Binde, Fritz - Wie lernt man glauben?

Ich glaube, Herr, hilf meinem Unglauben!
Mark. 9,24

Alles will gelernt sein, auch das Glauben. Und wie alles Lernen auf Übung und Wiederholung beruht, so auch die Erlernung des Glaubens. Und wie eins leichter oder schwerer, früher oder später eine Sache erlernt, je nach Gabe und Gelegenheit, so geht es auch mit der Erlernung des Glaubens. Und wie alles Lernen stufenweise geübt werden muß, so auch das Glauben. Ich sehe da sieben Stufen, die zur herrlichen Höhe des Glaubens hinaufführen; von denen will ich reden. Da nun nichts auf Erden so seligen Lohn findet, wie die Erlernung des Glaubens, so bitte ich dich, teurer Hörer, gleich jetzt mit diesem Lernen zu beginnen, indem du fleißig acht gibst auf jede Stufe, die ich dir zeige. Glückselig bist du aber, wenn du dir nicht nur Stufe um Stufe zeigen läßt, sondern jede einzelne gleich willig betrittst, um noch während des Hörens den kostbaren Glauben zu empfangen; denn das ist sehr wohl möglich. Und daß es sich dabei nicht um die Erlernung und den Empfang irgendeines Allerwelts-Glaubens handelt, sondern allein der biblische Glaube in Betracht kommt, brauche ich dir wohl nicht erst groß zu sagen.

„Der Glaube“, sagt der Apostel Paulus (Röm. 10,17), „kommt aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Gottes.“ Also ist die erste Stufe zur Erlernung des Glaubens das Hören des Wortes Gottes.

Wer nie Gottes Wort hört, kann nie biblisch glauben lernen. „Wie sollen sie glauben, von dem sie nichts gehört haben? Wie sollen sie hören ohne Prediger?“ fragt Paulus (Röm. 10,14). Darum ist die Predigt des Wortes Gottes das Allernotwendigste, um den Menschen den Glauben zu vermitteln und sie im Glauben zu befestigen. Aber eben die Predigt des Wortes Gottes und nicht die Predigt der Menschenweisheit! Gepredigt wird ja allsonntäglich und auch noch in der Woche feste drauf los in der religiösen Welt, und zugehört wird von den religiösen Leuten reichlich bis zum Stumpfsinn der Gewohnheit; aber wo ist der lebendige Glaube? Wenn ihn der Redner selber nicht hat, wie kann ihn der Hörer empfangen? Wenn die Predigt nur Verkehrung und Verzerrung des Wortes Gottes durch Menschenweisheit ist, wie kann sie den kostbaren Glauben vermitteln?

Wenn in der Predigt die Torheit und das Ärgernis des Wortes vom Kreuz fehlt und man alles Mögliche weiß und von allem Möglichen redet, nur nicht von Christus, als dem nach der Schrift für uns Gekreuzigten und von Gott nach der Schrift von den Toten Auferweckten, wie soll da eine Seele durchs Hören der Predigt zum errettenden Glauben an Christus kommen? Oder wenn das Wort vom Kreuz wohl gepredigt wird, aber der Redner selber nie innerlich das Kreuz Christi in Buße und Bekehrung erlebt hat, sondern das Heil in Christus nur vorschrifts- und gewohnheitsmäßig verkündigt, wie soll aus solcher toten rechtgläubigen Predigt der lebendige, errettende, seligmachende Glaube erwachsen? O welch ein unausforschlicher Reichtum von Gotteskraft liegt in Gottes Wort! Welches Glaubensleben könnte er wirken, welches Heil verbreiten, wenn er im Glauben gehoben und zur Erweckung des Glaubens verteilt würde! Statt dessen wird die Gotteskraft des Gotteswortes „wissenschaftlich“ verwässert und zugleich vertrocknet, bis nichts anderes mehr übrig bleibt als die dürre, gedankenblasse Menschenweisheit oder die Strohblumen menschlicher Schönrednerei! Darum können die Hörer solcher Predigten wohl weiße Haare bekommen, aber biblisch glauben haben sie noch nicht gelernt. Willst du glauben lernen, dann gehe solchen Wüsteneien aus dem Wege!

Aber wo der Prediger die Wahrheit und Kraft des Wortes Gottes selber im Glauben erlebt hat, da kommt gerade noch wie zu Pauli Zeiten der Glaube aus der Predigt, weil die Predigt aus dem Geiste und der Kraft des Wortes Gottes kommt; da gelangen die Hörer des Wortes Gottes zum Glauben. Ich muß nur immer staunen, wie jung und frisch sich da die glaubenerzeugende Kraft des Gotteswortes erweist. Da ist das Wort Gottes noch ganz dasselbe zweischneidige Schwert des Geistes, das die Herzen durchbohrt, und der Hammer, der das adamitische Felsgestein des alten Menschenwesens zerschmeißt. Und staunen muß ich, wie die Leute gerade nach dieser Schwertschärfe und Hammergewalt des Gotteswortes, das aus dem eigenen Erlebnis des Predigers heraus wirksam wird, so sehnend verlangen. O, da laufen sie zu Tausenden, um zu hören, und können gar nicht genug hören und bedauern nichts so sehr wie das Aufhören der Glaubensrede. Und da wird auch gerade wie ehedem Bekehrung, Buße und Glauben bewirkt und Lebenserneuerung geschafft, in der man nachher als ein Glaubenszeuge ein Glaubenskämpfer zu werden vermag. O, wie still und aufmerksam lauschen da die Hörer!

Wie wuchtet da das alte, unverfälschte Gotteswort hinein in geöffnete Herzen! Wie erreicht es da die Gewissen und Willen! Wie packt es da den ganzen Menschen! Wie entblößt es ihn da des unflätigen Kleides seiner Selbstgerechtigkeit! Wie nimmt es ihm den letzten „guten Faden“, das letzte „gute Haar“! Wie raubt es ihm den letzten Rest der Selbstgefälligkeit, Selbstsicherheit und Selbstherrlichkeit! Wie bannt da das Wort vom Kreuz Christi! Wie zwingt es nieder zu den Füßen des Gottessohnes, der gekommen ist, die Sünder selig zu machen! Wie macht es willig zur Buße bis hinab in die Tiefen der grundstürzenden Selbstverwerfung! Wie nötigt es innerlich zum Sündenbekenntnis und zu Tränen und rechtschaffenen Früchten der Buße! Und dies alles durch das rechte Hören des lebendig erlebten, lebendig gepredigten Gotteswortes! Solches rechte Hören des recht gepredigten Gotteswortes führt aber bereits hinauf auf die zweite Stufe, die beschritten werden muß, wenn man glauben lernen will. Nämlich man muß das Gehörte auch wollen!

