Petersen, Eginhard Friedrich - Philemon - 7. Göttliche Vorsehung und menschliche Freiheit.

V. 15-17. Vielmehr aber ist er darum eine Zeitlang von dir gekommen, dass du ihn ewig wiederhättest, nun nicht mehr als einen Knecht, sondern mehr, denn einen Knecht, einen lieben Bruder, sonderlich mir, wie viel mehr aber dir, beides nach dem Fleisch und in dem Herrn. So du nun mich hältst für deinen Gesellen, so wollest du ihn als mich selbst annehmen.

Der Apostel hat die Absicht gehabt, den Onesimus bei sich zu behalten, dass er ihm anstatt des Philemon in den Banden des Evangelii diene. Er hat aber ohne den Willen des. Freundes nichts tun wollen, um ihm das Gute, das Andere von ihm her empfangen könnten, so zu sagen, nicht über den Kopf wegzunehmen. Nun macht er einen neuen Grund geltend, den Freund zur gütigen Wiederannahme des zurückgesandten entlaufenen Knechtes zu bewegen. Vielleicht, sagt er denn so müssen wir genau anstatt des Vielmehr in der lutherischen Übersetzung lesen Vielleicht ist er darum eine Zeitlang von Dir gekommen, dass Du ihn ewig wieder hättest. Er stellt also eine Vermutung über die Absicht Gottes, die darin liegt, dass Philemon seinen Sklaven verloren hat, auf, die Vermutung, dass nach Gottes gnädigem Willen der zeitweilige, zeitliche Verlust des Sklaven dahin führen solle, dass sein Herr ihn ewig wiederhabe. Denn ewig hat er den Sklaven wieder, wenn er ihn wieder hat als einen nun bekehrten und zuverlässig treuen, wie der Apostel selber erklärt: nun nicht mehr als einen Knecht, sondern mehr, denn einen Knecht, einen lieben Bruder, sonderlich mir (durch den er ein solcher lieber Glaubensbruder geworden ist), wie vielmehr aber Dir, beides nach dem Fleisch (als des Philemons rechtmäßiger Sklave) und in dem Herrn (als gläubiger bekehrter Christ.)

Machen wir es auch so, dass wir in allem, was uns und Anderen begegnet, eine Absicht Gottes sehen, d. i. eine väterlich leitende Hand, die alles, auch das scheinbar Böse, zum Guten lenkt, eine gütige, gnädige, göttliche Vorsehung, und nach solcher Absicht Gottes fragen? Es wird viel Missbrauch mit dem Namen der „Vorsehung“ getrieben, es wird ihr Alles zugeschoben, wofür Menschen die Verantwortung nicht tragen mögen, es wird damit der Name des lebendigen Gottes selbst umgangen, aber wenn wir ihn in ernstem, gläubigem Sinne gebrauchen, wie tröstlich ist dann doch das! Wie tröstlich, wenn wir Allem gegenüber, was das Leben uns bringt und bringen wird, von Herzen sprechen können: „Es kann mir nichts geschehen, Als was Gott hat ersehen, Und was mir selig ist.“

Wie tröstlich, wenn wir selbst in dem, was durch Menschen gesündigt ist, und was uns zum Schaden gewesen, diese väterlich leitende Hand und göttliche Vorsehung erblicken dürfen! Wie oft ist es doch, dass wir so vor Wegen stehen, die dunkel und schmerzlich für uns sind! Wir betrauern einen Freund den wir verloren, eine Treue, die uns gebrochen, oder es ist sonst irgendein schweres Leid, das uns getroffen, und in welches sich als bitterster Stachel das Gefühl der Schuld der Menschen mischt. Wie tröstlich, wenn wir uns da sagen dürfen: Auch in solchen Wegen ist Gottes Hand, auch da noch erkennen wir die Spuren der ewigen Liebe. Gott hat das Böse, das getan ist, zwar nicht gewollt, aber er hat es nach seinem Sinn gewandt und nun, nachdem es geschehen ist, lässt er Gutes zum Heil der Seinen daraus hervorgehen. Zeitlich bleibt es vielleicht ein Verlust, aber ewig entsprießt daraus ein Gewinn. Vielleicht aber wird es auch zeitlich zum Guten gewandt und so zeitlich und ewig zugleich ein Gewinn. Da richtet sich unser gebeugter Glaube auf, da hebt sich unser gesunkener Mut, da wird aber auch unser Herz zur Milde geneigt, und wir finden uns bereiter, denen zu vergeben, die an unserem Unglück Schuld sind, und sie, wie der Apostel es vom Philemon für Onesimus wünscht, freundlich aufzunehmen.

