Disselhoff, Julius - Die Geschichte König Davids, des Mannes nach dem Herzen Gottes - Elfte Predigt. Der Triumph der Gnade.
2 Sam. 12, 1-23; Kap. 13. 15 - 16.
„Wo die Sünde mächtig geworden ist, da ist doch die Gnade viel mächtiger geworden!“ rühmt der Apostel Paulus. (Röm. 5, 20.) Sein eigenes Leben ist die Bewährung dieses Wortes. Obwohl mit Lauterkeit und Eifer dem Gott seiner Väter dienend, verstrickte die List und Macht der Sünde ihn so sehr, dass er, der Knecht Gottes, ein Lästerer, Verfolger und Schmäher wurde. (1 Tim. 1, 13.) Aber aus demselben Herzen hat die Macht der Gnade ein Licht hervorbrechen lassen, das der strahlendste Zeuge des ewigen Lichtes ist. Das ist geschehen auch uns zu gute. Denn, sagt der Apostel, darum ist mir Barmherzigkeit widerfahren, auf dass an mir vornehmlich Jesus Christus erzeigte alle Geduld, zum Exempel denen, die an ihn glauben sollten zum ewigen Leben.“ (I Tim. 1, 16.)
Ein noch gewaltigeres Beispiel von der Macht der Sünde sowohl als der Gnade, hat uns Gott in seinem Knechte David gegeben. Denn wenn Paulus sagt: „Ich habe es unwissend getan, im Unglauben!“ so hat jener gewusst, was er tat. Zudem bewahrte Saulus bei allem Drohen und Morden, womit er gegen die Christen schnaubte, Lauterkeit des Charakters und einen gewissen natürlichen Edelmut, der sich von dem, was wir gemein nennen, durchaus fern hielt. David hingegen griff zur Maske des Heuchlers und sank bis zu einem Punkte, der mitten im Gebiete des Niedrigen und Schmutzigen liegt. Und doch auch Davids Sünde ist von der Macht der Gnade überwunden. Geziemt uns je ein jauchzendes Siegeslied, so ist es heute, wo uns
Der Triumph der Gnade
in seiner ganzen Herrlichkeit offenbart wird. Er entfaltet sich in drei Stufen:
I. Nicht der Gefallene schreit zu Gott empor, sondern Gottes zuvorkommende Gnade lässt sich in allerlei Weise zu ihm herab, um sein Gewissen zu wecken.
II. Wer sich wecken lässt, und lauter und unbedingt bekennt, der erhält volle und unbedingte Begnadigung.
III. Der Begnadigte muss unter der scharfen Zuchtrute des Erbarmers bleiben, damit er immer mehr die Tiefen der Sünde, wie der Gnade kennen lerne.
I.
David trug die Doppelsünde des Ehebruchs und des Totschlags über neun Monate auf seinem Gewissen, ohne die ungeheure Last zu fühlen. Er verlangte nicht mehr nach Gott, schaute nicht zurück nach dem, was er verloren hatte. Denn „der Tod ist der Sünden Sold!“ Die Sünde hemmt die Verbindung, in welcher der Mensch mit dem ewigen Gotte, dem Quell seines geistig sittlichen Lebens steht, bis sie in ihrer Bollendung ihn ganz von demselben losreißt. Was wäre aus David geworden, wenn Gott ihn seine Straße hätte gehen lassen, wenn er gewartet hätte, ihm Gnade anzubieten, seine Hand nach ihm auszustrecken, bis der Tiefgefallene danach verlangte! Gott, der die Macht der Sünde kennt, weiß, dass der Sünder nicht aus sich selbst Lust und Willen zur Umkehr schöpft. Darum geht er ihm nach, klopft in allerlei Weise bei ihm an, um ihn aus dem Todesschlummer zu wecken. - Der gefallene König scheint selbst von Natan schon aufgegeben, oder in solche Tyrannei gefallen zu sein, dass jener nicht wagte, ihm zu nahen. So weit ließ Gott es kommen. Da endlich nach langer dunkler Zeit „sandte er Natan zu David!“ Der sollte mit dem lieblichen und doch so tief ergreifenden Gleichnisse, das er erzählt, an das verriegelte Herz Davids schlagen, den Bann und Zauber brechen, von dem er geknechtet war. Der Heilige in Israel, dessen ewige und unantastbare Majestät von David schnöde in den Kot getreten, bietet zuerst die Hand zur Versöhnung. Er, der unserer nicht bedarf, der ewig Selige und allein Gewaltige, geht dem in Verderben schmachtenden Sünder nach, als wenn dessen Rettung ihm zur Seligkeit nötig wäre! Als der ältere jener beiden verlorenen Söhne, von denen der Herr (Luk. 15.) erzählt, in großem Zorne nicht in seines Vaters Haus kommen wollte, da ging der Vater heraus und bat ihn!“ Und als Judas Ischariot, vom Satan betrogen, mit verräterischem Kusse seinem Meister nahte, ging dieser, Versöhnung auf seinen Lippen, ihm mit heiligster Liebe entgegen, dass er ihn noch wie einen Brand aus dem Feuer risse. In dieses Geheimnis der zuvorkommenden Gnade Gottes sich selig versenkend, ruft Paulus: „Darum preiset Gott seine Liebe gegen uns, dass Christus für uns gestorben ist, da wir noch Sünder und Feinde waren!“ (Röm. 5, 8. 10.) Dass er immerdar mit uns armen, abgewichenen und fort und fort abweichenden Sündern also handeln will, hat er uns fest verheißen in dem gnadenreichen Evangelio vom verlorenen Schaf.
