Baur, Wilhelm - Lazarus von Bethanien und seine Schwestern

Baur, Wilhelm - Lazarus von Bethanien und seine Schwestern

Baur, Wilhelm - Lazarus von Bethanien und seine Schwestern - Vorwort.

Es gibt wohl im ganzen Neuen Testamente kein Kapitel, aus welchem die Herrlichkeit des eingeborenen Sohnes vom Vater voller Gnade und Wahrheit in schönerem Glanze leuchtete, als die Geschichte von der Auferweckung des Lazarus. Mancherlei wirkt zusammen, ihr ein eigentümlich köstliches Gepräge zu geben. Zuerst erscheint Der, welcher die Auferstehung und das Leben ist, hier gewaltiger als irgendwo, da Er den Toten, nicht wie das Töchterlein des Jairus sogleich nach dem letzten Atemzug, nicht wie den Jüngling von Nain auf dem Wege zum Grabe erweckt, sondern Einem, der schon vier Tage im Grabe gelegen war und zu verwesen begann, durch Sein Wort den Odem des Lebens wieder einhaucht. Sodann tritt der Heiland in das Haus in Bethanien nicht zum ersten Mal, da Trauer in ihm eingezogen war; Er hatte schon lange Lazarus lieb und Maria und Martha, und die drei Geschwister liebten Ihn wieder: das teilt der Geschichte den Hauch warmer Liebe mit. Und zuletzt ist es Johannes, der sie erzählt, der Jünger, der an des Herrn Brust lag, leiblich und geistig, und der Seine Herrlichkeit tiefer eingesogen und reiner wieder ausstrahlen ließ als irgendein andrer der Jünger. Dies Alles gibt unserer Geschichte ein wunderbares Ineinander von Heldenkraft und Herzensweichheit, von Adlersschwung zu der Seligkeit des Himmels und von mildem Herablassen zu dem Jammer der Erde wie auf Flügeln der Taube. Durch die Offenbarung dessen, der da heißt Kraft, Held und Ewigvater, zieht sich das Mitleid, das herzliche Erbarmen wie eine weiche Melodie, ein warmer Hauch. Und dass die Herrlichkeit des Herrn auch in dieser Geschichte anfangs verhüllt erscheint und nur dem Auge des Glaubens sich auftut, gibt uns den Eindruck, als ob wir durch heilige Morgendämmerung, in der das Licht mit der Nacht kämpft, in süßer Hoffnung, dass das Licht siegen werde, wandelten, bis die Sonne im reinsten Morgenglanze aus dem Blau des Himmels niederscheint.

Jeder fleißige Bibelleser weiß, dass es zwar alle Tage einen unbeschreiblichen Segen bringt, wenn wir in der Heiligen Schrift forschen, dass aber einzelne besonders gesegnete Tage sind, in denen es uns scheint, als habe uns der Vater selbst zu dem Sohne gezogen und die Herrlichkeit Desselben uns enthüllt. Das Wort Gottes ist durchaus Leben und Erfahrung, Geschichte und Tatsache. Darum kommt es häufig vor, dass uns plötzlich eine Geschichte, ein Psalm, eine Rede, die wir längst gekannt und geliebt, in einem ganz neuen Lichte erscheint, neue Kräfte des Trostes erschließt, neu geschenkt wird als ein festes, unentreißbares, individuelles Eigentum. Solche köstliche Geschenke erhalten wir dann, wenn Gott durch Seine Führung uns in dieselbe Lebenslage bringt, aus welcher die Geschichte stammt, in dieselbe Seelenstimmung, aus welcher das Wort unter Hilfe des Heiligen Geistes geboren ward, wenn wir das Wort des Herrn selbst erleben und erfahren können. Durch solches Erleben und Erfahren ward mir die Geschichte des Lazarus in den letzten Monaten zu eigen geschenkt. Ich habe sie, innerlich gedrängt, auf der Kanzel und in häuslicher Gemeinschaft ausgelegt und nachdem dies geschehen war, hielt sie mich noch immer so mächtig, dass ich glaubte, ich sollte auch niederschreiben, was ich von ihr erfahren und erlebt habe.

Das hab' ich denn getan und bringe dar, was ich empfing, in dem demütigen Gefühl, dass ich nicht ein Wörtlein zum Trost einer Seele und zur Stärkung ihres Glaubens reden kann, wenn es mir nicht aus Gnade gegeben wird, aber auch in der festen Zuversicht, dass es in des Herrn Macht stehe, das Wort, das Gottes Wort in uns erweckt, zu segnen. Darum bitte ich Gott, Er möge dies Büchlein nach Seiner Barmherzigkeit in den Seelen der Leser zur Befestigung des Friedens dienen lassen, ohne den uns in der Welt angst ist, und den uns die Welt nicht geben, aber auch nicht nehmen kann, weil er aus dem Glauben kommt, der die Welt überwindet.

