Allioli, Joseph Franz von - Psalter
Begründet durch die Übersetzung aus der Vulgata unterscheidet sich die Nummerierung der Psalmen bei Allioli von derjenigen der heute gebräuchlichen Übersetzungen, welche sich diesbezüglich an der Einteilung Robert Estiennes ausrichten.
Die griechische und unsere lateinische Übersetzung weichen hier von der Art, wie im hebräischen Texte gezählt wird, ab, indem sie Psalm 9 und 10 mit einander verbinden und daher hinter dem hebräischen Text um eine Zahl zurückbleiben, bis zu Psalm 147, den sie in zwei Psalmen zerteilen und so wieder nachkommen; sie verbinden auch Ps. 114 und 115, teilen aber sogleich Ps. 116 in zwei ab, so dass jene Abweichung wieder aufgehoben wird. Ich habe die Nummerierung an die heute gebräuchliche angepasst.
Psalm 1
Glückseligkeit des Frommen. Verderben des Gottlosen.
1. Glückselig der Mann, der nach dem Rate der Bösen nicht geht, und auf dem Wege der Sünder nicht steht, und auf dem Stuhle der Pestilenz nicht sitzt;
2. sondern im Gesetze des Herrn seine Lust hat, und in seinem Gesetze betrachtet Tag und Nacht!
3. Und er wird sein wie ein Baum, der gepflanzt ist an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit; und sein Laub wird nicht abfallen, und alles, was er tut, wird gelingen.
4. Nicht so die Gottlosen, nicht so! sondern wie Staub, den der Wind von der Erde aufweht.
5. Darum bestehen die Gottlosen nicht im Gerichte; und die Sünder nicht in der Versammlung der Gerechten.
6. Denn der Herr kennet den Weg der Gerechten; und der Wandel der Gottlosen führet zum Verderben.
Psalm 2
Vom Reiche Christi, des Sohnes Gottes, und seinen Feinden.
1. Warum toben die Heiden, und sinnen die Völker auf Eitles?
2. Es stehen auf die Könige der Erde, und kommen zusammen die Fürsten wider den Herrn, und wider seinen Gesalbten.
3. „Lasst uns zerreißen ihre Bande, und von uns werfen ihr Joch!“
4. Der im Himmel wohnet, lachet ihrer, und der Herr spottet ihrer.
5. Dann redet er zu ihnen in seinem Zorne, und verwirret sie in seinem Grimme.
6. „Ich aber bin als König von ihm über Sion gesetzt, seinen heiligen Berg, und verkündige sein Gesetz.“
7. „Der Herr hat zu mir gesagt: Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.“
8. „Begehre von mir, so will ich dir geben die Heiden zu deinem Erbe, und zu deinem Eigentume die Enden der Erde.“
9. „Du wirst sie beherrschen mit eisernem Zepter, und wie Töpfergefäß sie zertrümmern.“
10. Und nun, ihr Könige, verstehet: lasst euch weisen, die ihr Richter seid auf Erden!
11. Dienet dem Herrn in Furcht, und frohlocket ihm mit Zittern!
12. Ergreifet die Zucht, dass nicht etwa zürne der Herr, und ihr zum Untergange gehet vom rechten Wege;
13. wenn in kurzem sein Zorn aufbrennt; selig alle, die vertrauen auf ihn!
Psalm 3
Trost in Gott, und Vertrauen zu ihm.
1. Ein Psalm Davids, da er floh vor dem Angesichte Absaloms, seines Sohnes.
2. Herr, wie haben sich gemehrt, die mich bedrängen! Viele stehen auf wider mich.
3. Viele sagen zu meiner Seele: Für sie ist kein Heil bei ihrem Gott!
4. Du aber, o Herr, nimmst mich auf; bist meine Ehre, und erhebest mein Haupt.
5. Mit meiner Stimme habe ich gerufen zu dem Herrn; und er hat mich erhört von seinem heiligen Berge.
6. Ich schlief, und sank in tiefen Schlaf, und stand wieder auf; denn der Herr nahm mich auf.
7. Ich fürchte nicht Tausende des Volkes, das mich umgibt; erhebe dich, Herr, erlöse mich, mein Gott!
8. Denn du hast alle geschlagen, die mir feind waren ohne Ursache; hast zermalmet die Zähne der Sünder.
9. Bei dem Herrn ist das Heil; und dein Segen kommt über dein Volk.
Psalm 4
Trost, Ruhe und Freude in Gott.
1. Zum Ende unter den Liedern, ein Psalm Davids.
2. Da ich rief, erhörte mich der Gott meiner Gerechtigkeit; in der Trübsal hast du mir Raum gemacht. Erbarme dich meiner, und erhöre mein Gebet!
3. Ihr Menschenkinder! wie lange ist noch schwer euer Herz? Warum liebt ihr die Eitelkeit, und suchet die Lüge?
4. Wisset doch, dass der Herr Wunder getan an seinem Heiligen; der Herr höret mich, wenn ich zu ihm rufe.
5. Zürnet ihr, so sündiget nicht; was ihr sprechet in eurem Herzen, das bereuet auf euern Lagern.
6. Opfert ein Opfer der Gerechtigkeit, und hoffet auf den Herrn! Viele sagen: Wer wird uns Gutes sehen lassen?
7. Das Licht deines Angesichtes, Herr, ist gezeichnet über uns; du hast Freude in mein Herz gegeben!
8. Von der Frucht des Getreides, des Weines, und ihres Öles sind sie reich geworden.
9. Ich schlafe darüber in Frieden, und ruhe;
10 denn du, Herr, hast mich sonderlich festgestellt in der Hoffnung!
Psalm 5
Gebet um Hilfe. Zuversicht zum Siege der guten Sache.
Zum Ende, für die, so das Erbe erhält, ein Psalm Davids.
2. Nimm, o Herr, zu Ohren meine Worte; merke auf mein Geschrei!
3. Hab Acht auf die Stimme meines Gebetes, mein König und mein Gott!
4. denn zu dir will ich beten; Herr, des Morgens wirst du hören meine Stimme,
5. des Morgens will ich vor dir stehen und betrachten; denn du bist kein Gott, der Unrecht liebt.
6. Und der Böse weilet nicht bei dir, noch verbleiben die Ungerechten vor deinen Augen.
7. Du hassest alle, die Böses tun, verderbest alle, die Lügen reden; den Mann des Blutes und Truges verabscheuet der Herr.
8. Ich aber will eingehen in dein Haus in der Fülle deiner Barmherzigkeit; will anbeten in deiner Furcht nach deinem heiligen Tempel hin.
9. Herr, führe mich in deiner Gerechtigkeit; um meiner Feinde willen richte vor deinen Augen meinen Weg!
10. Denn in ihrem Munde ist keine Wahrheit; ihr Herz ist eitel;
11. ein offenes Grab ist ihr Rachen, mit ihren Zungen handeln sie betrüglich, richte sie Gott! Lass sie abfallen von ihren Anschlägen, stoß sie hinaus nach der Menge ihrer Missetaten; denn sie haben dich gereizt, o Herr!
12. Aber freuen werden sich alle, die auf dich hoffen; sie werden ewiglich frohlocken, und du wirst in ihnen wohnen. Und alle, die deinen Namen lieben, werden sich rühmen in dir;
13. denn du wirst segnen den Gerechten. Herr, wie mit einem Schilde hast du mit deinem guten Willen uns gekrönt.
Psalm 6
Bußgebet.
Zum Ende unter den Liedern, ein Psalm Davids für die Octav.
2. Herr, straf' mich nicht in deinem Grimme, und züchtige mich nicht in deinem Zorne.
3. Erbarme dich meiner, o Herr! denn ich bin schwach; heile mich, Herr! denn meine Gebeine zittern;
4. und meine Seele ist sehr bestürzt: aber du, o Herr, wie lange?
5. Wende dich, Herr, und errette meine Seele; hilf mir um deiner Barmherzigkeit willen.
6. Denn im Tode ist keiner, der deiner gedenket; und in der Hölle, wer wird da dich loben?
7. Ich hab' mich abgemüht in meinem Seufzen, wasche jede Nacht mein Bett, und benetze mit meinen Tränen mein Lager.
8. Vom Grame ist verdunkelt mein Auge; veraltet bin ich unter allen meinen Feinden.
9. Weichet von mir alle, die ihr Böses tuet; denn der Herr hat die Stimme meines Weinens erhöret!
10. Erhöret hat der Herr mein Flehen, der Herr hat aufgenommen mein Gebet.
11. Es sollen sich schämen, und heftig erschrecken alle meine Feinde; sie sollen sich wenden, und schämen gar schnell!
Psalm 7
Bitte um Schutz vor Feinden. Untergang derselben.
Ein Psalm Davids, welchen er dem Herrn sang wegen der Worte Chus's, eines Sohnes Jeminis.
2. Herr, mein Gott, auf dich hab ich gehofft; hilf mir von all meinen Verfolgern, und rette mich:
3. dass er nicht etwa raube wie ein Löwe meine Seele, da keiner ist, der erlöset, und keiner, der rettet.
4. Herr, mein Gott, wenn ich das getan, wenn Unrecht ist in meinen Händen,
5. wenn ich denen vergolten, die mir Böses getan: so geh' ich billig leer aus von meinen Feinden;
6. so verfolge der Feind meine Seele, und ergreife, und trete mein Leben zu Boden, und bringe meine Ehre in den Staub!
7. Steh auf, Herr, in deinem Zorne, und erheb dich in den Grenzen meiner Feinde; und steh auf, o Herr, mein Gott, nach dem Gebote, das du verordnet:
8. und die Versammlung der Völker wird dich umgeben; und dieser wegen kehre zurück auf die Höhe.
9. Der Herr richtet die Völker. Richte mich, Herr, nach meiner Gerechtigkeit, und nach meiner Unschuld geschehe mir.
10. Lass enden die Bosheit der Sünder, und leite den Gerechten, du Gott, der Herzen und Nieren erforschet!
11. Nach Gerechtigkeit ist von dem Herrn meine Hilfe, der die, so aufrichtigen Herzens sind, rettet.
12. Gott ist ein gerechter Richter, stark und langmütig: zürnet er wohl alle Tage?
13. Wenn ihr euch nicht bekehret, wird er sein Schwert zücken. Seinen Bogen hat er gespannt, und ihn zugerichtet.
14. Er hat tödliche Geschosse darauf gelegt; seine Pfeile brennend gemacht.
15. Siehe, er hat Unrecht geboren, hat Mühsal empfangen, und Ungerechtigkeit geboren.
16. Eine Grube hat er geöffnet, und sie ausgegraben; aber er fiel in das Loch, das er gemacht.
17. Sein Unheil wird zurückkehren auf sein Haupt; und auf seinen Scheitel wird herniederkommen sein Unrecht.
18. Ich will bekennen den Herrn nach seiner Gerechtigkeit; und lobsingen dem Namen des Herrn, des Allerhöchsten.
Psalm 8
Lob Gottes über den in Christo neu und herrlich gewordenen Menschen.
Zum Ende, für die Kelter, ein Psalm Davids.
2. Herr, unser Herr! wie wunderbar ist dein Name auf der ganzen Erde; denn deine Herrlichkeit ist erhöht über die Himmel.
3. Aus dem Munde der Kinder und Säuglinge hast du vollkommenes Lob bereitet um deiner Feinde willen, um den Feind und den Rachgierigen zu stürzen.
4. Denn schau' ich deine Himmel an, das Werk deiner Finger, den Mond und die Sterne, die du gegründet:
5. was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, oder der Menschensohn, dass du ihn heimsuchst
6. Du hast ihn nur wenig unter die Engel erniedrigt, mit Herrlichkeit und Ehre ihn gekrönt,
7. und ihn gesetzt über die Werke deiner Hände.
8. Alles hast du seinen Füßen unterworfen, Schafe und Rinder allzumal, dazu auch die Tiere des Feldes,
9. die Vögel des Himmels, und die Fische des Meeres, welche die Wege des Meeres durchwandeln.
10. Herr, unser Herr, wie wunderbar ist dein Name auf der ganzen Erde!
Psalm 9
Dank für erhaltene Hilfe; Bitte um Schutz der Armen.
Zum Ende, für die Geheimnisse des Sohnes, ein Psalm Davids.
2. Bekennen will ich dich, Herr, aus meinem ganzen Herzen; erzählen will ich alle deine Wunder,
3. mich freuen und frohlocken in dir, lobsingen deinem Namen, Allerhöchster!
4. Du kehrest in die Flucht meine Feinde; sie ermatten, und kommen um vor deinem Angesichte;
5. denn du vollbrachtest mein Recht und meinen Handel, saßest auf dem Throne, der du mit Gerechtigkeit richtest.
6. Du schaltest die Heiden, und der Gottlose ging unter; du vertilgtest ihren Namen auf immer und ewig.
7. Des Feindes Schwerter sind vollends ermattet; und ihre Städte hast du zerstöret. Verschwunden ist ihr Andenken mit dem Schalle.
8. Aber der Herr bleibet in Ewigkeit; er richtete zum Gerichte seinen Thron:
9. und er richtet den Erdkreis mit Billigkeit, richtet die Völker mit Gerechtigkeit.
10. Der Herr ist des Armen Zuflucht geworden, ein Helfer zur gelegenen Zeit, in der Trübsal.
11. Und es hoffen auf dich, die deinen Namen kennen; denn du verlässt nicht, die dich suchen, Herr!
12. Lobsinget dem Herrn, der auf Sion wohnet! verkündet unter den Heiden seine Ratschlüsse;
13. denn der Rächer ihres Blutes gedachte ihrer; er vergaß nicht das Geschrei der Armen.
14. Erbarme dich meiner, o Herr! sieh meine Erniedrigung durch meine Feinde;
15. der du mich emporhebest aus den Toren des Todes, damit ich all dein Lob verkünde in den Toren der Tochter Sions.
16. Ich will frohlocken in deinem Heile. Es versanken die Heiden im Verderben, das sie bereiteten. In dem Stricke, den sie verbargen, ward gefangen ihr Fuß.
17. Der Herr wird erkannt werden, dass er Recht schaffet; in den Werken seiner Hände ward gefangen der Sünder.
18. Die Sünder sollen gestürzt werden zur Hölle, alle Völker, die Gott vergessen.
19. Denn nicht bis ans Ende wird vergessen sein der Arme, nicht verloren bis ans Ende die Geduld der Armen.
20. Steh auf, o Herr, es erstarke nicht der Mensch; vor deinem Angesichte sollen gerichtet werden die Völker.
21. Setz, o Herr, einen Gesetzgeber über sie; damit die Völker erkennen, dass sie Menschen sind.
Psalm 10
1) Nach den Hebräern.
Warum, Herr, bist du gewichen in die Ferne, siehst weg zur gelegenen Zeit, in der Trübsal!
2. So lange Übermut treibet der Gottlose, muss brennen der Arme; aber jener wird gefangen in den Anschlägen, die er ersinnet;
3. denn es rühmt sich der Sünder in den Lüsten seiner Seele, und der Ungerechte segnet sich.
4. Der Sünder erbittert den Herrn; nach der Größe seines Zornes frägt er nichts.
5. Er hat Gott nicht vor Augen; seine Wege sind befleckt zu jeder Zeit. Deine Gerichte sind weggerückt von seinem Angesichte; er will herrschen über alle seine Feinde.
6. Denn er spricht in seinem Herzen: Ich werde nicht wanken, ohne Unglück sein von Geschlecht zu Geschlecht.
7. Sein Mund ist voll von Fluch und Bitterkeit und List; unter seiner Zunge ist Mühsal und Schmerz.
8. Er sitzt auf der Lauer mit den Reichen im Verborgenen, um den Unschuldigen zu morden.
9. Seine Augen schauen auf den Armen; er lauert im Verborgenen wie ein Löwe in seiner Höhle. Er lauert, um den Armen zu fangen, zu fangen den Armen, ihn zu sich hinziehend.
10. In seinem Netze hält er ihn zu Boden; er ducket sich, und stürzt darauf, wenn er mächtig wird der Armen.
11. Denn er spricht in seinem Herzen: Gott hat es vergessen, hat abgewandt sein Angesicht, dass er es nimmermehr sehe.
12. Steh auf, Herr, Gott, erhebe deine Hand; vergiss nicht der Armen.
13. Warum hat der Böse Gott erbittert? denn er sprach in seinem Herzen: Er ahndet's nicht!
14. Du siehst es; denn du schauest die Mühsal und den Schmerz, um sie deiner Hand zu übergeben. Dir ist überlassen der Arme; der Waise bist du Helfer.
15. Zerbrich den Arm des Sünders und Boshaften, dass man suche seine Sünde, und sie nicht finde.
16. Der Herr wird immerdar herrschen und in alle Ewigkeit; ihr Heiden werdet vertilgt aus seinem Lande.
17. Das Verlangen der Armen hat erhöret der Herr; du hast bereitet ihr Herz, dass darauf höre dein Ohr,
18. dass du Recht schaffest der Waise und dem Niedrigen, dass der Mensch hinfür sich nimmer groß mache auf Erden.
Psalm 11
Vertrauen auf Gott.
Zu Ende, ein Psalm Davids.
2. Ich vertraue auf den Herrn; wie saget ihr zu meiner Seele: Flieh wie ein Sperling auf den Berg!
3. Denn siehe, die Sünder spannen den Bogen, halten bereit ihre Pfeile in dem Köcher, um im Dunkeln zu schießen auf die, so aufrichtigen Herzens sind;
4. denn sie zerstören, was du vollbracht hast; was hat aber der Gerechte getan!
5. Der Herr ist in seinem heiligen Tempel, der Herr hat im Himmel seinen Sitz; seine Augen schauen auf den Armen, seine Augenlider erforschen die Menschenkinder.
6. Der Herr erforschet den Gerechten und den Gottlosen; wer aber die Missetat liebet, hasset seine Seele.
7. Er regnet Schlingen über die Bösen; Feuer und Schwefel und Sturmwind ist der Anteil ihres Bechers.
8. Denn der Herr ist gerecht, und liebt die Gerechtigkeit; auf Billigkeit schauet sein Angesicht.
Psalm 12
Vom Verderben der Welt. Vertrauen auf Rettung.
Zum Ende für die Octav, ein Psalm Davids.
2. Hilf mir Herr! denn die Heiligen nehmen ab; und die Wahrheit mindert sich unter den Menschenkindern.
3. Eitles reden sie, ein jeglicher zu seinem Nächsten; ihre Lippen sind trügerisch, mit doppeltem Herzen reden sie.
4. Es vertilge der Herr alle trügerischen Lippen, die großsprecherischen Zungen,
5. die da sagen: Unsere Zunge wollen wir herrlich machen; unsere Lippen sind unser, wer ist unser Herr?
6. Wegen des Elendes der Dürftigen und des Seufzens der Armen steh' ich jetzt auf, spricht der Herr. Ich will Heil schaffen, vertraulich mit ihnen handeln.
7. Die Worte des Herrn sind reine Worte; (wie) Silber, das im Feuer bewährt ist, im irdenen Tiegel erprobt, gereinigt siebenmal.
8. Du, Herr, wirst uns behüten, und uns bewahren vor diesem Geschlechte in Ewigkeit.
9. Ringsherum wandeln Gottlose; (also) hast du nach deinen hohen Absichten die Menschenkinder gemehrt.
Psalm 13
Bitte um Hilfe. Zuversicht der Erhörung.
Zum Ende, ein Psalm Davids. Wie lange, Herr, wirst du mein so ganz vergessen? Wie lange wendest du dein Angesicht von mir?
2. Wie lang soll ich ratschlagen in meiner Seele, Schmerzen leiden in meinem Herzen täglich?
3. Wie lang soll sich mein Feind über mich erheben?
4. Schau doch, und erhöre mich, Herr, mein Gott! Erleuchte meine Augen, dass ich nicht etwa entschlafe zum Tode;
5. dass mein Feind nicht etwa sage: Ich bin seiner mächtig geworden; denn die mich quälen, frohlocken, wenn ich wanke.
6. Aber ich hoffe auf deine Barmherzigkeit, es frohlocket mein Herz in deinem Heile; ich will singen dem Herrn, der mir Gutes getan, und lobsingen dem Namen des Herrn, des Allerhöchsten.
Psalm 14
Vom Verderben der Welt. Hoffnung auf Rettung.
Zum Ende, ein Psalm Davids. Der Tor spricht in seinem Herzen: „Es ist kein Gott.“ Verderbt sind sie, und abscheulich sind sie geworden in ihren Anschlägen. Keiner ist, der Gutes tut, auch nicht Einer.
2. Der Herr schauet vom Himmel auf die Menschenkinder, dass er sehe, ob einer verständig sei, oder nach Gott frage.
3. Alle sind abgewichen, allesamt unnütz geworden; keiner ist, der Gutes tue, auch nicht Einer. Ein offenes Grab ist ihr Rachen; mit ihren Zungen handeln sie trüglich; Natterngift ist unter ihren Lippen. Ihr Mund ist voll von Fluch und Bitterkeit; schnell sind ihre Füße zum Blutvergießen. Verderben und Unglück ist auf ihren Wegen, und den Weg des Friedens kennen sie nicht; die Furcht Gottes ist nicht vor ihren Augen.
4. Sollen nicht alle zur Erkenntnis kommen, die Missetat tun, die mein Volk auffressen, wie einen Bissen Brot.
5. Den Herrn haben sie nicht angerufen, da gezittert vor Furcht, wo keine Furcht war;
6. denn der Herr ist bei dem Geschlechte der Gerechten; den Rat des Armen habt ihr verspottet, weil der Herr seine Hoffnung ist.
7. Wer wird doch Israel das heil aus Sion geben? Wenn der Herr abwendet die Gefangenschaft seines Volkes, wird Jacob frohlocken, und Israel sich freuen!
Psalm 15
Wer wohnt bei Gott?
Ein Psalm Davids. Herr, wer wird wohnen in deinem Zelte oder wer wird ruhen auf deinem heiligen Berge?
2. Der ohne Makel einhergeht, und Gerechtigkeit übet;
3. der Wahrheit spricht in seinem Herzen, der nicht Falschheit übet mit seiner Zunge; seinem Nächsten nichts Übles tut, und Schmähung wider seinen Nächsten nicht annimmt;
4. in dessen Augen nichts gilt der Bösewicht; der aber in Ehren hält die, so den Herrn fürchten; der seinem Nächsten schwört, und ihn nicht betrügt;
5. der sein Geld nicht gibt auf Wucher, und Geschenke nicht nimmt gegen den Unschuldigen: wer solches tut, der wanket nicht in Ewigkeit.
Psalm 16
Von Christi Hingabe und Auferstehung.
Überschrift Davids. Bewahre mich, Herr; denn ich habe gehofft auf dich.
2. Ich sprach zu dem Herrn: Mein Gott bist du; denn meiner Güter bedarfst du nicht.
3. Zu den Heiligen, die in seinem Lande sind, hat er wunderbar all meine Neigung gerichtet.
4. Es hat sich gemehrt ihr Elend; darnach eilten sie herbei. Ich will ihre Zusammenkünfte nicht versammeln zu Blutopfern, und deren Namen nicht auf meine Lippen bringen.
5. Der Herr ist meines Erbes und Bechers Anteil; du bist's, der mir zurückgibt mein Erbe.
6. Das Los ist mir gefallen aufs Herrliche; denn ein herrliches Erbe ist mir geworden.
7. Ich will loben den Herrn, der mir Verstand gegeben; dazu mahnen mich auch bis in die Nacht meine Nieren.
8. Ich sehe den Herrn allzeit vor meinen Augen; denn er ist mir zur Rechten, damit ich nicht wanke.
9. Darum freuet sich mein Herz, und frohlocket meine Zunge; und auch mein Fleisch wird ruhen in der Hoffnung:
10. denn du wirst meine Seele nicht in der Hölle lassen, und deinem Heiligen nicht zu sehen geben die Verwesung.
11. Du tuest mir kund den Weg des Lebens, wirst mir Freude geben vollauf durch dein Angesicht, Wonne zu deiner Rechten ewiglich.
Psalm 17
Bitte um Hilfe gegen das Verderben der Welt. Hinblick auf ewige Belohnung.
Ein Gebet Davids. Herr, erhöre meine Gerechtigkeit, hab Acht auf mein Flehen. Nimm zu Ohren mein Gebet von Lippen ohne Trug.
2. von deinem Angesichte lass ausgehen mein Gericht; deine Augen lass schauen die Gerechtigkeit.
3. Du hast geprüft mein Herz, und heimgesucht bei Nacht; du hast durch Feuer mich erforscht, und Missetat ward nicht erfunden an mir.
4. Damit mein Mund nicht rede von Menschenwerken, hab' ich harte Wege eingehalten um der Worte deiner Lippen willen.
5. Mach' standhaft meinen Wandel auf deinen Wegen; dass meine Tritte nicht ausgleiten.
6. Ich rief, weil du mich erhörest, o Gott! neige dein Ohr zu mir, und erhöre meine Worte.
7. Erzeige deine wunderbare Barmherzigkeit, der du rettest, die auf dich hoffen.
8. Bewahre mich wie den Augapfel vor den Widersachern deiner Rechten; beschirme mich unter dem Schatten deiner Flügel,
9. vor dem Angesichte der Bösen, die mich quälen. Meine Feinde haben umrungen meine Seele,
10. verschlossen ihr gefühlloses Herz; ihr Mund redete stolz.
11. Schon verwarfen sie mich, und umrangen mich; beschlossen ihre Augen zur Erde zu richten;
12. nahmen mich hin wie ein Löwe, begierig des Raubes, und wie ein junger Löwe, lauernd im Verborgenen.
13. Steh' auf, Herr, komm ihm zuvor, und wirf ihn nieder; rette meine Seele von dem Gottlosen, entreiß dein Schwert
14. den Feinden deiner Hand. Herr, trenne sie in ihrem Leben von den Wenigen des Landes. Von deinen verborgenen Schätzen ist voll ihr Bauch; sie haben Kinder die Fülle, und lassen ihr Übriges ihren Kindern.
15. Aber ich will in Gerechtigkeit vor deinem Angesichte erscheinen; werde satt werden, wenn sichtbar wird deine Herrlichkeit.
Psalm 18
Dankgebet Davids für die Rettung von seinen Feinden.
Am Ende. Von dem Knechte des Herrn, David, der zu dem Herrn redete die Worte dieses Gesanges an dem Tage, da ihn der Herr gerettet aus der Hand aller seiner Feinde, und aus der Hand Sauls, und er sprach:
2. Ich will dich lieben, Herr, meine Stärke,
3. Herr, meine Veste, und meine Zuflucht, und mein Erretter, mein Gott, mein Helfer, und ich will auf ihn hoffen; mein Beschirmer, und Horn meines Heiles, der mich aufnimmt.
4. Ich will den Herrn loben und anrufen, so werd' ich errettet von meinen Feinden.
5. Es haben mich umrungen die Schmerzen des Todes, und mich erschreckt die Bäche der Bosheit.
6. Die Schmerzen der Hölle umgaben mich; es überraschten mich die Schlingen des Todes.
7. In meiner Trübsal rief ich zu dem Herrn, und schrie zu meinem Gott: und er erhörte meine Stimme aus seinem heiligen Tempel, und mein Geschrei vor seinem Angesichte ist gekommen zu seinen Ohren.
8. Da wankte und bebte die Erde; die Grundfesten der Berge zitterten und wankten; denn er zürnte über sie.
9. Es stieg Rauch auf in seinem Zorne, und vor ihm her brannte Feuer; Kohlen entzündete er.
10. Er neigte die Himmel, und fuhr hernieder; und Dunkel war unter seinen Füßen.
11. Und er stieg auf die Cherubim und flog; er flog auf den Flügeln des Windes.
12. Und er setzte Finsternis zu seinem Verstecke, rings um sich her zu seinem Zelte, Wasserdunkel in den Wolken der Luft.
13. Vor dem Glanze seines Angesichts gingen Wolken her, Hagel und Feuerkohlen.
14. Und der Herr donnerte vom Himmel, und der Höchste gab von sich seine Stimme, Hagel und Feuerkohlen. 15. Und er schoss seine Pfeile, und zerstreute sie; häufte Blitze auf Blitze, und erschreckte sie.
16. Und es zeigten sich die Wasserquellen, und aufgedeckt wurden die Grundfesten des Erdkreises: von deinem Schelten, Herr, von dem schnaubenden Zauche deines Zornes.
17. Er sandte aus der Höhe, und fasste mich, und zog mich aus vielen Wassern.
18. Er rettete mich von meinen überstarken Feinden, und von denen, die mich hassten; denn sie waren stärker als ich.
19. Sie überfielen mich am Tage meiner Trübsal; aber der Herr ward mein Beschützer.
20. Und er führte mich ins Weite; rettete mich, weil er mich liebte.
21. Und der Herr wird mir vergelten nach meiner Gerechtigkeit, und nach der Reinheit meiner Hände mir lohnen;
22. denn die Wege des Herrn hielt ich ein, und handelte nicht frevelnd an meinem Gott.
23. Denn all seine Gerichte hatt' ich vor meinen Augen, und seine Gerechtigkeit stieß ich nicht weg von mir.
24. Ich will vollkommen mit ihm sein, und mich hüten vor meiner Bosheit.
25. So wird der Herr mir vergelten nach meiner Gerechtigkeit, und nach der Reinheit meiner Hände vor seinen Augen.
26. Mit dem Heiligen wirst du heilig sein, und mit dem unschuldigen Manne unschuldig.
27. Mit dem Auserwählten wirst du auserwählt sein, und mit dem Verkehrten verkehrt.
28. Denn dem demütigen Volke wirst du helfen, und die Augen der Stolzen demütigen.
29. Denn du, Herr, erleuchtest meine Leuchte; mein Gott, erleuchte meine Finsternis!
30. Denn durch dich werd' ich entrissen der Versuchung, und mit meinem Gott überspring' ich die Mauer.
31. Meines Gottes Weg ist unbefleckt, des Herrn Wort im Feuer bewährt; ein Beschirmer ist er allen, die auf ihn hoffen.
32. Denn wer ist Gott außer dem Herrn, oder wer ist Gott außer unserm Gott!
33. Gott ists, der mich gürtete mit Kraft, und untadelhaft machte meinen Weg;
34. der mir Füße machte wie den Hirschen, und auf Höhen mich stellte;
35. der meine Hände lehrte den Streit, und meine Arme zurichtete wie einen ehernen Bogen.
36. Du gabst mir den Schirm deines Heiles, und deine Rechte nahm mich auf; deine Züchtigung hat mich endlich gebessert, und deine Züchtigung, die wird mich lehren.
37. Du gabst Raum meinen Schritten unter mir, und meine Fußtritte sind nicht schwach geworden.
38. Ich will meine Feinde verfolgen, und sie ergreifen, und nicht umkehren, bis sie vertilgt sind.
39. Ich will sie zerschlagen, dass sie nicht stehen können; sie sollen fallen unter meine Füße.
40. Du hast mich mit Kraft gegürtet zum Streite, mir unterworfen, die sich aufgelehnt wider mich.
41. Meine Feinde gabst du mir in die Flucht, und die mich hassten, vertilgtest du.
42. Sie riefen zu dem Herrn, und es war keiner, der half; und er erhörte sie nicht.
43. Ich will sie zermalmen wie den Staub vor dem Winde her, wie Gassenkot sie zertreten.
44. Du erlöst mich von dem Widerspruche des Volkes, setzt mich zum Haupte der Völker.
45. Ein Volk, das ich nicht kannte, dient mir; es hörten ihre Ohren, und sie gehorchten mir.
46. Die fremden Kinder haben mir vorgelogen, die fremden Kinder sind darin alt geworden, und hinkten weg von ihren Wegen.
47. Es lebt der Herr, und gepriesen sei mein Gott, und erhoben der Gott meines Heils!
48. Gott, der du mir Rache gibst und die Völker mir unterwirfst, du mein Erretter von meinen zornigen Feinden;
49. du wirst mich erhöhen über die, so sich auflehnen wider mich, vom ungerechten Manne mich erlösen.
50. Darum will ich dich, Herr, preisen unter den Völkern, und deinem Namen Lobgesang bringen;
51. der du herrlich machst das Heil seines Königs, und Barmherzigkeit tust an seinem Gesalbten David, und an seinem Samen ewiglich.
Psalm 19
Lob Gottes aus der Natur und Offenbarung
Zum Ende, ein Psalm Davids.
2. Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes, und das Firmament verkündet die Werke seiner Hände.
3. Ein Tag bringt dem andern das Wort herfür, und eine Nacht meldet der andern die Kunde.
4. Es ist keine Sprache, es ist kein Wort, deren Stimme man nicht hörte;
5. über die ganze Erde geht aus ihr Schall, und bis an die Enden des Erdkreises ihr Wort.
6. In der Sonne hat er seine Wohnung gesetzt; und sie geht hervor wie ein Bräutigam aus seiner Kammer, frohlockt wie ein Riese, zu laufen den Weg.
7. Vom äußersten Himmel ist ihr Ausgang, und ihre Rückkehr am Äußersten desselben; und es ist niemand, der sich bergen kann vor ihrer Hitze.
8. Das Gesetz des Herrn ist unbefleckt, und bekehrt die Seelen; das Zeugnis des Herrn ist getreu, und gibt Weisheit den Kleinen.
9. Die Rechte des Herrn sind gerade, und erfreuen die Herzen; das Gebot des Herrn ist hell, und erleuchtet die Augen.
10. Die Furcht des Herrn ist heilig, und dauert in Ewigkeit; die Gerichte des Herrn sind wahrhaft, gerechtfertigt in sich selber.
11. Wünschenswerter sind sie, als Gold und viel Edelgestein, und süßer, als Honig und Honigseim.
12. Dein Knecht bewahrt sie auch; in ihrer Beobachtung ist vielfache Vergeltung.
13. Aber die Sünden, wer merkt sie? Von meinen verborgenen Sünden reinige mich,
14. und vor den fremden schone deinen Knecht. Wenn sie über mich nicht herrschen, dann werde ich unbefleckt sein und gereinigt werden von der größten Sünde.
15. Und es werden dir wohlgefallen die Reden meines Mundes, und das Sinnen meines Herzens wird in deiner Gegenwart sein allezeit. Herr, du bist mein Helfer und mein Erlöser.
Psalm 20
Heil dem Könige!
Zum Ende, ein Psalm Davids.
2. Der Herr erhöre dich am Tage der Trübsal; der Name des Gottes Jakobs beschirme dich.
3. Er sende dir Hilfe aus dem Heiligtume, und von Sion aus beschütze er dich.
4. Er gedenke all deiner Speisopfer, und dein Brandopfer sei ihm fett.
5. Er gebe dir nach deinem Herzen, und all deine Ratschläge erfülle er.
6. Wir wollen uns freuen in deinem Heile, und uns rühmen des Namens unsers Gottes.
7. Der Herr erfülle all dein Begehren! Nun erkenne ich, dass der Herr geholfen seinem Gesalbten; er wird ihn erhören von seinem heiligen Himmel; denn mächtig ist das Heil seiner Rechten.
8. Diese verlassen sich auf Wagen, und jene auf Rosse; wir aber rufen den Namen des Herrn, unsers Gottes, an.
9. Sie werden verstrickt und fallen; wir aber stehen und sind aufrecht.
10. Herr, hilf dem Könige, und erhöre uns am Tage, da wir dich anrufen.
Psalm 21
Danklied der Kirche über die Siege Christi, ihres Königs.
Zum Ende, ein Psalm Davids.
2. Herr, in deiner Kraft erfreut sich der König, und über dein Heil frohlockt er gar sehr.
3. Den Wunsch seines Herzens gabst du ihm, und das Verlangen seiner Lippen entzogst du ihm nicht.
4. Denn du bist ihm zuvorgekommen mit Segnungen der Süßigkeit, setztest auf sein Haupt eine Krone von Edelstein.
5. Leben hat er begehrt von dir; und du gabst ihm Länge der Tage ewiglich, immer und ewig.
6. Groß ist seine Herrlichkeit in deinem Heile; Herrlichkeit und große Zierde legst du auf ihn.
7. Denn du wirst ihn zum Segen setzen ewiglich, ihn erfreuen mit Freuden durch dein Angesicht.
8. Denn der König hofft auf den Herrn, und in der Barmherzigkeit des Allerhöchsten wankt er nicht.
9. Lass finden deine Hand alle deine Feinde; deine Rechte finde alle, die dich hassen.
10. Du wirst sie machen wie einen Feuerofen zur Zeit deines Erscheinens; der Herr wird sie erschrecken in seinem Zorne, und das Feuer sie fressen.
11. Ihre Frucht wirst du von der Erde vertilgen, und ihren Samen aus den Menschenkindern.
12. Denn sie richteten dir Unheil zu, haben Anschläge ersonnen, die sie nicht ausführen konnten.
13. Denn du wirst sie zum Rücken machen, in denen, die du übrig lässt, ihr Antlitz erhalten.
14. Erhebe dich, Herr, in deiner Kraft! wir wollen singen, lobsingen deiner Kraft.
Psalm 22
Der leidende Messias und sein Reich.
Zum Ende, für Hilfe am Morgen, ein Psalm Davids.
2. Gott, mein Gott, schau auf mich; warum hast du mich verlassen? Das Geschrei meiner Sünden entfernet mein Heil.
3. Mein Gott, ich rufe des Tages, und du erhörst nicht; des Nachts, ist es nicht umsonst für mich?
4. Aber du wohnst im Heiligtume, Lob Israels!
5. Auf dich haben gehofft unsere Väter; sie haben gehofft, und du hast sie errettet.
6. Sie haben zu dir gerufen, und wurden erlöst; sie haben auf dich gehofft, und wurden nicht zu Schanden.
7. Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, der Leute Spott und die Verachtung des Volks.
