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-======Murray, Andrew - Wachset in der Gnade - Ein Wort zuvor zum Verständnis dieses Büchleins.====== 
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-Dieses Büchlein ist eine Frucht der Konferenz, welche am 14. und 15. Juni des Jahres 1876 zu Tulbagh gehalten wurde. Auf dieser Konferenz beschäftigte uns nämlich das Wort: „Wachset in der Gnade!“ Wir durften es erfahren, wie durch den Umgang der Kinder Gottes mit ihrem Herrn und unter einander die Herzen zu brennen anfingen und mehr als einem, auch den Verfasser, gegeben wurde, die Herrlichkeit der Gnade Gottes so wie nie zuvor zu schauen. 
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-„Ich wusste nicht, dass es so viel Gnade gibt,“ sagte bei ihrer Abreise eine Schwester, welche noch am Abend zuvor länger geblieben war, um ihre Not zu klagen. Und unwillkürlich floss dieses selbe Wort aus manchem Mund: „Ich wusste nicht, dass es einen solchen Überfluss an Gnade gibt.“ Der Segen aber, welchen wir bei der Betrachtung der wunderbaren Gnade Gottes empfangen, erregte in mir das Verlangen, auch Anderen etwas von demselben mitzuteilen und sie zu dem Zweck mit dem bekannt zu machen, was die Schrift über dieses Wort lehrt. Mit diesem Verlangen aber verband sich noch ein anderer Gedanke. 
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-Das Thema unserer Betrachtung zu Tulbagh: „Wie kann man in der Gnade wachsen und zunehmen?“ war nämlich im Hinblick auf die gewählt worden, welche dort im Jahr zuvor, während einer Zeit der Erweckung, zu dem Herrn gebracht waren. 
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-Auch dachte ich an andere Orte, an denen ich in den beiden letzten Jahren, im Verein mit anderen Brüdern, in besonderer Weise arbeiten durfte, an denen wir die große Freude hatten, dass nicht Wenige zu dem Herrn gebracht wurden. Vor allem denke ich an Graaff-Reinet, Worcester, Robertson, Kapstadt, Stellenbosch und Wellington. Allen jungen Christen an diesen und anderen Orten, von denen uns die Freudenbotschaft einer Neubelebung zugegangen war, wünschte ich etwas von dem Segen mitzuteilen, den der Herr uns zu Tulbagh schenkte. 
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-Das Wachsen in der Gnade ist einer der schwächsten Punkte in dem Leben manches wahren Christen. Zwar denkt er oft daran, er verlangt danach, ja er betet darum, aber es ist, als wolle es ihm nicht glücken. Und diese Tatsache erklärt sich vor allem daraus, dass er nicht weiß, von wem er das Wachsen erwarten und wie er der Zunahme teilhaftig werden kann. 
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-Nichts geht so leicht vor sich als das Wachsen, wenn nur die Bedingungen dazu vorhanden sind. 
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-Sieh nur einmal auf ein Kind! Ohne alle Mühe, ganz von selbst wird es groß. Es ist gesund, hat Speise, um zu essen, atmet die frische Luft ein, spielt und bewegt sich den ganzen Tag, schläft, wenn es müde ist und wächst, ohne dass jemand für sein Wachsen etwas tut. Ein gesundes kräftiges Leben ist die erste Vorbedingung jeglichen Wachstums. Und da kein Leben so gesund und kräftig ist, als das Gnadenleben denn es ist Gottes Leben in uns sollten und müssten eigentlich keine Kinder so gesund und kräftig wachsen, als Gottes Kinder. Ihr Leben ist ja ein Leben, welches mit göttlicher Kraft wächst und zunimmt. 
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-Nun ist es offenbar dringend nötig, dass jeder Christ dies wisse, damit er sich nicht vergeblich abmühe, durch seine eigene Tätigkeit innerlich zu wachsen, vielmehr freudig der Gnade sich anvertraue in der Gewissheit, dass sie sein Wachstum bewirken will. Je mehr er mit dem bekannt wird, was Gnade ist und tun will mit ihrer freien freundlichen Güte, welche niemals nach Würdigkeit fragt, mit ihrer göttlichen Allmacht, welche alles in uns vermag, mit ihrer treuen Ausdauer, welche nicht eher ablassen will, als bis ihr Werk vollbracht ist, desto mehr wird er ihr alles überlassen und durch diesen Glauben wachsen und zunehmen. Die erste Vorbedingung alles Wachstums ist ein gesundes kräftiges Leben. Nur wo sich dieses findet, kann von den anderen Bedingungen die Rede sein. Wir kennen dieselben. Es sind: Speise, Luft, Bewegung und Ruhe. 
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-Das Gnadenleben muss seine Speise haben: das Wort der Gnade und in demselben den Herrn Jesus selbst, das Wort des Lebens.  
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-Es muss seine frische Luft haben. Im Gebet, durch welches es dem Thron der Gnade naht, und durch den Geist der Gnade muss es die reine Luft des Himmels einatmen. 
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-Es muss Bewegung haben. Das Gnadenleben darf nicht untätig bleiben, sondern muss sich in Gehorsam gegen Gottes Willen, in der Arbeit seines Dienstes üben. 
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-Gesundes Leben bedarf weiterhin der Ruhe nicht weniger, als der Bewegung. Das Gnadenleben findet die Kraft zum Wachsen vor allem in dem Frieden und in der Ruhe, welche der Glaube uns gibt, durch welche wir frei von Furcht und Sorge sind. 
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-Rechnet man nun zu diesen Bedingungen noch die Pflicht, abzuwehren, was schaden kann und sich von allem rein zu halten, was der Gesundheit nicht zuträglich ist, so hat man alles, was zum Wachsen nötig ist. Von dem Einen und Andern hoffen wir in unserem Büchlein auf Grund des Wortes Gottes noch näher zu reden. 
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-Die Hauptsache ist und bleibt indessen die Tatsache, dass die Grundursache alles Wachstums ein gesundes und kräftiges Leben ist. So ist denn auch die Grundursache alles geistlichen Wachstums, die Kenntnis des gesunden, kräftigen, göttlichen Lebens, welches die Gnade uns übermittelt hat und selbst in uns erhalten will. 
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-Liebe junge Christen, an deren Herzen ich in den verflossenen Jahren arbeiten durfte, und ihr alle, die ihr in letzter Zeit euren Heiland kennen gelernt habt, ich bringe euch eine herrliche Botschaft: Die Gnade ist weit reicher, als wir geahnt haben. Darum kommt und lernt sie kennen! Geht mit mir zu Gottes Wort, um aus demselben zu entnehmen, was sie für uns tun will! 
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-Entsagt aller Anspannung eigener Kraft, aller Sorge, aller Furcht und allem Zweifel! Und überlasst das Wachstum eures inneren Lebens fröhlich der unendlichen Gnade, welche alles in uns vollbringen will. 
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-Meine Lieben! Ich reiche euch dieses Büchlein mit herzlichem Brudergruß und dem feurigen Gebetswunsch, dass Gott in euch und Seinem Volk Seine Gnade reichlich offenbare! 
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-Andreas Murray. 
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-======Murray, Andrew - Wachset in der Gnade - 1. Der Gnade Reichtum. ====== 
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-2. Kor. 9, 8. \\ 
-**Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken. ** 
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-Welch eine unerschöpfliche Verheißung! Und doch gibt es Christen, die nicht einmal wissen, dass sie in der Bibel steht! Ja, was noch schlimmer ist, es gibt gar manchen, der es weiß, aber keine Zeit finden kann, um sich einmal einen Augenblick still hin zu setzen und sich an diesem herrlichen Schatz zu erfreuen, welchen sein Gott hier für ihn niedergelegt hat. Es ist, als ob der Heilige Geist nicht Worte genug finden könnte, um es uns deutlich zu machen, dass in der Tat für uns an Gnade kein Mangel sein kann. Dreimal wird das Wort „alle“ und zweimal das Wort „reich“ in diesem einen Vers gebraucht. Die beste Auslegung wird die sein, dass wir den Vers Wort für Wort betrachten und zu erklären suchen. Der Heilige Geist aber, der Geist der Gnade, lege uns selbst den Reichtum dieses Wortes aus! 
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-„Gott kann machen“, welch herrlicher Gedanke! Wenn von der Wirkung der Gnade Gottes auf euch die Rede ist, muss nichts Geringeres als die Allmacht Gottes der Grund und das Maß eurer Erwartungen sein. 
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-„Allerlei Gnade“, nicht etwa bloß etwas, oder ein wenig von Seiner Gnade, sondern allerlei Gnade - ja, alles, was du von Seiner Gnade nur nötig haben kannst, oder zu tragen im Stande bist. 
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-„Dass sie reichlich sei.“ Er gibt also nicht allein genug, um auszukommen, sondern vielmehr in reichlichstem Überfluss.  
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-„Unter euch“, nicht für euch, sondern in der Tat unter euch, in eurer nächsten Nähe und persönlichsten Erfahrung. 
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-„Dass ihr in allen Dingen“, unter allen Umständen, in jedem Zustand, in welchen ein Christ kommen kann, zu jeder Zeit, keinen Augenblick eures Lebens ausgenommen, in welchem die Gnade nicht unter euch reichlich sei. 
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-„Volle Genüge habt,“ ohne Furcht, je in Mangel geraten zu können, je zu kurz zu kommen oder in Zukunft nicht genug zu haben. 
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-„Zu allerlei guten Werken“, nicht dann und wann zu einem einzelnen guten Werk, als zu etwas Besonderem, sondern zu allerlei guten Werken, zu welchen euch Gott ruft, sollt ihr bereit, ja 
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-„Reich sein“, so dass übereinstimmend alle Gnade unter euch reichlich sei und ihr reich seid zu allen guten Werken. 
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-O! Wie selig ist doch solch ein Leben in der Gnade Gottes mit der überströmenden und allmächtigen Gnade als dem Brunnen, aus welchem unser Leben und Wirken quillt. Allerlei Gnade, in allen Dingen, mit vollem Genügen, zu allerlei guten Werken! 
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-Warum aber erfahren wir Christen so wenig davon? Die Antwort des Herrn Jesus ist deutlich: „Um eures Unglaubens willen.“ Der Glaube hält sich an Gottes Macht, wie von Abraham geschrieben steht: „Er ward stark im Glauben, gab Gott die Ehre und wusste aufs allergewisseste, dass, was Gott verheißt, das kann er auch tun.“ 
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-Das ist das Geheimnis des Glaubenslebens, das der Machtlose sich auf den Allmächtigen verlässt. Das bringt eine wunderbare Verbindung zwischen den Beiden zu Stande, so dass es bei Beiden wahr wird, dass sie alles vermögen, wie die Schrift sagt: „Bei Gott sind alle Dinge möglich.“ „Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt.“ 
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-Nun weiß ich es. Gott kann es vollbringen, und ich, als ein Ohnmächtiger, habe nur auf Ihn zu sehen und Ihm zu vertrauen. Mein Glaube muss sich mit dem Überdenken, der Anbetung und Zueignung des Wortes: „Gott kann es machen“, nähren und stärken. Dem Glauben wird die Erfahrung bestimmt geschenkt. Nun weiß ich auch, warum ich trotz diesem für mich bereiteten Reichtum an Gnade und trotz der Allmacht meines Gottes, welcher dieselbe in mir reichlich mehren möchte, doch in dieser Gnade nicht mehr gewachsen und vorwärts gekommen bin. Ich wusste zu wenig, wie herrlich Gottes Verheißungen waren; und wenn ich sie auch in Gottes Wort las, war ich doch viel zu viel taub mit hörenden Ohren und blind mit sehenden Augen. Ich lebte so sehr in der Einbildung, ich wisse, was Gnade sei, dass es mir an der demütigen, kindlichen Lernbegierde fehlte, welcher allein die Gnade ihre Geheimnisse entdeckt. Gott schenke mir diese Begierde! 