Viele hören Gottes Wort gerne, so wie man ja auch Jesus selber damals gerne sah und hörte (Mark. 12,37; Luk. 23,8); aber man will das Gehörte nicht. Man will nur das gehörte Wort als schöne Redeblüte bewundern und genießen, aber die Frucht des Wortes, nämlich der Wille zur Tat wird nie reif. Man will die Tat nicht. So speist man sich und andere damit ab, daß man sagt, das Gehörte habe einem „sehr gut gefallen.“ Mir graut vor solchen Schwätzern; denn sie beweisen mit solchen billigen Worten, daß sie das Wort Gottes entweder nicht verstanden haben oder seinen Inhalt nicht wollen. Wem Gottes Wort das Herz durchbohrt hat, der sagt nicht: „Es hat mir sehr gut gefallen.“ Andere wieder sagen: „Alles, was ich gehört habe, ist richtig und wahr!“ Sie anerkennen das Wort der Wahrheit, wollen aber nicht die Wahrheit des Wortes. Solche Leute glauben gerade genug gewollt und getan zu haben, wenn sie sich herabgelassen haben, die Wahrheit des Wortes zuzugeben; aber die Betätigung dieser Wahrheit wollen sie nicht. Ja, diese Sorte Hörer wird böse, wenn man von ihr mehr als die gedankliche Zustimmung verlangt. Es sind das die Leute, die einem gleich ins Gesicht schreien: „Ich muß doch selbst am besten wissen, was ich zu tun habe!“ Stets sind sie besorgt, von irgendeiner Seite her religiös vergewaltigt zu werden. „Das muß jedes in seinem Kämmerlein mit sich selbst abmachen“, entziehen sie sich. Sie machen aber nie etwas ab; denn sie wollen nichts abmachen, weder mit sich selbst noch mit ihrem Gott und Heiland. Es sind unfruchtbare Menschen, die immer hören und nie das Gehörte wirklich wollen, um es zu tun. Wie sollen sie glauben lernen?

Denn der Wille zum Glauben ist das Sprungbrett zum Glauben. Gott ist kein Polizeiwachtmeister, daß er die Menschen mit Faust, Säbel und Kette in sein Reich hineinstoßen und schleppen möchte. Es wäre Gott ein Leichtes, eine ganze Stadt, ja ein ganzes Land, ja die ganze Menschenwelt in einem Nu seinem Willen zu beugen und sie zu bekehren. Aber das tut Gott nicht. Er achtet seine Geschöpfe in der ihnen verliehenen bedingten Selbständigkeit. Er hat ihnen ein gewisses Maß von Freiheit geschenkt, in dem beläßt er sie. Er will sie nicht vergewaltigen, sondern erziehen. Eben dazu hat er ihnen sein Wort gegeben. Da will er ihnen sein Wesen, seinen Willen, seine Ziele offenbaren. Da will er sie erleuchten, erziehen, überreden, gewinnen. Er will die Menschen zur Einsicht bringen, daß sie nichts Besseres tun können, als ihre Weisheit seiner Weisheit unterzuordnen, ihren Willen seinem Willen zu beugen. Ach, mit wieviel Geduld wartet da Gott auf die Entschließungen des Menschen! Wie bemüht er sich um die Gewinnung deines Willens! Wäre Gott ein Gewaltherrscher, nie würde er solche Freiheit gewähren. Ein Gewaltherrscher kann auch nie solche Wahlfreiheit gewähren, eben weil er seiner Macht und Gewalt nie sicher ist. Nur der allmächtige Gott ist groß genug, dem Menschen Freiheit der Wahl zu lassen. Er kann's abwarten, wie du die bedingte Freiheit deines Wollens gebrauchen wirst, nämlich, ob du sie für oder gegen ihn gebrauchen wirst. Er kann es sogar vertragen, daß du durch Nichtwollen sein Gegner und Feind bleibst. Du tust das ganz auf deine eigene Rechnung und Gefahr. Das kann sogar so weit gehen, daß es scheint, du bist der Allmächtige und er ist der Ohnmächtige. Ja, es kann so weit kommen, daß er dich ganz und gar deinem eigenen Willen überläßt, zu tun deines Herzens Gelüste. Ja, er kann dich sogar so dahingeben, daß er aufhört, dich wegen deines Eigenwillens zu strafen. Aber höre, dies wäre die größte Strafe! Denn Schlimmeres könnte dir nicht geschehen, als von Gott nicht mehr gezüchtigt zu werden. Das wäre gleich deinem Aufgespartbleiben zum gerechten Endgericht, wo Gott abrechnen wird mit allen denen, die dauernd seinen gnädigen Liebeswillen verachteten. Weil wir nichts Göttlicheres haben, als Gott wollen zu können, deshalb erwartet Gott auch nichts so sehr von uns, als die Übereinstimmung unseres Wollens mit seinem Wollen aufgrund seines Wortes. Darum wächst unsere Verantwortung vor Gott in dem Maße, als wir sein Wort gehört und seinen Willen aus dem Worte erkannt haben.

Aber ach, wie zeigt sich der verderbte Wille des Menschen in den Künsten, mit denen er dem Wollen des Willens Gottes auszuweichen versucht! Wenn jemand nicht will, so sagt er allermeist: „Ich kann nicht.“ Das klingt dann so unschuldig. Und wie durchtrieben ist das menschliche Herz in der Erfindung von Gründen, die das: „Ich kann nicht“ rechtfertigen sollen! Innere und äußere, persönliche und familiäre, eigene und gesellschaftliche, wissenschaftliche und unwissenschaftliche, religiöse und unreligiöse Gründe hält man bereit und schleppt man heran, alles mit den einen wahren Grund zu verdecken, der da heißt: Ich will nicht!

Ja, nicht selten wagt man es sogar, Gott selber für das „Nichtkönnen“ verantwortlich zu machen. In meiner Sprechstunde bedauerte einst ein Fräulein, nicht glauben zu können. „Was halten Sie denn für den Grund ihres Nichtkönnens?“ forschte ich. Ach, da hatte sie so viele Gründe zu nennen, besonders betonte sie die „intellektuellen Schwierigkeiten“ (die äußerst beliebte moderne Redensart!), schließlich meinte sie, Gott habe sie wohl doch nicht zum Glauben bestimmt und tat, als ob ihr das sehr leid täte. Da enthüllte mir Gott ihr Wesen und Leben. „Sie können nicht glauben, weil sie in der Sünde weiter leben wollen“, mußte ich ihr antworten. „Nie und nimmer hat Sie Gott zum Unglauben bestimmt, aber Sie selber haben sich zum Ehebruch bestimmt! Sie wollen in Wirklichkeit gar nicht Gott und sein Wort, Sie wollen Eigenwillen und Sündenlust! Gestehen Sie es aufrichtig!“ Entsetzt bekannte sie da ihr Verhältnis mit einem verheirateten Manne. Ob sie es heute gelöst hat?

Wenn jemand andauernd trotz Hörens und Wissens des Wortes Gottes nicht zum Frieden gelangt, so darf man annehmen: Da ist ein Punkt in seinem Wesen und Leben, wo er das Gehörte nicht aufrichtig will. Da ist bewußter oder sehr oft auch unbewußter heimlicher Widerstand, ein nicht Preisgebenwollen, ein Nichtloslassenwollen. Da ist zäher Eigenwille, da ist irgendwelche Abgötterei, Furcht vor Verlust an Ehre und Gut; da ist oft sogar ganz gemeiner Sündendienst.

