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-======Krummacher, Gottfried Daniel - Die Wanderungen Israels durch die Wüste nach Kanaan (11).====== +======Krummacher, Gottfried Daniel - Die Wanderungen Israels durch die Wüste nach Kanaan 11. Predigt  (Sin).======
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-**Eilfte Predigt.**+
  
 //Die Wüste Sin.//\\ //Die Wüste Sin.//\\
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 //4. B. Mos. 33,11. – 2 B. Mos. 16,1.// //4. B. Mos. 33,11. – 2 B. Mos. 16,1.//
  
-Noch verweilen wir mit den Kindern Israel in der Wüste Sin, wo wir uns noch lange aufhalten müssen, denn sie ist groß. Es ist eine abscheuliche Wüste, voll Dornen, und biethet nichts von demjenigen dar, was zum Lebensunterhalt erforderlich ist. Wahrlich meine Theuern, die ganze Erde ist mit Bezug auf den Geist, nichts als eine große dürre Wüste. Wir wollen euch dies nicht zu beweisen suchen, die ihr keinen Geist habt, wie der heilige Judas redet. Es mag sein, daß ihr in den Dingen dieser Erde dermaßen euer Genüge findet, daß ihr gerne Gott und seinen Heiligen den Himmel überlasset, wenn er euch nur die Erde überließe, daß ihr stets drin bleiben könntet. Es mag sein, daß ihr im Getümmel dieser Welt, ihren Geschäften, ihren Abwechselungen und Neuigkeiten, ihren Vergnügungen und Reizen, eure Lieblingsspeise findet, weil ihr von der Welt seid. Es mag sein, daß ihr in solcher Zerstreuung und Entfernung von euch selbst lebetdaß ihr von euerm innern Zustande nichts gewahr werdet und nicht entdecke, wie leer ihr bei dem allen bleibet, welcher Ueberdruß und Verdruß sich eurer noch oft bemeistert und euch nöthigt, zu andern Zerstreuungen eure Zuflucht zu nehmen, wenn ihr sie haben könnt, oder euch der peinlichsten Langeweile preißgegeben seht. Aber vorsätzlich unbekannt mit dem einigen und wahren Trost, begehrt ihr nichts Höheres und glaubt nicht einmal, daß es ein Höheres gebe, wegen der Blindheit, die in euch ist. – Es ist aber gewißdaß die Erde mit all ihren Kostbarkeiten für den Geist eine Wüste ist, die ihm  die sättigende Speise nicht giebt, die er ersehnt. Was ist es im Grunde betrachtet mit der Welt und allem was drin ist, es mag Namen haben wie es will? Eitelkeit der Eitelkeiten, sagt Salomo. Er sagts, von eigener Erfahrung belehrt, er sagt’s, im Besitz des Höchsten, was die Welt an Herrlichkeit darbietet, und was er sagt, gilt noch stets. Er sagt auch sonst: Gut hilft nicht am Tage der Noth, und der Psalmist lehrt mit Recht: einem Könige hilft nicht seine große Macht und die Riesen werden nicht errettet durch ihre große Stärke (sonst würden sie nicht sterben), viele Rosse helfen auch nicht. Es vergeht alles mit einander und es kommt die Zeit, wo es gar nichts gilt, mag jemand reich oder arm sein, oder was er sonst will und kann, sondern wo ganz andere Dinge gelten, die die Erde nicht hat und nicht giebt. Wohl dem, in dessen Sinn und Urtheil diese Welt auch nicht anders als eine Wüste gilt und der sich so gut durch dieselbe windet, als es angeht. Wohl dem, der dabei ein anderes Vaterland kennet und sucht und weiß, wie die heiligen Erzväter. – Nein, der Christ ist hier nicht zu Hause und findet hier nicht, was seine Seele sättigt. – +Noch verweilen wir mit den Kindern Israel in der Wüste Sin, wo wir uns noch lange aufhalten müssen, denn sie ist groß. Es ist eine abscheuliche Wüste, voll Dornen, und bietet nichts von demjenigen dar, was zum Lebensunterhalt erforderlich ist. Wahrlich meine Theuern, die ganze Erde ist mit Bezug auf den Geist, nichts als eine große dürre Wüste. Wir wollen euch dies nicht zu beweisen suchen, die ihr keinen Geist habt, wie der heilige Judas redet. Es mag sein, dass ihr in den Dingen dieser Erde dermaßen euer Genüge findet, dass ihr gerne Gott und seinen Heiligen den Himmel überlasst, wenn er euch nur die Erde überließe, dass ihr stets drin bleiben könntet. Es mag sein, dass ihr im Getümmel dieser Welt, ihren Geschäften, ihren Abwechselungen und Neuigkeiten, ihren Vergnügungen und Reizen, eure Lieblingsspeise findet, weil ihr von der Welt seid. Es mag sein, dass ihr in solcher Zerstreuung und Entfernung von euch selbst lebtdass ihr von euerm inneren Zustande nichts gewahr werdet und nicht entdecke, wie leer ihr bei dem allen bleibt, welcher Überdruss und Verdruss sich eurer noch oft bemeistert und euch nötigt, zu anderen Zerstreuungen eure Zuflucht zu nehmen, wenn ihr sie haben könnt, oder euch der peinlichsten Langeweile preisgegeben seht. Aber vorsätzlich unbekannt mit dem einigen und wahren Trost, begehrt ihr nichts Höheres und glaubt nicht einmal, dass es ein Höheres gebe, wegen der Blindheit, die in euch ist. – Es ist aber gewissdass die Erde mit all ihren Kostbarkeiten für den Geist eine Wüste ist, die ihm  die sättigende Speise nicht gibt, die er ersehnt. Was ist es im Grunde betrachtet mit der Welt und allem was drin ist, es mag Namen haben wie es will? Eitelkeit der Eitelkeiten, sagt Salomo. Er sagts, von eigener Erfahrung belehrt, er