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-Nun will ich danach trachten, das Wort Gottes zu untersuchen und zu vernehmen, was es mir über die Gnade sagt. Von der Gnade muss ich ja als ein Gotteskind alles erhalten. Werde ich mit ihr bekannt, lernte ich mit ihr umgehen, erlange ich ihre Gunst, übergebe ich mich ihr, so dass sie, was sie will, mit mir tun, und was sie vermag, an mir zeigen kann, dann weiß ich bestimmt, dass ich gewisslich ein Christ werde nach dem Sinn Gottes und zur Ehre Christi. 
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-„Wachset in der Gnade!“ Mit diesem Befehl werde ich zu der Gnade selbst gehen und zu ihr sagen, dass ich nichts, sie aber alles tun kann. Und wenn sie dann mit solchen Verheißungen sich mir zuwendet, wie ich sie diesen Morgen gelesen habe, dann will ich dieselben ist meinem Herzen aufnehmen, bewahren und überdenken, bis dass mein Gemüt von ihrer Kraft vollkommen durchdrungen ist. Ja, ich will am Tag hinausgehen und dieses herrliche Wort mir immer wieder vorsagen, bis dass es mit seiner göttlichen Lebenskraft in mir Glauben weckt und der Ausdruck meiner entschiedensten Erwartungen, der Jubelschrei meines sicheren Sieges wird: 
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-„Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken.“ 
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-======Murray, Andrew - Wachset in der Gnade - 2. Vermehrte Gnade.====== 
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-2. Petri 1,2-4. \\ 
-**Gott gebe euch viel Gnade und Frieden durch die Erkenntnis Gottes und Jesu Christi, unseres Herrn! Nachdem allerlei seiner göttlichen Kraft, was zum Leben und göttlichen Wandel dient, uns geschenkt ist durch die Erkenntnis des, der uns berufen hat durch seine Herrlichkeit und Tugend, durch welche uns die teuren und allergrößten Verheißungen geschenkt sind, nämlich dass ihr durch dasselbe teilhaftig werdet, der göttlichen Natur.** 
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-„Gott gebe euch viel Gnade!“ Dieser Zuruf steht an dem Anfang des Briefes, welcher mit der Ermahnung endigt: 
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-„Wachset in der Gnade!“ Wenn die Seele weiß, dass die Gnade vermehrt werden soll, bekommt sie Mut und Kraft zum Wachstum. Das rechte Verständnis dieses Wortes Petri trägt zu unserem Wachsen in der Gnade entschieden bei. Es lehrt uns, den Maßstab und das Mittel der Gnadenvermehrung zu erkennen. 
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-Der Maßstab wird uns angegeben in dem Wörtlein „nachdem“. Gott gebe euch viel Gnade, nachdem, in dem Maße wie euch allerlei Seiner göttlichen Kraft geschenkt ist, was zum Leben und göttlichen Wandel dient, in dem gleichen Grade, in dem euch die größten und teuren Verheißungen geschenkt sind. Die Gnade ist der unaussprechlich reiche Schatz, in welchem alles, was zum Leben und zur Gottseligkeit gehört, uns bereits geschenkt ist, darunter auch die teuren Verheißungen, durch welche wir der göttlichen Natur teilhaftig werden. Und nun ist des Apostels Segenswunsch: Gleichwie Gottes Kraft euch dieses alles in Christo geschenkt hat, also, nach diesem Maßstabe und nach keinem geringeren werde euch viele Gnade zu teil! 
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-O lieber Christ! Suche doch zu verstehen, was dein Gott für dich bereit hält! Seine göttliche Kraft hat dir bereits alles geschenkt, was zu einem Leben in Gottseligkeit gehört, auch die teuren Verheißungen, durch welche du der göttlichen Natur teilhaftig wirst. Und nun kommt Sein Wort zu dir mit dieser Belehrung: In demselben Grad, in dem Gott dir dies alles geschenkt hat, soll die Gnade noch vermehrt werden. Lerne darum, deine Erwartungen auf nichts Geringeres zu richten! Lerne, in deinen Gebeten nichts Geringeres zu begehren! 
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-Gottes Kraft hat alles geschenkt. Gottes Gnade will alles übermitteln und innerlich dir zueignen. So reich und überströmend, wie der Gnadenschatz, in welchem alles geschenkt ist, so reich und überströmend ist auch die Gnadenwirkung, welche euch zu diesem Reichtum führen und zum Ergreifen desselben erziehen will. Gleichwie Seine göttliche Kraft alles geschenkt hat, wird auch Seine Gnade in dem vermehrt, der es gläubig erwartet. 
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-Das Mittel aber, durch welches Gnade vermehrt wird, wird uns in diesem Spruch dreimal angegeben. Gott gebe euch viel Gnade „durch die Erkenntnis Gottes und Jesu Christi, unseres Herrn.“ Nachdem allerlei Seiner göttlichen Kraft uns geschenkt ist „durch die Erkenntnis dessen, der uns berufen hat“, durch „welche Erkenntnis uns die teuren und allergrößten Verheißungen geschenkt sind.“ Es ist die Erkenntnis Gottes und des Herrn Jesus, durch welche die Gnade gemehrt wird. Jerem. 9,24 (23); Joh. 17,3; Phil. 3,8; Ephes. 4,13; Phil. 1,9. 
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-Es kann ja auch gar nicht anders sein. Gnade ist ja nicht etwas, ein bestimmtes Ding, welches Gott gesondert von Sich selbst geben kann, so wie ich ein Stück einem Armen. Nein, die Gnade ist in Gott und Christus, von ihnen untrennbar. Sie ist das Leben der göttlichen Liebe, welches in Christo dem schuldigen Sünder zugänglich geworden, und kann allein in der lebendigen Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn genossen werden. Darum ist die Erkenntnis des Herrn Jesus und durch Ihn die Erkenntnis des Vaters das sichere Mittel zur Vermehrung der Gnade. 
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-Darum suche den Herrn Jesus recht zu erkennen, lieber Christ! Such ihn in Seinem Wort! Folge ihm auf Seinem Weg nach! Pflege den Gebetsumgang mit Ihm! Rechne auf den Heiligen Geist, dass Er Ihn in dir verkläre, dass Er dich erleuchte, dass Er es dir klar und deutlich mache, was Jesus für dich ist! Dann wirst du es zu sehen bekommen, dass Jesus voll von Gnade ist, nichts als Gnade, und dass alle diese Gnade tatsächlich und ganz gewiss für dich da ist. Diese Erkenntnis wird dein Verlangen wachrufen, dein Herz öffnen, deinen Glauben stärken. Die Gnade aber, welche du in Jesu siehst, wird dir zuströmen. Und dann wirst du in Ihm auch den Vater kennen lernen, als den Gott aller Gnade. Du wirst mit der Herrlichkeit und dem Reichtum Seiner Gnade so bekannt werden, dass sie dich beeinflussen müssen. Du wirst es erfahren, dass die Gnade sich dermaßen nach dem Sünder sehnt, denn sie hat keine Ruhe ohne ihn und ihre einzige Freude an ihm - dass sie sofort bereit ist, von jeder Seele, welche für sie nur empfänglich ist, Besitz zu ergreifen. Ach, dass doch die verkehrten Gedanken, welche wir uns über unseren Gott und den Herrn Jesus machen, verschwinden möchten! Lasst uns sehr um geöffnete Augen beten! Ephes. 1,17. Durch die Erkenntnis Gottes und des Herrn Jesus wird die Gnade sofort vermehrt. 
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-Das Wort Petri ist eine Bitte. Ach, dass wir es zu unserem Gebet machen möchten: Viel Gnade! Mehr Gnade! Vermehrte Gnade! 
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-Das Wort ist zugleich eine Verheißung, eine göttliche Zusage. Darum sprich nicht von Gnadentröpfchen, als ob du dadurch Gott verherrlichst. Vermehrte Gnade, überströmende Gnade, das ist das Wort, in welchem sich das Herz deines Vaters über dich ausspricht. Lies Röm. 5,17,20; 2. Kor. 4,15; 2. Kor. 9,14; Ephes. 1,8; 2,7; 1. Tim. 1,14! Deine Erwartung sei die: In derselben Weise, wie Seine göttliche Kraft alles geschenkt hat, wird auch Seine Gnade vermehrt werden. Ja, Vater, das lass doch jedem, der dieses Büchlein liest, zu Teil werden! Durch die Erkenntnis Deines Wesens und Deiner wunderbaren Liebe und durch die Erkenntnis des Herrn Jesus und Seiner Gnade lass doch Deine Gnade in uns mächtig werden und zunehmen! 
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-„Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken.“ 
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-======Murray, Andrew - Wachset in der Gnade - 3. Die Gnade des Herrn Jesus. ====== 
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-2. Kor. 13,13. \\ 
-**Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen! Amen.**  
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-Dieser Segenswunsch enthält eine Offenbarung der verborgenen Wirksamkeit der Dreieinigkeit zu unserer Erlösung. Er zeigt uns die Stelle, welche die Gnade in dem Haushalt des dreieinigen Gottes einnimmt. 
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-„Die Liebe Gottes“ heißt es hier. Liebe wird also dem Vater zugeschrieben, denn „Gott ist Liebe“; die Liebe ist das Wesen der Gottheit. Nun verstehen wir unter Liebe das Verlangen, sich selbst mitzuteilen und mit dem Geliebten vereinigt zu werden. Ist darum Gott Liebe, so muss er von Ewigkeit her Einen haben, den Er lieb haben kann, Seinen eingeborenen Sohn. In diesem Sohn ward der Mensch geschaffen und geliebt. In diesem Sohn hatte ihn Gott selbst nach dem Sündenfall noch lieb. 
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-„Die Gnade unseres Herrn Jesu.“ Gnade wird also dem Sohn zugeschrieben. Unter Gnade aber verstehen wir die Tätigkeit der göttlichen Liebe, durch welche sie im Verein mit Seiner Gerechtigkeit den Menschen aus Sünde und Tod erlöst hat. Gottes Gerechtigkeit ist die Glut der göttlichen Liebe. Sie verzehrt alles, was mit der Heiligen Liebe in Streit ist. In der Glut der Liebe schmilzt sie mit dem Geliebten zusammen. Zugleich aber verzehrt sie auch alles, was dieser innigen Vereinigung hindernd im Weg steht. Die verzehrende Glut der Liebe - das ist die Gerechtigkeit. Tatsächlich sind beide ein und dasselbe; dem schwachen Auge des Geschöpfes aber scheinen sie im Streit mit einander zu sein, da ja die Liebe festhält und segnet, die Gerechtigkeit aber abstößt und verzehrt. Dieser scheinbare Streit wird für den sündigen Menschen in der Gnade aufgehoben. Denn Gnade ist die wunderbare Vereinigung von Liebe und Gerechtigkeit, durch welche die Sünde gestraft und der Sünder nicht nur gerechtfertigt, sondern auch gerettet wird. Dass Gott den Sünder seiner Gerechtigkeit nicht zur Bestrafung übergibt, sondern vielmehr einen Weg zu bahnen weiß, auf welchem der Schuldige die verlorene Gerechtigkeit wiederfinden kann, das ist Gnade. Dass Gott willig und bereit ist, Seinen Sohn für diesen Zweck zu opfern, das ist Liebe. Alles, was in Christo liegt und uns geschenkt ist zur Versöhnung, Erlösung und Sünden-Überwindung, das ist Gnade. In Seiner erbarmenden Liebe hat Gott den gefallenen Sünder lieb, allein nur in Seiner Gnade kann diese Liebe den Sünder erreichen, wie es denn auch wiederum nur die Gnade ist, durch welche der Sünder zu wirklicher Gemeinschaft mit der Liebe Gottes zu gelangen vermag. 
