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| - | ======Murray, | ||
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| - | Dieses Büchlein ist eine Frucht der Konferenz, welche am 14. und 15. Juni des Jahres 1876 zu Tulbagh gehalten wurde. Auf dieser Konferenz beschäftigte uns nämlich das Wort: „Wachset in der Gnade!“ Wir durften es erfahren, wie durch den Umgang der Kinder Gottes mit ihrem Herrn und unter einander die Herzen zu brennen anfingen und mehr als einem, auch den Verfasser, gegeben wurde, die Herrlichkeit der Gnade Gottes so wie nie zuvor zu schauen. | ||
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| - | „Ich wusste nicht, dass es so viel Gnade gibt,“ sagte bei ihrer Abreise eine Schwester, welche noch am Abend zuvor länger geblieben war, um ihre Not zu klagen. Und unwillkürlich floss dieses selbe Wort aus manchem Mund: „Ich wusste nicht, dass es einen solchen Überfluss an Gnade gibt.“ Der Segen aber, welchen wir bei der Betrachtung der wunderbaren Gnade Gottes empfangen, erregte in mir das Verlangen, auch Anderen etwas von demselben mitzuteilen und sie zu dem Zweck mit dem bekannt zu machen, was die Schrift über dieses Wort lehrt. Mit diesem Verlangen aber verband sich noch ein anderer Gedanke. | ||
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| - | Das Thema unserer Betrachtung zu Tulbagh: „Wie kann man in der Gnade wachsen und zunehmen? | ||
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| - | Auch dachte ich an andere Orte, an denen ich in den beiden letzten Jahren, im Verein mit anderen Brüdern, in besonderer Weise arbeiten durfte, an denen wir die große Freude hatten, dass nicht Wenige zu dem Herrn gebracht wurden. Vor allem denke ich an Graaff-Reinet, | ||
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| - | Das Wachsen in der Gnade ist einer der schwächsten Punkte in dem Leben manches wahren Christen. Zwar denkt er oft daran, er verlangt danach, ja er betet darum, aber es ist, als wolle es ihm nicht glücken. Und diese Tatsache erklärt sich vor allem daraus, dass er nicht weiß, von wem er das Wachsen erwarten und wie er der Zunahme teilhaftig werden kann. | ||
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| - | Nichts geht so leicht vor sich als das Wachsen, wenn nur die Bedingungen dazu vorhanden sind. | ||
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| - | Sieh nur einmal auf ein Kind! Ohne alle Mühe, ganz von selbst wird es groß. Es ist gesund, hat Speise, um zu essen, atmet die frische Luft ein, spielt und bewegt sich den ganzen Tag, schläft, wenn es müde ist und wächst, ohne dass jemand für sein Wachsen etwas tut. Ein gesundes kräftiges Leben ist die erste Vorbedingung jeglichen Wachstums. Und da kein Leben so gesund und kräftig ist, als das Gnadenleben denn es ist Gottes Leben in uns sollten und müssten eigentlich keine Kinder so gesund und kräftig wachsen, als Gottes Kinder. Ihr Leben ist ja ein Leben, welches mit göttlicher Kraft wächst und zunimmt. | ||
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| - | Nun ist es offenbar dringend nötig, dass jeder Christ dies wisse, damit er sich nicht vergeblich abmühe, durch seine eigene Tätigkeit innerlich zu wachsen, vielmehr freudig der Gnade sich anvertraue in der Gewissheit, dass sie sein Wachstum bewirken will. Je mehr er mit dem bekannt wird, was Gnade ist und tun will mit ihrer freien freundlichen Güte, welche niemals nach Würdigkeit fragt, mit ihrer göttlichen Allmacht, welche alles in uns vermag, mit ihrer treuen Ausdauer, welche nicht eher ablassen will, als bis ihr Werk vollbracht ist, desto mehr wird er ihr alles überlassen und durch diesen Glauben wachsen und zunehmen. Die erste Vorbedingung alles Wachstums ist ein gesundes kräftiges Leben. Nur wo sich dieses findet, kann von den anderen Bedingungen die Rede sein. Wir kennen dieselben. Es sind: Speise, Luft, Bewegung und Ruhe. | ||
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| - | Das Gnadenleben muss seine Speise haben: das Wort der Gnade und in demselben den Herrn Jesus selbst, das Wort des Lebens. | ||
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| - | Es muss seine frische Luft haben. Im Gebet, durch welches es dem Thron der Gnade naht, und durch den Geist der Gnade muss es die reine Luft des Himmels einatmen. | ||
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| - | Es muss Bewegung haben. Das Gnadenleben darf nicht untätig bleiben, sondern muss sich in Gehorsam gegen Gottes Willen, in der Arbeit seines Dienstes üben. | ||
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| - | Gesundes Leben bedarf weiterhin der Ruhe nicht weniger, als der Bewegung. Das Gnadenleben findet die Kraft zum Wachsen vor allem in dem Frieden und in der Ruhe, welche der Glaube uns gibt, durch welche wir frei von Furcht und Sorge sind. | ||
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| - | Rechnet man nun zu diesen Bedingungen noch die Pflicht, abzuwehren, was schaden kann und sich von allem rein zu halten, was der Gesundheit nicht zuträglich ist, so hat man alles, was zum Wachsen nötig ist. Von dem Einen und Andern hoffen wir in unserem Büchlein auf Grund des Wortes Gottes noch näher zu reden. | ||
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| - | Die Hauptsache ist und bleibt indessen die Tatsache, dass die Grundursache alles Wachstums ein gesundes und kräftiges Leben ist. So ist denn auch die Grundursache alles geistlichen Wachstums, die Kenntnis des gesunden, kräftigen, göttlichen Lebens, welches die Gnade uns übermittelt hat und selbst in uns erhalten will. | ||
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| - | Liebe junge Christen, an deren Herzen ich in den verflossenen Jahren arbeiten durfte, und ihr alle, die ihr in letzter Zeit euren Heiland kennen gelernt habt, ich bringe euch eine herrliche Botschaft: Die Gnade ist weit reicher, als wir geahnt haben. Darum kommt und lernt sie kennen! Geht mit mir zu Gottes Wort, um aus demselben zu entnehmen, was sie für uns tun will! | ||
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| - | Entsagt aller Anspannung eigener Kraft, aller Sorge, aller Furcht und allem Zweifel! Und überlasst das Wachstum eures inneren Lebens fröhlich der unendlichen Gnade, welche alles in uns vollbringen will. | ||
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| - | Meine Lieben! Ich reiche euch dieses Büchlein mit herzlichem Brudergruß und dem feurigen Gebetswunsch, | ||
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| - | Andreas Murray. | ||
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| - | ======Murray, | ||
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| - | 2. Kor. 9, 8. \\ | ||
| - | **Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken. ** | ||
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| - | Welch eine unerschöpfliche Verheißung! Und doch gibt es Christen, die nicht einmal wissen, dass sie in der Bibel steht! Ja, was noch schlimmer ist, es gibt gar manchen, der es weiß, aber keine Zeit finden kann, um sich einmal einen Augenblick still hin zu setzen und sich an diesem herrlichen Schatz zu erfreuen, welchen sein Gott hier für ihn niedergelegt hat. Es ist, als ob der Heilige Geist nicht Worte genug finden könnte, um es uns deutlich zu machen, dass in der Tat für uns an Gnade kein Mangel sein kann. Dreimal wird das Wort „alle“ und zweimal das Wort „reich“ in diesem einen Vers gebraucht. Die beste Auslegung wird die sein, dass wir den Vers Wort für Wort betrachten und zu erklären suchen. Der Heilige Geist aber, der Geist der Gnade, lege uns selbst den Reichtum dieses Wortes aus! | ||
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| - | „Gott kann machen“, welch herrlicher Gedanke! Wenn von der Wirkung der Gnade Gottes auf euch die Rede ist, muss nichts Geringeres als die Allmacht Gottes der Grund und das Maß eurer Erwartungen sein. | ||
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| - | „Allerlei Gnade“, nicht etwa bloß etwas, oder ein wenig von Seiner Gnade, sondern allerlei Gnade - ja, alles, was du von Seiner Gnade nur nötig haben kannst, oder zu tragen im Stande bist. | ||
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| - | „Dass sie reichlich sei.“ Er gibt also nicht allein genug, um auszukommen, | ||
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| - | „Unter euch“, nicht für euch, sondern in der Tat unter euch, in eurer nächsten Nähe und persönlichsten Erfahrung. | ||
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| - | „Dass ihr in allen Dingen“, unter allen Umständen, in jedem Zustand, in welchen ein Christ kommen kann, zu jeder Zeit, keinen Augenblick eures Lebens ausgenommen, | ||
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| - | „Volle Genüge habt,“ ohne Furcht, je in Mangel geraten zu können, je zu kurz zu kommen oder in Zukunft nicht genug zu haben. | ||
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| - | „Zu allerlei guten Werken“, nicht dann und wann zu einem einzelnen guten Werk, als zu etwas Besonderem, sondern zu allerlei guten Werken, zu welchen euch Gott ruft, sollt ihr bereit, ja | ||
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| - | „Reich sein“, so dass übereinstimmend alle Gnade unter euch reichlich sei und ihr reich seid zu allen guten Werken. | ||
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| - | O! Wie selig ist doch solch ein Leben in der Gnade Gottes mit der überströmenden und allmächtigen Gnade als dem Brunnen, aus welchem unser Leben und Wirken quillt. Allerlei Gnade, in allen Dingen, mit vollem Genügen, zu allerlei guten Werken! | ||
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| - | Warum aber erfahren wir Christen so wenig davon? Die Antwort des Herrn Jesus ist deutlich: „Um eures Unglaubens willen.“ Der Glaube hält sich an Gottes Macht, wie von Abraham geschrieben steht: „Er ward stark im Glauben, gab Gott die Ehre und wusste aufs allergewisseste, | ||
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| - | Das ist das Geheimnis des Glaubenslebens, | ||
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| - | Nun weiß ich es. Gott kann es vollbringen, | ||
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| - | Nun will ich danach trachten, das Wort Gottes zu untersuchen und zu vernehmen, was es mir über die Gnade sagt. Von der Gnade muss ich ja als ein Gotteskind alles erhalten. Werde ich mit ihr bekannt, lernte ich mit ihr umgehen, erlange ich ihre Gunst, übergebe ich mich ihr, so dass sie, was sie will, mit mir tun, und was sie vermag, an mir zeigen kann, dann weiß ich bestimmt, dass ich gewisslich ein Christ werde nach dem Sinn Gottes und zur Ehre Christi. | ||
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| - | „Wachset in der Gnade!“ Mit diesem Befehl werde ich zu der Gnade selbst gehen und zu ihr sagen, dass ich nichts, sie aber alles tun kann. Und wenn sie dann mit solchen Verheißungen sich mir zuwendet, wie ich sie diesen Morgen gelesen habe, dann will ich dieselben ist meinem Herzen aufnehmen, bewahren und überdenken, | ||
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| - | „Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken.“ | ||
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| - | ======Murray, | ||
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| - | 2. Petri 1,2-4. \\ | ||
| - | **Gott gebe euch viel Gnade und Frieden durch die Erkenntnis Gottes und Jesu Christi, unseres Herrn! Nachdem allerlei seiner göttlichen Kraft, was zum Leben und göttlichen Wandel dient, uns geschenkt ist durch die Erkenntnis des, der uns berufen hat durch seine Herrlichkeit und Tugend, durch welche uns die teuren und allergrößten Verheißungen geschenkt sind, nämlich dass ihr durch dasselbe teilhaftig werdet, der göttlichen Natur.** | ||
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| - | „Gott gebe euch viel Gnade!“ Dieser Zuruf steht an dem Anfang des Briefes, welcher mit der Ermahnung endigt: | ||
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| - | „Wachset in der Gnade!“ Wenn die Seele weiß, dass die Gnade vermehrt werden soll, bekommt sie Mut und Kraft zum Wachstum. Das rechte Verständnis dieses Wortes Petri trägt zu unserem Wachsen in der Gnade entschieden bei. Es lehrt uns, den Maßstab und das Mittel der Gnadenvermehrung zu erkennen. | ||
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| - | Der Maßstab wird uns angegeben in dem Wörtlein „nachdem“. Gott gebe euch viel Gnade, nachdem, in dem Maße wie euch allerlei Seiner göttlichen Kraft geschenkt ist, was zum Leben und göttlichen Wandel dient, in dem gleichen Grade, in dem euch die größten und teuren Verheißungen geschenkt sind. Die Gnade ist der unaussprechlich reiche Schatz, in welchem alles, was zum Leben und zur Gottseligkeit gehört, uns bereits geschenkt ist, darunter auch die teuren Verheißungen, | ||
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| - | O lieber Christ! Suche doch zu verstehen, was dein Gott für dich bereit hält! Seine göttliche Kraft hat dir bereits alles geschenkt, was zu einem Leben in Gottseligkeit gehört, auch die teuren Verheißungen, | ||
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| - | Gottes Kraft hat alles geschenkt. Gottes Gnade will alles übermitteln und innerlich dir zueignen. So reich und überströmend, | ||
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| - | Das Mittel aber, durch welches Gnade vermehrt wird, wird uns in diesem Spruch dreimal angegeben. Gott gebe euch viel Gnade „durch die Erkenntnis Gottes und Jesu Christi, unseres Herrn.“ Nachdem allerlei Seiner göttlichen Kraft uns geschenkt ist „durch die Erkenntnis dessen, der uns berufen hat“, durch „welche Erkenntnis uns die teuren und allergrößten Verheißungen geschenkt sind.“ Es ist die Erkenntnis Gottes und des Herrn Jesus, durch welche die Gnade gemehrt wird. Jerem. 9,24 (23); Joh. 17,3; Phil. 3,8; Ephes. 4,13; Phil. 1,9. | ||
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| - | Es kann ja auch gar nicht anders sein. Gnade ist ja nicht etwas, ein bestimmtes Ding, welches Gott gesondert von Sich selbst geben kann, so wie ich ein Stück einem Armen. Nein, die Gnade ist in Gott und Christus, von ihnen untrennbar. Sie ist das Leben der göttlichen Liebe, welches in Christo dem schuldigen Sünder zugänglich geworden, und kann allein in der lebendigen Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn genossen werden. Darum ist die Erkenntnis des Herrn Jesus und durch Ihn die Erkenntnis des Vaters das sichere Mittel zur Vermehrung der Gnade. | ||
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| - | Darum suche den Herrn Jesus recht zu erkennen, lieber Christ! Such ihn in Seinem Wort! Folge ihm auf Seinem Weg nach! Pflege den Gebetsumgang mit Ihm! Rechne auf den Heiligen Geist, dass Er Ihn in dir verkläre, dass Er dich erleuchte, dass Er es dir klar und deutlich mache, was Jesus für dich ist! Dann wirst du es zu sehen bekommen, dass Jesus voll von Gnade ist, nichts als Gnade, und dass alle diese Gnade tatsächlich und ganz gewiss für dich da ist. Diese Erkenntnis wird dein Verlangen wachrufen, dein Herz öffnen, deinen Glauben stärken. Die Gnade aber, welche du in Jesu siehst, wird dir zuströmen. Und dann wirst du in Ihm auch den Vater kennen lernen, als den Gott aller Gnade. Du wirst mit der Herrlichkeit und dem Reichtum Seiner Gnade so bekannt werden, dass sie dich beeinflussen müssen. Du wirst es erfahren, dass die Gnade sich dermaßen nach dem Sünder sehnt, denn sie hat keine Ruhe ohne ihn und ihre einzige Freude an ihm - dass sie sofort bereit ist, von jeder Seele, welche für sie nur empfänglich ist, Besitz zu ergreifen. Ach, dass doch die verkehrten Gedanken, welche wir uns über unseren Gott und den Herrn Jesus machen, verschwinden möchten! Lasst uns sehr um geöffnete Augen beten! Ephes. 1,17. Durch die Erkenntnis Gottes und des Herrn Jesus wird die Gnade sofort vermehrt. | ||
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| - | Das Wort Petri ist eine Bitte. Ach, dass wir es zu unserem Gebet machen möchten: Viel Gnade! Mehr Gnade! Vermehrte Gnade! | ||
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| - | Das Wort ist zugleich eine Verheißung, | ||
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| - | „Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken.“ | ||
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| - | 2. Kor. 13,13. \\ | ||
| - | **Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen! Amen.** | ||
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| - | Dieser Segenswunsch enthält eine Offenbarung der verborgenen Wirksamkeit der Dreieinigkeit zu unserer Erlösung. Er zeigt uns die Stelle, welche die Gnade in dem Haushalt des dreieinigen Gottes einnimmt. | ||
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| - | „Die Liebe Gottes“ heißt es hier. Liebe wird also dem Vater zugeschrieben, | ||
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| - | „Die Gnade unseres Herrn Jesu.“ Gnade wird also dem Sohn zugeschrieben. Unter Gnade aber verstehen wir die Tätigkeit der göttlichen Liebe, durch welche sie im Verein mit Seiner Gerechtigkeit den Menschen aus Sünde und Tod erlöst hat. Gottes Gerechtigkeit ist die Glut der göttlichen Liebe. Sie verzehrt alles, was mit der Heiligen Liebe in Streit ist. In der Glut der Liebe schmilzt sie mit dem Geliebten zusammen. Zugleich aber verzehrt sie auch alles, was dieser innigen Vereinigung hindernd im Weg steht. Die verzehrende Glut der Liebe - das ist die Gerechtigkeit. Tatsächlich sind beide ein und dasselbe; dem schwachen Auge des Geschöpfes aber scheinen sie im Streit mit einander zu sein, da ja die Liebe festhält und segnet, die Gerechtigkeit aber abstößt und verzehrt. Dieser scheinbare Streit wird für den sündigen Menschen in der Gnade aufgehoben. Denn Gnade ist die wunderbare Vereinigung von Liebe und Gerechtigkeit, | ||
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| - | Dies ist nun der Grund, aus dem die Gnade vor allem dem Herrn Jesus zugeschrieben wird. Die Gnade ist Gottes Gnade. Weil aber der Vater Seine Gnade in Seinen Sohn gesenkt und dieselbe in Ihm uns kund getan, darum sagen wir: „Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi.“ | ||
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| - | „Und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes.“ In der Gottheit ist der Heilige Geist das Band der Gemeinschaft, | ||
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| - | Nun wissen wir, warum die Gnade unseres Herrn Jesu Christi an erster Stelle steht. Sie ist für den Sünder der Grund und Anfang von allem Anderen. Ist sie doch nicht nur die Gabe, welche des Vaters Liebe reicht, sondern auch der Zugang zu dieser Liebe des Vaters, des Gottes aller Gnade. Sie ist der Brunnen, aus dem die Gemeinschaft des Heiligen Geistes quillt, wie der Heilige Geist, als Geist der Gnade, es ist, durch welchen uns alle Gnade zuströmt. | ||
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| - | So drückt denn das eine Wort, „Gnade“ den ganzen Umfang der Tätigkeit aus, welche die göttliche Liebe in der Person Jesu zu unserer Seligkeit entfaltet: zunächst in dem Gnadenratschluss der Erlösung, den der Herr in der Ewigkeit gefasst, danach in der Gnadentat unserer Versöhnung, | ||