8. Alle, die mich sehen, spotten mein, bewegen die Lippen und schütteln das Haupt.
9. „Er hat gehofft auf den Herrn, der rette ihn; erlöse ihn, weil er sein Wohlgefallen an ihm hat.“
10. Denn du bist's, der mich hervorgezogen aus dem Leibe, du meine Hoffnung von den Brüsten meiner Mutter her.
11. Dir ward ich zugeworfen von Mutterschoße an; von Mutterleib an warst du mein Gott.
12. Weiche nicht von mir; denn die Trübsal ist sehr nahe, weil keiner ist, der helfe.
13. Viele Farren haben mich umringt, fette Stiere mich umlagert;
14. haben aufgesperrt wider mich ihren Rachen, wie ein raubender und brüllender Löwe.
15. Wie Wasser bin ich ausgegossen, und aufgelöst sind alle meine Gebeine. Mein Herz ist wie geschmolzenes Wachs geworden in meinem Leibe.
16. Vertrocknet wie ein Scherbe ist meine Kraft, und meine Zunge klebt an meinem Gaumen, und in den Staub des Todes hast du mich gebracht.
17. Denn viele Hunde haben mich umringt, die Rotte der Boshaften hat mich umlagert. Sie haben meine Hände und meine Füße durchbohrt,
18. all meine Gebeine gezählt, mich angeschaut und betrachtet,
19. meine Kleider unter sich verteilt, und das Los geworfen über mein Gewand.
20. Du aber, Herr, entferne deine Hilfe nicht von mir; schau her zu meinem Schutze.
21. Erlöse von dem Schwerte, o Gott, meine Seele, und aus der Hand des Hundes meine Einsame.
22. Rette mich aus dem Rachen des Löwen, mich Erniedrigten von den Hörnern der Einhörner.
23. Ich will deinen Namen verkündigen meinen Brüdern, mitten in der Gemeine dich preisen.
24. Die ihr den Herrn fürchtet, lobt ihn; alle Kinder Jakobs rühmt ihn!
25. Es fürchte ihn aller Same Israels; denn er hat nicht verachtet noch verschmäht das Flehen des Armen, noch weggewandt sein Angesicht von mir, und mich erhört, da ich zu ihm schrie.
26. Bei dir ist mein Lob in der großen Gemeine; meine Gelübde will ich erfüllen im Angesichte derer, die ihn fürchten.
27. Es werden essen die Armen und satt werden, und den Herrn loben, die ihn suchen; ihre Herzen werden leben in alle Ewigkeit.
28. Es werden sich erinnern und zu dem Herrn zurückkehren alle Enden der Erde, und anbeten vor seinem Angesicht alle Geschlechter der Heiden.
29. Denn das Reich ist des Herrn, und er wird herrschen über die Heiden.
30. Es werden essen und anbeten alle Fetten der Erde, vor seinem Angesichte alle niederfallen, die zur Erde hinabsteigen.
31. Und meine Seele wird ihm leben, und mein Same ihm dienen.
32. Nach dem Herrn wird genannt werden das künftige Geschlecht; und die Himmel werden erzählen seine Gerechtigkeit dem Volke, so geboren wird, das gemacht hat der Herr.
Psalm 23
Der Herr ist Hirte und Versorger.
Ein Psalm Davids. Der Herr regiert mich, und nichts wird mir mangeln;
2. auf einem Weideplatz, da hat er mich gelagert, am Wasser der Erquickung mich erzogen;
3. meine Seele bekehrt, mich geführt auf die Wege der Gerechtigkeit, um seines Namens willen.
4. Denn wenn ich auch wandle mitten im Todesschatten, so will ich nichts Übles fürchten, weil du bei mir bist. Deine Rute und dein Stab, die haben mich getröstet.
5. Du hast einen Tisch vor meinem Angesichte bereitet wider die, so mich quälen. Du hast gesalbt mit Öl mein Haupt; und mein berauschender Becher, wie herrlich ist er!
6. Und deine Barmherzigkeit folgt mir all die Tage meines Lebens,
7. dass ich wohne im Hause des Herrn, in die Länge der Tage.
Psalm 24
Einzug des Herrn der Herrlichkeit in das Heiligtum.
Am ersten Tage nach dem Sabbate, ein Psalm Davids. Des Herrn ist die Erde und was sie erfüllt, der Erdkreis und alle, die darauf wohnen.
2. Denn er hat ihn auf Meere gegründet, und auf Strömen ihn bereitet.
3. Wer wird hinaufsteigen den Berg des Herrn? oder wer wird stehen an seinem heiligen Orte?
4. Wer unschuldig an Händen und rein von Herzen, seine Seele nicht gebraucht zum Eitlen, und nicht fälschlich schwört seinem Nächsten;
5. der wird den Segen vom Herrn erlangen, und Barmherzigkeit von Gott, seinem Heilande.
6. Das ist das Geschlecht, das nach ihm verlangt, die da verlangen nach dem Angesichte des Gottes Jakobs.
7. Hebt eure Tore, ihr Fürsten, erhebt euch, ihr ewigen Tore, dass einziehe der König der Herrlichkeit.
8. Wer ist dieser König der Herrlichkeit? Der Herr, der starke und mächtige, der Herr, mächtig im Kriege!
9. Hebt eure Tore, ihr Fürsten, erhebt euch, ihr ewigen Tore, dass einziehe der König der Herrlichkeit.
10. Wer ist dieser König der Herrlichkeit? Der Herr der Heerscharen, dieser ist der König der Herrlichkeit!
Psalm 25
Bitte um Hilfe und Sündenvergebung.
Zum Ende, ein Psalm Davids. Zu dir, Herr, hab' ich erhoben meine Seele;
2. mein Gott, auf dich vertrau' ich, lass mich nicht zu Schanden werden,
3. und mich nicht verlachen von meinen Feinden; denn alle, die auf dich warten, werden nicht zu Schanden.
4. Zu Schanden sollen alle werden, die Böses tun freventlich. Deine Wege, Herr, zeige mir, und deine Steige lehre mich.
5. Leite mich in deiner Wahrheit und lehre mich; denn du bist, o Gott, mein Heiland, und auf dich hab' ich gehofft den ganzen Tag.
6. Gedenke, Herr, deiner Erbarmungen und deiner Gnaden, die vom Anbeginne her sind.
7. Der Sünden meiner Jugend, und meiner Unachtsamkeit gedenke nicht. Nach deiner Barmherzigkeit gedenke du mein, um deiner Güte willen, Herr!
8. Gütig und gerecht ist der Herr; darum wird er ein Gesetz geben den Fehlenden auf dem Wege;
9. wird führen die Sanftmütigen im Gerichte, wird lehren die Sanften seine Wege.
10. Alle Wege des Herrn sind Barmherzigkeit und Wahrheit, denen, die seinen Bund und seine Zeugnisse halten.
11. Um deines Namens willen, Herr, sei gnädig meiner Sünde; denn ihrer ist viel.
12. Wer ist der Mensch, der den Herrn fürchtet? Er hat ihm ein Gesetz auf dem Wege gegeben, den er erwählen soll.
13. Seine Seele wird weilen im Guten, und sein Same wird erben das Land.
14. Eine Veste ist der Herr denen, die ihn fürchten; und sein Bund ist, dass er ihnen offenbar werde.
15. Meine Augen gehen immer nach dem Herrn; denn er wird meine Füße aus dem Netze ziehen.
16. Schau auf mich, und erbarme dich meiner; denn ich bin einsam und arm.
17. Die Trübsale meines Herzens sind vielfältig geworden; aus meinen Nöten rette mich.
18. Sieh an meine Demütigung und meine Beschwerden, und vergib alle meine Sünden.
19. Sieh auf meine Feinde; denn ihrer sind viele, und mit ungerechtem Hasse hassen sie mich.
20. Bewahre meine Seele, und rette mich; lass mich nicht zu Schanden werden; denn ich habe auf dich gehofft.
21. Die Unschuldigen und Aufrichtigen hängen mir an; denn ich hoffe auf dich.
22. Erlöse, Gott, Israel aus all seiner Drangsal.
Psalm 26
Beteuerung der Unschuld. Bitte um Errettung aus dem Verderben der Welt.
Zum Ende, ein Psalm Davids. Richte mich, Herr; denn ich wandelte in meiner Unschuld, und weil ich gehofft auf den Herrn, will ich nicht nachlassen.
2. Prüfe mich, Herr, und versuche mich; erforsche mit Feuer meine Nieren und mein Herz.
3. Denn deine Barmherzigkeit ist vor meinen Augen, und an deiner Wahrheit hab' ich Gefallen.
4. Im Rate der Eitelkeit bin ich nicht gesessen, und mit den Übeltätern will ich nicht wandeln.
5. Ich hasse die Versammlung der Bösen, und bei den Gottlosen will ich nicht sitzen.
6. Ich wasche mit den Unschuldigen meine Hände, und will um deinen Altar her sein, o Herr,
7. Damit ich höre die Stimme des Lobes, und erzähle alle deine Wunder.
8. Herr, ich liebe die Pracht deines Hauses, und den Ort der Wohnung deiner Herrlichkeit.
9. Lass nicht zu Grund gehen mit den Gottlosen, o Gott, meine Seele, und mit den Männern des Blutes mein Leben,
10. in deren Händen Ungerechtigkeit ist, deren Rechte gefüllt ist mit Geschenken.
11. Ich aber bin gewandelt in meiner Unschuld; erlöse mich und erbarme dich meiner.
12. Mein Fuß ist gestanden auf rechtem Wege; in den Versammlungen will ich dich loben, o Herr!
Psalm 27
Zuversicht zu Gott. Sehnsucht nach ihm.
Ein Psalm Davids, eh' er gesalbt ward. Der Herr ist mein Licht und mein Heil, wen sollt' ich fürchten? Der Herr ist der Beschirmer meines Lebens, vor wem sollt' ich zittern?
2. Wenn die Übeltäter mir nahen, mein Fleisch zu fressen, sie, meine Feinde, die mich quälen, so werden sie kraftlos und fallen zu Boden.
3. Wenn ein Heerlager wider mich steht, so soll sich mein Herz nicht fürchten. Wenn sich ein Streit wider mich erhebt, so will ich dabei hoffen.
4. Um Eines hab' ich gebeten den Herrn, wiederum verlang' ich's, dass ich weile im Hause des Herrn alle Tage meines Lebens, dass ich schaue die Lust des Herrn und seinen Tempel besuche.
5. Denn er hat mich verborgen in seinem Zelte, mich geschirmt am Tage des Unglücks im Verborgenen seines Zeltes,
6. auf einen Felsen mich gehoben. Und nun erhob er mein Haupt über meine Feinde. Ich bin herumgegangen, und hab' ein Opfer des Jubels geopfert in seinem Zelte; ich will singen und Lob sagen dem Herrn.
7. Erhöre, o Herr, meine Stimme, womit ich zu dir gerufen; erbarme dich meiner und erhöre mich!
8. Mein Herz hat zu dir gesagt: Es sucht dich mein Angesicht; dein Angesicht, o Herr, will ich suchen.
9. Wende nicht weg dein Angesicht von mir; weiche nicht im Zorne von deinem Knechte. Sei du mein Helfer; verlass mich nicht, und verachte mich nicht, o Gott, mein Heiland!
10. Denn mein Vater und meine Mutter haben mich verlassen, der Herr aber nimmt mich auf.
11. Herr, gib mir ein Gesetz auf deinen Weg, und leite mich auf die rechte Bahn um meiner Feinde willen.
12. Übergib mich nicht dem Willen meiner Quäler; denn falsche Zeugen sind wider mich aufgestanden, und die Bosheit hat wider sich selbst gelogen.
13. Ich glaube, die Güter des Herrn zu schauen im Lande der Lebendigen.
14. Harre des Herrn, handle männlich; lass stark sein dein Herz, und hoff' auf den Herrn!
Psalm 28
Gebet um Hilfe. Zuversicht der Erhörung.
Ein Psalm Davids. Zu dir, Herr, will ich rufen, mein Gott! schweige nicht vor mir; damit nicht, wenn du schweigst vor mir, ich gleich werde denen, die in die Grube hinabfahren.
2. Erhöre, Herr, die Stimme meines Flehens, wenn ich zu dir bete, wenn ich erhebe meine Hände zu deinem heiligen Tempel.
3. Raff mich nicht weg zugleich mit den Sündern, und vertilge mich nicht mit den Missetätern, die friedlich reden mit ihrem Nächsten, aber Böses in ihrem Herzen haben.
4. Gib ihnen nach ihren Werken und nach der Bosheit ihrer Anschläge. Nach den Werken ihrer Hände vergilt ihnen, und was sie verdient haben, bezahle ihnen.
5. Denn sie haben die Werke des Herrn nicht erkannt, noch die Werke seiner Hände; du wirst sie zerstören und nicht wieder aufbauen.
6. Gebenedeit sei der Herr; denn er hat die Stimme meines Flehens erhört.
7. Der Herr war mein Helfer und mein Beschirmer; auf ihn hat vertraut mein Herz, und es ist mir geholfen worden. Und mein Fleisch ist wieder blühend geworden, und mit willigem Herzen will ich ihn bekennen.
8. Der Herr ist die Stärke seines Volkes, und der Beschirmer des Heiles seines Gesalbten.
9. Hilf, Herr, deinem Volke, und segne deine Erbe; und regiere sie, und erhöhe sie ewiglich!
Psalm 29
Die sieben Donner, die siebenfache Gnadenstimme Gottes.
Ein Psalm Davids. Bei der Vollendung des Zeltes. Bringt dem Herrn, ihr Söhne Gottes, bringt dem Herrn junge Widder!
2. Bringt dem Herrn Preis und Ehre, bringt dem Herrn Preis, seinem Namen! betet den Herrn an in seinem heiligen Vorhofe.
3. Die Stimme des Herrn ist über den Wassern, der Gott der Herrlichkeit donnert; der Herr ist über vielen Wassern.
4. Die Stimme des Herrn kommt in der Kraft, die Stimme des Herrn in der Herrlichkeit.
5. Die Stimme des Herrn zerschmettert die Zedern, zerschmettert die Zedern des Libanon,
6. und zerschlägt sie wie ein Kalb des Libanon; er, der Geliebte, welcher ist, wie ein junges Einhorn.
7. Die Stimme des Herrn zerteilt die Feuerflammen.
8. Die Stimme des Herrn erschüttert die Wüste, und der Herr bewegt die Wüste Kades.
9. Die Stimme des Herrn macht gebären die Hirsche, und entblößt die dichten Wälder, und in seinem Tempel sagen alle: Ehre!
10. Der Herr macht wohnen auf der Wasserflut, und der Herr wird sitzen als König in Ewigkeit.
11. Der Herr wird seinem Volke Kraft geben; der Herr wird segnen sein Volk im Frieden.
Psalm 30
Dank für Errettung.
Ein Lobpsalm. Bei der Einweihung des Hauses Davids.
2. Ich will dich erheben, o Herr! denn du hast mich aufgenommen; du hast meine Feinde sich nicht freuen lassen über mich.
3. Herr, mein Gott, zu dir hab' ich gerufen, und du hast mich geheilt.
4. Herr, du zogst meine Seele aus der Hölle, hast mich befreit von denen, die hinabfahren in die Grube.
5. Lobsingt dem Herrn, ihr seine Heiligen, und preist das Andenken seiner Herrlichkeit.
6. Denn er straft in seinem Grimme, und gibt Leben durch sein Wohlwollen. Am Abende kehrt Weinen ein, und am Morgen Freude!
7. Ich aber sprach in meinem Überfluss: Ich wanke nicht ewiglich!
8. Herr, durch dein Wohlwollen hattest du Kraft gegeben meiner Herrlichkeit. Aber du wandtest weg von mir dein Angesicht, da ward ich verwirrt.
9. Zu dir, Herr, rief ich, und zu meinem Gott flehte ich:
10. „Was nutzt mein Blut, wenn ich zur Verwesung hinabfahre? Wird denn der Staub dich loben, oder deine Wahrheit verkünden?“
11. Der Herr hat's gehört, und sich meiner erbarmt, der Herr ist mein Helfer geworden!
12. Du hast mir verwandelt mein Weinen in Freude, zerrissen mein Trauerkleid, und mich umgeben mit Freude:
13. auf dass dir singe meine Herrlichkeit, und ich kein Leid habe; Herr, mein Gott, ewig will ich dich preisen!
Psalm 31
Gebet um Rettung; Dank dafür.
Zum Ende ein Psalm Davids, für die Verzückung.
2. Auf dich, Herr, hoff' ich, lass mich nimmermehr zu Schanden werden; nach deiner Gerechtigkeit erlöse mich!
3. Neig' zu mir dein Ohr, eile mich zu retten! Sei mir ein beschirmender Gott, und ein Haus der Zuflucht, dass du mir helfest!
4. Denn meine Stärke und meine Zuflucht bist du, und um deines Namens willen wirst du mich führen und ernähren;
5. wirst mich ziehen aus dieser Schlinge, die sie mir verbargen; denn du bist mein Beschirmer.
6. In deine Hände befehl' ich meinen Geist; du hast mich erlöst, o Herr, Gott der Wahrheit!
7. Du hasst, die auf Eitelkeit vergeblich halten; ich aber hab' auf den Herrn gehofft.
8. Frohlocken und freuen will ich mich in deiner Barmherzigkeit; denn du hast angesehen meine Erniedrigung, und aus den Nöten errettet meine Seele;
9. und mich nicht verschlossen in die Hände des Feindes, auf weiten Raum gestellt meine Füße.
10. Erbarme dich meiner, o Herr! denn ich bin bedrängt; betrübt ist vom Grame mein Auge, meine Seele und mein Leib.
11. Denn im Schmerze hat abgenommen mein Leben, und meine Jahre im Seufzen. Geschwächt ist durch Elend meine Kraft, und mein Gebein ist erschüttert.
12. Um all meiner Feinde willen bin ich sehr zur Schmach geworden auch meinen Nachbarn, und zur Furcht meinen Bekannten. Die mich draußen sahen, flohen weg von mir.
13. Vergessen bin ich, wie ein Toter, im Herzen, bin geworden wie ein zerbrochenes Gefäß;
14. denn ich hörte die Schmähung vieler, die rings herum weilen; da sie miteinander zusammen kamen wider mich, hielten sie Rat, mir das Leben zu rauben.
15. Ich aber, o Herr, habe gehofft auf dich, und gesagt: Mein Gott bist du!
16. In deinen Händen ist mein Schicksal! Erlöse mich aus der Hand meiner Feinde, und derer, die mich verfolgen.
17. Lass leuchten dein Angesicht über deinen Knecht; errette mich nach deiner Barmherzigkeit.
18. Herr, lass mich nicht zu Schanden werden; denn ich habe dich angerufen. Zu Schanden sollen werden die Gottlosen und gebracht werden in die Hölle;
19. verstummen sollen trügerische Lippen, die wider den Gerechten Unrecht reden, mit Hochmut und Verachtung.
20. Wie groß und wie viel ist deine Süßigkeit, Herr, die du aufbewahrt denen, die dich fürchten! Du erfüllst sie denen, die auf dich hoffen, im Angesicht der Menschenkinder!
21. Du verbirgst sie in der Heimlichkeit deines Angesichtes vor dem Schrecken der Menschen; du schirmst sie in deiner Hütte vor widersacherischen Zungen.
22. Gebenedeit sei der Herr; denn er hat mir seine Barmherzigkeit wunderbar erwiesen in einer festen Stadt.
23. Aber im Schrecken meines Geistes hab' ich gesprochen: Ich bin verworfen vor deinen Augen! Darum hast du die Stimme meines Gebetes erhört, als ich gerufen zu dir!
24. Liebt den Herrn, ihr all seine Heiligen! denn Wahrheit sucht der Herr, und vergilt reichlich denen, die Hochmut üben.
25. Handelt männlich, und lasst stark werden euer Herz, ihr alle, die ihr hofft auf den Herrn!
Psalm 32
Glückseligkeit des Büßers. Unseligkeit des unbußfertigen Sünders.
Eine Unterweisung Davids. Selig diejenigen, deren Missetaten nachgelassen, und deren Sünden bedeckt sind.
2. Selig der Mann, welchem der Herr die Sünde nicht zugerechnet hat, und in dessen Geist keine Falschheit ist.
3. Weil ich geschwiegen, veralteten meine Gebeine, während ich schrie den ganzen Tag.
4. Denn Tag und Nacht lag schwer auf mir deine Hand; in meinem Elende hab' ich mich bekehrt, während der Stachel in mir haftete.
5. Meine Sünde habe ich dir kund getan, und meine Ungerechtigkeit nicht verborgen. Ich habe gesagt: Ich will bekennen wider mich meine Ungerechtigkeit dem Herrn, und du hast nachgelassen die Gottlosigkeit meiner Sünde.
6. Um das soll zu dir bitten jeder Heilige zur rechten Zeit, und in der Flut vieler Wasser, die wird ihn sicher nicht erreichen.
7. Du bist meine Zuflucht vor der Trübsal, die mich umrungen hat; du mein Frohlocken, errette mich von denen, die mich umringen.
8. Ich will dir Verstand geben, und dich unterrichten in diesem Wege, den du wandeln sollst; ich will meine Augen auf dich heften.
9. Werdet nicht wie Pferd und Maultier, die keinen Verstand haben. Mit Zaum und Gebiss bezwing' die Backen derer, die nicht nahen zu dir!
10. Viele Geißeln kommen über den Sünder; wer aber auf den Herrn vertraut, den wird Barmherzigkeit umfangen.
11. Frohlockt euch in dem Herrn, frohlockt ihr Gerechten, und jauchzt alle, die ihr aufrichtigen Herzens seid!
Psalm 33
Lobgesang auf Gott, den Herrn der Herren der Welt und König seines Volkes.
Ein Psalm Davids. Frohlockt, ihr Gerechten im Herrn! den Redlichen ziemt Lobgesang.
2. Preist den Herrn mit der Harfe, lobsingt ihm auf zehnsaitigem Psalterspiel.
3. Singt ihm ein neues Lied, lobsingt ihm schön mit Jubelschall.
4. Denn das Wort des Herrn ist aufrichtig, und alle seine Werke sind Treue.
5. Er liebt Barmherzigkeit und Gericht; die Erde ist voll der Barmherzigkeit des Herrn.
6. Durch des Herrn Wort sind die Himmel gefestigt, und durch den Geist seines Mundes all ihre Zierde.
7. Er versammelt die Wasser des Meeres gleichwie in einem Schlauche, er legt in Schatzkammern die Wassertiefen.
8. Es fürchte den Herrn die ganze Erde; es sollen vor ihm zittern alle, die den Erdkreis bewohnen!
9. Denn er sprach, und es ist geworden; er befahl, und es war geschaffen.
10. Der Herr vereitelt die Ratschläge der Heiden, verwirft die Gedanken der Völker, und verwirft die Ratschläge der Fürsten.
11. Aber der Rat des Herrn bleibt in Ewigkeit, die Gedanken seines Herzens von Geschlecht zu Geschlecht.
12. Selig das Volk, dessen Gott der Herr ist, das Volk, das er zum Erbe sich erwählt hat.
13. Vom Himmel schaut herab der Herr; er sieht alle Menschenkinder.
14. Von seiner zubereiteten Wohnung schaut er auf alle, die auf Erden wohnen;
15. er, der sie bildete, eines jeglichen Herz, der alle ihre Werke durchschaut.
16. Einem Könige hilft nicht große Macht, und einem Riesen hilft nicht die Fülle seiner Kraft.
17. Das Ross ist betrüglich zur Hilfe; in seiner überschwänglichen Kraft wird's doch nicht helfen.
18. Siehe, des Herrn Augen sehen auf die, so ihn fürchten, und auf die, so auf seine Barmherzigkeit hoffen;
19. dass er rette vom Tode ihre Seelen, und sie ernähre im Hunger.
20. Unsere Seele harrt auf den Herrn; denn er ist unser Helfer und Beschirmer.
21. Denn in ihm erfreuet sich unser Herz, und wir vertrauen auf seinen heiligen Namen.
22. Deine Barmherzigkeit, Herr, sei über uns, gleichwie wir auf dich hoffen.
Psalm 34
Danke Gott, der den Frommen hilft, die Bösen straft.
Von David, als er sich verstellte vor Achimelech, und dieser ihn von sich ließ, und er fortzog.
2. Ich will den Herrn preisen zu aller Zeit; immer soll sein Lob in meinem Munde sein.
3. In dem Herrn soll sich rühmen meine Seele; es sollen's hören die Sanftmütigen und sich freuen.
4. Macht groß mit mir den Herrn, lasst uns erheben seinen Namen mitsammen.
5. Ich habe gesucht den Herrn, und er hat mich erhört, und aus allen meinen Trübsalen mich errettet.
6. Tretet hin zu ihm, so werdet ihr erleuchtet, und euer Angesicht wird nicht beschämt werden.
7. Dieser Arme hat gerufen, und der Herr hat ihn erhört, und aus allen seinen Trübsalen ihn errettet.
8. Der Engel des Herrn wird sich lagern um die, so ihn fürchten, und sie erretten.
9. Verkostet und seht, denn der Herr ist süß; selig der Mann, der auf ihn hofft.
10. Fürchtet den Herrn, ihr all seine Heiligen; denn die, so ihn fürchten, leiden keinen Mangel.
11. Die Reichen haben gedarbt und gehungert; die aber, so den Herrn suchen, ermangeln nicht jeglichen Gutes.
12. Kommt ihr Kinder, hört auf mich! die Furcht des Herrn will ich euch lehren.
13. Wer ist der Mensch, der das Leben wünscht, und gerne gute Tage sieht?
14. Bewahre deine Zunge vom Bösen, und deine Lippen, dass sie nicht Trug reden.
15. Weich' vom Bösen, und tu das Gute; such' den Frieden, und jage ihm nach.
16. Die Augen des Herrn sehen auf die Gerechten, und seine Ohren hören ihre Bitten.
17. Aber das Antlitz des Herrn ist wider die Übeltäter, um ihr Gedächtnis zu vertilgen von der Erde.
18. Die Gerechten haben gerufen, und der Herr hat sie erhört, und aus allen ihren Drangsalen sie errettet.
19. Nah' ist der Herr denen, die bedrängten Herzens find, und den Geistgebeugten hilft er.
20. Viele Drangsale kommen über die Gerechten, aber aus allen diesen rettet sie der Herr.
21. Der Herr bewahrt alle ihre Gebeine, nicht eines von ihnen wird zerbrochen werden.
22. Der Tod der Sünder ist sehr böse, und die, so den Gerechten hassen, gehen irre.
23. Der Herr erlöst die Seelen seiner Knechte, und alle, die auf ihn vertrauen, werden nicht irre gehen.
Psalm 35
Gebet gegen Feinde.
Von David. Richte, Herr, die mir Schaden tun, bestreite, die mich bestreiten.
2. Ergreif Waffen und Schild, und steh auf, mir zu helfen.
3. Zich aus das Schwert, und schließ ab wider die, so mich verfolgen; sprich zu meiner Seele: Dein Heil bin ich!
4. Zu Schande und Schimpf sollen werden, die meiner Seele nachtrachten. Sie sollen zurückweichen und sich schämen, die mir Böses ansinnen;
5. sie sollen werden wie Staub vor dem Winde her, und der Engel des Herrn beängstige sie.
6. Ihr Weg soll finster und schlüpfrig werden, und der Engel des Herrn verfolge sie.
7. Denn sie bargen mir ohne Ursach' das Verderben ihres Fallstricks, taten Schmach an meiner Seele ohne Ursach'.
8. Es komme über ihn der Fallstrick, an den er nicht denkt; und das Netz, das er verborgen hat, fange ihn, und in seinen eigenen Fallstrick falle er.
9. Aber meine Seele wird frohlocken in dem Herrn, und sich erlustigen an seinem Heile.
10. Alle meine Gebeine werden sagen: Herr, wer ist dir gleich der den Elenden rettet aus der Hand derer, die stärker sind als er, den Armen und Dürftigen von denen, die ihn berauben.
11. Es standen ungerechte Zeugen auf, und fragten mich, wovon ich nichts wusste.
12. Sie vergalten mir Böses für Gutes, machten trostlos meine Seele.
13. Ich aber tat ein Bußkleid an, wenn sie mir lästig waren. Ich demütigte meine Seele mit Fasten, und mein Gebet wandte sich zu meinem Busen.
14. Wie unserm nächsten Freunde und Bruder, also war ich ihnen zu Willen; wie ein Trauernder und Betrübter, so war ich gebeugt.
15. Und sie freuten sich wider mich, und versammelten sich; man sammelte wider mich Geißeln, und ich wusste von nichts.
16. Sie sind uneins geworden, aber nicht reuig, haben mich angefochten, mich verspottet mit Gehöhne, haben mit ihren Zähnen wider mich geknirscht.
17. Herr, wann wirst du (auf mich) sehen? Errette meine Seele von der Bosheit derselben, meine Einsame von den Löwen.
18. So will ich dir danken in großer Gemeine, unter zahlreichem Volke dich loben.
19. Lass sie sich nicht über mich freuen, die mir feind sind mit Unrecht, die mich hassen ohne Ursach', und winken mit den Augen.
20. Denn sie redeten wohl friedlich mit mir, aber sie sprachen im Zorne der Erde, und sannen auf Trug.
21. Und sie sperrten ihr Maul weit auf wider mich, und sprachen: So recht, so recht! unsere Augen haben gesehen!
22. Du hast zugesehen, Herr, schweig nicht! Herr, weich nicht von mir!
23. Steh auf, und hab Acht auf mein Recht, mein Gott, und mein Herr, auf meine Sache!
24. Richte mich nach deiner Gerechtigkeit, Herr mein Gott, dass sie sich nicht freuen über mich!
25. Dass sie nicht sagen in ihren Herzen: So recht, so recht! das ist unsere Herzenslust! Dass sie nicht sagen: Wir haben ihn gefressen!
26. Es sollen sich schämen und zu Schanden werden allzumal, die zu meinem Unglück frohlocken. Es sollen bedeckt werden mit Schande und Schmach, die großsprechen über mich.
27. Es sollen frohlocken und sich freuen, die meine Gerechtigkeit lieben; und die den Frieden seines Knechtes lieben, sollen immerdar sagen: Hochgelobt sei der Herr!
28. Und meine Zunge soll Überdachtes reden von deiner Gerechtigkeit, den ganzen Tag von deinem Lobe!
Psalm 36
Sündhaftigkeit der Menschen. Gottes Güte. Bitte um Hilfe.
Zum Ende, von dem Knechte des Herrn, von David selbst.
2. Es spricht der Ungerechte bei sich selbst, dass er sündigen wolle; Furcht Gottes ist nicht vor seinen Augen.
3. Denn er handelt trüglich vor seinem Angesichte; dass man finde seine Sünde und hasse.
4. Die Worte seines Mundes sind Bosheit und Trug; er will nicht klug werden, um Gutes zu tun.
5. Ungerechtigkeit sinnt er auf seinem Lager; er hält sich auf bei allen bösen Wegen, und hasst nicht die Bosheit.
6. Herr, bis an den Himmel reicht deine Barmherzigkeit, und deine Wahrheit bis an die Wolken.
7. Deine Gerechtigkeit ist gleich Bergen Gottes; deine Gerichte sind eine große Tiefe; Menschen und Vieh erhältst du, Herr!
8. Wie vielfältig ist deine Barmherzigkeit, o Gott! und die Menschenkinder hoffen unter dem Schatten deiner Flügel!
9. Sie werden trunken werden vom Überflusse deines Hauses; und mit dem Strome deiner Wonne wirst du sie tränken.\\
10. Denn bei dir ist die Quelle des Lebens; und in deinem Lichte schauen wir das Licht.
11. Breite deine Barmherzigkeit über die, so dich kennen, und deine Gerechtigkeit über die, so aufrichtigen Herzens sind.
12. Lass den Fuß der Hoffart nicht über mich kommen, und die Hand des Sünders bewege mich nicht!
13. Daselbst fallen, die Missetat tun, werden hinausgestoßen, und können nicht bestehen.
Psalm 37
Das Glück der Gottlosen dauert nicht, aber wohl das der Gerechten.
Ein Psalm von David selbst. Erzürne dich nicht über die Bösen, und ereifre dich nicht über die Übeltäter.
2. Denn wie Gras verdorren sie schnell, und wie grünes Kraut welken sie geschwind.
3. Hoff auf den Herrn, und tu Gutes; bleib im Lande, und nähre dich von seinen Schätzen.
4. Hab deine Lust an dem Herrn, so wird er dir geben deines Herzens Verlangen.
5. Befiehl dem Herrn deine Wege, und hoff auf ihn; er wird's schon machen.
6. Und er wird deine Gerechtigkeit hervorbringen wie das Licht, und dein Recht wie den Mittag.
7. Sei ergeben dem Herrn, und bete zu ihm. Erzürne dich nicht über den, der glücklich ist auf seinem Wege, über den Mann, der Unrecht tut.
8. Steh ab vom Zorne, und lass den Grimm; erzürne dich nicht, dass auch du Übles tust.
9. Denn die böse sind, werden ausgerottet; die aber auf den Herrn hoffen, dieselben werden das Land ererben.
10. Noch ein Kleines, und nicht mehr ist der Sünder; du suchst nach seiner Stätte, und findest sie nicht.
11. Aber die Sanftmütigen werden das Erdreich erben, und sich erlustigen in Fülle des Friedens.
12. Der Sünder hat sein Augenmerk auf den Gerechten, und knirscht über ihn mit seinen Zähnen.
13. Aber der Herr lacht sein; denn er sieht vor, dass sein Tag kommen wird.
14. Die Sünder ziehen das Schwert, spannen ihren Bogen, um zu stürzen den Armen und Dürftigen, um zu morden die Aufrichtigen.
15. Aber ihr Schwert möge in ihr eigen Herz eingehen, und ihr Bogen möge zerbrechen!
16. Besser ist dem Gerechten das Wenige, als die großen Schätze der Sünder.
17. Denn der Sünder Arme werden gebrochen; aber die Gerechten befestigt der Herr.
18. Der Herr kennet die Tage der Unbefleckten, und ihr Erbe bleibt in Ewigkeit.
19. Sie werden nicht zu Schanden in der bösen Zeit, und in den Tagen des Hungers werden sie gesättigt.
20. Denn die Sünder kommen um; die Feinde des Herrn schwinden hin, sobald sie zu Ehren und Hoheit gekommen; wie der Rauch schwinden sie hin.
21. Es wird borgen der Sünder, und nicht bezahlen, der Gerechte aber sich erbarmen und geben.
22. Denn die ihn segnen, werden das Land erben; die aber, so ihm fluchen, werden umkommen.
23. Von dem Herrn wird des Menschen Gang geleitet, und an seinem Wege hat er Lust.
24. Wenn er fällt, zerschlägt er sich nicht; denn der Herr legt seine Hand unter.
25. Ich bin jung gewesen und alt geworden; aber den Gerechten hab' ich nicht verlassen gesehen, und seinen Samen nicht nach Brot gehen.
26. Die ganze Zeit ist er barmherzig und leiht; und sein Same wird gesegnet sein.
27. Weiche vom Bösen, und tu das Gute; so wirst du bleiben immer und ewig.
28. Denn der Herr liebt das Recht, und verlässt nicht seine Heiligen, ewiglich werden sie bewahrt; die Ungerechten werden gestraft, und der Same der Gottlosen geht zu Grunde.
29. Die Gerechten aber werden das Land ererben, und immer und ewig darauf wohnen.
30. Der Mund des Gerechten spricht sinnige Weisheit, und seine Zunge redet, was recht ist.
31. Das Gesetz seines Gottes ist in seinem Herzen, und seine Schritte werden nicht wankend gemacht.
32. Es schaut nach dem Gerechten der Sünder, und sucht ihn zu töten;
33. aber der Herr verlässt ihn nicht in seinen Händen, und verdammt ihn nicht, wenn er gerichtet wird von ihm.
34. Harre des Herrn, und bewahre seinen Weg, so wird er dich erhöhen, dass du zum Erbe das Land bekommst; du wirst zusehen, wenn zu Grunde gehen die Sünder.
35. Ich sah einen Gottlosen überaus erhöht, und hochgewachsen wie die Zedern des Libanon
36. Und ich ging vorüber, und siehe, er war nicht mehr; ich suchte ihn, und sein Ort ward nicht gefunden.
37. Bewahre die Unschuld, und sieh, was recht ist; denn einem friedsamen Menschen bleibt etwas übrig.
38. Aber die Ungerechten kommen um allesamt, die Überbleibsel der Gottlosen gehen zu Grunde.
39. Aber das Heil der Gerechten ist von dem Herrn ; er ist ihr Beschirmer zur Zeit der Trübsal.
40. Und es hilft ihnen der Herr, und befreit sie, und errettet sie von den Sündern, und erlöst sie; denn sie haben gehofft auf ihn.
Psalm 38
Bußgebet.
Ein Psalm Davids, zur Erinnerung, vom Sabbate.
2. Herr, straf' mich nicht in deinem Grimme, und züchtige mich nicht in deinem Zorne;
3. denn deine Pfeile stecken in mir, und du hast über mir stark gemacht deine Hand.
4. Es ist nichts Gesundes an meinem Fleische vor dem Angesichte deines Zornes; kein Frieden ist in meinen Gebeinen vor dem Angesichte meiner Sünden.