sagt’s, im Besitz des Höchsten, was die Welt an Herrlichkeit darbietet, und was er sagt, gilt noch stets. Er sagt auch sonst: Gut hilft nicht am Tage der Not, und der Psalmist lehrt mit Recht: einem Könige hilft nicht seine große Macht und die Riesen werden nicht errettet durch ihre große Stärke (sonst würden sie nicht sterben), viele Rosse helfen auch nicht. Es vergeht alles mit einander und es kommt die Zeit, wo es gar nichts gilt, mag jemand reich oder arm sein, oder was er sonst will und kann, sondern wo ganz andere Dinge gelten, die die Erde nicht hat und nicht gibt. Wohl dem, in dessen Sinn und Urteil diese Welt auch nicht anders als eine Wüste gilt und der sich so gut durch dieselbe windet, als es angeht. Wohl dem, der dabei ein anderes Vaterland kennet und sucht und weiß, wie die heiligen Erzväter. – Nein, der Christ ist hier nicht zu Hause und findet hier nicht, was seine Seele sättigt. –  
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 +Jedoch, wir wollen ja den Faden da wieder aufnehmen, wo wir ihn neulich fallen ließen. Wir wollen sehen, wie sich das Volk benahm und was Gott tat, welches wir 2. B. Mos. 16. lesen. –
  
-Jedochwir wollen ja den Faden da wieder aufnehmenwo wir ihn neulich fallen ließenWir wollen sehen, wie sich das Volk benahm und was Gott thatwelches wir 2BMos. 16. lesen. –+Das Volk benahm sich sehr übel. Es ist wahrdie Not war äußerst groß. Hungersnot hatte sich bei ihnen eingestellt und sie hatten keine Mittel, sich Nahrung zu verschaffen. Sie sahen also nichts als den fürchterlichsten Tod vor siches wäre denn, dass Gott selbst hier durchhülfeLasst uns Mitleid mit ihnen haben, aber auch bedenken, dass wir unsere Not auch als so groß erkennen müssen, dass wir gewahr werden, wie die gewöhnlichen Mittel nicht hinreichen, und wirklich Gott selbst sich dazwischen legen muss. Er muss mich ziehen – sonst komme ich nichter mich lehren, sonst verstehe ich’s nicht, er muss mir Glauben schenken, sonst weiß ich nicht zu glauben, er für mich streiten, sonst siege ich nicht– Sodann müssen wir auch einen Hunger nach Christo haben, der sich durch nichts sättigen lässt, als durch seinen Besitz und GenussUnd wohl dem Lande, in welches der Herr einen solchen Hunger sendet. – 
  
-Das Volk benahm sich sehr übel. Es ist wahrdie Noth war äußerst groß. Hungersnoth hatte sich bei ihnen eingestellt und sie hatten keine Mittelsich Nahrung zu verschaffenSie sahen also nichts als den fürchterlichsten Tod vor sich, es wäre denndaß Gott selbst hier durchhülfeLaßt uns Mitleid mit ihnen habenaber auch bedenkendaß wir unsere Noth auch als so groß erkennen müssendaß wir gewahr werden, wie die gewöhnlichen Mittel nicht hinreichen, und wirklich Gott selbst sich dazwischen legen mußEr muß mich ziehen – sonst komme ich nicht, er mich lehrensonst verstehe ich’s nicht, er muß mir Glauben schenken, sonst weiß ich nicht zu glaubener für mich streiten, sonst siege ich nicht. – Sodann müssen wir auch einen Hunger nach Christo habender sich durch nichts sättigen läßt, als durch seinen Besitz und GenußUnd wohl dem Landein welches der Herr einen solchen Hunger sendet. – +Den Kindern Israel fiel hier Ägypten ein, und zwar nicht dessen Plagen, sondern dessen Annehmlichkeiten, seine Fleischtöpfe und sein Brot, dessen sie die Fülle hatten, wie sie sagtenSo kam auch dem Assaph in seiner Anfechtung, der Zustand der Gottlosen glückseliger vor, als der der Gottseligen, und der Gedanke fuhr ihm durch die Seele, ob’s denn umsonst sein sollte, dass sein Herz unsträflich lebe? Gideon sagte auch einst: „ist der Herr mit uns, warum ist uns denn solches alles wiederfahren,“ und wusste es nicht zu reimen, wie es ihnen also ergehen könnte, wenn der Herr wirklich mit ihnen wäre. Wie hat’s den Christen schon im Ganzen gegangen und wie viel Ursache hatten siemehrmals mit Paulo zu sagen: „wir werden für Schlachtschafe geachtet.“ Die abscheulichen Tyrannen sprangen ganz nach ihrer grausamen Willkür mit ihnen umwie wenn Wölfe in den Schafstall brechen. Die grausamste Martern und fürchterlichste Todesarten wurden für sie ersonnen, so dass der Herzog Alba in den Niederlanden es als eine große Wohltat wollte angesehen wissendass er die sogenannten Ketzerwenn sie ihre Ketzerei abschwuren, nur wollte enthaupten lassen, und glaubte eben dadurch den Himmel verdient zu haben, dass er 80000 auf diese Weise hatte hinrichten lassen. Wie lange mussten sie oft in den Kerkern schmachten, ehe man sie ums Leben brachte, und wie viel Anlass hatten sie also nicht zu Gideons Frage! Ihre Widersacher schwammen indessen oben und herrschten. Darf man sich da verwundernwenn einige weich wurden, wenn sie abfielen und wenigstens eine Zeitlang nach Ägypten umkehrten? – Einzelne Christen erleben auch wohl so harte Schicksale, dass sie sich versucht fühlen, die Gottlosen für glücklicher zu preisen als sich selbstEs kann ihnen alles so verdunkelt werden, dass sie sich der empfangenen Gnade, nicht nur nicht erinnernsondern auch keinen Weg sehendazu zu gelangen. Ging’s nicht mit Hiob so weitdass er wünschte lieber nicht geboren zu sein? Freilich hat ein Christ alle Ursachesich die Hitze nicht befremden zu lassendie ihnen wiederfährt, dass sie versucht werden, als wiederführe ihnen etwas Seltsames; aber es kommt ihnen doch oft seltsam und befremdend genug vorMüssen denendie Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, so liegt darin allerdings eine ausnehmende, aber auch zugleich gar keine Sicherheit vor irgendetwas, eben weil ihnen alles dienen mussOder geben wir dadurch dem Wörtlein „alle Dinge“ eine zu weite Bedeutung? – 
  