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| - | Lieber Christ! Zum Genuss aller dieser Güter will dich der Herr Jesus führen. Er ist die Türe und der Eingang, durch welche du treten musst. Darum trachte vor allem danach, das Wort zu verstehen: „Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi sei mit euch.“ Willst du aber dieses Wort verstehen, so lebe in Ihm! „Gnade sei mit Euch“, ruft Er dir zu. Die Gnade will also dein Leben sein; zu allen Zeiten, an jedem Ort, in allen Dingen und zu allen Zwecken will sie, die Gnade Jesu, mit dir sein. nimm dieses Wort mit einem gläubigen Gemüte auf, gib dich ihm völlig hin und gib der Gnade die Gelegenheit, | ||
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| - | O lieber Christ! Nimm aus dem Wort, welches wir eben betrachtet haben, den Segen des dreieinigen Gottes: „Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch, Amen,“ mit einem fröhlichen betenden Herzen an und bewahre ihn als deinen kostbarsten Schatz. | ||
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| - | Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken. | ||
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| - | ======Murray, | ||
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| - | Titus 2,11. \\ | ||
| - | **Es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen und züchtigt (unterweist, | ||
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| - | Die seligmachende Gnade unterrichtet uns. Sie wirkt nicht auf uns ein, als wären wir unwissend und vernunftlos, | ||
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| - | Ich habe mehr als einen Lehrer kennen gelernt, welcher immer klagt, er sage den Kindern, was sie tun müssen, aber sie wollten nicht auf ihn hören. Er wusste nicht, dass dies gerade ein Beweis dafür war, wie wenig geschickt er für seine Arbeit sei. Ein rechter Lehrer ist ein Mann, der den Kindern nicht allein sagt, was sie tun sollen, sondern auch sieht, ob sie es tun, und sie lehrt, wie sie es zu tun haben. Ein solcher Lehrer aber ist die Gnade. In der Zeit des alten Bundes war das Gesetz der Lehrmeister. Gal. 3,24. Aber dieser konnte weiter nichts sagen, als dies: Du sollst und du sollst nicht. Das Gesetz hat niemanden gelehrt, die Gerechtigkeit zu erfüllen. Seit der Zeit des neuen Bundes hat die Gnade die Erziehung der Kinder Gottes in ihrer Hand. | ||
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| - | Sie löst ihre Aufgabe, nicht wie das Gesetz es versucht mit Härte und Strenge, sondern mit unbegreiflicher Sanftmut. Und sie lehrt in der Tat, das zu tun, was sie verlangt. Sie sendet in unser Gemüt Strahlen himmlischen Lichtes. Sie erfüllt unser Herz mit himmlischer Freude. Sie stärkt unsere Seele mit himmlischer Kraft und teilt uns wirklich aus ihrem Schatz alles mit, was wir nötig haben. | ||
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| - | Und wenn wir nun wissen wollen, wie wir in der Gnade wachsen sollen, so müssen wir einfach an das Denken, was man in jeder guten Schule sehen kann. Wie wenig zerbricht sich doch ein Kind den Kopf über die Fortschritte, | ||
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| - | Welch herrliches Abbild der Art und Weise, wie es in Gottes Gnadenschule gehen muss! Junge und alte Christen beklagen sich so oft, dass sie in der Gnade nicht vorwärts kommen können. Sie wissen, dass es Gnade gibt, allein dieselbe scheint ihnen zu hoch, zu entfernt, ja völlig unzugänglich zu sein. Oftmals quälen sie sich geradezu und geben sich außerordentliche Mühe, zuzunehmen, ohne dass es ihnen glückte. Und warum glückt es ihnen nicht? Sie vergessen, dass sie in der Gnade selbst den allerbesten Lehrer haben, zu dem sie in jedem schwierigen Fall gehen und von dem sie getrost sagen können: „Er führt uns durch alles hindurch.“ | ||
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| - | „Die seligmachende Gnade unterrichtet uns.“ Lieber junger Christ, behalte dieses Wort! Dein Wachstum und Fortschritt in geistlicher Erkenntnis und Kraft ist der Gnade anvertraut. Sie will dich Tag für Tag unterrichten. Sie will dich in jedem Augenblick leiten und lenken. Sie will über die kleinste Kleinigkeit, | ||
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| - | Nur zwei Dinge verlangt sie von dir. Das Eine ist, dass du auf sie vertraust und ihr die Ehre gibst. Tu dies, indem du Gott Tag für Tag dafür dankst, dass Er sie dir gegeben hat! Hege und pflege die bestimmte Erwartung, dass sie dich reichlich und mit Überfluss segnen wird! Lass deine Seele sich von aller Unsicherheit zu dem fröhlichen Vertrauen erheben: Ich bin bei der seligmachenden Gnade in der Schule, sie muss dafür sorgen und wird dafür sorgen, dass ich in der Gnade und Erkenntnis des Herrn Jesus wachse. | ||
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| - | Das zweite ist, dass du ihr gehorsam bist. Lerne kindlich Tag für Tag deine Aufgabe, jede Aufgabe, die sie dir gibt, auch die kleinste! Gib dir Mühe, ihre Stimme durch Stille und Aufmerksamkeit zu vernehmen! Sie wird dir sagen, ob etwas dem Herrn angenehm oder unangenehm ist. Verschmähe um alles in der Welt ihren Unterricht nicht! Lass dich von ihr unterrichten durch das Wort Gottes, welches sie dir erklärt, durch dein Gewissen, in welchem sie zu dir spricht, durch die Erfahrungen aus der Welt der Vorsehung, welche dir zu Teil werden, durch den Einfluss deines Nächsten auf dich, oder wodurch sie auch sonst noch dich zu belehren sucht! In allem betrage dich so, wie es sich für einen Schüler der Gnade ziemt! Wenn du das tust, kann ihr Unterricht nicht vergeblich sein, wird sie dich tüchtig fördern und zu einem wahrhaft vor Gott gelehrten Mann machen. | ||
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| - | Schenkst du ihr dieses Vertrauen und diesen Gehorsam, so hast du nichts zu fürchten. Und wenn du unter ihrer Leitung eine neue Wahrheit in dem Wort Gottes entdeckst, oder eine alte Wahrheit mit neuer Klarheit erkennst, so nimm dies als einen Segen Gottes hin. Bete und erwarte, dass die Gnade durch Herbeiführung eines immer tieferen Verständnisses die Wahrheit in dem Herzen lebendig werden lässt! Und wenn du dies nicht sofort fühlst, bleibe nur treu in dem, was deine Aufgabe als Schüler ist! Gehe immer treuer mit dem Lehrbuch um, welches die Gnade dir in die Hand gab, mit dem Wort der Gnade! Denke an das, was dieses Wort dir sagt, und denke darüber nach! Das ist deine Aufgabe. Gottes Gnade wird dafür sorgen, dass es in dir Licht, Leben und Kraft wird. Sie bewirkt dies in deinem Innersten durch die Übermittlung der Erkenntnis dessen, was Gott will. Durch diese Erkenntnis wird fortwährend die Gnade vermehrt. Zuletzt wirst du sehen, wie du dich ihr ganz und gar übergibst, wie dir ein herrlicher Unterricht erteilt wird, an den du nimmer gedacht, von dem du gar nichts geahnt. Bist du dann fleißig und eifrig, zu lernen, so wird sie dir dazu helfen, in die höheren Klassen zu kommen und über das nachzudenken, | ||
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| - | Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken. | ||
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| - | Tit. 2, 11-14. \\ | ||
| - | **Es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen, und züchtigt uns, dass wir sollen verleugnen das ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüste, und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt, und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unseres Heilandes, Jesu Christi, der sich selbst für uns gegeben hat, auf dass uns erlöste von aller Ungerechtigkeit, | ||
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| - | Erster Punkt. Wir sollen das ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüste verleugnen. O lieber Christ, verleugne jede Sünde! Dulde keine einzige Sünde - auch nicht die kleinste! Christus ist ja erschienen, dass, gleichwie früher die Sünde geherrscht, von nun an die Gnade das Zepter führe. Darum bringe jede Sünde zur Gnade! Sie wird die Sünde überwinden und töten. Sie ist ja seligmachende Gnade. Sie macht selig, von Sünde los. Was aber von der Sünde gilt, gilt ebenso von den weltlichen Lüsten. O lieber Christ! Verleugne mit der Gottlosigkeit auch alle weltlichen Lüste! Willst du aber ernstlich wissen, was weltliche Lüste sind, die Gnade wird es dir kund tun. Sie wird die himmlische Gesinnung in dir hervorrufen, | ||
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| - | Die zweite Aufgabe ist die, dass wir züchtig, gerecht und gottselig leben sollen in dieser Welt. Darum lebe züchtig und mäßig, lieber Christ! Trachte nicht danach, so viel zu besitzen und zu genießen, als dir nur irgendwie möglich ist! Frage dich nicht stets: Was ist mir erlaubt? Selbst das Erlaubte kann dir sehr gefährlich werden. Lebe vielmehr züchtig und mäßig, ruft dir die Gnade zu, und zwar nicht nur leiblich im Essen, im Trinken und in der Kleidung; nein, lebe auch züchtig und mäßig im Besitz und Gebrauch alles dessen, was Gott dir gibt, selbst im Gebrauch geistiger Gaben, in dem Genuss, welchen Freundschaft mit sich bringt und Glück zu bieten vermag. Röm. 12,3; 2. Kor. 10,13-14; Matth. 10,37-39; 16,24; Luk. 21,34; 1. Kor. 7,29-31; 1. Tim. 6,6-9. Wer auf der Reise an seinem Weg zu viele Blumen pflücken will, kommt nicht recht vorwärts. Ein schwer beladener Soldat ist nicht zum Kampf geschickt. 1. Kor. 9,25; 2. Tim. 2,4. | ||
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| - | Die Gnade aber lehrt, dass ein Herz, welches von ihr voll geworden ist, alles fahren lassen kann, und dass dieses Herz, wenn es ihr kindlich folgt, auch lernt, worauf es verzichten muss. | ||
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| - | Und weiterhin, lieber Christ, lebe gerecht! Trachte nach Gerechtigkeit in dem Umgang mit deinem Nächsten! Dein Wort sei lauter und rein wie Gold; deine Losung: " | ||
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| - | Zum dritten, lieber Christ, lebe gottselig! Bei dieser Mahnung hat der Herr die Gesinnung im Auge, welche du Gott gegenüber haben musst. Und diese Gesinnung kannst du bei der Gnade lernen. Je mehr Gnade du in dich aufnimmst, desto mehr zarte, ehrerbietige Gottesfurcht strömt dir zu, welche als eine Gabe aus der Höhe der köstlichste Schmuck des Begnadigten ist; das Zeichen davon, dass der Unendliche in dem Innersten seines Kindes eingekehrt und dass demselben diese Einkehr des Unendlichen zum Bewusstsein gekommen ist. | ||
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| - | Die dritte Aufgabe ist die, dass wir auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unseres Heilandes Jesu Christi warten sollen. Darum lebe in der Hoffnung, lieber Christ, dem Herrn Jesu noch zu begegnen! Jede Schule hat ein Endexamen. Ist dasselbe bestanden, so ist die Zeit des Unterrichts vorbei. Auf dieses ermutigende Ziel weist darum jeder Lehrer gern hin. Nicht anders die Gnade. Die seligmachende Gnade verweist auch auf ein vor uns liegendes Ziel, auf den Heiland, auf die selige Hoffnung, Ihn zu sehen und bei Ihm zu sein. Die Gnade ist bereits erschienen. Die Herrlichkeit aber wird erst noch erscheinen. Gnade und Herrlichkeit sind beide in Jesu allein. Ein Unterschied aber besteht. So lange wir unter der Gnade stehen, sehen wir alles wie durch einen Spiegel in einem dunklen Wort, sobald aber die Herrlichkeit erscheint, sehen wir Ihn von Angesicht zu Angesicht und sind wir Ihm gleich. Darum sagt auch die Gnade: Erwarte den Herrn Jesus! | ||
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| - | Die vierte Aufgabe behandelt das Thema, dass Jesus Christus Sich selbst für uns dahin gegeben, auf dass Er uns erlöste von aller Ungerechtigkeit und reinigte Ihm selbst ein Volk zum Eigentum, das fleißig wäre zu guten Werken. Darum lebe, lieber Christ, in dem Glauben an den, der sich für dich dahingegeben hat. Gal. 2,20; 2. Kor. 5,15. In Ihm hast du, worauf dein Vertrauen sich gründet, was dir die Gewissheit gibt, erlöst zu sein, und was dir die Kraft zur Heiligung verleiht. Er ist der Brunnen, aus dem deine Liebe quillt, die Richtschnur deines ganzen Lebens. Das ist und bleibt der Hauptpunkt in dem Unterricht der Gnade: Er gab Sich für dich hin, um dich für Sich zu besitzen, Er erlöste dich und andere von aller Ungerechtigkeit, | ||
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| - | Was sind das für herrliche und wichtige Aufgaben! Lasst uns freudig darauf rechnen, dass die Gnade uns durch ihren seligmachenden Unterricht zu einem gründlichen Verständnis dieser himmlischen Wahrheiten führen wird! Glücklich ist der Christ, der sich von Herzen von der Gnade unterrichten lässt! Sie unterrichtet uns nicht das durch, dass sie uns sagt, was wir sein sollen - das tat ja das Gesetz, ohne dass wir es gelernt hätten. Nein, die Gnade lehrt uns wirklich, zu sein, was wir sein sollen, denn sie wirkt selbst in dem willigen Schüler, was sie verlangt. Sie öffnet die Lebensschätze himmlischer Kräfte, welche in Jesu liegen, und teilt durch ihren Unterricht aus dem Heiligtum mit, was ihr anvertraut ward. O wie reich bist du, himmlische Gnade! Wie glücklich ist der Mann, den du unterrichtest! Wer sollte sich dir nicht anvertrauen wollen? Muss doch der Einfältigste Mut schöpfen, wenn er weiß, dass seine Ausbildung in deiner Hand liegt. | ||
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| - | Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken. | ||
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| - | **Der Herr bekannte sich zu dem Wort Seiner Gnade. Dass ich vollende das Amt, das ich empfangen habe von dem Herrn Jesus, zu bezeugen das Evangelium von der Gnade Gottes.** Apostelgesch. 20,24. \\ | ||
| - | **Ich befehle Euch Gott und dem Worte Seiner Gnade. **Apostelgesch. 20, 32. | ||
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| - | Willst du wachsen und zunehmen, so kannst du gesunde Speise nicht entbehren. Ein Christ aber hat seine Speise in dem teuren Wort Gottes, feste Speise für die, welche stark sind, und vernünftige unverfälschte Milch für neugeborene Kindlein, welche durch dieselbe zunehmen sollen. 1. Petri 2,2. Gottes Wort wird mit Recht das Wort Seiner Gnade genannt. Will ich in der Gnade wachsen und stark werden, will ich, dass die Gnade sich in mir mehre und zunehme, so brauche ich mich nur an das Wort der Gnade zu halten. Und denke ich nur einen Augenblick darüber nach, weshalb es so genannt wird, so weiß ich auf einen Schlag, wie ich es anwenden muss. | ||
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| - | In dem Wort Gottes wird die Gnade geoffenbart und kund gemacht. Alle Geheimnisse der ewigen Gnade Gottes, alle Segensschätze, | ||
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| - | Mehr noch! Gottes Wort ist voll von Gnade. Seine Aussprüche sind gnädige Worte. Der Geist der Gnade hat sie eingegeben und ausgesprochen, | ||
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| - | Weiterhin wird Gottes Wort von der Gnade benutzt. Die Gnade besitzt kein Mittel, welches geeigneter dazu wäre, sich selbst mitzuteilen, | ||
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| - | Auf diese Weise dringt die Gnade durch Gottes Wort in unser Herz. Sie muss uns ja zuströmen, in unserem Herzen überströmen und sichtbar werden. Dies alles geschieht durch Gottes Wort. Lies nur einmal, was die Heilige Schrift über die Wirkung dieses Portes sagt: Joh. 8,31-32; 17,17; Röm. 1,16; 1. Thess. 2,13; 1. Petr. 1,22-23. | ||
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| - | Gottes Wort spricht darum nicht nur von Gnade, nein, es übermittelt auch Gnade. Es ist nicht allein gnadenreich, | ||
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| - | Ihr jungen Christen, kommt und hört zu! Ich will euch etwas sehr Wichtiges erklären. Mancher von euch klagt, es sei so schwer für ihn, das Wort Gottes zu verstehen, oft sei ihm Gottes Wort im Kämmerlein zu lesen eine Last und keine Lust. Ihr findet nicht die Freude und erlangt nicht den Segen, den euch eine menschliche Erklärung des Wortes Gottes verschafft, wenn ihr mit diesem Wort allein seid. Es wäre euch lieb, zu erfahren, wodurch dies anders werden kann. | ||
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| - | Ich kann es euch sagen. Nehmt Gottes Wort als das Wort der Gnade zur Hand! Das heißt: Bedenkt und glaubt, dass es die ewige, unaussprechlich liebevolle Gnade Gottes ist, die dieses Wort ausgesprochen, | ||
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| - | Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken. | ||
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| - | ======Murray, | ||
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| - | Hebräer 4,14 u. 16. **Dieweil wir denn einen großen Hohenpriester haben, lasset uns mit Freudigkeit hinzutreten zu den Gnadenstuhl, | ||
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| - | Zum Wachstum eines Menschen ist frische Luft nicht weniger nötig als gesunde Speise. Für einen Kranken oder Schwachen haben die Ärzte oftmals keinen besseren Rat, als den, ihn in das Hochgebirge zu senden, damit er durch die reine Luft, welche dort weht, gekräftigt werde. Nimmt doch die Esslust daselbst zu und werden doch die Kräfte daselbst herrlich erneut. Nicht anders, wenn ein Christ die Höhen des Gebetslebens erklimmt und die reine frische Luft der Ewigkeit einatmet, welche der geistliche Lebensodem ist. Dann wird sein Wachstum in der Gnade kräftig und gesund. Das Gebet ist ein unentbehrlicher Teil des Gnadenlebens. Aus diesem Grund heißt der Thron Gottes der Gnadenthron. | ||
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| - | Der Thron ist der Sitz eines Königs, der Mittelpunkt seines Königreichs, | ||
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| - | Seit dem Augenblick aber, in dem sich der Herr Jesus auf diesem Thron niedergelassen, | ||
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| - | „Auf dass wir Barmherzigkeit und Gnade finden.“ Barmherzigkeit ist die Gesinnung, welche sich über die Elenden erbarmt, Gnade ist die Gabe, welche diese Barmherzigkeit schenkt. Aus diesem Grunde konnte David beten: „Sei mir gnädig nach deiner großen Barmherzigkeit!“ Weil Jesus der Hohepriester ist, welcher Mitleid mit uns hat, erlangen wir Barmherzigkeit, | ||
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| - | „Auf die Zeit, wenn uns Hilfe not sein wird.“ Es ist eins von den Gesetzen über die Austeilung der Gnade, dass sie nicht im Voraus geschenkt wird und dass sie nicht aufbewahrt werden kann. Gnade muss vielmehr von Augenblick zu Augenblick frisch empfangen und dann sofort in Gebrauch genommen werden. Gott hilft zu der Zeit, in welcher uns Hilfe not ist. Er kommt weder einen Augenblick zu früh noch einen Augenblick zu spät. Gnade kommt stets im rechten Augenblick. In der Zeit, in der es not ist, das heißt in der Stunde, in der es darauf ankommt, finden wir Gnade. | ||
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| - | Gnade ist also zu finden. Es ist ein Ort von Gott bestimmt, an dem die Gnade ganz gewiss zu finden ist. Dieser Ort, welcher unmittelbar unter Gottes Augen und in dem nächsten Bereich seiner Allmacht liegt, ist Gottes Thron. Und dieser Thron mit all seiner Macht und Herrlichkeit ist nicht nur gänzlich von der Gnade eingenommen, | ||