Zuerst redete Gott durch ein Gleichnis. Der gefallene König sollte sich das Seine heraus nehmen, oder vielmehr es ganz auf sich anwenden. Das ist immer Gottes Art, zuerst in Gleichnissen, in dunklen Worten, in Werken und Taten mit den Sündern zu reden. Zu den Brüdern Josephs sprach er nach mehr als zwanzig Jahren durch die Bedrängnis, in die er sie führte. Sie verstanden Gottes anklopfende Stimme und bekannten: „Das haben wir an unserm Bruder verschuldet, dass wir sahen die Angst seiner Seele, da er uns flehte und wir wollten ihn nicht erhören; darum kommt nun diese Trübsal über uns!“ (1 Mos. 42, 21.) Hinter dem verlorenen Sohne, der sein Gut mit Prassen umgebracht hatte, lief der Vater unsichtbar her und flüsterte und posaunte, was er ihm zu sagen hatte, durch die Teuerung ins Ohr. Als Petrus dreimal gefallen war, musste nach Gottes gnädigem Willen ein krähender Hahn der Bußprediger sein. Auch als er Saulum, den Jüngling von Tarsus, der in Jerusalem zu Gamaliels Füßen saß, aus dem Irrtume herumholen wollte, sprach er zuerst mit ihm durch den seligen, sieghaften Tod Stephani.
Feuer, Hagel, Schnee, Dampf, Sturmwinde und was sonst genannt mag werden auf Erden und in den Lüften, macht er zu seinen Dienern, die sein Wort ausrichten. (Ps. 148, 8.) Er sendet sie, bald leise säuselnd, bald wie. Donner rollend, auch hinter uns her, damit wir umkehren von dem Irrtume unserer Wege. Wir haben viele Ursache, Gottes Gnade preisend, in die Worte einzustimmen:
Stumme Prediger und doch so laut rufende! Denn jene Gleichnisse, in denen der Herr zu uns spricht, führen keine unverständliche Sprache, jene Posaunen geben keinen undeutlichen Ton. Es gilt auch von diesen Predigern: „Es ist keine Sprache noch Rede, deren Stimme man nicht hören könnte, sondern ihr Schall geht in alle Lande und ihre Rede bis an der Welt Ende.“ Sie rufen, sie bitten, sie locken, sie drohen: „Wache auf, der du schläfst, und stehe auf von den Toten!“ Wer von euch will denn sagen, dass Gottes Gnade an ihm sich unbezeugt gelassen und ihm solche Propheten nicht zugesandt hätte? Redet nur mit eurem Herzen auf eurem Lager und harret, so werdet ihr aus allen kleinen und großen Ereignissen, den Mühen und Freuden des Tages die gnädige Stimme Gottes heraushören, die euch vom Schlummer der Trägheit wecken will. Seid nur nicht fürder halsstarrig und unbeschnitten an Herzen und Ohren, so wird mancher Hahnenschrei euch aufrütteln und bittere Reuetränen in die Augen bringen, und mancher Schlag wird euch in längst vergangene Zeit zurückblicken lehren, um dort die Quelle alles Jammers zu entdecken, und manches Darben wird euch ins eigene Herze führen, dass ihr erkennt, wovon ihr gefallen seid, und manches Haupt, wenn auch keines Stephanus, doch eines seligen Dieners Gottes wird euch locken, eure Lust am Herrn zu haben. Ihr werdet in allen äußern Führungen und Fügungen die Stimme hören: „Siehe, ich stehe vor der Türe und klopfe an. Wenn du meine Stimme hörst und mir auftust, will ich zu dir einkehren!“
Aber wie, wenn wir solchen Reden des erlösenden Gottes gegenüber dennoch wären, wie eine taube Otter, die ihr Ohr zustopft, dass sie nicht höre die Stimme des Beschwörers, der wohl beschwören kann? Wir, wenn wir, wie David, den Stachel aller solcher Gleichnispredigten von uns abwendeten? So ist die Gnade auch noch gerüstet. „Will man sich nicht bekehren, so hat er sein Schwert gewetzt und seinen Bogen gespannt und zielt!“ (Ps. 7, 13.) Als David, weit entfernt, in der Erzählung Natans, wie in einem klaren Spiegel, seine eigenen Züge zu erkennen, nur zum flammenden Zorn gegen fremde Sünde getrieben wurde und ausrief: „So wahr der Herr lebt, der Mann ist ein Kind des Todes, der das getan hat!“ da stieß Natan, alle Gleichnisreden bei Seite lassend, das scharfe zweischneidige Schwert des offenen klaren Gotteswortes furchtlos und gewaltig in seine Seele. „Du bist der Mann!