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-Dies ist nun der Grund, aus dem die Gnade vor allem dem Herrn Jesus zugeschrieben wird. Die Gnade ist Gottes Gnade. Weil aber der Vater Seine Gnade in Seinen Sohn gesenkt und dieselbe in Ihm uns kund getan, darum sagen wir: „Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi.“ 
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-„Und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes.“ In der Gottheit ist der Heilige Geist das Band der Gemeinschaft, das Liebesband zwischen Vater und Sohn. In dem Werk der Erlösung hat der Heilige Geist dieselbe Aufgabe: Er ist das Gemeinschaftsband zunächst zwischen dem Herrn Jesus im Himmel und seinem Volk, danach zwischen uns und dem Vater und weiterhin zwischen allen Gläubigen, um sie, die doch eine Gemeinde bilden, auch zu einem Körper zusammen zu fügen. 
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-Nun wissen wir, warum die Gnade unseres Herrn Jesu Christi an erster Stelle steht. Sie ist für den Sünder der Grund und Anfang von allem Anderen. Ist sie doch nicht nur die Gabe, welche des Vaters Liebe reicht, sondern auch der Zugang zu dieser Liebe des Vaters, des Gottes aller Gnade. Sie ist der Brunnen, aus dem die Gemeinschaft des Heiligen Geistes quillt, wie der Heilige Geist, als Geist der Gnade, es ist, durch welchen uns alle Gnade zuströmt. 
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-So drückt denn das eine Wort, „Gnade“ den ganzen Umfang der Tätigkeit aus, welche die göttliche Liebe in der Person Jesu zu unserer Seligkeit entfaltet: zunächst in dem Gnadenratschluss der Erlösung, den der Herr in der Ewigkeit gefasst, danach in der Gnadentat unserer Versöhnung, die er in der Fülle der Zeit vollbracht, und zuletzt in der Berufung, Rechtfertigung und Verklärung des Gläubigen, welche er tagtäglich herbeiführt. Gnade ist daher der ganze Schatz an Segen, Leben und Kraft, welcher uns in Jesus eröffnet und erreichbar ist. Was schlösse die Gnade Gottes nicht alles ein? Das ewige Erbarmen, welches das Herz des Vaters erfüllte, bis dass es endlich in der Sendung des Sohnes überströmend zum Ausdruck kam; den unermesslichen Reichtum und die unermessliche Fülle der Gnade, welche in der erlösenden Liebe des Sohnes euch geschenkt sind; alle die gesegneten Gaben und Wirkungen des Heiligen Geistes, welche ein jeder aus der unzählbaren Schar der Erlösten nicht nur bezeugt, sondern auch zur Darstellung bringt; alles, was teuerwert und selig ist in dem Glauben, der Erfahrung und der Hoffnung des Gläubigen; alles, was unaussprechlich ist in der Erwartung der ewigen Seligkeit, welche alles Denken übersteigt: Dieses alles ist Gnade. 
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-Lieber Christ! Zum Genuss aller dieser Güter will dich der Herr Jesus führen. Er ist die Türe und der Eingang, durch welche du treten musst. Darum trachte vor allem danach, das Wort zu verstehen: „Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi sei mit euch.“ Willst du aber dieses Wort verstehen, so lebe in Ihm! „Gnade sei mit Euch“, ruft Er dir zu. Die Gnade will also dein Leben sein; zu allen Zeiten, an jedem Ort, in allen Dingen und zu allen Zwecken will sie, die Gnade Jesu, mit dir sein. nimm dieses Wort mit einem gläubigen Gemüte auf, gib dich ihm völlig hin und gib der Gnade die Gelegenheit, an dir zu tun, was sie vermag: sie wird ein herrliches Werk an dir verrichten. Zu der vollen Erkenntnis des Herrn Jesus wird sie dich führen, durch Ihn wird sie dich zum Verständnis der Liebe des Vaters bringen und so zu der völligen Gemeinschaft des Geistes leiten, welche zwischen Vater und Sohn besteht, zu jener völligen Geistesgemeinschaft, in welcher das Hohepriesterliche Gebet seine Erfüllung findet: „Dass sie alle eins seien, gleichwie Du, Vater, in mir, und ich in Dir, dass auch sie in uns eins seien.“ 
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-O lieber Christ! Nimm aus dem Wort, welches wir eben betrachtet haben, den Segen des dreieinigen Gottes: „Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch, Amen,“ mit einem fröhlichen betenden Herzen an und bewahre ihn als deinen kostbarsten Schatz. 
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-Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken. 
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-======Murray, Andrew - Wachset in der Gnade - 4. Der Unterricht der Gnade. ====== 
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-Titus 2,11. \\ 
-**Es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen und züchtigt (unterweist, belehrt) uns.**  
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-Die seligmachende Gnade unterrichtet uns. Sie wirkt nicht auf uns ein, als wären wir unwissend und vernunftlos, mit einer blinden, alles überwältigenden Zauberkraft, die alles mit einem Schlag vollbringt. Nein, sie unterrichtet uns. Wenn sie uns ihren Segen mitteilen will, kommt sie mit der Wahrheit Gottes zu uns und schenkt uns Erleuchtung. Durch die Erleuchtung erregt sie unser Herz in der Absicht, Heilsverlangen zu wecken. Mit diesem Heilsverlangen erregt sie unseren Willen, zu ringen und zu streiten, sodass, wenn Gott tätig ist, unser ganzes Wesen mitarbeiten muss. Mit göttlicher Weisheit und Vorsicht (Ephes. 1,8), mit heiliger Überlegung vollbringt sie ihre Arbeit. Es ist eine göttliche, an Taten reiche Machtwirkung, durch welche sie selig macht, das heißt, die Seligkeit Stück für Stück uns zueignet und übergibt. Und doch geschieht dies vollkommen im Einklang mit den Gesetzen, denen unsere menschliche Natur unterworfen ist. Denn sie macht uns selig durch ihren Unterricht. Willst du darum in der Gnade wachsen und ihre kraftvolle Lebensäußerung aus Erfahrung kennen lernen, so musst du suchen, mit ihr bekannt zu werden, hören, was sie dich lehrt und über das nachdenken, was dir Gott von ihr sagt. Von Gnade zu wissen, ist der sichere Weg, auch Gnade zu empfangen. Wie das Licht an dem ersten Tag geschaffen wurde und alles andere in dem Licht, so ist auch das Licht und die Erleuchtung der Gnade eine der ersten Segnungen des neuen Lebens. Die Gnade macht uns dadurch selig, dass sie uns unterrichtet. 
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-Ich habe mehr als einen Lehrer kennen gelernt, welcher immer klagt, er sage den Kindern, was sie tun müssen, aber sie wollten nicht auf ihn hören. Er wusste nicht, dass dies gerade ein Beweis dafür war, wie wenig geschickt er für seine Arbeit sei. Ein rechter Lehrer ist ein Mann, der den Kindern nicht allein sagt, was sie tun sollen, sondern auch sieht, ob sie es tun, und sie lehrt, wie sie es zu tun haben. Ein solcher Lehrer aber ist die Gnade. In der Zeit des alten Bundes war das Gesetz der Lehrmeister. Gal. 3,24. Aber dieser konnte weiter nichts sagen, als dies: Du sollst und du sollst nicht. Das Gesetz hat niemanden gelehrt, die Gerechtigkeit zu erfüllen. Seit der Zeit des neuen Bundes hat die Gnade die Erziehung der Kinder Gottes in ihrer Hand. 
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-Sie löst ihre Aufgabe, nicht wie das Gesetz es versucht mit Härte und Strenge, sondern mit unbegreiflicher Sanftmut. Und sie lehrt in der Tat, das zu tun, was sie verlangt. Sie sendet in unser Gemüt Strahlen himmlischen Lichtes. Sie erfüllt unser Herz mit himmlischer Freude. Sie stärkt unsere Seele mit himmlischer Kraft und teilt uns wirklich aus ihrem Schatz alles mit, was wir nötig haben. 
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-Und wenn wir nun wissen wollen, wie wir in der Gnade wachsen sollen, so müssen wir einfach an das Denken, was man in jeder guten Schule sehen kann. Wie wenig zerbricht sich doch ein Kind den Kopf über die Fortschritte, welche es machen muss, oder über die Arbeit, welche es im nächsten Jahre zu tun hat. Ale Sorge und allen Summer wälzt es auf den Lehrer. Der muss sagen, was es zu lernen hat. Der muss wissen, ob es vorwärts kommt. Der muss daran denken, ihm über jede Schwierigkeit hinweg zu helfen. Das Kind lernt seine tägliche Aufgabe und überlässt alles andere dem Lehrer. 
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-Welch herrliches Abbild der Art und Weise, wie es in Gottes Gnadenschule gehen muss! Junge und alte Christen beklagen sich so oft, dass sie in der Gnade nicht vorwärts kommen können. Sie wissen, dass es Gnade gibt, allein dieselbe scheint ihnen zu hoch, zu entfernt, ja völlig unzugänglich zu sein. Oftmals quälen sie sich geradezu und geben sich außerordentliche Mühe, zuzunehmen, ohne dass es ihnen glückte. Und warum glückt es ihnen nicht? Sie vergessen, dass sie in der Gnade selbst den allerbesten Lehrer haben, zu dem sie in jedem schwierigen Fall gehen und von dem sie getrost sagen können: „Er führt uns durch alles hindurch.“ 
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-„Die seligmachende Gnade unterrichtet uns.“ Lieber junger Christ, behalte dieses Wort! Dein Wachstum und Fortschritt in geistlicher Erkenntnis und Kraft ist der Gnade anvertraut. Sie will dich Tag für Tag unterrichten. Sie will dich in jedem Augenblick leiten und lenken. Sie will über die kleinste Kleinigkeit, wie über das große Ganze deiner Fortschritte in der Gottseligkeit mit unbegreiflicher Treue wachen. Du kannst dich mit unbedingter Gewissheit der Tatsache freuen: Unter ihrer Leitung geht es mit mir bestimmt vorwärts. 
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-Nur zwei Dinge verlangt sie von dir. Das Eine ist, dass du auf sie vertraust und ihr die Ehre gibst. Tu dies, indem du Gott Tag für Tag dafür dankst, dass Er sie dir gegeben hat! Hege und pflege die bestimmte Erwartung, dass sie dich reichlich und mit Überfluss segnen wird! Lass deine Seele sich von aller Unsicherheit zu dem fröhlichen Vertrauen erheben: Ich bin bei der seligmachenden Gnade in der Schule, sie muss dafür sorgen und wird dafür sorgen, dass ich in der Gnade und Erkenntnis des Herrn Jesus wachse. 