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| - | Lieber Christ! Willst du in der Gnade wachsen, so musst du in der Nähe des Gnadenthrones leben. Du musst Zeit finden, absichtlich in die Einsamkeit zu gehen und mit dem Herrn Jesus in Verkehr zu treten, der die Gnade austeilt. Bei dem Gnadenthron wirst du Ihn und in Ihm die Gnade finden. Dann kannst du das Leben, welches du nun einmal in der Welt führen musst, der sicheren Bewahrung der Gnade anvertrauen. Sie wird dich behüten, auch wenn du nicht beten kannst. Sie wird dich auf der andern Seite lehren, auch dann zu beten, wenn du mitten in deiner Arbeit bist. Durch sie wirst du verstehen lernen, dass der Gnadenthron nicht an einen besonderen Ort fest gebunden; sondern überall zu finden ist, als das Band der Geistesgemeinschaft mit Ihm. Sie wird dich auch einsehen lassen, dass die unaufhörliche Gebetsstimmung gerade es ist, welche in unserem Leben uns Anlass und Luft gibt, zu einem absichtlichen besonderen Gebet überzugehen und in demselben anzuhalten. | ||
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| - | Lieber Christ! In deinem Kämmerlein und auf deinen Knien musst du aus der Fülle Jesu Gnade um Gnade nehmen. Und sollte es dir jemals schwer werden, dies zu tun, weil du dich so leer und kalt fühlst, o denke dann nur daran: Zu dem Gnadenthron brauchst du ja gar nichts, als dein Elend zu bringen. An dem Gnadenthron erwartet dich göttliche Barmherzigkeit und überströmender Gnadenreichtum. O blicke nur auf Jesum hin, auf Sein zartes Erbarmen und Seine unverdiente freie Gnade! Tritt freimütig vor Ihn hin! Du wirst Barmherzigkeit und Gnade finden. Dein Gebet ist eine Arbeit, welche nicht unbelohnt bleibt, eine Arbeit, welche du oft gerade dann am besten vollbringst, | ||
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| - | Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken. | ||
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| - | ======Murray, | ||
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| - | 1. Kor. 15,10. \\ | ||
| - | **Aber von Gottes Gnade bin ich, das ich bin, und Seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet, denn sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. ** | ||
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| - | Wer wachsen und zunehmen will, hat nicht allein gesunde Speise und frische Luft nötig, sondern vor allem auch Bewegung und Tätigkeit. Nur durch Tätigkeit wird unsere Kraft entwickelt. Wer größere Kraft besitzen möchte, muss in der Anwendung der geringeren, die er bereits hat, treu sein. Das gilt in dem Bereich der Gnade, wie in dem der Natur. Gedankenkraft nimmt ebenso, wie Naturkraft, durch ihre Anwendung zu. Das war mit Paulus der Fall. In dem herrlichen Wort der Überschrift unseres Abschnittes verbindet er Gnade und Arbeit und gibt er uns die doppelte Lehre: Gott verleiht keine Gnade, denn nur zur Arbeit, und verlangt keine Arbeit, denn nur durch die Gnade. | ||
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| - | Gott verleiht keine Gnade, denn nur zur Arbeit. Der Gedanke, zur Arbeit zu drängen, beseelt Ihn, so oft Er Gnade verleiht. Ganz anders mancher Christ! Gar mancher Christ denkt nicht an Arbeit, wenn er Gnade begehrt. Er betet ernstlich um Gnade und wundert sich, dass er so wenig empfängt. Gott sieht eben, dass er dieselbe nur zu seinem eigenen Nutzen und nicht zum Dienst Gottes, nur zu seinem eigenen Trost und Glück und nicht zur Arbeit für Gottes Ehre begehrt. Darum gibt Er ihm nicht mehr. Ein junger Christ dagegen, welcher die Gnade, die er bereits besitzt, in dem Dienst des Herrn anwendet, sieht, dass er mehr nötig hat, bekommt Lust, mehr zu arbeiten, und wird auch noch mehr empfangen. Es gibt kein Wort, welches dem Herrn unserem Gott mehr zur Ehre gereicht als das von Paulus: „Seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet, denn sie alle.“ Gottes ewige Gnade ist ja keine träge Rührung oder schlaffe Gemütsbewegung, | ||
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| - | Wenn du nun an deine Arbeit denkst, fürchte dich dann doch ja nicht, weil du schwach bist! Es ist Gnade genug da zu jeder Arbeit. Gott verlangt überhaupt keine Arbeit von dir, denn nur durch Gnade. Darum nimm dir die Zeit, dir diesen Gedanken anzueignen! Dieselbe wunderbare, liebevolle und allmächtige Gnade, welche dich lebendig gemacht hat und dich bewahren muss, wird sich auch stärken: „Du wirst nicht streiten, der Herr wird für dich streiten.“ Diese Tatsache wird mehr und mehr die Erfahrung deines Glaubens. Wie du dich darum der Gnade im Glauben hingegeben hast zur Seligkeit, so gib dich ihr auch voll Vertrauen hin zur Arbeit! Und dann arbeite, denn es ist Gott, welcher in dir wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen. Wenn du dich so verhältst, wirst du auf wunderbare Weise verstehen lernen, warum gerade der Christ, welcher am meisten leistet, von sich selbst die geringste Meinung hat. Er sieht ja, dass Gnade alles ist und er selbst nichts. | ||
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| - | Daher die herrliche Demut des Paulus. Mit demselben Atem sagt er: „Ich habe mehr gearbeitet, denn sie alle,“ und „nicht ich, sondern die Gnade Gottes, die mit mir gewesen ist; durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin.“ Gar viele Christen meinen, Gott dürfe ihnen nicht zu viel Gnade zur Arbeit in seinem Dienst verleihen, weil sie sonst nicht demütig bleiben könnten. Das mag für die mehr äußerlichen Gnadengaben zutreffen (1. Kor. 13,1-3), die inneren Gnadenwirkungen Gottes aber tragen einen solchen Beweis ihrer göttlichen Herkunft in sich, dass unsere Seele, je stärker sie auftreten, um so mehr erniedrigt wird. Auch folgt aus dem Worte „die Gnade Gottes in mir“ von selbst das andere: „nicht ich.“ Gnade alles, ich nichts. | ||
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| - | O lieber Christ! Die seligmachende Gnade lehrt uns, dass Christus uns erlöst hat, um uns für sich selbst zu reinigen zu einem Volk des Eigentums, welches zu guten Werken fleißig wäre. Ach, dass doch alle Christen, welche irgend ein Werk im Dienst des Herrn zu verrichten haben, dass doch alle Eltern, Lehrer, Kirchenratsmitglieder, | ||
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| - | Willst du das nicht tun? Sieh nur, was Gnade ist: Gottes unendliche Liebe, welche sich in Christo dir mitteilt als eine göttliche Lebenskraft. Sieh den Herrn Jesum an, in welchem alle Gnade dir nahe gerückt ist! Lass alle Furcht und alles Misstrauen fahren und glaube, dass Gnade dich zu deiner Arbeit bereiten und tüchtig machen kann, auch wenn du von derselben heute noch gar nichts verstehst. Gib dich ihr nur entschieden und ohne Unterbrechung hin als ein Werkzeug, welches von ihr gebraucht werden soll! Und sage beim Blick in die Zukunft, was Paulus im Rückblick bekennt: Durch Gottes Gnade werde ich, was ich sein soll, werden; Seine Gnade in mir ist nicht vergeblich. Doch nicht ich bin es, dem die Ehre gebührt, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. | ||
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| - | Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken. | ||
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| - | ======Murray, | ||
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| - | **Der Geist der Gnade.**\\ | ||
| - | Sach. 12,10; Hebr. 10, | ||
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| - | Mit diesem Namen wird der Heilige Geist, unser gesegneter Tröster, von dem Gott aller Gnade bezeichnet. Unsere Erkenntnis der herrlichen, seligmachenden Gnade Gottes bleibt so lange völlig unzureichend, | ||
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| - | Weiter führte Er den Namen des Geistes der Gnade, weil er es ist, der die Gnade in uns zu offenbaren, sie uns mitzuteilen und in uns stark zu machen hat. Dazu ist Er ganz besonders geschickt. Er ist der Geist des Vaters. Als solcher erforscht Er alle Dinge, auch die Tiefen der Gottheit. Wir aber haben den Geist aus Gott empfangen, dass wir wissen können, was uns von Gott gegeben ist. 1. Kor. 2,12. Er, der in Gott war, weiß alle Geheimnisse des ewigen Gnadenrates. Sobald er in uns Wohnung gemacht, teilt Er sie uns mit. | ||
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| - | Er ist der Geist des Sohnes. Er war in demselben, als Dieser voller Gnaden auf Erden erschien. Er war in Ihm, als er am Kreuz hing. Hebr. 9, 14. Er war in Ihm am Tag der Auferstehung. Röm. 1,4. Darum kann Er uns in alle Geheimnisse dieses Lebens, dieser Leiden und dieses Sieges einführen. Auch war Er es, der von dem Vater in neuer Kraft ausging und dem erhöhten Menschensohn zur Ausgießung auf uns zuströmte. Apostelgesch. 2,33. So ist Er uns der göttliche Gewährsmann aus dem Himmel, welcher uns die Herrlichkeit des Herrn Jesu auf dem Thron des Reiches der Herrlichkeit bezeugt. Aus diesem Grunde sagte auch Jesus: Er wird mich verklären; aus dem Meinen wird er es nehmen und euch verkündigen. | ||
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| - | So ist es denn dieser Geist der Gnade, durch welchen die seligmachende Gnade, welche in Christo erschienen ist, und die in dieser Gnade geoffenbarte Liebe Gottes in uns lebendig und unser Eigentum werden. Der ganze Reichtum des göttlichen Gnadenschatzes würde nur aus leeren, nichtigen Worten bestehen, wenn ihn der Heilige Geist nicht zur Kraft und Wahrheit erhöhe. Bei allen Segnungen gibt Er uns das Wesentlichste: | ||
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| - | Ebenso ist Er es, der in jedes der Gnadenmittel die wesentliche Gnadenkraft legt. In dem Worte der Gnade werden uns die Gnadenschätze angeboten, der Geist der Gnade aber ist es, der dieses Wort eingegeben hat und in diesem Wort wohnt, der, wenn Er in uns Wohnung gemacht, uns dasselbe innerlich zueignet. Infolgedessen wirkt es in uns als ein lebendiges Wort. Und wenn ich vor dem Thron der Gnade die Hochlandsluft der Ewigkeit betend einatmen kann, so liegt dies daran, dass der Heilige Geist der Geist der Gnade und der Geist der Gebete ist. Der Geist ist der Atem Gottes. Wie der Mensch nicht nur ein-, sondern auch ausatmet, also auch Gott. Atmet Gott Seinen Geist über Seine Kinder aus, so kommt derselbe zu ihnen aus der Herrlichkeit der Gnade Gottes, und zwar mit dieser Herrlichkeit beladen. Und atmet der Herr wieder ein, so schwingt sich der Geist mit allen Wünschen, ja selbst mit allen unaussprechlichen Seufzern, welche in dem Herzen der Gläubigen waren, wieder zu Gott empor, Ihm diese Wünsche und Seufzer an das Herz zu legen. Tritt aber der Gläubige betend in diese Gemeinschaft des Geistes mit Gott und atmet er diesen Geist von Gott ein, dann bringt der lebendige Geist der Gnade ihm die Gnade hernieder als eine lebendige Wirklichkeit. Was Gott aus Seiner ewigen Gnade über den Christen ausatmet, atmet dieser ein. Jeder Atemzug ist Gnade. Ja, der Heilige Geist ist die Gnade Gottes und des Herrn Jesus. | ||
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| - | O, wenn es etwas gibt, um das wir, während wir über die Gnade nachdenken und reden, mit feurigem Verlangen beten müssen, so ist es dies, dass der Heilige Geist uns die Augen öffnen möge, den Reichtum an Gnade zu sehen, und uns so stark im Glauben mache, ihre Fülle zu empfangen. Gerade für die Gläubigen, an welche Paulus über die Herrlichkeit, | ||
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| - | Welch eine Gnade! In dem Herrn Jesus, dem eingeborenen Sohn ist der ganze Reichtum der Gnade Gottes uns nicht nur angeboten, sondern auch der Geist Gottes dazu geschenkt, um als Geist dieser Gnade in uns zu wohnen, sie uns mitzuteilen und zu bewahren. O wer kann sich nun noch fürchten, ob er wohl in der Gnade wachsen und zunehmen werde? Mit jeder Gnadenverheißung, | ||
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| - | O Herr, unser Gott! Mach' uns dieses Geistes voll? Dann werden wir auch reich an Gnade und erfüllt mit aller Gottesfülle. | ||
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| - | Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken. | ||
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| - | ======Murray, | ||
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| - | Epheser 1,2-8. \\ | ||
| - | **Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesu Christo! Gelobt sei Gott und der Vater unseres Herrn Jesu Christi, der uns gesegnet hat mit allerlei geistlichem Segen in himmlischen Gütern durch Christum. Wie Er uns denn erwählt hat durch denselben, ehe der Welt Grund gelegt war, das wir sollten sein heilig und unsträflich vor Ihm in der Liebe. Und hat uns verordnet zur Kindschaft gegen Ihn selbst durch Jesum Christum, nach dem Wohlgefallen Seines Willens, zu Lobe Seiner herrlichen Gnade, durch welche Er uns hat angenehm gemacht in dem Geliebten, an welchem wir haben die Erlösung durch Sein Blut, nämlich die Vergebung der Sünden nach dem Reichtum Seiner Gnade, welche uns reichlich widerfahren ist durch allerlei Weisheit und Klugheit.** | ||
| - | |||
| - | Gnade und Friede. Wer wachsen und zunehmen will, hat ebenso sehr Ruhe nötig, als Bewegung. Mitten in der Arbeit und dem Gewühl ist es der Friede Gottes, welcher alles Denken übersteigt, | ||
| - | |||
| - | Sie hat ihre Ruhe gefunden nicht etwa bloß in einer Tat Gottes, welche von unserem Tun und Verhalten mit bestimmt würde, sondern vielmehr in Gott selbst und zwar ohne dass irgend etwas in uns einen Einfluss darauf besäße. | ||
| - | |||
| - | Diese Tatsache wird uns in unserem Text ganz besonders deutlich. Der Apostel führt uns nämlich bis zu der Stätte hinauf, an welcher die Gnade entspringt, bis zu den ewigen Tiefen des freien Ratschlusses der Gottheit. „Gott hat uns in Christo erwählt, ehe der Welt Grund gelegt ward, und uns zur Kindschaft gegen Ihn selbst verordnet nach dem Wohlgefallen Seines Willens, auf dass wir zum Lob Seiner herrlichen Gnade dienen möchten.“ Wenn die begnadigte Seele eine Stätte sucht, wo sie eine feste Ruhe und einen unzerstörbaren Frieden erhalten kann, so findet sie dieselbe in der trostreichen Lehre der Gnadenwahl. Will sie wissen, von woher die Gnade zu ihr kam, was dieselbe bewog, an sie zu denken, ob sie wohl bei ihr bleiben werde, und ob die Gnade wirklich alles auf ihre Rechnung nehmen werde, ohne sich durch unsere Trägheit und Unwürdigkeit abschrecken zu lassen, dann muss sie sich bis zu der Höhe aufschwingen, | ||
| - | |||
| - | Sie beruht auf unserer Erwählung, als dem Ursprung der Gnade, und wird noch größer, wenn wir einsehen, dass die Erwählung in dem Herrn Jesus stattfand. Gott hat uns in „Ihm erwählt und durch Ihn“ zur Kindschaft verordnet zum Lobe der herrlichen Gnade, mit der Er uns in dem Geliebten begnadigt hat. Der ganze Gnadenratschluss sollte durch den Herrn Jesus uns übermittelt werden und stand in Ihm fest. Deswegen wurde, wie die Erwählung und Verordnung in Ihm lagen, auch aller Segen für uns in Ihn, den lebendigen Träger und Spender der göttlichen Schätze, gelegt. Gott hat uns in Christo ebenso mit allen göttlichen Segnungen gesegnet, wie Er uns in Ihm erwählt hat. Gleichwie daher Gnade in ihrem Wesen die Offenbarung der Tiefen ewiger Liebe ist, welche sich in dem Vater finden, so ist sie bei ihrer Mitteilung an uns Gemeinschaft mit dem Leben, der Kraft und Seligkeit des Herrn Jesus, des Sohnes Gottes. Die Gnade ist der reiche Lebensschatz aller geistlichen Segnungen, mit welchen uns Gott in Christo gesegnet hat. Diese Segnungen aber werden uns zum Lobe seiner herrlichen Gnade nach dem Reichtum seiner Gnade zuteil. | ||
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| - | Die Herrlichkeit der Gnade, der Reichtum der Gnade, die Überschwänglichkeit der Gnade, sich hier die Ausdrücke, welche der Heilige Geist bei der Armut menschlicher Sprache findet, um uns etwas von der Gnade Gottes zum Verständnis zu bringen. Er spricht von ihrer Herrlichkeit, | ||
| - | |||
| - | Er spricht von ihrem Reichtum im Gedanken an die vielen großen, geistlichen Segnungen, mit denen Er uns in Christo gesegnet hat: Von der ersten größten, alle anderen in sich einschließenden Segnung, der Sündenvergebung an bis zu der vollkommenen Erlösung. Er redet von ihrer Überschwänglichkeit, | ||
| - | |||
| - | Ist nicht die Herrlichkeit der Gnade eine wahrhaft göttliche, da sie ihren Urgrund und Ursprung in Gott selbst hat und da ihr Zweck und Ziel die Offenbarung der sonst unsichtbaren Herrlichkeit Gottes ist? Und hat Gott nicht Grund genug, zu erwarten, dass jeder Christ zum Lobe Seiner herrlichen Gnade lebe? Ach, dass doch dieser Gedanke bei einem Jeden von uns recht tief Wurzel schlagen möchte: Gott hat mich auserwählt, | ||
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| - | Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken. | ||
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| - | ======Murray, | ||
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| - | Epheser 2,4-8. \\ | ||
| - | **Gott, der da reich ist an Barmherzigkeit, | ||
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| - | In dem ersten Kapitel dieses Briefes haben wir gesehen, was die Herrlichkeit der Gnade Gottes ist. Sie ist nichts Geringeres, als Gottes eigene ewige Herrlichkeit. Gottes Gnade ist die Krone aller Offenbarungen seiner Herrlichkeit. Dass die Liebe und die Gerechtigkeit Gottes sich dem Gottlosen gegenüber in der Gnade vereinigen konnten, ist und bleibt das größte Wunder der Ewigkeit, in welcher man Gott in einem Licht anbeten wird, welches für Sterbliche unzugänglich und unaussprechlich herrlich ist. Und je mehr man diese Seine Gnade erkennt und anbeten lernt, desto mehr sieht man auch ein, dass dieselbe ebenso wenig von dem Menschen abhängig sein kann, als Seine Herrlichkeit. Nach dem Wohlgefallen Seines Willens hat Er uns zum Lobe Seiner herrlichen Gnade auserwählt. | ||
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| - | Diese ewige Herrlichkeit der Gnade wird uns nun kund in dem Reichtum der Gnade, mit welchem Er uns in dem Geliebten begnadigt hat. Aus diesem Grund spricht auch der Apostel von derselben als von einem Reichtum der Herrlichkeit (1,18), von einem außerordentlichen Reichtum, von einem unerforschlichen Reichtum Christi (3,8). Die Herrlichkeit, | ||
| - | |||
| - | Über diesen Reichtum an Gnadenschätzen aber handelt der Apostel im zweiten Kapitel seines Briefes. | ||
| - | |||
| - | In dem ersten Kapitel ließ Er uns bis in den Himmel emporsteigen, | ||
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| - | Blicken wir zunächst in die Tiefe, aus der sie uns errettet! Beachten wir die Ausdrücke, welche unseren Textworten vorangehen: „Tod durch Übertretungen und Sünden (V. 1). „Kinder des Unglaubens“ (V. 2). „Kinder des Zorns“ (V. 3). Und weiter (V. 12), „Daher ihr keine Hoffnung hattet und wart ohne Gott in der Welt.“ Diese Ausdrücke bezeichnen den Zustand, in welchem die Gnade den Sünder fand, aus dem sie ihn rettete. Christus nahm die Sünde hinweg, errang für Ungehorsame Versöhnung und trug den Zorn des Herrn. So hat er den Tod besiegt und zunichte gemacht. Ach, es ist gar gut, diese Worte zu Herzen zu nehmen und darüber so lange nachzudenken, | ||
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| - | Wenden wir uns nun zu der Höhe, zu welcher sie erhebt! Der Apostel sagt: „Durch seine große Liebe, damit er uns geliebt hat, da wir tot waren, hat er uns lebendig gemacht, (denn aus Gnaden seid ihr selig geworden) und hat uns samt Ihm auferweckt und samt ihm in das himmlische Wesen versetzt.“ Kann das sein? Kann das buchstäblich wahr sein? Hat Gott die Kinder des Zorns wirklich mit Christo auferweckt? Hat Er ihnen tatsächlich Anteil an dem Leben des Sohnes Seiner Herrlichkeit verliehen? Ja, das hat Er getan. Gott hatte nichts Herrlicheres, | ||