5. Denn meine Missetaten haben mein Haupt überstiegen, und gleich einer schweren Bürde lasten sie auf mir.
6. Meine Wundmale sind faul und verderbt worden vor meiner Torheit.
7. Ich bin elend geworden, und vollends gebeugt, den ganzen Tag betrübt einhergegangen.
8. Denn meine Lenden sind voll der Täuschungen, und nichts Gesundes ist in meinem Fleische.
9. Ich bin geplagt, und gar sehr gedemütigt; ich stöhnte vor Seufzen meines Herzens.
10. Herr, vor dir ist alle meine Sehnsucht, und mein Seufzen ist vor dir nicht verborgen.
11. Mein Herz ist verwirrt, meine Kraft hat mich verlassen; und das Licht meiner Augen ist nicht bei mir.
12. Meine Freunde, und meine Nächsten haben sich genaht wider mich, und sich aufgestellt; und die bei mir waren, sind ferne gestanden;
13. und die meiner Seele nachstellten, übten Gewalt; die mir Böses wollten, haben eitel Ding geredet, und List ersonnen den ganzen Tag.
14. Ich aber, einem Tauben gleich, hörte nicht, und wie ein Stummer, der seinen Mund nicht auftut.
15. Und ich ward wie ein Mensch, der nicht hört, und der in seinem Munde keine Widerrede hat.
16. Denn auf dich, Herr, harre ich! du wirst mich erhören, Herr, mein Gott!
17. Denn ich habe gesagt: Dass meine Feinde sich ja nicht freuen über mich! Wenn meine Füße wanken, sprechen sie groß über mich.
18. Denn für die Geißeln bin ich bereit, und mein Schmerz ist immer vor meinem Angesichte.
19. Ich will anzeigen meine Missetat, und meiner Sünde gedenken.
20. Dagegen leben meine Feinde, und sind mächtig geworden über mich; und zahlreich sind geworden, die mich ungerecht hassen.
21. Die Gutes mit Bösem vergelten, redeten mir übel nach, weil ich dem Guten nachstrebte.
22. Verlass mich nicht, Herr, mein Gott! weich nicht von mir.
23. Hab Acht auf meine Hilfe, Herr, du Gott meines Heiles!
Psalm 39
Gebet eines Leidenden um Hilfe bei der Hinfälligkeit dieses Lebens noch vor dem Tode.
Zum Ende, für Idithun selbst, ein Gesang Davids.
2. Ich habe gesagt: Meine Wege will ich bewahren, dass ich nicht sündige mit meiner Zunge; ich hab' eine Zur2) an meinen Mund gelegt, da der Gottlose mir entgegenstand.
3. Ich verstummte, und demütigte, mich, und schwieg auch vom Guten; aber mein Schmerz ward erneuert.
4. Mein Herz entbrannte in mir, und wenn ich daran denke, brennet Feuer auf.
5. Da redete ich mit meiner Zunge: Tu mir, Herr, mein Ende kund, und welches die Zahl meiner Tage ist, damit ich wisse, was mir mangle.
6. Siehe, ein Maß setzt du meinen Tagen, und mein Wesen ist wie nichts vor dir! Wahrlich, lauter Eitelkeit ist jeglicher Mensch, der da lebt!
7. Wahrlich, als ein Schattenbild wandelt vorüber der Mensch, und macht sich Unruh' vergebens; häuft Schätze, und weiß nicht, für wen er sie sammelt.
8. Und nun, was ist meine Hoffnung? Ist's nicht der Herr denn mein Bestand ist bei dir.
9. Von allen meinen Missetaten erlöse mich, du, der mich zur Schmach übergeben dem Toren.
10. Ich bin verstummet, und tat meinen Mund nicht auf; denn du hast's getan!
11. Nimm weg von mir deine Plagen!
12. Von der Stärke deiner Hand bin ich kraftlos geworden unter der Züchtigung. Um der Missetat willen züchtigst du den Menschen, und lässt verschmachten wie eine Spinne seine Seele; wahrlich eitel bekümmert sich jeglicher Mensch!
13. Herr, erhöre mein Gebet und mein Flehen, nimm zu Ohren meine Tränen. Schweig nicht! denn ein Einkömmling bin ich bei dir, und ein Fremdling, wie alle meine Väter.
14. Lass ab von mir, dass ich erquickt werde, ehedenn ich hingehe und nicht mehr bin!
Psalm 40
Dank und Bitte Davids als Vorbild des Messias.
Zum Ende, ein Psalm Davids selbst.
2. Hoffend harrte ich auf den Herrn, und er nahm mich in Acht,
3. und erhörte mein Gebet, und zog mich aus der Grube des Elends, aus Kot und Schlamm; und stellte auf einen Felsen meine Füße, und leitete meine Schritte;
4. und legte in meinen Mund ein neues Lied, Lobgesang auf unsern Gott. Das werden viele sehen, und sich fürchten, und hoffen auf den Herrn.
5. Glückselig der Mann, der seine Hoffnung auf den Namen des Herrn setzt, und sich nicht umsieht nach Eitelkeiten, nach Lüge und Torheit.
6. Viel hast du, Herr, mein Gott, deiner Wunder getan, und niemand ist, der dir gleich wäre in deinen Gedanken. Ich habe verkündet und davon geredet, aber ihrer sind viel geworden über die Zahl.
7. Schlachtopfer und Speisopfer hast du nicht verlangt, aber die Ohren mir zugerichtet; Brandopfer und Sundopfer hast du nicht begehrt!
8. Da sprach ich: Siehe, ich komme! In der Buchrolle ist von mir geschrieben,
9. deinen Willen zu tun. Mein Gott, ich hab' es gewollt, und dein Gesetz war in der Mitte meines Herzens.
10. Ich habe verkündet deine Gerechtigkeit in der großen Gemeine; siehe, ich will nicht wehren meinen Lippen. Herr, du weißt es!
11. Deine Gerechtigkeit hab' ich nicht verborgen in meinem Herzen, von deiner Wahrheit und deinem Heile hab' ich gesprochen. Ich habe nicht verborgen deine Barmherzigkeit und deine Wahrheit vor der großen Versammlung.
12. Du aber, Herr, lass deine Erbarmungen nicht fern sein von mir; deine Barmherzigkeit und deine Wahrheit haben mich immer erhalten.
13. Denn ich bin umgeben von Unglück, dessen keine Zahl ist; meine Sünden haben mich ergriffen, und ich konnte nimmer sehen. Sie sind zahlreicher als die Haare meines Hauptes, und mein Herz hat mich verlassen.
14. Lass dir gefallen, o Herr, mich zu erlösen; o Herr, mir zu helfen schau auf mich!
15. Es sollen sich schämen und zu Schanden werden allzumal, die meiner Seele nachstreben, um sie wegzunehmen. Sie sollen zurückweichen und beschämt werden, die mir Übels wollen.
16. Lass sie eilends ihre Schande holen, die zu mir sagen: So recht, so recht!
17. Aber frohlocken sollen und sich freuen über dich alle, die dich suchen; und die dein Heil lieben, sollen immer sprechen: Hochgelobt sei der Herr!
18. Ich aber bin ein Bettler und arm; der Herr sorgt für mich. Mein Helfer und mein Beschirmer bist du; mein Gott, säume nicht!
Psalm 41
Heil dem Mitleidigen!
Zum Ende, ein Psalm Davids selbst.
2. Selig ist, der des Armen und Dürftigen gedenkt; am Tage des Unglücks wird ihn erretten der Herr.
3. Der Herr behüte ihn, und erhalte ihn beim Leben, und mache ihn selig auf Erden, und übergebe ihn nicht in den Willen seiner Feinde.
4. Der Herr bringe ihm Hilfe auf dem Bette seiner Schmerzen; all sein Liegen in seiner Krankheit wendest du.
5. Ich sprach: Herr, erbarme dich meiner! mach gesund meine Seele; denn ich habe wider dich gesündigt.
6. Aber meine Feinde redeten Böses wider mich: „Wann wird er sterben, und sein Name vergehen“
7. Und wenn einer hereinkam, um zu sehen, so redete er Eitles, und sein Herz sammelte sich Bosheit. Er ging hinaus, und sprach
8. darüber. Wider mich flüsterten alle meine Feinde, wider mich dachten sie Böses.
9. Ein gottlos Wort haben sie beschlossen wider mich; aber soll, wer schläft, nicht wieder aufstehen?
10. Auch der Mann, mit dem ich Frieden hatte, auf den ich Hoffnung setzte, der mein Brot aß, trieb große Hinterlist wider mich.
11. Du aber, Herr, erbarme dich meiner, und hilf mir auf, dass ich ihnen vergelte.
12. Daran erkenne ich, dass du mich liebst, weil mein Feind sich nicht über mich freuen wird.
13. Mich aber hast du um der Unschuld willen aufgenommen, und mich bestätigt vor deinem Angesichte ewiglich.
14. Gebenedeit sei der Herr, der Gott Israels, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen, Amen!
Psalm 42
Sehnsucht um Gott und Gottesdienst
Zum Ende, eine Unterweisung für die Söhne Cores.
2. Gleich wie ein Hirsch verlangt nach Wasserquellen, also verlangt meine Seele nach dir, o Gott!
3. Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem starken, lebendigen Gott; wann werd' ich hinkommen und erscheinen vor Gottes Angesicht!
4. Meine Tränen sind meine Speise Tag und Nacht, da man täglich zu mir sagt: Wo ist dein Gott?
5. Daran denk' ich, und schütte in mir aus mein Herz; denn ich will hinüber an den Ort des wunderbaren Zeltes gehen, bis zum Hause Gottes, unter Jubel und Lobgesang und festlichem Klang.
6. Warum bist du so traurig, meine Seele, und warum betrübst du mich? Hoffe auf Gott, denn ich werd' ihm noch danken; er ist das Heil meines Angesichts,
7. und mein Gott. Meine Seele ist betrübt in mir selbst; darum denk' ich an dich aus dem Lande des Jordan und der Hermonberge, vom kleinen Berg.
8. Ein Abgrund ruft den andern beim Rauschen deiner Wasserfälle; alle deine hohen Fluten und deine Wellen gehen über mich.
9. Bei Tage sandte der Herr seine Barmherzigkeit, und des Nachts seinen Lobgesang, innerliches Gebet zu dem Gott meines Lebens.
10. Nun muss ich sprechen zu Gott: Du, der mich aufnimmt, warum hast du mein vergessen? und warum wandle ich so traurig, da mich plagt der Feind
11. da zermalmt werden meine Gebeine, da mich schmähen meine Feinde, die mich quälen, da sie mir sagen alle Tage: Wo ist dein Gott?
12. Warum bist du traurig, meine Seele, und warum ängstigst du mich? Hoffe auf Gott, denn ich werde ihm noch danken; er ist das Heil meines Angesichtes und mein Gott!
Psalm 43
Bitte um Gericht und Aufnahme bei Gott.
Ein Psalm Davids. Schaffe mir Recht, o Gott, und entscheide meinen Handel wider das unheilige Volk, von dem ungerechten und arglistigen Manne rette mich;
2. denn du, Gott, bist meine Stärke! Warum hast du mich verworfen und warum geh' ich trauernd einher, da der Feind mich plagt.
3. Sende dein Licht und deine Wahrheit; sie werden mich leiten und führen auf deinen heiligen Berg, und in deine Hütten.
4. Und ich werde kommen zu Gottes Altar, zu Gott, der meine Jugend erfreut, werde dich loben auf der Harfe, o Gott, mein Gott!
5. Warum bist du traurig, meine Seele, und warum betrübest du mich? Hoffe auf Gott, denn ich werd' ihm noch danken; er ist das Heil meines Angesichts und mein Gott!
Psalm 44
Bitte um Hilfe in Religionsverfolgung.
Zum Ende. Den Söhnen Cores zur Unterweisung.
2. Gott, mit unsern Ohren haben wir's gehört, unsere Väter haben es uns erzählt, das Werk, das du getan in ihren Tagen, und in den Tagen der Vorzeit.
3. Deine Hand hat die Völker vertrieben, und du hast sie dafür gepflanzt; du hast die Völker bedrängt, und sie hinausgeworfen.
4. Denn nicht durch ihr Schwert haben sie eingenommen das Land, und ihr Arm half ihnen nicht, sondern deine Rechte, und dein Arm, und deines Angesichtes Licht; denn du warst ihnen hold!
5. Du derselbe bist mein König und mein Gott, der du heil anordnest in Jakob.
6. Durch dich stoßen wir mit Hörnern unsere Feinde, und in deinem Namen verachten wir die, so wider uns aufstehen.
7. Denn ich verlasse mich nicht auf meinen Bogen, und mein Schwert kann mir nicht helfen;
8. sondern du hilfst uns von unsern Drängern, und machest zu Schanden, die uns hassen.
9. In Gott wollen wir uns rühmen den ganzen Tag, und deinem Namen danksagen ewiglich.
10. Nun aber hast du uns verworfen und zu Schanden gemacht, und zogst, Gott, nicht aus mit unserm Heere.
11. Du ließest uns zurückweichen vor unsern Feinden, und die uns hassten, machten sich Beute.
12. Du gabst uns hin wie Schlachtschafe, und zerstreutest uns unter die Völker.
13. Du verkauftest dein Volk um ein Geringes, und es ward nicht viel darum gegeben.
14. Du machtest uns zur Schmach unsern Nachbarn, zum Spott und Hohne denen, die um uns her sind.
15. Du machtest uns zum Sprichworte den Heiden, zum Kopfschütteln unter den Völkern.
16. Den ganzen Tag ist meine Schmach vor mir, und die Scham meines Angesichtes bedeckt mich,
17. vor der Stimme des Schmähers und Lästerers, vor dem Angesichte des Feindes und Verfolgers.
18. All dieses ist über uns gekommen, und wir haben dich doch nicht vergessen, und haben nicht treulos gehandelt in deinem Bunde.
19. Unser Herz ist nicht zurückgewichen; und du hast abgewandt unsere Wege von deinem Wege.
20. Denn du hast uns gedemütigt am Orte der Trübsal, und Todesschatten hat uns bedeckt.
21. Wenn wir vergessen den Namen unsers Gottes, und unsere Hände ausbreiten zu einem andern Gott,
22. wird nicht Gott dies erforschen, da er kennet die Heimlichkeiten des Herzens? Denn um deinetwillen werden wir getötet den ganzen Tag, werden geachtet wie Schlachtschafe.
23. Wach auf! warum schläfst du, Herr? Wach auf, und verwirf uns nicht auf immer!
24. Warum wendest du ab dein Angesicht, vergisst unserer Armut und unserer Trübsal
25. Denn gebeugt zum Staub ist unsere Seele; an der Erde klebt unser Bauch.
26. Wach auf, Herr! hilf uns, und erlöse uns um deines Namens willen.
Psalm 45
Der Messias und die Kirche.
Zum Ende, für die, so verwandelt werden sollen, den Söhnen Cores zur Unterweisung, ein Lobgesang auf den Geliebten.
2. Es quillt mein Herz von guter Rede; ich singe mein Lied für den König. Meine Zunge ist die Feder eines Schreibers, der schnell schreibet.
3. Schön von Gestalt bist du vor den Menschenkindern; Anmut ist ausgegossen über deine Lippen, darum hat dich Gott gesegnet in Ewigkeit.
4. Gürte dein Schwert um deine Hüfte, Allmächtiger!
5. In deiner Zierde und deiner Schönheit beginne, im Glücke fahre fort, und herrsche um der Wahrheit und Sanftmut und Gerechtigkeit willen, so wird dich wunderbar führen deine Rechte.
6. Deine Pfeile sind scharf, dass Völker unter dir fallen; sie gehen ins Herz der Feinde des Königs.
7. Dein Thron, o Gott, steht immer und ewig; ein Zepter der Gerechtigkeit ist der Zepter deines Reiches.
8. Du liebst Gerechtigkeit, und hasst das Unrecht; darum hat dich, o Gott, dein Gott mit Freude gesalbt mehr als deine Genossen.
9. Myrrhe und Aloe und Kassia sind in deinen Kleidern aus elfenbeinernen Häusern; damit haben dich erlustigt
10. die Töchter der Könige in deiner Herrlichkeit. Die Königin steht zu deiner Rechten im goldenen Kleid, im bunten Gewande.
11. Höre, Tochter, und schaue und neig dein Ohr, und vergiss deines Volkes, und des Hauses deines Vaters!
12. So wird der König nach deiner Schönheit verlangen; denn er ist der Herr, dein Gott, und man wird ihn anbeten.
13. Die Töchter von Tyrus, alle Reichen des Volkes, werden mit Geschenken dein Angesicht anflehen.
14. Alle Herrlichkeit der Tochter des Königs ist inwendig, mit Gold verbrämt,
15. bunt ihr Gewand. hinter ihr her werden Jungfrauen zu dem Könige geführt, ihre nächsten werden zu dir gebracht;
16. herzugebracht unter Freud' und Frohlocken, hineingeführt in den Tempel des Königs.
17. Anstatt deiner Väter werden dir Söhne geboren; du wirst sie zu Fürsten setzen auf der ganzen Erde.
18. Sie werden deines Namens gedenken von Geschlecht zu Geschlecht;
19. darum werden dich preisen die Völker in Ewigkeit, immer und ewig.
Psalm 46
Sicherheit der Kirche Gottes.
Zum Ende, für die Söhne Cores, ein Psalm für die Geheimnisse.
2. Gott ist unsere Zuflucht und Stärke, ein Helfer in Trübsalen, die uns sehr hart getroffen.
3. Darum fürchten wir uns nicht, wenn auch die Erde sich bewegte, und die Berge versetzt würden mitten ins Meer.
4. Mögen rauschen und wallen seine Wasser, und die Berge erbeben vor seiner Gewalt;
5. des Stromes Anlauf erfreuet die Stadt Gottes, der Allerhöchste heiligt seine Wohnung.
6. Gott ist in ihrer Mitte, sie wird nicht wanken; frühe am Morgen hilft ihr Gott.
7. Es tobten die Völker, und wankten die Reiche; da gab er seine Stimme, und die Erde erbebte.
8. Der Herr der Heerscharen ist mit uns, unsere Zuflucht der Gott Jakobs!
9. Kommt und schaut die Werke des Herrn, welche Wunder er gewirkt auf Erden!
10. der da wegnimmt die Kriege bis ans Ende der Erde, den Bogen zertrümmert, und die Waffen zerschlägt, und die Schilde mit Feuer verbrennt.
11. Seid still und schaut; denn ich bin Gott! will erhöht sein unter den Völkern, und erhöht auf Erden.
12. Der Herr der Heerscharen ist mit uns, unsere Zuflucht ist der Gott Jakobs.
Psalm 47
Freude nach des Herrn Sieg.
Zum Ende, ein Psalm für die Söhne Cores.
2. Klatscht mit Händen, alle Völker; jauchzt Gott mit Jubelschall!
3. Denn der Herr, der Allerhöchste, ist erschrecklich, ein großer König über die ganze Erde.
4. Er hat gezwungen unter uns die Völker, und die Heiden unter unsere Füße;
5. hat uns erwählt zu seinem Erbe, die Schönheit Jakobs, die er liebt.
6. Gott ist aufgefahren mit Jubelklang, der Herr mit Posaunenschall.
7. Lobsinget unserm Gott, lobsingt; lobsingt unserm Könige, lobsingt!
8. Denn König der ganzen Erde ist Gott; lobsingt mit Weisheit!
9. Es herrscht Gott über die Heiden; Gott sitzt auf seinem heiligen Stuhle.
10. Die Fürsten der Völker versammeln sich zu dem Gott Abrahams; denn die starken Götter der Erde werden sehr erhöht.
Psalm 48
Die Stadt Gottes ist sicher.
Ein Psalmlied, für die Söhne Cores, am zweiten Tag der Woche.
2. Groß ist der Herr, und sehr preiswürdig in der Stadt unsers Gottes, auf seinem heiligen Berge.
3. Zum Frohlocken der ganzen Erde ist gegründet der Berg Sion; an der Seite gegen Mitternacht liegt die Stadt des großen Königs.
4. Gott ist bekannt in ihren Häusern, weil er ihre Zuflucht ist.
5. Denn siehe, die Könige der Erde waren versammelt, vereinigten sich zusammen;
6. und sie sahen und erstaunten darob, wurden verwirrt und bebten;
7. Schrecken erfasste sie; da waren Schmerzen, wie bei einer Gebärenden;
8. da zertrümmertest du mit heftigem Sturme die Schiffe von Tharsis.
9. Wie wir vernommen, also haben wir's gesehen in der Stadt des Herrn der Heerscharen, in der Stadt unsers Gottes; Gott hat sie gegründet in Ewigkeit.
10. Wir haben empfangen, o Gott, deine Barmherzigkeit, im Innern deines Tempels.
11. Wie dein Name, o Gott, also reicht auch dein Lob bis an die Grenzen der Erde; von Gerechtigkeit ist voll deine Rechte.
12. Es freue sich der Berg Sion, und die Töchter Judas mögen frohlocken, um deiner Gerichte willen, o Herr!
13. Geht herum um Sion, und umfahet sie; erzählt auf ihren Türmen!
14. Richtet euer Herz auf ihre Stärke, und zählt ihre Häuser, dass ihr's verkündet dem kommenden Geschlechte,
15. dass dieser der Gott sei, unser Gott in Ewigkeit und immer und ewig; er wird uns regieren in Ewigkeit.
Psalm 49
Von der Vergänglichkeit des Glückes der Gottlosen.
Zum Ende, ein Psalm für die Söhne Cores.
2. Hört dies, alle Völker, nehmet zu Ohren alle, die ihr den Erdkreis bewohnt,
3. alle ihr Erden- und Menschenkinder, alle miteinander reich und arm!
4. Mein Mund soll Weisheit reden, und meines Herzens Sinnen geb' ein kluges Wort.
5. Ich will mein Ohr neigen zum Gleichnis, will kund geben mit der Harfe mein Rätsel.
6. Warum soll ich mich fürchten am bösen Tag, wenn die Bosheit meiner Nachsteller mich umgibt,
7. welche vertrauen auf ihre Macht, und in der Menge ihrer Reichtümer sich rühmen?
8. Ein Bruder erlöst ja nicht, (oder) erlöst ein Mensch? Er kann Gott keine Sühnung geben,
9. noch den Wert der Erlösung für seine Seele, wenn er auch ewig sich bemühte,
10. und lebte für und für.
11. Er hat das Ende nicht vor Augen, wenn er auch Weise sterben sieht, und umkommen so gut als Toren und Unverständige, die da andern ihre Reichtümer lassen,
12. während ihr Grab ihr Haus ist in Ewigkeit, obwohl ihre Wohnungen stehen von Geschlecht zu Geschlecht, und sie sich einen Namen gemacht in ihrem Lande.
13. Denn mancher Mensch, der in Ehre ist, bedenkt es nicht; er gleicht den unverständigen Tieren, und ist ihnen ähnlich.
14. Dieser ihr Wandel bringt sie zum Falle; und doch hat man danach Gefallen an ihrer Rede.
15. Wie Schlachtschafe fahren sie zur Unterwelt, wo sie der Tod weidet; frühe herrschen über sie die Gerechten, und ihre Hilfe welkt dahin in der Hölle, nachdem ihre Ehre vergangen.
16. Aber meine Seele wird Gott erretten von der Hölle, wenn er mich aufnimmt.
17. Fürchte dich nicht, wenn ein Mensch reich wird, und wenn sich gemehrt die Herrlichkeit seines Hauses.
18. Denn wenn er stirbt, wird er nichts mitnehmen, und seine Herrlichkeit wird nicht mit ihm hinunterfahren;
19. weil seine Seele gesegnet wird in seinem Leben, er (nur) dich preist, wenn du ihm wohltust.
20. Er wird eingehen zum Geschlecht seiner Väter, und in Ewigkeit nicht schauen das Licht.
21. So ein Mensch, der in Ehre ist, bedenkt nicht; er gleicht unvernünftigen Tieren, und ist ihnen ähnlich.
Psalm 50
Gott, der Richter, fordert vor allem inneren Gottesdienst.
Ein Psalm Asaphs. Der Herr, der Gott der Götter, redet, und beruft die Erde vom Aufgang der Sonne bis zum Untergang.
2. Aus Sion strahlt seiner Schönheit Schimmer.
3. Gott kommt offenbar, unser Gott schweigt nicht; Feuer brennt auf vor seinem Angesichte, und um ihn her ist starkes Wetter.
4. Er beruft den Himmel von oben, und die Erde, um sein Volk zu richten.
5. Versammelt ihm seine Heiligen, die einen Bund mit ihm anordnen durch Opfer!
6. Und verkünden werden die Himmel seine Gerechtigkeit; denn Gott ist Richter.
7. Höre mein Volk, so will ich reden, Israel, so will ich dir bezeugen: Gott, dein Gott bin ich!
8. Um deiner Opfer willen straf' ich dich nicht; denn deine Brandopfer sind ja stets vor mir.
9. Ich will aus deinem Hause keine Farren nehmen, noch Böcke aus deinen Herden;
10. denn mein ist alles Wild des Waldes, das Vieh auf den Bergen und die Ochsen.
11. Ich kenne alle Vögel des Himmels, und die Schönheit des Feldes ist mein.
12. Wenn mich hungerte, würd' ich dir's nicht sagen; denn mein ist der Erdkreis, und was ihn erfüllt.
13. Soll ich denn Fleisch der Stiere essen, oder Blut der Böcke trinken?
14. Opfere Gott ein Opfer des Lobes, und bezahle dem Allerhöchsten deine Gelübde;
15. und ruf zu mir am Tage der Trübsal, so will ich dich erretten, und du sollst mich preisen!
16. Zu dem Sünder aber spricht Gott: Warum verkündigst du meine Rechte, und nimmst meinen Bund in deinen Mund,
17. da du doch hasstest die Zucht, und meine Worte hinter dich warfst!
18. Sahst du einen Dieb, so liefst du mit ihm, und machtest Gemeinschaft mit den Ehebrechern.
19. Dein Mund floss über von Bosheit, und deine Zunge zettelte Betrug an.
20. Du saßt, und redetest wider deinen Bruder, und legtest Fallstricke dem Sohne deiner Mutter.
21. Solches hast du getan, und ich schwieg. Da meintest du böslich, ich sei dir gleich; aber ich tadle dich, und stelle dir's unter deine Augen.
22. Merkt das wohl, die ihr Gottes vergesst! dass er euch nicht einmal wegraffe, und keiner sei, der rette.
23. Ein Lobopfer wird mich ehren; und darauf ist der Weg, wo ich Gottes Heil ihm zeigen will.
Psalm 51
Bußpsalm
Zum Ende, ein Psalm Davids
2. da der Prophet Nathan zu ihm gekommen war, nachdem er zu der Bethseba eingegangen.
3. Erbarme dich meiner, o Gott, nach deiner großen Barmherzigkeit; und nach der Menge deiner Erbarmnisse tilge meine Missetat.
4. Mehr und mehr wasche mich von meiner Ungerechtigkeit, und von meiner Sünde reinige mich.
5. Denn meine Missetat erkenne ich, und meine Sünde ist vor mir allezeit.
6. Dir allein hab' ich gesündigt, und Böses vor dir getan: auf dass du gerecht erfunden werdest in deinen Worten, und den Sieg erhaltest, wenn man über dich urteilt.
7. Denn siehe, in Ungerechtigkeit bin ich empfangen; in Sünden hat mich empfangen meine Mutter.
8. Siehe, die Wahrheit hast du geliebt, die heimlichen und verborgenen Dinge deiner Weisheit mir offenbart.
9. Besprenge mich mit Ysop, so werde ich gereinigt; wasche mich, so werde ich weißer als der Schnee.
10. Gib meinem Gehör Freude und Wonne, so werden frohlocken die gedemütigten Gebeine.
11. Wende ab dein Angesicht von meinen Sünden, und alle meine Missetaten tilge.
12. Ein reines Herz erschaff' in mir, o Gott, und den rechten Geist erneure in meinem Innern.
13. Verwirf mich nicht von deinem Angesichte; und deinen heiligen Geist nimm nicht von mir.
14. Gib mir wieder die Freude deines Heiles; und mit dem fürstlichen Geiste befestige mich.
15. So will ich lehren die Ungerechten deine Wege, und die Gottlosen werden sich zu dir bekehren.
16. Erlöse mich von den Blutschulden, Gott, du Gott meines Heiles; so wird mit Freuden meine Zunge deine Gerechtigkeit preisen.
17. Herr! Öffne meine Lippen, und mein Mund wird verkündigen dein Lob.
18. Denn wenn du Opfer gewollt hättest, würd' ich ja freilich sie gegeben haben; an Brandopfern wirst du kein Gefallen haben:
19. Ein Opfer vor Gott ist ein betrübter Geist; ein zerknirschtes und gedemütigtes herz wirst du, o Gott, nicht verachten.
20. Tu, Herr, Gnade nach deinem guten Willen an Sion, damit die Mauern Jerusalems erbaut werden.
21. Dann wirst du annehmen das Opfer der Gerechtigkeit, Gaben und Brandopfer; dann wird man Kälber auf deinen Altar legen.
Psalm 52
Die Bösen gehen unter.
Zum Ende, eine Unterweisung Davids,
2. als Doeg, der Idumäer, kam und dem Saul berichtete: David ist ins Haus Abimelechs gekommen.
3. Was rühmest du dich der Bosheit, der du mächtig bist in der Ungerechtigkeit
4. Den ganzen Tag trachtet nach Unrecht deine Zunge; wie ein scharfes Schermesser täuschest du.
5. Du liebtest die Bosheit mehr als die Güte, eher Unrecht zu reden, als was billig ist.
6. Du liebtest alle verderblichen Worte, betrügerische Zunge!
7. Darum wird dich Gott verderben ganz und gar; dich herausreißen, und dich wegräumen aus deiner Hütte, und deine Wurzel aus dem Lande der Lebendigen.
8. Die Gerechten werden's sehen und sich fürchten, und über ihn lachen und sagen:
9. Siehe da ein Mensch, der Gott nicht gesetzt hat zu seinem Helfer, sondern vertraute auf die Menge seiner Reichtümer, und mächtig ward in seiner Eitelkeit.
10. Ich aber bin im Hause Gottes wie ein fruchtbarer Ölbaum; ich hoffe auf die Barmherzigkeit Gottes in Ewigkeit, ja immer und ewig.
11. Danken will ich dir's ewiglich, weil du's getan hast, und will auf deinen Namen hoffen; denn er ist gut im Angesichte deiner Heiligen.
Psalm 53
Vom Verderben der Welt; Hoffnung und Rettung.
Zum Ende, für Massleth, eine Unterweisung Davids. Es spricht der Tor in seinem Herzen: „Es ist kein Gott!“
2. Verderbt und abscheulich sind sie geworden in ihren Sünden; keiner ist, der Gutes tut.
3. Gott schaut vom Himmel auf die Menschenkinder, dass er sehe, ob jemand verständig sei oder nach Gott frage.
4. Alle sind abgewichen, allesamt unnütz geworden; keiner ist, der Gutes tut, keiner, auch nicht Liner.
5. Sollen nicht alle zur Erkenntnis kommen, die Missetat tun, die mein Volk als Speise auffressen wie Brot
6. Gott haben sie nicht angerufen, da gezittert vor Furcht, wo keine Furcht war; denn Gott zerstreut die Gebeine derjenigen, die den Menschen gefallen; sie werden zu Schanden, weil Gott sie verschmähet hat.
7. Wer wird doch Israel das Heil aus Sion geben? Wenn Gott abwendet die Gefangenschaft seines Volkes, wird Jakob frohlocken und Israel sich freuen!
Psalm 54
Gebet um Errettung aus großer Gefahr
Zum Ende, unter den Gesängen eine Unterweisung Davids,
2. als die Siphiter kamen, und zu Saul sprachen: Ist David nicht bei uns verborgen?
3. Gott! in deinem Namen errette mich, und in deiner Kraft schaff' mir Recht!
4. Gott! erhöre mein Gebet; nimm zu Ohren die Worte meines Mundes.
5. Denn Fremde haben sich erhoben wider mich, und Starke haben meiner Seele nachgestrebt, und Gott nicht vor ihren Augen gehabt.
6. Denn siehe, Gott steht mir bei, und der Herr nimmt auf meine Seele.
7. Wend' ab das Böse auf meine Feinde, und in deiner Wahrheit zerstöre sie;
8. so will ich dir freiwillig opfern, und deinen Namen preisen, Herr! denn er ist gut;
9. denn aus aller Drangsal hast du mich errettet, und über meine Feinde hat weggeschaut mein Auge.
Psalm 55
Klage wider falsche Freunde
Zum Ende, unter den Gesängen eine Unterweisung Davids.
2. Erhöre, o Gott, mein Gebet, und schaue nicht weg von meinem Flehen;
3. hab' Acht auf mich, und erhöre mich! Ich bin traurig in meinem Streite, und verwirrt
4. vor der Stimme des Feindes, und vor der Drangsal des Sünders; denn sie bringen auf mich böse Sachen, und fallen im Zorne über mich her.
5. Mein Herz ist geängstet in mir, und die Furcht des Todes gefallen auf mich.
6. Furcht und Zittern ist gekommen über mich, und Finsternisse haben mich bedecket.
7. Und ich sprach: Wer gibt mir Flügel wie einer Taube, dass ich fliege und ruhe
8. Siehe, ich floh in die Ferne, und blieb in der Wüste.
9. Ich wartete auf den, der mich errettete von der Kleinmut des Geistes, und vom Sturme.
10. Stürze sie, Herr! mach' uneins ihre Zungen; denn ich sah Unrecht und Hader in der Stadt.
11. Tag und Nacht geht Bosheit herum auf ihren Mauern; und innerhalb ihr ist Mühsal
12. und Ungerechtigkeit; und von ihren Straßen weichet nicht Wucher und Trug.
13. Ja, wenn mein Feind mir geflucht hätte, so würd' ich's wohl ertragen haben; und wenn der, so mich hasst, groß wider mich gesprochen hätte, so würd' ich mich vielleicht vor ihm verborgen haben.
14. Aber du, mein Gleichgesinnter, mein Führer, und mein Bekannter!
15. die wir mitsammen Süßigkeiten kosteten, im Hause Gottes einträchtig wandelten.
16. Der Tod komme über sie, dass sie zur Hölle fahren lebendig! denn Schalkheit ist in ihrer Wohnung, in ihrer Mitte.
17. Ich aber rufe zu Gott; und der Herr wird mich erretten.
18. Abends und Morgens und Mittags will ich erzählen und verkünden; und er wird erhören meine Stimme.
19. Er wird erlösen im Frieden meine Seele von denen, die mir feindlich nahen; denn unter vielen waren sie bei mir.
20. Gott wird erhören, und sie demütigen, der da ist vor den Zeitläufen; denn sie ändern sich nicht, und fürchten nicht Gott.
21. Er streckt aus seine Hand zur Rache. Sie entheiligen seinen Bund;
22. aber der Zorn seines Angesichtes zerteilt sie, und sein Herz bekrieget sie. Seine Worte sind gelinder denn Öl, aber gleichwohl Pfeile.
23. Wirf deine Sorge auf den Herrn, und er wird dich erhalten; er wird den Gerechten nicht ewiglich wanken lassen.
24. Ja du, Gott, wirst sie hinabführen in den Brunnen des Verderbens! Die Männer des Blutes und Truges werden nicht erreichen die Hälfte ihrer Tage; ich aber will vertrauen auf dich, Herr!
Psalm 56
Gebet eines Verfolgten, und Vertrauen auf Hilfe.
Zum Ende. Für das Volk, so dem Heiligtume entfremdet worden, eine Denkschrift Davids, da ihn die Philister zu Gath hielten.
2. Erbarme dich meiner, o Gott! denn es zertritt mich der Mensch; den ganzen Tag streitet er, und ängstiget mich.
3. Es zertreten mich meine Feinde den ganzen Tag; denn viele streiten wider mich.
4. Vor des Tages Höhe fürcht' ich mich; aber auf dich will ich hoffen.
5. In Gott will ich mich rühmen der Worte, die an mich ergangen sind, auf Gott steht meine Hoffnung; ich werde nicht fürchten, was mir tun mag das Fleisch.
6. Den ganzen Tag verfluchen sie meine Worte; wider mich sind alle ihre Gedanken zum Bösen.
7. Sie kommen zusammen und verstecken sich; sie lauern nach meiner Ferse. Aber wie sie harren meiner Seele,
8. also wirst du sie auch keineswegs retten; im | Zorne wirst du zerbrechen die Völker, o Gott!
9. Gott! mein Leben hab' ich dir vorerzählt; du setztest meine Tränen vor dein Angesicht, sowie du auch verheißen hast.
10. Darum wenden sich rücklings meine Feinde, an jedem Tag, da ich zu dir rufe; siehe, ich hab's erfahren, dass du mein Gott bist.
11. In Gott will ich mich rühmen des Wortes, in Gott mich rühmen der Rede; auf Gott will ich hoffen, nicht fürchten, was mir auch tun mag der Mensch.
12. Mir liegen ob, Gott, deine Gelübde, ich will sie erfüllen, Dank dir bringen;
13. denn du entrissest meine Seele dem Tode, und meine Füße dem Falle, dass ich wohlgefalle vor Gott im Lichte der Lebendigen.
Psalm 57
Bitte um Rettung und Dank dafür.
Zum Ende. Vertilge nicht! eine Denkschrift Davids, als er vor Saul in die Höhle floh.
2. Erbarme dich meiner, o Gott, erbarme dich meiner! denn auf dich vertraut meine Seele; und unter dem Schatten deiner Flügel will ich hoffen, bis vorübergeht die Bosheit.
3. Ich will rufen zu Gott, dem Allerhöchsten, zu Gott, der mir wohltut.
4. Er sendet vom Himmel und errettet mich, übergibt der Schmach meine Unterdrücker; Gott sendet seine Barmherzigkeit und seine Wahrheit,
5. und erlöst meine Seele aus der Mitte junger Löwen, da ich schlafe in Ängsten. Der Menschenkinder Zähne sind Waffen und Pfeile, und ihre Zunge ein scharfes Schwert.
