Smith, Robert Pearsall – Heiligung durch den Glauben - Vorwort zur deutschen Ausgabe

Smith, Robert Pearsall – Heiligung durch den Glauben - Vorwort zur deutschen Ausgabe

Der Glaube, den die Heiligen einst überkommen hatten, machte sie siegreich über das Fleisch, die Welt und den Teufel. Durch denselben wandelte Henoch 300 Jahre lang mit Gott, „Denn vor seiner Hinwegnahme hatte er das Zeugnis gehabt, dass er Gott gefallen habe.“ Und doch hat Gott etwas Besseres, nicht Geringeres vorbehalten für die Gnadenzeit, deren Klarheit die Mittagssonne ähnlich ist, im Vergleich zu dem Dämmerlicht der Offenbarung, die unser Geschlecht in seiner Kindheit empfing. Die Gefahr dieser Mittagssonne war die, dass man die Seelen, zwar nicht zu sehr, aber doch so ausschließlich mit der Rechtfertigung in Christus beschäftigte, während die Vollkommenheit des Wandels, in dieser angemessen sein und dieselbe begleiten sollte, für unausführbar gehalten wurde. Unsere Vorrechte aber bilden den Maßstab unserer Verantwortlichkeit. Die Annahme der völligen, freien Vergebung der Sünden durch Den, der unsere Sünden getragen hat an seinem Leibe auf dem Holz ist unvollständig, wenn nicht zugleich der ausdrückliche Zweck dieses Sündentragens angenommen wird: …dass wir der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben sollten.“ Christus gab sich selbst, nach seinem Erbarmen für uns, aber nur, damit „…er uns erlöste von aller Ungerechtigkeit.“

Ein Glaubenswerk gestattet keine Apologie und bedarf nur wenig Erklärung. Da diese Blätter mit dem ernstlichen Wunsch geschrieben sind, aufrichtigen Herzen ihre Vorurteile zu entledigen und Glaubensbrüder in vollkommene Seelengemeinschaft mit Jesus zu bringen, so ist es nicht Bestimmung, neben systematisch theologische Schriften gestellt zu werden.

Was ihre wesentliche Wahrhaftigkeit angelangt, so habe ich dieselbe aus eigener Erfahrung erprobt, sammt vielen Anderen und ich schrecke nicht davor zurück vor der feierlichen Verantwortung vor Gott, die darin enthaltene Wahrheit den Christen allen Orten vorzuhalten. Und doch, weil jegliche Ausstrahlung des Lichtes durch das Mittel, welches es vermittelt gebrochen wird, so wäre es mir nicht verwunderlich, wenn vermehrte Erleuchtung diese Zeugnisse in einigen Einzelheiten und in der Erklärung etlicher Stellen, welche die wesentliche Wahrheit der betonten Ansichten nicht berühren, einschränkte. Wir sind nicht unfehlbar. Obgleich erleuchtet, sind wir nicht inspiriert. Obgleich es Gottes Licht ist, in welchem wir wandeln, - Sein wunderbares Licht, - so sind wir doch noch nicht im Stande, die ganze Fülle der Klarheit zu durchschauen. Mit den Worten eines Anderen: Es lebt in mir ein Zeugnis für die Wahrheit, welches so tief gewurzelt ist, das es die ganze Welt nicht zu erschüttern vermöchte. Es ist Gottes Werk in meiner Seele. Wer wollte es wagen die Kraft Gottes einzuschränken? Wer dürfte sagen, dass der herrliche Gott, dessen Liebe ebenso unendlich als auch frei ist, seinen Geschöpfen nicht Proben derselben nach seinem Wohlgefallen geben könnte? Hat er nicht das Recht, mich so zu lieben, wie Er es tut? Ja er liebt mich und seine Liebe ist grenzenlos – ich zweifle nicht daran. Und er liebt auch dich auf dieselbe Weise. Dies ist die geoffenbarte, ewige Liebe, das Herz Gottes, das sich herauskehrt und sich seinem Geschöpfe kund tut.

Übersetzer unbekannt, wahrscheinlich Friedrich Wilhelm Baedeker

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