Wir dürfen es so tun. Nichts ist gewisser, als dies, dass Gott auch im Schwersten seine Hand hat, dass er auch da in seiner Gnade mitwirkt, wo Menschen irrend handeln, und dass er bereit ist, indem er ihnen ihre Sünde vergibt, ihr Böses in Gutes zu verwandeln. Das ist uns verbürgt durch die Liebe Gottes, die in Christo erschienen ist, die uns in ihm mit sich selbst versöhnt hat -, Welcher seines eigenen Sohnes nicht verschont hat, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben, wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?“ (Röm. 8,32), - und Tausende haben es erfahren, die dem Herrn vertraut haben. So Joseph, der zu seinen Brüdern sprechen konnte, nachdem sie ihn nach Ägypten verkauft, er aber dort zu Macht und Ansehen gelangt war: „Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen, Gott aber gedachte es gut zu machen“ (1. Mose 15,20), so David, als er aus dem Kriege wider seinen aufrührerischen Sohn gedemütigt, aber auch geläutert und milder und in seiner Herrschaft befestigt nach Jerusalem zurückkehrte. Und die Geschichte des Heilandes selbst gibt uns hier das leuchtendste Beispiel. Verraten und verkauft von seinem Jünger, verworfen von seinem Volk, gekreuzigt von den Heiden schien er am Ende seines Werkes, aber gerade diese Schmach ward ihm zur Ehre, und alle Erretteten preisen den Verachtetsten unter den Menschen als ihren Erlöser.

Freilich ist es verkehrt, Gott alles zu zuschreiben auch bei Unglück, das durch Schuld des Bösen herbeigeführt ist, sich immer nur gleich mit dem „Was Gott tut, das ist wohlgetan“ zu trösten. Ehe wir uns also trösten, sollten wir fragen, ob Gott es denn getan hat, ob wir nicht selber Schuld sind? Buße wäre oft das Erste, was wir tun müssten; ohne Buße kann auch unser Gottvertrauen gar kein rechtes sein. Aber wenn wir uns selbst nicht rechtfertigen, wenn wir alles von Gottes Gnade hoffen, dann dürfen wir auch gewiss sein: Gott sorgt für alles. Was es auch immer sei, das Kleinste, wie das Größte, er lenkt es; wie schwer es auch immer drücke, er wendet es, und wenn wir selber dabei die größte Sünde begangen hätten, dem aufrichtig Reuigen lässt er auch seine Schuld zum Segen werden.

Hier in unserem Briefe spricht der Apostel die Vermutung aus, dass der entlaufene Sklave Onesimus darum eine Zeit lang vom Philemon gekommen sei, damit er ihn ewig wieder habe. Können wir uns diesen Trost nicht aneignen für alle, welche von uns gekommen sind und als Verlorene von uns betrachtet werden? Du betrauerst einen geliebten Menschen, der durch den Tod von Dir geschieden ist, einen Vater oder eine Mutter, einen Sohn oder eine Tochter, oder Du betrachtest ihn als tot, da er in weite Ferne gezogen ist, und Dir keine Aussicht geboten scheint, dass Du ihn jemals wieder sähest. Solltest Du Dir da nicht sagen dürfen: Er ist eine Zeit lang von mir genommen, dass ich ihn ewig wieder hätte? Wenn ich ihn auch auf Erden nicht wiedersehe, im Himmel soll ich ihn wiedersehen, und gerade dazu, dass ich ihn im Himmel wiedersehe, dass er und ich für solches Wiedersehen im Himmel reifer werden, ist er eine Zeit lang für diese Erde von mir genommen? Dürfen Christen nicht in einem gewissen Sinne von Jedem ihrer Gestorbenen sagen: Er ist darum eine Zeit lang von uns gekommen, dass wir ihn ewig wieder hätten? Der Tod ist für uns nur ein Durchgangspunkt, der uns zu höherem Besitz und Dasein führt, eine kurze Trennungsnacht in unserem Leben, auf die der Morgen einer ewigen Wiedervereinigung folgt? Christen, sage ich, dürfen die sich nicht dessen getrösten? Denn Nicht-Christen, was haben die überhaupt für eine Hoffnung des ewigen Lebens? Es gibt aber noch eine schlimmere Trennung, als die durch den Tod. Als der verstorbene Professor Hengstenberg einen Enkel begrub, da tröstete er sich und die Eltern mit dem Wort: „Ein seliges Kind besser, als ein verlorenes Kind.“ Ein verlorenes Kind, das ist der Schmerz der Schmerzen, ein durch die Sünde verlorenes und verkommenes, ebenso ein verlorener Bruder, eine verlorene Schwester. Wie viele Tränen um so einen verlorenen Menschen geweint werden, das weiß Gott allein. Wenn es irgendeinen Kummer gibt, in welchem unser Glaube auf die schwerste Probe gestellt wird, so ist es der. Ein seliger Mensch, nun ja, den kann ich wiederzusehen hoffen, aber ein verlorener Mensch?