-Den Kindern Israel fiel hier Egypten einund zwar nicht dessen Plagensondern dessen Annehmlichkeiten, seine Fleischtöpfe und sein Brodt, dessen sie die Fülle hatten, wie sie sagten. So kam auch dem Assaph in seiner Anfechtung, der Zustand der Gottlosen glückseliger vor, als der der Gottseligen, und der Gedanke fuhr ihm durch die Seele, ob’s denn umsonst sein sollte, daß sein Herz unsträflich lebeGideon sagte auch einst: „ist der Herr mit uns, warum ist uns denn solches alles wiederfahren,“ und wußte es nicht zu reimenwie es ihnen also ergehen könntewenn der Herr wirklich mit ihnen wäre. Wie hat’s den Christen schon im Ganzen gegangen und wie viel Ursache hatten siemehrmals mit Paulo zu sagen: „wir werden für Schlachtschaafe geachtet.“ Die abscheulichen Tyrannen sprangen ganz nach ihrer grausamen Willkühr mit ihnen um, wie wenn Wölfe in den Schaafstall brechenDie grausamste Martern und fürchterlichste Todesarten wurden für sie ersonnen, so daß der Herzog Alba in den Niederlanden es als eine große Wohlthat wollte angesehen wissendaß er die sogenannten Ketzer, wenn sie ihre Ketzerei abschwurennur wollte enthaupten lassen, und glaubte eben dadurch den Himmel verdient zu haben, daß er 80000 auf diese Weise hatte hinrichten lassenWie lange mußten sie oft in den Kerkern schmachten, ehe man sie ums Leben brachte, und wie viel Anlaß hatten sie also nicht zu Gideons Frage! Ihre Widersacher schwammen indessen oben und herrschtenDarf man sich da verwundernwenn einige weich wurden, wenn sie abfielen und wenigstens eine Zeitlang nach Egypten umkehrten? – Einzelne Christen erleben auch wohl so harte Schicksaledaß sie sich versucht fühlen, die Gottlosen für glücklicher zu preisen als sich selbstEs kann ihnen alles so verdunkelt werdendaß sie sich der empfangenen Gnadenicht nur nicht erinnernsondern auch keinen Weg sehen, dazu zu gelangenGieng’s nicht mit Hiob so weitdaß er wünschte lieber nicht geboren zu sein? Freilich hat ein Christ alle Ursachesich die Hitze nicht befremden zu lassendie ihnen wiederfährt, daß sie versucht werden, als wiederführe ihnen etwas Seltsames; aber es kommt ihnen doch oft seltsam und befremdend genug vorMüssen denendie Gott liebenalle Dinge zum Besten dienen, so liegt darin allerdings eine ausnehmende, aber auch zugleich gar keine Sicherheit vor irgend etwaseben weil ihnen alles dienen muß. Oder geben wir dadurch dem Wörtlein „alle Dinge“ eine zu weite Bedeutung? – +Die Kinder Israel wünschtenwenn es ja nicht anders sei dass sie sterben müsstendass sie denn doch auf eine andere Weise und schon in Ägypten gestorben sein möchten. Hatten sie denn wohl unrechtIst der Hungertod nicht die schrecklichste Art zu sterben? Freilich sollen wir unserem eigenen Willen absagen und Gott schalten lassen. Aber das ist leichter gesagt als geübt. Man komme nur in Fällewo wir unseren lieben Isaacunseren lieben Eigenwillen schlachten und opfern sollenso werden wir gewahr werden, wie leicht oder schwer das istFing doch Jesus selbst andarüber Blut zu schwitzen. Wollten die Kinder Israel allenfalls wohl sterben, nur so nicht – so liegt’s uns ja auch sehr nahedass wir wenigstens **die** Art von Leiden nicht gerne übernehmen möchten, wenn wir gleich nicht ganz prätendierenvon allen Leiden befreit zu bleiben. Aber wäre es nur das nicht. Paulus möchte vielleicht auch lieber zehn andere Kreuze erduldet haben, als den Pfahl im FleischAber es ist die Wahl nicht uns überlassen. Ein Wundarzt weiß besser als sein Patientwo und wie tief er ihn schneiden sollUnd das Kreuz ist dennoch gutobgleich es wehe tut; das soll es auch und eben dadurch seinen Zweck erreichen. – Es braucht auch gerade nicht so etwas sonderliches zu seinwas wehe tun sollOft kann etwas wirklich Großesmit vieler Leichtigkeitund etwas Geringfügiges mit großem Beschwer getragen werdenje nachdem eine Seele es aufnimmt und unterstützt wirdHiob empfängt die entsetzlichsten Schläge mit bewundernswürdiger Gelassenheitnachher verlässt ihn diese auf eine ausnehmende Weiseworaus man ja schließen kanndass ihm noch etwas schmerzhafteres begegnet sein müsse, als jenes sichtbare war– Wir sind auch nicht immer im Standeeinzusehenwozu gerade dies und jenes dienen müsse und sollehaben dann aber auch eine desto schönere Gelegenheitmit Hiob zu sagen: ich will meine Hand auf meinen Mund legen, und nach Lämmer Art und dem Vorbilde Christi, zu verstummen und unseren Mund nicht aufzutun.