6. Erheb' dich, Gott, über die Himmel, und deine Herrlichkeit über die ganze Erde!
7. Fallstricke legten sie meinen Füßen, und beugten nieder meine Seele; gruben vor meinem Angesichte eine Grube, und fielen hinein.
8. Bereit ist mein Herz, o Gott! bereit mein Herz, dass ich singe und Psalmen hersage.
9. Steh auf, mein Ruhm, steh auf, Psalter und Harfe! Ich will aufstehen am frühesten Morgen;
10. will dir danken, o Herr, unter den Völkern, und dir lobsingen unter den Heiden;
11. denn groß bis zum Himmel ist deine Barmherzigkeit, und bis zu den Wolken deine Wahrheit.
12. Erhebe dich, Gott, über die Himmel, und deine Herrlichkeit über die ganze Erde.
Psalm 58
Die Ungerechten gehen zu Grunde, und Gottes Vorsicht wird offenbar.
Zum Ende. Vertilge nicht! eine Denkschrift Davids.
2. Wenn ihr ja in der Wahrheit Gerechtigkeit redet, so urteilet, was recht ist, ihr Menschenkinder!
3. Aber ihr wirket Bosheit im Herzen; eure Hände stiften Unrecht auf Erden!
4. Abgewichen sind die Sünder von Mutterleibe an, sie irren von der Geburt her, und reden Lügen.
5. Ihr Wüten ist gleich dem Wüten einer Schlange, gleich einer tauben Natter, die ihre Ohren verstopft,
6. dass sie nicht höre die Stimme der Beschwörer und des Zauberers, der wohl beschwören kann.
7. Gott wird zerschmettern die Zähne in ihrem Maule; die Backenzähne der Löwen wird zerbrechen der Herr.
8. Sie werden vergehen wie Wasser, das abläuft; er spannet seinen Bogen, bis sie kraftlos werden.
9. Wie Wachs, das zerfließt, werden sie weggenommen; Feuer fällt auf sie, und sie sehen die Sonne nicht.
10. Ehedenn eure Dörner zum Strauche erwachsen, also wird er sie wie lebendig im Zorne verschlingen.
11. Der Gerechte wird sich freuen, wenn er die Rache sieht; er wird seine Hände waschen im Blute des Sünders.
12. Und der Mensch wird sagen: Ja wahrlich hat Frucht der Gerechte; wahrlich ein Gott ist, der sie richtet auf Erden!
Psalm 59
Gebet um Hilfe wider Feinde.
Zum Ende. Vertilge nicht! eine Denkschrift Davids, als Saul hinsandte und sein Haus bewachen ließ, um ihn zu töten.
2. Errette mich, mein Gott, von meinen Feinden, und von denen, die wider mich aufstehen, erlöse mich.
3. Errette mich von den Übeltätern, und von den Blutgierigen hilf mir.
4. Denn siehe, sie fangen meine Seele; es überfallen mich die Starken;
5. und ich habe keine Missetat noch Sünde, Herr! ohne Missetat war mein Wandel und gerade.
6. Steh auf, komm mir entgegen und sich! ja sich und suche heim alle Völker, du Herr, Gott der Heerscharen, Gott Israels! Erbarme dich über keinen von allen, die Übles tun.
7. Sie werden umkehren am Abende, und Hunger leiden wie Hunde, und herumlaufen in der Stadt.
8. Siehe, sie reden mit ihrem Munde, und ein Schwert ist auf ihren Lippen; denn wer hört's?
9. Aber du, Herr, lachest ihrer, machest zunichte alle Völker.
10. Meine Stärke will ich bei dir verwahren; denn du, o Gott, bist's, der mich aufnimmt.
11. Meines Gottes Barmherzigkeit wird mir zuvorkommen;
12. Gott wird mich hinsehen lassen über meine Feinde. Töte sie nicht, dass meine Völker es nicht vergessen! Zerstreue sie in deiner Kraft, und stürze sie, mein Schützer, Herr!
13. Die Sünde ihres Mundes ist die Rede ihrer Lippen; mögen sie gefangen werden in ihrer Hoffart; und um des Fluches und der Lüge willen wird man ihnen ankünden
14. Vertilgung, im Zorne Vertilgung, dass sie nicht mehr sind. Sie sollen wissen, dass Gott über Jakob herrsche, und bis an die Enden der Erde!
15. Sie werden umkehren am Abende, und Hunger leiden wie Hunde, und herumlaufen in der Stadt.
16. Sie werden sich zerstreuen, um Speise zu finden, und murren, wenn sie nicht satt werden.
17. Ich aber will besingen deine Stärke, und frohlocken des Morgens ob deiner Barmherzigkeit; denn du bist's, der mich aufnimmt, bist meine Zuflucht am Tage meiner Trübsal.
18. Mein Helfer, dir will ich lobsingen; denn du bist Gott, der mich aufnimmt, mein Gott und meine Barmherzigkeit.
Psalm 60
Das Reich Gottes in Trübsal
Zum Ende, für die, so verwandelt werden, eine Denkschrift Davids zur Lehre,
2. als er Mesopotamien und Zoba in Syrien verheerte, und Joab umkehrte, und im Salztale zwölftausend Edomiter erschlug.
3. Gott, du hast uns verstoßen und zerstöret; du bist zornig, und erbarmest dich unser.
4. Du hast das Land bewegt und erschüttert; heile seine Brüche; denn es ist zerrüttet.
5. Du hast hartes erzeiget deinem Volke, uns getränkt mit dem Weine der Trübsal.
6. Doch denen, die dich fürchten, gabst du ein Zeichen, um zu fliehen vor dem Bogen, damit gerettet würden deine Geliebten.
7. Hilf mit deiner Rechten, und erhöre mich.
8. Gott hat ja in seinem Heiligtume gesprochen: Des freu' ich mich, Sichem zu teilen, und das Tal der Gezelte zu messen.
9. Mein ist Gilead, und mein ist Manasse; und Ephraim ist die Stärke meines Hauptes, Juda mein König.
10. Moab ist der Topf meiner Hoffnung; über Edom strecke ich meinen Schuh; die Ausländer werden mir untertan.
11. Wer führt mich in die feste Stadt? wer führt mich bis nach Edom?
12. Nicht du, o Gott! der du uns verstoßen; und wirst du nicht ausziehen, Gott, mit unsern Heeren?
13. Hilf uns, Herr, in der Not; denn Menschenhilf' ist eitel.
14. In Gott wollen wir Taten tun, und er wird zunichtemachen, die uns drängen!
Psalm 61
Gebet des Königs
Zum Ende, ein Lobgesang Davids.
2. Erhöre, o Gott, mein Flehen; hab Acht auf mein Gebet!
3. Vom Ende des Landes ruf' ich zu dir, da sich ängstet mein Herz. Du erhöhest mich auf einen Felsen, leitest mich;
4. denn du bist meine Hoffnung, ein fester Turm vor dem Feinde.
5. Ich werde wohnen in deinem Zelte in Ewigkeit, geschirmt unter dem Schatten deiner Flügel.
6. Denn du, mein Gott, erhörst mein Gebet, gibst denen das Erbe, die deinen Namen fürchten.
7. Tage legst du den Tagen des Königs zu, verlängerst seine Jahre von Geschlecht zu Geschlecht;
8. und er bleibt in Ewigkeit vor Gott. Wer wird ausforschen seine Barmherzigkeit und Wahrheit?
Psalm 62
Vertrauen zu Gott gegen Feinde
Zum Ende, für Idithun, ein Psalm Davids.
2. Soll wohl Gott nicht unterworfen sein meine Seele, da von ihm kommet mein Heils
3. Denn er selbst ist mein Gott, und mein Heiland, meine Zuflucht, ich werde nicht mehr wanken!
4. Wie lange stürmet ihr her auf einen Menschen, wie auf eine hangende Wand und eine sinkende Mauer, und geht mit Mord um, ihr alles
5. Sie wollen mir rauben den Preis, dürstend lauf' ich; sie segnen mit ihrem Munde, und fluchen in ihrem Herzen.
6. Aber Gott sei unterworfen meine Seele; denn von ihm kommt meine Geduld.
7. Denn er ist mein Gott, und mein Heiland; mein Helfer, ich werde nicht weichen.
8. In Gott ist mein Heil, und mein Ruhm ist Gott, der mir hilft, und meine Hoffnung ist in Gott!
9. Hoffet auf ihn, alles versammelte Volk, schüttet aus vor ihm eure Herzen! Gott ist ewiglich unser Helfer!
10. Aber eitel sind die Menschenkinder, lügenhaft die Menschenkinder auf der Waage; und sie betrügen sich allesamt durch Eitelkeit.
11. Wollet nicht hoffen auf Unrecht, und wollet nicht gelüsten nach Raub; und wenn Reichtum zuströmet, hänget das Herz nicht daran!
12. Einmal hat Gott geredet. Diese zwei vernahm ich: Dass bei Gott die Macht ist,
13. und bei dir, o Herr, die Barmherzigkeit; denn du vergiltst einem jeglichen nach seinen Werken.
Psalm 63
Sehnsucht nach dem Heiligtume und nach Gott.
Ein Psalm Davids, als er in der Wüste von Edom war.
2. O Gott, mein Gott, frühe wache ich zu dir; meine Seele dürstet nach dir, gar sehr nach dir mein Fleisch!
3. Im wüsten, weglosen, wasserlosen Lande, so erschein' ich vor dir wie im Heiligtume, deine Kraft und deine Herrlichkeit zu schauen.
4. Denn besser ist deine Barmherzigkeit als Leben; meine Lippen wollen dich loben.
5. So will ich dich preisen in meinem Leben, und in deinem Namen aufheben meine Hände.
6. Wie von Mark und Fett lass satt werden meine Seele, dass mit jubelnden Lippen dich lobe mein Mund.
7. Bedenke ich deiner auf meinem Lager, so sinn' ich über dich noch am Morgen;
8. denn du bist mein Helfer. Und im Schatten deiner Flügel will ich jubeln;
9. es hängt meine Seele an dir, mich nahm auf deine Rechte.
10. Sie aber suchen vergebens meine Seele, fahren hinunter in die Tiefen der Erde;
11. werden hingegeben dem Schwerte, eine Beute der Füchse.
12. Aber der König wird sich freuen in Gott, gepriesen ein jeglicher, so bei ihm schwört; denn verstopft wird deren Mund, die Böses reden.
Psalm 64
Bitte um Hilfe und Schutz.
Zum Ende, ein Psalm Davids.
2. Erhöre, Gott, mein Gebet, wenn ich flehe; von der Furcht des Feindes errette meine Seele.
3. Du schützt mich vor der Versammlung der Bösen, vor der Rotte der Übeltäter.
4. Denn sie schärfen wie ein Schwert ihre Zungen, spannen den Bogen, ein bitteres Ding,
5. um zu schießen im Verborgenen den Reinen.
6. Jählings schießen sie auf ihn und scheuen sich nicht, beschließen unter sich ein gottlos Wort, unterreden sich, Fallstricke zu legen, und sagen: Wer wird sie sehen?
7. Sie sinnen auf Gräuel, verzehren sich sinnend durch Forschen, und der Mensch macht sich an hohe Dinge des Herzens;
8. aber Gott wird erhoben! Die Wunden von ihnen sind wie von Pfeilen der Kinder,
9. und ihre Zungen werden schwach wider sie selbst. Es entsetzen sich alle, die sie sehen;
10. und alle Menschen fürchten sich, und verkünden Gottes Werke, und erkennen seine Taten.
11. Es freut sich der Gerechte in dem Herrn und hofft auf ihn, und gepriesen werden alle, die rechten Herzens sind.
Psalm 65
Gott ist preiswürdig.
Zum Ende, ein Psalm Davids; das Lied des Jeremias und Ezechiel für das Volk der Gefangenschaft, da sie ansingen auszuziehen.
2. Dir ziemt ein Loblied, Gott, auf Zion, und dir zahle man Gelübde in Jerusalem.
3. Erhöre mein Gebet; zu dir kommt alles Fleisch.
4. Gottlose Werke überwältigten uns; aber unserer Missetaten erbarmst du dich.
5. Selig ist der, den du erwählst und annimmst; er wird wohnen in deinen Vorhöfen; wir werden satt werden von den Gütern deines Hauses; dein Tempel ist heilig,
6. wunderbar durch Gerechtigkeit. Erhöre uns Gott, unser Heiland, du Hoffnung aller Enden der Erde, und des Meeres in der Ferne.
7. Du bereitest die Berge in deiner Kraft, bist umgürtet mit Macht;
8. du bewegst den Grund des Meeres, das Brausen seiner Wellen. Es erschrecken die Heiden,
9. und die äußersten Bewohner fürchten sich vor deinen Zeichen; da, wo ausgeht der Morgen und Abend, spendest du Freude.
10. Du siehst nach der Erde, und berauschst sie, machst sie reich überaus. Gottes Strom ist voll des Wassers, du richtest ihnen Speise; denn also ist die Einrichtung der Erde.
11. Du tränkst ihre Furchen, vermehrst ihr Gewächs; an ihren Regentropfen ergötzt sie sich und sprosst.
12. Du segnest den Umlauf des Jahres mit deiner Güte, und deine Felder werden voll des Überflusses.
13. Es werden feist die Triften der Wüste, und mit Jubel gürten sich die Zügel.
14. Es kleiden sich die Widder und Schafe, und die Täler haben Überfluss an Korn; alles ruft und lobsingt.
Psalm 66
Einladung zum Lobe Gottes.
Zum Ende, ein Psalmlied für die Auferstehung. Jauchzet zu Gott, alle Lande,
2. lobsingt seinem Namen, lasset herrlich erschallen sein Lob!
3. Sagt zu Gott: Wie schrecklich sind deine Werke, o Herr! Ob der Menge deiner Kraft werden dir lügen deine Feinde.
4. Alles Land bete dich an, und singe dir, lob: singe deinem Namen.
5. Kommt und schaut die Werke Gottes; er ist schrecklich in seinen Ratschlägen über die Menschenkinder.
6. Er wandelte das Meer in trockenes Land, in dem Strome gingen sie zu Fuße; daselbst freuten wir uns in ihm!
7. Er herrscht in seiner Kraft für und für; seine Augen schauen auf die Völker. Die ihn erbittern, sollen sich nicht erheben bei sich!
8. Preist, ihr Völker, unsern Gott, und lasst hören die Stimme seines Lobes!
9. Der meine Seele ins Leben gesetzt, und meine Füße nicht hat straucheln lassen!
10. Denn du hast uns geprüft, o Gott, durch Feuer uns geläutert, wie man läutert das Silber;
11. hast uns geführt in den Fallstrick, Trübsal gelegt auf unsern Rücken,
12. Menschen gesetzt über unsere Häupter. Wir gingen durch Feuer und Wasser, aber du führtest uns heraus in die Erquickung.
13. Ich will in dein Haus mit Brandopfern kommen, und meine Gelübde dir zahlen,
14. die gesprochen meine Lippen, und geredet mein Mund in meiner Trübsal.
15. Fette Brandopfer will ich dir bringen mit dem Rauchwerke der Widder, Rinder dir bringen samt Böcken.
16. Kommt, hört, ihr alle, die ihr Gott fürchtet, so will ich erzählen, was Großes er getan an meiner Seele.
17. Zu ihm hab' ich gerufen mit meinem Munde, und ihn erhöht mit meiner Zunge.
18. Hätt' ich Unrecht gesehen in meinem Herzen, nicht hätte erhört der Herr.
19. Aber es erhörte Gott, und merkte auf die Stimme meines Flehens.
20. Gebenedeit sei Gott, der nicht abwies mein Gebet, noch seine Barmherzigkeit von mir.
Psalm 67
Gebet um Erleuchtung aller Völker.
Zum Ende, unter den Lobliedern ein Psalmlied Davids.
2. Gott erbarme sich unser, und segne uns; lasse leuchten sein Angesicht über uns, und erbarme sich unser;
3. damit wir auf Erden deinen Weg erkennen, unter allen Völkern dein Heil.
4. Es sollen dich preisen die Völker, o Gott; dich sollen preisen alle Völker.
5. Es sollen sich freuen und jubeln die Völker; denn du richtest die Völker in Gerechtigkeit, und lenkst die Heiden auf Erden.
6. Es sollen dich preisen die Völker, o Gott; dich sollen preisen alle Völker.
7. Die Erde wird geben ihre Frucht. Es segne uns Gott, unser Gott,
8. es segne uns Gott; und es sollen ihn fürchten alle Enden der Erde!
Psalm 68
Dank für den großen Sieg
Zum Ende ein Psalm Davids selbst.
2. Es erhebe sich Gott, dass zerstreut werden seine Feinde, und fliehen, die ihn hassen, vor seinem Angesichte.
3. Wie der Rauch vergeht, sollen sie vergehen; wie Wachs vor dem Feuer zerfließt, also sollen zu Grunde gehen die Sünder vor Gott.
4. Und die Gerechten sollen in Freuden leben, und frohlocken vor dem Angesichte Gottes, und sich erlustigen in Wonne.
5. Singt Gott, lobsingt seinem Namen, macht ihm Bahn, der über den Westen hin herauffährt. Herr ist sein Name! Frohlockt vor seinem Angesichte, vor dem sie erschrecken.
6. Vater der Waisen und Richter der Witwen ist Gott an seinem heiligen Orte;
7. Gott, der die Gleichgesinnten zusammenwohnen macht in einem Hause; der die Gefangenen herausführt mit Macht, auch die Widerspenstigen, so in den Gräbern wohnen.
8. O Gott! als du hergingst vor dem Angesichte deines Volkes, da du durchzogst in der Wüste:
9. da bebte die Erde, und die Himmel troffen vor dem Angesichte Gottes, Sinai vor dem Angesichte des Gottes Israels.
10. Einen gnadenvollen Regen hast du abgesondert, Gott, deinem Erbe; es war ermattet, du aber hast es gestärkt.
11. Deine Herde wohnt darin; in deiner Güte hast du's bereitet dem Armen, o Gott!
12. Der Herr gab das Wort den Freudenbotschaftern mit großer Macht.
13. „Die mächtigen Könige gehören dem Liebling, dem Geliebten, und der Zierde des Hauses kommt zu, Beute zu teilen.“
14. „Wenn ihr ruhet mitten in euern Losen, gleicht ihr Taubenflügeln, die mit Silber überzogen, deren hinterer Rücken im blassgelben Golde schimmert.
15. Wenn Gott im Himmel die Könige über das Land zerstreut, werden sie weiß von Schnee wie auf Selmon.“
16. Der Berg Gottes ist ein fetter Berg, ein fester Berg, ein fetter Berg.
17. Warum blicket ihr so scheel auf das feste Gebirge. Es ist der Berg, auf dem Gott wohlgefällt zu wohnen; denn der Herr wird da wohnen auf ewig.
18. Der Wagen Gottes ist zehntausend, vieltausend, so sich freuen. Der Herr ist unter ihnen wie auf Sinai im Heiligtume.
19. Du fährst in die Höh', nimmst die Gefangenschaft gefangen, nimmst die Geschenke zu dir für die Menschen, auch für die Ungläubigen, dass sie wohnen bei Gott, dem Herrn.
20. Gebenedeit sei der Herr alle Tage; Gott, in dem all unser Heil ist, wird beglücken unsere Reise!
21. Unser Gott ist ein Gott, der helfen kann, und des Herrn, ja des Herrn ist's, entrinnen zu lassen dem Tode.
22. Dagegen zerschmettert Gott die Häupter seiner Feinde, den Haarscheitel derer, die fortwandeln in ihren Sünden.
23. Es spricht der Herr: Aus Basan will ich sie herbringen, herbringen in die Tiefe des Meeres;
24. damit dein Fuß sich tauche in Blut, die Zunge deiner Hunde ins Blut der Feinde.
25. Man schaut deinen Einzug, o Gott, den Einzug meines Gottes, meines Königs, der im Heiligtume ist.
26. Voran gehen die Fürsten, sich anschließend den Sängern, in der Mitte der paukenschlagenden Jungfrauen.
27. „In den Versammlungen preist Gott, den Herrn, ihr vom Quelle Israels!“
28. Da ist Benjamin, der Jüngste, in Entzückung des Geistes, die Fürsten von Juda, seine Heerführer, die Fürsten von Nephthali.
29. Gebiete, o Gott, deiner Kraft; befestige das, Gott, was du gewirkt unter uns,
30. von deinem Tempel aus zu Jerusalem. Die Könige sollen dir Geschenke bringen!
31. Schilt die Tiere des Schilfs; eine Rotte von Stieren ist unter den Kühen der Völker, um die auszutreiben, so erprobt sind wie Silber. Zerstreue die Völker, so die Kriege lieben!
32. Gesandte sollen kommen aus Ägypten; Äthiopien soll zuerst aufheben seine Hände zu Gott.
33. Reiche der Erde! singt Gott; lobsingt dem Herrn, lobsingt Gott,
34. der über den Himmel des Himmels hinauffährt gen Aufgang. Siehe, er wird seiner Stimme die Stimme der Kraft geben.
35. Gebet Ehre dem Gott über Israel, dessen Herrlichkeit und Kraft in den Wolken ist.
36. Wunderbar ist Gott in seinen Heiligen; der Gott Israels selbst wird Stärke und Kraft geben seinem Volke. Gebenedeit sei Gott!
Psalm 69
Der leidende Messias
Zum Ende, für die, so verwandelt werden sollen, von David.
2. Hilf mir, o Gott; denn die Wasser sind gedrungen bis an meine Seele.
3. Ich stecke in tiefem Schlamme, und ist da kein Grund; bin gekommen in die Tiefe des Meeres, und der Sturm hat mich versenkt.
4. Ich mühe mich ab mit Rufen, heiser ist geworden mein Hals; meine Augen verzehren sich, während ich hoffe auf meinen Gott.
5. Mehr denn meines Hauptes Haare sind, die mich hassen ohne Ursach'; stark sind meine Feinde, die mich ungerecht verfolgen; was ich nicht geraubt, das hab' ich so gezahlt.
6. Gott, du kennst meine Torheit, und meine Missetaten sind nicht verborgen vor dir.
7. Lass nicht durch mich zu Schanden werden, die auf dich hoffen, o Herr, Herr der Heerscharen! Lass über mich nicht zu Schanden werden, die dich suchen, Gott Israels!
8. Denn um deinetwillen trage ich Schmach, deckt Scham mein Angesicht.
9. Fremd bin ich geworden meinen Brüdern, und ein Fremdling den Kindern meiner Mutter.
10. Denn der Eifer für dein Haus verzehrt mich, und der dich Schmähenden Schmach fällt über mich.
11. Ich schützte durch Fasten meine Seele, und es ward mir zur Schmach.
12. Ich machte zu meinem Kleide den Sack, und ich ward ihnen zum Sprichwort.
13. Wider mich redeten, die da sitzen im Tore, und die Weintrinker sangen auf mich.
14. Aber ich richte, Herr, mein Gebet zu dir; Zeit des Wohlgefallens, Gott, lass es sein! Nach der Menge deiner Barmherzigkeit erhöre mich, und in der Wahrheit deines Heils.
15. Errette mich aus dem Schlamme, auf dass ich nicht stecken bleibe; erlöse mich von denen, die mich hassen, und aus tiefen Wassern.
16. Nicht versenke mich das Ungestüm des Wassers, nicht verschlinge mich die Tiefe, noch schließe über mir die Grube ihren Mund.
17. Erhöre mich, Herr! denn gütig ist deine Barmherzigkeit; nach der Menge deiner Erbarmungen schau auf mich!
18. Und wende dein Angesicht nicht ab von deinem Knechte; denn ich werde gequält; geschwind erhöre mich!
19. Hab Acht auf meine Seele, und erlöse sie; um meiner Feinde willen rette mich!
20. Du kennst meine Schmach, und meine Schande, und meine Scham.
21. Vor deinem Angesichte sind alle, die mich quälen. Mein Herz ist gewärtig der Schmach und des Elends. Ich erwarte, ob einer mittrauere, und es ist keiner; ob einer tröste, und ich finde keinen.
22. Und sie geben mir zur Speise Galle, und in meinem Durste tränken sie mich mit Essig.
23. Ihr Tisch werde vor ihnen zum Fallstricke, und zur Vergeltung, und zum Anstoße.
24. Ihre Augen sollen finster werden, dass sie nicht sehen, und ihren Rücken krümme immer!
25. Gieß aus über sie deinen Zorn, und der Grimm deines Zornes ergreife sie!
26. Ihre Wohnung soll wüste werden, und in ihren Hütten sei keiner, der da wohne.
27. Denn sie haben verfolgt, den du geschlagen, und zu dem Schmerz meiner Wunden noch hinzugetan.
28. Lass sie aus einer Sünde in die andere fallen, und zu deiner Gerechtigkeit nicht eingehen.
29. Sie sollen vertilgt werden aus dem Buche der Lebendigen, und mit den Gerechten nicht geschrieben werden!
30. Ich bin arm und leidend; dein Heil, Gott, wird mich aufnehmen.
31. So will ich preisen den Namen Gottes mit Gesang, und ihn verherrlichen mit Lob.
32. Das wird Gott mehr gefallen, als ein junges Kalb, dem Hörner und Klauen wachsen.
33. Es sollen's sehen die Armen und sich freuen; sucht Gott, so wird leben eure Seele;
34. denn der Herr erhört die Armen, und seine Gefangenen verachtet er nicht.
35. Es lobe ihn Himmel und Erde, das Meer und alles Kriechende darin.
36. Denn Gott wird Sion helfen; und Judas Städte werden erbauet werden, und sie werden daselbst wohnen, und es einnehmen als Erbe.
37. Und der Same seiner Knechte wird es besitzen, und die seinen Namen lieben, werden darin wohnen.
Psalm 70
Gebet um schnelle Hilfe
Zum Ende, ein Psalm Davids, zum Andenken, dass ihm der Herr geholfen hat.
2. O Gott! hab Acht auf meine Hilfe; Herr, eile, mir zu helfen.
3. Es sollen sich schämen und zu Schanden werden, die meiner Seele nachstreben.
4. Es sollen zurückweichen und beschämt werden, die mir Übels wollen; eilends sollen zurückweichen und sich schämen, die zu mir sagen: So recht, so recht!
5. Aber frohlocken sollen und sich freuen über dich alle, die dich suchen; und die dein Heil lieben, sollen immer sprechen: Hochgelobt sei der Herr!
6. Ich aber bin arm und elend; Gott hilf mir! Mein Helfer, und mein Erlöser bist du; Herr, säume nicht!
Psalm 71
Gebet um Hilfe gegen Feinde.
Ein Psalm Davids, (auch) der Söhne Jonadabs und der ersten Gefangenen. Auf dich, Herr, hoff' ich, lass mich nicht zu Schanden werden ewiglich;
2. in deiner Gerechtigkeit befreie mich und erlöse mich. Neig zu mir dein Ohr, und rette mich!
3. Sei mir zum beschirmenden Gott und festen Orte, dass du mir helfest; denn meine Feste und meine Zuflucht bist du.
4. Mein Gott erlöse mich von der Hand des Sünders, und von der Hand dessen, der wider das Gesetz handelt, und des Gottlosen!
5. Denn du bist meine Geduld, Herr! o Herr, meine Hoffnung von meiner Jugend an.
6. Auf dich bin ich festgestellt vom Mutterleibe an; von meiner Mutter Leibe an du bist mein Beschirmer Von dir ist stets mein Lobgesang.
7. Wie ein Wunder bin ich vielen geworden; und du warst ein starker Helfer.
8. Lass voll sein meinen Mund von Lob, dass ich singe deine Herrlichkeit, deine Größe den ganzen Tag.
9. Verwirf mich nicht zur Zeit des Alters; wenn abgenommen meine Kraft, verlass mich nicht!
10. Denn meine Feinde sprechen von mir, und die auf mein Leben lauern, halten Rat zusammen,
11. sprechend: Gott hat ihn verlassen! Verfolgt und ergreifet ihn; denn keiner ist, der hilft.
12. Gott, sei nicht fern von mir; mein Gott, schau' auf meine Hilfe!
13. Es sollen sich schämen und verkommen, die mir übel nachreden; mit Scham und Schande bedeckt werden, die mein Unglück suchen.
14. Ich aber will allezeit hoffen, und noch mehr tun zu allem deinem Lobe.
15. Mein Mund soll verkünden deine Gerechtigkeit, den ganzen Tag dein Heil; denn Bücher-Weisheit kenn' ich nicht.
16. So will ich eingehen in die Kraft des Herrn; Herr! deiner Gerechtigkeit allein will ich gedenken.
17. Gott! du hast mich's gelehrt von meiner Jugend an, und bis jetzt verkünd' ich deine Wunder.
18. Doch auch bis zum greisen Alter, bis zum hohen Alter, Gott, verlass mich nicht, bis ich allen Geschlechtern, die da kommen werden, deinen Arm verkünde, deine Macht,
19. und aufs Höchste rühme deine Gerechtigkeit, Gott, was du Großes getan. Gott, wer ist dir gleich? Wie viel böse Trübsal hast du mir gezeigt!
20. Doch du wandtest dich, belebtest mich, und führtest mich zurück aus den Abgründen der Erde.
21. Du vermehrtest vielfach deine Herrlichkeit; und wandtest dich, und warst mein Trost.
22. So will ich denn dich preisen, auf Psalterspiel deine Wahrheit, Gott, dir lobsingen auf der Harfe, du Heiliger Israels.
23. Es sollen frohlocken meine Lippen, wenn ich singe, und meine Seele, die du erlöst.
24. Und auch meine Zunge soll wohl überlegt sprechen von deiner Gerechtigkeit den ganzen Tag; denn beschämt sind sie und zu Schanden geworden, die mein Unglück suchen.
Psalm 72
Von dem großen Könige.
Ein Psalm auf Salomon.
2. O Gott, gib dein Gericht dem Könige, und deine Gerechtigkeit dem Sohne des Königs, um zu richten dein Volk in Gerechtigkeit, und deine Armen nach Recht.
3. Lass die Berge Frieden für das Volk empfangen, und die Zügel Gerechtigkeit.
4. Er wird richten die Armen des Volkes, und helfen den Kindern der Armen, und demütigen die Lästerer.
5. Und er wird bleiben, so lange Sonne und Mond währet, von Geschlecht zu Geschlecht.
6. Er wird herabkommen wie der Regen auf das Fell, und wie Regengeträufel auf die Erde.
7. In seinen Tagen wird aufgehen die Gerechtigkeit, und die Fülle des Friedens, bis der Mond vergeht.
8. Und er wird herrschen von einem Meere zum andern, und vom Flusse bis an die Grenzen des Erdbodens.
9. Vor ihm werden sich niederwerfen die Äthiopier, und seine Feinde den Staub lecken.
10. Die Könige von Tharsis und die Inseln werden Geschenke opfern; die Könige von Arabien und Saba werden Gaben bringen.
11. Es werden ihn anbeten alle Könige der Erde, alle Völker ihm dienen.
12. Denn er wird retten den Armen vor dem Mächtigen, den Armen, der keinen Helfer hatte;
13. er wird schonen des Armen und Dürftigen, und die Seelen der Dürftigen erlösen,
14. von Wucher und Unrecht erlösen ihre Seelen; denn ehrwürdig ist ihr Name vor ihm.
15. Er wird leben, und man wird ihm geben vom Golde Arabiens, und ihn immerdar anbeten, den ganzen Tag loben.
16. Und Getreide wird im Lande auf den Gipfeln der Berge sein, dessen Frucht übertreffen den-Libanon; und Volk wird der Stadt erblühen, wie Gras der Erde.
17. Sein Name sei gebenedeit in Ewigkeit; wie die Sonne bleibt sein Name. Und gesegnet werden in ihm alle Geschlechter der Erde; alle Völker werden ihn preisen.
18. Gebenedeit sei der Herr, der Gott Israels, der Wunder tut allein.
19. Und gebenedeit sei der Name seiner Herrlichkeit ewiglich, und von seiner Herrlichkeit werde voll die ganze Erde. Amen, Amen!
20. Hier endigen die Lobgesänge Davids, des Sohnes Jesse.
Psalm 73
Der Gottlose endet mit Verderben.
Ein Psalm Asaphs. Wie gut ist gegen Israel Gott, gegen die, so rechten Herzens sind!
2. Aber meine Schritte wären bald gestrauchelt, meine Schritte wären bald ausgewichen.
3. Denn ich eiferte über die Ungerechten, da ich rechte den Frieden der Sünder sah.
4. Denn sie denken nicht an ihren Tod, und ihre Plage dauert nicht.
5. Die Mühsal der Menschen haben sie nicht, und werden nicht geschlagen mit den Menschen.
6. Darum sind sie von der Hoffart besessen, bedeckt mit ihrem Unrechte und ihrer Gottlosigkeit.
7. Es kommt gleichsam aus Fett ihre Bosheit; sie gehen den Lüsten ihres Herzens nach.
8. Sie denken und reden Schalkheit, reden Bosheit in ihrer Seele.
9. Sie setzen ihren Mund in den Himmel, und ihre Zunge geht herum auf der Erde.
10. Darum wendet sich mein Volk hierhin, dass sie gute Tage bei ihnen finden.
11. Und sie sagen: Wie sollte Gott etwas wissen? ist denn Wissenschaft bei dem höchsten?
12. Siehe, es sind Sünder, und haben doch Überfluss in der Welt, Reichtümer an sich gebracht.
13. Und ich sprach: Also hab' ich umsonst gerecht gemacht mein Herz, und unter den Unschuldigen gewaschen meine Hände.
14. Und bin geschlagen den ganzen Tag, und gestraft schon am frühen Morgens
15. Aber wenn ich so sprach, redend wie sie: siehe, dann hab' ich das Geschlecht deiner Kinder verworfen!
16. Ich dachte nach, um es zu verstehen; aber es war mir zu mühsam,
17. bis ich ins Heiligtum Gottes einging, und merkte, was ihr Ende sei.
18. Denn auf betrügerischen Stand hast du sie gesetzt, sie gestürzt, da sie erhoben waren.
19. Wie sind sie verwüstet worden, plötzlich dahingeschwunden, untergegangen um ihrer Bosheit | willen!
20. Wie einen Traum der Aufwachenden, also wirst du, Herr, in deiner Stadt ihr Bild verschwinden machen.
21. Weil entzündet war mein Herz, und meine Nieren in anderm Zustande,
22. ward auch ich zu Nichts gemacht, und wusste es nicht;
23. wie ein Lasttier bin ich vor dir geworden; doch war ich immer bei dir.
24. Du fasstest mich bei der rechten Hand, und führtest mich nach deinem Willen, und nahmst mich auf mit Ehren.
25. Denn was hab' ich im Himmel, und was lieb' ich auf Erden außer dir?
26. Schmachtet auch mein Fleisch und mein Herz: meines Herzens Gott und mein Teil ist Gott in Ewigkeit.
27. Denn siehe, die sich weit von dir machen, kommen um; du vertilgest alle, die von dir abfallen.
28. Mir aber ist Gott anhangen gut, auf Gott, den Herrn, meine Hoffnung setzen gut, auf dass ich verkünde all' dein Lob in den Toren der Tochter Sion!
Psalm 74
Bitte in der Not, als das Heiligtum verwüstet worden.
Eine Unterweisung Asaphs.
1. O Gott! warum verwirfst du uns vollends, und ergrimmet dein Zorn über die Schafe deiner Weide?
2. Gedenke an deine Gemeine, die du besessen hast von Anfang her, erlöst als den Anteil deines Erbes, der du gewohnt auf dem Berge Sion!
3. Heb' auf deine Hände gegen ihren Hochmut für immer! Wie viel Böses hat der Feind im Heiligtume getan!
4. Es sprechen groß, die dich hassen, in der Mitte deiner Festlichkeit. Ihre Zeichen setzten sie zu Zeichen
5. auf die Höhen wie an die Tore; denn sie erkennen's nicht. Wie im Walde das Holz zerhauen sie
6. mit Beilen seine Türen allesamt, reißen sie ein mit Beil und Art,
7. verbrennen mit Feuer dein Heiligtum, entweihen im Lande die Wohnung deines Namens.
8. Sie und ihr ganzes Geschlecht sprechen in ihrem Herzen: Lasst uns abschaffen alle Festtage Gottes im Lande!
9. Wir sehen unsere Zeichen nicht, kein Prophet ist mehr; und Er kennt uns nicht mehr.
10. Wie lange, o Gott, soll schmähen dein Feind, reizen der Widersacher deinen Namen beständig?
11. Warum ziehest du zurück deine Hand und deine Rechte zeuch sie heraus aus deinem Busen, und mach ein Ende!
12. Gott ist ja unser König von jeher, hat Heil gewirkt im Lande.
13. Du gabst Festigkeit in deiner Kraft dem Meere, zerschmettertest die Drachenköpfe in den Wassern,
14. zerschlugest die Drachenköpfe, gabst sie zum Fraß den Völkern Äthiopiens.
15. Du ließest Quellen und Ströme hervorbrechen; du vertrocknetest die Flüsse Ethans.
16. Dein ist der Tag, und dein ist die Nacht; du schufest das Morgenrot und die Sonne.
17. Du machtest alle Grenzen der Erde; den Sommer und Frühling erschufest du.
18. Sei eingedenk dessen; der Feind hat geschmähet den Herrn, und ein törichtes Volk gereizet deinen Namen.
19. Übergib nicht den Raubtieren die Seelen deiner Bekenner, und die Seelen deiner Armen vergiss nicht vollends.
20. Schau auf deinen Bund; denn die finster waren im Lande, haben Häuser des Unrechts vollauf.
21. Lass den Demütigen nicht abgewiesen werden mit Schanden; der Arme und Dürftige werden loben deinen Namen.
22. Steh auf, o Gott, und richte deinen Handel; gedenke deiner Schmach, die dir antun die Toren täglich.
23. Vergiss nicht die Stimmen deiner Feinde; der Hochmut derer, die dich hassen, steiget immer.
Psalm 75
Gott ist Richter
Zum Ende. Vertilg nicht! Ein Psalmlied Asaphs.
