MacDuff, John - Abendopfer - 28ter Abend. Um der Kirche Wiederbelebung.
„Am Abend will ich beten“
„Herr, Du machst Dein Werk lebendig mitten in den Jahren, und lässt es kund werden mitten in den Jahren.“
Hab. 3, 2.
Herr, Du hast mir nach Deiner großen Güte gewährt, auch diesen Abend zu erleben. Wie Viele hat heute der Schatten des Todes umfangen! Wie viele auch von meinen Freunden und Lieben sind nicht mehr hienieden. Aber mein, des so unfruchtbaren Baumes, hast Du verschont und die Gnadenregen Deiner Freundlichkeit von neuem reichlich auf mich herabströmen lassen.
So komme ich denn vor Deinen heiligen Thron mit dem aufrichtigen Geständnis meiner Sünden. Ihrer sind so viel wie des Sandes am Meer; Sünden gegen Dein Licht und Deine Wahrheit, gegen Deine Güte und gegen Deinen Ernst, gegen den Freundlichsten der Wohltäter, den Gütigsten der Väter.
Wohin soll ich fliehen vor Deinem Angesicht? Ich nehme meine Zuflucht zu den Wunden Jesu, zu dem teuer werten Worte, dass Er gekommen ist, Sünder selig zu machen, auch den vornehmsten darunter. Lass mich nur voll Zuversicht trauen und bauen auf Sein heiliges Opfer und in völligem Glauben sprechen: Er hat mich geliebt und sich selbst für mich dargegeben!
Herr, vollführe selbst in mir Dein Gnadenwerk, erquicke meine matten Kräfte durch Deines Geistes Allmacht. Lass mich nicht bleiben in strafbarer Entfremdung von Dir, sondern ziehe mich immer enger an Dich hinan, dass ich erfahre die hebende und tragende Macht Deiner Gnade.
Erneure Dein Werk in Deiner Gemeinde, Du Hoherpriester, der Du wandelst inmitten der goldnen Leuchter. Erfülle alle Lampen mit dem Öl Deines Glaubens, lass sie immer heller und klarer, immer gleichmäßiger und beständiger brennen. Als Lichter der Welt lass sie strahlen von Deiner Klarheit und die Ehre fühlen, eines Heilands Liebe hinaus glänzen zu lassen in die dunkle Welt.
Herr, mache Dich auf, erbarme Dich Zions! Lass die Zeit der Erlösung kommen! Wie Ein Hirte lass auch nur Eine Herde sein. Lass Deine Gemeinden und Kirchen nicht länger voneinander getrennt bleiben in unheiliger Entfremdung, sondern bewahre die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens, und lehre sie fest halten, was sie haben, dass niemand ihre Krone nehme. Geist der Herrlichkeit, komm in Deiner ganzen Gnadenfülle. Wehe hin über alle Teile der Kirche und sprich: Nehmet hin den Heiligen Geist! Mache dich auf, Nordwind und komm, Südwind und wehe durch meinen Garten, dass seine Würze triefen.
Segne alle treuen Diener des Worts. Friede mit ihnen, Friede über das ganze Israel Gottes! Lenke ihre und Deines Volkes Herzen zur Liebe Jesu und zur Geduld auf den Tag Christi!
Drücke uns Dein heilges Siegel An die Stirne, an die Hand, Dir zu Ehren und zum Pfand, Dass wir uns durch Glaubensflügel Können schwingen himmelan, Da uns Niemand schaden kann.
Zeichne mit Dein'm heilgen Zeichen Uns Dein Volk, Dein Eigentum, Schönster Jesu, höchster Ruhm! So muss Satan von uns weichen, Weichen muss der Sünden Kind, Weil wir Dein Erkaufte sind. Darum, Zion, unbetrübt! Die Erquickungszeit ist da, Und des Herren Hilf ist nah. Selig, wer sich Ihm ergibt, Und vor seinem Heiland kann Halleluja stimmen an!
Tröste die Trauernden. Lass sie über ihren Trübsalen die Inschrift lesen: So ist's dir not und gut. Lehre sie aufblicken aus den langen Nächten der Erde zu dem Lichte des ewigen Morgens.
Behüte mich im Schlafe, und wenn Abend kommt zum Abend, lass es mich immer mehr mit Freuden inne werden, dass ein Tag in Deinem Dienste wiederum verbracht ist.
Erhöre mich in Jesu! Amen.
Mein Gebet müsse vor Dir taugen, wie ein Räuchopfer, meiner Hände Aufheben wie ein Abendopfer!