Mehr als je gilt bei der Erlernung des Glaubens die Wahrheit des Sprichwortes: „Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg.“ Denn der Weg, der da ist, ist Christus selber. Wer Jesus Christus wahrhaft aus seinem Wort gewinnen und an ihn gläubig werden will, dem gibt er sich allezeit selber als Weg und als Kraft zum Ziel. Prüfe dich, der du jetzt hier hörst! Willst du wirklich glauben lernen? Das ist die Frage. Ist dein Wollen nicht ehrlich, so kannst du wohl von der Erlernung des Glaubens hören, aber glauben lernen kannst du nicht.

Ist aber dein Wollen gerade und aufrichtig, dann läßt du dich jetzt willig führen zur dritten Stufe. Hören war das erste, Wollen das zweite, das dritte ist dann einfach Glauben. Zum biblischen Glauben aber gelangt der Mensch nur, wenn er zur biblischen Buße gelangt ist. Diese Buße aber ist das Ergebnis eines rechten Erkennens und ehrlichen Wollens. In ihr bereinigt sich Hören und Wollen. Ich wundere mich gar nicht, daß so wenige Menschen den biblischen Glauben haben; denn nur wenige Menschen haben die biblische Buße erlebt. Wie man das Wort Gottes gefälscht und seines Urwertes beraubt hat, so hat man auch die biblische Buße gefälscht und ihrer grundstürzenden Bedeutung entleert. Man hat sich eine billige, erträgliche und gangbare Buße zurecht gemacht, die gar keine Buße ist. Ein wenig Jasagen zu einigem Gotteswort, ein wenig Reue über Verschiedenes, was man nicht ganz recht getan hat, ein wenig Gemütsbewegung, dazu ein glücklich herausgepreßtes Tränlein, und die „Buße“ ist fertig und getan! Oder sogar noch billiger: Man hört eine vorgelesene Beicht- und Bußformel an und antwortet auf deren Schlußfrage, ob man seine Sünden bereue, mit einem einfachen Ja. Und die Buße ist fertig und getan! So macht man das Himmelreich billig; aber dementsprechend ist es auch danach! So verkrüppelt wie solche Buße ist, so lendenlahm ist der zu ihr gehörige Glaube und so arm der zu beiden gehörende Himmel. Nein, Buße ist ganz was anderes. Buße ist ein grundstürzendes Erlebnis. Was stürzt da denn? Da stürzt die menschliche Ichgröße. Da ist die Axt des Wortes Gottes gelegt an die Wurzel des menschlichen Denkens, Fühlens und Tuns. Dieser dreifaserige Wurzelstrang, aus dem jede Menschenhöhe aufschießt, wird da vernichtend getroffen. Zuerst das Denken. Buße tun, heißt das große Umdenken erleben, wo Gottes Gedanken, durch die Heilige Schrift offenbart, über deine Menschengedanken siegen und du ganz neu, nämlich biblisch-göttlich denken lernst. Das bedeutet für das Menschlein, das ja nichts Stolzeres hat als seine Gedanken, einen einzigartigen Zusammenbruch, eine entscheidende Niederlage, gegen die es sich wehrt, solange es irgend geht. Es ist der Sieg des Geistes Gottes über den Menschengeist, der Sieg der Weisheit Gottes über die Menschenweisheit. Der Mensch sieht die Unzulänglichkeit seines Denkens, Gott und sich selbst recht erkennen zu können, ein, und empfängt nun als ein vor Gottes Wort unweise, unmündig und einfältig Gewordener die Schätze der Weisheit und Erkenntnis Gottes im Angesichte Christi, der uns von Gott zur Weisheit gemacht ist laut der Heiligen Schrift (1. Kor. 1,30). Nunmehr verläßt er sich nicht mehr auf seinen Verstand, sondern auf den Herrn (Sprüche 3,5). Welch ein grundstürzendes Erlebnis!

Diesem Zusammensturz der selbstweisen Gedankenwelt des Menschen in biblischer Buße folgt der Zusammenbruch der menschlichen Gefühlswelt. Buße tun, heißt das große Umfühlen erleben. Denn so gern sich der Mensch auf seinen Verstand verläßt, so gern verläßt er sich auf sein Herz. Und genau so wie er von der Unzulänglichkeit seines Denkens fort und fort betrogen wird, genau so läßt er sich nasführen von seinen unzuverlässigen Gefühlen. Er bleibt ein Spielball des Betruges seines eigenen Herzen, ein Sklave seiner Stimmungen und Launen, nämlich hin- und hergeworfen vom tobenden und tosenden Wellengang seiner Gefühle, die ihn jetzt hinauftragen zu himmelhohem Jauchzen und ihn jetzt hinab stürzen lassen ins todtraurige Verzagen. Haltlos, friedlos in seinem Innern, taumelt der arme Mensch durchs Leben. Das Erleben der biblischen Buße macht dieser Irrsal ein Ende. Lernt der Mensch erst biblischgöttlich denken, so lernt er auch bald biblisch-göttlich fühlen. Das heißt, so wie der Mensch in rechter Buße seine eigene Weisheit vor Gottes Weisheit preisgibt und sich fortan allein auf diese verläßt, so gibt der Mensch vor dem erkannten Herzen Gottes, dessen erbarmende Liebe ihn überwältigt, fortan sein eigenes Herz mitsamt allem Trug der unzuverlässigen, schwankenden Gefühls- und Gemütswelt preis und verläßt sich nur noch auf Gottes Herz, nämlich auf das unveränderliche Erbarmen Gottes in der gekreuzigten Liebe von Golgatha. Ei, welchen Frieden des Herzens und welche Ruhe der Seele bringt das! Wer sich aber auf sein eigen Herz verläßt, ist und bleibt ein zappeliger Narr (Sprüche 28,26).

Ebenso verkracht in rechter biblischer Buße aber auch unsere Tatenwelt. Buße tun, heißt erkennen und erleben, was die eigenen Taten wert sind und angesichts ihrer Unzureichlichkeit ein Bankrotteur werden. Ei, wie lebt der Mensch in und von seinen Taten! Nach ihnen bewertet er sich selbst, und nach ihnen will er auch von den anderen bewertet sein. Das ist sein angeborener Pharisäismus, seine stolze Selbstgerechtigkeit. Dagegen hilft nur die biblische Buße. Hat man da erst biblisch-göttlich denken und fühlen gelernt, indem man Verstand und Herz vor Gott in Christus preisgegeben, so ist damit unmittelbar verbunden, daß man auch den Wert der eigenen Taten als gänzlich unzureichend vor Gottes Weisheit, Liebe, Gerechtigkeit und Heiligkeit einsieht und mit den eigenen Werken auch die Gerechtigkeit aus eigenen Werken, nämlich die eitle Selbstgerechtigkeit preisgibt. Dann ist man vor Gott tatsächlich nichts mehr als ein armer, verlorener Sünder, der an die Brust schlägt und in reifgewordener Selbsterkenntnis und Selbstbeschämung spricht: Ich bin nicht wert! Entblößt des Wertes aller eigenen Taten, hat man nun keinen anderen Reichtum mehr als den überschwenglich ausreichenden Reichtum der Tat Gottes, als erlösende Heilstat in Christus Jesus auf Golgatha. Aus der Gotteskraft dieser Gottestat beginnt man nun zu leben, noch besser, die Gotteskraft dieser Gottestat beginnt nun in uns zu leben, wird nun „Tatsache“ in und durch uns. Unser ferneres Leben ist dann Gottes Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die nicht eigentlich wir wirken, sondern die Gott zuvor geschaffen und die er uns mit Christus geschenkt hat, daß wir in ihnen wandeln sollen (Eph. 2,10). Nun lernen wir biblisch-göttlich handeln.