  
-Die Kinder Israel wünschten, wenn es ja nicht anders sei daß sie sterben müßtendaß sie denn doch auf eine andere Weise und schon in Egypten gestorben sein möchtenHatten sie denn wohl unrechtIst der Hungerstodt nicht die schrecklichste Art zu sterbenFreilich sollen wir unserm eigenen Willen absagen und Gott schalten lassen. Aber das ist leichter gesagt als geübtMan komme nur in Fällewo wir unsern lieben Isaacunsern lieben Eigenwillen schlachten und opfern sollenso werden wir gewahr werden, wie leicht oder schwer das ist. Fieng doch Jesus selbst andarüber Blut zu schwitzenWollten die Kinder Israel allenfalls wohl sterbennur so nicht – so liegt’s uns ja auch sehr nahedaß wir wenigstens **die** Art von Leiden nicht gerne übernehmen möchtenwenn wir gleich nicht ganz prätendiren, von allen Leiden befreit zu bleibenAber wäre es nur das nichtPaulus möchte vielleicht auch lieber zehn andere Kreuze erduldet habenals den Pfahl im Fleisch. Aber es ist die Wahl nicht uns überlassen. Ein Wundarzt weiß besser als sein Patientwo und wie tief er ihn schneiden sollUnd das Kreuz ist dennoch gutobgleich es wehe thut; das soll es auch und eben dadurch seinen Zweck erreichen– Es braucht auch gerade nicht so etwas sonderliches zu sein, was wehe thun sollOft kann etwas wirklich Großesmit vieler Leichtigkeit, und etwas Geringfügiges mit großem Beschwer getragen werden, je nachdem eine Seele es aufnimmt und unterstützt wird. Hiob empfängt die entsetzlichsten Schläge mit bewundernswürdiger Gelassenheit, nachher verläßt ihn diese auf eine ausnehmende Weiseworaus man ja schließen kann, daß ihm noch etwas schmerzhafteres begegnet sein müsseals jenes sichtbare war– Wir sind auch nicht immer im Standeeinzusehenwozu gerade dieß und jenes dienen müsse und sollehaben dann aber auch eine desto schönere Gelegenheit, mit Hiob zu sagen: ich will meine Hand auf meinen Mund legen, und nach Lämmer Art und dem Vorbilde Christizu verstummen und unsern Mund nicht aufzuthun.+Die Kinder Israel äußeren auch das ärgste Misstrauen gegen Mosen und seinen Bruder Aaron. Sie beschuldigen sie des bösesten Vorsatzesals ob sie sie nur in der Absicht hergeführt hätten, sie durch Hunger zu tötenKonnten sie etwas Unsinnigeres äußeren? Hatten **die** denn etwas zu essen, und würden sie nicht eben so gut haben umkommen müssen, wie alle ÜbrigeAber sagt nicht Jesus ausdrücklich, Unvernunft sei auch eins von den bösen Stücken, die aus dem menschlichen Herzen gehenDiesen Namen verdient aber auch jeder Gedanke und jede Äußerung, die dem Wort Gottes nicht gemäß ist. Und wie voll Unvernunft ist dann die Weltsind die meisten Büchersehr viele Predigten und unser Herz! Wir wollen das nicht ausführlich dartunwann würden wir fertig werden? Nur das wollen wir bemerken: 1) dass Christus allein die Wahrheit ist und alle Wahrheit aus ihm in uns übergehen muss2) dass sich in den meisten Einwendungen heilsbegieriger Seelensehr viel Unvernunft hervortutDieser geht krumm und gebücktweil er sein Sündenelend so lebhaft fühltund sagt doch zugleiches sei höchst nötig dies zu fühlen; jener seufzt und jammert, dass er so in der Dürre wandeln müsse, und sagt doch, Jesus müsse uns unentbehrlich werden usf.. – Das Misstrauenwas die Leute äußerenist sehr tadelnswert und unbilligEs war weder die erste noch die größte Notworin sie gesteckt hatten und woraus sie erlöst warenDasjenige, was sie am roten Meer erlebt hatten, war viel bedeutenderDa hatten sie Gott als einen solchen kennen gelerntan dem nicht zu Schanden werden, die auf ihn hoffenund der Wunder tut. Warum denn nicht auf ihn vertraut? Warum ihm denn nicht alles gelassentlich übergeben? Er hat ihnen versprochensie nach Kanaan zu führenEr wird das auch Wort halten. Wissen sie nicht, wo sie Speise hernehmen solltenso wussten sie auch nicht, wie sie durchs rote Meer kommen sollten – und kamen doch hindurch. Gottes Wissen ist ebenso unbegrenzt als seine Macht. Und es ist den Kindern Israel nicht zu viel zugemutetwenn man von ihnen verlangt, sie sollten dies beherzigen. Freuen hätten sie sich billig sollen über ihren Mangel, über ihre Ratlosigkeit, weil beides dem Herrn Gelegenheit gab, zu beweisendass sein Beides ist, Rat und Tat. Aber nichts von dem allen. Sie tun, als ob kein Gott wäre, oder als ob er nicht helfen könnte. – So ist die menschliche Natur voll Misstrauen. Wo die natürlichen Augen nicht mehr sehen, und die Hände nicht greifen, da tritt dasselbe hervor; das ist sehr jämmerlich und sträflich zugleich– 
  
-Die Kinder Israel äußern auch das ärgste Mißtrauen gegen Mosen und seinen Bruder Aaron. Sie beschuldigen sie des bösesten Vorsatzes, als ob sie sie nur in der Absicht hergeführt hätten, sie durch Hunger zu tödten. Konnten sie etwas Unsinnigeres äußern? Hatten **die** denn etwas zu essen, und würden sie nicht eben so gut haben umkommen müssen, wie alle UebrigeAber sagt nicht Jesus ausdrücklichUnvernunft sei auch eins von den bösen Stückendie aus dem menschlichen Herzen gehen? Diesen Namen verdient aber auch jeder Gedanke und jede Aeußerungdie dem Wort Gottes nicht gemäß istUnd wie voll Unvernunft ist dann die Weltsind die meisten Büchersehr viele Predigten und unser Herz! Wir wollen das nicht ausführlich darthun, wann würden wir fertig werden? Nur das wollen wir bemerken1) daß