“ gelte es in Davids Ohren. Und wie ein mächtiger Strom brausend von einem Felsen in die Tiefe stürzt, strömte aus Natans Munde die niederschmetternde Rede des Allerhöchsten auf den starren Sünder. Die unendliche Gnade und Erbarmung Gottes, die eigene, zum Himmel schreiende Schuld, die schwarzen Folgen der Sünde, Alles wurde dem gefallenen, verhärteten Könige unter die Augen gestellt. So prediget der gnadenreiche Gott denen, welche durch Gleichnis und Hahnenschrei sich nicht wach rufen lassen. Er stellt sich ihnen in den Weg mit bloßem, hauendem Schwert, wie der Engel dem Bileam, und schleudert ihnen das Wort ins Gewissen: „Du bist der Mann!“ Wir sehen dasselbe in Sauli Geschichte. Da der sterbende Stephanus eine zu stumme Predigt für ihn war, vermachte der Herr selbst mit dem blitzenden Lichte seiner Herrlichkeit ihm den Weg, mit der Rute seines Mundes ihn niederschlagend. „Saul! Saul! was verfolgst du mich? Ich bin Jesus, den du verfolgst! Es wird dir schwer werden, wider den Stachel löcken!“ Die Stimme war verständlich!
Meine Miterlösten, lasst uns mit seligem Herzen und jubelnden Lippen die Langmut und Gnade Gottes preisen, dass -er auch uns verirrten Schafen mit derselben Liebestreue nachgegangen ist und fortwährend nachgeht! Wenn unser Ohr nicht vernehmen konnte oder wollte, was er uns durch eigene und fremde Lebensführungen, durch Vereitlung unserer Pläne, durch die großen und kleinen, frohen und trüben Ereignisse des Tages, durch Widerwärtigkeit aller Art und andere Bilder zu sagen hatte, so hat er auch für uns seinen Natan gehabt, der uns endlich eine verständliche, auf unsere Person zielende Predigt hielt, hat uns mit eigenem Munde seine Worte in die Seele gerufen. Wer von Gott gebraucht wird, um einem Andern das: „du bist der Mann!“ zuzurufen, der weiß es oft selbst nicht, dass er Natans Dienste geleistet hat. Es geht ihm, wie jenem syrischen Soldaten, der im Getümmel der Schlacht wie von ohngefähr einen Pfeil schoss und, den König Israels treffend, Gottes Gericht ausführte, ohne es zu wissen und zu wollen. So sendet der Herr auch sein Wort wie Pfeile, wie Bissen und Schlossen. Daher kommt die wunderbare und doch so natürliche Tatsache, dass so viele bei der Verkündigung des göttlichen Wortes so getroffen werden, als wäre das Wort allein auf ihr Herz gezielt. Es ist auch auf sie gezielt, nur nicht von Menschen, sondern von dem Herrn selbst. Da ist's einem, als läge, wie das Sprichwort sagt, das Herz zwischen Hammer und Amboss. Man erfährt, was die Frage des Herrn bedeutet: „Ist mein Wort nicht wie ein Hammer, der Felsen zerschmeißt?'
II.
Natan hatte Pfeil auf Pfeil aus der Hand des Allerhöchsten auf das starre Sünderherz geschleudert. „Ich habe gesündigt wider den Herrn!“ rief der getroffene, der zerschmetterte König. Wie soll ich diesen Augenblick beschreiben? Der Mann, der am Herzen des Herrn geruht, in die Geheimnisse seiner Liebe geschaut, der in seinem Gott das Leben, außer ihm nur Tod und Hölle gefunden hatte, der vom Licht des Heiligen in Israel bestrahlt und in sein Bild verklärt war, der Mann, plötzlich ausgeschreckt aus einem furchtbaren Banne, erkennt sich - als Ehebrecher und Mörder! Die ganze Schwärze seiner Tat, die ganze Tiefe seines Falls steht vor seinen Augen. Wo soll er hin? Und wenn die Hügel ihn deckten, und die Berge über ihn fielen, er sähe immer in sich den Mörder, den Ehebrecher! Wo soll er hin? Und wenn er in die Hölle sich bettete, siehe er ist da, der ihm Ehebrecher! zuruft und Mörder! Wo soll er hin? Sein Herz ist geschlagen und sein Geist zermalmt. „Ich habe gesündigt!“ schreit er aus der Tiefe empor. Das ist ein kurzes Wort. Aber eine ganze Welt und mehr als eine Welt liegt in dem einen Worte. Denn er hat sein ganzes Herz in dieses Wort gepresst, und ein Menschenherz ist größer, als eine Welt. „Wider den Herrn!“ setzt er hinzu, um den scharfen Stachel des Bekenntnisses noch tiefer ins Herz zu drücken, um ihn bis ins tiefste Leben zu stoßen.