Sollten wir aber auch nicht da uns den Trost aneignen dürfen, der in den Worten des Apostels liegt: Vielleicht ist er darum eine Zeitlang von Dir gekommen, dass Du ihn ewig wieder hättest? Sollte die Liebe und Macht des Herrn auch nur in Bezug auf Einen Menschen beschränkt sein? Sollte nicht auch bei diesem allerschwersten Leid eine höhere Absicht walten, die Absicht, dass eben dieses Verlorensein dazu diene, dass Du den Menschen ewig wieder hättest, zu desto gewisserer Rettung des Menschen diene und damit zu ewiger Wiedergewinnung dessen, den Du bisher nur zeitlich besessen und eine Zeitlang verloren hast? Ich glaube, wir dürfen solches hoffen, zu dem Gott aller Gnade dürfen wir es.

Aber: Vielleicht, schreibt der Apostel, vielleicht dir gekommen, Nicht wohl, als ist er darum eine Zeit lang von dass du ihn ewig wieder hättest.

Als sei es ihm zweifelhaft, ob die zeitweilige Entfernung des Onesimus diesen Zweck habe, sondern aus einer Zartheit und Scheu den Absichten Gottes gegenüber. Er will da nicht bestimmt behaupten, wo ihm die Majestät der göttlichen Vorsehung - es sei denn, dass ihm eine bestimmte Offenbarung geworden nur zu vermuten erlaubt, vollends in einem Falle, in welchem die menschliche Sünde wirkt. Weit entfernt aber, dass der Wert dieser Worte durch solche Zartheit und Scheu vermindert wird, wird er durch sie nur erhöht. Gebührt uns nicht solche Zartheit und Scheu? Auch da, wo wir die Absichten Gottes mit ziemlicher Sicherheit zu erkennen meinen, auch in dem Falle, dass menschliche Schuld nicht vorliegt, geziemt es uns nicht, eine gewisse Zurückhaltung zu beobachten, wenn es sich darum handelt, die Wege der göttlichen Weisheit zu deuten? Wer sind wir, und was können wir uns erkühnen, dass wir mit Bestimmtheit sagen dürften: Das will Gott mit seinem Tun, oder: Das will er nicht? In seinem Wort hat Gott bestimmt uns seinen Willen erklärt, aber in seinen Wegen hüllt er sich zumeist in ein geheimnisvolles Dunkel. Nur „hinten nachsehen“ dürfen wir dem Allgewaltigen, wenn seine Herrlichkeit an uns vorübergeht, „sein Angesicht sehen“ können wir nicht. (2. Mose 33.) es ist etwas Großes um den Mut eines entschiedenen Bekennens, aber es ist noch etwas Größeres um die Keuschheit, mit der wir auch von den unsrer Meinung nach gewissesten Geheimnissen der göttlichen Wahrheit reden. So sicher wir auch unsrer Sache sind, so unerschrocken wir, wenn es gefordert wird, damit hervortreten sollen, so tut uns doch Vorsicht immer not. Lieber einmal weniger gesagt und still geschwiegen, als dass wir die Grenzen dieser Vorsicht überschreiten, oder, wir möchten leicht dahin kommen, dass wir, was ein erfahrener Geistlicher gesagt hat, mit unserem Bekennen mehr uns selbst, als den Herrn bekennen.