Siehe, das ist wahre biblische Buße und zugleich rechtschaffene Frucht der Buße, die allein zum biblischen Glauben führt! Willst du als ein Hörender und Wollender auch diese grundstürzende Buße? Ohne sie kannst du niemals glauben lernen! Wie wenige von denen, die sich „gläubig“ nennen, haben sie tatsächlich erlebt! Darum ist ihr Glaube auch ohne Zucht und Freiheit.

Wie die Buße, so der Glaube! Wie tief jene geht, so hoch geht dieser! Denn wie die Buße billig und weltförmig gemacht worden ist, so ist auch der Glaube spottbillig und weltförmig gemacht worden. Was nennt man heute nicht alles „Glauben“! Es gibt einen Allerweltsglauben, der billig ist wie Straßenstaub, das heißt, er kostet gar nichts. Es ist das angeborene Wähnen und Meinen der Menschen, ihr natürliches Sehnen und Hoffen. Da meint man, es komme gar nicht darauf an, was man glaube, sondern nur, daß man irgend etwas glaube; denn aller Glaube sei gleich wert und gleich unwert. Der Glaube sei eine Art Lebenstraum zur Lebensbeseligung, auf dessen Inhalt es gar nicht ankomme; wenn man sich nur dabei wohl fühle. Welch ein Wahn- und Irrglaube! Ja, schließlich meint man sogar, es komme überhaupt nicht auf den Glauben, sondern nur auf das Tun an; Gott werde uns nicht nach unserem Glauben fragen, sondern uns nach unseren Taten richten und lohnen.

Wie schön das klingt, nicht wahr! Und doch ist auch das nichts als Irrglaube. Denn „glauben“ und „tun“ lassen sich eben gar nicht voneinander trennen. Sage mir, was du glaubst, und ich sage dir, was du tust. Glaubst du, Gott sei so ein unpersönlicher Allerwelts-Nebel-Gott, so sage ich dir, du wirst am liebsten dein persönlicher Herrgott sein wollen. Glaubst du, Gott sei nichts als der „liebe Gott“, der immerzu nur gnädig zu verzeihen hat und es mit der Sünde gar nicht so genau nimmt, so sage ich dir, du nimmst es mit der Sünde nicht genau. Glaubst du zum Beispiel, Ehebruch sei keine Sünde, so sage ich dir, du wirst bei der nächsten Gelegenheit die Ehe brechen. Glaubst du, die Notlüge sei gestattet, so wirst du notlügen. Glaubst du, stehlen sei keine besondere Sünde, so wirst du stehlen usw. Siehe, was einer glaubt, das tut er! Glaube und Tat verhalten sich zueinander wie Quell und Bach. Wie kannst du so töricht glauben, es komme nicht darauf an, was man glaube, sondern was man tue? O, der Glaube und das Tun gehören untrennbar zusammen! Darum wehe dir wenn du nun sagst, du habest einen bestimmten wertvollen Glauben; aber du hast nicht das dazu gehörige bestimmte, wertvolle Tun! Ich sage dir: Hast du nicht das Tun, so hast du auch nicht den Glauben; du hast nur den Scheinglauben, der gar nicht der Glaube ist. Denn der Glaube ohne Werke ist tot: Sollte ein toter Glaube der rechte sein?

Höre! –: Der biblische Glaube hat mit dem billigen Allerweltsglauben gar nichts zu tun. Der Allerweltsglaube ist Trug des Menschenherzens, der biblische Glaube ist Gottes Gnadengabe vom Himmel her. Das Kennzeichen des Allerweltsglaubens ist: man glaubt, was einem sinnlich „glaubhaft“ scheint; Man traut seinen Gedanken, Sinnen und Gefühlen. Das ist der allgemeine Straßenglaube. Wenn ich einen Menschen auf der Gasse frage: „Glauben Sie, daß ich in meiner (geschlossenen) Hand eine Uhr habe?“ so sieht der mich erst verdutzt an, glaubt, ich wolle ihn foppen, und antwortet schließlich, wenn er auf den „Spaß“ eingeht: „Na, hören Sie, das kann mich jeder fragen! Aber das erledigt sich ja sehr einfach: Lassen Sie mich mal ein wenig fühlen, so will ich's glauben!“

Und wenn ich nun die Hand ein wenig öffne, so daß er mit seinem Finger etwas fühlen kann, was sich einer Uhr ähnlich anfühlt, so sagt er: „Es scheint mir beinahe glaubhaft! Lassen Sie mich doch auch ein wenig sehen, so wird sich's ja zeigen!“ Und wenn sein Auge dann auch etwas sieht, was sich einer Uhr ähnlich ansieht, so ruft er freudig aus: „Wahrlich, es wird mir immer glaubhafter! Nun machen Sie doch einfach die Hand auf, dann ist's ja erledigt!“ Ich öffne die Hand, in der groß die Uhr liegt, und er triumphiert: „Sehen Sie, jetzt glaub ich's!“ Das ist der Allerweltsglaube, der immer vom sinnenfälligen Beweis abhängig ist, woran man seine irdische Herkunft erkennt. Seine Logik ist die der natürlichen Ursächlichkeit.

Dazu gehört auch der billige Autoritätsglaube, nämlich der bloße Gewohnheitsglaube. Das ist der nach väterlicher Weise ererbte Glaube. Wäre dein Vater ein Jude, so hättest du eben den jüdischen Glauben. Wärest du ein Türkensohn, nun, so glaubtest du dem Koran. Nun entstammst du der Namenschristenheit, so redest du vom christlichen Glauben und weißt allerlei aus der Bibel, das du, wie du sagst, „glaubst“. Aber biblisch glauben lernen, heißt unendlich mehr als den Katechismus auswendig lernen! Biblisch glauben lernen, heißt auch unendlich mehr als „Glaubensartikel“ und „Glaubensbekenntnisse“ glauben! Der Katechismus gleicht nur der Landkarte, das Glaubensbekenntnis nur der Speisekarte. Niemand ist schon in Rom, wenn er laut der Karte und des Fahrplans den Weg nach Rom und infolge des Stadtplans in Rom Bescheid weiß! Niemand hat schon den Braten, wenn er die Speisekarte in Händen hält und die Speisefolge kennt! Land- und Speisekarte, Fahr- und Stadtplan sind wertvolle Hilfsmittel, deren Besitz nicht zu verachten ist; aber die Sache selbst ist mehr. Ja, der Glaube ist überhaupt mehr als eine „Sache“, die sich anerziehen, vererben oder erstudieren läßt.