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| - | Dieses Leben ist es, von dem der Apostel zweimal sagt: Aus Gnaden seid ihr selig geworden. Selig werden ist also dasselbe, wie lebendig werden. Das Leben aber mit seinem ganzen zur Erhaltung des Lebens nötigen Gnadenreichtum, | ||
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| - | O, lieber Christ! Ist das nicht eine reiche Gnade? Und höre nun noch etwas! Lies unsere Textworte noch einmal durch und achte doch darauf, wozu Gott dies Alles getan hat: „Auf dass Er erzeigte in den zukünftigen Zeiten den überschwänglichen Reichtum seiner Gnade.“ Liebes Gotteskind! Verstehst du das? Ach, lies es noch einmal: „Er hat uns in Christo in das himmlische Wesen versetzt, auf dass Er erzeigte in den zukünftigen Zeiten den überschwänglichen Reichtum seiner Gnade.“ Oder, wie es im zehnten Vers des dritten Kapitels heißt: „Auf das jetzt kund würde den Fürstentümern und Herrschaften in dem Himmel an der Gemeinde die mannigfaltige Weisheit Gottes.“ Ja, Gott hat uns auserwählt, | ||
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| - | Liebe Mitchristen! Wir haben nicht so gelebt. Gott vergebe es uns! Aber von nun an lasst uns so leben! Lasst uns einer für den andern mit dem Gebet des Apostels Paulus eintreten: „Ich höre nicht auf zu danken für euch, und gedenke eurer in meinem Gebet, dass der Gott unsers Herrn Jesu Christi, der Vater der Herrlichkeit, | ||
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| - | Ja, Vater der Herrlichkeit, | ||
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| - | „Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken.“ | ||
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| - | ======Murray, | ||
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| - | 1. Tim. 1,14. \\ | ||
| - | **“Es ist aber desto reicher gewesen die Gnade unseres Herrn samt dem Glauben und der Liebe, die in Christo Jesu ist.“ ** | ||
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| - | Die Herrlichkeit der Gnade Gottes haben wir anbeten lernen in dem Vater und Seinem ewigen Gnadenratschluss. Den Reichtum der Gnade haben wir gefunden in dem Sohn und dem Gnadenschatz, | ||
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| - | Unser Zeuge ist Paulus. Aus vielen Gründen könnten wir keinen besseren Zeugen finden. Wenn es jemals einen Feind des Herrn gegeben, so war Paulus ein solcher, er, der zuvor, wie er Vers 13 sagt, ein Lästerer, Verfolger und Schmäher war. Wenn es jemals einen Menschen gegeben, dessen Lebensumstände viel Gnade nötig machten, so war er ein solcher. Er hatte viele Gnade nötig, um von seiner Selbstgerechtigkeit geheilt zu werden, um in seine mannigfaltige Arbeit eingeführt und zur Vollendung derselben gestärkt zu werden, um bei seinen unvergleichlichen Leiden Trost und Stärkung zu erhalten. Wahrlich, er hatte die Gelegenheit, | ||
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| - | Und was sagt er nun? Er schreibt kurz vor seinem Tod, nachdem er 30 Jahre in dem Dienst des Herrn gestanden und bezeugt im Rückblick auf dieses Leben: „Die Gnade unseres Herrn, samt dem Glauben und der Liebe, die in Christo Jesu sind, ist desto reicher gewesen.“ Sein Gehorsam gegen die Mahnung des Herrn: „Lass dir an meiner Gnade genügen!“ ist nicht zu Schanden geworden. Er hatte nicht nur genug, nein, er hatte Überfluss an Gnade. Die Gnade war desto reicher gewesen. Und er fügte hinzu: „Samt dem Glauben und der Liebe, die in Christo Jesu ist.“ Mit den beiden hervorragendsten Früchten des geistlichen Lebens, mit dem Glauben, ohne den es unmöglich ist, Gott zu gefallen, und mit der Liebe, welche die Erfüllung des ganzen Gesetzes ist, mit diesen beiden herrlichen Segnungen ging die Überschwänglichkeit der Gnade stets Hand in Hand. Glaube und Liebe waren für ihn die ganz natürlichen Lebensäußerungen seines Gnadenlebens: | ||
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| - | Welch' herrliches Bekenntnis! Wie preist es die Herrlichkeit der Gnade Gottes! Wie zeigt es den überschwänglichen Gnadenreichtum Gottes in Christo! Und sollte es nur für einen Paulus möglich sein, ein solches Bekenntnis abzulegen? Nimmermehr! Es gibt auch nicht einen Erlösten, an welchem Gott nicht nach dem Maß Seiner Gabe die Überschwänglichkeit Seiner Gnade offenbaren wollte. Seine Verheißung: | ||
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| - | Die Überschwänglichkeit der Gnade muss zuerst ein Gegenstand unseres Glaubens werden. Wir müssen es lernen, anbetend zu dem Vater und der Herrlichkeit Seiner Gnade, zu Jesu und dem Reichtum Seiner Gnade emporzuschauen. Von diesen beiden strömt uns die Überschwänglichkeit so lange zu, bis unser Gemüt anfängt, immer größere Vorstellungen von der Gnade zu bekommen, welche wirklich für uns da ist. Mit ernstem Gebet um Erleuchtung müssen wir - und wären unsere Erfahrungen noch so arm und schwach es uns selbst fortwährend vorhalten: Überschwängliche Gnade ist für mich da und wartet auf mich. Öfters in der Heiligen Schrift braucht Gott, im Hinblick auf seine Gnade, den Ausdruck: „überschwänglich“. Nimm darum dieses Wort in dein Herz auf, bis dass der Gedanke an Gnade dir gar nicht mehr kommen kann, ohne zugleich den andern Gedanken hervorzurufen, | ||
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| - | „Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken.“ | ||
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| - | ======Murray, | ||
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| - | 2. Kor. 9,8. \\ | ||
| - | **“Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen (zu jeder Zeit) volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken.“** | ||
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| - | Über diese herrliche Verheißung wollen wir noch einmal nachdenken. Haben wir doch die Seligkeit, welche in der Überschwänglichkeit der Gnade liegt, nur aus der Ferne gesehen. Darum lasst uns nahe herzu treten und zur Probe des Ganzen eine der herrlichen Zusagen in dieser Verheißung, | ||
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| - | Für die meisten Christen ist dies wohl das größte Hindernis für die Annahme dieser Verheißung. Dass sich Zeiten in dem Leben finden, Zeiten geistlichen Vorwärtsschreitens, | ||
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| - | In der Bekehrung und dem Glauben verlobt sich die Seele mit dem Herrn Jesus. Von der Zeit ab stattet Er herrliche Besuch bei Seiner Geliebten ab. Da kommen Zeiten, in denen sie es erfährt, dass ihr die Gnade zuströmt, Doch ist dies nur von Zeit zu Zeit der Fall. Und doch finden sich in unserem Textworte Verheißungen ununterbrochener Gemeinschaft, | ||
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| - | Sobald eine gläubige Seele erkennt, dass ein Wort, wie das „zu jeder Zeit“, buchstäblich gemeint ist und buchstäblich erfüllt werden soll, versteht sie auch, dass es eine Einladung ihres himmlischen Bräutigams ist, zur vollen, immer währenden Gemeinschaft einzugehen. Das ganze Herz gerät in Leidenschaftliche Erregung. Es fragt sich immer wieder: Ist es denn überhaupt möglich? Wird es gerade mir geschenkt werden? Werde ich Glauben genug haben, um es festzuhalten und zu bewahren? Das himmlische Kleinod eines solchen Segens, dass allerlei Gnade zu jeder Zeit in mir reichlich sei? Immer heftiger wird dieser Seelenstreit. Mit einer das ganze Herz durchforschenden Energie erhebt sich die Frage, ob denn die Seele tatsächlich willig und bereit ist, sich ganz und gar dem Herrn hinzugeben, so dass die Gnade zu jeder Zeit das Zepter führen kann, ob sie tatsächlich gänzlich sich selbst entsagen will, nicht allein ihren Sünden und ihrem Eigensinn, sondern auch ihrem Selbstvertrauen und ihrer eigenen Kraft, ob sie dies tatsächlich tun will, um sich als ein schwaches Geschöpf von seiner allmächtigen Gnade tragen und bewahren zu lassen. | ||
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| - | Auch der Gedanke kommt einem Jeden: Ja, Gott kann machen, dass allerlei Gnade zu jeder Zeit unter uns reichlich ist, aber wird er es auch tun? So fragt die Seele, bis sie erkennt, wie schändlich es ist, dem Herrn unserem Gott zuzutrauen, dass Er uns mit Vorspiegelungen dessen, was Seine Allmacht kann, aber nicht bestimmt will, spotten könne. Mit tiefer Beschämung erkennt sie, dass wenn Gottes Wort mit einer Verheißung kommt: „Gott kann machen“, dass dann diese Verheißung die allersicherste Zusage dessen ist, was Er an dem tun will und tun wird, der auf Ihn vertraut. Sobald der Seele dies vollkommen deutlich wird und sie es wagt, alle Bedenken schwinden zu lassen und dies für sich selbst zu erwerben, geht sie zu der ersehnten Ruhe ein. | ||
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| - | Dass Jesus in ihrem Herzen Wohnung macht, dass sie in seiner Liebe bleibt, dass sich die Verheißung an ihr erfüllt: „Deine Sonne soll nicht mehr untergehen“, | ||
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| - | „Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken.“ | ||
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| - | ======Murray, | ||
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| - | 2. Kor. 12,9-10. \\ | ||
| - | **Er hat zu mir gesagt: Lass dir an Meiner Gnade genügen, denn Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, | ||
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| - | Wenn von ununterbrochener Gemeinschaft mit dem Herrn und davon, dass uns Gnade. zu jeder Zeit reichlich zuteil werden solle, die Rede ist, wie es in dem vorigen Abschnitt der Fall gewesen, dann hört man wohl bisweilen die Frage: Aber tauchen denn niemals Wolken auf? Die Antwort auf diese Frage hängt von dem ab, was wir unter Wolken verstehen. Verstehen wir unter ihnen Sünden und Abweichungen, | ||
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| - | Versteht man aber unter Wolken Schwierigkeiten, | ||
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| - | Wolken sind für die Erde in vielerlei Weise ein Segen. Sie geben dem Auge vor dem vollen, grellen Licht Ruhe, welches bisweilen zu scharf ist. Sie bringen Der Erde den Segen des Regens und der Kühle. In der Kühle entwickelt sich ein Baum zwar langsamer, aber sein Holz wird besser, als es in heißen Gegenden wird. Selbst die Völker, welche sich immer in dem vollen Licht der Sonne baden, sind nicht mit denen zu vergleichen, | ||
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| - | Er lernte, dass ihm in der Zeit seiner Schwachheit die Gnade tatsächlich näher war und in ihm mehr erreichen konnte als in Zeiten völligen Wohlergehens. Aus dem Grunde kam er zu dem Entschluss: „Ich will mich am liebsten meiner Schwachheit rühmen, ich will dem Herrn dafür danken, dass es Wolken gibt, denn gerade durch diese segnet die Sonne die Erde. Ja, sagt er, ich bin guten Mutes in Schwachheiten, | ||
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| - | Liebe Christen! Das Leben des Paulus war oftmals bewölkt. Monate und Jahre lang im Gefängnis zu sitzen, von allen Freunden verlassen zu werden, bei Gemeinden, die er gegründet hatte und wie ein Vater liebte, auf Misstrauen und Beschuldigungen zu stoßen, - dies und noch mehr hatte manchen Tag für ihn in Nebel gehüllt. Aber er hatte gelernt, für Wolken zu danken, sich seiner Schwachheit zu rühmen und in Nöten guten Mutes zu sein. Wodurch aber hatte er dies gelernt? Dadurch, dass der Herr zu ihm gesagt hatte: „Lass dir an Meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in dem Schwachen mächtig.“ So waren gerade die bewölkten Tage für ihn Tage der Nähe des Herrn, Tage ununterbrochener Gemeinschaft mit demselben und Tage besonderer Erfahrung Seiner Gnade. Die Wolken nahmen nur das Grelle des Lichtes hinweg, aber nicht das Licht selbst. Es waren Tage, in denen er sich getrieben fühlte, zu rühmen, in denen er guten Mutes sein konnte, in denen ihm ganz besonders Kraft zuströmte. Ja, Kraft strömte ihm mitten in seiner Schwachheit zu, aber gerade darum war es auch wahre Kraft, Gnadenkraft, | ||
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| - | Nun weißt du, lieber Christ, wie es in dem Leben überschwänglicher Gnade, die dir in allen Dingen und zu jeder Zeit zuströmen soll, mit den Wolken gehen wird und wie der treue Herr im Hinblick auf sie so herrlich gesorgt. Es liegt alles in dem einen Wort: „Lass dir an Meiner Gnade genügen!“ Es kann kein Zustand, keine Not, keine Angst geben so tief, so schwer, so groß, Meine Gnade hat es alles vorausgesehen und vorgesehen. Erkenne dies doch, und wenn du es nicht zu verstehen vermagst, so glaube es doch und überlass das Übrige mir: Lass dir an Meiner Gnade genügen! Vergiss nur dies Eine nicht: Je schwächer du in dir selbst wirst, desto getroster kannst du dich an das Wort halten: Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. | ||
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| - | O lieber Christ! Bekommst du nicht unter solchen Umständen beinahe Lust, mit Paulus zu sagen: „Wenn dem so ist, will ich, anstatt zu klagen und mich zu ängstigen, mich viel lieber meiner Schwachheiten rühmen, auf dass die Kraft Christi bei mir wohne? Darum bin ich guten Mutes in Schwachheiten. Denn, wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.“ O tue es nur, und wie Paulus beinahe zwanzig Jahre nach Empfang dieser Verheißung das Zeugnis ablegen konnte: „Der Herr hat mir nicht nur stets genug gegeben, sondern auch Seine Gnade an mir überschwänglich geoffenbart, | ||
| - | |||
| - | Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken.“ | ||
| - | |||
| - | |||
| - | |||
| - | ======Murray, | ||
| - | |||
| - | Röm. 3,23-24. \\ | ||
| - | **Sie sind allzumal Sünder und werden ohne Verdienst gerecht aus Seiner Gnade, durch die Erlösung, so durch Christum Jesum geschehen.“ | ||
| - | |||
| - | Hier haben wir die erste Wohltat, welche der Sünder aus dem Schatz der Gnade Gottes empfängt, die erste und wunderbarste Wohltat, welche alles andere enthält, die Rechtfertigung. Dass dieser Segen nötig war, wenn uns der Herr überhaupt retten wollte, ist klar und deutlich. Der gerechte Gott hätte uns nun und nimmermehr in Seine Gunst aufnehmen, mit Wohlgefallen betrachten, oder uns Anteil an seinem ewigen Leben geben können, wenn wir ungerechtfertigt geblieben wären. Wir mussten unbedingt zuvor gerechtfertigt werden. | ||
| - | |||
| - | Wenn nun jemand vor einem irdischen Richter angeklagt wird, kann er auf eine dreifache Weise gerechtfertigt werden. Er kann seine Unschuld beweisen: Dann rechtfertigt ihn der Richter, um seiner Unschuld, willen. Er kann seine Strafe auf sich nehmen. Wollte man ihn dann später um derselben Missetat willen noch einmal vornehmen und könnte er dann beweisen, dass er seine Strafe schon erhalten habe, so würde der Richter sagen, dass dem Gesetz bereits Genüge geschehen sei. Das Gesetz hätte dann von ihm nichts mehr zu fordern. Der Mann, welcher früher schuldig war und gestraft wurde, wird nun durch den Richter gerechtfertigt. | ||
| - | |||
| - | Er kann auch durch einen Anderen den Anforderungen des Gesetzes genügen. Das Urteil erkannte z. B. auf Gefangenschaft, | ||
| - | |||
| - | In jedem dieser drei Fälle ist die Tätigkeit des Richters dieselbe. Er macht den Mann nicht zu einem innerlich rechtschaffenen Mann. Er gibt ihm keine Gerechtigkeit. Er gibt nur die Erklärung ab, dass derselbe nach den Bestimmungen des Gesetzes ein gerechter Mensch ist, die Eigenschaft der Rechtschaffenheit besitzt. In dem ersten Fall ist die Unschuld des Angeklagten seine Gerechtigkeit. In dem zweiten Fall ist es der Umstand, dass er seine Strafe bereits erduldet. In dem dritten ist es der Umstand, dass ein Anderer als Bürge seine Strafe auf sich genommen. | ||
| - | |||
| - | In allen diesen Fällen aber ist die Erklärung des Richters dieselbe. Der Mann, den er für gerecht erklärt hat, besitzt eine Rechtfertigung, | ||
| - | |||
| - | Auf dem dritten dieser drei Wege rechtfertigt der gerechte Gott den gottlosen Sünder. Gottes Liebe wollte den Sünder retten, aber auf keinem Fall dies auf Kosten seiner Gerechtigkeit tun. Aus diesem Grunde traten Gottes Liebe und Gottes Gerechtigkeit in jene Gnadenverbindung, | ||
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| - | Wir wissen, worin der Gnadenrat zur Ausführung dieses Planes bestand. Der Herr Jesus kam auf diese Erde, um nach den alten Weissagungen Jes. 6,24-25; Jer. 23,6; 33,16 für uns zu werden: „Der Herr, der unsere Gerechtigkeit ist.“ Zu diesem Zweck opferte Er sich selbst, der Forderung der göttlichen Strafgerechtigkeit Genüge zu leisten. Zu diesem Zweck trug Er die Strafe, welche wir verdient hatten. Als Er nun somit für unsere Sünden gestorben war, wurde Er zu unserer Gerechtigkeit auferweckt. Röm. 4,25; 6,7. Seine Auferstehung war seine Rechtfertigung Röm. 6,7 und dadurch auch die unsrige: Die Erklärung Gottes, dass der Bürge alles bezahlt habe und dass alle, die an Ihn glauben, an Seiner göttlichen Gerechtigkeit Anteil haben und darum für gerecht vor Gott gelten. Nun hatte Er das Recht erworben, uns das erste und größte Geschenk der Gnade zu geben: Die Gerechtigkeit, | ||
| - | |||
| - | Der Heiland kommt und bietet Sich selbst dem Sünder an mit allen Seinen Gnadenschätzen, | ||
| - | |||
| - | Diese Rechtfertigung ist eine göttliche Erklärung, dass der Sünder durch die Gerechtigkeit Christi, an der er Anteil hat, vor dem Richterstuhl der göttlichen Gerechtigkeit tatsächlich als ein Gerechter dasteht. Und weiterhin, dass er von Gott zu jeder Zeit und in allen Dingen als ein vollkommen Gerechter betrachtet und behandelt werden soll, mit vollem Recht auf die Gunst der göttlichen Heiligkeit und mit unbehindertem Zugang zu dem Erbe der Kinder Gottes. | ||
| - | |||
| - | Diese Rechtfertigung oder Gerechterklärung ist außerdem das göttliche Siegel auf unseren Glauben an Christus, durch welches unsere Lebensvereinigung mit dem Herrn Jesus, mächtig gestärkt und als ein Gut erwiesen wird, welches ewiglich währt. Darum redet auch die Schrift von einer Lebensgerechtigkeit. Gleichwie Sünde und Tod unzertrennlich sind, also auch Gerechtigkeit und Leben. So steht geschrieben: | ||
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| - | Liebe Christen! Aus Gnaden seid ihr gerechtfertigt. Ist das nicht eine wunderbare Gnade? Er ward für uns zur Sünde gemacht, auf dass wir in Ihm würden die Gerechtigkeit, | ||
| - | |||
| - | Viel will ich bitten und beten, dass der Heilige Geist mir die Herrlichkeit dieser Gabe der Gerechtigkeit kund tue. Die Gnade, welche sie mir geschenkt hat, will mich auch mit ihr bekannt machen, damit durch die Erkenntnis Gottes, welche mich gerecht macht, die Gnade in mir wachse und zunehme. Dann soll ich es erfahren, dass dies die Wurzel und Kraft meiner Lebensgerechtigkeit ist, dass ich mehr und mehr darin fest werde und mich darüber freue, dass wir, die wir gesündigt haben, umsonst für gerecht erklärt werden aus Seiner Gnade: Herr mein Gott! Lass doch diese rechtfertigende Gnade in mir, so stark werden, dass ich immer tiefer in die Erkenntnis und in den Genuss der göttlichen Gerechtigkeit eindringe, welche mir beigelegt ist und in welcher ich stets vor dir lebe. | ||
| - | |||
| - | „Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken.“ | ||
| - | |||
| - | |||
| - | |||
| - | ======Murray, | ||
| - | |||
| - | Röm. 4,4-5 u. 16. \\ | ||
| - | **Dem, der mit Werken umgeht, wird der Lohn nicht aus Gnaden zugerechnet, | ||
| - | Röm. 11,6. \\ | ||
| - | **Ist es aber aus Gnaden, so ist es nicht aus Verdienst der Werke; sonst würde Gnade nicht Gnade sein.**\\ | ||