Es hat aber noch einen andern Grund, wenn der Apostel nur schreibt: Vielleicht ist er darum eine Zeit lang von Dir gekommen, dass Du ihn ewig wieder hättest. Die göttliche Vorsehung steht doch nicht frei da, gleichsam frei in der Luft. Sie hängt bis zu einem gewissen Grade von dem Tun der Menschheit ab. Wir sagen wohl: Gott hat dies und das gewollt, aber wäre es auch zur Wirklichkeit gekommen, wenn wir nicht darauf eingegangen wären, nicht uns willig gefunden hätten, den Willen Gottes an unserem Teile zur Ausführung zu bringen? Gott hat gewollt, dass ich gesund würde, aber wäre ich es geworden, wenn ich meiner Genesung mutwillig im Wege gestanden hätte? Er hat gewollt, dass ich ihm in seinem Amte diente, aber wäre das geschehen, wenn ich nicht auch die Mittel und Wege benutzt hätte, die zur Vorbereitung auf dieses Amt und zur Erwählung oder Berufung in dasselbe führen? Gott zwingt Niemanden zu seinem Heile; er bietet uns die Hand dazu, er bahnt die Wege, aber dann verlangt er auch, dass wir die Hand ergreifen und die Wege gehen. Mit einem Wort, die göttliche Vorsehung hebt die menschliche Freiheit nicht auf, sie fordert sie vielmehr; sie fordert, dass wir mit Freiheit auf ihre Absichten eingehen. Nicht die Hände in den Schoß legen darfst Du, wenn Du Dich der göttlichen Vorsehung erfreuen willst, nein, mittun musst Du, freudig mittun und Gottes Hülfsmann werden und Gottes Werkzeug. So würde auch der tröstliche Zuspruch des Apostels: Vielleicht ist er darum eine Zeit lang von Dir gekommen, dass Du ihn ewig wieder hättest, völlig hinfällig werden, wenn Philemon den an ihn zurückgesandten entlaufenen Sklaven nun nicht, wie der Apostel bittet, in Gnaden wieder annähme. Nur unter der Voraussetzung solcher Bereitwilligkeit des Freundes besteht die Absicht der göttlichen Vorsehung, welche nach der Meinung des Apostels vielleicht darin liegt, dass Onesimus eine Zeit lang vom Philemon entfernt gewesen ist. Und so mahnt der Apostel den Philemon denn, seiner Freiheit zu gebrauchen und den Onesimus freundlich aufzunehmen: So du nun mich hältst für deinen Gesellen, so wollest du ihn als mich selbst annehmen! Als mich selbst wieder wie vorher V. 12: mein eigen Herz. So sehr vertraut der Apostel auf die Liebe, die der Freund zu ihm hat, dass er gar nicht zweifelt, wenn er den schuldigen Knecht mit sich selber eins macht, so werde das den Philemon bewegen, ihn umso lieber aufzunehmen.

Wir aber wollen lernen auf die Absichten Gottes, mit denen er über uns waltet, eingehen und also seine Mithelfer werden zur Erfüllung unseres eigenen in seinen Absichten beschlossenen Heiles. Insbesondere wollen wir dahin trachten, dass wir die uns befohlenen Seelen auf den Weg des Friedens führen, unsere Kinder vornehmlich in der Zucht und Vermahnung des Herrn ausziehen und sie so früh als möglich schon ihrem Heilande zuführen, damit, wenn wir einmal durch oder ohne ihre Schuld von ihnen getrennt werden, wir der Hoffnung leben können, dass sie nur eine Zeit lang von uns gekommen sind, auf dass wir sie ewig wieder hätten. So werden wir erfahren, dass Gott auch das Böseste und gerade das Böseste zum Besten dienen lässt, dass, wie der Apostel es dem Philemon in Aussicht stellt, durch Gottes gnädige Vorsehung bei allem Traurigen, welches wir erfahren, das Ende besser wird, als wäre dies Traurige nicht geschehen.