2. Wir bekennen dich, Gott, wir bekennen und rufen an deinen Namen; wir erzählen deine Wunder.
3. „Wenn ich Zeit bekomme, richte ich mit Gerechtigkeit;
4. dann zergeht die Erde und alle, die darauf wohnen; denn ich habe festgestellt ihre Säulen.“
5. Darum sprech' ich zu den Gottlosen: Handelt nicht gottlos! und zu den Sündern: Erhebt das Horn nicht!
6. Erhebt nicht in die Höh' euer Horn; redet nicht Unrecht wider Gott!
7. Denn weder vom Aufgang, noch vom Untergang, noch von den Bergen der Wüste
8. weil Gott der Richter ist. Diesen erniedrigt er, und jenen erhöht er;
9. denn ein Kelch ist in des Herrn Hand voll starken und gemischten Weins, und er neiget ihn dahin und dorthin; und seine Hefe ist noch darin; es trinken davon alle Sünder der Erde.
10. Ich aber will es ewiglich verkünden, will singen dem Gott Jakobs,
11. und alle Hörner der Sünder zerbrechen, dass erhöht werden die Hörner der Gerechten.
Psalm 76
Dank für Sieg.
1. Zum Ende, unter den Lobliedern, ein Psalm Asaphs. Ein Lied über die Assyrier.
2. Bekannt ist im Lande Juda Gott, in Israel groß sein Name;
3. Und im Frieden war bereitet sein Ort, seine Wohnung auf Sion.
4. Da zerbrach er die Macht der Bogen, Schild, Schwert und Krieg.
5. Als du wunderbar herleuchtetest von den ewigen Bergen,
6. da sind erschrocken alle Sinnesbetörten. Sie schliefen ihren Schlaf, und es fanden nichts in ihren Händen die Männer des Reichtums.
7. Von deinem Schelten, Gott Jakobs, entschliefen sie, die da bestiegen haben die Pferde.
8. Du bist erschrecklich, und wer kann dir widerstehen, sobald du zürnest?
9. Vom Himmel hast du hören lassen ein Urteil; die Erde zitterte und ward stille,
10. als zum Gerichte Gott aufstand, um zu helfen allen Sanftmütigen auf Erden.
11. Der Mensch, der nachdenkt, bekennt dich, und denkt zuletzt, dir Festtage zu feiern.
12. Gelobt, und haltet's dem Herrn, euerm Gott, ihr alle, die ihr ringsum Gaben bringt dem Schrecklichen,
13. der hinwegnimmt den Stolz der Fürsten, der schrecklich ist bei den Königen der Erde.
Psalm 77
Trostlosigkeit und Hoffnung.
1. Zum Ende, für Idithun, ein Psalm Asaphs.
2. Mit meiner Stimme ruf' ich zu dem Herrn, mit meiner Stimme zu Gott, und er merkt auf mich.
3. Am Tage meiner Trübsal suche ich Gott, strecke aus meine Hände des Nachts zu ihm, und täusche mich nicht; meine Seele will sich nicht trösten lassen!
4. Ich denk' an Gott, und freue mich, und übe mich ein; aber mein Geist verzagt.
5. Meine Augen wachen vor der Zeit; ich bin verstört, und kann nicht reden.
6. Ich denke der alten Tage, und die ewigen Jahre nehm' ich zu Herzen,
7. und sinne des Nachts in meinem Herzen, und übe mich ein, und forsch' in meinem Geiste.
8. Wird denn ewig Gott verwerfen, und sich nicht hinfüro noch versöhnen lassen?
9. Oder wird er vollends seine Barmherzigkeit aufhören lassen von Geschlecht zu Geschlecht!
10. Oder wird Gott vergessen des Erbarmens, und zurückhalten in seinem Zorne seine Barmherzigkeit?
11. Doch ich sage, nun will ich anfangen! Diese Änderung kommt von der Rechten des Allerhöchsten!
12. Ich bin eingedenk der Werke des Herrn; denn ich denk' an deine Wunder vom Anfange her,
13. und betrachte in allen deinen Werken, und übe mich ein in alle deine Ratschlüsse.
14. Gott! dein Weg ist heilig! Welcher Gott ist groß wie unser Gotts
15. Du bist Gott, der Wunder tut, hast kund getan unter den Völkern deine Kraft,
16. hast erlöst durch deinen Arm dein Volk, die Söhne Jakobs und Josephs.
17. Es sahen dich die Wasser, o Gott! es sahen dich die Wasser und fürchteten sich, es bebten die Tiefen!
18. O großes Rauschen der Wasser! Die Wolken gaben ihre Stimme, und deine Pfeile fuhren vorüber.
19. Die Stimme deines Donners rollte, deine Blitze erleuchteten den Erdkreis; die Erde zitterte und bebte.
20. Dein Weg war im Meere, und deine Steige in vielen Wassern, und deine Fußstapfen sind doch nicht kenntlich.
21. Du führtest wie Schafe dein Volk an der Hand Mosis und Aarons.
Psalm 78
Die Führung Israels bis zur Herrschaft Davids.
Eine Unterweisung Asaphs. - Habet Acht, mein Volk, auf mein Gesetz; neiget euer Ohr zu den Worten meines Mundes!
2. Ich will auftun in Gleichnissen meinen Mund, Rätsel reden vom Anfange her.
3. Was Großes wir gehört und erfahren haben, und unsere Väter uns erzählt haben, -
4. es ist nicht verborgen vor ihren Kindern im kommenden Geschlechte. Sie erzählten das Lob des Herrn und seine Macht und seine Wunder, die er getan,
5. dass er aufrichtete ein Zeugnis in Jakob, und das Gesetz gab in Israel; (erzählten) welch Großes er unsern Vätern geboten, es kundzugeben ihren Kindern,
6. damit es wüsste das kommende Geschlecht, die Kinder, die geboren werden und aufwachsen, dass sie's erzählten ihren Kindern,
7. dass sie setzten auf Gott ihre Hoffnung, und nicht vergäßen der Werke Gottes, und fragten nach seinen Geboten,
8. und nicht würden wie ihre Väter, ein böses und erbitterndes Geschlecht, ein Geschlecht, das kein gerades Herz hatte, und dessen Geist nicht treu hielt an Gott,
9. wie die Söhne Ephrems, Schützen, die den Bogen spannen, aber umwenden am Tage des Streits. 10. Sie hielten nicht Gottes Bund, und wollten nicht wandeln in seinem Gesetze,
11. und vergaßen seiner Wohltaten und seiner Wunder, die er sie schauen ließ.
12. Vor ihren Vätern tat er Wunder im Lande Ägypten, im Felde Tanis.
13. Er spaltete das Meer, und führte sie hindurch, und stellte die Wasser wie in einem Schlauche.
14. Und er führte sie mit der Wolke des Tags, und die ganze Nacht mit leuchtendem Feuer.
15. Er spaltete Felsen in der Wüste, und tränkte sie wie aus tiefen Fluten.
16. Und er ließ Wasser kommen aus Klippen, und Wasser rinnen gleich Flüssen.
17. Und doch fuhren sie fort wider ihn zu sündigen, reizten zum Zorn den Allerhöchsten in der wasserleeren Wüste.
18. Und sie versuchten Gotti in ihren Herzen, indem sie Speise verlangten für ihre Seelen;
19. und sie redeten übel von Gott und sprachen: Sollte wohl Gott einen Tisch zurichten können in der Wüste?
20. Denn er hat wohl den Felsen geschlagen, dass Wasser flossen und Bäche sich ergossen; aber kann er auch Brot geben, oder einen Tisch zurichten seinem Volke?
21. Also hörte der Herr, und verzog; und ein Feuer entbrannte in Jakob, und ein Zorn stieg auf in Israel,
22. darum dass sie nicht glaubten an Gott, noch hofften auf sein Heil.
23. Und er gebot den Wolken von oben her, und tat auf die Türen des Himmels,
24. und regnete für sie Manna zur Speise, und gab ihnen Himmelsbrot.
25. Engelsbrot aß da der Mensch; Speise sandte er ihnen im Überflusse.
26. Er nahm den Südwind vom Himmel weg, und brachte her in seiner Kraft den Nordwind.
27. Und er regnete Fleisch über sie wie Staub, und wie Meeressand gefiederte Vögel.
28. Und sie fielen mitten in ihr Lager, rings um ihre Zelte.
29. Und sie aßen und wurden übersatt; und er gab ihnen nach ihren Gelüsten;
30. und sie wurden nicht beraubet ihres Gelüstens. Aber noch war ihre Speise in ihrem Munde,
31. da erhob sich der Zorn Gottes wider sie, und er tötete ihre Fetten, und hinderte die Auserwählten Israels.
32. Bei dem allen sündigten sie noch mehr, und glaubten nicht an seine Wunder.
33. Darum vergingen ihre Tage in Eitelkeit, und ihre Jahre in Eile.
34. wenn er den Tod unter sie schickte, so suchten sie ihn, und kehrten um, und kamen frühzeitig zu ihm,
35. und gedachten, dass Gott ihr Helfer sei, und Gott, der Allerhöchste, ihr Erlöser.
36. Aber sie liebten ihn nur mit ihrem Munde, und mit ihrer Zunge logen sie ihm.
37. Denn ihr Herz war nicht aufrichtig mit ihm noch wurden sie treu erfunden in seinem Bunde.
38. Doch er ist barmherzig, und wird gnädig sein ihren Sünden, und wird sie nicht verderben. Und er wandte um vieles ab seinen Zorn, und ließ nicht entbrennen seinen ganzen Zorn,
39. und gedachte, dass sie Fleisch sind, ein Hauch, der dahinfährt und nicht wiederkehrt.
40. Wie oft erbitterten sie ihn in der Wüste, reizten ihn zum Zorne im wasserlosen Lande!
41. Und sie versuchten Gott immer wieder, und erbitterten den Heiligen Israels.
42. Sie gedachten nicht an seine Hand am Tage, da er sie erlöste aus der Hand des Drängers;
43. wie er seine Zeichen in Ägypten getan, und seine Wunder im Felde Tanis,
44. da er in Blut verwandelte ihre Flüsse, und ihr Regenwasser, dass sie's nicht trinken mochten;
45. da er unter sie Fliegen sandte, die sie Fraßen, und Frösche, die sie verderbten;
46. da er ihre Frucht den Raupen gab, und ihre Arbeit der Heuschrecke;
47. da er mit Hagel ihre Weinberge schlug, und ihre wilden Feigenbäume mit Schlossen;
48. da er preisgab ihr Vieh dem Hagel, und ihr Gut dem Feuer;
49. da er unter sie sandte die Glut seines Zornes, Zorn und Grimm und Drangsal, Bescherungen böser Engel;
50. da er gebahnten Weg machte seinem Zorne, und nicht verschonte ihre Seelen vor dem Tode, und ihr Vieh im Tode verschloss;
51. da er alle Erstgeburt schlug im Lande Ägypten, die Erstlinge all ihrer Arbeit in den Hütten Chams;
52. da er wegnahm wie Schafe sein Volk, und sie führte gleich einer Herde in der Wüste,
53. und sie leitete in der Hoffnung, und sie sich nicht fürchteten, und das Meer ihre Feinde deckte;
54. da er sie herbrachte an seinen heiligen Berg, den Berg, den sich erworben seine Rechte; da er austrieb vor ihrem Angesichte die Völker, und ihnen das Land verteilte durchs Los mit der Schnur der Teilung;
55. da er wohnen ließ in ihren Hütten die Stämme Israels.
56. Und sie versuchten und erbitterten Gott, den Allerhöchsten, und hielten nicht seine Zeugnisse,
57. und wandten sich weg und hielten nicht den Bund, und verkehrten sich wie ihre Väter gleich einem schlechten Bogen.
58. Sie reizten ihn zum Zorne mit ihren Zügeln, und brachten ihn zur Eifersucht mit ihren geschnitzten Bildern.
59. Gott hörte es, und verachtete, und brachte Israel sehr herab.
60. Und er verwarf das Zelt zu Silo, sein Zelt, wo er wohnte unter den Menschen,
61. und gab in Gefangenschaft ihre Macht, und ihre Zierde in die Hände der Feinde,
62. und gab preis dem Schwerte sein Volk, und verachtete sein Erbe.
63. Ihre Jünglinge Fraß das Feuer, und ihre Jungfrauen wurden nicht betrauert.
64. Ihre Priester fielen durch das Schwert, und ihre Witwen wurden nicht beweint.
65. Da erwachte wie ein Schlafender der Herr, wie ein Held, trunken vom Wein.
66. Und er schlug seine Feinde von hinten; ewige Schande hing er ihnen an.
67. Und er verwarf das Zelt Josephs, und den Stamm Ephraim erwählte er nicht;
68. sondern wählte den Stamm Juda, den Berg Sion, den er liebte.
69. Und er baute im Lande, das er ewig gegründet, sein Heiligtum wie der Einhörner Horn,
70. und erwählte David, seinen Knecht, und nahm ihn von den Schafherden weg; von den säugenden Schafen nahm er ihn weg,
71. zu weiden Jakob, seinen Knecht, und Israel, sein Erbe.
72. Und er weidete sie in der Unschuld seines Herzens, und mit der Klugheit seiner Hände leitete er sie.
Psalm 79
Klage und Bitte gegen Entweihung des Tempels.
1. Ein Psalm Asaphs. Gott! es kamen die Heiden in dein Erbe, verunreinigten deinen heiligen Tempel, machten Jerusalem zu einem Wachthäuslein im Baumgarten.
2. Sie gaben die Leichen deiner Knechte zur Speise den Vögeln des Himmels, das Fleisch deiner Heiligen den wilden Tieren des Landes.
3. Sie vergossen ihr Blut wie Wasser rings um Jerusalem, und es war niemand, der begrub.
4. Wir sind zu Schmach unsern Nachbarn geworden, zu Spott und Hohn denen, die um uns her sind.
5. Wie lange, Herr, wirst du zürnen ganz und gar, brennen lassen wie Feuer deinen Eifer?
6. Schütte aus deinen Zorn über die Heiden, so dich nicht kennen, und über die Reiche, die deinen Namen nicht anrufen;
7. denn sie haben Jakob aufgefressen, und seinen Ort verwüstet.
8. Gedenke nicht unserer alten Missetaten, lass eilends uns zuvorkommen deine Barmherzigkeit; denn wir sind überaus arm geworden.
9. Hilf uns, Gott, unser Heiland; und um der Ehre deines Namens willen erlöse uns, Herr; und sei gnädig unsern Sünden um deines Namens willen,
10. dass man nicht etwa sage unter den Heiden: Wo ist ihr Gott! und dass kund werde unter den Völkern vor unsern Augen die Rache über das Blut deiner Knechte, das vergossen worden.
11. Lass kommen vor dein Angesicht das Seufzen der Gefangenen; nach der Größe deines Armes nimm zum Eigentum die Söhne der Getöteten;
12. und gib zurück unsern Nachbarn siebenfach in ihren Busen ihre Schmach, womit sie dich gehöhnt, o Herr!
13. Aber wir, dein Volk und die Schafe deiner Herde, werden dich bekennen in Ewigkeit, von Geschlecht zu Geschlecht verkünden dein Lob.
Psalm 80
Bitte um Erhaltung der Kirche.
1. Zum Ende, für die, so verwandelt werden sollen, ein Zeugnis Asaphs, ein Psalm.
2. Lenker Israels, merk auf, der du Joseph führst wie ein Schaf; der du sitzt über den Cherubim, werde offenbar
3. vor Ephraim, Benjamin und Manasse; er: wecke deine Macht, und komm, uns zu erlösen!
4. O Gott, bekehre uns, und zeig dein Angesicht, so wird uns geholfen sein!
5. Herr, Gott der Heerscharen, wie lange wirst du zürnen bei dem Gebete deines Knechtes,
6. und uns speisen mit Tränenbrot, und uns tränken mit Tränen in vollem Maße!
7. Du setzt uns zum Zanke unsern Nachbarn, und unsere Feinde verspotten uns.
8. Gott der Heerscharen, bekehre uns, und zeig dein Angesicht, so wird uns geholfen sein!
9. Einen Weinberg hast du aus Ägypten versetzt, hinausgeworfen die Völker, und ihn gepflanzt.
10. Ein Führer auf der Reise warst du vor seinem Angesichte; hast gepflanzt seine Wurzeln, und er füllte das Land,
11. bedeckte die Berge mit seinem Schatten, und mit seinen Zweigen die Zedern Gottes,
12. breitete aus seine Reben bis ans Meer, und bis an den Fluss seine Sprossen.
13. Warum hast du seine Mauer zerstöret, dass alle von ihm lesen, die des Weges ziehen?
14. Es zerwühlet ihn ein Eber aus dem Walde, und ein einsames Wild weidet ihn ab.
15. Gott der Heerscharen, wende dich doch! schau vom Himmel, und sieh, und suche heim diesen Weinberg,
16. den deine Rechte gepflanzt, und bau ihn aus; und sich auf den Menschensohn, den du dir bestätiget hast.
17. Er ist mit Feuer verbrannt und zerhauen! Vor dem Schelten deines Angesichts werden sie vergehen!
18. Deine Hand sei über dem Manne deiner Rechten, und über dem Menschensohne, den du dir bestätigt hast!
19. Und wir weichen nicht von dir, du wirst uns lebendig machen; so wollen wir anrufen deinen Namen.
20. Herr, Gott der Heerscharen, bekehre uns und zeig dein Angesicht, so wird uns geholfen sein!
Psalm 81
Aufmunterung zur Feier der Feste und zum Gehorsam.
Zum Ende für die Kelter, ein Psalm Asaphs selbst.
2. Frohlockt Gott, unserm Helfer, frohlockt dem Gott Jakobs!
3. Hebt den Psalm an, und gebet her die Pauken, liebliche Psalter mit Harfen.
4. Blaset mit der Posaune am Neumonde, am herrlichen Tage eures Festes;
5. denn es ist ein Gebot in Israel, und eine Satzung des Gottes Jakobs.
6. Als ein Zeugnis setzte er's in Joseph, da er auszog aus dem Lande Ägypten; eine Sprache, die er nicht kannte, hörte er.
7. Er entzog seinen Rücken den Lasten, da seine Hände dienten mit dem Korbe.
8. In der Trübsal hast du mich angerufen, und ich hab' dich erlöst; hab' dich gehört im Dunkel des Wetters, dich geprüft bei dem Wasser des Widerspruchs.
9. Höre, mein Volk, so will ich dir bezeugen, Israel, wenn du mich hören willst.
10. Es sei kein neuer Gott bei dir, noch sollst du anbeten einen fremden Gott!
11. Denn ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus dem Lande Ägypten geführt; tu weit auf deinen Mund, so will ich ihn füllen.
12. Aber mein Volk hörte nicht auf meine Stimme, und Israel hatte nicht Acht auf mich.
13. Und ich überließ sie den Gelüsten ihres Herzens, und sie wandelten nach ihren Einfällen.
14. wenn mein Volk mich gehört hätte, wenn Israel auf meinen Wegen gewandelt wäre,
15. so hatt' ich mit Leichtem etwa ihre Feinde gedemütigt, und über ihre Dränger meine Hand gelegt.
16. Die Feinde des Herrn würden ihm geschmeichelt haben, und ihre Zeit würde ewig dauern;
17. und er speiste sie mit dem Marke des Weizens, und sättigte sie mit dem Honig aus dem Felsen!
Psalm 82
Gott, der Richter über die Richter.
Ein Psalm Asaphs. Gott steht mitten in der Versammlung der Götter, und richtet darin die Götter
2. Wie lange richtet ihr unrecht, und nehmet die Partei der Sünders
3. Sprecht Recht dem Dürftigen und der Waise, schafft Recht dem Niedrigen und Armen!
4. Rettet den Armen, und reißt den Dürftigen aus der Hand des Sünders!
5. Sie erkennen's nicht, noch sehen sie's ein, im Finstern wandeln sie; es wanken alle Grundfesten der Erde.
6. Ich habe gesagt: Ihr seid Götter und Söhne des Höchsten alle;
7. aber wie Menschen werdet ihr sterben, und wie jeder der Fürsten fallen.
8. Steh auf, Gott, richte die Erde! denn du erbest aus allen Völkern.
Psalm 83
Bitte um Hilfe wider die Feinde des Reiches Gottes.
Ein Psalmlied Asaphs.
2. Gott, wer ist dir gleich? schweig nicht, und lass dich nicht abhalten, Gott!
3. Denn siehe, deine Feinde toben, und die, die dich hassen, erheben das Haupt.
4. Über dein Volk fassen die Bösen Rat, und sinnen wider deine Heiligen.
5. Sie sagen: Kommt, dass wir sie vertilgen aus den Völkern, dass nicht mehr genannt werde Israels Name!
6. Denn es ratschlagen einmütig zusammen, schließen wider dich einen Bund
7. die Hütten der Edomiter und die Ismaheliter, die Moabiter und die Agarener,
8. Gebal, und Ammon, und Amalek, die Fremden mit den Bewohnern von Tyrus.
9. Auch Assur kommt mit ihnen, kommt zu Hilfe den Söhnen Lots.
10. Tu ihnen wie den Madianiten und dem Sisara, wie dem Jabin am Bache Cisson.
11. Sie kamen um in Endor, sind geworden wie Mist des Landes.
12. Mach ihre Fürsten wie Oreb, und Zeb, und Zebee, und Salmana, alle ihre Fürsten,
13. die da sagen: Lasst uns als Erbe besitzen das Heiligtum Gottes!
14. Mein Gott, mach sie wie ein Rad, und wie Spreu vor dem Winde her.
15. Wie Feuer, das den Wald verbrennt, und wie eine Flamme, die Berge entzündet:
16. also verfolge sie mit deinem Sturme, und schrecke sie mit deinem Zorne.
17. Erfülle ihr Angesicht mit Schmach, dass sie deinen Namen suchen, Herr!
18. Sie sollen sich schämen und verwirrt werden von Ewigkeit zu Ewigkeit, und beschämt werden und zu Grunde gehen!
19. Und sie sollen erkennen, dass Herr dein Name ist, dass du der höchste allein bist auf der ganzen Erde.
Psalm 84
Sehnsucht nach Gottes Altar.
Zum Ende, für die Kelter, ein Psalm für die Söhne Cores.
2. Wie lieblich sind deine Wohnungen, du Herr der Heerscharen!
3. Es sehnet sich und schmachtet meine Seele nach den Vorhöfen des Herrn. Mein Herz und mein Fleisch frohlocken in dem lebendigen Gott.
4. Denn der Sperling findet sein Haus, und die Turteltaube ihr West, worein sie ihre Jungen legt; ich (finde) deine Altäre, Herr der Heerscharen, mein König und mein Gott!
5. Selig sind, die in deinem Hause wohnen, Herr! in alle Ewigkeit loben sie dich.
6. Selig der Mann, der seine Hilfe von dir hat; Aufgänge bereitet er in seinem Herzen,
7. im Tränentale zum Orte, den er sich vorgesetzt.
8. Denn Segen gibt der Gesetzgeber; man wandelt von Tugend in Tugend, man schaut den Gott der Götter in Sion.
9. Herr, Gott der Heerscharen, erhöre mein Gebet, nimm es zu Ohren, Gott Jakobs!
10. Unser Beschirmer schaue doch, Gott! und sich an das Angesicht deines Gesalbten;
11. denn besser ist Ein Tag in deinen Vorhöfen, als tausend. Viel lieber will ich als der Geringste im Hause meines Gottes sein, als wohnen in den Hütten der Sünder.
12. Denn Barmherzigkeit und Wahrheit liebt Gott; Gnade und Herrlichkeit wird geben der Herr,
13. wird nicht entziehen die Güter denen, so wandeln in Unschuld; Herr der Heerscharen! selig ist der Mensch, der auf dich hofft!
Psalm 85
Bitte um Heiligung.
Zum Ende, für die Söhne Cores, ein Psalm.
2. Du hast gesegnet, o Herr, dein Land, hast weggenommen die Gefangenschaft Jakobs,
3. nachgelassen die Missetat deines Volkes, bedeckt alle ihre Sünden,
4. gemildert allen deinen Zorn, dich weggewandt von dem Zorne deines Grimmes.
5. Bekehre uns, Gott, unser Heiland, und wende ab deinen Zorn von uns!
6. Wirst du denn ewiglich zürnen über uns? oder ausdehnen deinen Zorn von Geschlecht zu Geschlecht?
7. Gott! wenn du dich herkehrest, belebst du uns, und dein Volk wird sich freuen in dir!
8. Zeig uns, Herr, deine Barmherzigkeit, und dein Heil gib uns!
9. Ich will hören, was in mir redet Gott, der Herr! Er redet Frieden über sein Volk, und über seine Heiligen, und über die, so sich wenden zu ihrem Herzen.
10. Ja nahe ist sein Heil denen, die ihn fürchten, damit die Herrlichkeit wohne in unserm Lande.
11. Barmherzigkeit und Wahrheit begegnen sich; Gerechtigkeit und Friede küssen sich.
12. Die Wahrheit sprosset aus der Erde hervor, und die Gerechtigkeit schaut vom Himmel herab.
13. Denn Gütigkeit gibt der Herr, und unsere Erde gibt ihre Frucht.
14. Gerechtigkeit wandelt vor ihm, und schreitet fort auf ihrem Weg!
Psalm 86
Bitte um Hilfe gegen Feinde
Ein Gebet Davids selbst. Neig, o Herr, dein Ohr, und erhöre mich; denn ich bin elend und arm.
2. Bewahre meine Seele, denn ich bin heilig; hilf, mein Gott, deinem Knechte, der auf dich hofft.
3. Erbarme dich meiner, o Herr! denn zu dir ruf' ich den ganzen Tag.
4. Erfreue die Seele deines Knechts; denn zu dir, Herr, erheb' ich meine Seele.
5. Denn du, Herr, bist gütig und milde, und von großer Erbarmung für alle, die dich anrufen.
6. Nimm zu Ohren, o Herr, mein Gebet, und hab' Acht auf die Stimme meines Flehens!
7. Am Tage meiner Trübsal ruf' ich zu dir; denn du erhörst mich.
8. Keiner ist dir gleich unter den Göttern, Herr! und nichts ist gleich deinen Werken.
9. Alle Völker, die du immer gemacht hast, werden kommen und vor dir anbeten, Herr, und werden preisen deinen Namen.
10. Denn groß bist du, und tust Wunder; du bist Gott allein.
11. Führe mich, Herr, auf deinem Wege, so will ich wandeln in deiner Wahrheit; lass Freude haben mein Herz, dass es fürchte deinen Namen.
12. Ich will dich bekennen, Herr, mein Gott, von meinem ganzen Herzen, und will preisen deinen Namen ewiglich!
13. Denn deine Barmherzigkeit ist groß gegen mich, und du hast erlöst meine Seele aus dem untersten Abgrunde.
14. Gott, Ungerechte erheben sich wider mich, und die Versammlung der Mächtigen sucht mein Leben; und sie haben dich nicht vor ihren Augen.
15. Aber du, Herr, barmherziger und gnädiger Gott! du bist langmütig, und von großer Erbarmung, und wahrhaftig;
16. sieh auf mich, und erbarme dich meiner; gib deine Herrschaft deinem Knechte, und hilf dem Sohne deiner Magd.
17. Tu an mir ein Zeichen zum Guten, dass es sehen und zu Schanden werden, die mich hassen; denn du, Herr, hilfst mir und tröstest mich.
Psalm 87
Das neue Jerusalem.
Für die Söhne Cores, ein Psalmlied.
2. Seine Grundfesten sind auf heiligen Bergen; es liebt der Herr die Tore Sions über alle Hütten Jakobs.
3. Herrliches wird von dir gesagt, o Stadt Gottes!
4. Ich will Rahabs gedenken und Babylons, dass sie mich erkennen. Siehe, der Fremdling, und der Tyrier, und das Volk der Äthiopier, die sind daselbst.
5. Wird man nicht zu Sion sagen: Mensch um Mensch ist darin geboren; und er selbst hat sie gegründet, der Allmächtige?
6. Der Herr erzählts im Verzeichnis der Völker und Fürsten, derer, die darin sind.
7. Wie Frohlockende sind alle, die in dir wohnen!
Psalm 88
Gebet in Betrübnis und Verlassenheit.
Ein Psalmlied, für die Söhne Cores, zum Ende, für Maheleth als Wechselgesang, eine Unterweisung Emans, des Ezrahiters.
2. Herr, du Gott meines Heiles! am Tage ruf' ich und des Nachts vor dir.
3. Lass kommen vor dein Angesicht mein Gebet; neig dein Ohr zu meinem Flehen!
4. Denn erfüllt ist mit Unglück meine Seele, und mein Leben ist nahe der Hölle.
5. Ich bin gleich geachtet denen, so in die Grube fahren; bin geworden wie ein Mensch ohne Hilfe,
6. unter die Toten entlassen, wie die Erschlagenen, die in den Gräbern schlafen, deren du nicht mehr denkst, und die verstoßen sind von deiner Hand.
7. Sie legten mich in die unterste Grube, in Finsternis und in Schatten des Todes.
8. Auf mir liegt stark dein Grimm; und alle deine Wellen führtest du über mich.
9. Entfernt hast du meine Bekannten von mir; sie hielten mich für einen Gräuel. Ich bin ausgeliefert, und habe keinen Ausweg;
10. meine Augen verschmachten vor Elend; ich rufe zu dir, Herr, den ganzen Tag, breite aus zu dir meine Hände.
11. Wirst du an Toten Wunder tun? oder werden die Ärzte sie auferwecken, dass sie dich preisen?
12. Erzählet einer im Grabe deine Barmherzigkeit, und deine Wahrheit im Verderben?
13. Erkennt man in der Finsternis deine Wunder, und deine Gerechtigkeit im Lande der Vergessenheit?
14. Aber ich schrie zu dir, Herr! und Morgens soll mein Gebet vor dich kommen!
15. Warum, Herr, verschmähst du mein Gebet, wendest ab dein Angesicht von mir?
16. Ich bin arm und mühselig von meiner Jugend an, wenn auch erhöht, doch gedemütigt und betrübt.
17. Über mich geht dein Zorn, und deine Schrecken verwirren mich,
18. umgeben mich wie Wasser den ganzen Tag, umgeben mich allzumal.
19. Entfernt hast du von mir den Freund und den Nächsten, und meine Bekannten von meinem Elend.
Psalm 89
Bitte um Erfüllung der göttlichen Verheißungen.
Eine Unterweisung Ethans, des Ezrahiters.
2. Die Erbarmungen des Herrn will ich ewiglich besingen, auf Geschlecht und Geschlecht deine Wahrheit verkünden durch meinen Mund.
3. Denn du hast gesagt: Ewiglich soll gebaut sein deine Barmherzigkeit auf die Himmel, bereitet deine Wahrheit darin.
4. Einen Bund hab' ich geschlossen mit meinen Auserwählten, habe David geschworen, meinem Knechte:
5. In Ewigkeit will ich bereiten deinen Samen, und aufrichten von Geschlecht zu Geschlecht deinen Stuhl.
6. Es werden bekennen die Himmel deine Wunder, o Herr, und deine Wahrheit in der Gemeine der Heiligen.
7. Denn wer in den Wolken mag gleichen dem Herrn, unter den Gottessöhnen gleich sein Gott!
8. Gott, der geehrt wird im Rate der Heiligen, ist groß und erschrecklich über alle, die um ihn her sind.
9. Herr, Gott der Heerscharen, wer ist dir gleich? Du bist mächtig, o Herr, und deine Wahrheit um dich her.
10. Du herrscht über die Gewalt des Meeres, und stillst den Aufruhr seiner Wogen.
11. Du demütigst den Hochmütigen wie einen Zerschlagenen; mit dem Arme deiner Kraft zerstreust du deine Feinde.
12. Dein sind die Himmel, und dein ist die Erde; den Erdkreis und was ihn erfüllt, hast du gegründet;
13. Norden und Süden hast du geschaffen; Thabor und Hermon jubeln in deinem Namen.
14. Dein Arm ist gewaltig. Lass stark werden deine Hand, und erhöht sein deine Rechte.
15. Gerechtigkeit und Gericht ist die Zurichtung deines Stuhles; Barmherzigkeit und Wahrheit gehen her vor deinem Antlitze.
16. Selig das Volk, das zu jubeln versteht; Herr, im Lichte deines Angesichtes werden sie wandeln,
17. und in deinem Namen frohlocken den ganzen Tag, und in deiner Gerechtigkeit erhöht werden.
18. Denn du bist der Ruhm ihrer Kraft, und in deinem Wohlgefallen wird erhöht unser Horn.
19. Denn der Herr ist's, der uns aufnimmt, und der Heilige Israels, unser König.
20. Damals redetest du im Gesichte zu deinen Heiligen, und sprachest: Ich habe zur Hilfe gesetzt einen Mächtigen, und einen Auserwählten erhöht aus meinem Volke.
21. Ich habe David gefunden, meinen Knecht, mit meinem heiligen Öl ihn gesalbt.
22. Denn meine Hand soll ihm helfen, und mein Arm ihn stärken.
23. Nichts soll der Feind über ihn vermögen, und der Sohn der Ungerechtigkeit nicht weiter ihm schaden.
24. Und vor seinem Angesichte will ich zermalmen seine Feinde, und in die Flucht schlagen, die ihn hassen.
25. Meine Wahrheit und Barmherzigkeit soll bei ihm sein, und in meinem Namen soll erhöht werden sein Horn.
26. Ich bringe aufs Meer seine Hand, und auf die Strome seine Rechte.
27. Er wird zu mir rufen: Du bist mein Vater, mein Gott, und die Zuflucht meines Heils.
28. Und zum Erstgebornen will ich ihn machen, allerhöchst unter den Königen der Erde.
29. Ewig will ich ihm meine Barmherzigkeit bewahren, und treu meinen Bund.
30. Ich will dauern lassen von Ewigkeit zu Ewigkeit seinen Samen, und seinen Thron wie die Tage des Himmels.
31. Aber wenn verlassen seine Söhne mein Gesetz, und nicht wandeln in meinen Rechten;
32. wenn sie meine Satzungen entheiligen, und meine Gebote nicht halten:
33. so werd' ich heimsuchen mit der Rute ihre Missetaten, und mit Schlägen ihre Sünden.
34. Doch meine Barmherzigkeit will ich nicht von ihm wegnehmen, noch es fehlen lassen an meiner Wahrheit,
35. noch entweihen meinen Bund, noch zunichtemachen, was hervorgegangen von meinen Lippen.
36. Einmal schwur ich bei meiner Heiligkeit; werd' ich dem David lügen?
37. Sein Same soll ewig dauern,
38. und sein Thron wie die Sonne vor meinen Augen, und wie der Mond so vollkommen in Ewigkeit; und der Zeuge im Himmel ist treu.
39. Aber du verwarfest und verachtetest, hieltest ferne deinen Gesalbten,
40. stießt um den Bund deines Knechtes, entweihtest im Lande sein Heiligtum,
41. rissest nieder alle seine Zäune, setztest Schrecken in seine Feste;
42. es beraubten ihn alle, die des Weges zogen, er ward zur Schmach seinen Nachbarn.
43. Du erhobest die Rechte seiner Unterdrücker, ließest frohlocken alle seine Feinde,
44. wandtest weg die Hilfe seines Schwertes, und halfest ihm nicht im Kriege,
45. zerstörtest seine Reinigkeit, und warfest zur Erde seinen Stuhl,
46. kürztest ab die Tage seiner Zeit, bedecktest ihn mit Schmach.
47. Wie lange, o Herr, wendest du dich ab so ganz, wird brennen wie Feuer dein Zorn?
48. Gedenke, was mein Wesen ist! hast du denn vergeblich alle Menschenkinder erschaffen?
49. Wo ist der Mensch, der da lebt und schaut den Tod nicht, dass er seine Seele aus der Hölle Hand rette?
50. Wo sind deine alten Erbarmungen, Herr, wie du David geschworen bei deiner Wahrheit?
51. Gedenk, o Herr, der Schmach deiner Knechte (die ich trage in meinem Busen) von so vielen Völkern,
52. womit deine Feinde, Herr, schmähen, womit sie schmähen die Veränderung deines Gesalbten!
53. Gebenedeit sei der Herr in Ewigkeit, Amen, Amen!
Psalm 90
Bitte um Gnade für den vergänglichen Menschen.
Gebet Mosis, des Mannes Gottes. Herr, unsere Zuflucht bist du geworden von Geschlecht zu Geschlecht.
2. Ehe denn die Berge wurden, und gebildet ward die Erde und ihr Umkreis, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit.
3. Verwirf nicht den Menschen zum Verderben, du, der gesagt: Bekehret euch, Menschenkinder!
4. Denn tausend Jahre sind vor deinen Augen, wie der gestrige Tag, der vergangen, und wie eine Wache in der Nacht.
5. Wie Dinge, die man für Nichts hält, so sind ihre Jahre.
6. Frühe welkt er hin, wie das Gras; des Morgens blüht er auf, um hinzuwelken; des Abends fällt er ab, erstarret und verdorret.
7. Denn wir gehen dahin in deinem Zorne, und in deinem Grimme werden wir fortgeschreckt.
8. Du stellest unsere Missetaten vor deinen Anblick, die Zeit unseres Lebens ins Licht deines Angesichts.
9. Denn alle unsere Tage schwinden dahin, und wir vergehen in deinem Zorne; unsere Jahre sind zu achten wie ein Spinnengeweb';
10. die Zeit unserer Jahre ist siebenzig Jahre, und aufs höchste achtzig Jahre; und was darüber noch, ist Mühsal und Schmerz; denn es kommet Lassheit, und wir werden fortgerafft.