Christus allein die Wahrheit ist und alle Wahrheit aus ihm in uns übergehen muß2) daß sich in den meisten Einwendungen heilsbegieriger Seelensehr viel Unvernunft hervorthutDieser geht krumm und gebücktweil er sein Sündenelend so lebhaft fühlt, und sagt doch zugleich, es sei höchst nöthig dies zu fühlen; jener seufzt und jammertdaß er so in der Dürre wandeln müsseund sagt doch, Jesus müsse uns unentbehrlich werden u.s.f. – Das Mißtrauenwas die Leute äußernist sehr tadelnswerth und unbillig. Es war weder die erstenoch die größte Nothworin sie gesteckt hatten und woraus sie erlöset waren. Dasjenige, was sie am rothen Meer erlebt hatten, war viel bedeutender. Da hatten sie Gott als einen solchen kennen gelernt, an dem nicht zu Schanden werden, die auf ihn hoffen, und der Wunder thutWarum denn nicht auf ihn vertraut? Warum ihm denn nicht alles gelassentlich übergeben? Er hat ihnen versprochen, sie nach Canaan zu führen. Er wird das auch Wort halten. Wissen sie nicht, wo sie Speise hernehmen solltenso wußten sie auch nichtwie sie durchs rothe Meer kommen sollten – und kamen doch hindurch. Gottes Wissen ist eben so unbegränzt als seine MachtUnd es ist den Kindern Israel nicht zu viel zugemuthetwenn man von ihnen verlangt, sie sollten dies beherzigenFreuen hätten sie sich billig sollen über ihren Mangelüber ihre Rathlosigkeitweil beides dem Herrn Gelegenheit gabzu beweisendaß sein Beides ist, Rath und That. Aber nichts von dem allen. Sie thun als ob kein Gott wäre, oder als ob er nicht helfen könnte. – So ist die menschliche Natur voll Mißtrauen. Wo die natürlichen Augen nicht mehr sehen, und die Hände nicht greifen, da tritt dasselbe hervor; das ist sehr jämmerlich und sträflich zugleich. – +Aber machen wir’s denn von Natur besserDem natürlichen Menschen gilt Vertrauen auf Gottals eine Art von Aberglaubenwas er dadurch noch wohl rechtfertigen willdass er sagt: Gott tue keine Wunder mehr– David hatte schon so manche Errettung aus Sauls Händen erfahrenhatte die Verheißung, er solle König werden, und sprach doch in seinem Zagenich werde noch eines Tages in die Hände Sauls fallenAbraham geriet in Sorgen, er möchte getötet werden, da er doch den verheißenen Sohn noch erst haben sollte. Niemand drückt aber das natürliche Misstrauen des Menschen kräftiger aus als Hiobwenn er Cap9,16. sagt: wenn ich ihn schon anrufe und er mich erhört, so glaube ich doch nichtdass er meine Stimme hört, als wollte er sagen: wenn ich auch um etwas bitte und bekomme es, so glaube ich doch noch eherdass es zufällig gescheheund sich auch ohne mein Gebet so zugetragen haben würdeals dass ich darin eine göttliche Gebetserhörung erkennen sollteDies geht weit; aber so ist unsere NaturKein äußerliches Mittel ist auch im Standedies Misstrauen auszurottensonst würden die Juden ja, um der vielen unleugbaren Wunder willen, die Jesus tathaben glauben müssen. Aber dann muss unser Herz selbst geändert und erneuert werdendamit an diesem guten Baumauch die gute Frucht des Vertrauens wachseMan hat ja auch nicht selten gesehendass Seelenwelche die kräftigste Versicherung ihres Gnadenstandes gehabt haben, nachher aufs heftigste darüber sind angefochten worden, und ihnen alles wieder verdächtig gemacht wurde, was ihnen doch so nachdrücklich war versiegelt wordenIn deinem Lichte sehen wir das Lichtsagt DavidMag es am Tage noch so helle scheinenso kann doch die Nachteine solche Dunkelheit habenals wäre gar kein Licht da. Wer nun eine unwandelbare Sicherheit begehrtmuss sie in dem Gott Amen suchen; denn es ruht der Mut in Christi Blut, und nicht in unseren eigenen Ständen. – 
  
-Aber machen wir’s denn von Natur besser? Dem natürlichen Menschen gilt Vertrauen auf Gottals eine Art von Aberglauben, was er dadurch noch wohl rechtfertigen willdaß er sagt: Gott thue keine Wunder mehr– David hatte schon so manche Errettung aus Saul’s Händen erfahrenhatte die Verheissung, er solle König werden, und sprach doch in seinem Zagenich werde noch eines Tages in die Hände Saul’s fallenAbraham gerieth in Sorgener möchte getödtet werdenda er doch den verheißenen Sohn noch erst haben sollteNiemand drückt aber das natürliche Mißtrauen des Menschen kräftiger aus als Hiobwenn er Cap9,16. sagt: wenn ich ihn schon anrufe und er mich erhörtso glaube ich doch nicht, daß er meine Stimme höretals wollte er sagen: wenn ich auch um etwas bitte und bekomme es, so glaube ich doch noch eherdaß es zufällig geschehe, und sich auch ohne mein Gebet so zugetragen haben würdeals daß ich darin eine göttliche Gebetserhörung erkennen sollteDies geht weit; aber so ist unsere NaturKein äußerliches Mittel ist auch im Standedieß Mißtrauen auszurotten, sonst würden die Juden jaum der vielen unleugbaren Wunder willendie Jesus thathaben glauben müssenAber dann muß unser Herz selbst geändert und erneuert werdendamit an diesem guten Baum, auch die gute Frucht des Vertrauens wachseMan hat ja auch nicht selten gesehendaß Seelen, welche die kräftigste Versicherung ihres Gnadenstandes gehabt habennachher auf’s heftigste darüber sind angefochten worden, und ihnen alles wieder verdächtig gemacht wurde, was ihnen doch so nachdrücklich war versiegelt wordenIn deinem Lichte sehen wir das Lichtsagt DavidMag es am Tage noch so helle scheinenso kann doch die Nachteine solche Dunkelheit