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-Das zweite ist, dass du ihr gehorsam bist. Lerne kindlich Tag für Tag deine Aufgabe, jede Aufgabe, die sie dir gibt, auch die kleinste! Gib dir Mühe, ihre Stimme durch Stille und Aufmerksamkeit zu vernehmen! Sie wird dir sagen, ob etwas dem Herrn angenehm oder unangenehm ist. Verschmähe um alles in der Welt ihren Unterricht nicht! Lass dich von ihr unterrichten durch das Wort Gottes, welches sie dir erklärt, durch dein Gewissen, in welchem sie zu dir spricht, durch die Erfahrungen aus der Welt der Vorsehung, welche dir zu Teil werden, durch den Einfluss deines Nächsten auf dich, oder wodurch sie auch sonst noch dich zu belehren sucht! In allem betrage dich so, wie es sich für einen Schüler der Gnade ziemt! Wenn du das tust, kann ihr Unterricht nicht vergeblich sein, wird sie dich tüchtig fördern und zu einem wahrhaft vor Gott gelehrten Mann machen. 
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-Schenkst du ihr dieses Vertrauen und diesen Gehorsam, so hast du nichts zu fürchten. Und wenn du unter ihrer Leitung eine neue Wahrheit in dem Wort Gottes entdeckst, oder eine alte Wahrheit mit neuer Klarheit erkennst, so nimm dies als einen Segen Gottes hin. Bete und erwarte, dass die Gnade durch Herbeiführung eines immer tieferen Verständnisses die Wahrheit in dem Herzen lebendig werden lässt! Und wenn du dies nicht sofort fühlst, bleibe nur treu in dem, was deine Aufgabe als Schüler ist! Gehe immer treuer mit dem Lehrbuch um, welches die Gnade dir in die Hand gab, mit dem Wort der Gnade! Denke an das, was dieses Wort dir sagt, und denke darüber nach! Das ist deine Aufgabe. Gottes Gnade wird dafür sorgen, dass es in dir Licht, Leben und Kraft wird. Sie bewirkt dies in deinem Innersten durch die Übermittlung der Erkenntnis dessen, was Gott will. Durch diese Erkenntnis wird fortwährend die Gnade vermehrt. Zuletzt wirst du sehen, wie du dich ihr ganz und gar übergibst, wie dir ein herrlicher Unterricht erteilt wird, an den du nimmer gedacht, von dem du gar nichts geahnt. Bist du dann fleißig und eifrig, zu lernen, so wird sie dir dazu helfen, in die höheren Klassen zu kommen und über das nachzudenken, was sie über die Kraft des Glaubens, die Seligkeit der Liebe, die Überwindung der Sünde und den Segen lehrt, welcher in alledem für den Nächsten liegt, lauter Dinge, an welche du in deinem Herzen nie gedacht. 
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-Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken. 
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-======Murray, Andrew - Wachset in der Gnade - 5. Die seligmachende Gnade. ====== 
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-Tit. 2, 11-14. \\ 
-**Es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen, und züchtigt uns, dass wir sollen verleugnen das ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüste, und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt, und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unseres Heilandes, Jesu Christi, der sich selbst für uns gegeben hat, auf dass uns erlöste von aller Ungerechtigkeit, und reinigte ihn selbst ein Volk zum Eigentum, das fleißig wäre zu guten Werken. In diesem Worte ist von der Erziehung die Rede, welche die seligmachende Gnade ihren Schülern gibt. Die Gnade nimmt den gottlosen Sünder zwar so an, wie sie ihn findet, aber sie lässt ihn nicht so, wie er ist. Sie gibt ihm eine himmlische Erziehung, denn sie ist von dem Himmel herabgestiegen, um das sind für den Vater im Vaterhaus zu bereiten. Beachtet nun alle, die ihr Gnade empfangen habt und nach mehr Gnade dürstet, welche Punkte es sind, über die sie euch belehren will. Unser Text fast alles in folgenden vier Punkten zusammen: Lebe nicht für die Sünde und Welt, lebe vielmehr dem Willen Gottes gemäß, lebe in der Erwartung der Wiederkunft Jesu und lebe in dem Glauben, dass Er dich Sich selbst zum Eigentum erlöst hat.** 
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-Erster Punkt. Wir sollen das ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüste verleugnen. O lieber Christ, verleugne jede Sünde! Dulde keine einzige Sünde - auch nicht die kleinste! Christus ist ja erschienen, dass, gleichwie früher die Sünde geherrscht, von nun an die Gnade das Zepter führe. Darum bringe jede Sünde zur Gnade! Sie wird die Sünde überwinden und töten. Sie ist ja seligmachende Gnade. Sie macht selig, von Sünde los. Was aber von der Sünde gilt, gilt ebenso von den weltlichen Lüsten. O lieber Christ! Verleugne mit der Gottlosigkeit auch alle weltlichen Lüste! Willst du aber ernstlich wissen, was weltliche Lüste sind, die Gnade wird es dir kund tun. Sie wird die himmlische Gesinnung in dir hervorrufen, sie wird dich innerlich erneuen und dir durch die Liebe des Vaters ein feines Gefühl dafür geben, was von dem Geist Gottes stammt, und was aus dem Geist dieser Welt hervorgeht. Matth. 4,1-11; Röm. 12,2; Eph. 5,8,10,17; 1. Joh. 2,15,16. Ein Christ, welcher sich gänzlich der Erziehung der Gnade überlässt, kann vieles sehen und schmecken, wovon ein anderer nichts weiß. 
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-Die zweite Aufgabe ist die, dass wir züchtig, gerecht und gottselig leben sollen in dieser Welt. Darum lebe züchtig und mäßig, lieber Christ! Trachte nicht danach, so viel zu besitzen und zu genießen, als dir nur irgendwie möglich ist! Frage dich nicht stets: Was ist mir erlaubt? Selbst das Erlaubte kann dir sehr gefährlich werden. Lebe vielmehr züchtig und mäßig, ruft dir die Gnade zu, und zwar nicht nur leiblich im Essen, im Trinken und in der Kleidung; nein, lebe auch züchtig und mäßig im Besitz und Gebrauch alles dessen, was Gott dir gibt, selbst im Gebrauch geistiger Gaben, in dem Genuss, welchen Freundschaft mit sich bringt und Glück zu bieten vermag. Röm. 12,3; 2. Kor. 10,13-14; Matth. 10,37-39; 16,24; Luk. 21,34; 1. Kor. 7,29-31; 1. Tim. 6,6-9. Wer auf der Reise an seinem Weg zu viele Blumen pflücken will, kommt nicht recht vorwärts. Ein schwer beladener Soldat ist nicht zum Kampf geschickt. 1. Kor. 9,25; 2. Tim. 2,4. 
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-Die Gnade aber lehrt, dass ein Herz, welches von ihr voll geworden ist, alles fahren lassen kann, und dass dieses Herz, wenn es ihr kindlich folgt, auch lernt, worauf es verzichten muss. 
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-Und weiterhin, lieber Christ, lebe gerecht! Trachte nach Gerechtigkeit in dem Umgang mit deinem Nächsten! Dein Wort sei lauter und rein wie Gold; deine Losung: "Lieber sterben, als einen andern widerrechtlich benachteiligen!" deine Richtschnur das königliche Gesetz der Gnade: Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst. Handle so, wie Gott selbst handelt! Bei Ihm ist keine Ungerechtigkeit. Die Gerechtigkeit aber ist ein Erkennungszeichen der Kinder Gottes. 1. Joh. 3,7,10. 
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-Zum dritten, lieber Christ, lebe gottselig! Bei dieser Mahnung hat der Herr die Gesinnung im Auge, welche du Gott gegenüber haben musst. Und diese Gesinnung kannst du bei der Gnade lernen. Je mehr Gnade du in dich aufnimmst, desto mehr zarte, ehrerbietige Gottesfurcht strömt dir zu, welche als eine Gabe aus der Höhe der köstlichste Schmuck des Begnadigten ist; das Zeichen davon, dass der Unendliche in dem Innersten seines Kindes eingekehrt und dass demselben diese Einkehr des Unendlichen zum Bewusstsein gekommen ist. 
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-Die dritte Aufgabe ist die, dass wir auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unseres Heilandes Jesu Christi warten sollen. Darum lebe in der Hoffnung, lieber Christ, dem Herrn Jesu noch zu begegnen! Jede Schule hat ein Endexamen. Ist dasselbe bestanden, so ist die Zeit des Unterrichts vorbei. Auf dieses ermutigende Ziel weist darum jeder Lehrer gern hin. Nicht anders die Gnade. Die seligmachende Gnade verweist auch auf ein vor uns liegendes Ziel, auf den Heiland, auf die selige Hoffnung, Ihn zu sehen und bei Ihm zu sein. Die Gnade ist bereits erschienen. Die Herrlichkeit aber wird erst noch erscheinen. Gnade und Herrlichkeit sind beide in Jesu allein. Ein Unterschied aber besteht. So lange wir unter der Gnade stehen, sehen wir alles wie durch einen Spiegel in einem dunklen Wort, sobald aber die Herrlichkeit erscheint, sehen wir Ihn von Angesicht zu Angesicht und sind wir Ihm gleich. Darum sagt auch die Gnade: Erwarte den Herrn Jesus! 
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-Die vierte Aufgabe behandelt das Thema, dass Jesus Christus Sich selbst für uns dahin gegeben, auf dass Er uns erlöste von aller Ungerechtigkeit und reinigte Ihm selbst ein Volk zum Eigentum, das fleißig wäre zu guten Werken. Darum lebe, lieber Christ, in dem Glauben an den, der sich für dich dahingegeben hat. Gal. 2,20; 2. Kor. 5,15. In Ihm hast du, worauf dein Vertrauen sich gründet, was dir die Gewissheit gibt, erlöst zu sein, und was dir die Kraft zur Heiligung verleiht. Er ist der Brunnen, aus dem deine Liebe quillt, die Richtschnur deines ganzen Lebens. Das ist und bleibt der Hauptpunkt in dem Unterricht der Gnade: Er gab Sich für dich hin, um dich für Sich zu besitzen, Er erlöste dich und andere von aller Ungerechtigkeit, damit ihr ein Ihm gehörendes Heiliges Volk würdet. 
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-Was sind das für herrliche und wichtige Aufgaben! Lasst uns freudig darauf rechnen, dass die Gnade uns durch ihren seligmachenden Unterricht zu einem gründlichen Verständnis dieser himmlischen Wahrheiten führen wird! Glücklich ist der Christ, der sich von Herzen von der Gnade unterrichten lässt! Sie unterrichtet uns nicht das durch, dass sie uns sagt, was wir sein sollen - das tat ja das Gesetz, ohne dass wir es gelernt hätten. Nein, die Gnade lehrt uns wirklich, zu sein, was wir sein sollen, denn sie wirkt selbst in dem willigen Schüler, was sie verlangt. Sie öffnet die Lebensschätze himmlischer Kräfte, welche in Jesu liegen, und teilt durch ihren Unterricht aus dem Heiligtum mit, was ihr anvertraut ward. O wie reich bist du, himmlische Gnade! Wie glücklich ist der Mann, den du unterrichtest! Wer sollte sich dir nicht anvertrauen wollen? Muss doch der Einfältigste Mut schöpfen, wenn er weiß, dass seine Ausbildung in deiner Hand liegt. 