„Ich habe gesündigt wider den Herrn!“ mehr konnte er nicht sagen, mehr wollte er nicht sagen, mehr brauchte er nicht zu sagen. Aber dies eine Wort wiederholte sich fort und fort in seinem Herzen, und rief immer lauter, immer durchdringender. Es gibt in der Bibel kein so kurzes, aber auch kein so unbedingtes Bekenntnis, keinen so kurzen, aber auch keinen so durch und durch wahren Ausdruck der Buße. Mit diesem Bekenntnis werden sich, so lange die Sünde herrscht auf Erden, alle bußfertigen Sünder vor Gott niederwerfen, in Dieses Bekenntnis ihr Herz ausschütten, dieses Bekenntnis immer lauter, immer tiefer, immer wahrer, immer erschütternder beten, und werden nichts anders zu sagen wissen.
„Ich habe gesündigt!“ so warf sich auch der verlorene Sohn in die offenen Arme seines Vaters, und wusste nur noch hinzuzusetzen: „im Himmel und vor Dir!“ und sein Herz auszuweinen in der Selbstverdammung: „Ich bin hin fort nicht wert, dass ich Dein Sohn heiße!“ O dass wir, wenn das Schwert oder der Hammer des Wortes uns trifft, auch so kurz, so ohne alle Entschuldigung, so unbedingt, so wahr, so das Inwendige in ein Wort zusammen fassend, bekennen könnten: „Ich habe gesündigt! Gesündigt wider den Herrn!“
Das Wort ist kurz; aber es ist tief. Es ist wie der Quell, der auf das Wort des Schöpfers aus dem Felsen emporspringt, und als Bach und Fluss durch die Fluren wogt. Dem ersten Bekenntnis Davids entquoll der 51. Psalm, in dem das Gebet des bußfertigen Sünders wie ein gewaltiger Strom daherrauscht. Was David in jenem ersten, erschütternden Augenblicke noch nicht sehen, fassen und sagen konnte, das Alles schüttete er mit diesem Gebet in den Schoß Gottes. Mit jenem ersten Bekenntnis war sein volles Herz noch nicht geleert. Seine Sünde, sein Ehebruch und sein Mord stand, wie er sich ausdrückt, immer vor ihm. Darum konnte er nicht anders, er musste seine Seelenangst, seinen Gewissensschmerz ganz ausbeten, ganz ausweinen.
Nicht anders wird es jedem verlorenen und heimkehrenden Kinde ergehen. Es kann mit einem Bekenntnis die Last nicht vom Gewissen, wälzen, und kann doch kein anderes Wort finden, dem gepressten Herzen Luft zu machen, als immer das eine Wort: „Ich habe gesündigt wider den Herrn!“ Das ist und bleibt der Grundton aller seiner Gebete, der in immer neuen und vollern und durchdringendern Weisen an Gottes Herz schlägt.
Wenn ein Mensch in die Öde geführt wird, die von Disteln und Dornen, von Schlangen und Giftgewürm starrt, so schaut er zwar mit dem ersten Blick schon die Furchtbarkeit des Ortes, bebt zusammen und sein Grauen macht in einem Ausruf des Entsetzens sich Luft. Aber wenn er nun sein Auge auf der Wildnis ruhen lässt, und die einzelnen Bilder nach einander in seine zitternde Seele sich einprägen, dann ergreift ihn dreifacher Schrecken, und immer von neuem muss er durch dasselbe Wort den Schrecken aus seiner Seele schütten. Mit diesem Manne vergleiche ich den Sünder, der, wenn es wie Schuppen von seinen Augen gefallen ist, den ersten Blick in die Wildnis seines nach Gott geschaffenen, von der Sünde verwüsteten, mit Unkraut, Schmutz und Gift angefüllten Herzens wirft, bis er die Zerstörung in ihren Einzelheiten schaut, welche die Sünde in ihm angerichtet hat!
„Ich habe gesündigt wider den Herrn!“ rief David zu Gott empor. „So hat auch der Herr deine Sünde weggenommen! Du wirst nicht sterben,“ tönte es hernieder in seine zermalmte Seele. Wie er in sein kurzes Bekenntnis sein ganzes Sünderherz hineingelegt hatte, so legte Gott in die ebenso kurze Antwort sein ganzes Vaterherz, die ganze Fülle seiner Gnade und Erbarmung.