haben, als wäre gar kein Licht daWer nun eine unwandelbare Sicherheit begehrtmuß sie in dem Gott Amen suchen; denn es ruht der Muth in Christi Blutund nicht in unsern eigenen Ständen– +So benahm sich das Volkdas sich dadurch strafwürdig machte. Allein obschon Moses auf sie ihr sündliches Betragen aufmerksam machteso ließ der Herr es sie doch nicht entgeltenEr hatte sie in diese Not geführtum die Herrlichkeit seiner Macht im Helfen zu offenbaren. Denn Gott sagte, er wollte ihnen Brots die Fülle regnen lassen und ihnen Fleisch dazu geben. Letzteres bekamen sie auch am selbigen Abendda eine unsägliche Menge von Wachteln sich unter dem Heere niederließ, die sich schlachten und essen konnten. Brot fanden sie am anderen Morgen, welches von ihrer Fragemanhu, was ist das? den Namen Manna bekam. Man hat noch Manna, und trifft es insbesondere in jenen Gegenden an, wo damals die Kinder Israel reistenAllein dies Manna ist kein Nahrungsmittelsondern ein Arzneimittelwelches eine abführende Eigenschaft hat, sonstiger merkwürdigen Unterschiede jetzt nicht zu gedenkenDie Israeliten fanden das Manna des Morgens früh um das Lager hersobald der Tau weg warEs hatte sich gegen die Morgenzeit still und ohne Geräusch herabgesenkt, und bildete kleineperlenweiße Körnlein. Es fiel die sechs Wochentage vom Himmel, aber am Sabbat fiel es nicht. In den Werktagen hielt es sich nicht bis zum folgenden Tagewas aber am Freitag gesammelt wurdehielt sich auch den Sabbat über. Wollen wir dem Buch der Weisheit glauben, so schmeckte das Manna sowie jemand wünschte, dass es schmecken möchte. Gewiss ist’s nach der Schriftdass zwar der eine viel, der andre wenig sammelte, wenn mans aber maß, fand der nicht drüber, der viel gesammelt hatte und der nicht drunter, der wenig gesammelt hatte, sondern ein jeder hatte gesammelt, so viel er für sich essen mochte. Dieß zu erklären, müsste man entweder ein neues Wunder anerkennen, das jedem sein Maß gab, so dass dem Habsüchtigen seine Habsucht nicht nutztedem Unfleißigen sein Unfleiß nicht schadeteRichtiger ist’s aber ohne Zweifel, wenn wir annehmen, die ganze Masse des eingesammelten Mannas, sei zu gewissen Personen gebracht worden, die dann einem jeden ein Gomor zumaßen, so dass alle gleich viel bekommenSo fasst es auch Paulus 2. Kor. 8. aufworauf er die Bemerkung gründetdass des Einen Überflussdes Andern Mangel abhelfen solle. Für jedener mochte jung oder alt sein, ward ein Gomor gemessen, welches mehr war, als die meisten zu ihrem Unterhalt bedurftenEs war zwar nur die einzige Speisewelche die Kinder Israel hatten; aber sie war nicht nur für alle genugsamsondern auch für alle angemessen und gesundSie eignete sich so gut für kleine Kinder als für Erwachsene, sowohl für Kranke als Gesunde. – Aber auch in Absicht dieses Mannaversündigten sich verschiedene bald. Dies taten teils diejenigen, welche es auch am Sabbat suchtenjedoch freilich nicht fanden; teils taten’s diejenigen, welche sich was für den folgenden Tag aufbewahren wollten. Dazu konnte sie nichts bewegen als Habsucht, welche immer mehr haben, und sich an dem heutigen täglichen Brot nicht begnügen will, und Unglaube. Es schien klug, sich auch mit einigem Vorrat für die Zukunft zu versehen, weil man von der göttlichen Verheißung abgesehen, nicht wusste, was es morgen und übermorgen geben konnte, ob der seltsame und gar nicht natürliche Regen nicht ausbleiben würde. dann waren sie gedeckt. Beides entspringt aus der Abneigung, ein von dem Herrn abhängiges Leben zu führen, sondern für sich und von sich bestehen zu können, welches ja auch die Absicht der ersten Sünde war, woraus alle übrige entstanden istGott gewöhnt und befähigt sein Volk nach und nach zu einer ganz entgegengesetzten, das heißtzu einer von dem Herrn ganz abhängigen LebensweiseEr hätte es mit dem Manna wohl anders einrichten können, dass es sich für längere Zeit hielt. Er wollte es aber ausdrücklich so und nicht anders haben. Es sollte sich bloß am Sabbat aufbewahren lassen, und sonst an keinem anderen Tage. Ja das Mannawelches in einem goldenen Kruge ins Allerheiligste gesetzt wurde, hielt sich mehrere Jahrhunderte hindurch. Was konnte die göttliche Absichtbei dieser Einrichtung wohl anders sein, als sein Volk zu einem nackten Vertrauen auf ihn selbst, seine Macht, Güte und Treue anzuleiten? Jeden Abend waren sie alle ebenso arm, wie sie’s Tages vorher gewesen waren, und ebenso ratlosSie sahen sich dadurch genötigtauf Gott zu hoffen, und es auf ihn zu wagen. Verstanden sie dies, so waren sie überaus glücklich. Sie hatten keine sonderliche Mühe mit dem Sammeln, - und mit dem Aufbewahren und Fortschaffen gar keineder Sorge waren sie ganz entledigt, denn Gott sorgte auf die augenscheinlichste Weise für sie. Ihre fortwährende Armut konnte ihnen ein Vergnügen machen, weil der Herr dadurch Gelegenheit hatteseinen Reichtum an ihnen zu erweisen
  