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-Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken. 
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-======Murray, Andrew - Wachset in der Gnade - 6. Das Wort der Gnade.======  
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-**Der Herr bekannte sich zu dem Wort Seiner Gnade. Dass ich vollende das Amt, das ich empfangen habe von dem Herrn Jesus, zu bezeugen das Evangelium von der Gnade Gottes.** Apostelgesch. 20,24. \\ 
-**Ich befehle Euch Gott und dem Worte Seiner Gnade. **Apostelgesch. 20, 32.  
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-Willst du wachsen und zunehmen, so kannst du gesunde Speise nicht entbehren. Ein Christ aber hat seine Speise in dem teuren Wort Gottes, feste Speise für die, welche stark sind, und vernünftige unverfälschte Milch für neugeborene Kindlein, welche durch dieselbe zunehmen sollen. 1. Petri 2,2. Gottes Wort wird mit Recht das Wort Seiner Gnade genannt. Will ich in der Gnade wachsen und stark werden, will ich, dass die Gnade sich in mir mehre und zunehme, so brauche ich mich nur an das Wort der Gnade zu halten. Und denke ich nur einen Augenblick darüber nach, weshalb es so genannt wird, so weiß ich auf einen Schlag, wie ich es anwenden muss. 
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-In dem Wort Gottes wird die Gnade geoffenbart und kund gemacht. Alle Geheimnisse der ewigen Gnade Gottes, alle Segensschätze, welche die Gnade für mich bereit hält, die Fülle und den Reichtum der Gnade, welche in dem Herrn Jesus liegen, - dies alles kann ich nur aus dem Wort Gottes kennen. Dieses alles wird einem jeden bekannt, welcher dieses Wort in Treu und Glauben benutzt. Vom Anfang bis zum Ende offenbart die Heilige Schrift die verborgene Gnade Gottes. 
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-Mehr noch! Gottes Wort ist voll von Gnade. Seine Aussprüche sind gnädige Worte. Der Geist der Gnade hat sie eingegeben und ausgesprochen, ja er lebt in ihnen. Sie gehören zu den herrlichsten Gaben, welche die Gnade verleiht. Aus diesem Grunde erschließen sie sich aber auch nur der Seele, die sich Gnade zu suchen naht. Einem rein verstandesmäßigen Denken, einem selbstgerechten Ringen und Streben und einer seufzenden Mutlosigkeit sind und bleiben die Aussprüche der Heiligen Schrift unverständlich. Die Seele aber, welche nach Gnade hungert und auf Gnade hofft, kann in ihnen die Gnade schmecken, süßer als Honig und Honigseim. Gottes Wort ist die Wohnung der Gnade. Wer sie da sucht, findet sie ganz gewiss. 
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-Weiterhin wird Gottes Wort von der Gnade benutzt. Die Gnade besitzt kein Mittel, welches geeigneter dazu wäre, sich selbst mitzuteilen, als Gottes Wort. Es ist wunderbar, welch' ein Strom von Gnade einer einzelnen Verheißung, ja bisweilen einem einzelnen Wort entströmen kann. Darum muss ich mich nur daran gewöhnen, die beiden Worte: „Wort Gottes“ und „Gnade“ stets in einem Gedanken zu verbinden, so oft ich das Wort Gottes in die Hand nehme, mich in den Unterricht und unter den Einfluss der Gnade zu begeben, dann wird der Segen des Herrn nicht ausbleiben. Gottes Wort ist das Lehrbuch, mit dem uns die seligmachende Gnade unterrichtet. Setze ich mich mit ihm zu den Füßen der Gnade, so lerne ich ganz gewiss. Ach, dass uns Gott lehren möchte, so an die Gnade zu glauben und in der Gnade zu leben, dass wir das Wort Gottes gar nicht aufschlagen können, ohne zugleich den fröhlichen Gedanken zu haben: Ich kann auf dies Eine rechnen, dass die Gnade, die ewige allmächtige Gnade Gottes mich in dem Wort der Gnade unterrichtet. 
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-Auf diese Weise dringt die Gnade durch Gottes Wort in unser Herz. Sie muss uns ja zuströmen, in unserem Herzen überströmen und sichtbar werden. Dies alles geschieht durch Gottes Wort. Lies nur einmal, was die Heilige Schrift über die Wirkung dieses Portes sagt: Joh. 8,31-32; 17,17; Röm. 1,16; 1. Thess. 2,13; 1. Petr. 1,22-23. 
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-Gottes Wort spricht darum nicht nur von Gnade, nein, es übermittelt auch Gnade. Es ist nicht allein gnadenreich, sondern macht uns auch reich an Gnade. Es wird nicht nur von der Gnade dazu benutzt, um uns mit der Gnade Jesu bekannt zu machen, sondern verpflanzt auch diese Gnade in unser Herz. Wie die Speise, welche ich zu mir nehme, in mein Fleisch und Blut übergeht und meine Lebenskraft wird, so ist das Wort der Gnade das himmlische Nahrungsmittel, durch welches das Gnadenleben erstarkt. Der Mann, welcher das Wort Gottes wirklich in seine Seele aufnimmt, über das Wort Gottes eifrig nachdenkt, seinen Vorschriften gemäß redet und betet, und überhaupt in ihm lebt, wird in der Gnade stark werden; denn Gottes Wort ist das Wort der Gnade. 
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-Ihr jungen Christen, kommt und hört zu! Ich will euch etwas sehr Wichtiges erklären. Mancher von euch klagt, es sei so schwer für ihn, das Wort Gottes zu verstehen, oft sei ihm Gottes Wort im Kämmerlein zu lesen eine Last und keine Lust. Ihr findet nicht die Freude und erlangt nicht den Segen, den euch eine menschliche Erklärung des Wortes Gottes verschafft, wenn ihr mit diesem Wort allein seid. Es wäre euch lieb, zu erfahren, wodurch dies anders werden kann. 
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-Ich kann es euch sagen. Nehmt Gottes Wort als das Wort der Gnade zur Hand! Das heißt: Bedenkt und glaubt, dass es die ewige, unaussprechlich liebevolle Gnade Gottes ist, die dieses Wort ausgesprochen, die in diesem Worte wohnt, die tatsächlich auf den Augenblick wartet, an dem sie es euch kund tun und seinen Segen euch mitteilen kann. Glaubt dies ganz gewiss! Und wenn sich in euch die Frage erhebt: Warum geht es mit ihrem Unterricht so langsam? Dann merkt euch, dass sie sich mit großer Geduld eurer Schwäche anpasst. Sie würde euch gern gleich alles auf einmal lehren. Allein, als gute Lehrmeisterin, darf sie dies nicht tun. Sie kann und darf euch stets nur so viel geben, als euer Gemüt in herzlichem Verlangen und Glauben aufzunehmen vermag. So viel aber, wie ihr aufzunehmen im Stande seid, wird sie euch mit göttlicher Kraft übermitteln. Darum nehmt das Wort Gottes mit einer kindlichen und freudigen Zuversicht zur Hand! Ist es doch voll von lieblicher lebendiger Gnadenkraft. Über diese Tatsache freut euch, auch wenn ihr einmal nehmt besonderen Segen bei der Betrachtung des göttlichen Wortes erhaltet. Ihr habt in ihm einen unerschöpflichen Gnadenschatz. Das glaubt jeden Tag aufs Neue! Das nehmet immer wieder mit ganzem Herzen an! Dafür dankt dem Herrn, eurem Gott! Wenn ihr das tut, werdet ihr es gar bald aus Erfahrung wissen: Gottes Wort ist das Wort der Gnade. Der Mann, welcher dieses Wort in sein Herz aufnimmt, wird auch an Gnade reich. 
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-Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken. 
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-======Murray, Andrew - Wachset in der Gnade - 7. Der Gnadenthron. ====== 
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-Hebräer 4,14 u. 16. **Dieweil wir denn einen großen Hohenpriester haben, lasset uns mit Freudigkeit hinzutreten zu den Gnadenstuhl, auf dass wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden auf die Zeit, wenn uns Hilfe not sein wird.**  
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-Zum Wachstum eines Menschen ist frische Luft nicht weniger nötig als gesunde Speise. Für einen Kranken oder Schwachen haben die Ärzte oftmals keinen besseren Rat, als den, ihn in das Hochgebirge zu senden, damit er durch die reine Luft, welche dort weht, gekräftigt werde. Nimmt doch die Esslust daselbst zu und werden doch die Kräfte daselbst herrlich erneut. Nicht anders, wenn ein Christ die Höhen des Gebetslebens erklimmt und die reine frische Luft der Ewigkeit einatmet, welche der geistliche Lebensodem ist. Dann wird sein Wachstum in der Gnade kräftig und gesund. Das Gebet ist ein unentbehrlicher Teil des Gnadenlebens. Aus diesem Grund heißt der Thron Gottes der Gnadenthron. 
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-Der Thron ist der Sitz eines Königs, der Mittelpunkt seines Königreichs, der Gegenstand, an dem man erkennen kann, was ein König ist und welche Bedeutung sein Königreich hat. Dementsprechend ist der Thron Gottes „hoch und erhaben“, Jes. 6; der Mittelpunkt des Reiches der Herrlichkeit, alle göttlichen Kräfte, durch welche das All erhalten und regiert wird, strömen unaufhörlich von ihm aus, alle Majestät des Königs aller Könige wird an ihm, ihrem Brennpunkt, kund; darum heißt es von diesem Thron, dass er ein Thron seiner Heiligkeit ist und ein Thron seiner Herrlichkeit. Psalm 67,9; Matth. 25,31. „Sein Stuhl war eitel Feuerflammen, sagt Daniel, und desselben Räder brannten mit Feuer.“ 
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-Seit dem Augenblick aber, in dem sich der Herr Jesus auf diesem Thron niedergelassen, hat derselbe einen neuen Namen: Der Gnadenthron. Weil mit der Himmelfahrt des Heilandes Gottes Gnade zur vollen Herrschaft über die Sünde gelangt und Gottes Sohn durch seinen Vater mit schrankenloser Macht über alles, was im Himmel und auf Erden, als priesterlicher König auf den Thron erhoben worden ist, um seine Gnadenfülle auszuteilen, darum trägt der Thron Gottes diesen gesegneten Namen: Der Gnadenthron. Gott will, dass seine Kinder keinen anderen Gedanken über ihn, seine Herrlichkeit und seine Regierung haben sollen, als den, dass alles in ihm Gnade und nichts als Gnade ist, und dass sie in dem Vertrauen ihm nahen sollen. Wie denn geschrieben steht: Dieweil wir einen solchen Hohenpriester (auf dem Thron) haben, lasst uns mit Freudigkeit hinzutreten (in unseren Gebeten). 
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-„Auf dass wir Barmherzigkeit und Gnade finden.“ Barmherzigkeit ist die Gesinnung, welche sich über die Elenden erbarmt, Gnade ist die Gabe, welche diese Barmherzigkeit schenkt. Aus diesem Grunde konnte David beten: „Sei mir gnädig nach deiner großen Barmherzigkeit!“ Weil Jesus der Hohepriester ist, welcher Mitleid mit uns hat, erlangen wir Barmherzigkeit, und weil er der Priester auf dem Throne ist, finden wir Gnade. 