Wenn ich in früheren Jahren nach der langen und bis ins einzelnste gehenden Erzählung von Davids Freveltaten diesen dreizehnten Vers las, dann vermochte ich nicht die Kürze und Einfachheit des königlichen Bekenntnisses zu begreifen, noch weniger aber, dass nach so furchtbaren Sünden das kurze Bekenntnis so plötzliche und vollständige Begnadigung erwirkte. Dem Herzen war's bei dieser Kürze kalt. Es blieb unbefriedigt. Es fühlte eine Leere. Das ist jetzt anders. Dieser Vers mit seiner Kürze ist mir jetzt weit, tief, unendlich wie ein Meer, denn er offenbart uns die freie Gnade Gottes in ihrer ganzen Glorie. Und wenn ich jetzt diese Herrlichkeit in die Worte fasse: „Dem unbedingten Bekenntnis folgt unbedingte Begnadigung!“ tönen vielleicht Manchem von euch auch diese Worte zu kurz, einfach, schmucklos, dürr, als dass die Fülle der Gnade in ihnen sich spiegeln sollte. Und doch ist dem geängsteten Gewissen kein Wort süßer und seliger, als dieses - „Unbedingte Gnade!“ Hier versenket euch in das Wort des Herrn: „Der Gottlose bekehre sich zum Herrn, so wird er sich seiner erbarmen, und zu unserm Gott, denn bei ihm ist viel Vergebung. Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der Herr, sondern so viel der Himmel höher ist, denn die Erde, so sind auch meine Wege höher, denn eure Wege, und meine Gedanken, denn eure Gedanken!“ (Jes. 55, 7-9.) Die letzten Verse sind euch zwar allen bekannt. Ich fürchte aber, dass wenige sie in ihrem Zusammenhang bedacht, und darum in ihrer ganzen Tiefe aufgefasst haben. Ihr wähntet, sie seien gesagt von den wunderlichen Fügungen und Führungen Gottes. Dem ist doch nicht so. Ihr seht es. Sie handeln von der Erbarmung, von der Vergebung der Sünden. Gottes Gedanken über den reumütigen Sünder sind die, dass er wahrhaftigem Bekenntnis unbedingte und freie Gnade zusagt, unsere Gedanken die, dass man sich, um Vergebung zu erlangen, abarbeiten müsse in der Menge der eigenen Wege. Unsere Wege zur Vergebung zu gelangen und zur Versöhnung mit Gott sind Abbüßung, Kasteiung, würdiges Leben, Opferungen und dergleichen Werke, wodurch das ängstliche Gewissen Gott genug tun will. „Womit soll ich den Herrn versöhnen? Mit Bücken vor dem hohen Gott? fragt das natürliche und doch nach Erlösung seufzende Herz. Soll ich mit Brandopfern und jährigen Kälbern ihn versöhnen? Meinst du, der Herr habe Gefallen an viel tausend Widdern? oder an Öl, wenn es gleich unzählige Ströme voll wären? Oder soll ich meinen ersten Sohn für meine Übertretung geben! Oder meines Leibes Frucht für die Sünden meiner Seele!“ (Mich. 6, 6. 7.) Gottes Weg, auf dem er einen Sünder an sein Herz zurückführt, ist das lautere, wahrhaftige, unbedingte Bekenntnis.
„Zerreißt eure Herzen, und nicht eure Kleider!“ (Joel 2, 13.) Diesen Weg preist auch David, nachdem er selbst auf ihm geführt ist. „Du hast nicht Lust zum Opfer; ich wollte dir's sonst wohl geben! und Brandopfer gefallen dir nicht. Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein geängsteter Geist. Ein geängstetes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott! nicht verachten!“ (Ps. 51, 18. 19.) Ach, wie gern zerreißen wir unsere Kleider, machen uns allerlei selbstgewählte Schmerzen und Plagen und Traurigkeiten, um nur dessen überhoben zu sein, dass wir in Scham über unsere Sünde das Herz zerreißen! Wie gern würden wir, samt allen Heiden und unerleuchteten Christen, Gott Opfer und Brandopfer geben, um Vergebung der Schuld zu erlangen, wenn wir nur durch wahrhaftige Buße den Geist nicht zu ängstigen, das Herz nicht zu zerschlagen brauchten! Aber hinfort mit diesen unsern Gedanken! Hinfort von diesen unsern Wegen zu Gottes Wegen hin! Kann uns irgendetwas kräftiger locken, als die heutige Geschichte? David selbst, wie ich schon vorhin sagte, hatte das tiefste Bedürfnis, sein Leben lang um Vergebung zu schreien, und Gott nimmt ihm auf sein erstes, kurzes Bekenntnis, die Offenbarung seines geängstigten Geistes, die Sündenlast ganz und frei und auf einmal und ohne alle Bedingung vom Gewissen, denn Gott in seiner Gnade ist größer, als unser Herz. David hatte Gottes Güte lange geschmeckt und gerühmt, und war doch ein Ehebrecher und Mörder geworden. Und nach seinem langen, schmutzigen, wegen seiner früheren Frömmigkeit doppelt schuldbaren Sünderleben ein Wort, in dem das zerrissene Herz zu Gott empor ruft, und Alles, Alles ist ganz und frei und unbedingt vergeben! Das ist der Triumph der Gnade!