Nun, was ist denn der biblische Glaube? Der biblische Glaube ist eine kostbare, von Gott geschenkte Fähigkeit, mit Gott in Gemeinschaft zu treten, aufgrund des Bibelwortes, in dem Gott zu uns redet. Noch deutlicher: Der biblische Glaube ist die gottgeschenkte ur-einzige Fähigkeit, das Unsichtbare zu sehen, das Unhörbare zu hören, das Unbegreifliche zu begreifen, und zwar so, wie es Gott über alle sinnliche Wahrnehmung und menschliche Gewohnheit hinaus in der Bibel offenbart. Oder noch anders: Der biblische Glaube ist die gottgewollte Fähigkeit, Gott bei seinem Wort zu nehmen, und zwar ihn am allerhabhaftesten in seinem fleischgewordenen Worte Jesus Christus zu empfangen. Damit ist der eigentliche christliche Glaube, die in Christus gottgeschenkte Fähigkeit, Jesus beim Wort zu nehmen, Ihn wie sein Wort und sein Wort wie ihn aufnehmen zu können.

Nicht wahr, da siehst du gleich deutlich, daß dieser biblischchristliche Glaube unmöglich empfangen werden kann ohne die vorausgehende biblisch-christliche Buße, nämlich ohne die große Sinnesänderung, ohne das große Umdenken, Umfühlen, ohne den grundstürzenden Bankrott unserer Gedanken-, Gefühls- und Tatenwelt. Denn nur weit über unsere unzulänglichen Gedanken hinaus vermögen wir Gottes Gedanken in seinem Worte zu verstehen. Denn nur weit über unsere unzuverlässigen Gefühle hinaus vermögen wir Gottes herzliches Erbarmen im Opfer Christi nach der Schrift zu fassen.

Denn nur weit über unsere unzureichenden Taten und Werke hinaus vermögen wir Gottes Weisheits-, Liebes- und Gerechtigkeitstat und Gottes allgenugsames Erlösungswerk in der Hingabe Jesu Christi für uns nach der Schrift zu begreifen und tatsächlich zu ergreifen. Somit lernt ein Mensch nur biblisch glauben im Gegensatz zu seinen eigenen Gedanken, Gefühlen und Taten. Das will sagen: Nur im Widerspruch mit unserem eigenen Ich gelangen wir zum Einklang mit Gott, Gottes Sohn und Gottes Wort. Und das wiederum will heißen: Nur indem wir aufhören uns zu glauben, lernen wir biblisch glauben! Nur indem wir uns verneinen, vermögen wir biblisch Gott und seinen Christus zu bejahen. Nur indem wir uns selbst in wahrer Buße preisgeben, kann Gott uns die Fähigkeit biblisch glauben zu können, geben. Anders nie! Nur in der Armut unseres Geistes wird uns der Reichtum Christi.

Glückselig, wer sich töricht, elend und arm genug in rechter Sinnesänderung machen läßt, um dann das kostbare Gnadengeschenk, den biblischen Glauben zu empfangen! Nun erst wird man reich an Weisheit! Denn welch ein Tausch und Gewinn ist das doch: Gottes Weisheit an Stelle unserer Weisheit gewinnen, göttlich denken lernen! Menschen- und Menschheitsgedanken gegen Gottesgedanken preisgeben! Christus, der uns von Gott zur Weisheit gemacht ist (1. Kor. 1,30), als Weisheit zu empfangen! Nun erst wird man reich an Liebe und Frieden! Denn welch ein Tausch und Gewinn ist das doch: Gottes Liebe und Erbarmung in Christus (Römer 5,5) an Stelle unserer windigen Gefühle und unbeständigen Herzensräusche durch den Glauben in unser Inneres aufnehmen! Stimmungen und Launen gegen den Frieden Gottes, der vom Kreuz von Golgatha durch den Glauben uns zufließt, preisgeben!

Und nun erst wird man reich an Freiheit und fruchtbarer Tat! Denn nichts beschränkt und lähmt uns so wie die angeborene Gebundenheit an uns selbst, an unser begrenztes Ich. Wir selbst sind uns die schwerste Last, das größte Hindernis. Und nichts vermag uns über uns selbst hinauszubringen, weder unser Wissen noch unser Fühlen, noch unser Tun. Alles bleibt unzulänglich wie wir selbst unzulänglich bleiben. Da leitet Gott unseren Gang und Weg in den endlichen Bankrott, nämlich in die biblische Buße hinein, wo alles zusammenkracht, was uns trug und was wir trugen. Gedanken-, Gefühls- und Tatenwelt wird entleert. Wir verlieren Selbstweisheit, Selbstzufriedenheit und Selbstgerechtigkeit. Ja, wir verlieren Willen und Werk. Und damit Freiheit und Tat. Wir werden Gefangene Christi als bankrotte Menschen, als verlorene Sünder.

Aber wunderbar! –: Dies allein ist der Weg zur Freiheit und Fruchtbarkeit! Denn dies allein ist der Weg aus uns selbst heraus und über uns selbst hinaus. Ja, nur der biblische Glaube macht frei und stark! Denn er hebt uns über die Sünden- und Sinnenwelt, und damit über unser menschlich-persönlich beschränktes Denken, Fühlen und Tun hinaus. Welch eine Befreiung! Wir werden uns selbst los und gewinnen Gott in Christus! Das allein ist Freiheit! Der Geist, der uns dann leitet, ist Christi Geist als Heiliger Geist. Das Gefühl, das uns dann dringt, ist Christi Liebe als in ihm erschienene Gottesliebe. Die Kraft, die uns dann trägt und bewegt, ist Christi Kraft und Macht seiner Stärke (Eph. 6,10) als Gotteskraft von Christi Kreuz und Grab. Welch eine Macht und Stärke! Nun erst sind wir reif geworden zur fruchtbaren Lebenstat; denn nun wirkt Gott in Christus in und durch uns, und unsere Werke sind in Gott getan, sind also Frucht, die da bleibt.

Und dies alles allein durch den biblischen Glauben, der „eine gewisse Zuversicht ist, des das man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht“ (Hebr. 11,2). O selige Erlösung, in die freie, reiche Welt des Unsichtbaren, ins Reich Christi, des Sohnes Gottes, versetzt zu sein durch den Glauben! Nun erst wird man glückselig! Denn nun erst haben wir die Übereinstimmung mit unserer göttlichen Bestimmung, nämlich unsere Vereinigung mit dem Christus Gottes im Glaubensgehorsam erreicht. Ein beschränktes, beflecktes Leben gaben wir hin und ein freigewordenes, in Christi Blut gereinigtes, gottesstarkes, neues, ewiges Leben gewannen wir dafür. Unser gefallenes adamitisches Ich gaben wir in der Buße preis, und unser erlöstes, wahres, ewiges Ich fanden wir in Christus durch den Glauben wieder. Fortan wurzelt Christus durch den Glauben in mir, und ich wurzele durch den Glauben in ihm. Alles durch und für Christus –: Siehe, das allein ist Glückseligkeit!

Wer den Zusammenbruch seines alten Ichs in der Buße fürchtet, wird diese Glückseligkeit eines neuen Lebens im Glauben nie erleben. Wer sein eigenes Leben nie hassen und lassen lernt, wird nie glauben lernen noch Jesus nachfolgen können (Luk. 14,26-35). Willst du den Preis zahlen? Ja, willst du um den Preis deines alten Lebens glauben lernen? Wenn ja, dann steigst du jetzt mit mir zur vierten Stufe empor. Hören, wollen, glauben – was folgt nun?