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-„Auf die Zeit, wenn uns Hilfe not sein wird.“ Es ist eins von den Gesetzen über die Austeilung der Gnade, dass sie nicht im Voraus geschenkt wird und dass sie nicht aufbewahrt werden kann. Gnade muss vielmehr von Augenblick zu Augenblick frisch empfangen und dann sofort in Gebrauch genommen werden. Gott hilft zu der Zeit, in welcher uns Hilfe not ist. Er kommt weder einen Augenblick zu früh noch einen Augenblick zu spät. Gnade kommt stets im rechten Augenblick. In der Zeit, in der es not ist, das heißt in der Stunde, in der es darauf ankommt, finden wir Gnade. 
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-Gnade ist also zu finden. Es ist ein Ort von Gott bestimmt, an dem die Gnade ganz gewiss zu finden ist. Dieser Ort, welcher unmittelbar unter Gottes Augen und in dem nächsten Bereich seiner Allmacht liegt, ist Gottes Thron. Und dieser Thron mit all seiner Macht und Herrlichkeit ist nicht nur gänzlich von der Gnade eingenommen, sondern auch völlig ihrer Offenbarung dienstbar gemacht. Was aber das Wunderbarste ist, dieser Ort liegt dem Herrn unserem Gott ebenso nahe, als dem Menschen. Seit der Vorhang zerrissen, das Reich Gottes auf diese Erde herabgekommen und das Leben des Menschen in Christo zu Gott erhoben worden ist, kann ein Gotteskind stets in der Nähe des Gnadenthrons leben und mit der Gnade betend in Gemeinschaft treten, so lange es lebt. 
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-Lieber Christ! Willst du in der Gnade wachsen, so musst du in der Nähe des Gnadenthrones leben. Du musst Zeit finden, absichtlich in die Einsamkeit zu gehen und mit dem Herrn Jesus in Verkehr zu treten, der die Gnade austeilt. Bei dem Gnadenthron wirst du Ihn und in Ihm die Gnade finden. Dann kannst du das Leben, welches du nun einmal in der Welt führen musst, der sicheren Bewahrung der Gnade anvertrauen. Sie wird dich behüten, auch wenn du nicht beten kannst. Sie wird dich auf der andern Seite lehren, auch dann zu beten, wenn du mitten in deiner Arbeit bist. Durch sie wirst du verstehen lernen, dass der Gnadenthron nicht an einen besonderen Ort fest gebunden; sondern überall zu finden ist, als das Band der Geistesgemeinschaft mit Ihm. Sie wird dich auch einsehen lassen, dass die unaufhörliche Gebetsstimmung gerade es ist, welche in unserem Leben uns Anlass und Luft gibt, zu einem absichtlichen besonderen Gebet überzugehen und in demselben anzuhalten. 
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-Lieber Christ! In deinem Kämmerlein und auf deinen Knien musst du aus der Fülle Jesu Gnade um Gnade nehmen. Und sollte es dir jemals schwer werden, dies zu tun, weil du dich so leer und kalt fühlst, o denke dann nur daran: Zu dem Gnadenthron brauchst du ja gar nichts, als dein Elend zu bringen. An dem Gnadenthron erwartet dich göttliche Barmherzigkeit und überströmender Gnadenreichtum. O blicke nur auf Jesum hin, auf Sein zartes Erbarmen und Seine unverdiente freie Gnade! Tritt freimütig vor Ihn hin! Du wirst Barmherzigkeit und Gnade finden. Dein Gebet ist eine Arbeit, welche nicht unbelohnt bleibt, eine Arbeit, welche du oft gerade dann am besten vollbringst, wenn du dich schwach und arm fühlst. Es ist der Zutritt zu dem Gnadenthron, die Gemeinschaft mit der Gnade selbst. Wer betend vor dem Gnadenthrone steht, nimmt sicher in der Gnade zu. 
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-Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken. 
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-======Murray, Andrew - Wachset in der Gnade - 8. Gnade zur Arbeit.====== 
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-1. Kor. 15,10. \\ 
-**Aber von Gottes Gnade bin ich, das ich bin, und Seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet, denn sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. ** 
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-Wer wachsen und zunehmen will, hat nicht allein gesunde Speise und frische Luft nötig, sondern vor allem auch Bewegung und Tätigkeit. Nur durch Tätigkeit wird unsere Kraft entwickelt. Wer größere Kraft besitzen möchte, muss in der Anwendung der geringeren, die er bereits hat, treu sein. Das gilt in dem Bereich der Gnade, wie in dem der Natur. Gedankenkraft nimmt ebenso, wie Naturkraft, durch ihre Anwendung zu. Das war mit Paulus der Fall. In dem herrlichen Wort der Überschrift unseres Abschnittes verbindet er Gnade und Arbeit und gibt er uns die doppelte Lehre: Gott verleiht keine Gnade, denn nur zur Arbeit, und verlangt keine Arbeit, denn nur durch die Gnade. 
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-Gott verleiht keine Gnade, denn nur zur Arbeit. Der Gedanke, zur Arbeit zu drängen, beseelt Ihn, so oft Er Gnade verleiht. Ganz anders mancher Christ! Gar mancher Christ denkt nicht an Arbeit, wenn er Gnade begehrt. Er betet ernstlich um Gnade und wundert sich, dass er so wenig empfängt. Gott sieht eben, dass er dieselbe nur zu seinem eigenen Nutzen und nicht zum Dienst Gottes, nur zu seinem eigenen Trost und Glück und nicht zur Arbeit für Gottes Ehre begehrt. Darum gibt Er ihm nicht mehr. Ein junger Christ dagegen, welcher die Gnade, die er bereits besitzt, in dem Dienst des Herrn anwendet, sieht, dass er mehr nötig hat, bekommt Lust, mehr zu arbeiten, und wird auch noch mehr empfangen. Es gibt kein Wort, welches dem Herrn unserem Gott mehr zur Ehre gereicht als das von Paulus: „Seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet, denn sie alle.“ Gottes ewige Gnade ist ja keine träge Rührung oder schlaffe Gemütsbewegung, sondern eine in uns wirkende Kraft. Wenn sie in das Herz des Gläubigen hinabsteigt, ändert sie ihre Art nicht, wird sie nicht selbstsüchtig oder träge. Im Gegenteil! Gleichwie sie in Christo, dem erstgeborenen Sohn, lebt, will sie in allen Kindern Gottes leben, wirken und leiden, um Seelen zu retten und Gott zu verherrlichen. Ein Gotteskind, welches dieses Gesetz nicht versteht, oder demselben nicht nachkommt, hindert die Gnade bei ihrem Wirken und leidet dadurch Schaden. Die Gnade kann in ihm nicht zunehmen. Es kann nicht in der Gnade wachsen. Das bedenke, junger Christ! Arbeite für Jesus! Seine Gnade drängt dich dazu. 
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-Wenn du nun an deine Arbeit denkst, fürchte dich dann doch ja nicht, weil du schwach bist! Es ist Gnade genug da zu jeder Arbeit. Gott verlangt überhaupt keine Arbeit von dir, denn nur durch Gnade. Darum nimm dir die Zeit, dir diesen Gedanken anzueignen! Dieselbe wunderbare, liebevolle und allmächtige Gnade, welche dich lebendig gemacht hat und dich bewahren muss, wird sich auch stärken: „Du wirst nicht streiten, der Herr wird für dich streiten.“ Diese Tatsache wird mehr und mehr die Erfahrung deines Glaubens. Wie du dich darum der Gnade im Glauben hingegeben hast zur Seligkeit, so gib dich ihr auch voll Vertrauen hin zur Arbeit! Und dann arbeite, denn es ist Gott, welcher in dir wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen. Wenn du dich so verhältst, wirst du auf wunderbare Weise verstehen lernen, warum gerade der Christ, welcher am meisten leistet, von sich selbst die geringste Meinung hat. Er sieht ja, dass Gnade alles ist und er selbst nichts. 
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-Daher die herrliche Demut des Paulus. Mit demselben Atem sagt er: „Ich habe mehr gearbeitet, denn sie alle,“ und „nicht ich, sondern die Gnade Gottes, die mit mir gewesen ist; durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin.“ Gar viele Christen meinen, Gott dürfe ihnen nicht zu viel Gnade zur Arbeit in seinem Dienst verleihen, weil sie sonst nicht demütig bleiben könnten. Das mag für die mehr äußerlichen Gnadengaben zutreffen (1. Kor. 13,1-3), die inneren Gnadenwirkungen Gottes aber tragen einen solchen Beweis ihrer göttlichen Herkunft in sich, dass unsere Seele, je stärker sie auftreten, um so mehr erniedrigt wird. Auch folgt aus dem Worte „die Gnade Gottes in mir“ von selbst das andere: „nicht ich.“ Gnade alles, ich nichts. 
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-O lieber Christ! Die seligmachende Gnade lehrt uns, dass Christus uns erlöst hat, um uns für sich selbst zu reinigen zu einem Volk des Eigentums, welches zu guten Werken fleißig wäre. Ach, dass doch alle Christen, welche irgend ein Werk im Dienst des Herrn zu verrichten haben, dass doch alle Eltern, Lehrer, Kirchenratsmitglieder, Prediger und Gemeindemitglieder, welche arbeiten oder arbeiten wollen, es erkennen möchten, dass Gottes Gnade ebenso vollkommen, wie sie die Vergebung unserer Sünden oder die Erneuerung unseres Herzens als ihre Aufgabe ansieht, es als ihre Pflicht betrachtet, die Arbeit des Christen in ihm und für ihn zu vollbringen. Phil. 2,13; Kol. 1, 29; 2. Thess. 1,11 u. 12. Joh. 15,4. Gottes Gnade will in der Tat alle Verantwortlichkeit, welche unsere Arbeit mit sich bringt, auf sich nehmen und uns bei der schwersten Arbeit geben, dass wir in ihr unsere Ruhe finden. Darum gib dich auch in diesem Punkt vertrauensvoll der Gnade hin! Sage nicht: „Ich weiß nicht, was ich zu tun habe.“ Nein, sei überzeugt: „Die Gnade wird es dich schon lehren, wenn du ihr nur kindlich vertraust.“ Sage nicht: „Ich bin nicht tüchtig genug dazu.“ Die Gnade wird dir mit der Arbeitsanweisung ganz gewiss auch die nötige Kraft schenken. Sie kennt dich und geht gar zart mit dir um. Nur Eines verlangt sie von dir, dass du als ein einfältiges, kleines, schwaches und unwissendes Kind dich ihrer göttlichen Leitung übergibst. 
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-Willst du das nicht tun? Sieh nur, was Gnade ist: Gottes unendliche Liebe, welche sich in Christo dir mitteilt als eine göttliche Lebenskraft. Sieh den Herrn Jesum an, in welchem alle Gnade dir nahe gerückt ist! Lass alle Furcht und alles Misstrauen fahren und glaube, dass Gnade dich zu deiner Arbeit bereiten und tüchtig machen kann, auch wenn du von derselben heute noch gar nichts verstehst. Gib dich ihr nur entschieden und ohne Unterbrechung hin als ein Werkzeug, welches von ihr gebraucht werden soll! Und sage beim Blick in die Zukunft, was Paulus im Rückblick bekennt: Durch Gottes Gnade werde ich, was ich sein soll, werden; Seine Gnade in mir ist nicht vergeblich. Doch nicht ich bin es, dem die Ehre gebührt, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist. 