Wir tun noch tiefere Blicke in die brünstige, unbegreifliche Liebe Gottes. Dass Gott einen Saulum, der bei aller schweren Verirrung doch ehrlich und menschlich edel blieb, begnadigte und dann zu seinem auserwählten Rüstzeuge erkor, können wir noch begreifen. Darüber hat die Welt niemals gespottet, weil sie in der Ehrlichkeit des Mannes noch immer ein gewisses Verdienst sah. Aber David war ein Ehebrecher und ein heimtückischer Mörder seines treuen, edlen Freundes. Und dem vergibt Gottes Gnade so unbedingt, dass er sich nicht schämt, ihn fort und fort den Mann nach seinem Herzen zu nennen. Darüber hat sich der Spott der Welt frech und maßlos ergossen. Aber Gottes freie Gnade ist so groß, dass sie sich von der unverständigen Welt mit Hohn, wie mit Kot bewerfen lässt, aber von den Mördern und Ehebrechern sich nicht wendet, sondern die reumütigen Sünder in ihre Arme schließt und sie ihre lieben Kinder nennt, darüber sich mit dem ganzen Himmel freut, ein Jubelfest bereitet, ob auch tausend Pharisäer höhnen und spotten, auf das wiedergefundene Kind in den Armen der Gnade mit Fingern weisend: „Der hat sein Gut mit Huren verschlungen!“ Das ist der Triumph der Gnade! Von dieser Gnade, die alle Erkenntnis übersteigt, werden wir singen in Ewigkeit!
III.
Die Gnade ist frei, ganz unbedingt. Aber dennoch muss der Begnadigte unter der Zuchtrute des allmächtigen und heiligen Gottes bleiben. „Der Herr hat deine Sünden von dir genommen,“ sagte Natan, „aber, setzte er hinzu, weil Du die Feinde des Herrn hast durch diese Geschichte lästern gemacht, wird der Sohn, der dir geboren. ist, des Todes sterben!“ Das ist auch Gnade von Gott, dass er den armen Menschen, der so leicht sicher wird, wenn er Liebe fühlt, seine heilige und unantastbare Majestät schauen lässt. Darum musste der im Ehebruch erzeugte Sohn sterben, damit David samt allem Volke von Gottes himmlischer Majestät nichts Irdisches dächte. Aber der Tod dieses Kindes war keine Sühne, keine Abbüßung der vergangenen Sünden. Die Sünde war vergeben. Darum bebte David in dieser Not, unter diesen Rutenstreichen Gottes nicht, wie ein Missetäter im Gericht. Er warf sich, wie aus der Geschichte in so lieblicher Weise hervorgeht, mit vollem Kindesvertrauen vor seinen Gott nieder mit Fasten, Beten und Weinen, und ersuchte Gott um das Kindlein, denn er gedachte: „Wer weiß, ob mir der Herr gnädig wird, dass das Kind lebendig bleibe.“ Als aber Gott das Kind nahm, stillte er seine Seele, unterwarf sich demütig der züchtigenden Vaterhand, und sprach mit getrösteter, gläubiger Zuversicht das schöne Wort: „Ich werde wohl zu ihm fahren; es kommt aber nicht wieder zu mir!“ Das ist die Rede eines Kindes Gottes, das zu seinem Frommen wohl gezüchtigt wird, welches aber weiß, dass es dem Gericht und der Verdammnis entronnen ist. Die Zuchtrute blieb auch ferner noch auf Davids Haupte liegen. Die irdischen Folgen seiner Freveltaten durchzogen, wie ein schwerer, nicht zu brechender Fluch das ganze Leben. Er hatte durch seine Sünde das Heiligtum des Hauses, die Grundfeste der Offenbarung Gottes auf Erden, entweiht und verödet. Sein eigenes Haus - es konnte nicht anders sein, musste zerrüttet werden. Unkeuschheit und Mord, Auflehnung gegen die zartesten und heiligsten Verhältnisse, Heimtücke, Empörung, Majestätsverbrechen wucherten furchtbar in der eigenen Familie. Ein Geschwür brach nach dem andern auf, und ergoss seinen giftigen Eiter. Ungeschminkt und nackt, wie Davids eigene Sünde, wird das fortwuchernde sittliche Verderben seines Hauses uns gezeigt. Das Herz bebt bei dieser Nacktheit der biblischen Erzählungen. - Amnon, Davids Sohn, schändete Thamar, Absaloms Schwester, Absalom, Davids Sohn, erschlug seinen Bruder Amnon, ward vom König verbannt, begnadet, stahl seinem Vater die Herzen des durch die früheren Sünden wankend gewordenen Volkes, trieb seinen Vater vom Thron und schändete am lichten Tage vor allem Volke seines Vaters Kebsweiber. David, barhaupt und barfuß, floh wie ein Missetäter vor dem eigenen Fleisch und Blute, und ein loser Mann schalt das gesalbte Haupt Bluthund, und fluchte ihm und warf mit Steinen und Kot! - Fürwahr! „Er ist ein heiliger Gott?!