| - | Epheser 2,8-9. \\ | ||
| - | **Aus Gnaden seid ihr selig geworden, durch den Glauben; und dasselbige nicht aus euch, Gottes Gabe ist es, nicht aus den Werken, auf dass sich nicht jemand rühme. ** | ||
| - | |||
| - | Zwei Fragen gibt es, auf welche das Wort Gnade die Antwort gibt. Die eine Frage lautet: Was gibt Gott? Die andere: Warum und auf welche Weise gibt er? - Die Antwort auf die erste Frage enthält den ganzen Segensreichtum, | ||
| - | |||
| - | Jetzt fangen wir an, einzusehen, dass Gnade unendlich viel mehr bedeutet. Gnade ist der Name, mit welchem Gott alles dasjenige bezeichnet, was er uns in Christo geschenkt hat. Je mehr wir nun in der Antwort auf die erste Frage diesen wunderbaren und allgenugsamen Schatz himmlischen Segens kennen lernen, desto herrlicher erhebt sich vor uns die zweite Vorstellung: | ||
| - | |||
| - | Wie einfach wird uns diese zweite Vorstellung in obenstehenden Texten deutlich gemacht. Wenn jemand arbeitet, so verlangt er auch Lohn, nicht als eine Gnade, sondern als eine Pflicht und Schuldigkeit, | ||
| - | |||
| - | Wenn darum Gnade uns naht, ist dies das Einzige, was sie von uns verlangt, das Erste, was sie in uns hervorruft. Wie denn geschrieben steht: Die Gerechtigkeit muss durch den Glauben kommen, auf dass sie aus Gnaden sei. Wenn jemand zu dir kommt, während du in Not und völlig hilflos bist, was erwartet er dann von dir? Nichts als dies, dass du ihm in dem Vertrauen schenkst, was er dir verspricht. So kommt auch die himmlische Gnade mit allen ihren göttlichen Verheißungen zu uns und bittet uns mit Herzlichkeit: | ||
| - | |||
| - | Gottes Gnade und unsere eigenen Werke sind in einem Kampf auf Leben und Tod. Sie können durchaus nicht neben einander bestehen. Gnade und Glaube aber gehen Hand in Hand. Die Gnade naht und erweckt in der Seele durch ihre Freundlichkeit Vertrauen. Sie naht in der Person des gekreuzigten Gottessohnes und sagt: Ich will alles, alles, alles für dich tun. Willst du dich nicht mir anvertrauen? | ||
| - | |||
| - | Je mehr nun die Seele auf das Wort der Gnade achtet und über die Wunder der Gnade nachdenkt, desto weiter öffnet sich vor ihr ein Himmel voll Seligkeit in der Gewissheit: die Gnade erhalte ich umsonst, ohne Verdienst. Was ich in mir selbst finde, ist darum kein Hindernis für mich, mich zu dem festen Vertrauen zu entschließen, | ||
| - | |||
| - | „Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken.“ | ||
| - | |||
| - | |||
| - | |||
| - | |||
| - | ======Murray, | ||
| - | |||
| - | Röm. 5, | ||
| - | **Nun wir denn sind gerecht geworden durch den Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesum Christum, durch welchen wir auch einen Zugang haben im Glauben zu dieser Gnade, darinnen wir stehen.**\\ | ||
| - | 1. Pet. 5,12. \\ | ||
| - | **Das ist die rechte Gnade Gottes, darinnen ihr steht. ** | ||
| - | |||
| - | Ein Baum kann nicht emporwachsen, | ||
| - | |||
| - | Nicht anders ein junger Christ. Soll ein junger Christ in der Gnade zunehmen, so muss er fest in der Gnade stehen. Ein Zweifel an seinem Gnadenstand würde die Zunahme sehr hindern. Nun haben wir durch unseren Herrn Jesum Christum und durch den Glauben an Ihn den Zugang zu der Gnade, in der wir stehen, und nur in dem Glauben an Ihn die Möglichkeit, | ||
| - | |||
| - | Doch nicht nur der Zweifel an dem Gnadenstande, | ||
| - | |||
| - | Doch muss der Christ vor allem den Zusammenhang beachten, in welchem dieses Wort vorkommt. Der Apostel sagt: „Nun wir denn sind gerecht geworden durch den Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesum Christum, durch welchen wir auch einen Zugang haben im Glauben zu dieser Gnade, darinnen wir stehen.“ In dem lebendigen Herrn Jesus selbst hat uns Gott mit allen seinen Segnungen überschüttet. Durch den persönlichen Umgang mit Ihm, der unser Freund und Herr sein will, werden die Segnungen Seiner Gnade unser Eigentum. Möchten wir darum stets nach den einzelnen Gnadengaben in uns suchen, möchten wir doch es recht verstehen lernen, dass jede neue Gnadenverheißung, | ||
| - | |||
| - | Auf diese Weise werden wir es recht verstehen und erfahren, dass wir ebenso, wie wir durch den Herrn Jesus Frieden haben, durch denselben Jesus weiter den Zugang zu der völligen Gnade besitzen. Verstehen wir aber auch dies, so erkennen wir auch, dass wir nur dann in der Gnade feststehen können, wenn wir im vollen Genuss Seines Friedens leben. Der Friede Gottes ist es, genau genommen, welcher den Seelen Ruhe und unbewegliche Festigkeit verleiht. Wenn wir nun durch Sünde, die wir nicht bekennen, durch eine Abirrung, von der wir uns nicht zurückfinden, | ||
| - | |||
| - | Außerdem: „Nun wir denn sind gerecht geworden durch den Glauben, so haben wir Frieden mit Gott, durch unseren Herrn Jesum.“ Der Friede hat seine Festigkeit und Kraft in der Rechtfertigung, | ||
| - | |||
| - | Dann gibt er uns den Zugang zu dieser Gnade, in der wir stehen und welcher wir uns rühmen, den Zugang zu dem unendlichen Gnadenreichtum, | ||
| - | |||
| - | O lieber Christ! Lerne deinen Gnadenstand kennen und lebe in ihm! Ein König, welcher gefangen genommen und mit Ketten gebunden ist, spricht doch noch als König seines Reiches. Und wenn es ihm gelingt, frei zu werden, so besteigt er seinen Thron, sobald er dazu im Stande ist. Er vergisst seines Standes nicht, während er im Elend ist. Darum erkenne auch du deinen Stand, lieber Christ, und lebe in ihm durch den Glauben an unseren Herrn Jesus. Er ist unsere Rechtfertigung, | ||
| - | |||
| - | „Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken.“ | ||
| - | |||
| - | |||
| - | ======Murray, | ||
| - | |||
| - | Röm. 5,20-21.\\ | ||
| - | **Wo aber die Sünde mächtig geworden ist, da ist doch die Gnade viel mächtiger geworden, auf dass, gleichwie die Sünde geherrscht hat zu dem Tod, also auch herrsche die Gnade durch die Gerechtigkeit zum ewigen Leben, durch Jesum Christ, unseren Herrn. ** | ||
| - | |||
| - | Wenn wir die Gnade recht kennen lernen wollen, müssen wir sie vor allem in ihrer Herrschaft, in der sie ihre überwindende Macht kund tut, beobachten. Ihre Herrschaft aber kennen zu lernen, gibt es kein besseres Mittel als dies, sie mit der Herrschaft der Sünde zu vergleichen. | ||
| - | |||
| - | Dass die Sünde mit einer unsagbaren, alles umfassenden Gewalt herrscht, wissen wir. Wir haben es in unserem eigenen Innern erfahren. Wir sehen es auch an andern. Achte nur einmal auf einen Menschen, welcher völlig durch die Sünde beherrscht wird! Wie wird er oft gegen seinen Willen dazu gerissen, ihren Willen zu erfüllen! Seine Gedanken und Begierden beschäftigen sich fortwährend mit ihr. Er fühlt sich getrieben, alles zu wagen und aufzuopfern, | ||
| - | |||
| - | Doch, wo die Sünde mächtig geworden ist, da ist die Gnade noch viel mächtiger geworden. Ihre Herrschaft ist noch machtvoller und weniger begrenzt als die der Sünde. Es ist sehr schwer, Worte oder Gedanken zu finden, um mit denselben deutlich zu machen, wie weit sich diese ihre Herrschaft erstrecken kann. Die Tatsache aber, dass sie stets viel, viel mächtiger als die Sünde ist, trägt etwas dazu bei, uns eine Vorstellung von ihrer Macht zu geben. Was du darum auch in dir selbst an Schwachheit erfährst, oder von Seiten der Sünde befürchten kannst, behalte nur fest im Gedächtnis, | ||
| - | |||
| - | Und wozu soll ich dies tun? Auf dass, gleichwie die Sünde geherrscht hat zu dem Tod, also auch herrsche die Gnade durch die Gerechtigkeit zum ewigen Leben, durch Jesum Christ. Achte nur einmal auf den Unterschied der beiden Reiche! Von dem einen wird nur gesagt: Die Sünde hat geherrscht zu dem Tod. Ihre Herrschaft war also eine verwüstende: | ||
| - | |||
| - | Und schaust du auf das andere Reich, in ihm schwingt Gnade himmlische, allmächtige, | ||
| - | |||
| - | Und dies geschieht alles durch Jesum Christum, unseren Herrn. Es ist Seine Gnade, Seine Gerechtigkeit, | ||
| - | |||
| - | Wie glücklich sind doch die Bewohner des Reiches, in welchem die Gnade herrscht! Da gilt Gnade und nichts als Gnade. Da ist Gnade zu jeder Stunde im reichsten Überfluss zu haben. Da herrscht Gnade mit völlig unumschränkter Gewalt. Man braucht keinem Befehl zu gehorchen, keine Arbeit zu verrichten und keinen Streit zu führen, ohne dass die Gnade mit der nötigen Kraft ausrüstete. Es ist ein Volk von Begnadigten des Herrn, welches wir da erblicken. Sie leben zum Preis der Herrlichkeit Seiner Gnade. | ||
| - | |||
| - | Das Wunderbarste aber dabei ist dies: Wenn die Sünde, welche in unserer alten Natur noch wohnt und wühlt, in einem Augenblick der Unbedachtsamkeit die Überhand erhält, darf die Seele die Herrlichkeit des Gnadenstandes am allerherrlichsten erfahren. Sie kennt den Artikel in dem Gnadengesetz des Reiches: „Wo die Sünde mächtig geworden ist, da ist doch die Gnade viel mächtiger geworden“, | ||
| - | |||
| - | Und nun, meine lieben Mitchristen, | ||
| - | |||
| - | Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken. | ||
| - | |||
| - | |||
| - | ======Murray, | ||
| - | |||
| - | Röm. 5,17.\\ | ||
| - | **So um des Einigen Sünde willen der Tod geherrscht hat durch den Einen; vielmehr werden die, so da empfangen die Fülle der Gnade und der Gabe zur Gerechtigkeit, | ||
| - | |||
| - | Wie herrlich war doch das gestrige Wort über die Herrschaft der Gnade! Unser heutiger Text aber enthält ein Wort, welches womöglich noch herrlicher ist. Gestern hieß es, dass gleichwie die Sünde geherrscht hat, also auch, nur viel gewaltiger, die Gnade über den Menschen herrschen solle, der von der Herrschaft der Sünde befreit ist. Heute erhebt sich die Verheißung noch höher. Nicht allein soll die Gnade über den Menschen herrschen, sondern durch die Gnade soll auch der Mensch selbst herrschen. So um des Einen Sünde willen der Tod geherrscht hat, werden vielmehr die, welche die Fülle der Gnade empfangen haben, im Leben herrschen. | ||
| - | |||
| - | Mit Recht sagt der Apostel: „Diejenigen werden herrschen, welche die Fülle der Gnade empfangen haben;“ denn wahrlich, ohne den Empfang der wunderbaren und überreichlichen Gnade wäre dies nicht möglich. Aber es ist nicht nur möglich, es geschieht wirklich: Viel gewisser als dies, dass der Tod geherrscht hat, ist die Tatsache, dass diejenigen, welche die Fülle der Gnade empfangen haben, durch Jesum Christum in dem Leben herrschen. | ||
| - | |||
| - | Dieser Segen ist nicht etwa bloß für die zukünftige Welt da, nach dem Tod. Nein! Die Fülle der Gnade wird hienieden bereits empfangen. Hier auf Erden bereits ist der an Jesum Christum Gläubige mit ihm erweckt und in das himmlische Wesen versetzt. Hier auf Erden bereits besitzt er das ewige Leben. Auch für dieses Erdenleben gilt die Verheißung, | ||
| - | |||
| - | Von dieser Tatsache redet auch Johannes, da er sagt: Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Jesus hat die Welt überwunden. Er herrscht inmitten Seiner Feinde in der Kraft des ewigen Lebens. Wer an Ihn glaubt, empfängt diese Fülle der Gnade, dass er an dem ewigen Leben und an dem errungenen Sieg Anteil erhält. Er herrscht jetzt schon mit Jesus. | ||
| - | |||
| - | Der Gläubige braucht nicht zu streiten, um erst am Ende des Streites zu siegen, nein, der Glaube, mit dem er den Streit anfängt, ist bereits der Sieg. Dieser Glaube stärkt sich an Jesu, der bereits gesiegt hat, er zieht den beiden Feinden, der Welt und der Sünde, als bereits überwundenen Gegnern entgegen, und schreitet so von Sieg zu Sieg. | ||
| - | |||
| - | Und wenn ein Christ fragt, wie er die Herrschaft über die Sünde und den Tod im Leben verwirklichen soll, so gibt unser Text die Antwort: diejenigen, welche die Fülle der Gnade empfangen, werden durch Jesum Christum im Leben herrschen. O lieber Christ, denke nur in deinem Herzen größer von dem, was Gottes Gnade will und was sie vermag! Lerne nur durch den Heiligen Geist verstehen, was für eine Macht die Gnade besitzt, welche für dich da ist! Erhebe dich nur im Glauben zu der Gnadenfülle, | ||
| - | |||
| - | Beachte auch hier das Wort: die die Fülle der Gnade und der Gabe der Gerechtigkeit empfangen, werden herrschen. Wir werden in diesem Leben bereits herrschen, wenn die vollkommene Gerechtigkeit des Herrn Jesus, welche uns von Gott zugerechnet und zum Eigentum geschenkt wird, tatsächlich das Leben unserer Seele ist. Gerechtigkeit und Gericht sind die Grundlagen Seines Thrones. Gottes Herrschaft ruht auf Seiner Gerechtigkeit. Und je mehr der Gläubige sich anbetend in die wunderbare Gabe der Gerechtigkeit Gottes, welche ihm geschenkt worden, vertieft und an dieselbe verliert, desto mehr wird er auch herrschen. | ||
| - | |||
| - | Doch hier ist noch etwas zu bedenken: Er wird herrschen im Leben. Die Gerechtigkeit Gottes und das Leben Gottes sind unzertrennlich nicht nur in Gott selbst, sondern auch in Seinem Kind. Darum sagt auch die Schrift: Der Gerechte wird aus seinem Glauben (seines Glaubens) leben. Weißt du nun, dass er gerecht ist, so weißt du auch, dass ein jeder, der in Gerechtigkeit wandelt, aus ihm geboren ist. Auf diese Weise muss der Gläubige, welcher diese Fülle der Gnade und der Gabe der Gerechtigkeit empfangen hat, erkennen, dass der Glaube nicht bloß ein Denken ist, welches seine Rechtfertigung feststellt, sondern auch der Zugang zu der von dem Heiligen Geist gewirkten göttlichen Offenbarung, | ||
| - | |||
| - | Durch Jesum Christum: Das ist der Anfang und das Ende in jedem Unterricht der Gnade. Die Gnade in Christo, das Leben in Christo, die Herrschaft in Christo Christus ist alles - und die verschiedenen Gaben der Gnade fallen uns zu, je inniger wir mit Jesus leben. Nur der, welcher sich durch den Unterricht über die Gnade dazu bewegen lässt, mehr mit dem Herrn Jesus in der Einsamkeit zu verkehren, sich mit Bewunderung und Hingabe immer inniger an ihn zu klammern, sich ganz in Ihn und Seinen Willen zu verlieren, nur der wird wirklich in der Gnade erstarken. Aber der wird es auch ganz gewiss. Durch Jesum Christum werden die, welche die Fülle der Gnade und der Gabe der Gerechtigkeit empfangen, in dem Leben herrschen. | ||
| - | |||
| - | Welch herrliches Gnadenleben! Es ist nicht das armselige Leben eines Wurmes, wie manche meinen, sondern das Leben eines Königs, welches einem armen Wurm geschenkt wird. Denn so wunderbar und mächtig und herrlich die Herrschaft der Gnade ist, ebenso wunderbar ist auch durch Jesum Christum die Gnadenherrschaft in dem Leben derjenigen, welche die Fülle der Gnade empfangen haben. | ||
| - | |||
| - | „Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken.“ | ||
| - | |||
| - | |||
| - | ======Murray, | ||
| - | |||
| - | Röm. 6,1-2. \\ | ||
| - | **Was sollen wir hierzu sagen? Sollen wir denn in der Sünde beharren, auf dass die Gnade desto mächtiger werde? Das sei ferne; Wie sollten wir in der Sünde wollen leben, der wir abgestorben sind? ** | ||
| - | |||
| - | Der Apostel hatte in dem vorigen Kapitel Großes von der Fülle und der Herrschaft der Gnade gesagt. Vor allem hatte er das stolze Wort gesprochen, Röm. 5,20: „Das Gesetz ist neben eingekommen, | ||
| - | |||
| - | Wo die Gnade dem Gottlosen naht, heißt es: „Je mehr Sünde da gewesen, desto größere Ehre für die Gnade.“ Sobald sie ihn aber unter ihre Leitung nimmt, heißt es: „Je weniger Sünde, desto größere Ehre für die Gnade.“ | ||
| - | |||
| - | Man sollte meinen, die Sache wäre so deutlich, dass die Gefahr verkehrter Folgerungen gar nicht bestehen könnte. Und doch bestand diese Gefahr. Es war für den Apostel eine Notwendigkeit, | ||
| - | |||
| - | Es ist vor allem um der in letztgenanntem Irrtum befangenen Gotteskinder willen, dass der Geist Gottes die Frage unseres Textes beantworten lässt. Und wie lautet die Antwort? Wie werde ich gänzlich aus diesem Irrtum und aus der Macht, welchen er der Sünde gibt, gerettet? Man findet die Antwort in dem sechsten Kapitel des Briefes an die Römer, vom 3. bis zum 13. Vers. | ||
| - | |||
| - | Da lesen wir tiefsinnige Worte, welche sich nicht so leicht begreifen lassen. Dem Christen aber, welcher entschieden danach Verlangen hat, nicht in der Sünde zu bleiben, weil er ja unter der Gnade steht, dem es entschieden darum zu tun ist, die von der Sünde befreiende Macht der Gnade reichlich kennen zu lernen, dem wird sie auch Gottes Geist deutlich machen. Nimmst du sie zu Herzen, denkst du über sie nach und setzt du dein Vertrauen auf sie auch dann, wenn du sie nicht völlig verstehst, dann bringen sie dir Licht, Leben und Kraft. | ||
| - | |||
| - | Das Erste, was du zu tun hast, ist dies, dass du den Hauptgedanken zu verstehen suchst: Sollen wir in der Sünde verharren, auf dass die Gnade desto größer werde? Das sei ferne! Und warum? Weil wir gerade durch die Gnade mit dem Jesus, dem zweiten Adam, vereinigt worden sind (Vers 15 und 18) und weil die Verbindung mit Ihm das Verharren in der Sünde unmöglich macht. Die Gnade hat ja tatsächlich uns ein neues Leben gebracht, ein Leben, welches aus dem Himmel stammt und heilig ist. Dieses himmlische Leben uns zu bringen, ist Jesus erschienen, 1. Joh. 1-3. Durch sein Sterben und Auferstehen sind wir dieses himmlischen heiligen Lebens teilhaftig. Wir sind ja mit Ihm verwachsen. Sein Tod ist unser Tod, denn wir sind mit Ihm gestorben. Vers 2, 3, 4, 5, 11. Sein Leben ist unser Leben, denn wir sind mit Ihm auferweckt. Vers 4, 5, 8, 11. | ||
| - | |||
| - | Nun ist der Herr Jesus in seinem Tod der Sünde gestorben, durch seine Auferstehung aber lebt er Gott. Vers 9, 10. Was aber der Tod und die Auferstehung des Herrn Jesus für Ihn sind, das sind sie auch für uns. Darum müssen wir uns nach Vers 11 daran halten, dass wir ebenso, wie Christus, der Sünde gestorben sind und Gott leben. Auf Grund dieses Ausspruches muss der Christ es als eine erledigte und entschiedene Tatsache betrachten: „Unser alter Mensch ist mit Ihm gekreuzigt, wir sind der Sünde gestorben, wir leben Gott, wir müssen uns Gott hingeben, dieweil wir aus Toten Lebendige geworden sind.“ Der Glaube an diese Tatsache gibt dem Menschen Kraft, seine Glieder Gott zu Waffen der Gerechtigkeit zu ergeben, auf dass die Sünde nicht mehr in dem sterblichen Leibe herrsche. Vers 11, 12 | ||
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| - | Lieber Christ! Da hast du die Antwort auf die Frage: Soll ich unter der Gnade noch in der Sünde verharren? Und auf die andere Frage: Wie kann ich, der ich unter der Gnade stehe, dahin gelangen, dass ich nicht in der Sünde bleibe? Gottes Antwort ist deutlich: Merk es, glaub es, sprich es vor Gott aus, leb in der Gewissheit, dass du mit Christo ebenso wie Christus der Sünde gestorben bist und Gott lebst! Die Sünde hat dir nichts zu sagen. Du stehst nicht unter der Sünde, sondern unter der Gnade. Und was die Gnade für dich tun will, ist nichts weniger als dies: Sie will dich in der Kraft des Lebens Jesu dazu befähigen, die Sünde zu besiegen und Gott zu dienen. Dadurch, dass ihr aus dem Tode zum Leben gekommen seid, habt ihr die Kraft, eure Glieder Gott zu Waffen der Gerechtigkeit zu ergeben. Vers 13. | ||
| - | |||
| - | Die Gnade herrscht durch die Gerechtigkeit, | ||
| - | |||
| - | Darum lass dich durch die Gnade belehren, lieber Christ! Sie sagt dir, dass du in Christo so gewiss der Sünde gestorben bist, wie Christus selbst. Die Sünde ist nicht gestorben, sie findet sich noch in deinen Gliedern. In dem Glauben aber an Christus, als unser Leben, haben wir die Kraft sie zu hindern, in unseren Gliedern zu herrschen. O, lieber Christ, lebe in Ihm und mit Ihm! Lass Ihn in dir leben! Das ist der Weg, auf dem die Gnade ihr herrliches Werk in uns, die wir von der Sünde befreit sind, vollendet, damit wir (Luk. 1,74-75) aus der Hand unserer Feinde erlöst, Ihm alle Tage unseres Lebens ohne Furcht, in Heiligkeit und Gerechtigkeit dienen können. | ||