Bischofsheim in Hessen, in der heiligen Adventszeit 1853.

Wilhelm Baur.


Baur, Wilhelm - Lazarus von Bethanien und seine Schwestern - Bethanien.

„Es lag aber Einer krank, mit Namen Lazarus, von Bethania, in dem Flecken der Maria und ihrer Schwester Martha. Maria aber war, die den Herrn gesalbt hatte mit Salben und seine Füße getrocknet mit ihrem Haare: derselbigen Bruder Lazarus war krank. Jesus aber hatte Martha lieb und ihre Schwester und Lazarus.“

„Jesus aber hatte Martha lieb und ihre Schwester und Lazarus.“ Liebe Christen, ihr fühlt es wohl gleich diesen Worten an, dass der Evangelist etwas Besonderes mit der Liebe Jesu zu den drei Geschwistern in Bethanien meinen muss? Das geht ja durch Sein ganzes Evangelium als eine fröhliche, tröstliche Botschaft hindurch, dass des Heilands Herz in Liebe zu allen Menschen bewegt war. Was soll es bedeuten, dass Er hier ausdrücklich sagt: Er hatte die Familie in Bethanien lieb?

Der eingeborene Sohn Gottes war in des Vaters Schoß, der die Liebe ist und freute sich der göttlichen Herrlichkeit, die Er hatte, ehe der Welt Grund gelegt war. Zwischen Vater und Sohn war Liebe das Band der Gemeinschaft. Der Vater liebte in dem Sohn den „Glanz seiner Herrlichkeit, das Ebenbild seines Wesens“ (Hebr. 1, 3), und der Sohn liebte in dem Vater die ewige Liebe, die Ihn selbst gezeugt und Ihn all Seiner Herrlichkeit teilhaftig gemacht hatte, also dass durch Ihn alle Dinge geschaffen wurden (Joh. 1, 3), und Er alle Dinge trägt mit seinem kräftigen Wort (Hebr. 1, 3). Liebe war das Leben, das Gott der Vater und der Sohn lebten. Aber die Menschen, die Gott aus Liebe dereinst geschaffen, ja nach Seinem Bilde geschaffen und zu Herren über Seine Kreaturen eingesetzt, hatten sich durch Hoffart aus Seiner Liebesgemeinschaft herausgerissen und die Sünde, die da ist der Liebe Tod, hatte das Bild Gottes in ihnen bis auf eine leise Spur zerstört und der Tod, der da ist der Sünde Sold, hielt Ernte unter ihnen. Da jammerte Gott das Elend seiner Kreaturen, Seine Liebe ward Barmherzigkeit und in ihr hat „Gott also die Welt geliebt, dass er Seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an Ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben“ (Joh. 3, 16). Der Sohn ward dem Vater gehorsam und kam in unser Elend herab, uns durch Liebe an des Vaters Herz zurückzuführen. Ob Er wohl hätte mögen Freude haben, erduldete Er das Kreuz (Hebr. 12, 2), ob Er wohl reich war, ward Er doch arm um unsertwillen (2 Kor. 8, 9). „Er entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an und ward gleich wie ein anderer Mensch und an Gebärden als ein Mensch erfunden“ (Phil. 2, 7). Dass Er aber in all Seiner Niedrigkeit Gottes eingeborener Sohn, in Gestalt des sündigen Fleisches die ewige Liebe blieb, das bezeugt die Liebe, die Er in seinem Erdenwandel gegen alle Menschen bewies. Da der, welcher die glühenden Himmelssterne einst geschaffen, im engen, dunklen Stalle auf Heu und Stroh gebettet war, da erklang die Botschaft des Engels zu den Hirten: „Fürchtet euch nicht, denn siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volke widerfahren wird, denn euch ist heute der Heiland geboren“ (Luk. 2, 10. 11), und es währte nicht lange, da kamen, vom Sterne geleitet, die Weisen aus dem fernen Morgenlande und breiteten ihre Schätze vor dem Kindlein aus. Als Er sein Werk im heiligen Lande begonnen hatte, ging Er in alle Städte und Märkte und heilte allerlei Seuche und Krankheit. Den Armen predigte Er Sein Evangelium und wie gerne hätte Er allen Reichen gezeigt, wie sie ins Himmelreich kommen könnten. Den Alten zeigte er, wie sie in Frieden sterben könnten, und die Kinder stellte Er dar als die Erben des Himmelreiches. Eine Schar von Männern sammelte Er um sich, und die Frauen fanden endlich in Ihm den, der sie aus der Verachtung hervorzog, und wurden treue Jüngerinnen. Er bewies zwar, indem Er selbst fast nur im jüdischen Lande lehrte, dass dem Volke Israel zuerst das Evangelium sollte gepredigt werden. Aber doch mied Er Samaria nicht und verkündigte der Samariterin die Zeit, da man weder zu Jerusalem noch auf dem Berge Garizim anbeten werde; doch sprach Er auch zu dem kanaanäischen Weibe, nachdem Er sie geprüft und bewährt gefunden: „O Weib, dein Glaube ist groß!“ und zu dem römischen Hauptmann in Kapernaum: „Solchen Glauben habe ich in Israel noch nicht gefunden.“ Der ganzen Menschheit Heil lag auf Seinem hohenpriesterlichen Herzen, als Er in der Nacht vor Seinem Leiden betete: „Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die so durch ihr Wort an mich glauben werden, auf dass sie alle eines seien, gleich wie du, Vater, in mir und ich in dir“ (Joh. 17, 20 und 21). Und fürwahr! - Er trug unser aller Krankheit und lud auf sich unser aller Schmerzen, um unser aller Missetat willen ist er verwundet und um unser aller Sünde willen zerschlagen, als Er am Kreuze rief: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? und es war für uns alle die Botschaft unserer Erlösung, als er sagen durfte: es ist vollbracht! und neigte das Haupt und verschied. Vor Christo gilt kein Ansehen der Person: Er hat alle geliebt. „Hier ist kein Jude noch Grieche, hier ist kein Knecht noch Freier, hier ist kein Mann noch Weib: denn sie sind allzumal Einer in Christo“ (Gal. 3, 28). Und dass unser Herr und Heiland die ganze Menschheit ohne Unterschied geliebt, dass Er sie zuerst geliebt, dass Er die Sünder geliebt, dass Er sie geliebt ohne Hoffnung auf Lohn, dass Er nur geben wollte, auch da wo Er nicht empfing, liebe Christen, darinnen erkennen wir den Sohn des Gottes, der die Liebe ist, daraus merken wir, dass auch in dem Herzen, das menschliches Leid und irdische Angst fühlte, die heilige, ewige Liebe wohnte, dass auch in der Knechtsgestalt jener Herr noch zu erkennen ist, durch den alle Dinge gemacht sind und der darum nicht ruht und rastet, alle Dinge von dem Verderben zu erlösen.