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-Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken. 
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-======Murray, Andrew - Wachset in der Gnade - 9. Der Geist der Gnade.====== 
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-**Der Geist der Gnade.**\\  
-Sach. 12,10; Hebr. 10,29.  
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-Mit diesem Namen wird der Heilige Geist, unser gesegneter Tröster, von dem Gott aller Gnade bezeichnet. Unsere Erkenntnis der herrlichen, seligmachenden Gnade Gottes bleibt so lange völlig unzureichend, als wir den Heiligen Geist nicht als den Geist der Gnade kennen. Der Heilige Geist aber heißt so, weil Er selbst die köstlichste Gabe der Gnade ist. Die große Gnadenabsicht der ewigen Liebe Gottes war ja, den Menschen zur vollen Vereinigung mit dem Herrn, seinem Gott und zur Gemeinschaft Seines seligen Lebens zu bringen. Deswegen wurde das Wort Fleisch. Deswegen wohnte der Herr unser Heiland unter uns voller Gnade. Sobald Er Sein Werk auf Erden vollbracht, Sich auf dem Gnadenthron niedergelassen und die Herrschaft der Gnade auf dem Thron des Himmels durchgesetzt hatte, wurde deswegen sofort der Heilige Geist als die erste alles umfassende Gabe der neuen Gnadenausteilung gesandt; Er ist der Geist, der Mittelpunkt und die Lebenskraft aller Fülle himmlischer Gnade, welche in Jesu liegt. 
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-Weiter führte Er den Namen des Geistes der Gnade, weil er es ist, der die Gnade in uns zu offenbaren, sie uns mitzuteilen und in uns stark zu machen hat. Dazu ist Er ganz besonders geschickt. Er ist der Geist des Vaters. Als solcher erforscht Er alle Dinge, auch die Tiefen der Gottheit. Wir aber haben den Geist aus Gott empfangen, dass wir wissen können, was uns von Gott gegeben ist. 1. Kor. 2,12. Er, der in Gott war, weiß alle Geheimnisse des ewigen Gnadenrates. Sobald er in uns Wohnung gemacht, teilt Er sie uns mit. 
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-Er ist der Geist des Sohnes. Er war in demselben, als Dieser voller Gnaden auf Erden erschien. Er war in Ihm, als er am Kreuz hing. Hebr. 9, 14. Er war in Ihm am Tag der Auferstehung. Röm. 1,4. Darum kann Er uns in alle Geheimnisse dieses Lebens, dieser Leiden und dieses Sieges einführen. Auch war Er es, der von dem Vater in neuer Kraft ausging und dem erhöhten Menschensohn zur Ausgießung auf uns zuströmte. Apostelgesch. 2,33. So ist Er uns der göttliche Gewährsmann aus dem Himmel, welcher uns die Herrlichkeit des Herrn Jesu auf dem Thron des Reiches der Herrlichkeit bezeugt. Aus diesem Grunde sagte auch Jesus: Er wird mich verklären; aus dem Meinen wird er es nehmen und euch verkündigen. 
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-So ist es denn dieser Geist der Gnade, durch welchen die seligmachende Gnade, welche in Christo erschienen ist, und die in dieser Gnade geoffenbarte Liebe Gottes in uns lebendig und unser Eigentum werden. Der ganze Reichtum des göttlichen Gnadenschatzes würde nur aus leeren, nichtigen Worten bestehen, wenn ihn der Heilige Geist nicht zur Kraft und Wahrheit erhöhe. Bei allen Segnungen gibt Er uns das Wesentlichste: dass wir dieselben überhaupt anzunehmen vermögen. Die Berufung (Röm. 8,30) sowohl, wie die Rechtfertigung (1. Kor. 6,11), die Heiligung (Röm. 1,4) sowohl wie die Verklärung (2. Kor. 3,18), die mehr gewöhnlichen Geistesgaben (Gal. 5,22) ebensowohl, wie die mehr besonderen (1. Kor. 12,4-11), sie sind alle ohne Ausnahme Wirkungen desselben Geistes, welcher einem Jeglichen so viel mitteilt, wie Er will. 
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-Ebenso ist Er es, der in jedes der Gnadenmittel die wesentliche Gnadenkraft legt. In dem Worte der Gnade werden uns die Gnadenschätze angeboten, der Geist der Gnade aber ist es, der dieses Wort eingegeben hat und in diesem Wort wohnt, der, wenn Er in uns Wohnung gemacht, uns dasselbe innerlich zueignet. Infolgedessen wirkt es in uns als ein lebendiges Wort. Und wenn ich vor dem Thron der Gnade die Hochlandsluft der Ewigkeit betend einatmen kann, so liegt dies daran, dass der Heilige Geist der Geist der Gnade und der Geist der Gebete ist. Der Geist ist der Atem Gottes. Wie der Mensch nicht nur ein-, sondern auch ausatmet, also auch Gott. Atmet Gott Seinen Geist über Seine Kinder aus, so kommt derselbe zu ihnen aus der Herrlichkeit der Gnade Gottes, und zwar mit dieser Herrlichkeit beladen. Und atmet der Herr wieder ein, so schwingt sich der Geist mit allen Wünschen, ja selbst mit allen unaussprechlichen Seufzern, welche in dem Herzen der Gläubigen waren, wieder zu Gott empor, Ihm diese Wünsche und Seufzer an das Herz zu legen. Tritt aber der Gläubige betend in diese Gemeinschaft des Geistes mit Gott und atmet er diesen Geist von Gott ein, dann bringt der lebendige Geist der Gnade ihm die Gnade hernieder als eine lebendige Wirklichkeit. Was Gott aus Seiner ewigen Gnade über den Christen ausatmet, atmet dieser ein. Jeder Atemzug ist Gnade. Ja, der Heilige Geist ist die Gnade Gottes und des Herrn Jesus. 
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-O, wenn es etwas gibt, um das wir, während wir über die Gnade nachdenken und reden, mit feurigem Verlangen beten müssen, so ist es dies, dass der Heilige Geist uns die Augen öffnen möge, den Reichtum an Gnade zu sehen, und uns so stark im Glauben mache, ihre Fülle zu empfangen. Gerade für die Gläubigen, an welche Paulus über die Herrlichkeit, den Reichtum, die Überschwänglichkeit, die außerordentliche und unermessliche Fülle der Gnade schreibt (Epheser 1,6.7.8; 2,7.3.8), gerade für diese Gläubigen betet er (1,17; 3,16.), dass Gott ihnen den Geist der Weisheit und der Offenbarung zur Erkenntnis des Herrn Jesu gebe, damit sie begreifen möchten, wie groß der Reichtum der Herrlichkeit seines Erbes in den Heiligen ist, nämlich der Reichtum an Gnadenherrlichkeit, welche jedem Gotteskinde als sein Erbteil zukommt. Und weiterhin betet er für sie, dass sie doch durch den Geist gestärkt werden möchten an dem inwendigen Menschen zu dem Glauben, in welchem Christus, in dem ja alle Gnadenschätze liegen, für immer in ihre Herzen seinen Einzug halten will. 
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-Welch eine Gnade! In dem Herrn Jesus, dem eingeborenen Sohn ist der ganze Reichtum der Gnade Gottes uns nicht nur angeboten, sondern auch der Geist Gottes dazu geschenkt, um als Geist dieser Gnade in uns zu wohnen, sie uns mitzuteilen und zu bewahren. O wer kann sich nun noch fürchten, ob er wohl in der Gnade wachsen und zunehmen werde? Mit jeder Gnadenverheißung, mit jedem Verlangen oder Sehnen nach einer Gnadenmitteilung kommt der Geist zu uns, in Verbindung mit dem Herrn Jesus, in welchem alle Gnade liegt, diese strömen und in Tätigkeit treten zu lassen. 
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-O Herr, unser Gott! Mach' uns dieses Geistes voll? Dann werden wir auch reich an Gnade und erfüllt mit aller Gottesfülle. 
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-Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken. 
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-======Murray, Andrew - Wachset in der Gnade - 10. Die Herrlichkeit der Gnade. ====== 
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-Epheser 1,2-8. \\ 
-**Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesu Christo! Gelobt sei Gott und der Vater unseres Herrn Jesu Christi, der uns gesegnet hat mit allerlei geistlichem Segen in himmlischen Gütern durch Christum. Wie Er uns denn erwählt hat durch denselben, ehe der Welt Grund gelegt war, das wir sollten sein heilig und unsträflich vor Ihm in der Liebe. Und hat uns verordnet zur Kindschaft gegen Ihn selbst durch Jesum Christum, nach dem Wohlgefallen Seines Willens, zu Lobe Seiner herrlichen Gnade, durch welche Er uns hat angenehm gemacht in dem Geliebten, an welchem wir haben die Erlösung durch Sein Blut, nämlich die Vergebung der Sünden nach dem Reichtum Seiner Gnade, welche uns reichlich widerfahren ist durch allerlei Weisheit und Klugheit.**  
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-Gnade und Friede. Wer wachsen und zunehmen will, hat ebenso sehr Ruhe nötig, als Bewegung. Mitten in der Arbeit und dem Gewühl ist es der Friede Gottes, welcher alles Denken übersteigt, Gottes eigener (von dem, was in der Welt vorgeht) unabhängiger himmlischer Friede, durch den die Seele in ihrer Ruhe bewahrt wird. Dieser Friede aber ist die Frucht der Gnade. Wenn der Gläubige erst einmal weiß, was Gnade ist, wie unabhängig vom eigenen Verdienste oder eigener Untreue sie dasteht, wie gewaltig sie über alle Schwachheit und Sünde zu herrschen weiß, wie reich und überschwänglich sie mit ihrer Vorsehung das ganze Leben umfasst bis zu den kleinsten Kleinigkeiten, dann genießt er festen, vollen, ewigen Frieden. Seine Seele hat Ruhe in Gott gefunden. 
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-Sie hat ihre Ruhe gefunden nicht etwa bloß in einer Tat Gottes, welche von unserem Tun und Verhalten mit bestimmt würde, sondern vielmehr in Gott selbst und zwar ohne dass irgend etwas in uns einen Einfluss darauf besäße. 
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-Diese Tatsache wird uns in unserem Text ganz besonders deutlich. Der Apostel führt uns nämlich bis zu der Stätte hinauf, an welcher die Gnade entspringt, bis zu den ewigen Tiefen des freien Ratschlusses der Gottheit. „Gott hat uns in Christo erwählt, ehe der Welt Grund gelegt ward, und uns zur Kindschaft gegen Ihn selbst verordnet nach dem Wohlgefallen Seines Willens, auf dass wir zum Lob Seiner herrlichen Gnade dienen möchten.“ Wenn die begnadigte Seele eine Stätte sucht, wo sie eine feste Ruhe und einen unzerstörbaren Frieden erhalten kann, so findet sie dieselbe in der trostreichen Lehre der Gnadenwahl. Will sie wissen, von woher die Gnade zu ihr kam, was dieselbe bewog, an sie zu denken, ob sie wohl bei ihr bleiben werde, und ob die Gnade wirklich alles auf ihre Rechnung nehmen werde, ohne sich durch unsere Trägheit und Unwürdigkeit abschrecken zu lassen, dann muss sie sich bis zu der Höhe aufschwingen, auf welcher nichts als „das Wohlgefallen Seines Willens“ zu finden ist, „der Ratschluss des Herrn, welcher alles nach Seinem Willen lenkt.“ Auf dieser Höhe lernt unsere Seele, wie sehr die Gnade von alle dem, was in einem Menschen ist, unabhängig dasteht, und wie ihr Ratschluss, welcher von Ewigkeit her die Gnadenwahl im Auge hat, auch ewig unveränderlich bleibt. Siehe Röm. 8,28-30; 9,11; 11,5.6 u. 29; 2. Tim. 1,9. Der Heilige Geist lehrt unsere Seele, dass durch die Erwählung für das ganze Gnadenwerk und Gnadenleben bis ins Kleinste hinein von Ewigkeit her gesorgt ist, und dass ihre Aufgabe darum darin besteht, zu ruhen, zu vertrauen, zu empfangen und anzubeten. Das ist die Herrlichkeit der Gnade. 