| - | |||
| - | „Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken.“ | ||
| - | |||
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| - | ======Murray, | ||
| - | |||
| - | Röm. 6,14. \\ | ||
| - | **Die Sünde wird nicht herrschen können über euch; sintemal ihr nicht unter dem Gesetz seid, sondern unter der Gnade.** | ||
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| - | Gottes Gnade befreit nicht nur von der Sünde, sondern auch von dem Gesetz. Ja, um überhaupt von der Sünde befreien zu können, ist sie genötigt, erst von dem Gesetz zu befreien. Dass so viele Gläubige die Kraft der Gnade, von Sünde zu befreien, nicht recht kennen lernen, liegt hauptsächlich daran, dass sie nicht begreifen, dass sie von dem Gesetz frei sind. Aus diesem Grund aber wird uns hier vorgehalten, | ||
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| - | Was bedeutet nun der Ausdruck: „nicht unter dem Gesetz“? Wir wissen, was uns die Schrift über das Gesetz lehrt. „Das Gesetz sagt Röm. 10,5, Gal. 3,12: Der Mensch, welcher diese Dinge tut, wird durch dieselben leben,“ und dem gegenüber: „Verflucht sei ein jeder, der nicht bleibt in alle dem, was geschrieben steht in dem Buch des Gesetzes, danach zu tun.“ Das Gesetz kommt also mit einer Forderung. Es fragt den Menschen nicht, ob er es tun kann. Es gibt ihm auch nicht die Kraft dazu. Es kennt auch kein Mitleid, wenn er hinter dem, was es gefordert, zurück bleibt. Nein, es besteht auf seinem Recht, es verlangt unerbittlich seine Strafe. Aus diesem Grund ist ein Leben unter dem Gesetz sehr schwer, ein stetes Nicht-erreichen, | ||
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| - | Nun war es die große Absicht des Herrn, welche ihn auf diese Erde führte und in den Tod trieb, uns diesem Stand unter dem Gesetz zu entziehen, Gal. 4,5 und unter eine völlig andere Ordnung zu stellen, unter die Gnade. Gnade und Gesetz haben zwar denselben Zweck. Sie wollen nämlich dem sündigen Menschen gegenüber die Gerechtigkeit Gottes handhaben und in ihm ein gerechtes Wesen herbeiführen. Allein, was den Weg betrifft, auf dem sie dies bewirken wollen, stehen Gnade und Gesetz schnurstracks einander gegenüber. Gottes Gnade fängt damit an, dem Menschen zu sagen, dass sie weiß, dass er nichts kann, dass sie darum auch nichts von seiner Kraft erwartet. Sie sagt, dass sie alles für ihn tun will. Sie sagt, dass sie jeden Augenblick alles in ihm vollbringen will, was nötig ist, um Gott zu gefallen. So kommt sie, so fängt sie ein neues Leben in ihm an, so übernimmt sie es auch, dieses Leben zu erhalten. | ||
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| - | Welch' ein Unterschied zwischen dem Leben unter dem Gesetz und dem Leben unter der Gnade! Das Leben unter dem Gesetz ist das Leben eines Sklaven, welcher es seinem Herrn doch nie recht machen kann. Das Leben unter der Gnade ist das glückliche und sorgenfreie Leben eines Kindes, welches durch die Gnade mit wunderbarer Liebe versorgt und erzogen wird. | ||
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| - | Jetzt ist die Kraft der Beweisführung erkennbar. Die Sünde wird nicht herrschen können über euch, sintemal ihr unter der Gnade steht, welche mächtiger ist, als die Sünde, und sich dazu verpflichtet hat, euch die Herrschaft über die Sünde zu geben, wenn ihr euch nur ihr anvertraut. | ||
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| - | Nun lässt sich erkennen, weshalb die Sünde noch über so viele Christen herrscht. Sie stehen noch immer halb unter der Gnade und halb unter dem Gesetz. Sie meinen, sie müssten nun mit Hilfe der Gnade unter dem Gesetz immer getreuer und besser leben. Sie haben Gott gegenüber noch immer das Gefühl, als sei er ein Herr, welcher mehr verlangt, als sie leisten können, ein Gefühl unendlichen Zurückbleibens. Infolge dieses Gefühls werden sie mutlos und machen sie sich selbst Vorwürfe. Sie wissen ja nicht, dass Gott sie ganz und gar der Aufsicht und Herrschaft des Gesetzes entzogen und sie vollkommen der Aufsicht und Herrschaft der Gnade unterstellt hat. Gar viele Gläubige wissen dies nicht, obwohl Gottes Wort es klar und deutlich lehrt. So ausdrücklich, | ||
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| - | Dies zu verstehen, denke man einmal an den Unterschied zwischen Inhalt und Form. Ich gebiete einem Menschen etwas. Da er nicht mein Knecht ist, weigert er sich, es zu tun. Ich ersuche ihn herzlich darum. Und er tut es gleich. Der Inhalt des Gebotes und des Ersuchens war derselbe, aber die Form war verschieden. So bleibt auch der Inhalt des Gesetzes bestehen, während nur die Form eine Veränderung erleidet. Der Gläubige steht nicht mehr unter dem Gesetz, welches uns um jedes Fehlers willen verflucht. Gott hat nun einen ganz anderen Plan mit uns. Sein Wille, den Er uns in dem Neuen Testament, in Christo kund tut, ist viel höher als Sein Wille, wie Er ihn in dem Alten Testament geoffenbart hat. Und doch können wir ihn erfüllen, weil wir unter der Gnade stehen. Die Gnade verlangt ja von dem Kind nicht mehr, als es tun kann. Sie macht das Herz durch den Geist von innen heraus willig. Hebr. 8,7-8 u. 10; Gal. 5,18; Röm. 8,4. Ja, die Gnade gibt die Kraft und wirkt selbst das Wollen und das Vollbringen. | ||
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| - | Lieber Christ! Dass du dies Wort: „Nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade,“ annimmst, ist viel wichtiger für dich, als du denkst. In ihm liegt die Kraft der Verheißung: | ||
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| - | Dieses Wort ist lebendig. Es wird Leben wirken, eine Kraft ausströmen und dich das unbegreiflich selige Leben kennen lernen lassen, in welchem die Gnade durch Gerechtigkeit zum ewigen Leben herrscht. | ||
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| - | „Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken.“ | ||
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| - | ======Murray, | ||
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| - | Röm. 6,15. \\ | ||
| - | **Wie nun? Sollen wir sündigen, dieweil wir nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade sind? Das sei ferne!** | ||
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| - | Je herrlicher eine Wahrheit Gottes ist, desto größer ist die Gefahr, dass sie missbraucht werde, gerade weil sie für den Menschen zu hoch und zu geistlich ist. Hatte der Apostel Röm. 5,20 gesagt: „Wo die Sünde mächtig geworden ist, da ist doch die Gnade viel mächtiger geworden, | ||
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| - | Diese Frage hat einen Schein von Wahrheit. Gar mancher denkt: Predige dies doch ja nicht, dass wir nicht unter dem Gesetz stehen! Das ist zu gefährlich. Die Folge einer solchen Predigt ist ja dann der unvermeidliche Gedanke: „Nun dürfen wir sündigen.“ Wie stellt sich nun der Apostel zu diesem Bedenken? Ändert er etwas an dem Wort, das er geredet hat? Durchaus nicht. In dem siebten Kapitel zeigt er ja gerade, wie völlig die Beziehung zu dem Gesetz abgebrochen ist. Der Gläubige ist durch dasselbe so wenig gebunden, wie eine Frau an einen Mann, welcher gestorben ist. Er ist von demselben befreit. Und weiter zeigt er, wie das Gesetz niemals die Kraft zum Gehorsam geben kann, vielmehr nur die Sünde vermehrt. Kap. 7,5; 8,11-24. Auf das geäußerte Bedenken aber antwortet er damit, dass er zeigt, wie die Gnade uns in eine solche neue und lebendige Verbindung mit der Gerechtigkeit (Vers 18-20), mit Gott (V. 22) und vor allem mit dem Herrn Jesus (7,4) bringt, dass die Heiligung aus derselben mit Notwendigkeit sich ergeben muss und gerade das, was das Wort „unter dem Gesetz“ niemals bewirken konnte, durch das Wort „unter der Gnade“ herrlich zu Stand kommt. Hätte Gott allein gesagt: „Ihr seid nicht unter dem Gesetz,“ hätte Er uns nur von seiner Herrschaft befreit und uns dann uns selbst überlassen, | ||
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| - | Welch' ein herrliches Gleichnis! Ich habe einmal ein Haus gekannt, in welchem die Frau geradezu ein Sklavenleben führte. Ihr Mann achtete auf alles ganz genau. Er hatte für alles feste bestimmte Regeln, und war nie zufrieden. Essen wollte er nur, wenn seine Frau die Speisen mit eigener Hand zubereitet hatte. Nun war aber seine Frau nicht stark. So mühte sie sich vergeblich ab, ihm zu Gefallen zu leben. Sie arbeitete wie eine Sklavin und erhielt nichts anderes, als Sklavenlohn. Geld konnte sie soviel erhalten, wie sie nur wünschte, denn es war seine Ehre, dass sie gut gekleidet war. Allein Liebe fand sie nicht. Da hast du das Abbild einer Seele, welche unter dem Gesetz steht, oder mit dem Gesetz verheiratet ist. - Ich habe auch einmal ein anderes Haus gekannt, in welchem trotz aller Krankheit und Armut das Glück herrschte. Der Mann hatte seine Frau lieb. Er fand sich in ihre Schwachheit. Gar oft tat er in dem Haus etwas, was eigentlich zu der Arbeit der Frau gehört. War die Frau wieder gesund, so gab es nichts, das sie nicht gern für ihren Mann getan hätte. Er schrieb ihr nichts vor, aber jeder seiner Wünsche wurde erfüllt. Sein Wunsch und Wille war für sie Gesetz. In ihrem Haus herrschte die Liebe. Ebenso sehr, wie in dem ersten Haus das Wesen des Mannes gefürchtet wurde, wurde in diesem Hause der Wille des Mannes geliebt. Und die Folge davon war: So viel Unzuträglichkeit, | ||
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| - | So steht es mit der Gnade. Sobald uns in der Vereinigung mit Christo Sein Geist beseelt, haben wir ein Gesetz in uns, welches uns von dem Gesetz außer uns, über uns und gegen uns befreit. Gal. 5,1 u. 18; 1. Kor. 6,17; Hebr. 7,18-19 und 8,6-13. | ||
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| - | Gar mancher Gläubige lebt auch nach seiner Bekehrung unter dem Gesetz. Erst wenn er einsieht, dass er in Christo dem Gesetz abgestorben ist, gelangt er völlig unter die Gnade. Dann erkennt er, dass er von dem Gesetz befreit ist, nicht um ohne Gesetz zu leben, sondern um unter ein höheres Gesetz zu kommen, unter das königliche Gesetz, das Gesetz der Liebe, das Gesetz der Freiheit. Während er früher es für gefährlich hielt, nicht unter dem Gesetz zu stehen, weil man ja dadurch die Freiheit zu sündigen bekäme, fängt er nun an zu verstehen, dass gerade der Umstand, dass wir uns der Gnade unterstellen, | ||
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| - | O lieber Christ! Scheue dich doch nicht, anzunehmen, was dir die wunderbare Liebe Gottes bereitet hat! So lange der Sünder noch unbekehrt ist und nicht in Christo lebt, steht er unter dem Gesetz, ist er zu vollkommenem Gehorsam verpflichtet und, weil er denselben nicht besitzt, verurteilt. Röm. 3,19-20; Gal. 3,10. Durch den Glauben an Christum aber entzieht er sich seiner Stellung unter dem Gesetz und tritt er nunmehr unter die Gnade. Nun sind wir zwar ängstlich, alles der Gnade zu überlassen, | ||
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| - | Indessen wenn du es wagen willst, die Stelle einer Magd mit der Stellung einer Gattin zu vertauschen, | ||
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| - | „Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken.“ | ||
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| - | ======Murray, | ||
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| - | Gal. 2,21. \\ | ||
| - | **Ich werfe nicht weg die Gnade Gottes; denn, so durch das Gesetz die Gerechtigkeit kommt, so ist Christus vergeblich gestorben.**\\ | ||
| - | Gal. 5,4. \\ | ||
| - | **Ihr habt Christum verloren, die ihr durch das Gesetz gerecht werden wollt, und seid von der Gnade gefallen.** | ||
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| - | Diese Worte weisen auf eine Gefahr hin, welcher Gläubige ausgesetzt sind. Es ist nicht die Gefahr des sogenannten Abfalls der Heiligen, sondern die Gefahr, dass jemand, der ein aufrichtiger Christ ist, sich verleiten lässt, auch nachdem er Christum angenommen hat, doch noch in dem Gesetz und in den Werken seine Gerechtigkeit zu suchen. Von denen, die dies tun, sagt Paulus, dass sie die Gnade wegwerfen, dass sie von der Gnade gefallen sind, dass sie Christum verloren haben. | ||
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| - | Er ist in diesem Fall vergeblich für sie gestorben. | ||
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| - | Dieser schädliche Irrtum bestand nicht nur unter den Galatern. Er ist heute noch selbst unter aufrichtigen Christen sehr verbreitet. Er entsteht durch die Selbstgerechtigkeit des menschlichen Herzens und die Unbekanntschaft mit dem, was wahre Gnade ist. Wahre Gnade ist etwas so Göttliches, | ||
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| - | Die Art und Weise, wie sich dieser Irrtum meistens kund tut, ist diese. Der Christ nimmt das Wort: „Ihr | ||
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| - | Der Gläubige dagegen, welcher weiß, was die Herrschaft der Gnade über die Sünde mit sich bringt, und wie diejenigen, welche die Überschwänglichkeit der Gnade und die Gabe der Rechtfertigung empfangen, auch durch die Gnade herrschen, weiß auch, was es bedeutet, bei jedem Straucheln sich nicht wie ein Knecht unter das Urteil des Gesetzes stellen zu müssen, sondern als ein Kind sich unverweilt der Gnade in die Arme werfen zu dürfen. Ja, mehr noch! Mit demselben Freimut, mit dem eine geliebte und liebende Frau ihrem Mann, dessen Liebe sie vollkommen vertraut, ihre Fehler bekennt und ihn bittet, ihr zu helfen, dieselben abzulegen, mit demselben Freimut darf eine Seele jedes Straucheln dem Herrn übergeben, dessen Eigentum sie geworden ist. Die Gnade aber lehrt uns mehr, die Sünde zu hassen, als das Gesetz es vermochte. Dass unter den Christen noch immer sich so viel Sünde findet, liegt nicht daran, dass von der Gnade zu viel geredet oder gepredigt wird, sondern daran, dass die Gnade zu wenig gekannt, zu wenig im Glauben ergriffen und zu wenig erlebt wird. Gott kennt nur ein Mittel, uns von Sünde zu befreien. Das Mittel aber gibt er in Seiner wunderbaren Gnade, welche er in Christo offenbart. | ||
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| - | Dass wir nun so oft von dieser Gnade fallen, liegt nur daran, dass wir so träge sind, sie recht kennen zu lernen, und dass wir zu ängstlich sind, auf sie völlig unser Vertrauen zu setzen. Wir bekennen zwar, dass wir ohne das Gesetz und seine Werke gerecht werden; aber um heilig zu werden und um so weit zu kommen, dass der Herr Gefallen an uns finden kann, wollen wir stets unter dem Gesetz stehen. Und wie werden wir von diesem tiefeingewurzelten Irrtum frei? Antwort: „Wenn ihr von dem Geist geleitet werdet, seid ihr nicht unter dem Gesetz.“ | ||
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| - | Lieber Christ, suche diese Antwort zu verstehen! Es ist nicht eine Verstandessache, | ||
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| - | "Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken.“ | ||
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| - | ======Murray, | ||
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| - | Hebr. 12,14-16. \\ | ||
| - | **Jagt nach dem Frieden gegen Jedermann, und der Heiligung, ohne welche wird Niemand den Herrn sehen. Und seht darauf, das nicht Jemand Gottes Gnade versäume, dass nicht etwa eine bittere Wurzel aufwachse und Unfrieden anrichte, und viele durch dieselbe verunreinigt werden; dass nicht Jemand sei ein Hurer oder ein Gottloser, wie Esau, der um einer Speise willen seine Erstgeburt verkaufte. ** | ||
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| - | Von der Gnade in die Werke des Gesetzes und der Selbstgerechtigkeit zu fallen - das war die Gefahr, in welcher die Galater schwebten; die Gnade zu versäumen - das war die Gefahr, in welcher sich die Hebräer befanden. | ||
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| - | Sie waren nahe daran, nicht etwa wie die Galater von einem Leben in der Gnade zu einem Leben in Selbstgerechtigkeit abzuirren, sondern vielmehr aus einem Leben in der Gnade in ein Leben in Ungerechtigkeit zu sinken. Dieses Wort vom Versäumen der Gnade enthält eine ernste Warnung für jeden, welcher in der Gnade bleiben will. | ||
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| - | Worin bestand nun die Gefahr? Schon an einer früheren Stelle hatte der Verfasser des Hebräerbriefes dasselbe Wort gebraucht, Hebr. 4,1: „So lasst uns nun fürchten, dass wir die Verheißung, | ||
| - | |||
| - | Vor allem in dem Brief an die Hebräer finden wir ernstliche Warnungen im Hinblick auf diese Tatsache. (Hebr. 3,12-14; 4,11; 6,4-8 u. 11; 10,26-31 u. 38). Gerade deshalb, weil ein Zurückbleiben in der Gnade der Anfang zu dem völligen Versäumen der Gnade werden kann, von dem unser Text redet, mahnt uns die Stimme des Herrn, selbst den allerkleinsten Anfängen des Zurückbleibens gegenüber auf der Hut zu sein. | ||
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| - | Und woher kam denn eigentlich diese Gefahr, zurückzubleiben? | ||
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| - | „Dass nicht Jemand sei ein Hurer, oder ein Gottloser, wie Esau, der um einer Speise willen seine Erstgeburt verkaufte!“ mahnt unser Text. Nun ist Speise an und für sich erlaubt und notwendig. Dadurch aber, dass Esau die Speise für wichtiger hielt, als den Segen Gottes, bewies er seine unheilige, fleischliche Gesinnung. Das Sichtbare war ihm wichtiger, als das Unsichtbare. So waren es denn auch die Fleischtöpfe Ägyptens, um derer willen so viele in der Wüste murrten und zurückblieben. Und so ist es gar oft heute noch die Sorge um Speise, die Liebe zur Welt (Luk. 8,13.14; 17,26-29; 21,34; 1. Tim. 6,8.9; 2. Tim. 4,10), der Unwille, das Kreuz auf sich zu nehmen und sich zu verleugnen, die Begierde, nur ja alles Erlaubte festzuhalten, | ||
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| - | Welch eine entsetzliche Gefahr! Was für eine furchtbare Versuchung! Wo ist ein Mittel, welches uns vor solchem bewahrt? „Jagt der Heiligung nach und seht zu, dass niemand zurückbleibe!“ Diese Mahnung wendet sich nicht an jeden Einzelnen für sich, sondern, da sie in der Mehrzahl abgefasst ist. an die ganze Gemeinde. Sie sagt nicht: Ein jeder sehe für sich selbst allein zu; nein, sie sagt: Seht alle zu, dass niemand zurückbleibe! Wenn alle Christen auf einander achten, wenn der Starke den Schwachen trägt und jeder Kreis von Christen, welcher zu einer Hausgemeinde, | ||
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| - | „Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken.“ | ||
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| - | ======Murray, | ||
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| - | 1. Petri 4,10. \\ | ||
| - | **Dient einander, ein Jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes!**\\ | ||
| - | Röm. 12,6. \\ | ||
| - | **Wir haben mancherlei Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist.**\\ | ||
| - | Ephes. 3,7. \\ | ||
| - | **Nach der Gabe, aus der Gnade Gottes, die mir nach seiner mächtigen Kraft gegeben ist.**\\ | ||
| - | Ephes. 4,7. \\ | ||
| - | **Einem Jeglichen aber unter uns ist gegeben die Gnade nach dem Maß der Gabe Christi.** | ||