Aber - „Jesus hatte Martha lieb und ihre Schwester und Lazarus.“ Hier ist nicht allein jene Erlöserliebe gemeint, die Er gegen alle Menschen trug, sondern eine Freundesliebe, die gerade diesen Menschen gilt. Das ist nicht eine Liebe, die gibt, ohne Hoffnung, zurückzuempfangen; sondern eine Liebe, die darum so warm glüht, weil ihre ersten Funken in der Freunde Seelen Flammen der Liebe entfachten. Hier tritt uns nicht der Gottessohn entgegen, sondern der Menschensohn. Ja diese Liebe ist uns ein neuer Beweis, dass Er wahrhaftig geworden ist wie unser Einer, nur ohne Sünde, und dass Er darum all unser Leid und unsere Freude mit empfinden, unsere Gedanken und Wünsche verstehen kann. Er hat ein menschlich Herz wie wir, und dies menschliche Herz bedarf eines anderen Menschenherzen, an dem es ruhen kann. Wie der Vater so liebt Gottes Sohn alle Menschen, aber des Menschen Sohn bleibt gerne da, wo Gegenliebe sich regt. Er möchte ein Echo hören auf Seine freundliche Hirtenstimme, den Glanz Seiner Herrlichkeit aus Menschenaugen widerstrahlen sehen. Es tut Ihm wohl, in der weiten, weiten Menschheit, die Er mit Seiner großen Liebe umfasst, ein einzelnes Herz zu wissen, von dem Er sicher erkannt, warm geliebt wird. Zwölf Jünger hat Er sich ausgewählt, sie in alle Welt zu senden; aber Einer ist unter ihnen, den Er lieb hat. Das ist Johannes, der an Seiner Brust liegen, der in nächster Nähe Seine Herrlichkeit schauen und ihre Strahlen auffassen, der in innigster Vertrautheit Liebe empfangen und geben darf. Das ist Johannes, der, als der Heiland, der seine Jünger geliebt bis ans Ende, von allen anderen verlassen am Kreuze hängt, noch treu ans Kreuz sich lehnt und des Freundes letzten Willen vernimmt: „Sohn, siehe, das ist deine Mutter!“ In wie viele Häuser ist der Heiland eingetreten und hat Liebe gegeben aber ein Haus ist, da geht Er hin, wenn Er Liebe empfangen will, da ruht Er sich aus, wenn die Hitze des Tages Ihn müde, da findet Er Stille, wenn der Lärm der Welt Ihm bange gemacht, da sucht Er die treuen Freundeshände, wenn die Pharisäer die Hände feierlich gegen Ihn erhoben haben. In jener Liebe zu allen Menschen ist Er unser Hohepriester, der für uns sich hingibt; in dieser Sonderliebe ist Er unser Vorbild, dem wir nachfolgen sollen in seinen Fußtapfen. Wie Er die Familie in Bethanien geliebt hat, so sollen wir die lieben, mit welchen uns Gott durch Sonderliebe verbunden hat. Die Sonderliebe ist durch des Heilandes Liebe zu einer einzelnen Familie geweiht.