Bitten!

Du kannst dir den biblischen Glauben nicht selber geben, du mußt ihn erbitten. Christus ist der Anfänger und Vollender des Glaubens. Willst du wahrhaft glauben lernen, so wird dein ehrliches Suchen ganz gewiß zum bittenden Beten. Du nahst dich Christus, den du in glaubenswilliger Buße als deinen Lebensurheber, Lebenserretter und Lebensstrom nach der Schrift erkannt hast, und bittest ihn, nachdem du dein bisheriges Leben vor seinem Kreuze preisgegeben hast, um das neue Glaubensleben. Das ist der erste praktische Glaubensschritt. Wer so zu beten beginnt, bezeugt damit die unsichtbare Wirklichkeit des Erlösers und der Erlösung. Glauben heißt ja ureigentlich: mit Christus Jesus, in dem uns Gott begegnet und alles gibt, rechnen. Glauben ist ein unmodernes Wort, rechnen ein hochmodernes. Nun wohl, so lerne: biblisch glauben, heißt mit biblischen Werten rechnen lernen.

Der Generalnenner der Offenbarung Gottes in der Heiligen Schrift ist Jesus. Der erste Versuch, die biblische Glaubensrechnung zu üben, ist deshalb das Gebet zu Jesus, und weiterhin das Gebet in Jesu Namen zu Gott, den du um Jesu willen „Vater“ nennen darfst. Da bleibt mir als Beispiel eines ersten glaubenswilligen Gebets zu Jesus immer merkwürdig der Herzensschrei jenes Vaters, der nicht nur für sich, sondern auch für die Heilung seines Sohnes glauben lernen sollte (Mark. 9,24). „Ich glaube, lieber Herr, hilf meinem Unglauben!“ schrie er. In diesem Schrei lebte beides, der Glaube und der Zweifel, die erste Christuserkenntnis und das letzte Vernunftbedenken. Welche Gegensätze stießen sich da in dieser Menschenbrust! Das Göttliche rang gegen das Menschliche: „Wenn du könntest glauben! Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt!“ forderte und verhieß Jesus. Und das Menschliche rang gegen das Göttliche: Der Unglaube krümmte sich wie ein sterbender Riese. Da bat der Vater Jesus um die Tötung dieses Riesen. Wunderbar! –: Der glaubenswillige und doch noch ungläubige Mann glaubte, daß Jesus seinem Unglauben helfen könnte und helfen würde! Der ringende Vater erwartete von Jesus das Ende seines Unglaubens und den Anfang vollen Glaubens. Wie herrlich drückte er damit sein bußinniges Mißtrauen gegen sich selbst und den Beginn seines vertrauensvollen Rechnens mit Jesus aus!

Mach es gerade so!

Erwarte nichts mehr von dir, aber alles von Jesus! Das eben heißt ja glauben. Traue in nichts mehr dir, aber in allem Jesus! Das ist der kürzeste Weg zur Erlangung eines gefestigten Glaubens. Je gründlicher deine Buße dich zur Selbstverwerfung geführt hat, desto leichter wird dir jetzt das Glaubensgebet und die erbetene Glaubenstätigkeit gelingen. Damit beginnt der eigentliche Kampf des Glaubens, in den du mit dem ersten ernstlichen Glaubensgebet hineingeführt wirst. Kampf gibt es nur, wo es Gegensätze gibt. Die Gegensätze heißen hier: Göttliches und Menschliches oder Christus und dein altes Ich. Da ist der Kampf des Glaubens zunächst das Ringen um die ausschlaggebende Entscheidung. Entweder – oder! Wer soll recht haben: Göttliches oder Menschliches? Christus oder du? Du trittst ab von dir und trittst hin auf Jesu Seite. Du gibst nicht mehr dir recht, sondern ihm, und zwar in dem, was er redet durch sein Wort. Christus und sein Wort wird fortan der Standpunkt, den du einnimmst und immer wieder neu einnimmst. So ist der Kampf des Glaubens nichts anderes als die Bewahrung und Bewährung des Glaubens wider alle Gegensätze und unter allen Umständen, nämlich die unausgesetzte Ichverneinung und Jesusbejahung. Du bleibst im Protest gegen dich selbst: Nicht mehr ich lebe, Christus lebt in mir! Nicht mehr mein Leben ist mein Leben, sondern Christus ist mein Leben! Das ist Glaubensstellung. Das allein ist Glaubensbetätigung. Das allein ist Glaubenskampf. Denn alles ist solchem Glauben feind. Und solcher Glaube ist allem feind. Gegen solchen Glauben lehnt sich deine Gedankenwelt auf, also mußt du dich gegen sie auflehnen und jeden Gedanken, der sich wider die Erkenntnis Christi erhebt, gefangen nehmen unter den Gehorsam Christi (2. Kor. 10,5). Gegen solchen Glauben entrüstet sich auch deine Gefühlswelt. Also muß Jesus durch sein Wort Herr deiner Gemütsbewegungen werden und dein Herz durch Gnade festigen. Das heißt, du verläßt dich nie mehr auf deine Gefühle, sondern auf Jesus und sein ewiges Wort. Wer die Gewißheit seiner Sündenvergebung und Annahme bei Jesus und dem Vater noch von Gefühlen abhängig macht, ist noch nicht wahrhaft gläubig geworden, steht noch nicht in der Ichverneinung, sondern bejaht törichterweise noch sich selbst; denn wer sich auf seine Gefühle verläßt, verläßt sich auf sich selbst. Wie könnte der den Kampf des Glaubens kämpfen! Das gilt besonders der Seele des Weibes, die immer von Gefühlen leben will, anstatt von der geistlichen Bejahung Jesu und seines Wortes in grundsätzlicher Glaubensbetätigung.

Gegen solche Glaubensbetätigung empört sich auch deine Tatenwelt. Dein alter Eigenwille will Ichbejahung statt Jesusbejahung, will Selbstentfaltung statt Selbstverneinung, will Eigenwirken statt Jesu Wirken. Also mußt du sekündlich gegen deinen Eigenwillen stehen und nichts als Gottes Willen in Christus wollen. Siehe, das alles heißt den guten Kampf des Glaubens kämpfen! Nicht wahr, da siehst du ein, daß dir dieser gute Kampf nur in der innigsten Abhängigkeit von Jesus gelingen kann, nämlich daß du ihn nur bittend und betend kämpfen kannst. So wird und bleibt ein Glaubender ein Bittender und Betender, der nichts Gutes in sich selber, das ist in seinem alten fleischlichen Ich hat, aber alle geistlichen Güter, die er zum guten Kampf des Glaubens braucht, von Jesus erbittet und erwartet.