“ ein eifriger Gott, der eurer Übertretung und Sünde nicht schonen wird! (Jos. 24, 19.) „Wer kann stehen vor dem Herrn, solchem heiligen Gott?!“ (1 Sam. 6, 20.) Wer versöhnet ist mit ihm, wem die Übertretungen vergeben sind, wem die Sünde bedecket ist, wem der Herr die Missetat nicht zurechnet: der kann stehen vor diesem heiligen und eifrigen Gott, auch wenn derselbe die irdischen Folgen der Übertretung und Sünde schonungslos über sein Haupt kommen lässt. Davids Herz ist erschüttert, ist zermalmt unter solchen Schlägen. Aber er hat Frieden mit Gott. Ist Alles ihm feindlich, sein Gott ist ihm freundlich. Ist Alles wider ihn, sein Gott ist für ihn. Er fühlte auf seinem Haupte nicht die rächende Richterhand, sondern die reinigende Vaterhand. Viele sahen freilich, wie auch der fluchende Simei, das Gericht und die Verdammnis über den sündigen König hereinbrechen und sprachen deshalb von seiner Seele: „Sie hat keine Hilfe bei Gott!“ Er aber lobte und dankte in Kindeszuversicht: „Du, Herr, bist der Schild für mich, und der mich zu Ehren setzet, und mein Haupt aufrichtet!“ (Ps. 3, 3. 4.) Er erkannte in allen Schlägen den guten und gnädigen Willen Gottes, dass seine Seele aus den nachwuchernden Folgen der Sünde die ganze Furchtbarkeit derselben und dadurch eben auch den ganzen, unerschöpflichen Segen der Gnade immer klarer erkennen sollte. Darum sah er in den Sünden der Kinder seine eigene Sünde. Darum zürnte er wohl wider Amnon, aber als dieser von Absalom erschlagen war, weinte der König fast sehr, (Kap. 13, 21. 36.) und wie er über den, in seinen Sünden erschlagenen Sohn Absalom gejammert hat, wissen wir alle; seine Klage, wenn wir sie lesen, zerreißt uns noch immer das Herz. Als er mit verhülltem Haupte über den Kidron irrte, war es doch inwendig helles Licht, denn er sprach voll Glaubens und Demut zu Zadok, der die Bundeslade aus Jerusalem flüchten wollte: „Bringe die Lade Gottes wieder in die Stadt. Werde ich Gnade finden vor dem Herrn, so wird er mich wieder holen und wird mich sie sehen lassen und sein Haus. Spricht er aber also: Ich habe nicht Lust zu dir! siehe hier bin ich. Er mache es mit mir, wie es ihm gefällt.“ (Kap. 15, 25. 26.) Abisai wollte dem fluchenden Simei, dem toten Hunde, den Kopf abreißen. Aber der König sprach: „Ihr Kinder Zeru-Jas, was habe ich mit euch zu schaffen? Lasst ihn fluchen, denn der Herr hat es ihn geheißen: Fluche David! Vielleicht wird der Herr mein Elend ansehen, und mir mit Güte vergelten sein heutiges Fluchen!“ (Kap. 16, 10. 12.) Seht ihr's nicht, wie die Schläge, welche auch die Begnadigten dulden müssen, Wunder der Gnade wirken, wenn sie mit Kindesdemut und Kindesglauben hingenommen werden? Nirgends gleicht David dem heiligen Davids-Sohne so sehr, nirgends ist er so sehr sein weissagendes Vorbild, als da, wo er den Ölberg hinangehend so unbedingt unter des Vaters Willen sich beugt und den Fluch des Feindes mit vergebender Liebe hinnimmt, mit tragender Sanftmut überwindet. einmal muss ich sagen: Das ist der Triumph der Gnade! Sie verwandelt die unausbleiblichen Folgen der Sünde aus Schrecken der Verdammnis in ein zwar heißes, doch segensreiches Läuterungsfeuer, in welchem die Begnadigten das Bild und Gepräge ihres Erlösers empfangen!