Und wer waren die hochbegnadigten Menschen, die der Heiland lieb hatte? O liebe Christen, lasst uns sie aufsuchen, lasst uns Einkehr halten in dem Haus, da unser Heiland so gerne einkehrte. Wir gehen von Jerusalem gen Osten hinab, schreiten über den Bach Kidron; Gethsemane zur Seite lassend, steigen wir den Ölberg hinan und wieder hinab in einem Stündlein sind wir in Bethanien, einem Dorfe, am östlichen Abhang des Ölbergs gelegen. Da lebt das Geschwisterkleeblatt in süßer Eintracht und seliger Stille, Lazarus, Martha und Maria.

Von Lazarus berichtet das Evangelium außer der Geschichte von seiner Krankheit, seinem Tod und seiner Auferweckung und dass er kurz vor des Heilands Leiden noch einmal mit Ihm zu Bethanien zu Tische gesessen, nichts weiter, als dass ihn der Heiland lieb hatte, mit besonderer Liebe, mit der Liebe des Freundes. Nicht hat Lazarus den Heiland zuerst geliebt und dieser ihm dann Seine Liebe als Lohn geschenkt. Ach nein, auch dem Lazarus musste der Heiland mit Liebe entgegenkommen, auch zu ihm musste Er zuerst Worte voll Geistes und Lebens sprechen. Er ließ Seine Gnade und Wahrheit in das Gemüt des Mannes scheinen. Aber dies Gemüt war offen und weich, und sobald die ersten Liebesstrahlen hinein gefallen waren, fing die innigste Gegenliebe zu glimmen an. Lazarus erkannte, dass dieser Jesus von Nazareth die Angst der Sünde von ihm nehmen, jedes Leid der Seele lindern, jedes Sehnen stillen könne. Der Himmel tat sich vor ihm auf in des Heilands Liebe, und mit Seiner Liebe ergriff er die Freuden des Himmels. Und als Jesus sah, dass neues Leben in des Lazarus Seele aufging, dass sie zu ihm sich wendete, wie die Blume zur Sonne, dass Lazarus hinfort nichts mehr dachte, fühlte, tat ohne ihn, ward Er fröhlich im Geist und neigte sich in zärtlichster Liebe zu ihm herab und ließ ihn immer tiefere Blicke in Seine Herrlichkeit, immer vollere Züge aus dem Brunnen des ewigen Lebens tun. Warum hat Er ihn nicht unter seine Jünger genommen? Waren die Zwölfe schon ausgewählt, als der Herr zum ersten Mal diese Seele ohne Falsch kennen gelernt? Glaubte der Heiland, er werde im stillen Dörflein gesegneter wirken als draußen im heißen Kampfe mit der Welt? Wir wissen es nicht; aber das wissen wir, dass nicht allein solche zu des Herrn Jüngern gehören, die da in alle Welt hinausgehen, das Evangelium zu predigen und die durch ihre gewaltige Predigt einen Namen haben unter den Völkern, sondern auch solche, die im engsten Kreise, im unscheinbarsten Stillleben nichts weiter wollen und nichts weiter können als durch Christum Kinder Gottes sein. Von der Welt abgeschieden führen sie ihr Leben in Gott. Da ihnen Großes nicht übergeben ist, beweisen sie Treue im Kleinen. Sie unternehmen nichts Außerordentliches, sie haben nicht die Gabe der Rede, die die Herzen gewaltig aufrüttelt. Aber ihre Worte sind einfältiger Weisheit voll, ihr Leben ist lauter, auf ihrem Angesichte ruht der Friede, den die Welt nicht geben kann. Und wer einen solchen Jünger Jesu sieht, dem wird der Friede im eigenen Herzen gestärkt, der fasst neue Liebe zu dem Heiland, der schon auf Erden so selig machen kann. Wir müssen uns hüten, eigene Gedanken in die Schrift hineinlegen zu wollen; aber da der Heiland den Lazarus lieb hatte und da sein Leben so verborgen bleibt, denken wir uns gerne, dass er zu den Stillen im Lande, zu den seligen Kindern Gottes gehörte, denen der Herr den Sinn gegeben, um den ein Stiller im Lande vor hundert Jahren gebetet hat:

Du durchdringest Alles,
Lass Dein Licht mich spüren,
Kräftiglich das Herz mich rühren:
Wie die zarten Blumen
Willig sich entfalten,
Und der Sonne stille halten:
Lass mich so,
Stille froh,
Deine Strahlen fassen
Und Dich wirken lassen.

Mache mich einfältig,
Innig, abgeschieden,
Sanfte und im stillen Frieden;
Mach mich reines Herzens,
Dass ich Deine Klarheit
Schauen mag in Geist und Wahrheit:
Lass mein Herz
Überwärts
Wie ein Adler schweben
Und in Dir nur leben.

