MacDuff, John - Abendopfer - 23ter Abend. Um Widerstandskraft in der Anfechtung
„Am Abend will ich beten“
„Widersteht dem Teufel, so flieht er von Euch!“
Jak. 4, 7.
Gott, Du bleibst wie Du bist, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Wie Du mich geliebt von Anbeginn, soll nach Deiner Verheißung Deine Liebe währen in Ewigkeit. Obwohl meine Liebe zu Dir unbeständig und mein Glaube an Dich schwach und schwankend ist, bleibst Du in Deiner Bundestreue doch Dir selbst gleich von Ewigkeit zu Ewigkeit. Ich selbst bin ein Zeugnis Deiner Treue, ein lebendiges Siegel für Dein Wort, dass Du Gedanken des Friedens über uns hast allezeit. Hab ich in Versuchungen widerstehen können dem Teufel, so war dies Deine Gnade und Dein Werk, und wo ich fiel, hat Deine Hand mich gezogen aus der Tiefe, Deine Rechte mich gehalten. Wo der Herr nicht bei mir gewesen wäre, wäre ich längst vergangen in meinem Elende. Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin.
Herr, die unvergebene und im Geheimen gehegte Sünde macht mich unfähig zu Deinem Dienst und unempfänglich für den Zug Deiner Liebe. Tief beklagen muss ich meine Neigung zum Bösen, den natürlichen Hang meines Herzens zu dem hin, was Deinem reinen und heiligen Willen entgegen ist. Wenn ich das Gute tun möchte, finde ich die Sünde mächtig in mir. Die Macht meiner geistigen Feinde ist zu groß. Wäre ich mir selbst und meiner Kraft überlassen, müsste ich erliegen in dem Kampfe mit ihnen. Aber der Gedanke tröstet mein Herz, dass Hilfe und Hoffnung und Kraft zur Hand ist, ich hebe meine Augen auf zu Ihm, der mit einem Auge voll unveränderlicher Liebe auf mich niederblickt. All Dein Himmelsglanz, Du gen Himmel erhöhter Heiland, hat ja nicht aufheben können Dein menschlich Mitleid mit unserer Schwachheit. Du bist derselbe Jesus. Du treuer Freund bleibst unwandelbar mitten im Wandel und Wechsel dieser sündigen Welt. Und wenn Satan meiner begehrt, mich zu sichten wie den Weizen, so ist es Deine Fürbitte, welche für mich eintritt und mich vom Untergange rettet. Du bittest für mich, dass mein Glaube nicht aufhöre. möchte ich doch unüberwindlich erfunden werden in jeder Versuchungsstunde, ein Sieger in der Kraft dessen, der mich je und je geliebt! Geborgen in Dir, der sicheren Zuflucht, kann der Böse nichts an mir finden!
Lass mich ja nicht scherzen mit dem Heil meiner Seele und so verscherzen meine ewige Erlösung. Lehre mich täglich bedenken, dass Dein Auge allezeit offen steht über mir. Bewahre mich vor Allem, was im Widerspruch steht mit Deinem guten und gnädigen Gotteswillen. Bewahre mich vor unchristlichen Aufwallungen, vor einem unheiligen oder ungleichen, unsicheren Wandel. Durch ein Christo gleichförmiges Leben lass mich beweisen die heiligende Macht des Evangeliums an meiner Seele, so dass Andere es merken können, dass ich Jesu Jünger bin.
Du Gott von Bethel, nimm unter Deine schützende Flügel alle, die mir durch Bande der Liebe verknüpft sind.
Wie weit wir auch voneinander getrennt sein mögen, durch Länder und Meere, lass uns nur niemals getrennt sein von Dir! Lehre uns Alle uns oftmals vor Dir begegnen auf dem gemeinsamen Sammelplatz - im Gebete! Lehre uns Alle treten vor Deinen Gnadenstuhl, dass der Weihrauch unsres Abendopfers wie Eine heilige Wolke durch den Engel getragen werden könne vor unsern gnädigen Hohenpriester.
In dieser Nacht Breit' aus die Flügel beide, Jesu, meine Freude! Und nimm Dein Küchlein ein; Will Satan mich verschlingen, So lass die Englein singen: Dies Kind soll unverletzet sein! Ja, ob ich in dieser Nacht wache oder schlafe, lass mich leben in Dir! Das Alles bitte ich in Jesu Namen und um Jesu willen. Amen.
Mein Gebet müsse vor Dir taugen wie ein Räuchopfer, meiner Hände Aufheben wie ein Abendopfer!