Gossner, Johannes Evangelista - Andachten über das Buch Jeremia
Jeremia 33,6-9
Sieh, ich will sie heilen und gesund machen, und will sie des Gebets um Frieden und Treue gewähren. - Und werden sich verwundern und entsetzen über all dem Guten, und über all dem Frieden, den ich ihnen geben will.
Dein Heiland will dir nicht nur vergeben, sondern dich auch trösten, und nicht nur trösten, er will dich auch heilen von allen deinen Gebrechen, dir Frieden und Treue schenken, wenn dir darum zu tun ist, und du es im ernsten anhaltenden Gebete suchest. Ja, er will dir so viel Gutes, so viel himmlischen Frieden und unaussprechliche Freude und Seligkeit in dein Herz geben, dass du darüber erstaunen wirst und es kaum glauben kannst. Darum setze seine Liebe doch keine Schranken, lass dir alles das Gute von ihm schenken, das er dir zugedacht hat; bleib nicht dabei stehen, dass er dir das vergangene Böse vergeben, lass dich von Grund aus heilen und deine Seele erfüllen mit himmlischen Gütern in Christo. Der dich in der Sünde so lange geduldig getragen hat, will dich nach der Vergebung der Sünde, in der Gnade, weiter tragen und heben, zum Genuss all seiner Heilsgüter. O wenn eine begnadigte Seele den Heiland und seinen Geist in ihrem Herzen frei wirken lässt und ihm durch Leichtsinn oder Zerstreuung kein Hindernis legt, erfährt sie wunderbare Gnaden und himmlische Segnungen. Aber die meisten Seelen wollen bloß die Vergebung der Sünden, nicht Heilung von Sünden, nicht Gesundheit der Seele. Aber ohne diese werden sie auch jene bald wieder verlieren, denn wenn dir die Sünde wirklich und wahrhaftig vergeben ist, so ist dir auch das Herz geheilt, dass du nicht mehr Lust hast zu sündigen.