Die beiden Schwestern Martha und Maria hat uns der Evangelist Lukas, gleich einem geschickten Maler, mit wenigen Strichen sehr kenntlich gezeichnet. „Es begab sich, da Jesus wandelte mit Seinen Jüngern, ging Er in einen Markt. Da war ein Weib mit Namen Martha, die nahm Ihn auf in ihr Haus. Und sie hatte eine Schwester, die hieß Maria: die setzte sich zu Jesu Füßen und hörte seiner Rede zu. Martha aber machte sich viel zu schaffen, Ihm zu dienen. Und sie trat hinzu und sprach: Herr, fragst Du nicht danach, dass mich meine Schwester lässt allein dienen? Sage ihr doch, dass sie es auch angreife. Jesus aber antwortete und sprach zu ihr: Martha, Martha, du hast viel Sorge und Mühe: Eins aber ist Not. Maria hat das gute Teil erwählt, das soll nicht von ihr genommen werden“ (Luk. 10,38-42).

War die Martha ein Weltkind, das über dem Irdischen den Himmel vergaß, den ihr Jesus bringen wollte? O nein, sie hat sich ja nicht viel Sorge und Mühe gemacht, um reich zu werden, sie ist ja nicht von der Küche zum Keller, vom Keller zur Küche auf und ab, vom Haus zum Garten, vom Garten zum Haus hin und hergelaufen, um sich selbst zur Lust ein Mahl zuzurichten, sie hat auch nicht ihr Bestes aufgetischt, um Ehre davon zu haben; die Liebe zu dem teuren Gast, der in ihrem Hause eingekehrt war, trieb sie zu all der Arbeit; dem Heiland wollte sie dienen, dem Heiland wollte sie Gutes erweisen, das machte ihr Sorge und Mühe. Und war Maria dem irdischen Geschäfte ganz abgeneigt, so dass sie himmelssehnsüchtig vergaß, was ihr noch auf Erden zu tun befohlen war? O nein, die Martha klagt nicht, dass sie überhaupt dem irdischen Beruf sich entziehe, sondern nach der genaueren Übersetzung sagt sie zu dem Heiland: „Herr, fragst du nicht danach, dass mich meine Schwester verlassen hat, dir allein zu dienen?“ Sie hat also den Tag über ihre Haushaltungsgeschäfte auch besorgt; aber wie der Heiland über die Schwelle tritt, da lässt sie das Spinnen oder Nähen, das Graben oder Jäten, das Kochen oder Spülen, sie eilt zu Ihm hin, setzt sich zu Seinen Füßen und hört Seiner Rede zu. Sie kennt den Durst des, der am Brunnen zu Sichar über dem Gespräch vom Wasser des Lebens das irdische Wasser vergessen, und den Hunger des, dem die Speise, Gottes Willen zu tun, lieber war als das Brot, das die Jünger ihm boten (Joh. 4): Ihn dürstete, ihre arme Seele zu retten, Ihn hungerte, sie einzuladen zu dem großen Abendmahl in Seines Vaters Hause.