11. Wer kennt die Gewalt deines Zornes, und misset deinen Zorn
12. in der Furcht vor dir? Gib also kund deine Macht, und die, welche belehret sind durch Weisheit im Herzen.
13. Herr, kehre wieder! Wie langer Lass dich erbitten über deine Knechte!
14. So werden wir reich des Morgens von deiner Barmherzigkeit, und frohlocken, und freuen uns alle unsere Tage,
15. freuen uns der Tage, da du uns gedemütigt hast, der Jahre, da wir Unglück sahen.
16. Schau auf deine Knechte und deine Werke, und regiere ihre Kinder.
17. Und der Glanz des Herrn, unsers Gottes, sei über uns; und regiere du die Werke unserer Hände über uns, ja das Werk unserer Hände regiere!
Psalm 91
Lobgesang Davids.
Wer unter der Hilfe des Allerhöchsten wohnt, wird bleiben unter dem Schirme des Gottes des Himmels.
2. Er wird sagen zu dem Herrn: Du bist's, der mich aufnimmt, meine Zuflucht; mein Gott, auf ihn hoff' ich!
3. Denn er befreite mich vom Stricke der Jäger, und von der harten Sache.
4. Mit seinen Schultern wird er dich decken, und unter seinen Flügeln schöpfest du Hoffnung.
5. Wie ein Schild umgibt dich seine Wahrheit; du darfst nicht fürchten nächtlichen Schrecken,
6. nicht den Pfeil, der am Tage fliegt, nicht das Ding, so im Finstern wandelt, nicht den Anfall des mittägigen Teufels.
7. Fallen auch tausend an deiner Seite, und zehntausend zu deiner Rechten, so wird's doch dir nicht nahen;
8. sondern mit deinen Augen kannst du's schauen, und den Lohn der Sünder sehen.
9. Denn du, Herr, bist meine Hoffnung; den Allerhöchsten nahmst du dir zur Zuflucht.
10. Kein Unglück wird zu dir kommen, und keine Plage nahen deinem Zelte.
11. Denn seinen Engeln hat er deinethalben befohlen, dich zu behüten auf allen deinen Wegen.
12. Auf den Händen werden sie dich tragen, dass nicht etwa an einen Stein stoße dein Fuß.
13. Auf Nattern und Basilisken wirst du wandeln, und zertreten Löwen und Drachen.
14. „Weil er auf mich gehofft, so will ich ihn befreien, ihn beschirmen; denn er hat erkannt meinen Namen.
15. Er rufet zu mir, und ich erhöre ihn; ich bin bei ihm in der Trübsal; ich reiß' ihn heraus und bring' ihn zu Ehren.
16. Mit langem Leben will ich ihn sättigen, und ihm zeigen mein Heil.“
Psalm 92
Lob Gottes über seine Werke, besonders seine Gerechtigkeit.
Ein Psalmlied, am Sabbattage.
2. Gut ist's, den Herrn bekennen, und lobsingen deinem Namen, Allerhöchster;
3. Morgens zu verkünden deine Barmherzigkeit, und deine Wahrheit des Nachts,
4. mit zehnsaitigem Spiele und dem Psalter, mit Gesängen, mit der Harfe.
5. Denn du erlustigest mich, Herr, in deinen Geschöpfen; über die Werke deiner Hände will ich jubeln.
6. Wie herrlich sind deine Werke, o Herr! Gar sehr tief sind geworden deine Gedanken!
7. Ein törichter Mensch erkennt dies nicht, und ein Tor versteht dies nicht.
8. Wenn aufsprossen die Sünder wie Gras, und hervorkommen alle, die Unrecht tun, (so ist's) dass sie umkommen in alle Ewigkeit;
9., aber du bist der Allerhöchste in Ewigkeit, Herr!
10. Denn siehe, o Herr, deine Feinde, denn siehe, deine Feinde kommen um, und zerstreut werden alle, die Unrecht tun.
11. Aber mein Horn wird erhöht, wie das des Einhorns, und mein Alter reich an Barmherzigkeit.
12. Und mein Auge schaut hin über meine Feinde, und von meinen boshaften Widersachern wird hören mein Ohr.
13. Der Gerechte wird blühen wie eine Palme, wie eine Zeder des Libanon erwachsen.
14. Die gepflanzt sind im Hause des Herrn, werden grünen in den Vorhöfen des Hauses unsers Gottes.
15. Noch im Alter werden sie zunehmen, und fruchtbar sein, und wohl im Stande
16. zu verkünden: Gerecht ist der Herr, unser Gott, und Unrecht ist nicht an ihm!
Psalm 93
Gott, der König der Welt
Psalmlied Davids, am Tage vor dem Sabbate, da die Erde gegründet worden.
Der Herr regiert, hat Zierde sich angetan; der Herr hat mit Macht sich angetan und sich umgürtet; denn er gründete den Umkreis der Erde, der nie wankt.
2. Dein Thron ist gegründet seitdem; von Ewigkeit bist du!
3. Es erheben die Ströme, o Herr, es erheben die Ströme ihre Stimme; es erheben die Ströme ihre Wellen
4. im Brausen vieler Wasser; wunderbar ist der Aufruhr des Meeres, wunderbar der Herr in der Höh'!
5. Deine Zeugnisse sind überaus glaubwürdig geworden; deinem Hause ziemt Heiligkeit, o Herr, auf ewige Zeiten.
Psalm 94
Bitte um Bestrafung der Feinde des göttlichen Reiches.
Psalm Davids, für den vierten Wochentag.
Der Gott der Rache ist der Herr; der Gott der Rache handelt frei.
2. Erheb' dich, der du richtest die Erde; gib Vergeltung den Stolzen!
3. Wie lange, Herr, sollen die Sünder, wie lange die Sünder sich rühmen?
4. ausstoßen ungerechte Reden, großsprechen alle, die Unrecht tun?
5. Sie demütigen, Herr, dein Volk, und quälen dein Erbe;
6. Witwe und Fremdling morden sie, und die Waisen töten sie,
7. und sagen: Nicht siehet's der Herr, noch merkt es der Gott Jakobs.
8. Merkt doch, ihr Unweisen im Volke, und ihr Toren, werdet einmal klug!
9. Der das Ohr gepflanzt, sollt' er nicht hören? oder der das Auge gebildet, sollt' er nicht sehen?
10. Der die Völker züchtiget, sollte der nicht strafen der Wissenschaft den Menschen gibt?
11. Der Herr weiß die Gedanken der Menschen, dass sie eitel sind.
12. Glückselig der Mensch, den du unterweisest, o Herr, und ihn lehrest dein Gesetz;
13. dass du ihm linderst die Tage des Unglücks, bis dem Sünder gegraben ist die Grube!
14. Denn nicht verstößt der Herr sein Volk, und sein Erbe verlässt er nicht,
15. bis sich die Gerechtigkeit wendet zum Gerichte, und bis alle neben ihr sind, die aufrichtigen Herzens sind.
16. Wer erhebt sich für mich wider die Bösen? oder wer steht mit mir wider die Übeltäter?
17. Wenn nicht der Herr mir geholfen, so läge beinah' in der Hölle meine Seele!
18. Wenn ich sprach: Es wankt mein Fuß! so half mir deine Barmherzigkeit, Herr!
19. Nach der Menge meiner Schmerzen in meinem Herzen erfreuten deine Tröstungen meine Seele.
20. Hat denn der Sieg des Unrechts etwas gemein mit dir, der du Mühe machst im Gebotes
21. Sie werden nachstellen der Seele des Gerechten, und unschuldig Blut verdammen;
22. aber der Herr wird meine Zuflucht sein, und mein Gott die Hilfe meiner Hoffnung;
23. und er wird ihnen vergelten ihre Ungerechtigkeit, und in ihrer Bosheit sie vertilgen; vertilgen wird sie der Herr, unser Gott.
Psalm 95
Einladung, Gott zu loben und ihm zu gehorsamen.
Loblied Davids selbst. Kommt, lasset uns frohlocken dem Herrn, jubeln Gott, unserm Heilande!
2. Lasset uns frühzeitig mit Bekenntnis vor sein Angesicht kommen, und mit Psalmen ihm jubeln!
3. Denn ein großer Gott ist der Herr, und ein großer König über alle Götter.
4. Denn in seiner Hand sind alle Grenzen der Erde, und die Höhen der Berge sind sein.
5. Und sein ist das Meer, denn er hat es gemacht; und das Trockene haben gebildet seine Hände.
6. Kommt, lasset uns anbeten und niederfallen, und weinen vor dem Herrn, der uns gemacht hat.
7. Denn er ist der Herr, unser Gott, und wir sind das Volk seiner Weide, und die Schafe seiner Hand.
8. Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet eure Herzen nicht,
9. wie bei der Reizung am Tage der Versuchung in der Wüste, wo mich versuchten eure Väter, mich auf die Probe stellten und doch sahen meine Werke!
10. Vierzig Jahre hatt' ich Verdruss an diesem Geschlechte, und sprach: Immer irren sie im Herzen!
11. Und sie erkannten nicht meine Wege, so dass ich schwur in meinem Zorne: Sie sollen nicht eingehen in meine Ruh'!
Psalm 96
Lobet Gott.
Ein Lied Davids selbst, als das Haus erbauet worden nach der Gefangenschaft. Singt dem Herrn ein neues Lied; singt dem Herrn, alle Lande!
2. Singt dem Herrn, und benedeiet seinen Namen; verkündet von Tag zu Tag sein Heil!
3. Verkündet unter den Völkern seine Herrlichkeit, unter allen Nationen seine Wunder!
4. Denn groß ist der Herr, und sehr lobenswert, ist furchtbar über alle Götter.
5. Denn alle Götter der Heiden sind böse Geister; der Herr aber hat die Himmel gemacht.
6. Bekenntnis und Schönheit ist vor seinem Angesichte, Heiligkeit und Herrlichkeit ist in seinem Heiligtume.
7. Bringt dem Herrn, ihr Länder der Heiden, bringt dem Herrn Preis und Ehre!
8. Preis bringt dem Herrn, seinem Namen; bringt her Opfer, und geht ein in seine Vorhöfe!
9. Betet den Herrn an in seinem heiligen Vorhofe! es zittere alle Welt vor seinem Angesichte.
10. Saget unter den Heiden, dass der Herr regiert; denn er hat zurecht gemacht den Erdkreis, der nicht wanken wird; er richtet die Völker mit Gerechtigkeit.
11. 11. Es freue sich der Himmel, und frohlocke die Erde; es bewege sich das Meer, und was es erfüllt;
12. es freue sich die Flur und alles, was darauf ist; es sollen dann jauchzen alle Bäume der Wälder
13. vor dem Antlitze des Herrn, weil er kommet, weil er kommet zu richten die Erde! Er wird richten den Erdkreis mit Gerechtigkeit, und die Völker in seiner Wahrheit.
Psalm 97
Das Reich Gottes.
Psalm Davids, als ihm sein Land wieder gegeben ward. Der Herr regiert, darum frohlocke die Erde, und es sollen sich freuen die vielen Inseln.
2. Gewölk und Finsternis ist um ihn her; auf Recht und Gerechtigkeit ist zugerichtet sein Stuhl.
3. Feuer geht vor ihm her, und verzehrt ringsum seine Feinde.
4. Seine Blitze beleuchten den Erdkreis; er siehet's, und es zittert die Erde.
5. Die Berge zerfließen wie Wachs vor dem Angesichte des Herrn, vor dem Angesichte des Herrn die ganze Erde.
6. Die Himmel verkünden seine Gerechtigkeit, und alle Völker schauen seine Herrlichkeit.
7. Zu Schanden werden alle, die Bilder anbeten, und ihrer Götzen sich rühmen. Betet ihn an, ihr alle seine Engel!
8. Es hört's und freut sich Sion, und die Töchter Judas frohlocken um deiner Gerichte willen, Herr!
9. Denn du, Herr, bist der höchste über die ganze Erde, überaus erhaben über alle Götter.
10. Die ihr liebt den Herrn, hasst das Böse! Der Herr bewahrt die Seelen seiner Heiligen, aus der Hand des Sünders errettet er sie.
11. Ein Licht ist aufgegangen den Gerechten, und denen, die aufrichtigen Herzens sind, Freude.
12. Frohlockt euch im Herrn, ihr Gerechten, und preist das Andenken seiner Heiligung.
Psalm 98
Preis dem Erretter und Richter.
Psalm Davids selbst. Singt dem Herrn ein neues Lied; denn er hat Wunder getan. Es hat ihm geholfen seine Rechte und sein heiliger Arm.
2. Der Herr hat kund getan sein Heil, im Angesichte der Völker offenbart seine Gerechtigkeit.
3. Er gedachte seiner Barmherzigkeit und seiner Wahrheit für das Haus Israel. Alle Grenzen der Erde schauen das Heil unsers Gottes.
4. Jubelt Gott, alle Lande; singt und frohlockt, lobsingt!
5. Lobsingt dem Herrn auf der Harfe, auf der Harfe mit Psalmengesang
6. unterm Schalle der Trompeten und Hörner! Jubelt im Angesichte des Königs, des Herrn!
7. Es rege sich das Meer und was es erfüllt, der Erdkreis und die darauf wohnen!
8. Die Ströme klatschen in die Hände, allzumal frohlocken die Berge
9. vor dem Angesichte des Herrn; denn er kommet zu richten die Erde. Er wird richten den Erdkreis mit Gerechtigkeit, und die Völker mit Billigkeit.
Psalm 99
Der Herr ist heilig.
Ein Psalm Davids selbst. Der Herr regiert, Lasset zürnen die Völker; der auf den Cherubim sitzet, lasset erschüttert werden die Erde.
2. Der Herr ist groß in Sion, und erhaben über alle Völker.
3. Sie sollen bekennen deinen großen Namen; denn er ist schrecklich und heilig,
4. und die Ehre des Königs liebt das Gericht; du bereitest rechte Wege, Recht und Gerechtigkeit übest du in Jakob.
5. Erhebt den Herrn, unsern Gott, und fallet nieder vor dem Schemel seiner Füße; denn er ist heilig.
6. Moses und Aaron waren unter seinen Priestern, und Samuel unter denen, die seinen Namen anriefen; sie haben angerufen den Herrn, und er hat sie erhört.
7. Aus der Wolkensäule redete er mit ihnen; sie hielten seine Zeugnisse und die Gebote, die er ihnen gab.
8. Herr, unser Gott, du erhörtest sie; Gott, du warst ihnen gnädig, und rächtest alle Anschläge wider sie.
9. Erhebt den Herrn, unsern Gott, und betet an auf seinem heiligen Berge; denn heilig ist der Herr, unser Gott.
Psalm 100
Bekennet Gott!
Ein Bekenntnispsalm.
2. Jubelt Gott, alle Lande; dienet Gott dem Herrn mit Freuden, kommet vor sein Angesicht mit Jubel!
3. Wisset, dass der Herr, Er, Gott ist! Er hat uns gemacht, und nicht wir uns selbst; wir sind sein Volk, und die Schäflein seiner Weide.
4. Geht ein mit Bekenntnis in seine Tore, in seine Vorhöfe mit Lobgesängen; bekennt ihn, lobt seinen Namen!
5. Denn lieblich ist der Herr; seine Barmherzigkeit währet ewig, und von Geschlecht zu Geschlecht seine Wahrheit.
Psalm 101
Vorsätze eines guten Königs
Ein Psalm Davids selbst. Von Barmherzigkeit und Gericht will ich dir singen, o Herr, dir Lobsingen!
2. Ich will Acht haben auf den unbefleckten Weg, wenn du zu mir kommst, will wandeln in meinem Hause in der Unschuld meines Herzens.
3. Ich will nicht vor meine Augen stellen ungerechte Sache, hassen die Übertreter. Es soll mir nicht anhangen
4. ein schalkhaftes Herz; den Bösen, der von mir abweicht, will ich nicht kennen.
5. Wer heimlich seinen Nächsten verleumdet, den will ich verfolgen; wessen Auge stolz ist und unersättlich das Herz, mit dem will ich nicht essen!
6. Meine Augen seien gerichtet auf die Treuen im Lande, dass sie sitzen bei mir; wer auf unbeflecktem Wege wandelt, der soll mir dienen.
7. Es soll nicht wohnen in meinem Hause, wer prahlerisch tut; wer Unrecht redet, wird nicht recht tun in meinen Augen.
8. Frühe will ich töten alle Sünder des Landes, damit ich ausrotte aus der Stadt des Herrn alle Übeltäter.
Psalm 102
Klage eines Elenden um Befreiung
Gebet eines Armen, da er in Ängsten war, und vor dem Angesichte des Herrn sein Gebet ausschüttete.
2. Herr, erhöre mein Gebet, und lass mein Rufen zu dir kommen!
3. Wende nicht ab dein Angesicht von mir; an welchem Tage immer ich in Trübsal bin, neig her zu mir dein Ohr! an welchem Tage immer ich dich anrufe, wollest alsbald mich erhören.
4. Denn meine Tage schwinden hin wie Rauch, und meine Gebeine verdorren wie dürres Reis.
5. Ich bin getroffen wie Heu, und mein Herz ist dürre; denn ich vergesse, mein Brot zu essen.
6. Von der Stimme meines Seufzens klebt mein Gebein an meinem Fleische.
7. Ich gleiche dem Pelikan der Wüste; ich bin wie eine Eule in ihrer Wohnung.
8. Ich bin schlaflos, und wie ein einsamer Sperling auf dem Dache.
9. Den ganzen Tag höhnen mich meine Feinde, und die mich lobten, verschwören sich wider mich.
10. Denn Asche ess' ich wie Brot, und meinen Trank misch' ich mit Tränen
11. wegen deines Zornes und deines Unwillens; denn du hast mich emporgehoben und niedergeworfen. 12. Meine Tage gehen hin wie ein Schatten, und ich verwelke wie Heu.
13. Du aber, Herr, bleibest in Ewigkeit, und dein Andenken von Geschlecht zu Geschlecht.
14. Du wirst aufstehen und dich Sions erbarmen; denn es ist Zeit, sich seiner zu erbarmen, die Zeit ist gekommen.
15. Denn es gefallen deinen Knechten seine Steine, und sie bedauern seinen Schutt.
16. Und die Völker werden fürchten deinen Namen, Herr, und alle Könige der Erde deine Herrlichkeit.
17. Denn der Herr wird Sion bauen, und gesehen werden in seiner Herrlichkeit,
18. wird sehen auf das Gebet der Demütigen, und nicht verschmähen ihr Flehen.
19. Man schreibe dieses dem kommenden Geschlechte, und das Volk, das soll geschaffen werden, wird den Herrn loben;
20. denn er schaut herab von seiner heiligen Höh'; der Herr schaut vom Himmel auf die Erde,
21. um zu hören das Seufzen der Gefangenen, um zu erlösen die Kinder der Erschlagenen;
22. dass sie zu Sion verkünden den Namen des Herrn, und sein Lob zu Jerusalem,
23. wenn die Völker zu Einem Volke zusammenkommen, und die Könige, zu dienen dem Herrn.
24. Hierauf sprach zu ihm der Mann im Laufe der Jahre seiner Kraft: Die geringe Zahl meiner Tage tu mir kund!
25. Ruf mich nicht ab in der Hälfte meiner Tage; deine Jahre währen von Geschlecht zu Geschlecht.
26. Im Anfang hast du, o Herr, die Erde gegründet, und die Werke deiner Hände sind die Himmel.
27. Dieselben vergehen, du aber bleibest; sie alle veralten wie ein Kleid, und wie ein Gewand veränderst du sie, und sie werden verändert;
28. du aber bist derselbe, und deine Jahre nehmen kein Ende.
29. Die Kinder deiner Knechte werden (bei dir) wohnen, und ihr Same wird bestehen in Ewigkeit.
Psalm 103
Lob und Dank für Gottes Wohltaten.
Von David selbst. Lobe, meine Seele, den Herrn, und alles, was in mir ist, seinen heiligen Namen.
2. Lobe, meine Seele, den Herrn, und vergiss nicht alle seine Wohltaten!
3. der alle deine Missetat vergibt, der alle deine Schwachheiten heilet;
4. der vom Untergange erlöst dein Leben, der dich krönet mit Gnade und Erbarmung;
5. der dein Verlangen mit Gütern erfüllt, dass deine Jugend sich erneuert wie des Adlers.
6. Der Herr übet Barmherzigkeit und Gericht an allen, die Unrecht leiden.
7. Er hat kund getan dem Moses seine Wege, den Söhnen Israels seinen Willen.
8. Der Herr ist gnädig und barmherzig, langmütig und von großer Erbarmung.
9. Er zürnet nicht immer, noch drohet er ewig.
10. Er hat uns nicht getan nach unsern Sünden, uns nicht vergolten nach unsern Missetaten;
11. denn so hoch der Himmel über der Erde, so stark ist seine Barmherzigkeit über die, so ihn fürchten.
12. So weit der Aufgang entfernt ist vom Untergange, so weit entfernt er von uns unsere Sünden.
13. Wie ein Vater sich erbarmt seiner Kinder, so erbarmt sich der Herr über die, so ihn fürchten;
14. denn er kennt, was wir für Geschöpfe sind, er gedenkt, dass wir Staub sind.
15. Der Mensch, wie heu sind seine Tage; wie eine Blume des Feldes, also welket er dahin;
16. denn fährt der Wind an ihr vorüber, so hält sie nicht aus, und man kennt nimmer ihren Ort.
17. Aber die Barmherzigkeit des Herrn währet von Ewigkeit zu Ewigkeit über die, so ihn fürchten, und seine Gerechtigkeit über die Kindeskinder,
18. über die, so seinen Bund halten, und seiner Gebote gedenken, sie zu tun.
19. Der Herr hat im Himmel bereitet seinen Sitz, und sein Reich wird herrschen über alle.
20. Lobet den Herrn, ihr alle seine Engel, die ihr, gewaltig an Kraft, vollziehet seinen Willen, die ihr hört auf die Stimme seiner Reden!
21. Lobet den Herrn, alle seine Heerscharen, ihr, seine Diener, die ihr seinen Willen tut!
22. Lobet den Herrn, ihr alle seine Werke; an allen Orten seiner Herrschaft lobe, meine Seele, den Herrn!
Psalm 104
Lob Gottes aus der Natur.
Von David selbst. Lobe, meine Seele, den Herrn! Herr, mein Gott, du bist überaus groß, hast angetan Bekenntnis und Zierde,
2. angetan das Licht wie ein Kleid, ausgespannt den Himmel wie ein Fell;
3. der du ihn deckest von oben mit Wasser, der du die Wolken machst zu deinem Wagen, der du wandelst auf den Flügeln der Winde;
4. der du machst deine Engel zu Winden, und deine Diener zu brennendem Feuer;
5. der du gründetest die Erde auf ihre Grundfeste, dass sie nicht wanke immer und ewig.
6. Der Abgrund war ihre Zülle wie ein Kleid; auf den Bergen standen die Wasser.
7. Vor deinem Schelten flohen sie, vor deines Donners Stimme erschraken sie.
8. Die Berge stiegen empor, und die Täler sanken hinab zu dem Orte, den du ihnen gegründet.
9. Eine Grenze setztest du, die sie nicht überschreiten, und sie bedecken nicht wiederum die Erde.
10. Der du Brunnen hervorquellen lässt in den Tälern, dass zwischen den Bergen die Wasser hinlaufen.
11. Davon trinken alle Tiere des Feldes, danach verlangen in ihrem Durste die Waldesel.
12. An ihnen wohnen die Vögel des Himmels; aus den Felsen lassen sie hören ihre Stimmen.
13. Du bewässerst die Berge von oben herab; von der Frucht deiner Werke wird übervoll die Erde.
14. Du lässt Gras wachsen für das Vieh, und Kraut zum Dienste des Menschen, dass du Brot hervorbringest aus der Erde,
15. dass der Wein erfreue des Menschen Herz, dass man mit Öl erfrische das Antlitz, und dass Brot stärke des Menschen Herz.
16. Es werden satt die Bäume des Feldes, und die Zedern des Libanon, die er pflanzte,
17. wo die Sperlinge nisten, welchen das Haus der Reiher vorangeht.
18. Die hohen Berge sind für die Hirsche, die Felsen eine Zuflucht für die Igel.
19. Er hat den Mond gemacht zur Unterscheidung der Zeiten; die Sonne weiß ihren Untergang.
20. Du machst Finsternis, und es wird Nacht; darin gehen herum alle Tiere des Waldes,
21. die jungen Löwen, die da brüllen nach Raub, und von Gott verlangen ihre Speise.
22. Die Sonne geht auf, und sie versammeln sich, und legen sich in ihre Lager.
23. Es geht der Mensch an sein Werk, und an seine Arbeit bis an den Abend.
24. Wie groß sind deine Werke, o Herr! alles hast du mit Weisheit gemacht; was die Erde erfüllt, ist dein.
25. Dies große Meer, das ausbreitet seine Arme, daselbst ist Tiergewimmel ohne Zahl, Tiere klein und groß;
26. daselbst gehen die Schiffe, (da ist) das Meerungeheuer, welches du gemacht, damit spielen zu können.
27. Alle warten auf dich, dass du ihnen Speise gebest zu seiner Zeit.
28. Du gibst ihnen, und sie sammeln; du tust auf deine Hand, und alles wird gesättigt mit Gutem.
29. Wendest du aber weg dein Angesicht, so erschrecken sie; nimmst du weg ihren Geist, so vergehen sie und werden wieder zu Staub.
30. Du sendest aus deinen Geist, und sie wer:: den geschaffen, und du erneuerst das Angesicht der Erde.
31. Ehre sei dem Herrn in Ewigkeit! der Herr wird sich freuen seiner Werke;
32. der ansiehet die Erde, und macht, dass sie zittert; der anrührt die Berge, dass sie rauchen.
33. Ich will singen dem Herrn in meinem Leben, will lobsingen meinem Gott, so lang' ich bin.
34. Es mag ihm gefallen meine Rede; ich will mich erlustigen in dem Herrn.
35. Mögen vergehen die Sünder von der Erde, und die Gottlosen, so dass sie nimmer sind; lobe, meine Seele, den Herrn!
Psalm 105
Dank für Gottes Führung in der Geschichte.
Halleluja! Preist den Herrn, und rufet an seinen Namen; machet kund unter den Völkern seine Werke!
2. Singt ihm, spielet ihm; erzählet alle seine Wunder!
3. Rühmet euch seines heiligen Namens! es freue sich das Herz derer, die den Herrn suchen!
4. Suchet den Herrn, und seid stark; sucht sein Angesicht allezeit.
5. Gedenket seiner Wunder, die er getan, seiner Zeichen und der Gerichte seines Mundes;
6. ihr, der Same Abrahams, seine Knechte, ihr, die Söhne Jakobs, seine Auserwählten!
7. Er ist der Herr, unser Gott; auf der ganzen Erde sind seine Gerichte.
8. Er gedenkt ewiglich seines Bundes, des Wortes, das er geboten auf tausend Geschlechter hin,
9. welchen er geschlossen mit Abraham, und seines Eides mit Isaac.
10. Und er setzte dies Jakob zum Gebote, und Israel zum ewigen Bunde,
11. da er sprach: Dir will ich das Land Chanaan geben zur Schnur eures Erbes.
12. Da sie gering an Zahl waren, sehr wenige, und Fremdlinge in demselben,
13. und da sie zogen von Volk zu Volk, und von einem Königreiche zu einem andern Volke,
14. ließ er von niemand sie beschädigen, und strafte Könige um ihrer willen.
15. „Tastet nicht an meine Gesalbten, und tut kein Leid meinen Propheten!“
16. Und er berief eine Hungersnot über das Land, und zerbrach alle Stütze des Brotes.
17. Er sandte einen Mann vor ihnen her; zum Knechte ward Joseph verkauft.
18. Sie demütigten zu Fesseln seine Füße, Eisen durchdrang seine Seele,
19. bis eintraf sein Wort. Des Herrn Rede erleuchtete ihn.
20. Es sandte der König, und erlöste ihn, der Fürst über Völker ließ ihn los.
21. Er setzte ihn zum Herrn über sein Haus, und zum Fürsten über all sein Gut,
22. dass er seine Fürsten unterrichtete wie ihn selbst, und seine Greise Klugheit lehrte.
23. Und es kam Israel nach Ägypten, und Jakob ward ein Fremdling im Lande Cham.
24. Und er vermehrte sein Volk überaus, und machte es stärker als seine Feinde.
25. Er verkehrte ihr Herz, dass sie hassten sein Volk, und List brauchten wider seine Knechte.
26. Da sandte er Moses seinen Knecht, Aaron, den er auserwählt hatte.
27. Er gab ihnen die Worte seiner Zeichen, und seine Wunder im Lande Cham.
28. Er sandte Finsternisse, dass es finster ward; und machte nicht zunichte seine Worte.
29. Er verwandelte ihr Wasser in Blut, und ließ sterben ihre Fische.
30. Ihr Land brachte Frösche hervor (auch) in den Gemächern ihrer Könige.
31. Er sprach, und es kamen Mücken und Fliegen in all ihre Grenzen.
32. Er machte ihren Regen zu Zagel, gab verzehrend Feuer in ihr Land.
33. Und er schlug ihre Weinberge und ihre Feigenbäume, und zerbrach die Bäume in ihren Grenzen.
34. Er sprach, und es kamen Heuschrecken und Grillen, und sie waren unzählbar.
35. Die Fraßen alles Kraut in ihrem Lande, und Fraßen alle Frucht ihres Bodens.
36. Und er schlug alle Erstgeburt in ihrem Lande, die Erstlinge aller ihrer Arbeit.
37. Und er führte sie heraus mit Silber und Gold, und kein Kranker war in ihren Stämmen.
38. Es freute sich Ägypten ihres Auszuges; denn ihr Schrecken war auf sie gefallen.
39. Er breitete seine Wolke aus zu ihrem Schirme, und Feuer, in der Nacht ihnen zu leuchten.
40. Sie verlangten, da kamen die Wachteln; und mit Himmelsbrot sättigte er sie.
41. Er öffnete den Felsen, und es floss Wasser heraus, floss fort als Strom im dürren Land.
42. Denn er war eingedenk seines heiligen Wortes, das er zu Abraham geredet, seinem Knechte.
43. Und er führte sein Volk aus in Jubel, und seine Auserwählten in Freude.
44. Und er gab ihnen die Länder der Völker, und die Arbeit der Nationen nahmen sie ein,
45. auf dass sie seine Rechte bewahrten, und nachgingen seinem Gesetze.
Psalm 106
Gnade und Wohltat Gottes, Undank der Menschen.
Halleluja! Bekennt den Herrn! denn er ist gut, denn in Ewigkeit währet seine Barmherzigkeit.
2. Wer kann aussprechen die Großtaten des Herrn, verkünden all sein Lob?
3. Glückselig sind, die in Acht haben das Gericht, und recht tun zu aller Zeit.
4. Gedenke unser, o Herr, im Wohlgefallen an deinem Volke; such' uns heim mit deinem Heile,
5. dass ich schaue die Wohlfahrt deiner Auserwählten, dass ich mich freue der Freude deines Volkes, dass du gepriesen werdest in deinem Erbe.
6. Wir haben gesündigt mit unsern Vätern, Unrecht getan, Bosheit verübt.
7. Unsere Väter in Ägypten merkten nicht auf deine Wunder, waren nicht eingedenk der Menge deiner Barmherzigkeit, und reizten dich, da sie zum Meere herauf zogen, zum roten Meere.
8. Er aber half ihnen um seines Namens willen, um kundzutun seine Macht.
9. Und er schalt das rote Meer, und es ward trocken, und er führte sie durch die Tiefe wie in der Wüste.
10. Er half ihnen aus der Hand der Hasser, und erlöste sie aus der Hand der Feinde.
11. Das Wasser deckte ihre Dränger; nicht Liner von ihnen blieb übrig.
12. Da glaubten sie seinen Worten, und sangen sein Lob.
13. Schnell aber vergaßen sie seine Werke, und harrten nicht auf seinen Rat.
14. Sie gelüfteten nach böser Lust in der Wüste, und versuchten Gott am Orte, wo kein Wasser war. 15. Und er gab ihnen ihr Begehren, und sandte ihnen bis zur Sättigung.
16. Und sie reizten Moses im Lager, Aaron, den Heiligen des Herrn.
17. Da tat sich die Erde auf, und verschlang Dathan, und bedeckte die Rotte Abirons.
18. Feuer entbrannte in ihrer Versammlung; die Flamme verzehrte die Sünder.
19. Sie machten ein Kalb am Horeb, und beteten das gegossene Bild an.
20. Sie vertauschten seine Herrlichkeit mit dem Gleichnisse eines Kalbes, das Gras frisst.
21. Sie vergaßen Gott, der sie errettet hat, der Großes getan in Ägypten,
22. Wunderbares im Lande Cham, Schreckliches am roten Meere.
23. Und er sprach aus sie zu vertilgen, wenn nicht Moses, sein Auserwählter, in den Bruch` getreten wäre, vor ihn hin, um seinen Grimm abzuwenden, dass er sie nicht vertilgte.
24. Und sie verachteten das Land des Verlangens, und glaubten seinem Worte nicht,
25. und murrten in ihren Zelten, und gehorchten nicht der Stimme des Herrn.
26. Da hob er auf seine Hand wider sie, dass er sie sterben ließe in der Wüste;
27. dass er ihren Samen würfe unter die Völker, und sie zerstreute in die Länder.
28. Und sie weihten sich dem Beelphegor, und aßen von den Opfern der Toten,
29. reizten ihn mit ihren Anschlägen, und das Verderben ward groß unter ihnen.
30. Aber Phinees stand auf und machte Versöhnung, und die Plage hörte auf.
31. Und es ward ihm zur Gerechtigkeit gerechnet, von Geschlecht zu Geschlecht bis in Ewigkeit.
32. Und sie reizten ihn beim Wasser des Widerspruchs; und Moses ging es übel um ihretwillen;
33. denn sie erbitterten sein Gemüt, dass er zweifelte mit seinen Lippen.
34. Sie vertilgten nicht die Völker, wovon der Herr ihnen gesagt hatte.
35. Sie mischten sich unter die Völker, und lernten ihre Werke,
36. und dienten ihren Bildern; und es ward ihnen zum Anstoße.
37. Sie opferten ihre Söhne und ihre Töchter den Teufeln,
38. und vergossen unschuldig Blut, das Blut ihrer Söhne und ihrer Töchter, die sie den Götzen Chanaans geopfert. Und das Land war beflecket mit Blut,
39. und verunreinigt durch ihre Werke; und sie hurten mit ihren Handlungen.
40. Da ergrimmte der Zorn des Herrn über sein Volk, und er hatte einen Abscheu an seinem Erbe.
41. Und er gab sie in die Hände der Völker; und es herrschten über sie, die sie hassten.
42. Und ihre Feinde drückten sie, und sie wurden gedemütigt unter ihre Hände.
43. Oftmals errettete er sie; aber sie erbitterten ihn mit ihrem Vorhaben, und sie wurden gedemütigt in ihren Missetaten.
44. Und er sah, wie sie geplagt wurden, und erhörte ihr Gebet.
45. Und er gedachte seines Bundes, und es reute ihn nach der Menge seiner Barmherzigkeit.
46. Und er ließ sie zu Gnaden kommen vor allen, die sie gefangen hatten.
47. Hilf uns, Herr, unser Gott, und sammle uns aus den Völkern, damit wir preisen deinen heiligen Namen, und uns rühmen deines Lobes.
48. Gebenedeit sei der Herr, der Gott Israels, von Ewigkeit zu Ewigkeit, und alles Volk spreche: Amen, Amen!
Psalm 107
Danklied der Erlösten.
Halleluja! Danket dem Herrn! denn er ist gut; denn in Ewigkeit währt seine Barmherzigkeit.
2. So sollen sagen die Erlösten von dem Herrn, die er erlöst hat aus der Hand des Feindes, und gesammelt aus den Ländern,
3. von Sonnen-Aufgang und Niedergang, von Mitternacht und vom Meer.
4. Sie gingen irre in der Wüste, wo kein Wasser ist; den Weg zur Stadt der Wohnung fanden sie nicht.
5. Sie waren hungrig und durstig, und ihre Seele verschmachtete in ihnen.
6. Aber sie riefen zum Herrn in ihrer Drangsal, und er rettete sie aus ihren Nöten,
7. und er führte sie auf den rechten Weg, um in die Stadt der Wohnung zu kommen.
8. Sie sollen danken dem Herrn für seine Barmherzigkeit, für seine Wunder unter den Menschenkindern,
9. dass er gesättigt die arme Seele, die hungernde Seele gesättigt mit Gütern.
10. Sie saßen in Finsternis und Todesschatten, gefangen in Elend und Eisen;
11. denn sie widerstrebten Gottes Worten, und verwarfen den Ratschluss des Allerheiligsten.
12. Und ihr Herz ward gedemütigt in Mühsal; sie wurden kraftlos, und keiner war, der half.
13. Aber sie riefen zu dem Herrn in ihrer Trübsal, und er rettete sie aus ihren Nöten,
14. führte sie heraus aus Finsternis und Todesschatten, und zerbrach ihre Fesseln.
15. Sie sollen danken dem Herrn für seine Barmherzigkeit, für seine Wunder unter den Menschenkindern; 16. denn er zermalmte die ehernen Türen, und zerbrach die eisernen Riegel,
17. nahm sie zu sich vom Wege ihrer Ungerechtigkeit; denn um ihrer Sünden willen wurden sie gedemütigt.
18. Vor allen Speisen ekelte ihre Seele, und sie nahten den Pforten des Todes.
19. Aber sie riefen zu dem Herrn in ihrer Drangsal, und er rettete sie aus ihren Nöten.
20. Er sandte sein Wort, und heilte sie, und entriss sie ihrem Untergange.
21. Sie sollen danken dem Herrn für seine Barmherzigkeit, für seine Wunder unter den Menschenkindern,
22. und Dank-Opfer opfern, und seine Werke verkünden mit Frohlocken.
