MacDuff, John - Abendopfer - 24ter Abend. Um Ergebung in Trübsal
„Am Abend will ich beten“
„Ja, Vater, denn es ist also wohlgefällig gewesen vor dir.“
Matth 11, 26.
Mein Gott, in Deine heilige Gegenwart trete ich an diesem Abend mit dem freudigen Bewusstsein, dass ich mitten in dem Wechsel dieser veränderlichen Welt an Dir einen Felsen besitze, den nichts erschüttern kann. Deinem Worte gehorchen des Himmels Heere, Deinem Willen sind unterworfen wir Bewohner der Erde. Was Du tust, das ist wohlgetan; und nur Gutes kommt uns aus Deiner Hand. Unendliche Weisheit lenkt Deine Wege. Treue, Macht und Liebe sind zusammen gefasst in allen Deinen Taten. Lehre Du mich mit Ergebung mich unters werfen allen den heiligen Ordnungen Deines Willens. Entziehst Du mir irdische Gaben und Güter, an denen mein Herze hing, so musstest Du es tun mir zu gut. Deine Weisheit kann nicht irre leiten, Deine Liebe nicht wehe tun ohne Friedensabsichten. In allen Deinen Schlägen liegt Vaterliebe; alle Plagen hilfst Du selbst auch tragen.
Der Du des Todes Schatten in ewiges Morgenrot wandelst, lass jeden Trübsalssturm mich näher treiben zu Dir, dem Hafen der Ruhe. Du ziehst den Stachel aus jedem Kreuz, nimmst dem Kelche alles Bittere. Lass mich nur erkennen in allen Nöten diesen Zug der Vaterliebe! Und wenn zu Zeiten der getrübte Blick nicht er kennen sollte den hinter den Wolken verborgenen Lichtglanz, so lass mich doch lesen als Inschrift über allem Dunkel das Wort: Welcher seines einigen Sohnes nicht hat verschonet, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben, wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken.
Herr, das Ziel all Deiner Führungen ist es, meinen Eigenwillen zu unterwerfen und mich hinzulenken zu dem köstlichen Heil in Christo. Hochgelobter Geist der Gnade, offenbare Du meinem Geiste die Schätze. die in Christo verborgen liegen, behüte mich, dass ich nicht durch Unglauben an Seine Verheißungen mich versündige. Lass mich nichts als Liebe sehen in der Vergangenheit, Liebe in der Gegenwart, nichts als Liebe auch entgegenwirkend und blitzend aus den Nebelschleiern einer umwölkten Zukunft. Du, Gott, bist ja und bleibst uns nahe in allen Nöten. Alles ist abgemessen, Alles vorherversehen, Alles hat sein heiliges Muss in sich. Verkläre die Macht Deiner Gnade in mir, durch eine willige Ergebung in Deine gerechten Fügungen. Lehre mich nichts anders bitten als: Vater, verkläre Deinen Namen! Gib, dass keine Finsternis um mich und in mir im Stande sei, den Sonnenschein Deiner Gnade zu verdunkeln. Der Friede Gottes, welcher höher ist als alle Vernunft, bewahre mein Herz und meine Sinne in Christo Jesu!
Lass Deinen Heiligen Geist Sein Wasser des Lebens ausgießen über die ganze Kirche. Lass Dein Wort laufen, dass Dein Werk gewirkt werde in viel Tausenden. Gedenke der Gnade auch im Strafen. Mache Deine Diener treu im Kleinen, Dein Volk beständig in seinem Wandel vor Deinem Angesicht. Lasse die Jugend wachsen in Deiner Gnade, das Alter in Dir den Stab finden für seine sich neigenden Jahre. Lasse die Kranken und Angefochtenen sich betten auf Deine Verheißungen, die Sterbenden entschlafen im Namen Jesu!
Mich selbst und meine Freunde und alle, für die zu bitten meine Pflicht sein möchte, (Du kennst sie alle, Allwissender,) befehle ich Deiner Vaterpflege. Auch euch, ihr meine Lieben, Soll heute nicht betrüben Kein Unfall noch Gefahr! Gott lass euch ruhig schlafen, Stell euch die güldnen Waffen Ums Bett und Seinen Helden Schar! Und wenn der Erde lange bange Nächte voll Sorg und Not zu Ende sind dann lass uns erwachen zu dem sorgenlosen Morgen der ewigen Herrlichkeit, selige Freude zu genießen im Anschauen Deines Angesichts. Um Jesu, meines Heilands Willen! Amen.
Mein Gebet müsse vor Dir taugen wie ein Rauchopfer, meiner Hände Aufheben wie ein Abendopfer!