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| - | Bei allem, was Gott tut, zeigt Er den Reichtum Seiner wunderbaren Weisheit und Macht in der unendlichen Verschiedenheit Seiner Werke. Nirgends findet sich Eintönigkeit. Überall entdeckt man Seine unendliche Lebensfülle in den mannigfaltigen Formen, in denen sich das Leben offenbart. Das gilt nicht allein von der Natur, sondern auch und zwar ganz hervorragend von der Gnade. | ||
| - | |||
| - | Unsere Erkenntnis der Gnade ist und bleibt gar schwach, wenn wir nicht darauf achten und das beherzigen, dass sie den Namen „Mancherlei Gnade“ trägt. | ||
| - | |||
| - | Das Wort „Mancherlei Gnade“ wird uns davor bewahren, andere zu verurteilen, | ||
| - | |||
| - | Das Wort „Mancherlei Gnade“ kann uns auch vor Missmut bewahren. Es besteht nämlich noch eine andere Gefahr, welche der zuerst erwähnten gerade entgegengesetzt ist, die Gefahr, die ich anstatt Andere mit mir zu vergleichen, | ||
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| - | Das Wort „Mancherlei Gnade“ lehrt den Christen weiterhin, dass er von Ändern abhängig ist. Ein Christ soll Andere nicht nach sich selbst, sich selbst auch nicht nach Andern beurteilen und doch eine Abhängigkeit von Andern fühlen. Soll ein Glied des Leibes wachsen, so müssen alle Glieder dazu helfen. Eph. 4,13 und 15-16; 1. Kor. 4,27; 2. Kor. 8,13-15. Die Fülle der Gnade verteilt sich ja als mancherlei Gnade auf alle Glieder. Und während ein jeder Christ nach dem Maß seiner Empfänglichkeit Überfluss an Gnade haben kann, kommt der Reichtum ihrer Herrlichkeit doch erst dann recht zum Vorschein, wenn durch die Gemeinschaft der Liebe unter Gottes Kindern der eine ergänzt, was dem andern fehlt. Auch wird Gott erst dann recht verherrlicht, | ||
| - | |||
| - | Das Wort „Mancherlei Gnade“ lehrt jeden Christen, dass er seine Gaben nur zum Nutzen Anderer besitzt. Ein jeder hat seine Pflichten, nachdem er mit Gaben ausgerüstet ist. Die ganze Einrichtung und Verbindung des Leibes Christi ist der Art, dass die Gnade unter die Glieder dieses Leibes so verteilt ist, dass ein jedes etwas hat, was dem Andern fehlt, so dass kein einziges Glied entbehrt werden kann. Wollte darum ein Christ seine Gaben nicht anwenden, so würde er Andere dessen berauben, worauf sie ein Recht haben. Das sollte niemand vergessen: die Gnade, welche euch zu teil geworden ist, muss euren Brüdern dienen. Ein jeder, welcher Gnade empfangen hat, muss auch ein Spender der mancherlei Gnade Gottes werden. Und kommt uns der Gedanke an unsere Schwachheit und Untüchtigkeit, | ||
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| - | Lieber Christ! Fange an, Gnade zu spenden! Warte nicht, bis dass du deine besondere Gabe entdeckst! Das kommt erst später. Ergib dich einfach mit all der Gnade, die du hast, dem Dienst der Brüder! Sei als Knecht deines Herrn bereit, zu tun, was dir vor die Hand kommt. Unter der Arbeit nimmt die Gnade zu. Erst in der Übung des Gehorsams entwickelt sich deine Gabe. | ||
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| - | Gnade spenden ist der sichere Weg, um mehr Gnade zu erhalten, um in der Gnade zuzunehmen. | ||
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| - | „Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken.“ | ||
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| - | ======Murray, | ||
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| - | Apostelgesch. 4,33. \\ | ||
| - | **Es war große Gnade bei ihnen allen.** | ||
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| - | Auf der Pfingstgemeinde ruhte die Gnade Gottes. Und doch zeigte sich nur kurze Zeit danach ein Zustand der Gemeinde, in welchem es ganz ergreifend gewesen sein muss, die starken Wirkungen der Gnade auf die Mitglieder zu sehen. Mit den Worten: „Es war große Gnade bei ihnen allen“ erwähnt dies der Verfasser der Apostelgeschichte als etwas Besonderes. Es können also noch Zeiten für die Gemeinde kommen, in denen besondere Ausströmungen von Gnade stattfinden und die Gnade bei allen groß wird. Das sind herrliche Zeiten, wenn die Gnade mit ihrer himmlischen Seligkeit die Herzen erfreut und mit einander verbindet. Was können wir tun, solche Zeiten oftmals und in jeder Gemeinde zu haben? Wenn wir die Gemeinde betrachten, von welcher dieses Zeugnis hier aufgezeichnet ist, erhalten wir die Antwort auf diese Frage. Wir finden dann nach meiner Meinung folgende Stufen: | ||
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| - | - Die Apostel hatten ein gutes Bekenntnis für ihren Herrn abgelegt und sich bereit erklärt, lieber alles zu leiden, als Gott ungehorsam zu sein. Es ist der entschiedene und unzweideutige Entschluss, Gott gehorsam zu sein (Apostelgesch. 4,19-20), es ist die Treue gegen den Herrn und Seinen Willen, welche den Weg zu großer Gnade bahnt. Sei es nun, dass man Seinen Namen vor der Welt bekennt, sei es, dass man einen Willen mitten in Mühe und Streit erfüllt, sei es, dass man sich für Sein Reich und Werk auf dieser Erde aufopfert, jeder neue Erweis von Treue hilft sowohl der einzelnen Seele, als auch der Gemeinde vorwärts und mehrt die Gnade. | ||
| - | - Es folgte auf den Entschluss, Gott gehorsam zu sein, das einträchtigliche Gebet der Gemeinde (V. 23-30), ein Gebet, in welchem dies Beachtung verdient, dass es nicht um Hilfe und Erlösung bittet, sondern einzig und allein um Freimut zu weiterer Betätigung der Treue. Das Gebet, zumal das gemeinsame Gebet und vor allem andern das Gebet, in welchem Gottes Ehre und unsere Treue auf dem Vordergrund stehen, ist ein zweiter Schritt oder eine zweite Stufe auf dem Weg zu großer Gnade. | ||
| - | - Dann kommt die Antwort auf das Gebet: Sie werden aufs neue alle erfüllt mit dem heiligen Geist und reden freimütig Gottes Wort. Es ist also nichts anderes, als die lebendige und erkennbare Wirkung des Geistes Gottes nötig. Die Christen müssen wirklich des Geistes Gottes voll werden. Er wird als Geist der Gnade die Gnade also mehren, dass sie zu großer Gnade in ihnen allen wird. | ||
| - | - Die folgende Stufe ist die brüderliche Liebe und Gemeinschaft. „Die Menge derjenigen, welche glaubten, war ein Herz und eine Seele. Niemand sagte von seinen Gütern, dass sie seine wären“ (V. 32). Wo Gottes Kinder als solche zusammenkommen und durch die Betätigung der Liebe die Einigkeit des Geistes in der Einigkeit des Leibes bewahren, da wird auch große Gnade in allen sein. | ||
| - | - Und endlich - „Die Apostel gaben mit großer Kraft Zeugnis von der Auferstehung des Herrn Jesu“ (V. 33). Die Predigt des Wortes der Gnade und vor allem die Predigt von der Auferstehung Jesu Christi, in welchem die Gnade herrscht zum ewigen Leben, ist der vorgeschriebene Weg, auf welchem die Gnade überreich wird. Sie übermittelt uns auch heute noch im Verein mit dem Vorerwähnten denselben Segen, dass große Gnade in uns allen sich offenbart. | ||
| - | |||
| - | Möge die Kirche unserer Tage diese Lehre auf ihren Konferenzen und andern Zusammenkünften von Gläubigen beherzigen! Es gibt Zeiten, in welchen die Gnade in der Stille Zeit haben muss, um durchzudringen, | ||
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| - | Warum sollte nun die Gemeinde unserer Tage diese Erfahrung nicht in reicherem Maß machen? Das Bedürfnis ist doch immerhin vorhanden? Kurz nach diesem Wort lesen wir (Apostelgesch. 5,14): „Es wurden aber je mehr zugetan, die da glaubten, eine Menge der Männer und der Weiber.“ Wenn daher die Kirche einigermaßen zur Leistung ihrer riesigen Arbeit gestärkt werden soll, welche sie sowohl in der sogenannten Christenheit, | ||
| - | |||
| - | Was mag nun der Grund sein, dass es nicht so ist? Wenn wir die fünf Stufen des Segensweges noch einmal überblicken, | ||
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| - | „Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken.“ | ||
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| - | ======Murray, | ||
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| - | Apostelgesch. 11,23. \\ | ||
| - | **Da Barnabas hingekommen war und die Gnade Gottes sah, ward er froh und ermahnte sie alle, dass sie mit festem Herzen an dem Herrn bleiben wollten.** | ||
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| - | Gnade kann gesehen werden. Sie lässt ihr Licht scheinen. | ||
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| - | Gnade muss gesehen werden. Ist sie irgendwo, ohne dass man sie sehen kann, so ist dies ein Zeichen, dass sie noch gar schwach ist. Wo sie kräftig wirkt, da bleibt sie nicht verborgen. | ||
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| - | Und woran kann man die Gnade sehen? Bei einem jungen Christen werden, vor allem wenn, wie es in unserem Text der Fall ist, eine große Anzahl glaubt und sich bekehrt, die Kennzeichen der Gnade andersartig sein, als bei einem mehr geförderten Christen. An der Traurigkeit über die Sünde, an der Absonderung von der Welt, an dem Bekenntnis der Hingabe an den Herrn, an dem freudigen Eifer in seinem Dienst, an der liebevollen Zugehörigkeit zu Gottes Volk, an alle dem erkennt man die Gnade in den Anfängen ihres Wirkens. Wird auch nicht jede Blüte zur Frucht, wird auch nicht jede Frucht reif, der Landmann freut sich doch sehr und dankt doch Gott dafür, wenn die Bäume mit Blüten bedeckt sind. | ||
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| - | Dann wird die Gnade wieder gesehen an dem stillen treuen Aushalten in dem Streit gegen die Sünde, an dem stillen treuen Festhalten an der Gemeinschaft mit dem Herrn. Barnabas ermahnte die Neubekehrten, | ||
| - | |||
| - | Bei einem mehr geförderten Christen kann man an anderen Kennzeichen sehen, dass er Gnade besitzt. Wenn ein Mann in Demut und Liebe das Bild seines Herrn zur Anschauung zu bringen sucht, indem er sich Mühe gibt, selbst Unrecht zu ertragen, wie Jesus es tat (siehe 1. Petr. 2,19,24), wenn er für Gott, seinen Nächsten und das Königreich Gottes in der dienenden Liebe lebt, welche sich selbst für nichts achtet (Luk. 22,27. Joh. 13,13-15), wenn er sich in allen Dingen der Herrschaft des Geistes der Welt entzieht und sich der Herrschaft der Gnade ergibt als ein Mann, welcher ganz und gar von ihr geleitet werden will, o, dann kann man die Gnade bequem und herrlich an einem Solchen sehen. | ||
| - | |||
| - | Nur dürfen wir nicht meinen, alle Menschen könnten Gnade sehen. „Er hat unter uns gewohnt“, sagt Johannes, und „wir sahen Seine Herrlichkeit voller Gnade und Wahrheit.“ Und doch haben die Obersten dieser Welt dies nicht gesehen. 1. Kor. 2,7,8. Ja, nicht einmal alle Christen können Gnade sehen. Sie haben immer noch ein Bedenken, oder einen Zweifel. Die köstlichste Salbe gefällt ihnen nicht, weil noch eine tote Fliege darin liegt. „Da Barnabas die Gnade sah, ward er froh“ und dann heißt es weiter: „denn er war ein guter Mann und des heiligen Geistes voll.“ Er hatte Augen, um die Gnade zu sehen. | ||
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| - | Hieraus ergeben sich zwei große Lehren. Die erste ist diese: Lieber Christ, rede nicht nur von Gnade, nein, zeige auch Gnade! Gib dich ihr ganz und gar hin! Vertraue dich ihr mit ganzem Herzen an, indem du darauf rechnest, dass sie dich ganz übernimmt! Werde von ihr voll! Man wird sie an dir schon sehen. | ||
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| - | Doch, dass wir es recht verstehen: Es ist Gnade, welche gesehen werden muss. Es wäre denkbar, dass jemand in vieler Hinsicht die Früchte eines gottesdienstlichen Lebens zeigen könnte, ohne dass gerade Gnade bei ihm sichtbar würde. Die Merkmale der Gnade aber sind leicht zu nennen. | ||
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| - | Die tiefe Demut und die Niedrigkeit, | ||
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| - | Die zweite Lehre ist die: Lieber Christ, halte deine Augen offen, damit du überall, wo auch nur eine Spur von Gnade sich findet, dieselbe sehen, dich über dieselbe freuen und für dieselbe Gott danken kannst! Fehler bei andern zu erkennen, ist leicht und oft sehr sündlich. Aber Gnade zu erkennen, ist eine Tätigkeit, welche zur Verherrlichung führt. Er gibt Gnade, auf dass die überschwängliche Gnade durch Vieler Danksagen Gott reichlich preise. 2. Kor. 4,15; 9,12.13. Ein Mann, welcher stets wie Barnabas leben möchte, führt also ein Leben der Freude und der Verherrlichung Gottes. Zugleich ist sein Leben ein Leben des Segens für Andere. Dieselbe Gesinnung, welche die Gnade auch da erkennt, wo sie noch schwach ist, wird ja auch suchen, dieselbe zu ermutigen, wie Barnabas die Schwachen ermahnen bei dem Herrn zu bleiben, und so denen viel nützen, welche durch Gnade geglaubt haben. | ||
| - | |||
| - | Herr, lehre uns, stets so zu leben, dass man Gnade an uns sehe und dass es unsere Freude sei, Gnade an Anderen zu sehen! | ||
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| - | „Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken.“ | ||
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| - | ======Murray, | ||
| - | |||
| - | Apostelgesch. 18,27. \\ | ||
| - | **Denen, die gläubig waren geworden durch die Gnade.**\\ | ||
| - | Philipp. 1,29. \\ | ||
| - | **Euch ist gegeben, dass ihr an ihn glaubt.** | ||
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| - | Wenn das Wort Gottes es so deutlich sagt, welch ein Überfluss an Gnade zu finden ist, dann hat gar mancher noch das Bedenken: Da der Überfluss an Gnade ist wohl zu jeder Zeit da, aber doch nur für die, welche auch zu jeder Zeit glauben können und das kann ich nicht. Was hilft es mir, dass der Glaube Berge versetzen kann, wenn ich den Glauben nicht habe? Der Unglaube ist der erste und schwerste Berg, welcher versetzt werden muss. Und wie wird der versetzt? Alle Herrlichkeit und aller Reichtum der Gnade helfen mir ja nichts, wenn ich nicht zu derselben gelangen kann. | ||
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| - | Welch eine herrliche Antwort gibt nun das Wort der Gnade auf dieses Bedenken! Nämlich die, dass auch der Glaube das Werk der Gnade ist, dass die Gnade selbst dafür sorgen will, dass die Seele, welche sich ihr anvertraut hat, in Glauben zunehme. „Es wird auch aus Gnade gegeben, zu glauben,“ „aus Gnaden waren sie gläubig geworden.“ | ||
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| - | Was für eine Last wird nun von dem Herzen manches Bekümmerten genommen! Der Unglaube ist nun nicht mehr ein Berg, den wir aus eigener Kraft versetzen sollen. Nein, wir können unsere Sorgen wegwerfen und uns kindlich freuen, dass die Gnade, wenn anders es wirklich unser Wunsch ist, uns ganz und gar derselben anzuvertrauen, | ||
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| - | Ja, aus Gnaden wird es euch gegeben, dass ihr glaubt. Es stände in der Tat mit der Herrlichkeit der Gnade, mit ihrer Erwählung nach dem ewigen Ratschluss Gottes und mit der göttlichen Gewissheit der Seligkeit, welche sie geben will, gar schwach, wenn alles von dem Glauben, als einem Werk des Menschen, abhängen sollte. Nein, gleichwie die ganze Seligkeit aus Gnaden ist, so ist auch der Glaube aus Gnade und durch Gnade. Wenn sich die Gnade in der Person des Herrn Jesus einem Menschen naht, weckt und wirkt sie den Glauben durch das Licht ihrer Erscheinung. Der Glaube an das, und das Vertrauen auf das, was die Gnade tun will, die Erwartung ihres Segens ist stets das Vorzeichen, dass die Gnade in Tätigkeit ist, die erste Kundgebung ihres Nahens, um in einer Seele einzuziehen. | ||
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| - | Auf welche Weise sie den Glauben bewirft, wissen wir. Der Glaube kommt aus dem Wort Gottes. Die seligmachende Gnade ist erschienen allen Menschen und unterrichtet uns. Dadurch dass sie uns in dem Wort ihre Segnungen vorhält, erregt sie zuerst den Wunsch, das Bedürfnis und die Empfänglichkeit. Der Wunsch nach Gnade ist ein Zeichen, dass die Gnade bereits einen Eindruck auf die Seele gemacht hat. Dieser Wunsch wird dadurch, dass er die Verheißungen der Gnade beachtet, immer stärker, bis er in Vertrauen und Erwartung über geht. Durch die Gnade, welche in dem Wort der Gnade wirksam ist, glauben wir und lernen wir stets mehr glauben. | ||
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| - | Für das Gnadenleben können wir hier sehr wichtige Dinge lernen. Eine der wichtigsten Lehren ist die, dass wir Gott für den Glauben als für ein Werk Seiner Gnade danken. O lieber Christ! Weil dein Glaube noch so schwach und hinfällig ist, beschaust du ihn als dein Werk. Tue das doch nicht! Er ist ja Gottes Werk. | ||
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| - | Und ruht auch der Schatz in einem irdenen Gefäß, und scheint auch der Glaube so schwach und zweifelsüchtig zu sein, dass er durchaus nicht nach einem Werk Gottes aussieht, er ist doch Sein Werk. Durch Gnade bist du zum Glauben gekommen. Danke Gott dafür! Je mehr du Ihm dafür dankst, desto eher wirst du einsehen lernen, dass Er auch für die Vermehrung deines Glaubens sorgen wird. Allen Kummer über die Schwäche deines Glaubens wirst du dann wegwerfen, denn dann wirst du verstehen, dass die Gnade auch dies versehen wird. | ||
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| - | Noch eine Lehre, findet sich hier. Gar viele seufzen im Hinblick auf den Überfluss an Gnade. Was nutzt mir all der Reichtum? Ich habe den Schlüssel nicht, um zu diesem Schatz gelangen zu können. Mir fehlt die Kraft, die Gnade anzunehmen und festzuhalten. Den starken Glauben, welcher alles unternehmen kann, den anhaltenden Glauben, welcher sich den ganzen Tag an Jesus hält, welcher in jedem Augenblick sein Vertrauen bewahrt, diesen Glauben habe ich nicht, eines solchen Glaubens bin ich nicht fähig. | ||
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| - | O lieber Christ! Denke und rede doch nicht so! Erkenne doch endlich, dass der Glaube selbst ein Werk der Gnade ist! Er ist ein Werk, welches sie in dir mit Macht vollbringen will. Bis zu dem heutigen Tag hast du ihr Hindernisse bereitet dadurch, dass du selbst dafür sorgen wolltest. Mit Seufzen hast du vor dieser Aufgabe gestanden, als vor einem schweren Werk. O lerne es doch nun von der Gnade erwarten, dass durch sie dein Glaube bewahrt und vermehrt werden wird! Wende deine Augen der Gnade zu, ihren Reichtümern, | ||
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| - | Vergiss nur dies Eine nicht! Wende nur den Glauben an, den du schon hast! Nimm dir die Zeit, dich geradezu im Glauben zu üben! So oft du in dem Wort der Gnade liest, so oft du vor den Thron der Gnade trittst, so oft du an Gnade denkst, so oft unterwirf dich auch ihrer Einwirkung, welche dich zum Glauben an Gott führen will! Alles, was du von ihr hörst und siehst, ist ja dazu bestimmt, dich zum Glauben zu bringen! Dann wirst du mit Paulus bezeugen können: Die Gnade unseres Herrn, samt dem Glauben und der Liebe, die in Christo Jesu ist, ist desto reicher gewesen. | ||
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| - | „Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken.“ | ||
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| - | ======Murray, | ||
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| - | 1. Petr. 5,5. \\ | ||
| - | **Allesamt seid untereinander untertan und haltet fest an der Demut. Denn Gott widersteht den Hoffärtigen, | ||
| - | Jak. 4,6. \\ | ||
| - | **Er gibt reichlich Gnade. Sintemal die Schrift sagt: Den Demütigen gibt Er Gnade. ** | ||