Hierher gehört das Wort Pauli: „So wir uns selber richteten, so würden wir nicht gerichtet. Wenn wir aber doch gerichtet werden, d. i. wenn dennoch Schläge und Nöte über die Versöhnten kommen, die, wie auch bei David, Gericht, Strafe und Verdammnis scheinen, so ist's doch kein Gericht, sondern wir werden vom Herrn gezüchtigt, auf dass wir nicht samt Der Welt verdammet werden.“ (1 Kor. 11, 31. 32.) Es gibt aber wenig begnadigte Sünder, welche nach der ernstlichen, das ganze Leben umgestaltenden Reue, die durch ihre früheren Sünden hervorgerufenen Lasten und Streiche von Gottes Hand so willig, so demütig, so ohne jede Regung stolzer Empfindlichkeit tragen, wie David. Selbst ein Petrus vermochte das vor dem Pfingstfeste noch nicht. Die dreimalige Verleugnung war dem bitterlich Weinenden ganz vergeben. Aber das konnte die Gnade seines Meisters ihm nicht ersparen, dass er ein wenig von den Folgen seiner Verleugnung schmeckte. Mit einem heiligen, bis ins Leben dringenden Blick und Ton fragte er ihn vor allen Jüngern: „Simon Johanna, hast du mich lieb?“ Zweimal trug es Petrus. Als der Herr aber zum dritten Male fragte, als wenn er dem Worte des Jüngers nicht trauen könnte, da ward Petrus traurig, seine Empfindlichkeit regte sich. Es ist nicht zu verwundern, wenn es uns ähnlich geht, wie Petro. Denn die Neulinge im Glauben und in den Wegen Gottes sind von dem verderblichen Wahne geblendet, dass mit der Vergebung der Sünden auch die Folgen aufgehoben würden. Wirken diese dennoch nach, so werden sie leicht empfindlich, ungebärdig, gereizt, mürrisch, wankend im Glauben. Der freudige, dankbare Kindesgeist macht einem sauren Knechtsgeiste Platz. Da tuts not, ernst zu erkennen, dass dieselbe Gnade, welche die Sünde vergibt, ihre bittere Frucht uns kosten lässt. Auch dem, dessen Buße so unbedingt, lauter und tief ist, wie Davids, muss, was er angerichtet hat, fort und fort unter die Augen gestellt werden, damit er die Sünde immer ernster scheue, und immer rückhaltloser sich der Gnade in die Arme werfe. Wie David unter den von ihm selbst verschuldeten Nöten zu einem Vorbild des unter Leiden vollendeten Menschensohnes reif wurde, so werden wir, wenn Gottes Hand nach der Begnadigung unter seiner Rute uns fest hält, durch dieselbe zu Abbildern unsers Herrn bereitet. Müssen wir dann in den Schrecken der Trübsal auch bekennen: wir sind billig darinnen, denn wir empfangen, was unsere Taten wert sind! so haben sie doch den giftigen Stachel verloren, und öffnen nur unsere Augen, um immer glorreicher den Sieg der Gnade zu schauen. Nun geht heim, fallet auf eure Knie und preist euer Leben lang, so laut, so heiß ihr könnet, die Gnade Gottes, die aus den Gefallenen, aus den verlorenen Kindern Leute nach seinem Herzen zu schaffen vermag! Verloren warst du, gefallen bist du. Bist du auch umgewandelt zu einem Manne nach dem Herzen des Herrn? Amen.
Lobgesang.
Weise: Hosianna Davids Sohn.
Jauchze, juble, danke, fleh,
Wirf dich in den Staub, o Seele,
Der geliebt dich je und je,
Hat bedeckt all deine Fehle!
Siegreich aus der ganzen Welt,
Die so manches Herz betrogen,
Hat er dich zu sich gezogen
In sein hohes, heilges Zelt.
Sicher hab' ich dort gewohnt
Und beseligt alle Stunden;
Der ob Cherubinen thront,
Heilte meine tausend Wunden.
Hügel sanken, Berge auch,
Aber seine Treu und Gnade
Schirmte mich auf jedem Pfade,
Wie man schirmt den Stern im Aug.
Wie vergelt ich nun dem Herrn,
Was er tat an mir viel Armen?
Bis ich sterbe, will ich gern
Laut verkünden sein Erbarmen.
Für und für bleib ich dein Knecht;
Leite mich mit deinen Augen,
Wähl ich Wege, die nicht taugen,
Licht der Welt, bring mich zurecht.
Jauchze, juble, danke, fleh,
Rühme, Herz, das ewge Lieben,
Das durch Wonne dich und Weh
In des Vaters Schoß getrieben!
Fest, Herr, greif ich deine Hand,
Du wirst nimmer los mich lassen,
Bis die Stadt der goldnen Gassen
Mein verklärtes Auge fand!