23. Sie stiegen auf Schiffe ins Meer hinab, schafften und arbeiteten in vielen Wassern;
24. da sahen sie die Werke des Herrn, und seine Wunder im tiefen Meere.
25. Er sprach, und es erhob sich ein Sturmwind, und seine Fluten gingen hoch.
26. Sie stiegen gen Himmel, und sanken zum Abgrunde; ihre Seele zerschmolz in Leid.
27. Sie taumelten und wankten wie Trunkene, und all ihre Weisheit war verschwunden.
28. Aber sie riefen zu dem Herrn in ihrer Drangsal, und er rettete sie aus ihren Nöten.
29. Er setzte statt des Sturmwindes sanftes Wehen, dass stille wurden seine Wellen.
30. Und sie freuten sich, dass sie stille wurden; und er führte sie zum Hafen ihres Verlangens.
31. Sie sollen danken dem Herrn für seine Barmherzigkeit, für seine Wunder unter den Menschenkindern,
32. und ihn hochpreisen in der Gemeinde des Volkes, und in der Sitzung der Alten ihn loben!
33. Er machte Flüsse zu Wüsten, und Wasserquellen zu durstigem Land,
34. fruchtbares Land zum Salzgrunde, um der Bosheit der Einwohner willen.
35. Er machte die Wüste zu Wasser-Seen, und wasserloses Land zu Wasser-Quellen.
36. Und er setzte dahin die Hungrigen, dass sie eine Stadt zur Wohnung bauten.
37. Und sie besäten die Äcker, und pflanzten Weinberge, dass sie einheimische Frucht brächten.
38. Und er segnete sie, und sie vermehrten sich überaus; und er tat desgleichen an ihrem Viehe.
39. Wenige waren sie, und geplagt durch Trübsal und Schmerz von bösen Menschen.
40. Verachtung war ausgeschüttet auf die Fürsten, und irren ließ er sie vom Wege an ungebahnten Orten;
41., aber er half den Armen aus der Not, und machte die Geschlechter wie die Schafherden.
42. Es sehen's die Redlichen, und freuen sich; und alle Bosheit verschleußt ihren Mund.
43. Wer ist weise und behält dies, und versteht die Gnaden des Herrn?
Psalm 108
Lob Gottes über die Ausbreitung des messianischen Reiches.
Ein Psalmlied Davids selbst.
2. Bereit ist mein Herz, o Gott, bereit mein Herz; ich will singen und spielen in meiner Ehre.
3. Steh auf, meine Ehre, steh auf, Psalter und Harfe! Ich will Morgens früh auf sein!
4. Ich will dich preisen unter den Völkern, Herr, dir lobsingen unter den Nationen.
5. Denn größer als der Himmel ist deine Barmherzigkeit, und bis an die Wolken reicht deine Wahrheit!
6. Erheb' dich über die Himmel, o Gott, über die ganze Erde deine Herrlichkeit,
7. dass erlöst werden deine Geliebten. Hilf mit deiner Rechten, und erhöre mich!
8. Gott redete in seinem Heiligtume, darum frohlock' ich; Sichem will ich teilen, und das Tal der Zelte vermessen.
9. Mein ist Galaad, und mein ist Manasses, und Ephraim die Stärke meines Hauptes, Juda mein König,
10. Moab, der Topf meiner Hoffnung. Über Edom strecke ich meinen Schuh; die Fremdlinge wurden meine Freunde.
11. Wer führt mich in die feste Stadt? Wer führet mich bis nach Edom?
12. Nicht du, Gott, der uns verworfen. Ziehst du, Gott, nicht aus mit unsern Heeren?
13. Hilf uns aus der Trübsal; denn Menschen Hilf' ist eitel.
14. In Gott wollen wir Großes tun, und er wird zunichtemachen unsere Feinde.
Psalm 109
Schicksal der Feinde Christi.
Zum Ende, ein Psalm Davids.
2. O Gott! verschweig mein Lob nicht, weil der Mund des Sünders, der Mund des Arglistigen über mich offen ist.
3. Sie reden wider mich mit arglistiger Zunge, und umgeben mich mit Worten des Hasses, und befeinden mich ohne Ursache.
4. Statt dass sie mich lieben, verleumden sie mich; ich aber bete!
5. Sie vergelten mir Böses für Gutes, und Hass für meine Liebe.
6. Setz' über ihn einen Sünder, und der Satan stehe zu seiner Rechten!
7. Wenn er gerichtet wird, geh' er als Verdammter davon, und sein Gebet werde zur Sünde.
8. Seiner Tage sollen wenig werden, und sein Aufseher-Amt erhalte ein anderer!
9. Seine Kinder sollen Waisen werden, und sein Weib Witwe.
10. Unstet sollen herumschweifen seine Kinder und betteln, und hinausgestoßen werden aus ihren Wohnungen.
11. Der Wucherer durchsuche alle seine Habe, und Fremde sollen rauben seine Arbeit.
12. Es sei keiner, der ihm helfe, noch der sich erbarme seiner Waisen.
13. Seine Nachkommen sollen untergehen; in Einem Geschlechte erlösche sein Name.
14. Die Missetat seiner Väter komme wieder ins Andenken vor dem Herrn, und die Sünde seiner Mutter werde nicht ausgelöscht.
15. Sie sollen stets vor dem Herrn sein, und ihr Andenken vergehe von der Erde:
16. darum dass er nicht gedachte, Barmherzigkeit zu üben,
17. einen Armen verfolgte, und einen Elenden, der zerschlagenen Herzens war, tötete.
18. Er liebte den Fluch, so komm' er über ihn; am Segen hatt' er kein Gefallen, so sei er fern von ihm. Er zog den Fluch an wie ein Kleid, der wie Wasser in sein Inneres drang, wie Öl in sein Gebein.
19. Er werde ihm wie ein Kleid, womit er sich bedeckt, und wie ein Gürtel, womit er stets sich gürtet.
20. Das sei meiner Verleumder Lohn von dem Herrn, derer, die Böses wider mich reden!
21. Aber du, Herr, Herr! sei mit mir um deines Namens willen; denn lieblich ist deine Barmherzigkeit. Erlöse mich,
22. denn ich bin elend und arm, und mein Herz ist betrübt in mir.
23. Wie ein Schatten, der dahin geht, schwind' ich hin, und werde weggeschüttelt wie die Heuschrecken.
24. Meine Kniee sind schwach von Fasten, und mein Fleisch ist entfallen aus Mangel des Öles.
25. Ich bin ihnen zum Hohn; sie sehen mich, und schütteln ihr Haupt.
26. Hilf mir, Herr, mein Gott! erlöse mich nach deiner Barmherzigkeit,
27. und lass sie wissen, dass deine Hand es ist, und du, Herr, es getan hast.
28. Sie werden fluchen, du aber segnen; die wider mich aufstehen, werden beschämt werden, dein Knecht aber wird sich freuen.
29. Lass Schande anziehen, die mich verleumden; lass sie bedeckt werden mit ihrer Schmach wie mit einem Mantel!
30. Ich will den Herrn hochpreisen mit meinem Munde, und in der Mitte vieler ihn loben.
31. Denn er steht zur Rechten dem Armen, meine Seele zu erretten von ihren Verfolgern.
Psalm 110
Der Priester nach der Ordnung Melchisedechs.
Ein Psalm Davids. Es sprach der Herr zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füße lege.
2. Den Zepter deiner Macht wird der Herr ausgehen lassen aus Sion. Herrsche inmitten deiner Feinde!
3. Bei dir ist die Herrschaft am Tage deiner Kraft im Glanze der Heiligen; aus dem Innern erzeugt' ich dich vor dem Morgensterne.
4. Der Herr hat geschworen, und es wird ihn nicht gereuen: Du bist der Priester ewiglich nach der Ordnung Melchisedechs.
5. Der Herr zu deiner Rechten wird Könige zerschmettern am Tage seines Zornes.
6. Er wird richten die Völker, große Niederlage anrichten, zerschmettern die Häupter in vielen Landen.
7. Aus dem Bache am Wege wird er trinken; darum wird er emporheben das Haupt.
Psalm 111
Lob Gottes wegen seiner Wohltaten.
Halleluja! Ich will dich loben, Herr, von meinem ganzen Herzen, im Rate und der Versammlung der Gerechten.
2. Groß sind die Werke des Herrn, ausgesucht nach allem seinem Wohlgefallen.
3. Löblich und herrlich ist sein Werk, und seine Gerechtigkeit bleibt in Ewigkeit.
4. Ein Gedächtnis stiftete er in seinen Wundern, der gnädige und barmherzige Herr.
5. Speise gab er denen, die ihn fürchteten, ist eingedenk ewiglich seines Bundes;
6. hat verkündet seinem Volke die Kraft seiner Werke,
7. dass er ihnen gegeben das Erbe der Heiden. Die Werke seiner Hände sind Wahrheit und Recht;
8. getreu sind alle seine Gebote, bestätigt auf immer und ewig, gemacht in Wahrheit und Gerechtigkeit!
9. Erlösung sandte er seinem Volke, beschloss auf ewig seinen Bund; heilig und schrecklich ist sein Name.
10. Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Weisheit. Guten Verstand haben alle, die danach tun; sein Lob bleibt immer und ewig!
Psalm 112
Selig sind, die Gott fürchten.
Halleluja! Bei der Rückkehr des Aggäus und Zacharias. Glückselig der Mann, der den Herrn fürchtet; er wird große Lust haben an seinen Geboten.
2. Mächtig auf Erden wird sein Name sein; der Frommen Geschlecht wird gesegnet.
3. Ehre und Reichtum wird in seinem Hause sein, und seine Gerechtigkeit wird ewiglich bleiben.
4. Den Frommen geht ein Licht auf in der Finsternis, der Gnädige und Barmherzige und Gerechte.
5. Glückselig der Mann, der Mitleiden hat und leiht; er wird schlichten seine Sachen im Gerichte;
6. denn ewiglich wird er nicht wanken.
7. In ewigem Gedächtnisse wird der Gerechte sein, sich nicht fürchten vor bösem Gerüchte. Sein Herz ist gefasst und hofft auf den Herrn;
8. sein Herz steht fest; er wankt nicht, bis er wegschauen kann über seine Feinde.
9. Er streuet aus, gibt den Armen; seine Gerechtigkeit bleibt ewig, sein Horn wird erhöht in Ehren.
10. Der Sünder wird es sehen und zürnen, wird knirschen mit den Zähnen und vergehen; die Wünsche der Sünder sind verloren!
Psalm 113
Den Demütigen gibt Gott Gnade
Halleluja! Lobet den Herrn, ihr Diener; lobt den Namen des Herrn!
2. Der Name des Herrn sei gebenedeit von nun an bis in Ewigkeit!
3. Vom Aufgang der Sonne bis zum Untergange sei gelobt der Name des Herrn!
4. Zoch über alle Völker ist der Herr, und über die Himmel seine Herrlichkeit.
5. Wer ist wie der Herr, unser Gott! der in der Höhe wohnt,
6. und auf das Niedrige schaut im Himmel und auf Erden;
7. der den Geringen aufrichtet aus dem Staube, und aus dem Kote erhöht den Armen,
8. dass er ihn setze neben die Fürsten, neben die Fürsten seines Volkes;
9. der die Unfruchtbare wohnen lässt im Hause, als fröhliche Mutter von Kindern.
Psalm 114
Gott ist mit uns; darum nicht uns, sondern Gott die Ehre.
Halleluja! Als Israel aus Ägypten zog, Jakobs Geschlecht aus fremdem Volke,
2. da ward Juda sein Heiligtum, Israel seine Herrschaft.
3. Das Meer sah es und floh, der Jordan wandte sich zurück.
4. Die Berge hüpften wie Widder, und die Zügel wie junge Lämmer.
5. Was ist dir Meer, dass du fliehest, und dir Jordan, dass du dich zurückwendest?
6. (Euch), ihr Berge, die ihr hüpfet wie Widder, und ihr Zügel, wie junge Lämmer?
7. Vor dem Antlitze des Herrn erbebte die Erde, vor dem Antlitze des Gottes Jakobs,
8. der die Felsen verwandelt in Wasserseen, und die Steine in Wasserbrunnen.
Psalm 115
1. Nicht uns, Herr, nicht uns, sondern deinem Namen gib die Ehre,
2. um deiner Barmherzigkeit und deiner Wahrheit willen, damit nicht die Völker sagen: Wo ist ihr Gott!
3. Denn unser Gott ist im Himmel; er tut alles, was er will.
4. Die Götzen der Heiden sind Silber und Gold, Werke von Menschen-Händen.
5. Einen Mund haben sie, und reden nicht; Augen haben sie, und sehen nicht.
6. Ohren haben sie, und hören nicht; eine Nase haben sie, und riechen nicht.
7. Hände haben sie, und tasten nicht; Füße haben sie, und gehen nicht, geben keinen Laut durch ihren Hals.
8. Es werden ihnen gleich, die sie machen, und alle, die auf sie vertrauen.
9. Das Haus Israel hofft auf den Herrn; er ist ihr Helfer und ihr Beschützer.
10. Das Haus Aaron hofft auf den Herrn; er ist ihr Helfer und ihr Beschützer.
11. Die den Herrn fürchten, hoffen auf den HErrn; er ist ihr Helfer und ihr Beschützer.
12. Der Herr denket an uns und segnet uns; er segnet das Haus Israel, er segnet das Haus Aaron.
13. Er segnet alle, die den Herrn fürchten, Kleine und Große.
14. Der Herr wird euch noch mehr segnen, euch und eure Kinder.
15. Gesegnet seid ihr von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.
16. Der Himmel des Himmels ist des Herrn, aber die Erde hat er den Menschenkindern gegeben.
17. Nicht die Toten werden dich loben, o Herr, noch alle, die hinunterfahren zur Unterwelt.
18. Aber wir, die leben, werden preisen den Herrn von nun an bis in Ewigkeit.
Psalm 116
Dank für Rettung aus großer Gefahr.
Halleluja! Liebe erfüllt mich, weil der Herr die Stimme meines Flehens erhört hat,
2. weil er sein Ohr zu mir neigte; mein Leben lang werd' ich ihn anrufen.
3. Es umgaben mich die Schmerzen des Todes; es trafen mich Gefahren der Hölle, Trübsal und Schmerz fand ich;
4. da rief ich den Namen des Herrn an: O Herr, erlöse meine Seele!
5. Barmherzig ist der Herr und gerecht; unser Gott erbarmt sich.
6. Der Herr bewahrt die Kleinen; ich war gedemütigt, und er half mir.
7. Kehre zurück, meine Seele, in deine Ruh'! denn der Herr hat dir wohlgetan;
8. denn er errettete meine Seele vom Tode, meine Augen von den Tränen, meine Füße vom Falle.
9. Ich will gefallen dem Herrn im Lande der Lebendigen.
10. Halleluja! Ich glaubte, darum redete ich; aber ich war sehr gedemütigt.
11. Ich sprach in meiner Bestürzung: Alle Menschen sind Lügner.
12. Was soll ich dem Herrn vergelten für alles, was er mir gegeben hats
13. Ich will den Kelch des Heiles nehmen, und den Namen des Herrn anrufen.
14. Meine Gelübde will ich dem Herrn zahlen vor allem seinem Volke.
15. Kostbar in den Augen des Herrn ist der Tod seiner Heiligen.
16. O Herr, ich bin dein Knecht; ich bin dein Knecht und der Sohn deiner Magd. Du hast meine Bande zerrissen.
17. Dir will ich opfern ein Opfer des Lobes, und will anrufen den Namen des Herrn.
18. Meine Gelübde will ich dem Herrn zahlen im Angesichte seines ganzen Volkes,
19. in den Vorhöfen des Hauses des Herrn, in deiner Mitte, Jerusalem!
Psalm 117
Lobet Gott.
Halleluja! Lobet den Herrn, alle Völker; lobt ihn, alle Nationen!
2. denn es ist bestätigt über uns seine Barmherzigkeit, und die Wahrheit des Herrn bleibt in Ewigkeit.
Psalm 118
Dank für den großen Sieg.
Halleluja! Danket dem Herrn! denn er ist gut; denn in Ewigkeit währt seine Barmherzigkeit!
2. Es sage nun Israel: Er ist gut; denn in Ewigkeit währt seine Barmherzigkeit!
3. Es sage nun das Haus Aaron: In Ewigkeit währt seine Barmherzigkeit!
4. Es sollen alle nun sagen, die den Herrn fürchten: In Ewigkeit währt seine Barmherzigkeit!
5. Aus der Trübsal hab' ich angerufen den Herrn, und der Herr gab mir Gehör, und machte Raum.
6. Der Herr ist mein Helfer; ich will nicht fürchten, was mir auch tun mag der Mensch.
7. Der Herr ist mein Helfer; ich werde wegschauen über meine Feinde.
8. Es ist besser auf den Herrn vertrauen, als sich verlassen auf Menschen.
9. Es ist besser auf den Herrn hoffen, als sich verlassen auf Fürsten.
10. Alle Heiden umringten mich; aber im Namen des Herrn hab' ich mich gerächt an ihnen.
11. Sie umringten mich ringsum; aber im Namen des Herrn hab' ich mich gerächt an ihnen.
12. Sie umringten mich wie Bienen, und brannten wie Feuer in Dornen; aber im Namen des Herrn hab' ich mich gerächt an ihnen.
13. Man hat mich gestoßen, dass ich umstürzen und fallen sollte; aber der Herr nahm mich auf.
14. Meine Stärke und mein Lob ist der Herr; denn er ward mir zum Heile.
15. Man singt mit Jubel vom Heil in den Hütten der Gerechten.
16. Die Rechte des Herrn hat Großes getan; die Rechte des Herrn hat mich erhöht, die Rechte des Herrn hat Großes getan!
17. Ich werde nicht sterben, sondern leben und die Werke des Herrn erzählen.
18. Hart gezüchtigt hat mich der Herr, aber dem Tode nicht übergeben.
19. Tuet mir auf die Pforten der Gerechtigkeit! ich will hineingehen und dem Herrn danken.
20. Das ist die Pforte des Herrn; die Gerechten werden da hineingehen.
21. Ich danke dir, dass du mich erhört hast, und mir geworden bist zum Heile.
22. Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden.
23. Vom Herrn ist das geschehen, und es ist wunderbar in unsern Augen.
24. Das ist der Tag, den der Herr gemacht hat; lasst uns frohlocken und fröhlich sein in ihm.
25. O Herr! erlöse mich; o Herr! lass wohl gelingen!
26. Gebenedeit sei, der da kommt im Namen des Herrn; wir segnen euch aus dem Hause des Herrn!
27. Der Herr ist Gott, und ist uns erschienen. haltet einen Festtag mit Sträußen bis an die Hörner des Altars.
28. Mein Gott bist du, ich will dir danken; mein Gott bist du, ich will dich erheben. Ich will dir danken; denn du hast mich erhört, und bist mir geworden zum Heile.
29. Danket dem Herrn! denn er ist gut; denn in Ewigkeit währet seine Barmherzigkeit.
Psalm 119
Das Wort des Herrn.
Halleluja!
Aleph.
Glückselig, die in Unschuld dahin gehen, die da wandeln im Gesetze des Herrn.
2. Glückselig, die da forschen in seinen Zeugnissen, von ganzem Herzen ihn suchen;
3. denn die Unrecht tun, wandeln nicht auf seinen Wegen.
4. Du hast befohlen, deine Gebote strenge zu halten.
5. O wären meine Wege dahin gerichtet, deine Rechte zu bewahren!
6. Dann werde ich nicht zu Schanden, wenn ich schaue auf alle deine Gebote!
7. Ich werde dir danken in der Aufrichtigkeit meines Herzens, darum dass ich gelernt habe die Gerichte deiner Gerechtigkeit.
8. Deine Satzungen will ich halten; verlass mich niemals!
Beth.
9. Wodurch bessert ein Jüngling seinen Wegs Wenn er treu hält deine Worte.
10. Mit meinem ganzen Herzen such' ich dich; verstoß mich nicht von deinen Geboten.
11. In meinem Herzen bewahre ich deine Reden, damit ich nicht sündige wider dich.
12. Gebenedeit seist du, Herr! lehre mich deine Satzungen.
13. Mit meinen Lippen sprech' ich aus alle Rechte deines Mundes.
14. An dem Wege deiner Zeugnisse ergötz' ich mich wie an allerlei Schätzen.
15. In deinen Geboten will ich mich üben, und nachsinnen deinen Wegen.
16. In deinen Satzungen will ich betrachten, nicht vergessen deine Reden.
Gimel.
17. Tu Gutes deinem Knechte, und gib mir das Leben! so will ich bewahren deine Worte.
18. Tu auf meine Augen, dass ich schauen kann die Wunder deines Gesetzes.
19. Ein Fremdling bin ich auf Erden; verbirg nicht vor mir deine Gebote.
20. Es schmachtet und verlangt meine Seele nach deinen Satzungen zu aller Zeit.
21. Du schiltst die Stolzen; verflucht sind, die abweichen von deinen Geboten.
22. Nimm weg von mir Schmach und Verachtung; denn deinen Zeugnissen strebe ich nach.
23. Denn es sitzen Fürsten, und reden wider mich; aber dein Knecht übet sich in deinen Satzungen:
24. denn deine Zeugnisse sind meine Betrachtung, und deine Satzungen mein Rat.
Daleth.
25. Es klebt am Boden meine Seele; gib mir Leben nach deinem Worte.
26. Meine Wege erzähl' ich, und du erhörst mich; lehre mich deine Satzungen.
27. Den Weg deiner Satzungen zeig mir; so will ich mich üben in deinen Wundern.
28. Es schlummert meine Seele vor Überdruss; stärke mich durch deine Worte.
29. Den Weg der Ungerechtigkeit entferne von mir, und nach deinem Gesetze erbarm' dich mein.
30. Den Weg der Wahrheit hab' ich erwählt, deine Rechte nicht vergessen.
31. Ich hänge an deinen Zeugnissen, Herr; lass mich nicht zu Schanden werden.
32. Den Weg deiner Gebote will ich laufen, wenn du Raum gemacht meinem Herzen.
He.
33. Setz mir, Herr, zum Gesetze den Weg deiner Satzungen; so will ich ihn allezeit suchen.
34. Gib mir Verstand, so will ich forschen in deinem Gesetze, und es beobachten von meinem ganzen Herzen.
35. Führe mich auf den Pfad deiner Gebote; denn ich verlange danach.
36. Neig mein Herz zu deinen Zeugnissen, und nicht zum Geize.
37. Wende ab meine Augen, auf dass sie nicht Eitelkeit sehen; auf deinem Wege belebe mich!
38. Bestätige dein Wort deinem Knechte, in der Furcht vor dir.
39. Nimm weg von mir die Schmach, die ich fürchte; denn deine Rechte sind anmutig.
40. Siehe, ich verlange nach deinen Geboten; mach mich leben in deiner Gerechtigkeit.
Vau.
41. Und es komme über mich deine Barmherzigkeit, Herr, dein Heil nach deinem Worte.
42. So will ich ein Wort antworten denen, die mich höhnen; denn ich hoffe auf deine Worte.
43. Und nimm aus meinem Munde der Wahrheit Wort niemals; denn auf deine Rechte hoff' ich ganz und gar.
44. Und ich will halten das Gesetz allezeit, immer und ewig.
45. Ich will wandeln in der Weite; denn deinen Geboten streb' ich nach.
46. Ich will reden von deinen Zeugnissen vor Königen, und mich nicht schämen.
47. Ich will betrachten in deinen Geboten, die ich liebe,
48. und aufheben meine Hände zu deinen Geboten, die ich liebe, und mich üben in deinen Satzungen.
Zain.
49. Sei eingedenk deines Wortes an deinen Knecht, worauf du mir Hoffnung gegeben.
50. Das ist mein Trost in meiner Niedrigkeit; denn dein Wort macht mich lebendig.
51. Die Übermütigen handeln allenthalben ungerecht; ich aber weiche nicht von deinem Gesetze.
52. Ich gedenke deiner Gerichte von Anbeginn, Herr, und tröste mich.
53. Bestürzung ergreift mich um der Sünde willen, die dein Gesetz verlassen.
54. Gesang sind mir deine Satzungen im Orte meiner Wanderschaft.
55. Ich bin eingedenk des Nachts deines Namens, Herr, und halte dein Gesetz.
56. Das ist mein Teil, dass ich deinen Satzungen nachstrebe.
Heth.
57. Mein Teil, Herr, ich sag's, ist halten dein Gesetz.
58. Ich flehe zu deinem Angesichte von meinem ganzen Herzen; erbarme dich meiner nach deinem Worte.
59. Ich bedenke meine Wege, und kehre meine Füße zu deinen Zeugnissen.
60. Bereit bin ich und unverlegen, deine Gebote zu halten.
61. Die Stricke der Sünder umgeben mich; aber dein Gesetz vergess' ich nicht.
62. Um Mitternacht steh' ich auf, dich zu loben deiner gerechten Gebote wegen.
63. Ich nehme Teil an allen, die dich fürchten und deine Gebote beobachten.
64. Die Erde, o Herr, ist voll von deiner Barmherzigkeit; deine Satzungen lehre mich.
Theth.
65. Gutes hast du an deinem Knechte getan, Herr, nach deinem Worte.
66. Lehre mich gut sein, Zucht und Erkenntnis; denn deinen Geboten glaube ich.
67. Bevor ich gedemütigt ward, hab' ich gesündigt; darum halt' ich dein Wort.
68. Du bist gut; in deiner Güte lehre mich deine Satzungen.
69. Gar mehrt sich die Bosheit der Stolzen wider mich; aber ich sinne von ganzem Herzen deinen Geboten nach.
70. Gestockt ist wie Milch ihr Herz; ich aber betrachte dein Gesetz.
71. Gut ist's mir, dass ich gedemütigt ward, damit ich lerne deine Satzungen.
72. Besser ist mir das Gesetz deines Mundes, als tausend Stück Goldes und Silbers.
Jod.
73. Deine Hände haben mich gemacht und bereitet; gib mir Verstand, dass ich deine Gebote lerne.
74. Die dich fürchten, werden mich sehen und sich freuen; denn auf deine Worte hoff' ich sehr.
75. Ich erkenne, Herr, dass deine Gerichte gerecht sind, dass du in deiner Wahrheit mich gedemütigt hast.
76. Lass deine Barmherzigkeit mich trösten nach deinem Worte zu deinem Knechte.
77. Lass über mich kommen deine Erbarmungen, dass ich lebe; denn dein Gesetz ist meine Betrachtung.
78. Zu Schanden müssen werden die Übermütigen; denn sie haben Böses mir getan ohne Ursach'; ich aber übe mich in deinen Geboten.
79. Es sollen sich zu mir wenden, die dich fürchten, und die deine Zeugnisse kennen.
80. Mein Herz werde makellos durch deine Satzungen, auf dass ich nicht zu Schanden werde.
Caph.
81. Es schmachtet nach deiner Hilfe meine Seele, und auf dein Wort hoff' ich.
82. Es schmachten meine Augen nach deinem Worte; sie sagen: Wann willst du mich trösten?
83. Denn ich bin geworden wie ein Schlauch im Reife; deine Satzungen hab' ich nicht vergessen.
84. Wie viel sind der Tage deines Knechtes? wann wirst du Gericht halten über meine Verfolger
85. Die Gottlosen schwatzen mir eitle Dinge vor; aber sie sind nicht wie dein Gesetz.
86. Alle deine Gebote sind Wahrheit; sie haben mich verfolgt ohne Ursach', hilf mir.
87. Sie haben mich schier umgebracht auf Erden; aber ich verließ deine Satzungen nicht.
88. Nach deiner Barmherzigkeit belebe mich; so will ich die Zeugnisse deines Mundes bewahren.
Lamed.
89. In Ewigkeit, o Herr, bleibt dein Wort im Himmel.
90. Von Geschlecht zu Geschlecht geht deine Wahrheit; du hast die Erde gegründet, und sie bleibt.
91. Durch deine Anordnung bleibt der Tag; denn alles dienet dir.
92. Wäre nicht dein Gesetz meine Betrachtung, so würde ich wohl umkommen in meinem Elende.
93. Ich will ewig nicht vergessen deine Satzungen; denn durch sie belebest du mich.
94. Dein bin ich, hilf mir; denn deinen Satzungen streb' ich nach.
95. Die Sünder lauern auf mich, um mich zu Grunde zu richten; aber ich habe Acht auf deine Zeugnisse.
96. Ich habe jeglichen Dinges Ende gesehen; aber dein Gebot geht sehr weit.
Mem.
97. Wie hab' ich dein Gesetz so lieb, o Herr! den ganzen Tag ist es meine Betrachtung.
98. Weiser als meine Feinde hast du mich durch dein Gebot gemacht; denn ewiglich bleibt es bei mir.
99. Weiser bin ich als alle, die mich lehrten; denn deine Zeugnisse sind meine Betrachtung.
100. Weiser bin ich als die Alten; denn deinen Geboten hab' ich nachgestrebt.
101. Von jedem bösen Wege halt' ich zurück meine Füße, damit ich deine Gebote halte.
102. Ich weiche nicht von deinen Rechten; denn du hast mir ein Gesetz gegeben.
103. Wie süß sind deine Worte meinem Gaumen! sie sind süßer meinem Munde als Honig.
104. Aus deinen Geboten ward ich weise; darum hasse ich jeden Weg der Ungerechtigkeit.
Nun.
105. Dein Wort ist eine Leuchte meinen Füßen, und ein Licht auf meinen Wegen.
106. Ich habe geschworen und beschlossen, deine gerechten Gesetze zu halten.
107. Ich bin sehr gedemütigt, o Herr; mach mich lebendig nach deinem Worte.
108. Lass dir wohlgefällig sein, Herr, die freiwilligen Opfer meines Mundes, und lehre mich deine Gerichte.
109. Meine Seele ist allezeit in meinen Händen; aber ich vergesse dein Gesetz nicht.
110. Es legen die Sünder mir Fallstricke; aber von deinen Geboten irr' ich nicht ab.
111. Deine Zeugnisse hab' ich zum Erbe erworben auf ewig; denn sie sind das Frohlocken meines Herzens.
112. Meines Herzens Neigung richtete ich zum Tun deiner Satzungen auf ewig, um der Belohnung willen.
Samech.
113. Die Ungerechten hasse ich, und deine Gesetze lieb' ich.
114. Du bist meine Hilfe und meine Zuflucht; und auf dein Wort hoff' ich ganz und gar.
115. Weichet von mir, ihr Boshaften; denn ich durchforsche die Gebote meines Gottes.
116. Nimm mich auf nach deinem Worte, dass ich lebe, und lass nicht zu Schanden werden meine Hoffnung.
117. Hilf mir, so werde ich errettet, und ich will betrachten in deinen Satzungen immerdar.
118. Du verwirfst alle, die von deinen Rechten weichen; denn ihre Gedanken sind ungerecht.
119. Für Übertreter halte ich alle Sünder auf Erden; darum liebe ich deine Zeugnisse.
120. Durchbohre mein Fleisch mit der Furcht vor dir; denn ich fürchte mich vor deinen Gerichten.
Ain.
121. Ich tue Recht und Gerechtigkeit; überlass mich nicht meinen Verleumdern.
122. Nimm auf deinen Knecht zum Heile, dass mich nicht verleumden die Stolzen.
123. Meine Augen schmachten nach deinem Heile, und nach dem Worte deiner Gerechtigkeit.
124. Tu mit deinem Knechte nach deiner Barmherzigkeit, und deine Satzungen lehre mich.
125. Ich bin dein Knecht; gib mir Verstand, dass ich deine Zeugnisse erkenne.
126. Zeit ist's zu handeln, o Herr! sie haben aufgehoben dein Gesetz.
127. Darum lieb' ich deine Gebote, mehr als Gold und Edelgestein.
128. Darum richt' ich mich nach allen deinen Geboten, hasse alle ungerechten Wege.
Phe.
129. Wunderbar sind deine Zeugnisse; darum forschet darin meine Seele.
130. Die Erklärung deiner Worte erleuchtet, und gibt Verstand den Kleinen.
131. Ich tu auf meinen Mund, und atme nach Geist; denn nach deinen Geboten verlang' ich.
132. Schau auf mich, und erbarme dich mein, nach dem Recht derer, die deinen Namen lieben.
133. Leite meine Schritte nach deinem Worte, und lass kein Unrecht über mich herrschen.
134. Erlöse mich von den Verleumdungen der Menschen, dass ich halten kann deine Gebote.
135. Lass dein Angesicht leuchten über deinen Knecht, und lehre mich deine Satzungen.
136. Wasserbäche entquellen meinen Augen, darum dass sie dein Gesetz nicht halten.
Sade.
137. Du bist gerecht, o Herr, und recht ist dein Gericht.
138. Du hast anbefohlen deine gerechten Zeugnisse, und deine Wahrheit gar sehr.
139. Mein Eifer zehrt mich schier auf, weil meine Feinde deiner Worte vergessen.
140. Gar sehr ist dein Wort in Feuer geläutert, und dein Knecht liebt es.
141. Ich bin jung und verachtet; aber deine Satzungen vergess' ich nicht.
142. Deine Gerechtigkeit ist Gerechtigkeit ewiglich, und dein Gesetz Wahrheit.
143. Trübsal und Bedrängnis trafen mich; deine Gebote sind meine Betrachtung.
144. Ewiglich gerecht sind deine Zeugnisse; gib mir Verstand, so lebe ich.
Coph.
145. Ich rufe aus meinem ganzen Herzen, erhöre mich, Herr! so will ich deinen Satzungen nachgehen.
146. Ich rufe zu dir, hilf mir, dass ich deine Gebote beobachte.
147. Ich stehe vor Tag auf und rufe; denn auf deine Worte hoff' ich gar sehr.
148. Meine Augen wachen zu dir vor der Morgenröte, damit ich deine Worte betrachte.
149. Herr, erhöre meine Stimme nach deiner Barmherzigkeit, und nach deinem Rechte belebe mich.
150. Die mich verfolgen, sind nahe der Bosheit, aber ferne von deinem Gesetze.
151. Nahe bist du, Herr! und alle deine Wege sind Wahrheit.
152. Längst weiß ich von deinen Zeugnissen, dass du sie gegründet hast in Ewigkeit.
Resch.
153. Sieh an meine Niedrigkeit und errette mich; denn dein Gesetz hab' ich nicht vergessen.
154. Schlichte meinen Handel und erlöse mich; um deines Wortes willen belebe mich!
155. Das Heil ist weit von den Sündern; denn sie gehen nicht nach deinen Satzungen.
156. Deiner Erbarmungen, Herr, sind viele; nach deinem Rechte belebe mich.
157. Viele sind, die mich verfolgen und quälen; von deinen Zeugnissen weich' ich nicht.
158. Ich sehe die Übertreter, und zehre mich auf, weil sie deine Worte nicht beobachten.
159. Sieh, dass ich deine Gebote liebe, Herr! in deiner Barmherzigkeit belebe mich.
160. Auf Wahrheit beruhen alle deine Worte; alle deine gerechten Gesetze sind ewig.
Sin.
161. Fürsten verfolgen mich ohne Ursach'; aber nur vor deinen Worten fürchtet sich mein Herz.
162. Ich freue mich über deine Worte, wie einer, der viele Beute findet.
163. Ich hasse die Ungerechtigkeit und verabscheue sie; aber dein Gesetz liebe ich.
164. Siebenmal des Tages sprech' ich dein Lob wegen deiner gerechten Satzungen.
165. Großen Frieden haben, die dein Gesetz lieben, und sie stoßen nicht an.
166. Ich warte auf dein Heil, o Herr, und liebe deine Gebote.
167. Meine Seele bewahrt deine Zeugnisse, und liebt sie gar sehr.
168. Ich halte deine Gebote und deine Zeugnisse; denn alle meine Wege sind vor deinem Angesicht.
Tau.
169. Lass nahen mein Flehen vor dein Angesicht, o Herr! nach deinem Worte gib mir Verstand.
170. Lass kommen mein Verlangen vor dein Angesicht; nach deinem Worte erlöse mich!
171. Meine Lippen sollen überströmen von Lob, wenn du mich gelehrt hast deine Satzungen.
172. Meine Zunge soll aussprechen dein Wort; denn alle deine Gebote sind Recht.
173. Deine Hand soll mir helfen; denn deine Gebote hab ich erwählt.
174. Ich sehne mich nach deinem Heile, o Herr! und dein Gesetz ist meine Betrachtung.
175. Meine Seele wird leben und dich loben, und deine Gerichte werden mir helfen.
176. Ich irre wie ein verlorenes Schaf; such deinen Knecht! denn deine Gebote hab' ich nicht vergessen.
Psalm 120
Bitte um Befreiung von bösen Zungen.
Ein Stufengesang. Zu dem Herrn rufe ich, wenn ich in Trübsal bin, und er erhört mich.
2. Herr, erlöse meine Seele von ungerechten Lippen und von trügerischen Zungen!
3. Was gibt man dir, oder was ist dein Lohn für eine trügerische Zunge?
4. Scharfe Pfeile eines Gewaltigen und brennende Kohlen.
5. Weh mir, dass meine Pilgerfahrt so lange dauert, dass ich wohne unter den Einwohnern Cedars!
6. Lange ist meine Seele ein Fremdling gewesen.
7. Mit denen, die den Frieden hassen, bin ich friedlich; wenn ich mit ihnen rede, erheben sie Streit wider mich ohne Ursache!