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| - | Gnade führt zur Demut. Nichts in der Welt demütigt jemanden mehr, als eine unverdiente große Wohltat. Wenn Gottes unermessliche Gnade sich einer Seele recht zu offenbaren anfängt, nicht in Worten, wohl aber in Kraft, nicht in Hin- und Herreden, sondern durch Erfahrung, o dann wird der Mensch in seinen eigenen Augen so klein. Es kann ja auch gar nicht anders sein. Gnade ist ja unverdiente Gunst, welche Unwürdigen zuteil wird. Und alles, was sie von ihrem eigentlichen Wesen der Seele mitteilt, alles, was sie in der Seele zum Leben und Herrschen bringt, hilft nur dazu, das Gefühl der Unwürdigkeit zu verstärken. | ||
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| - | Daher auch die Tatsache, welche vielen so merkwürdig vorkommt: je mehr Gnade, desto mehr Demut. Viele meinen, Gott dürfe nicht so viel Gnade geben, weil wir sonst hochmütig werden würden. Sie sagen, es sei für sie nötig, immer wieder zu straucheln und zu sündigen, damit sie in der Demut blieben. Als ob die Sünde und nicht die Gnade zur Demut führte! Ach nein, je mehr wirkliche Gnade wir innerlich in unserem Leben genießen, desto demütiger werden wir. | ||
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| - | Daher auch die Tatsache, dass der starke Glaubensmann, | ||
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| - | Daher auch dies, dass Paulus in einem Atem sagen konnte: „Ich habe mehr gearbeitet, denn sie alle; doch nicht ich, sondern die Gnade Gottes, die mit mir gewesen ist.“ Ich nichts. Die Gnade alles. Empfing doch Paulus selbst in dem Augenblick, in welchem er in Gefahr war, sich zu überheben, und in welchem ihm sein Gebet nicht erhört werden konnten, eine neue Gnadenzusage, | ||
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| - | Gnade gibt Demut. Darum verlangt sie aber auch Demut. Sie fordert dieselbe bei jeder Bitte um mehr Gnade. Demut ist für sie ein Beweis, dass die bereits geschenkte Gnade nicht vergeblich geschenkt wurde, dass die Seele sie wirklich verstanden und sich angeeignet hat, das die Unterwerfung unter ihre Leitung aufrichtig war. Weil die Gnade die Seele so gerne dahin bringen will, dass sie mehr empfangen kann, darum macht sie es zu einem Bestandteil ihres Unterrichts, | ||
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| - | Lasst uns dies genau mit einander betrachten! In Demut zu beten, sich vor Gott zu erniedrigen, | ||
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| - | Diese Demut fällt uns nicht von selbst zu, oder aus dem Grund, weil wir ja nun einmal Gottes Kinder sind. Nein, sie muss ebenso, wie jede andere Gnadengabe der Gegenstand unserer Sehnsucht und unseres Gebetes sein. Vor allem muss sie der Gegenstand der Glaubensarbeit sein, welche wir in der Verbindung mit Jesus tun. | ||
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| - | Wenn ich mich als einen Menschen betrachte, welcher mit Christo gekreuzigt und der Sünde abgestorben ist, als einen verurteilten Verbrecher, an welchem das Fluchurteil bereits vollstreckt worden ist, und als ein Mann, welcher Gott in Christo lebt und ein Leben führt, welches durch aus nicht sein eigen ist, dann werde ich demütig leben, ja froh sein, dass ich nichts bin, auf dass Christus Alles in mir werde. Nur unter dem Kreuze, in der täglichen, lebendigen Gemeinschaft mit dem gekreuzigten Christus wird das alte „Ich“ unterdrückt. | ||
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| - | O lieber Christ, der du in der Gnade wachsen willst, hier ist eine Lehre für dich. Sich vor Gott zu erniedrigen, | ||
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| - | Herrliche Gnade! Um sie empfangen zu können, ist weiter nichts nötig, als dies, dass wir arm sind und nichts sein wollen. Herrliche Gnade! Wenn jemand arm ist, wenn er nichts hat und nichts sein will, dann sind alle Schätze der Gnade für ihn da. | ||
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| - | Herrliche Gnade! Sie verlangt nicht nur Demut, sie verleiht sie auch. Ich stehe nicht unter einem Gesetz: Sei niedrig, sei demütig! Ein solches Gesetz würde nur die Sünde vermehren. Ich stehe unter der Gnade. Ihre Vorschriften dienen dazu, mir kundzutun, was ich von ihr fordern muss, was ich aus ihrer Fülle erhalten kann. Ich muss ihr nur alle Tage erlauben, ihre wunderbare Herablassung mir zu zeigen; das wird mich niederbeugen. Ich muss es an meinem Jesus, meinem König, der doch voll von Gnade ist, sehen, wie die Demut sein größter Schmuck ist. In dem Verkehr mit ihm, im Anschauen und Bewundern Seines Bildes, im Erleben Seiner Gnade werde ich demütig. | ||
| - | „Er gibt reichlich Gnade“ sagt der Apostel Jakobus an der Stelle, in welcher er denselben Text zitiert, wie Petrus: Sprüche 3,24. Mehr Gnade! Ist das nicht dein Wunsch und dein Gebet, du Gotteskind? Lerne hier, dass du mehr Gnade empfangen kannst - nicht durch Anspannung deiner Kraft, nicht dadurch, dass du an andern vorbeistrebst und dieselben zu übertreffen suchst, sondern dadurch, dass du vor Gott klein und ein Nichts bist. Die tiefsten Täler erhalten stets das meiste Wasser. Selbsterniedrigung ist der königliche Weg zur Herrlichkeit. | ||
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| - | Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken. | ||
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| - | ======Murray, | ||
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| - | 1. Petr. 2, | ||
| - | **Denn das ist Gnade, so Jemand um des Gewissens willen zu Gott das Übel verträgt und leidet das Unrecht. Denn was ist das für ein Ruhm, so ihr um Missetat willen Streiche leidet? Aber wenn ihr um Wohltat willen leidet und erduldet, das ist Gnade bei Gott.** a | ||
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| - | Ja, das ist Gnade. Unrecht zu leiden und zu ertragen, das ist Gnade bei Gott, Gnade, welche man nicht immer bei den Christen sieht, Gnade, welche der Herr so gern bei alle denen sieht, welche Ihm nachfolgen (Vers 21,23; 3,17-18), Gnade, welche Er ganz gewiss geben will. Lasst uns danach trachten, auch dieses Stück der Herrlichkeit der Gnade recht zu erkennen und zu empfangen! | ||
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| - | „Was ist das für ein Ruhm“, sagt Petrus, „so ihr um Missetat willen leidet?“ Das ist keine besondere Gnade - die Natur lehrt es ja, wenn du eine verdiente Strafe erhältst und sie still ertragen musst. Und doch, wie viele Christen gibt es, die es noch nicht einmal so weit gebracht haben! Sie haben zwar Böses getan, aber sie halten eine Bestrafung für eine Beleidigung, | ||
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| - | Wie wenig verstehen sie darum von dem, was Petrus sagt: Unrecht zu leiden, wohlzutun und um dieses Wohltuns willen zu leiden, das ist Gnade. Ja, wie wenig verstehen im allgemeinen selbst die Christen davon! Wenn ich verleumdet worden bin, wenn mir eine Beleidigung zugefügt worden ist, wenn jemand sich undankbar gegen mich benimmt, oder wenn jemand mich fälschlicherweise beschuldigt und die Menschen mir verkehrte Beweggründe zuschreiben: | ||
| - | |||
| - | Für unsere Natur scheint dies zu schwer und zu hoch zu sein. Zornig werden, Recht suchen, eine scharfe Antwort geben, wieder vergelten, das sind die Waffen, mit denen die Natur, wenn sie Unrecht leidet, auch bei vielen Christen ihre Ehre geltend zu machen sucht. Sie können es sich nicht vorstellen, welch eine Ruhe es gibt, wenn man sich unter die Herrschaft des Lammes begibt und in der Sanftmut den Sieg über sich selbst, über die Sünde und den bösen Feind besitzt. O, lieber Christ, der du fragst: Was ist Gnade? Hier ist eine der Antworten Gottes: Unrecht leiden, das ist Gnade. Lies darum diesen Text noch einmal durch und überzeuge dich, ob dies hier wirklich geschrieben steht. | ||
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| - | Indessen ist es denn für die menschliche Natur möglich, so zu leiden, wie Jesus litt? Für den alten Menschen ist es völlig unmöglich, der neue Mensch aber kann es. „ Das ist Gnade“ - was will dieses Wort wohl anders sagen, als dies, dass es eine der Segnungen ist, welche in dem unendlichen Gnadenschatz des Herrn Jesus für uns bereit sind? Es ist eine von den Gnadengaben, | ||
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| - | Sie wird es geben und in dir wirken, indem sie dich vor allem in Lebensgemeinschaft mit Ihm führt, so, dass Sein Leben sich in dir offenbaren kann. O, lieber Christ! Erlebe es wieder und wieder, wie freundlich und geduldig der Herr Jesus deiner Unwürdigkeit gegenüber ist! Bleibe der Gnade treu, welche dich in jedem Augenblick trägt, bewahrt und segnet! Und es wird dir ein Bedürfnis werden, mit Unwürdigen so umzugehen, wie man mit dir umgegangen. Zeige es, dass das Gnade ist, in der Absicht, anderen öffentlich zu vergelten, was der Herr Jesus so überreichlich im Verborgenen an dir tut. Tue es in dem Wunsch, allen, die sich an dir versündigen, | ||
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| - | O, Vater! Lehre uns diese Wahrheit erkennen! Die wunderbare Gnade, welche man an Jesus sah, als Er hienieden wallte, die wunderbare Gnade, welche uns vom Himmel herab zu teil wird, ist auch die Gnade, welche von uns Besitz ergreift und an uns gesehen werden kann und nur dies Eine erstrebt, dass wir doch dahin kommen möchten, so zu leben, wie Er gelebt und so zu leiden, wie Er gelitten. | ||
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| - | „Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken.“ | ||
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| - | ======Murray, | ||
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| - | Joh. 1,14.16.17. \\ | ||
| - | **Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns und wir sahen Seine Herrlichkeit, | ||
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| - | Wir haben Seine Herrlichkeit gesehen, eine Herrlichkeit, | ||
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| - | Gleichwie die Gnade die höchste Herrlichkeit Gottes ist, so ist sie auch die höchste Herrlichkeit des eingeborenen Sohnes. Je mehr wir Seine Herrlichkeit durch die Erleuchtung des heiligen Geistes zu sehen bekommen, desto mehr erkennen wir auch, dass er voller Gnade ist. Es ist nichts als Gnade in Ihm. | ||
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| - | Welch ein Gedanke! Denk einmal über denselben nach! Du weißt, dass Gnade etwas ist, was uns angeht. Alles was Gnade ist, ist für uns da, für uns bereit und für uns gegeben. Und wenn wir erst die Herrlichkeit Jesu sehen, so sehen wir dieselbe voller Gnade: alle Herrlichkeit Gottes, die unendliche Vollkommenheit Gottes dazu dienend, uns die Gnade anzutragen und nahe zu bringen. Welch' eine Verbindung! Die ewige Gnade von der ewigen Herrlichkeit getragen, uns in dem Sohn voller Gnade geoffenbart. Die Allmacht, Weisheit, Herrlichkeit und Liebe, dazu das Leben des Sohnes alles voll, durchdrungen und ganz in Besitz genommen von der Gnade. | ||
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| - | Und das alles in einer lebenden Person. Das Wort, welches Gott war, ist Fleisch geworden. Der Eingeborene vom Vater hat unsere Natur angenommen und sich mit uns vereinigt als der Erstgeborene vieler Brüder. Damit die Gnade uns recht anschaulich, | ||
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| - | Das ist uns denn auch bei unserm Sinnen nicht entgangen. Hörten wir von der Herrlichkeit der Gnade, dem Reichtum der Gnade, der Überschwänglichkeit der Gnade, der Vermehrung der Gnade und von großer Gnade immer war es in Verbindung mit dem gesegneten Sohn Gottes. Eph. 1,6; 2.7; Röm. 5, | ||
| - | |||
| - | Gelobt sei der Name des Herrn! Wir haben die Gnade nicht nur gesehen, sondern auch aus ihrer Fülle Gnade um Gnade empfangen. Immer wieder, so oft wir sie gesehen haben, haben wir auch aus ihrer unerschöpflichen Fülle empfangen. Wir haben erkennen lernen, dass dies das Geheimnis des Herrn und Seiner Gnade ist: Wer von sich selbst absieht, zu Jesu aber und Seiner Gnade emporblickt, | ||
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| - | O, lieber Christ, schaue auf Jesum hin! Betrachte dies als deine Hauptaufgabe in deinem ganzen Gottesdienst! Fange keinen Tag an, stehe von keinem Gebet auf, sei mit keinem Lesen und Hören des Wortes zufrieden, unternimm keine Arbeit, ja lebe keine einzige Stunde, ohne dass du sagen kannst: Wir sahen Seine Herrlichkeit voller Gnade.“ Wenn du das tust, wirst du auch immer wieder hinzufügen können: „Und wir haben aus Seiner Fülle genommen Gnade um Gnade.“ | ||
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| - | Betrachte das Aufblicken zu Jesu nicht als eine schwere Arbeit, welche mit deinem Wandel und deiner Tätigkeit in dieser an Mühen so reichen Welt unvereinbar wäre. Das Licht der Sonne umstrahlt dich ja auch in jeder Stunde, auch wenn du nicht daran denkst. Es strahlt sein Licht auf alle deine Arbeiten aus, und du kannst deine Arbeiten nicht sehen, ohne das Licht zu sehen. Wenn du darum, lieber Christ, an jedem Morgen und auch sonst noch oft, dich mit Jesu verbindest, zu Ihm aufblickst und Ihn als dein Leben betrachtest, | ||
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| - | Lieber Christ! Nicht wahr, nu fängst du zu verstehen an, dass es möglich ist, in überschwänglicher Gnade zu leben? O, glaube doch an die Fülle der Gnade, von der wir in diesem Büchlein so viel gelesen haben! Diese Fülle liegt in dem lebendiger, mächtigen und freundlichen Jesus, welcher lebt, um sie mitzuteilen. Alles, was er von dir fordert, ist dies, dass du zu ihm aufblickst und auf ihn dein Vertrauen setzt. | ||
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| - | O, komm und sprich mit mir dein Vertrauen in dem Bekenntnis aus: „Gesegneter Jesus! Die Fülle deiner Gnade mit ihrem unerforschlichen Reichtum ist für mich da, ist für mich alles. Das glaube ich von ganzen Herzen. Du lebst, um als mein himmlischer Schatzmeister mir in jedem Augenblick zukommen zu lassen, was ich an Gnade nötig habe. Und wenn ich im Gefühl meiner Schwachheit auf dich und deine Fülle sehe, empfange ich aus dieser Fülle Gnade um Gnade. Amen.“ | ||
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| - | „Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken.“ | ||
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| - | ======Murray, | ||
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| - | Noch einige Texte, Gebetswünsche, | ||
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| - | 1. Petr. 5,10. **Der Gott aller Gnade, der uns berufen hat zu Seiner ewigen Herrlichkeit in Christo Jesu, derselbe wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vollbereiten, | ||
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| - | Das ist das für ein herrlicher Name, mit welchem Gott hier genannt wird: „der Gott aller Gnade.“ Und was ist das für eine herrliche Vorstellung von der Fülle der Gnade in dieser Aufzählung der Segnungen, welche der Christ von Ihm erwarten darf. Ist doch gerade dasjenige aufgezählt, | ||
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| - | Hier steht: Gott wird euch **vollbereiten**. Nun ist vollbereitet, | ||
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| - | Es heißt weiter: Er wird euch **stärken** oder **befestigen**. Nun kann ein Baum ein sehr guter Baum sein in dem Augenblick, in welchem er in den Boden eingepflanzt wird. Allein gut wachsen wird er so lange nicht, als er nicht feststeht. Er muss befestigt werden. Ebenso wird ein junger Christ oft durch Zweifel oder Erlebnisse, welche er nicht versteht, hin und her getrieben. Da ist es eine der herrlichsten Segnungen der Gnade, dass sie den jungen Christen stärkt und befestigt, so dass er nunmehr fest stehen kann. Apostelgesch. 16,5; Röm. 16,25; 1. Kor. 1,8; 2. Kor. 1,21; Kol. 2,7; Ps. 87,5. Ja, Gott selbst wird ihn befestigen. | ||
| - | |||
| - | Gott wird ihn auch **kräftigen**. Die Stärkung oder Befestigung weist mehr auf die Festigkeit des Glaubens und Willens hin, die Kräftigung aber auf die Vermehrung der Kräfte, um arbeiten und Früchte bringen zu können. Der Christ kann auf Gnade rechnen, welche ihn nicht nur stärkt, sondern auch kräftigt. Eph. 3,16; 1. Tim. 3,13; 2. Thess. 2,17; 3,3; 2. Tim. 2,1; Hebr. 13,9. Es gibt keine Arbeit für dich zu verrichten, kein Kreuz zu tragen und keinen Streit zu führen, zu denen dir der Gott aller Gnade nicht die Kraft geben wollte. Glaub es nur fest! Deine Arbeit siehst du, das Kreuz fühlst du, den Streit fürchtest du, von dem aber, was du nicht siehst, sei doch überzeugt in dem Glauben, dass der Gott aller Gnade selbst deine Kraft ist. „Lass dir an meiner Gnade genügen“, | ||
| - | |||
| - | Er wird euch **gründen**. Hier haben wir ein Bild eines Hauses, welches auf einem festem Grund steht. Dieses Bild soll auf die vollkommene Unbeweglichkeit hinweisen, welche die Frucht der Stärkung und Kräftigung ist. Matth. 7,25; Eph. 3,18; Kol. 1,23.27; 1. Petri 2,4-5; 2. Tim. 2,19. Es ist der Zustand unerschütterlichen Vertrauens, durch welchen der Gläubige so weit kommt, dass ihn nichts mehr in seiner Seelenruhe stören kann, dass er in allen Lagen seines Lebens weiß, was das heißt, im Vertrauen auf den Felsen seines Heiles fröhlich zu singen. Ps. 125,1. Welch eine Aussicht! Der Gott aller Gnade, der uns berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit, | ||
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| - | Der zweite Gebetswunsch ist dieser (2. Thess. 1,11 bis 12): „**Wir beten allezeit für euch, dass unser Gott euch würdig mache des Berufs und erfülle alles Wohlgefallen der Güte und das Werk des Glaubens in der Kraft, auf dass an euch gepriesen werde der Name unseres Herrn Jesu Christi, und ihr an ihm, nach der Gnade unseres Gottes, und des Herrn Jesu Christi.**“ | ||
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| - | Welch eine Vorstellung von der Gnade unseres Gottes und des Herrn Jesu und von dem, was nach dieser Gnade durch Gott selbst an uns geschehen soll! | ||
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| - | Gott selbst will an uns alles **Wohlgefallen seiner Güte erfüllen**. Hebr. 13,22. Ebenso will er das Werk des Glaubens und all das Tun, welches aus dem Glauben fließt und durch den Glauben vollbracht werden muss, mit Kraft vollbringen. Gal. 5,6; 1. Thess. 1,3; Jak. 2,26. So will Gott bewirken, dass der Name unseres Herrn Jesu an dir und an deinem Leben tatsächlich gepriesen werde und du an ihm. 2. Kor. 3,18. Dies Alles will Gott selbst an dir tun und zwar nach der Gnade, nach der Kraft und nach dem überschwänglichen Reichtum, welche in der Gnade unseres Gottes und des Herrn Jesu sind. Während du darum die Gnade betrachtest, | ||
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| - | Lieber christlicher Leser! Mit diesem Wunsch nehme ich Abschied: Gott stärke dich und mich, dies für Sein Volk stets zu erflehen, dies für uns selbst und für einander zu erbitten, dass Gott an uns alles Wohlgefallen Seiner Güte und das Werk des Glaubens mit Kraft erfülle, auf dass der Name unseres Herrn Jesus an uns verherrlicht werde, und wir an ihm, nach der Gnade unseres Gottes und des Herrn Jesu Christi. | ||
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| - | Dem aber, der überschwänglich tun kann über alles, das wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die da in uns wirkt, dem sei Ehre in der Gemeinde, die in Christo Jesu ist, zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. | ||
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