Das führt uns auf die fünfte Stufe. Hören, wollen, glauben, bitten, das nächste ist Annehmen, Empfangen. Viele hören und wollen das Gehörte nicht. Viele wollen glauben und bitten nicht. Und wie viele bitten wohl, aber sie nehmen nicht! Ihr Glaube hat wohl schon Ohr, Fuß und Mund, aber noch keine Hand. Wer aber wahrhaft glauben lernt, lernt auch nehmen, besser noch: empfangen. „Denn es kann sich niemand etwas nehmen, es werde ihm denn gegeben.“ Wer aber bittet, dem wird gegeben. Gerade im nehmenden Empfangen zeigt es sich, wie weit man glauben gelernt hat, nämlich ob man noch mit den eigenen Gedanken, Gefühlen und Taten rechnet oder ob man allein mit Jesus und dem Worte Gottes rechnet. Da muß gelernt werden:

Vergiß, o Sünder, dich
Mit allen deinen Sünden;
Schau Jesus an, sonst nichts,
So wirst du Gnade finden.

Wie viele wagen nie, Vergebung ihrer Sünden zu empfangen, weil sie anstatt Jesus und das Gotteswort stets ihre bohrenden Zweifelsgedanken ihre unruhigen Gefühle und unvollkommenen Taten anschauen. Sie sind noch nicht tief genug in die Buße, d. h., in die Selbstverwerfung hineingekommen. Sie haben es immer noch mit sich selbst zu tun, glauben immer noch an sich, rechnen immer noch mit sich, anstatt allein mit Jesus und dem Gotteswort. Auch rechnen sie immer noch mit dem Sicht- und Hörbaren, mit dem Sinnenfälligen, erwarten Zeichen, Wunder, Erscheinungen, Träume, anstatt Jesus einfach im Glauben beim Wort zu nehmen und damit den Inhalt seines Wortes zu empfangen. Ebenso macht man es mit dem Empfang der sogenannten „Heilsgewißheit“. Auch da kommen so viele nicht über sich selbst hinaus, wagen nie die Gewißheit ihrer Versöhnung mit Gott und die Gotteskindschaft zu nehmen, sondern erliegen ihren Zweifeln, Gefühlen und dem Bewußtsein ihrer Unzulänglichkeit im Tun.

Sie haben noch nicht erkannt, daß wir niemals durch uns selbst uns mit Gott versöhnen und Gotteskinder werden können, sondern nur durch die weisheits- und erbarmungsreiche Gnade Gottes in Christus Jesus, nämlich durch die Erlösungstat Gottes auf Golgatha, die wir in biblischer Buße und biblischem Glauben uns tatsächlich aneignen dürfen. Wer ist da ein Kind Gottes? Antwort: Wer nicht mehr ohne Gott in Christus Jesus zu leben vermag! Kannst du es im Glauben bezeugen, daß du lieber ohne alles leben möchtest und könntest, nur nicht ohne Jesus, so ist Jesus dennoch dein Leben geworden, wie mangelhaft dies auch noch sein mag, und du hast Leben aus Gott.

Dies leitet hinauf zur sechsten Stufe, nämlich zum Haben.

Der biblische Glaube trägt dem Glaubenden ein die biblische Habe. Die biblische Glaubensseligkeit ist das allergewisseste Besitztum. Wer Gott beim Wort nimmt, hat damit unmittelbar den Inhalt des Gotteswortes. Nie trennt die Heilige Schrift glauben und haben. Mit einer Promptheit sondergleichen wird dem biblisch Glaubenden der biblische Besitz nicht nur etwa zugesichert, nein, der Glaubende wird sofort als der Besitzende, als der Habende bezeichnet. „Wer da glaubt, hat!“ stellt Jesus fest. Und alle Apostel bezeugen für sich und die Gläubigen: „Wir haben, wir sind!“ Selbst die zukünftigen geistlichen Güter, die als Erbe, das aufbewahrt wird im Himmel, bezeichnet werden, rechnen sofort als Habe. Darum wird aller biblische Glaube zum biblischen Wissen. So gewiß die Apostel sagen: „Wir haben, wir sind!“, so gewiß sagen sie: „Wir wissen!“ Die Weltkinder sagen gerne vom Glauben der Gotteskinder, wo das sichere Wissen der irdischen Wissenschaft aufhöre, da fange die Träumerei des biblischen Glaubens an. Aber es ist gerade umgekehrt. Nämlich, wo die Vermutungen des menschlichen Wissens sich als völlig unsicher erweisen, da rettet allein die Sicherheit des biblischen Glaubens, der uns befähigt, Gottes Weisheit und Gotteshabe gegen Menschenweisheit und Menschenhabe einzutauschen. So enthält der biblische Glaube das allerhabhafteste Wissen im allergewissesten Haben. Und die biblische Habe ist auch der einzige Besitz, der ohne Selbstsucht erlangt und besessen wird; denn dieser Besitz wird tatsächlich nur denen zuteil, die durch die Hingabe ihres Selbstlebens in biblischer Buße zum Glauben gelangt sind. Kein Habsüchtiger hat die biblische Habe! Kein Geiziger wird das Himmelreich erben! Nur die Armen sind da die Habenden, „als nichts habend, und doch alles besitzend“ (2. Kor. 6,10). Nur die „Habenichtse“ haben das alles!

Wenn aber einer sagt, er glaube, und hat nichts, der glaubt nicht. Einst stand einer vor mir und redete von seinen religiösen Gefühlen und Hoffnungen. Da unterbrach ich ihn endlich mit den Worten: „Lieber Mann, lassen Sie den blauen Dunst! Ich frage Sie einfach: Haben Sie Vergebung Ihrer Sünden im Blute Christi? Haben Sie als ein Kind Gottes Versöhnung und Frieden mit Gott?“ Er wand sich hin und her und meinte schließlich, er hoffe. Darauf fragte ich ihn: „Haben Sie eine Frau?“ denn ich hatte den Ehering an seiner Rechten gesehen. „Ja!“ antwortete er sofort. „Aber warum sagen Sie denn nicht hier: Ich hoffe!?“ fragte ich. „Nun, wenn man eine Frau hat, das weiß man doch!“ triumphierte er, „man hat sie doch!“ „Ebenso gewiß weiß man auch, daß man Sündenvergebung und Versöhnung und Frieden mit Gott hat, wenn man das wirklich hat“, mußte ich ihn belehren. „Aber sehen Sie, Sie haben das eben alles nicht; denn Sie haben den Glauben nicht, durch den allein man das alles hat!“ –

Mein teurer Hörer, hast du oder hast du nicht? Alle Ausrede ist eben ungläubige Flunkerei, womit du dich selbst betrügst. Es bleibt dabei: Wer glaubt, hat! Wer nicht hat, glaubt nicht! Der biblische Glaube hat als einzigen Ausweis die biblische Habe. Wer da etwa von Glauben an Christus redet und hat Christi Geist nicht, der ist ein bewußter Heuchler oder ein unbewußt von seiner hohlen Meinung Betrogener. Denn „wer Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein“ (Röm. 8,9). Die religiös fromme Welt ist voll solcher Betrüger und Betrogenen. Sie haben eine äußere Form der Gottseligkeit, aber ihre Kraft verleugnen sie. Sie können nicht haben, weil sie nicht wirklich glauben. Und sie können nicht glauben, weil sie nie in der grundstürzenden biblischen Buße in Selbsterkenntnis, Selbstbeschämung und Selbstverwerfung ihr Selbstleben preisgegeben haben.