-So benahm sich das Volk, das sich dadurch strafwürdig machte. Allein obschon Moses auf sie ihr sündliches Betragen aufmerksam machte, so ließ der Herr es sie doch nicht entgelten. Er hatte sie in diese Noth geführt, um die Herrlichkeit seiner Macht im Helfen zu offenbaren. Denn Gott sagte, er wollte ihnen Brodt’s die Fülle regnen lassen und ihnen Fleisch dazu geben. Letzteres bekamen sie auch am selbigen Abend, da eine unsägliche Menge von Wachteln sich unter dem Heere niederließdie sich schlachten und essen konnten. Brodt fanden sie am andern Morgen, welches von ihrer Frage: manhu, was ist das? den Namen Manna bekamMan hat noch Manna, und trifft es insbesondere in jenen Gegenden anwo damals die Kinder Israel reiseten. Allein dies Manna ist kein Nahrungsmittelsondern ein Arzneimittel, welches eine abführende Eigenschaft hat, sonstiger merkwürdigen Unterschiede jetzt nicht zu gedenken. Die Israeliten fanden das Manna des Morgens früh um das Lager her, sobald der Thau weg warEs hatte sich gegen die Morgenzeit still und ohne Geräusch herabgesenkt, und bildete kleineperlenweiße KörnleinEs fiel die sechs Wochentage vom Himmelaber am Sabath fiel es nichtIn den Werktagen hielt es sich nicht bis zum folgenden Tagewas aber am Freitag gesammelt wurde, hielt sich auch den Sabath über. Wollen wir dem Buch der Weisheit glaubenso schmeckte das Manna so, wie jemand wünschte, daß es schmecken möchte. Gewiß ist’s nach der Schriftdaß zwar der eine viel, der andre wenig sammelte, wenn man’s aber maß, fand der nicht drüber, der viel gesammelt hatte und der nicht drunter, der wenig gesammelt hatte, sondern ein jeder hatte gesammelt, so viel er für sich essen mochte. Dieß zu erklären, müßte man entweder ein neues Wunder anerkennen, das jedem sein Maß gab, so daß dem Habsüchtigen seine Habsucht nicht nutzte, dem Unfleißigen sein Unfleiß nicht schadete. Richtiger ist’s aber ohne Zweifel, wenn wir annehmen, die ganze Masse des eingesammelten Manna’ssei zu gewissen Personen gebracht worden, die dann einem jeden ein Gomor zumaßenso daß alle gleich viel bekommen. So faßt es auch Paulus 2. Kor. 8. auf, worauf er die Bemerkung gründet, daß des Einen Ueberfluß, des Andern Mangel abhelfen solleFür jedener mochte jung oder alt sein, ward ein Gomor gemessen, welches mehr war, als die meisten zu ihrem Unterhalt bedurften. Es war zwar nur die einzige Speise, welche die Kinder Israel hatten; aber sie war nicht nur für alle genugsam, sondern auch für alle angemessen und gesund. Sie eignete sich so gut für kleine Kinder als für Erwachseneso wohl für Kranke als Gesunde. – Aber auch in Absicht dieses Manna, versündigten sich verschiedene bald. Dies thaten theils diejenigen, welche es auch am Sabbath suchten, jedoch freilich nicht fanden; theils thaten’s diejenigenwelche sich was für den folgenden Tag aufbewahren wolltenDazu konnte sie nichts bewegen als Habsucht, welche immer mehr haben, und sich an dem heutigen täglichen Brodt nicht begnügen willund Unglaube. Es schien klug, sich auch mit einigem Vorrath für die Zukunft zu versehen, weil man von der göttlichen Verheißung abgesehennicht wußte, was es morgen und übermorgen geben konnte, ob der seltsame und gar nicht natürliche Regen nicht ausbleiben würdedann waren sie gedeckt. Beides entspringt aus der Abneigung, ein von dem Herrn abhängiges Leben zu führensondern für sich und von sich bestehen zu können, welches ja auch die Absicht der ersten Sünde war, woraus alle übrige entstanden ist. Gott gewöhnt und befähigt sein Volk nach und nach zu einer ganz entgegengesetzten, das heißtzu einer von dem Herrn ganz abhängigen Lebensweise. Er hätte es mit dem Manna wohl anders einrichten können, daß es sich für längere Zeit hielt. Er wollte es aber ausdrücklich so und nicht anders habenEs sollte sich blos am Sabbath aufbewahren lassen, und sonst an keinem andern Tage. Ja das Manna, welches in einem goldenen Kruge in’s Allerheiligste gesetzt wurdehielt sich mehrere Jahrhunderte hindurch. Was konnte die göttliche Absichtbei dieser Einrichtung wohl anders seinals sein Volk zu einem nackten Vertrauen auf ihn selbstseine MachtGüte und Treue anzuleiten? Jeden Abend waren sie alle eben so arm, wie sie’s Tages vorher gewesen waren, und eben so rathlos. Sie sahen sich dadurch genöthigtauf Gott zu hoffen, und es auf ihn zu wagen. Verstanden sie diesso waren sie überaus glücklich. Sie hatten keine sonderliche Mühe mit dem Sammeln- und mit dem Aufbewahren und Fortschaffen gar keine; der Sorge waren sie ganz entledigtdenn Gott sorgte auf die augenscheinlichste Weise für sie. Ihre fortwährende Armuth konnte ihnen ein Vergnügen machenweil der Herr dadurch Gelegenheit hatteseinen Reichthum an ihnen zu erweisen+Doch diese Seelengestalt forderte Gott nicht bloß von seinem Volke Israelsondern fordert sie nochSelig sind, die da geistlich arm sinddenn das Himmelreich ist ihrMit diesen Worten fängt Christus seine Bergpredigt an, und im Fortgange derselben sieht man deutlichdass er sie hervorbringen willEr tut die erstaunlichsten Forderungenals z.B.: wenn man auf den einen Backen geschlagen würdesolle man den anderen auch darbieten; wer zween Röcke habe, der gebe dem, der keinen hat; wenn jemand mit dir rechten will und deinen Rock nehmendem lass auch den Mantel; wenn man gebe, so soll man die Linke nicht wissen lassenwas die Rechte tue; wer jemanden nur ansehesein zu begehrender hat schon mit ihm die Ehe gebrochen in seinem Herzen – und sagt dann zuletzt: wer diese meine Rede hört und tut sie, den vergleiche ich einem klugen Manneder sein Haus auf einem Felsen bauteDa nun ein Platzregen fielund ein Gewässer kam und wehten die Winde und stießen an das Hausfiel es doch nicht, denn