Von einem westfälischen Bauer wird erzählt, dass er oftmals laut und inbrünstig für die Mission betete, dass Gott sie segnen und sein Reich unter den Heiden ausgebreitet werden lassen wolle. Da trat eines Tages sein Sohn zu ihm, der ein unfreiwilliger Zeuge dieser lauten Gebete gewesen war, und sprach zu ihm: „Vater, ich bitte Dich, schenke mir von Deinem Vermögen 1 oder 2000 Taler!“ Der Vater sah ihn verwundert an. „Wozu denn das?“ fragte er. „Ja“, entgegnete der Sohn, ich möchte gern Deine Gebete erhören helfen.“ Wie er es gemeint, ist klar. Er wollte das Geld der Mission übergeben, um auf diese Weise mitzuwirken, dass Gottes Reich unter den Heiden verbreitet werden könne. Ja, wir können selbst unsere Gebete erhören helfen; wir können selbst etwas dazu tun, dass die Liebesabsichten der göttlichen Vorsehung, welche wir zu unseren eignen Wünschen machen, in Erfüllung gehen. Und ich sage mehr, wir müssen selbst etwas dazu tun. Nur „wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt“, der kann zu dem Herrn sprechen: „Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe!“ (Psalm 91), nur wer sich mit allen seinen Gaben und Kräften in den Dienst des Herrn und seiner Sache stellt, kann sich dessen getrösten, dass er in allem die gnädige leitende, bewahrende, seligmachende Hand der göttlichen Vorsehung erfahren werde. So beten wir immerhin um Gottes Beistand, so hoffen wir auf seine Gnade, aber so fragen wir uns auch, ob wir auch etwas dazu tun können, dass unsere Gebete erhört, unsere Hoffnungen erfüllt werden, und was wir wohl dazu tun können?! Beten wir insbesondere für das Heil unserer Kinder und aller uns anvertrauten Seelen, und hoffen wir, dass Gott es wohl mit uns und ihnen machen werde, aber werden wir auch nicht müde darin, sie, wie wir selbst im Glauben wandeln, auf den Weg des Glaubens zu weisen, sie zu ermahnen, zu bitten, dass sie doch dem vor allen in Liebe folgen, der sie bis in den Tod geliebt hat, um sie aus aller Irre und Enge dieses zeitlichen Lebens zu dem seligen Frieden seines ewigen Reiches zu führen. Kurzum, das Vielleicht einer gnädigen göttlichen Vorsehung steht über allen, auch den dunkelsten, Wegen unseres Lebens; in unsrer Hand ist es, dies Vielleicht in ein seliges Gewiss zu verwandeln. Zerstören wir uns nicht so manche Erfahrung der wunderbaren gnädigen Vorsehung und Führung Gottes durch eigene Trägheit! Ergreifen wir die Hand, die sich uns aus dem Himmel entgegenstrecket und lassen uns von ihr auf allen unseren Wegen leiten! Aber auch dazu, dass wir das vermögen, bedürfen wir doch wieder des Beistandes Gottes selbst, und darum wollen wir bitten: Herr unser Gott, Du unser allergnädigster Regierer! Behalte in Gnaden Dein Auge offen über allen unseren Wegen! Auch wenn es Wege der Sünde sind, verlass uns nicht! Lass uns unsere Sünde erkennen und ernst bereuen, aber lass uns trotz aller unsrer Sünde doch Deiner Aussicht und Hut befohlen bleiben, dass auch durch alle Sünde hindurch unsere Wege doch am Ende zu unserem Heile führen! Hilf uns aber auch, dass wir ein Augenmerk haben auf Dein Regieren und willig in Deinen Willen, so weit er uns bekannt wird, eingehen! Hilf uns dazu und wende unser Herz dazu, wie es Not tut, mit Deinem Geiste!

Lass uns in allen Dingen
Nach Deiner Richtschnur gehn
Und, dass sie uns gelingen,
Stets nach dem Ew'gen sehn!
Lass treu uns sein auf Erden
Im Glauben und im Tun,
Bis wir im Himmel werden
In Deiner Liebe ruhn!

Amen.

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