Ihr Frauen und Jungfrauen, wie sind eure Bilder getroffen in diesen beiden Schwestern! Wunderbar ist es, dass beide so verschieden erscheinen und doch so ganz und gar Frauen. Wer möchte entscheiden, welche Sinnesart weiblicher ist, jene häusliche Vielgeschäftigkeit, oder dieses innige Sichversenken der Liebe in die Liebe des Heilands? Und wenn jedes tiefere Gemüt sich schnell zu der frommen Jüngerin hingezogen fühlt, die zu des Heilands Füßen Alles vergisst, Alles lässt, weil sie den Einen gefunden, der Alles in Allem ist, wer möchte doch jenen Sinn der Martha verurteilen, der Heiterkeit und Bequemlichkeit ins Haus bringt, der in Küch' und Keller dafür sorgt, dass dem müden Freunde, der einkehrt, Erquickung, dem Bettler, der anklopft, Unterstützung geboten werden kann? Und doch der Heiland spricht sein Urteil: „Martha, Martha, du hast viel Sorge und Mühe; Eines aber ist Not. Maria hat das gute Teil erwählt, das soll nicht von ihr genommen werden.“ Ja, liebe Seele, Eins ist Not. All die vielen Dinge, die du treiben magst, sind nicht Not; sollen sie einen Wert haben, so können sie ihn nur erhalten, durch das Eine, was Not ist. Liebe Seele, dein Gott ist dir Not! In der Welt hast du Angst, weil sie den Frieden Gottes nicht geben kann, ohne den dir mitten in ihren Freuden immer wieder bange ist. Bei keiner Kreatur kannst du den Frieden finden. Sie sind alle von Gott abgefallen und ihr ängstliches Seufzen harret auf die Offenbarung der Kinder Gottes. Aller Reichtum der Erde, jede Behaglichkeit dieses irdischen Lebens kann dich vor dem. Hunger und Durst in jenem Leben nicht schützen und dir das Tröpflein Wasser nicht bieten, nach dem dann deine Zunge vielleicht lechzt. Auch die Gemeinschaft deines Volkes, deiner Familie, deiner Freunde, so edle Freuden sie dir bieten mag, kann doch das geheime Sehnen nicht stillen, was dich manchmal in der frischesten Gesundheit, im höchsten Wohlstand erfasst und gar in Kreuz und Leid dich fast überwältigt. Du bedarfst des Friedens, den du verloren, weil du durch die Sünde vom Herzen Gottes losgerissen bist. Aber wie magst du ihn in den Kreaturen suchen, die mit dir sich sehnen und ängsten? Zum Schöpfer musst du zurück, von dem löchrigen Brunnen zur Quelle des Lebens, vom Dienste der vergänglichen Dinge zur ewigen Liebe an Gottes Herz. Dahin steht dein geheimes Sehnen. Wer zeigt dir den Weg? Dein Gott ist das Eine was dir Not tut, wer gibt dir Ihn wieder? Kein andrer als Sein eingeborener lieber Sohn Jesus Christus. Der ist herab gekommen, um dein Heimweh zu stillen, um die Kluft, die deine Sünde gerissen, durch Gnade auszufüllen, um dir die Hand zu reichen und dich ans Herz des Vaters zurückzuführen, wohin du gehörst. Und wenn du deinen Gott wieder hast, wenn du wieder Sein Kind bist, o dann hast du mit Ihm Alles gewonnen; Armut, Krankheit, Schande ist dir kein Verlust mehr. Dann leuchtet Er dir auch aus der Pracht des Himmels und der Erde, dann bringst du ihn mit in dein Amt, zu deinen Freunden, deinen Lieben - du hast ihn in Allem. Von der Sonne im Mittelpunkt gießt sich Licht über alle Räume, von der Quelle des Lebens fließt Lebenswasser in alle Kreaturen. Dein Gott ist dir Not. Und wenn denn Er das Eine ist was Not tut und wenn Jesus Christus der Weg und die Wahrheit ist und das Leben, und Niemand zum Vater kommt, denn durch Ihn wie wohl hat Maria getan, zu Seinen Füßen sich zu setzen, wie wohl hat es der Heiland gemeint, da Er der Martha zurief: „Du machst dir viel Sorge und Mühe. Eins aber ist Not!“

Und wie gut wird es sein für eure Seelen, liebe Frauen und Jungfrauen, wenn ihr euch ernstlich prüft: hab ich das Eine gefunden? Oder mühe ich mich noch in dem Vielen? Liebe Seele, bist du Maria oder Martha? Die Martha denkt: hat Er mich geliebt, so will ich Ihn wieder lieben und Ihm, der Alles für mich gegeben hat, geben was Haus und Hof, Küche und Keller bietet. Die Maria: Er hat mich geliebt, aber ich will mich noch immer in den Sonnenschein seiner Liebe setzen, dass mein hartes Herz ganz schmelze, und was könnt ich dem, der nach Lust und Pracht der Welt nichts fragt, anders geben als mein Herz? Die Martha denkt: das Hören des Wortes macht es nicht aus, man muss auch danach tun. Die Maria: ach, ich habe von Seinen teuren Worten noch gar wenig in meine Seele empfangen. Soll ich nun die köstliche Zeit, die Er in meiner Nähe ist, unstet umher wirtschaften? O nein, zu Seinen Füßen will ich mich setzen, und Seine Rede hören. Die Martha denkt: der Glaube, so er nicht Werke hat, ist tot an ihm selber. Die Maria: ja freilich, aber es wird kein rechtes Werk zu Stande kommen, wenn nicht die Glaubensflamme in mir entzündet ist. Jetzt ist Er da, der die zündenden Funken in mein Gemüt werfen kann, das will ich mir zu nutz machen. Die Martha spricht: bet' und arbeit', so hilft Gott allezeit! und spricht das Arbeit viel stärker als das Bet'. Die Marie: ich vermag nichts ohne Ihn, so will ich Ihn denn erst im Gebet ins Herz fassen, das wird denn ein viel fröhlicheres, gesegneteres Arbeiten geben als vorher. Beide lieben den Heiland; aber der Fehler der Martha besteht darin, dass sie mehr Liebe ausgeben will, als sie eingenommen hat. Der Maria Tugend ist es aber, dass sie die Zeit benutzt, um Liebe von dem, der aller Liebe Fülle ist, einzunehmen, damit sie nicht zu bald wieder Alles ausgegeben habe.