Psalm 121
Bei Gott ist Schutz und Hilfe
Ein Stufengesang. Ich hebe meine Augen zu den Bergen, von welchen mir Hilfe kommt-
2. Meine Hilfe ist von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.
3. Er lässt nicht wanken deinen Fuß; er schläft nicht, der dich behütet.
4. Sieh, er schlummert und schläft nicht, der Israel behütet.
5. Der Herr behütet dich; der Herr ist dein Schirm über deine rechte Hand.
6. Des Tags wird die Sonne dich nicht brennen, noch der Mond des Nachts.
7. Der Herr behütet dich vor allem Bösen; der Herr behüte deine Seele.
8. Der Herr behüte deinen Eingang, und deinen Ausgang, von nun an bis in Ewigkeit!
Psalm 122
Heil der Stadt Jerusalem.
Ein Stufengesang. Ich freue mich, wenn man mir sagt: Lasset uns gehen zum Hause des Herrn!
2. Es stehen unsere Füße in deinen Vorhöfen, Jerusalem!
3. Jerusalem ist gebaut wie eine Stadt, die sich zur Gemeinschaft zusammenfügt.
4. Da wallen die Stämme hinauf, die Stämme des Herrn, nach dem Zeugnisse Israels, den Namen des Herrn zu loben.
5. Denn da stehen die Stühle zum Gerichte, die Stühle über das Haus Davids.
6. Wünschet Jerusalem, was zum Frieden ist; Überfluss sei denen, die dich lieben.
7. Es werde Friede in deiner Kraft, und Überfluss in deinen Türmen.
8. Um meiner Brüder und meiner Nächsten willen wünsch' ich dir Frieden!
9. Um des Hauses des Herrn, unsers Gottes, willen wünsch' ich dir Gutes!
Psalm 123
Sehnsucht nach Hilfe in allgemeiner Bedrängnis.
Ein Stufengesang. Zu dir erheb' ich meine Augen, der du wohnst im Himmel!
2. Siehe, wie der Knechte Augen auf ihrer Herren Hände, wie der Magd Augen auf ihrer Gebieterin Hände: also schauen unsere Augen auf den Herrn, unsern Gott, bis er sich unser erbarmt.
3. Erbarme dich unser, o Herr, erbarme dich unser! denn wir sind übervoll von Verachtung,
4. übervoll ist unsere Seele; zur Schmach sind wir den Reichen, und zur Verachtung den Stolzen.
Psalm 124
Dank für Erlösung.
Ein Stufengesang. Wäre nicht der Herr bei uns gewesen, so sage nun Israel,
2. wäre nicht der Herr bei uns gewesen, als die Menschen sich wider uns erhoben:
3. vielleicht hätten sie uns lebendig verschlungen, da ihr Zorn wider uns entbrannte,
4. vielleicht hätte uns das Wasser verschlungen.
5. Da unsere Seele durch einen Strom gegangen, wäre sie vielleicht durch unerträgliche Wasser gegangen.
6. Gebenedeit sei der Herr, der uns nicht zum Raube gab ihren Zähnen.
7. Unsere Seele ist entronnen wie ein Vogel dem Stricke der Jäger; der Strick ist zerrissen, und wir wurden erlöst.
8. Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.
Psalm 125
Hoffnung lässt nicht zu Schanden werden.
Ein Stufengesang. Die auf den Herrn vertrauen, sind wie der Berg Sion: es wankt nicht in Ewigkeit, wer wohnt
2. zu Jerusalem. Ringsherum sind Berge, und der Herr rings um sein Volk, von nun an bis in Ewigkeit.
3. Denn der Herr wird nicht liegen lassen die Zuchtrute der Sünder über dem Lose der Gerechten, auf dass nicht die Gerechten ihre Hände ausstrecken zum Unrecht.
4. Tu Gutes, Herr, den Guten, und denen, die aufrichtigen Herzens sind.
5. Aber die abweichen auf verkehrte Wege, wird der Herr hinführen mit den Übeltätern. Friede sei über Israel!
Psalm 126
Bitte um aller Erlösung.
Ein Stufengesang. Als der Herr die Gefangenschaft Sions wendete, waren wir gleich denen, die Trost haben.
2. Da war unser Mund voll der Freude und unsere Zunge voll Jubels; da sprach man unter den Heiden: Großes hat an ihnen der Herr getan!
3. Ja Großes hat an uns der Herr getan; wir find fröhlich geworden.
4. Wende, o Herr, unsere Gefangenschaft, wie einen Bach im Mittagslande.
5. Die mit Tränen säen, werden ernten mit Frohlocken.
6. Sie gehen und weinen, und streuen ihren Samen; aber sie kommen mit Jubel, und tragen ihre Garben.
Psalm 127
An Gottes Segen ist alles gelegen.
Ein Stufengesang Salomons. Wenn der Herr das Haus nicht bauet, so arbeiten die Bauleute umsonst; wenn der Herr die Stadt nicht behütet, so wachet der Hüter umsonst.
2. Vergeblich steht ihr vor Tage auf; steht immer auf, nachdem ihr (nur) gesessen seid, die ihr esset das Brot der Schmerzen! Während er Schlaf gibt seinen Geliebten,
3. siehe, da erben sie Kinder von dem Herrn; ihr Lohn ist Leibesfrucht.
4. Wie Pfeile in der Hand eines Starken, also sind die Kinder der Vertriebenen.
5. Glückselig der Mann, der sein Verlangen an ihnen erfüllt sieht; er wird nicht zu Schanden, wenn er mit seinen Feinden im Tore spricht.
Psalm 128
Das Haus der Frommen.
Ein Stufengesang. Glückselig alle, die den Herrn fürchten, die da wandeln auf seinen Wegen.
2. Denn von der Arbeit deiner Hände wirst du essen; Heil dir, es wird dir gut gehen!
3. Dein Weib ist wie ein fruchtbarer Weinstock an den Wänden deines Hauses, deine Kinder wie Ölbaumpflanzen um deinen Tisch her.
4. Siehe, also wird der Mann gesegnet, der den Herrn fürchtet!
5. Der Herr segne dich aus Sion, und lasse dich sehen das Glück Jerusalems alle Tage deines Lebens,
6. und lasse dich sehen die Kinder deiner Kinder, und Frieden über Israel!
Psalm 129
Unser Leiden endet zur Schmach unserer Feinde.
Ein Stufengesang. Oft drängten sie mich von meiner Jugend auf - so sage nun Israel
2. oft drängten sie mich von meiner Jugend auf; aber sie konnten mir nicht an.
3. Auf meinem Rücken schmiedeten die Sünder, machten's lang mit ihrer Bosheit;
4. aber der Herr war gerecht, zerhieb der Sünder Nacken.
5. Es sollen sich schämen und zurückweichen alle, die Sion hassen.
6. Sie sollen werden wie das Gras auf den Dächern, das welket, eh' mans ausreißt,
7. mit dem der Schnitter nicht füllet seine Hand, noch der Garbenbinder seinen Schoß,
8. und wo die Vorübergehenden nicht sagen: Der Segen des Herrn sei über euch, wir segnen euch im Namen des Herrn!
Psalm 130
Bitte um Vergebung.
Ein Stufengesang. Aus den Tiefen rufe ich zu dir, o Herr!
2. Herr, erhöre meine Stimme, lass Acht haben dein Ohr auf die Stimme meines Flehens!
3. Wenn du Acht haben wolltest auf die Missetaten, Herr, o Herr! wer könnte dann bestehen!
4. Aber bei dir ist Versöhnung, und um deines Gesetzes willen harre ich auf dich, o Herr! Meine Seele harrt auf sein Wort.
5. Meine Seele hofft auf den Herrn.
6. Von der Morgenwache bis in die Nacht hoffe Israel auf den Herrn;
7. denn bei dem Herrn ist Barmherzigkeit, und bei ihm ist überreiche Erlösung.
8. Und er wird Israel erlösen von allen seinen Sünden.
Psalm 131
Kindliche Hingabe
Ein Stufengesang Davids. Herr, mein Herz ist nicht aufgeblasen, und meine Augen blicken nicht hoch; ich wandle auch nicht in großen, wunderlichen Dingen, die mir zu hoch sind.
2. Wenn ich nicht demütig gesinnt war, sondern erhoben habe meine Seele Gleich einem entwöhnten Kind an seiner Mutter, so ist meiner Seele Los!
3. Es hoffe Israel auf den Herrn, von nun an bis in Ewigkeit.
Psalm 132
Birte zu Gott, dass er wohne in seinem Tempel.
Ein Stufengesang. Gedenke, Herr, an David und an alle seine Sanftmut,
2. wie er geschworen dem Herrn, ein Gelübde gelobte dem Gott Jakobs:
3. „Ich will nicht gehen ins Gezelt meines Hauses, ich will nicht besteigen das Lager meines Bettes;
4. ich will keinen Schlaf auf meine Augen, auf meine Augenlider keinen Schlummer
5. und auf meine Schläfe keine Ruhe kommen lassen, bis ich einen Ort gefunden für den Herrn, eine Wohnung für den Gott Jakobs.“
6. Siehe, wir hörten von ihr in Ephrata, wir fanden sie im Waldfelde.
7. Lasst uns eingehen in sein Zelt, anbeten an dem Orte, wo seine Füße stehen.
8. Erhebe dich, Herr, zu deiner Ruhe, du und die Lade deiner Heiligung!
9. Lass deine Priester antun Gerechtigkeit, lass deine Heiligen frohlocken!
10. Um Davids, deines Knechtes, willen weise nicht ab das Angesicht deines Gesalbten!
11. Der Herr schwur David Wahrheit, er wird nicht davon abgehen: „Von deines Leibes Frucht will ich setzen auf deinen Thron.
12. Wenn deine Söhne meinen Bund halten, und diese meine Zeugnisse, die ich sie lehre: so sollen auch ihre Söhne für und für sitzen auf deinem Throne.“
13. Ja, der Herr hat Sion erwählt, hat es erwählt zu seiner Wohnung.
14. Das ist meine Ruhe ewiglich, da will ich wohnen; denn ich habe sie erkoren.
15. Die Witwen will ich da segnen, die Armen da sättigen mit Brot;
16. da will ich kleiden die Priester mit Heil, da werden jubeln die Heiligen.
17. Da will ich aufkommen lassen das Horn Davids, bereiten eine Leuchte meinem Gesalbten.
18. Seine Feinde will ich kleiden mit Schande; über ihm aber wird aufblühen meine Heiligung.
Psalm 133
Eintracht und Friede ernährt.
Ein Stufengesang Davids. Siehe, wie gut und wie lieblich ist's, wenn Brüder beisammen wohnen!
2. Es ist wie die Salbe auf dem Haupte, die herabfleußt in den Bart, den Bart Aarons, die herabfleußt auf den Saum seines Kleides.
3. Es ist wie der Tau des Hermon, der herabfällt auf den Berg Sion. Denn dahin sendet der Herr Segen und Leben bis in Ewigkeit!
Psalm 134
Ermunterung zum Lobe Gottes bei Tag und bei Nacht.
Ein Stufengesang. Wohlan! jetzo preist den Herrn, alle Diener des Herrn, die ihr steht im Hause des Herrn, in den Vorhöfen des Hauses unsers Gottes.
2. Erhebt des Nachts eure Hände zum Heiligtume, und preist den Herrn!
3. Der Herr segne dich aus Sion, der Himmel und Erde gemacht hat!
Psalm 135
Lob und Dank sei dem Allmächtigen!
Halleluja! Lobet den Namen des Herrn; lobt ihr Diener den Herrn,
2. die ihr steht im Hause des Herrn, in den Vorhöfen des Hauses unsers Gottes!
3. Lobet den Herrn, denn gut ist der Herr! lobsingt seinem Namen, denn er ist lieblich!
4. Denn Jakob erwählte sich der Herr, Israel zu seinem Eigentum.
5. Denn ich weiß, dass der Herr groß, und über alle Götter unser Gott ist.
6. Alles, was er will, macht der Herr im Himmel, auf Erden, im Meere, und in allen Tiefen;
7. der Wolken herausführt vom Ende der Erde, Blitze zu Regen macht, der die Winde herausbringt aus seinen Schätzen;
8. der die Erstgeburt in Ägypten erschlug vom Menschen bis zum Vieh;
9. der Zeichen und Wunder in deine Mitte sandte, Ägypten! wider Pharao und wider alle seine Knechte; der viele Völker schlug, und mächtige Könige tötete:
11. Schon, den König der Amorrhiter, und Og, den König von Basan, und alle Königreiche Chanaans;
12. der ihr Land zum Erbe gab, zum Erbe seinem Volke Israel.
13. Herr, dein Name währet ewig; Herr, dein Gedächtnis geht von Geschlecht zu Geschlecht!
14. Denn der Herr wird richten sein Volk, und sich erbitten lassen von seinen Knechten.
15. Die Götzen der Heiden sind Silber und Gold, Werke von Menschen-Händen.
16. Einen Mund haben sie, und reden nicht; Augen haben sie, und sehen nicht.
17. Ohren haben sie, und hören nicht, und ist auch kein Atem in ihrem Mund.
18. Die sie machen, mögen ihnen gleich werden, und alle, die auf sie bauen.
19. Zaus Israel, preist den Herrn! Haus Aaron, preist den Herrn!
20. Zaus Levi, preist den Herrn! die ihr den Herrn fürchtet, preist den Herrn!
21. Gepriesen sei der Herr von Sion aus, er, der wohnt in Jerusalem!
Psalm 136
Lob Gottes wegen seiner Barmherzigkeit.
Halleluja! Lobet den Herrn! denn er ist gut; denn in Ewigkeit währt seine Barmherzigkeit!
2. Lobet den Gott der Götter; denn in Ewigkeit währt seine Barmherzigkeit!
3. Lobet den Herrn der Herren; denn in Ewigkeit währt seine Barmherzigkeit!
4. Der große Wunder tut allein; denn in Ewigkeit währt seine Barmherzigkeit!
5. Der die Himmel gemacht hat mit Verstand; denn in Ewigkeit währt seine Barmherzigkeit!
6. Der die Erde befestigt hat über den Wassern; denn in Ewigkeit währt seine Barmherzigkeit!
7 Der die großen Lichter gemacht hat; denn in Ewigkeit währt seine Barmherzigkeit!
8. Die Sonne zur Beherrschung des Tags; denn in Ewigkeit währt seine Barmherzigkeit!
9. Den Mond und die Sterne zur Beherrschung der Nacht; denn in Ewigkeit währt seine Barmherzigkeit!
10. Der Ägypten schlug mit ihren Erstgeburten; denn in Ewigkeit währt seine Barmherzigkeit!
11. Der Israel aus ihrer Mitte herausführte; denn in Ewigkeit währt seine Barmherzigkeit!
12. Mit mächtiger Hand und erhobenem Arm; denn in Ewigkeit währt seine Barmherzigkeit!
13. Der das rote Meer zerteilte in Teile; denn in Ewigkeit währt seine Barmherzigkeit!
14. Und Israel mitten hindurch führte; denn in Ewigkeit währt seine Barmherzigkeit!
15. Und Pharao und seine Macht ins rote Meer stieß; denn in Ewigkeit währt seine Barmherzigkeit!
16. Der sein Volk durch die Wüste führte; denn in Ewigkeit währt seine Barmherzigkeit!
17. Der große Könige schlug; denn in Ewigkeit währt seine Barmherzigkeit!
18. Und mächtige Könige tötete; denn in Ewigkeit währt seine Barmherzigkeit!
19. Schon, den König der Amorrhiter; denn in Ewigkeit währt seine Barmherzigkeit!
20. Und Og, den König von Basan; denn in Ewigkeit währt seine Barmherzigkeit!
21. Und ihr Land gab zum Erbe; denn in Ewigkeit währt seine Barmherzigkeit!
22. Zum Erbe seinem Knechte Israel; denn in Ewigkeit währt seine Barmherzigkeit!
23. In unserer Niedrigkeit gedachte er unser; denn in Ewigkeit währt seine Barmherzigkeit!
24. Und erlöste uns von unsern Feinden; denn in Ewigkeit währt seine Barmherzigkeit.
25. Der Speise gibt allem Fleisch; denn in Ewigkeit währt seine Barmherzigkeit!
26. Lobet den Gott des Himmels; denn in Ewigkeit währt seine Barmherzigkeit! Lobet den Herrn der Herren; denn in Ewigkeit währt seine Barmherzigkeit!
Psalm 137
Klagelied der Gefangenen.
Ein Psalm Davids, (oder) Jeremias. An den Flüssen Babylons, dort saßen wir und weinten, wenn wir Sions gedachten.
2. An den Weiden, die drinnen sind, hingen wir unsere Harfen auf.
3. Denn die uns gefangen wegführten und die uns wegnahmen, forderten da von uns Lieder: „Singt uns ein Loblied von Sions Liedern!“
4. Wie sollten wir singen des Herrn Gesang im fremden Lande?
5. Vergess' ich dein, Jerusalem, so werde meine Rechte vergessen!
6. Es klebe meine Zunge an meinem Gaumen, wenn ich dein nicht gedenke, wenn ich Jerusalem nicht setze zur ersten meiner Freuden!
7. Gedenke, Herr, den Söhnen Edoms den Tag Jerusalems, die da sprachen: „Zerstöret, zerstöret sie bis auf den Grund!“
8. Tochter Babylons, du Elende! Wohl dem, der dir vergelten wird, was du an uns getan!
9. Wohl dem, der deine kleinen Kinder nimmt und sie zerschmettert am Steine.
Psalm 138
Dank.
Ein Psalm Davids. Ich danke dir, Herr, von meinem ganzen Herzen; denn du hast gehört die Worte meines Mundes; vor dem Angesichte der Engel will ich dir lobsingen,
2. will anbeten zu deinem heiligen Tempel hin, und preisen deinen Namen um deiner Barmherzigkeit und deiner Wahrheit willen; denn du hast groß gemacht über alles deinen heiligen Namen.
3. An welchem Tage immer ich dich anrufe, erhöre mich, wollest mehren die Kraft in meiner Seele!
4. Es sollen dich preisen, Herr, alle Könige der Erde, weil sie gehört alle Worte deines Mundes,
5. und sollen singen von den Wegen des Herrn; denn groß ist die Herrlichkeit des Herrn.
6. Denn erhaben ist der Herr, und sieht auf das Niedrige, und kennt das hohe von ferne.
7. Wenn ich wandle mitten in der Trübsal, belebest du mich, und streckest deine Hand über den Zorn meiner Feinde, und hilfst mir mit deiner Rechten.
8. Der Herr wird vergelten statt meiner; Herr! deine Barmherzigkeit ist ewig; verschmähe nicht die Werke deiner Hände.
Psalm 139
Gott ist allwissend.
Zum Ende, ein Psalm Davids. Herr, du erforschest mich und kennst mich;
2. du kennst mein Sitzen und mein Aufstehen.
3. Du merktest meine Gedanken von ferne; mein Gehen und mein Ruhen erforschtest du,
4. und alle meine Wege sahst du vor; denn es ist kein Wort auf meiner Zunge
5. siehe, Herr, du weißt alles, das Neue und das Alte; du hast mich gebildet, und legtest auf mich deine Hand.
6. Wunderbar kommt mir vor dein Wissen; gar hoch ist es, ich kann es nicht erreichen!
7. Wo soll ich hingehen vor deinem Geiste, und wohin fliehen vor deinem Angesichtes
8. Stieg' ich gen Himmel, so wärest du da; stieg' ich in die Hölle, so wärest du da!
9. Nähm' ich mir Flügel von der Morgenröte, und wohnt' ich am äußersten Ende des Meeres,
10. so würde auch dahin deine Hand mich führen, und deine Rechte mich halten!
11. Und spräche ich: Vielleicht kann Finsternis mich decken, so wäre die Nacht mir Licht in meinen Lüsten;
12. denn die Finsternis ist nicht dunkel vor dir, und die Nacht ist hell wie der Tag; die Finsternis ist wie das Licht vor ihm!
13. Denn du hast meine Nieren in deiner Gewalt; du nahmst dich meiner an von meiner Mutter Leibe her.
14. Ich preise dich, dass du so schauerlich groß bist; wunderbar sind deine Werke, und meine Seele erkennt sie gar wohl.
15. Mein Gebein war nicht verborgen vor dir, das du im Verborgenen gemacht hast, noch mein Wesen im irdischen Schoße.
16. Da ich noch unvollkommen war, sahen mich deine Augen, und in dein Buch sind alle geschrieben; die Tage werden bestimmt, eh' noch jemand darin ist.
17. Aber deine Freunde, o Gott, sind von mir sehr geehrt; ihre Herrschaft ist überaus mächtig geworden.
18. Zähl' ich sie, so sind ihrer mehr als der Sand; steh' ich auf, bin ich noch bei dir!
19. Du tötest, Gott, die Sünder; ihr Männer des Mordes, weichet von mir!
20. Denn ihr saget in Gedanken: Deine Städte erobern sie vergeblich!
21. Sollt' ich nicht hassen, Herr, die dich hassen, und über deine Feinde mich nicht grämen?
22. Mit vollkommenem Hasse hass' ich sie, und Feinde sind sie mir.
23. Prüfe mich, Gott, und erkenne mein Herz; erforsche mich, und erkenne meine Wege,
24. und sieh, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege.
Psalm 140
Bitte um Hilfe.
Zum Ende, ein Psalm Davids.
2. Rette mich, Herr, vom bösen Menschen; vom gottlosen Manne rette mich.
3. Sie denken Böses in ihrem Herzen, und richten täglich Händel an.
4. Sie spitzen ihre Zungen wie die Schlangen; Otterngift ist unter ihren Lippen.
5. Schütze mich, Herr, vor der Hand der Sünder, und von bösen Menschen rette mich, die sinnen, mich zum Falle zu bringen.
6. Es legen Stolze mir Schlingen, breiten Stricke aus zu Schlingen, stellen mir eine Falle an den Weg;
7., aber ich sage zu dem Herrn: Mein Gott bist du; erhöre, Herr, die Stimme meines Flehens.
8. Herr, Herr, du Stärke meines Heiles, du beschirmest mein Haupt am Tage des Streites!
9. Übergib mich nicht den Sündern, Herr, wider meinen Willen; sie sinnen wider mich, verlass mich nicht, damit sie sich nicht etwa erheben.
10. Die Summe ihrer Umtriebe, das Unheil ihrer Lippen wird auf sie selber fallen.
11. Kohlen werden auf sie fallen, ins Feuer wirst du sie stürzen; ihr Elend werden sie nicht aushalten.
12. Dem Mann von (böser) Zunge wird's nicht wohl gehen auf Erden; den ungerechten Mann wird Unglück treffen zum Untergange.
13. Ich weiß, dass der Herr dem Dürftigen Recht schafft, und Rache den Armen.
14. Und die Gerechten werden preisen deinen Namen, und die Aufrichtigen wohnen vor deinem Angesichte.
Psalm 141
Bitte um Hilfe.
Ein Psalm Davids. Herr, zu dir ruf' ich, erhöre mich! merk auf meine Stimme, wenn ich zu dir rufe.
2. Lass mein Gebet wie Rauchwerk vor dein Angesicht kommen; meiner Hände Erhebung sei ein Abendopfer.
3. Setze, Herr, eine Wache an meinen Mund, und eine Tür an meine Lippen ringsum.
4. Neig mein Herz nicht auf boshafte Worte, meine Sünden zu entschuldigen, wie die Menschen tun, welche Bosheit üben; ich will nicht Teil nehmen an dem, was sie erwählt haben.
5. Der Gerechte mag mich strafen in Güte, oder mich schelten; aber des Sünders Öl soll mein Haupt nicht salben, und noch bet' ich wider das, woran sie ihre Lust haben.
6. Ihre Richter werden an Felsen geschleudert und verschlungen werden; dann wird man meine Worte hören; denn sie haben Kraft.
7. Wie man die Erdschollen aufreißt über dem Acker, sind unsere Gebeine hingestreut zur Unterwelt.
8. Aber auf dich, Herr, Herr, sehen meine Augen; auf dich hoffe ich, du nimmst nicht weg mein Leben.
9. Behüte mich vor dem Stricke, den sie mir legen, und vor den Fallstricken der Übeltäter.
10. Die Sünder werden in sein Netz fallen; ich bleibe allein, bis ich hinübergehe.
Psalm 142
Bitte um Hilfe.
Eine Unterweisung Davids. Ein Gebet, da er in der Höhle war.
2. Mit meiner Stimme rufe ich zu dem Herrn, mit meiner Stimme fleh' ich zu dem Herrn.
3. Ich schütte aus vor seinem Angesichte mein Gebet, und spreche aus vor ihm meine Trübsal.
4. Wenn mein Geist in mir verzagt, kennst du meine Wege. Auf dem Wege, worauf ich wandle, verbargen sie mir Schlingen.
5. Schau' ich zur Rechten und blicke, so ist niemand, der mich kennt. Verwehrt ist mir die Flucht, und keiner nimmt sich meiner an!
6. Zu dir ruf' ich, Herr, und spreche: Du bist meine Hoffnung, mein Teil im Lande der Lebendigen.
7. Hab Acht auf mein Flehen; denn ich bin sehr gedemütigt! errette mich von meinen Verfolgern; denn sie sind mir zu mächtig geworden.
8. Führ' aus dem Kerker meine Seele, damit ich preise deinen Namen; die Gerechten warten mein, bis du mir wohltust.
Psalm 143
Bitte um Hilfe in Todesgefahren.
Ein Psalm Davids, da ihn Absalom, sein Sohn, verfolgte. Herr, erhöre mein Gebet; nimm zu Ohren mein Flehen nach deiner Wahrheit! erhöre mich nach deiner Gerechtigkeit,
2. und geh nicht ins Gericht mit deinem Knechte; denn vor deinem Angesichte ist kein Lebender gerecht!
3. Denn der Feind verfolgt meine Seele, beugt nieder zur Erde mein Leben, versetzt mich ins Finstere wie die Toten der Vorwelt.
4. Und mein Geist ist in mir geängstet, mein Herz in mir verstöret.
5. Ich gedenke der alten Zeiten, ich überlege alle deine Werke; über die Werke deiner Hände denk' ich nach.
6. Ich breite meine Hände aus zu dir; gleich Land ohne Wasser dürstet meine Seele nach dir!
7. Geschwind erhöre mich, Herr! mein Geist verschmachtet; wende nicht weg dein Angesicht von mir, dass ich nicht gleich werde denen, die in die Grube fahren.
8. Lass mich frühe deine Barmherzigkeit hören; denn auf dich hoff' ich. Tu mir kund den Weg, worauf ich wandeln soll; denn zu dir erheb' ich meine Seele.
9. Errette mich von meinen Feinden, o Herr! zu dir bin ich geflohen.
10. Lehre mich tun nach deinem Willen; denn mein Gott bist du; dein guter Geist führe mich auf der rechten Bahn!
11. Herr, belebe mich um deines Namens willen; nach deiner Gerechtigkeit führe aus der Trübsal meine Seele!
12. und nach deiner Barmherzigkeit zerstreue meine Feinde, und vertilg alle, die meine Seele quälen; denn ich bin dein Knecht!
Psalm 144
Neue Bitte nach erhaltenem Siege.
Ein Psalm Davids, wider Goliath. Gepriesen sei der Herr, mein Gott, der meine Hände lehret den Kampf, und meine Finger den Krieg.
2. Er ist meine Barmherzigkeit und meine Zuflucht, mein Befreier, der mich aufnimmt, mein Schützer; auf ihn hoff' ich, der mein Volk mir unterwirft.
3. Herr, was ist der Mensch, dass du dich ihm zu erkennen gibst, oder der Menschensohn, dass du ihn achtest!
4. Der Mensch ist gleich der Eitelkeit; seine Tage gehen vorüber wie ein Schatten.
5. Herr, neige deine Himmel und steig hernieder; rühr an die Berge, dass sie rauchen.
6. Leuchte mit Blitzen, dass du sie zerstreust; schieß deine Pfeile, dass du sie erschreckest.
7. Reich deine Hand aus der Höhe, errette mich, und befreie mich aus vielen Wassern, aus der Hand der Söhne der Fremde!
8. deren Mund Eitelkeit redet, deren rechte Hand die Rechte der Ungerechtigkeit ist.
9. Gott, ein neues Lied will ich dir singen, mit zehnsaitigem Psalter dir lobsingen,
10. der du heil gibst den Königen, der du David erlöst, deinen Knecht, vom Schwerte der Bösen.
11. Erlöse mich, und befreie mich von der Hand der Söhne der Fremde, deren Mund Eitelkeit redet, und deren rechte Hand die Rechte der Ungerechtigkeit ist.
12. Ihre Söhne sind wie junge Pflanzen in ihrer Jugend, ihre Töchter geputzt, ringsum geschmückt nach Art eines Tempels;
13. ihre Speicher sind voll, eines wird zu dem andern geschüttet; ihre Schafe sind fruchtbar, und gehen aus in großer Zahl;
14. ihre Rinder sind fett; da ist kein Mauerriss, kein Durchgang, noch Geschrei auf ihren Gassen.
15. Glückselig preist man das Volk, das solches hat; aber glückselig das Volk, dessen Herr sein Gott ist!
Psalm 145
Lob Gottes.
Ein Lobgesang Davids selbst. Ich will dich erheben, Gott, mein König, und preisen deinen Namen ewig, ja immer und ewig.
2. Alltäglich will ich dich preisen, und deinen Namen loben ewig, ja immer und ewig.
3. Groß ist der Herr und sehr preiswürdig, und seiner Größe ist kein Ende.
4. Ein Geschlecht nach dem andern wird rühmen deine Werke, und deine Macht verkünden.
5. Von der großen Herrlichkeit deiner Heiligkeit werden sie reden, und deine Wunder erzählen;
6. von der Kraft deiner schrecklichen Taten werden sie sagen, und deine Größe erzählen;
7. von dem Andenken deiner übergroßen Lieblichkeit werden sie überströmen, und deiner Gerechtigkeit wegen jubeln.
8. Gnädig und barmherzig ist der Herr, langmütig und von großer Erbarmung.
9. Lieblich ist der Herr gegen alle, und seine Erbarmung geht über alle seine Werke. 10. Dich sollen preisen, o Herr, alle deine Werke, und deine Heiligen dich rühmen.
11. Sie werden sprechen von der Herrlichkeit deines Reiches, und reden von deiner Macht,
12. um kundzutun den Menschenkindern deine Macht, und die Pracht und Herrlichkeit deines Reiches.
13. Dein Reich ist ein Reich auf alle Ewigkeit, und deine Herrschaft auf alle Geschlechter. Der Herr ist treu in allen seinen Worten, und heilig in allen seinen Werken.
14. Der Herr hilft allen auf, die fallen, und richtet auf alle Gebeugten.
15. Aller Augen warten auf dich, Herr, und du gibst ihnen Speise zu rechter Zeit.
16. Du tust auf deine Hand, und sättigst alles Lebendige mit Segen.
17. Gerecht ist der Herr in allen seinen Wegen, und heilig in allen seinen Werken.
18. Nahe ist der Herr allen, die ihn anrufen, allen, die ihn anrufen in der Wahrheit.
19. Den Willen derer, die ihn fürchten, tut er, und ihr Gebet erhört er und erlöst sie.
20. Der Herr behütet alle, die ihn lieben, und alle Sünder vertilgt er.
21. Des Herrn Lob soll sprechen mein Mund, und alles Fleisch preisen seinen heiligen Namen ewig, ja immer und ewig!
Psalm 146
Vertrau' auf Gott!
Halleluja! von Aggäus und Zacharias.
2. Lobe, meine Seele, den Herrn! Ich will loben den Herrn, so lang' ich lebe, will lobsingen meinem Gott, so lang' ich bin. Vertrauet nicht auf Fürsten,
3. auf Menschenkinder, die nicht helfen können!
4. Es fährt aus ihr Geist, und sie kehren zurück zu ihrer Erde; am selben Tage vergehen alle ihre Ge danken.
5. Glückselig, dessen Helfer der Gott Jakobs ist, der seine Hoffnung auf seinen Gott, den Herrn, setzt,
6. der Himmel und Erde gemacht hat, das Meer und alles, was darin ist;
7. der die Wahrheit bewahrt in Ewigkeit, Recht schafft denen, die Unrecht leiden, Speise gibt den Hungrigen. Der Herr erlöst die Gefangenen;
8. der Herr erleuchtet die Blinden, der Herr richtet auf die Gebeugten, der Herr liebt die Gerechten.
9. Der Herr behütet die Fremdlinge, die Waise und die Witwe nimmt er auf, und vernichtet die Wege der Sünder.
10. Der Herr wird herrschen in Ewigkeit, dein Gott, o Sion! von Geschlecht zu Geschlecht.
Psalm 147
Lob Gottes wegen seiner Wohltaten.
Halleluja! Lobet den Herrn, denn Lobsingen ist gut; liebliches und fröhliches Lob sei unserm Gott
2. Der Herr bauet Jerusalem, versammelt die Zerstreuten von Israel.
3. Er heilet, die geschlagenen Herzens sind, und verbindet ihre Wunden.
4. Er zählet die Menge der Sterne, und benennet sie alle mit Namen.
5. Groß ist unser Herr und groß seine Macht, und seiner Weisheit ist kein Maß.
6. Der Herr nimmt auf die Sanften, und demütigt die Sünder bis zur Erde.
7. Singt dem Herrn mit Danksagung; lobsingt unserm Gott mit der Harfe.
8. Er deckt den Himmel mit Wolken, und bereitet Regen der Erde. Er lässt Gras wachsen auf den Bergen, und Kräuter zum Dienste der Menschen.
9. Er gibt dem Vieh seine Speise, und den jungen Raben, die zu ihm rufen.
10. Er hat nicht Lust an der Stärke des Rosses, noch Wohlgefallen an den Beinen des Mannes.
11. Der Herr hat Wohlgefallen an denen, die ihn fürchten, und an denen, die auf seine Barmherzigkeit hoffen.
12. Halleluja! Lobe, Jerusalem, den Herrn, lobe, Sion, deinen Gott!
13. Denn er hat die Riegel deiner Tore befestigt, deine Kinder in dir gesegnet.
14. Er machte friedlich deine Grenzen, und sättigt dich mit dem Marke des Weizens.
15. Er sendet aus sein Wort auf der Erde; schnell läuft seine Rede.
16. Er gibt Schnee wie Wolle, streuet Nebel wie Asche.
17. Er wirft seine Schlossen wie Bissen; wer kann bestehen vor seinem Froster\\18. Er sendet sein Wort, und schmelzet sie; es wehet sein Hauch, und es fließen die Wasser.
19. Er verkündet Jakob sein Wort, seine Rechte und Satzungen Israel.
20. Nicht also tat er allen Völkern, und offenbaret ihnen nicht seine Rechte. Halleluja!
Psalm 148
Aufruf an alle Wesen, Gott zu loben.
Halleluja! Lobet den Herrn vom Himmel her; lobt ihn in den Höhen!
2. Lobet ihn, alle seine Engel; lobt ihn, alle seine Heere!
3. Lobet ihn, Sonne und Mond; lobt ihn, alle leuchtenden Sterne!
4. Lobet ihn, Himmel der Himmel, und alle Wasser, die über dem Himmel sind!
5. Sie sollen loben den Namen des Herrn; denn er sprach, und sie sind geworden; er befahl, und sie wurden geschaffen.
6. Er stellte sich fest auf immer und ewig; ein Gebot hat er gegeben, und es wird nicht vergehen.
7. Lobet den Herrn auf der Erde, ihr Ungeheuer, und alle Tiefen!
8. Feuer, Hagel, Schnee, Lis, Sturmwind, die sein Wort ausrichten!
9. Ihr Berge und alle Zügel, ihr Fruchtbäume und alle Zedern!
10. Ihr wilden Tiere und alles Vieh, ihr Schlangen und gefiederten Vögel!
11. Ihr Könige der Erde und alle Völker, ihr Fürsten und alle Richter der Erde!
12. Jünglinge und Jungfrauen, Jung und Alt, lobt den Namen des Herrn!
13. denn erhaben ist sein Name allein.
14. Sein Lob ist über Himmel und Erde, und er erhöht das Horn seines Volkes. Lob ziemt allen seinen heiligen, den Söhnen Israels, dem Volke, das ihm nahe ist. Halleluja!
Psalm 149
Dank für den Segen.
Halleluja! Singt dem Herrn ein neues Lied; sein Lob sei in der Gemeine der Heiligen!
2. Es freue sich Israel in seinem Schöpfer; die Kinder Sions sollen frohlocken in ihrem Könige!
3. Sie sollen loben seinen Namen in Chören, mit Pauken und Harfen ihm lobsingen;
4. denn der Herr hat Wohlgefallen an seinem Volke, und erhöht die Sanftmütigen zum Heile.
5. Es frohlocken die Heiligen in der Herrlichkeit; sie freuen sich auf ihren Lagern.
6. Lobeserhebungen Gottes sind in ihrer Kehle, und zweischneidige Schwerter in ihren Händen,
7. um Rache zu üben unter den Völkern, Strafe an den Nationen;
8. um ihre Könige zu binden mit Ketten, ihre Edlen mit eisernen Banden;
9. um ihnen zu tun nach dem geschriebenen Rechte. Das bringt Ehre allen seinen Heiligen! Halleluja!
Psalm 150.
Aufruf zum Lobe Gottes.
Halleluja! Lobet den Herrn in seinen Heiligen; lobt ihn in der Feste seiner Kraft.
2. Lobet ihn in seinen Kräften; lobt ihn nach seiner vielfältigen Größe!
3. Lobet ihn mit Posaunenschall; lobt ihn mit Harfen und Zithern.
4. Lobet ihn mit Pauken und Chören; lobt ihn mit Saiten und Pfeifen!
5. Lobet ihn mit Cymbeln, die gut klingen; lobt ihn mit Freudenzymbeln.
6. Alles, was Odem hat, lobe den Herrn! Halleluja!