Gehörst du noch zu diesen, dann tue jetzt Buße! Gehörst du noch zu diesen, dann erbitte und empfange jetzt den Glauben!

Was glauben, bitten, empfangen und haben heißt, wollte ein tüchtiger Erzieher seinen Schülern klarmachen. Er unternahm dazu folgendes: Er hielt den Kindern seine eigene Uhr hin und rief aus: „Kinder, wer von euch glaubt, daß ich ihm die Uhr schenke, dem gehört sie!“ Als dies die großen Jungen hörten, staunten sie erst mit offenem Mund, dann steckten sie lächelnd die Köpfe zusammen und meinten: „Heut macht er aber Spaß!“ Und als die großen Mädchen die großen Jungen so ungläubig belustigt sahen, meinten auch sie untereinander: „Er kann uns doch nicht seine Uhr geben; er muß doch sehen, wann die Stunde aus ist!“ Nur ein Knirps auf der letzten Bank, der wahrlich nicht der Klügste war, nahm den Ruf des Lehrers ernster. Er rang zwischen dem Angebot seines Erziehers und dem Unglauben seiner Mitschüler; wohin sollte er sich wenden, wem rechtgeben? Da bemerkte der Lehrer den Kampf in dem Kleinen, hielt ihm, ja gerade ihm, dem Knirps, die Uhr entgegen und betonte, mit der Uhr winkend: „Kinder, wer von euch glaubt, daß ich ihm die Uhr schenke, dem gehört sie!“ Unwillkürlich nahm der Kleine die Hände aus den Hosentaschen und stand auf. Noch deutlicher winkte der Lehrer mit der Uhr und wiederholte sein Angebot mit noch lockenderer Stimme. Da verließ der Knirps die Bank und wackelte nach vorne. Und als die Großen und Klugen den Dummerjan nach vorne wackeln sahen, brachen sie in ein verhaltenes Gelächter aus und flüsterten einander zu: „Der ist so dumm und glaubt's!“ Nun hatte der Kleine wieder die Wahl. Sollte er dem Spott der Mitschüler erliegen oder dem Wort des Lehrers weiter trauen? Aber das Auge des Erziehers bemerkte wieder den Kampf, und noch volltönender, noch zusichernder kam es aus des Lehrers Munde: „Wer glaubt, daß ich ihm die Uhr gebe, dem gehört sie!“ Das entschied. Mit einem letzten Schritt stand der Kleine vor dem Pult und streckte die Hand nach der Uhr aus, die der Lehrer ihm bereits entgegenhielt. Alle waren aufgestanden; alle wollten sehen, was es nun gäbe. Alle erwarteten, daß, wenn der Dummerjan zugreifen würde, der Lehrer „schwapp“ machen und ihm die Uhr entziehen würde, und dann wäre der Spaß am größten. Stattdessen sahen sie, sahen richtig, wie die kleine Hand nach des Lehrers Uhr griff und die große Hand des Lehrers die Uhr losließ, wirklich losließ und der Knirps die Uhr richtig in der Hand hielt und sie froh verlegen anschaute. Was war denn das? Eine Sekunde standen sie starr, dann kam es aus aller Munde: „Ah!“ Und dann meinten sie: „Ja, wer hätte auch das geglaubt?“ Der Lehrer aber erklärte: „Seht, Kinder, ihr alle solltet lernen, was glauben heißt! Ihr alle solltet glauben lernen!

Darum habe ich meine eigene Uhr nicht geschont, sondern euch allen hingehalten und gesagt: „Wer glaubt, daß ich sie ihm gebe, dem gehört sie!“ Aber nur der, den ihr für den Dümmsten hieltet, war so klug und glaubte meinen Worten mehr als seinem Verstand und eurem Spott. Er ist der einzige, der mich beim Wort genommen hat –: Nun hat er die Uhr; denn sie sollte, wie ich ja sagte, dem gehören, der mir glaubte.“ Teurer Hörer, bedarf es noch einer Auslegung dieser Geschichte? Ich denke nicht.

Also schaue jetzt an die unaussprechliche Gabe Gottes, die dir Gottes Wort so deutlich und treulich anbietet, schau Jesus Christus, in dem dir göttliches Leben als himmlische, ewige Habe in voller Genüge zum Leben und zum Sterben angeboten wird, und glaube, bitte, empfange und – habe! Ja, glaube, empfange und habe wie jener Junge die Uhr seines Lehrers im Glauben empfing und bekam und hatte! Wenn du so glauben gelernt hast, dann besteigst du gerne und freudig mit mir die letzte, die siebente Stufe, und die heißt: danken.

Danken kann man nur, wenn man weiß, daß man hat, nämlich, daß man etwas empfangen hat. O, wie freue ich mich allemal, wenn der Dank aus dem Munde der Bittenden bricht; denn der Dank ist ja das Zeichen, daß sie nun wissen: Ich habe! Ich habe! Ich habe! Ja, wer biblisch hat, der muß biblisch danken; er kann gar nicht anders! Der Dank ist ja der frohe Ausdruck der Habseligkeit! Darum ist des Dankens kein Ende mehr, wenn man Jesus hat, der ja des Glaubenden Besitztum in Person ist, mit dem ihm alles, aber auch alles geschenkt ist (Römer 8,32).

Und wie macht solches stete Danken allezeit und in allen Dingen (1. Thess. 5,15) froh und frei! Wie bricht es jeder Versuchung und Sorge die Spitze und jagt Satan in die Flucht! Und wie ist es der Weg zu noch immer reicherem Heil, ja, zu noch immer größeren Besitztümern! Und wie erhält es demütig und in Frieden! Ich empfahl einmal in einem Kreis von Gläubigen das allzeitige und allseitige Danken, und riet, man solle einmal aufschreiben, für was alles ein Gotteskind zu danken habe und wie wenig da zum Klagen übrig bleibe. Eine treue Jesusjüngerin hatte den Rat befolgt. Drei und dreiviertel Seiten eines Briefbogens hatte sie ausgefüllt mit der Aufzählung dessen, für was sie Gott in Christus Dank zu sagen hatte, und in einem einzigen, abseits stehenden Satze drückte sie ihre berechtigte Klage aus: es war die Klage über ihren Mangel an Dankbarkeit!

Mein lieber, teurer Hörer, so lernt man glauben! Nun versuche nicht, so glauben zu lernen; denn glauben lernen ist kein Probierstücklein! Sondern wolle glauben, wage zu glauben, und dann glaube, das heißt: Verneine dich und bejahe Jesus, indem du fortan rechnest mit Gott in Christus aufgrund seines ewigen Wortes! So wirst auch du als ein aufrichtig Hörender ein ehrlich Wollender sein, und als ein ehrlich Wollender ein bußfertig Glaubender, und als ein bußfertig Glaubender ein demütig Bittender, und als ein demütig Bittender ein freudig Empfangender, und als ein freudig Empfangender ein glückselig Habender, und als ein glückselig Habender ein ewig Dankender! Und fange gleich jetzt damit an!

autoren/b/binde/binde_-_wie_lernt_man_glauben.txt · Zuletzt geändert: von aj