Und wie köstlich duftet diese Liebe, einer im Verborgenen aufgeblühten dunkelroten Rose vergleichbar, in den letzten Tagen des Herrn. Denn Maria war, wie der Evangelist sagt, „die den Herrn gesalbt hatte mit Salben und seine Füße getrocknet mit ihren Haaren.“ Das war sechs Tage vor dem letzten Osterfeste, das der Heiland hienieden feierte. Noch einmal war Er bei Seinen Lieben in Bethanien eingekehrt: Sein Lazarus saß wieder an Seiner Seite, Martha diente Ihm, aber Maria nahm ein Pfund Salbe, von ungefälschter, köstlicher Narde und salbte die Füße Jesu und trocknete mit ihrem Haare Seine Füße: das Haus aber ward voll von dem Geruche der Salbe. Der Jünger, der den Herrn verriet, war in seinem Mammonssinne über diese Verschwendung erzürnt. Aber Jesus sprach: „Lasst sie in Frieden. Arme habt ihr allezeit bei euch, mich aber habt ihr nicht allezeit.“ (Joh. 12, 1-8.) Liebe Seele, wunderst du dich vielleicht auch hier über des Heilands Urteil? Will es dir scheinen, als ob es besser gewesen wäre, den klugen Sinn des Judas zu loben, aber die schwärmerische Liebe der Maria in die rechten Grenzen zu weisen, weil ja doch die werktätige Liebe gegen die leidende Menschheit gewiss mehr Wert habe als die persönliche Liebe zu dem Erlöser, der von diesem Liebeserguss keinen Nutzen hatte? Merke dir dieses! Alle wahrhaftige Liebe ist persönliche Liebe. Jene allgemeine Menschenliebe, welche „Millionen umschlingt“ und einen „Kuss der ganzen Welt“ gibt, steht in Worten, aber nicht in der Kraft. Wir sollen aber nicht lieben mit Worten, noch mit der Zunge, sondern mit der Tat und mit der Wahrheit.“ (1 Joh. 3, 18.) Die allgemeine Menschenliebe kann zu keiner Wahrheit und zu keiner Tat kommen, sie sei denn persönliche Liebe zu Gott und zum Heiland. Menschen, die nicht durch besondere Bande mit mir verbunden sind, kann ich nur wahrhaft lieben, weil ich das Ebenbild Gottes in ihnen sehe. Die Liebe zu Gott treibt mich alle die zu lieben, die Sein Ebenbild an sich tragen. Und wenn ich nun wahrnehme, dass in den sündigen Menschen das Ebenbild Gottes so gar verschüttet und entstellt und ganz auszulöschen in Gefahr ist, da jammert mich des Elends und ich möchte jedes Menschenkind wieder zu einem Kinde Gottes erklärt sehen, das Sein Bildnis deutlich an sich trägt. Und wenn ich nun erkenne, dass in Jesus Christus das Ebenbild des Wesens Gottes, der Abglanz Seiner Herrlichkeit ist, so erfasst mich zu Ihm die innigste Liebe und ich möchte alle Brüder durch Ihn zum Bilde Gottes erneuert sehen und wo mir aus einem Menschen das Bild Christi entgegenleuchtet, da wird mir heimisch zu Mute, da gibt es ein herzliches Hin und wieder brüderlicher Liebe. Nur die persönliche Liebe zu Gott und dem Sohne ist eine Gewähr, dass die Liebe zu der Menschheit wahrhaftig ist und Stand hält. Darum freut sich der Heiland über die Glut der Liebe, die Maria zu Ihm hat. Er weiß wohl, dass eine Liebe, die an Seiner Person haftet und jetzt ihrer leiblichen Erscheinung die höchste Ehre antut, sich dann, wenn Er in des Vaters Herrlichkeit zurückgekehrt sein wird, über die Seinen ausbreiten, mit den treuen Händen, die jetzt Seine Glieder salben, auch dann gerne Seine Glieder, die Glieder des Leibes, davon Er das Haupt ist, salben und eifern wird, die zerstreuten Glieder der Menschheit alle an dies Haupt zu fügen. Und darum lässt Er sie gewähren. -

