans Heer, \\ | ||
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| Mit Dir kann ich sie schlagen: \\ | Mit Dir kann ich sie schlagen: \\ | ||
| Dein Blut darf ich nur zeigen, \\ | Dein Blut darf ich nur zeigen, \\ | ||
| - | So muß ihr Trotz bald schweigen. | + | So muss ihr Trotz bald schweigen. |
| - | Die Seele kann sich des Worts der Verheißung und der Gnade Jesu Christi, wohl so und dergestalt bemeistern, | + | Die Seele kann sich des Worts der Verheißung und der Gnade Jesu Christi, wohl so und dergestalt bemeistern, |
| - | Daphka heißt werfen. Sie werden nicht immer geworfen, sondern werfen wieder, und thun wohl daran. Sie werfen alle ihre Sorgen auf den Herrn, in der fröhlichen | + | Daphka heißt werfen. Sie werden nicht immer geworfen, sondern werfen wieder, und tun wohl daran. Sie werfen alle ihre Sorgen auf den Herrn, in der fröhlichen |
| - | So wendet sich oft das Blatt, weshalb auch die Kirche sagt: Freue dich nicht, meine Feindinn, daß ich daniederliege. Ich werde wieder aufkommen, und so ich im Finstern | + | So wendet sich oft das Blatt, weshalb auch die Kirche sagt: Freue dich nicht, meine Feindin, dass ich daniederliege. Ich werde wieder aufkommen, und so ich im Finsteren |
| - | Laß mich bei einem jeden Schritt, \\ | + | Lass mich bei einem jeden Schritt, \\ |
| Nur deinem Heil stets näher kommen. | Nur deinem Heil stets näher kommen. | ||
| - | Wohl euch, die ihr durch eine wahrhafte Buße, von Egypten | + | Wohl euch, die ihr durch eine wahrhafte Buße, von Ägypten |
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