es war auf einem Felsen gegründetUnd wer diese meine Rede hört und tut sie nicht, der ist einem törichten Manne gleich, der sein Haus auf den Sand bauteDa nun ein Platzregen fiel, und kam ein Gewässer und wehten die Winde und stießen an das Hausda fiel es und tät einen großen Fall– Geht’s uns dabei nicht wie denjenigen, die ein geringesoder auch gar kein Vermögen besitzennun aber mit Schuldforderungendie sich in die Tausende belaufenüberfallen, und eben dadurch von ihrer Unzulänglichkeitaufs nachdrücklichste überzeugt werden? Das ist auch die nächste Absicht Jesu, bei seiner Predigt, und es ist wohl nicht ohne Absicht, dass gleich in dem auf die Bergpredigt folgenden Kapiteldie Geschichte mit dem Aussätzigen erzählt wirdder sich mit der Bitte an Jesum wandte: „Herrso du willst, kannst du mich wohl reinigen“ – als sollte uns dadurch der Weg gewiesen werden, welches durch die darauf folgende Geschichtevon der Heilung des Knechts des Hauptmannesnoch mehr bestätigt wird– 
  
-Doch diese Seelengestalt forderte Gott nicht blos von seinem Volke Israelsondern fordert sie nochSelig sind, die da geistlich arm sind, denn das Himmelreich ist ihr. Mit diesen Worten fängt Christus seine Bergpredigt an, und im Fortgange derselben sieht man deutlichdaß er sie hervorbringen willEr thut die erstaunlichsten Forderungen, als z.B.: wenn man auf den einen Backen geschlagen würdesolle man den andern auch darbieten; wer zween Röcke habe, der gebe demder keinen hat; wenn jemand mit dir rechten will und deinen Rock nehmendem laß auch den Mantel; wenn man gebeso soll man die Linke nicht wissen lassenwas die Rechte thue; wer jemanden nur ansehe, sein zu begehrender hat schon mit ihm die Ehe gebrochen in seinem Herzen – und sagt dann zuletzt: wer diese meine Rede hört und thut sie, den vergleiche ich einem klugen Manne, der sein Haus auf einem Felsen baueteDa nun ein Platzregen fiel, und ein Gewässer kam und weheten die Winde und stießen an das Haus, fiel es doch nicht, denn es war auf einem Felsen gegründet. Und wer diese meine Rede hört und thut sie nicht, der ist einem thörichten Manne gleich, der sein Haus auf den Sand bauete. Da nun ein Platzregen fiel, und kam ein Gewässer und weheten die Winde und stießen an das Haus, da fiel es und thät einen großen Fall. – Geht’s uns dabei nicht wie denjenigen, die ein geringes, oder auch gar kein Vermögen besitzen, nun aber mit Schuldforderungen, die sich in die Tausende belaufen, überfallen, und eben dadurch von ihrer Unzulänglichkeit, auf’s nachdrücklichste überzeugt werden? Das ist auch die nächste Absicht Jesu, bei seiner Predigt, und es ist wohl nicht ohne Absicht, daß gleich in dem auf die Bergpredigt folgenden Capitel, die Geschichte mit dem Aussätzigen erzählt wird, der sich mit der Bitte an Jesum wandte: „Herr, so du willst, kannst du mich wohl reinigen“ – als sollte uns dadurch der Weg gewiesen werden, welches durch die darauf folgende Geschichte, von der Heilung des Knechts des Hauptmannes, noch mehr bestätigt wird. – +Arm also muss man werdendamit man den unausforschlichen Reichtum Christi erfahre– Aber es geht doch auch im Fortgange nicht sowie mans sich wohl im Anfange dachteDenn was stellt man sichbesonders nach dem ersten Genuss der Friedensgaben anders vorals man werde nun immer stärker werdenund meint wohlwen Herrn Jesum künftig immer weniger zu brauchen, ihm immer weniger beschwerlich werden zu dürfenMan gedenkt aus einem schwachen Kindemit der Zeit zu einem starken Manne heranzuwachsen, und freut sich im Voraus darauf, was man noch alles ausrichten werde, wenn man nur erst ein wenig festern Fuß werde gefasst haben. – 
  
-Arm also muß man werden, damit man den unausforschlichen Reichthum Christi erfahre. – Aber es geht doch auch im Fortgange nicht so, wie man’s sich wohl im Anfange dachteDenn was stellt man sichbesonders nach dem ersten Genuß der Friedensgaben anders vorals man werde nun immer stärker werdenund meint wohl, wen Herrn Jesum künftig immer weniger zu brauchenihm immer weniger beschwerlich werden zu dürfenMan gedenkt aus einem schwachen Kindemit der Zeit zu einem starken Manne heranzuwachsen, und freut sich im voraus darauf, was man noch alles ausrichten werde, wenn man nur erst ein wenig festern Fuß werde gefaßt haben– +Man findet es aber nachgehend’s viel anders: dass es nicht vom Wandeln zum Laufen, vom Laufen zum Auffahren mit Flügeln, wie der Adler kommt, sondern sich ganz umgekehrt gestaltetArmärmeram ärmsten. Stets gleich armauf einen stets gleichreichen Jesum geschaut. Nicht auf etwas eigenessondern auf ihn gestütztJeden Morgen mit einem leeren Kruge hinaus vor das Lagerneues Manna zu sammeln.
  
-Man findet es aber nachgehend’s viel anders: daß es nicht vom Wandeln zum Laufenvom Laufen zum Auffahren mit Flügelnwie der Adler kommt, sondern sich ganz umgekehrt gestaltetArm, ärmer, am ärmstenStets gleich arm, auf einen stets gleichreichen Jesum geschaut. Nicht auf etwas eigenes, sondern auf ihn gestützt. Jeden Morgen mit einem leeren Kruge hinaus vor das Lager, neues Manna zu sammeln.+Um dieses Manna hat es auch noch eine geheimnisvollevorbildende Bedeutungwovon wir Joh6lesen
  
-Um dieses Manna hat es auch noch eine geheimnißvolle, vorbildende Bedeutung, wovon wir Joh. 6. lesen. – +{{tag>2_Mos_16 4_Mos_33}}