So ist denn Maria der demütige Glaube, aus dessen Boden die Liebe am duftigsten aufblüht, Martha die werktätige Liebe, die aber gerne vergisst, ihre Wurzel, den Glauben, zu tränken aus dem Quell des Gebetes und Wortes. Beide, der Glaube und die Liebe, sollen ungeschieden bleiben, wie Brennen und Leuchten vom Feuer. Aber der Glaube muss zuerst da sein, sonst gibts keine Liebe. Der Glaube ist die Wurzel, die Liebe der Spross. Je kräftiger die Wurzel, desto grüner die Zweige. Darum wer Liebe üben will, der setze sich zuvor zu des Heilands Füßen, damit durch Sein Wort der Glaube in ihm geboren werde. Wer die Menschen lieben will, der werde erst warm in der Liebe des Heilands, ohne den sie verloren sind. O ihr Frauen und Jungfrauen, ihr habt die Martha und die Maria im Bilde gesehen: welches ist euer Bild? Seid ihr von Natur geneigt, euch viel Sorge und Mähe zu machen, ach, vergesst das Eine nicht, was Not tut! Lasst nicht ab vom Gebet, forscht in der Schrift, sucht den Herrn im Sakrament! Ihr anderen aber, die ihr gerne stille sitzet und des Herrn Rede hört und glaubt, ihr tut wohl daran, aber die Liebe muss aus dem Glauben kommen und wie die Salbe der Maria euer ganzes Haus durchduften: an dem stillen Frieden, der drinnen waltet, an der Ordnung und Reinlichkeit, die den Eintretenden lockt, sich niederzulassen, an dem einträchtigen Ineinanderwirken aller Hausgenossen, soll man spüren: hier wohnt wahrhaftig Maria! Wir Männer und Jünglinge aber, die wir ins Leben hinaus müssen und schwer zur stillen Sammlung kommen in dem Einen was Not tut, o wie unentbehrlich sind uns das Gebetskämmerlein im Hause, das Bibelbuch auf dem Tische, die Stunden des Gottesdienstes und der ganze Sonntag! An der Marthageschäftigkeit fehlt es nicht in unseren Tagen. O dass die Marienstille und Andacht sich dazu gesellte und es wäre überall ein Bethanien zu finden.

Ein Bethanien - liebe Freunde, wir wissen. jetzt, was das bedeutet. Das ist ein Haus, das der Herr lieb hat und in welchem alle Hausgenossen ihn lieben und in Seiner Liebe sich untereinander lieben. Da hat Er Seine segnende Hand auf die ineinandergeschlungenen Hände der Ehegatten gelegt, da nimmt Er die Kindlein auf den Schoß, herzt, küsst und segnet sie, da zeigt er den Großvätern und Großmüttern in seiner Gnade und Wahrheit den Quell der Vergnügung, und Knechte und Mägde lernen, wie köstlich es für den ist, zu dienen, der die herrliche Freiheit der Kinder Gottes geschmeckt hat. So gerne alle nach dem Himmel schauen, wo ihr Vaterland ist: stehen sie doch fest auf der Erde und auch der irdische Beruf ist allen heilige Freude, weil der Himmel durch den Glauben sich in ihr Gemüt gesenkt. Kehrt Glück ein, so ist der erste Jubel darüber ein Lobgesang zu Gott und die Freude bleibt eine demütige Freude in dem Herrn. Im Leid beweisen sie sich als die Traurigen aber allezeit fröhlich. Die Kraft der Männer ist nicht gebunden, aber gemildert von der Liebe. Die Weichheit der Frauen wird nicht weichliches Schmachten und Sehnen, sondern sie nimmt den auf, der ihre Kraft werden kann. Der Friede Gottes wohnt in dem Hause: kein raues Wort wird gehört, keine gewaltsame Gebärde gesehen. Als in der Gegenwart des Heilands geht alles züchtig zu und die Rede ist lind und allezeit gesalzen vom Worte Gottes. Das Wort ist täglich Brot, das Gebet schöpft ohne Unterlass aus dem Brunnen des Lebens: und die lautesten Klänge, die gehört werden, das sind die geistlichen, lieblichen Lieder, in welchen Aller Seelen vereint zu dem treuen Heiland sich aufschwingen, der so freundlich sich zu ihnen geneigt hat. Siehe in Bethanien eine Hütte Gottes bei den Menschen, eine Weissagung auf die ewige droben im himmlischen Jerusalem, da Er bei ihnen wohnen wird und sie werden Sein Volk sein und Er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein. Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen: und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid, noch Geschrei, noch Schmerzen wird mehr sein!“ (Offenb. 21, 3. 4.) O liebe, liebe Seele, fasst dich denn nicht ein Sehnen nach Bethanien? Ist dein Haus ein Bethanien? Soll es länger ohne den Heiland bestehen? Willst du denn die Seligkeit nicht haben, die dir umsonst geboten wird? Ach, wenn du hier nicht ernstlich gestrebt hast, in Bethanien zu wohnen, wo wirst du droben wohnen?

Wohl einem Haus, wo Jesus Christ
Allein das All in Allem ist!
Ja, wenn er nicht darinnen wär:
Wie finster wärs, wie arm und leer!

Wohl, wenn der Mann, das Weib, das Kind
Im rechten Glauben einig sind:
Zu dienen ihrem Herrn und Gott
Nach Seinem Willen und Gebot!

Wohl, wenn das Räuchwerk im Gebet
Beständig in die Höhe geht,
Und man nichts treibet fort und fort
Als Gottes Wort und Gottes Wort!

So mach ich denn zu dieser Stund
Samt meinem Hause diesen Bund:
Wich alles Volk auch von Ihm fern,
Ich und mein Haus stehen bei dem Herrn!

Amen.

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