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-Sie beruht auf unserer Erwählung, als dem Ursprung der Gnade, und wird noch größer, wenn wir einsehen, dass die Erwählung in dem Herrn Jesus stattfand. Gott hat uns in „Ihm erwählt und durch Ihn“ zur Kindschaft verordnet zum Lobe der herrlichen Gnade, mit der Er uns in dem Geliebten begnadigt hat. Der ganze Gnadenratschluss sollte durch den Herrn Jesus uns übermittelt werden und stand in Ihm fest. Deswegen wurde, wie die Erwählung und Verordnung in Ihm lagen, auch aller Segen für uns in Ihn, den lebendigen Träger und Spender der göttlichen Schätze, gelegt. Gott hat uns in Christo ebenso mit allen göttlichen Segnungen gesegnet, wie Er uns in Ihm erwählt hat. Gleichwie daher Gnade in ihrem Wesen die Offenbarung der Tiefen ewiger Liebe ist, welche sich in dem Vater finden, so ist sie bei ihrer Mitteilung an uns Gemeinschaft mit dem Leben, der Kraft und Seligkeit des Herrn Jesus, des Sohnes Gottes. Die Gnade ist der reiche Lebensschatz aller geistlichen Segnungen, mit welchen uns Gott in Christo gesegnet hat. Diese Segnungen aber werden uns zum Lobe seiner herrlichen Gnade nach dem Reichtum seiner Gnade zuteil. 
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-Die Herrlichkeit der Gnade, der Reichtum der Gnade, die Überschwänglichkeit der Gnade, sich hier die Ausdrücke, welche der Heilige Geist bei der Armut menschlicher Sprache findet, um uns etwas von der Gnade Gottes zum Verständnis zu bringen. Er spricht von ihrer Herrlichkeit, weil in ihr alle Vollkommenheiten Gottes in ihrer höchsten Herrlichkeit strahlen, ja, weil sie selbst die höchste Herrlichkeit der Gottheit ist. Die eigentliche Herrlichkeit der Gnade besteht darin, dass sie die Herrlichkeit Gottes ist. 
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-Er spricht von ihrem Reichtum im Gedanken an die vielen großen, geistlichen Segnungen, mit denen Er uns in Christo gesegnet hat: Von der ersten größten, alle anderen in sich einschließenden Segnung, der Sündenvergebung an bis zu der vollkommenen Erlösung. Er redet von ihrer Überschwänglichkeit, um die Reichlichkeit anzudeuten, mit der die Segnungen dieses reichen Schatzes an die Auserwählten der Gnade ausgeteilt und ihnen durch den Heiligen Geist zugeeignet werden. So liegt also die Herrlichkeit der Gnade in dem Vater, der Reichtum der Gnade in dem Sohn, die Überschwänglichkeit der Gnade in uns durch den Heiligen Geist. Lieber Christ! Was meinst du? Ist es nicht ein seliges Los, ein in dem Geliebten Begnadigter zu sein? 
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-Ist nicht die Herrlichkeit der Gnade eine wahrhaft göttliche, da sie ihren Urgrund und Ursprung in Gott selbst hat und da ihr Zweck und Ziel die Offenbarung der sonst unsichtbaren Herrlichkeit Gottes ist? Und hat Gott nicht Grund genug, zu erwarten, dass jeder Christ zum Lobe Seiner herrlichen Gnade lebe? Ach, dass doch dieser Gedanke bei einem Jeden von uns recht tief Wurzel schlagen möchte: Gott hat mich auserwählt, um an mir den überschwänglichen Reichtum Seiner Gnade zu offenbaren und mich zu veranlassen, zum Lob Seiner herrlichen Gnade zu leben. Je mehr Gnade ich wirklich empfange, desto eifriger lebe ich unwillkürlich zum Lob der Gnade Gottes. Ich kann daher dessen gewiss sein, dass Gott mir überschwänglich dieselbe zuströmen lässt. Und sollte die Befürchtung in mir auftauchen, ob ich die Gnade wohl werde bewahren können, so muss diese Befürchtung sofort dem Gedanken weichen: Gott hat mich in dem Geliebten begnadigt, weil Er mich in Ihm auserwählt hat. Gott hat mich in Christo mit allen göttlichen Segnungen gesegnet. Jesus, mein Herr, ist der lebendige Quell, der Schafmeister und Austeiler der Gnade: Aus Seiner Fülle empfange ich Gnade um Gnade. Darum sage ich mit Paulus: Gelobt sei Gott und der Vater unseres Herrn Jesu Christi, der uns gesegnet hat mit allerlei geistlichem Segen durch Christum, wie Er uns denn auch durch denselben erwählt hat zum Lob Seiner herrlichen Gnade. 
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-Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken. 
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-======Murray, Andrew - Wachset in der Gnade - 11. Der Reichtum der Gnade.====== 
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-Epheser 2,4-8. \\ 
-**Gott, der da reich ist an Barmherzigkeit, durch Seine große Liebe, damit Er uns geliebt hat, da wir tot waren in den Sünden, hat Er uns samt Christo lebendig gemacht, (denn aus Gnade seid ihr selig geworden), und hat uns samt Ihm auferweckt und samt Ihm in das himmlische Wesen versetzt in Christo Jesu, auf dass Er erzeigte in den zukünftigen Zeiten den überschwänglichen Reichtum Seiner Gnade durch Seine Güte über uns in Christo Jesu. Denn aus Gnaden seid ihr selig geworden durch den Glauben - und dasselbe nicht aus euch; Gottes Gabe ist es.  
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-In dem ersten Kapitel dieses Briefes haben wir gesehen, was die Herrlichkeit der Gnade Gottes ist. Sie ist nichts Geringeres, als Gottes eigene ewige Herrlichkeit. Gottes Gnade ist die Krone aller Offenbarungen seiner Herrlichkeit. Dass die Liebe und die Gerechtigkeit Gottes sich dem Gottlosen gegenüber in der Gnade vereinigen konnten, ist und bleibt das größte Wunder der Ewigkeit, in welcher man Gott in einem Licht anbeten wird, welches für Sterbliche unzugänglich und unaussprechlich herrlich ist. Und je mehr man diese Seine Gnade erkennt und anbeten lernt, desto mehr sieht man auch ein, dass dieselbe ebenso wenig von dem Menschen abhängig sein kann, als Seine Herrlichkeit. Nach dem Wohlgefallen Seines Willens hat Er uns zum Lobe Seiner herrlichen Gnade auserwählt. 
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-Diese ewige Herrlichkeit der Gnade wird uns nun kund in dem Reichtum der Gnade, mit welchem Er uns in dem Geliebten begnadigt hat. Aus diesem Grund spricht auch der Apostel von derselben als von einem Reichtum der Herrlichkeit (1,18), von einem außerordentlichen Reichtum, von einem unerforschlichen Reichtum Christi (3,8). Die Herrlichkeit, welche erst geoffenbart werden soll (Kol. 3,4; Titus 2,13) wird da aus dem Reichtum an Gnadenschätzen erkannt, welche in Christo für uns bereit liegen. 
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-Über diesen Reichtum an Gnadenschätzen aber handelt der Apostel im zweiten Kapitel seines Briefes. 
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-In dem ersten Kapitel ließ Er uns bis in den Himmel emporsteigen, um die Herrlichkeit der Gnade da anzubeten, wo wir sie aus Gott in Christo auf Erden herniedersteigen sahen; hier ruft Er uns herbei, uns an ihrem Reichtum da zu erfreuen, wo wir sie den Sünder aus der Tiefe des Todes retten und in Christo bis in den Himmel erheben sehen, damit er in alle Ewigkeit das sichtbare Denkmal dieses außerordentlichen Reichtums der Gnade Gottes sei. Der Reichtum, welcher einem Armen geschenkt wird, ist am besten zu erkennen an der Tiefe von Schuld und Elend, aus welcher Er ihn erlöst, und an dem Genuss und der Ehre, zu welcher Er ihn erhebt. Dementsprechend lässt uns der Apostel einen Blick in die Tiefe werfen, aus welcher die Gnade errettet, und einen Blick auf die Höhe, zu der sie uns erhebt. 
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-Blicken wir zunächst in die Tiefe, aus der sie uns errettet! Beachten wir die Ausdrücke, welche unseren Textworten vorangehen: „Tod durch Übertretungen und Sünden (V. 1). „Kinder des Unglaubens“ (V. 2). „Kinder des Zorns“ (V. 3). Und weiter (V. 12), „Daher ihr keine Hoffnung hattet und wart ohne Gott in der Welt.“ Diese Ausdrücke bezeichnen den Zustand, in welchem die Gnade den Sünder fand, aus dem sie ihn rettete. Christus nahm die Sünde hinweg, errang für Ungehorsame Versöhnung und trug den Zorn des Herrn. So hat er den Tod besiegt und zunichte gemacht. Ach, es ist gar gut, diese Worte zu Herzen zu nehmen und darüber so lange nachzudenken, bis unsere Seele etwas von dem bodenlosen Abgrund der Sünde und Schuld verstehen lernt, welchen der Sohn Gottes mit dem Lösegeld seines teuren Blutes ausgefüllt. Wenn es uns gelingt, etwas davon zu verstehen, werden wir auch sehen, was der Reichtum der Gnade ist. 
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-Wenden wir uns nun zu der Höhe, zu welcher sie erhebt! Der Apostel sagt: „Durch seine große Liebe, damit er uns geliebt hat, da wir tot waren, hat er uns lebendig gemacht, (denn aus Gnaden seid ihr selig geworden) und hat uns samt Ihm auferweckt und samt ihm in das himmlische Wesen versetzt.“ Kann das sein? Kann das buchstäblich wahr sein? Hat Gott die Kinder des Zorns wirklich mit Christo auferweckt? Hat Er ihnen tatsächlich Anteil an dem Leben des Sohnes Seiner Herrlichkeit verliehen? Ja, das hat Er getan. Gott hatte nichts Herrlicheres, nehmt größeren Schatz an uns zu geben als sein eigenes Leben. Und das gab Er. Das gab Er in der Person Seines geliebten Sohnes. Der erniedrigte sich und nahm unser dem Tode verfallenes Leben an, um auf diese Weise ein Leib mit uns zu werden. Und als Er auferweckt wurde, wurde Er als unser Haupt auferweckt. Glauben wir darum an Ihn, so ist Sein Leben unser Leben. Unser Leben ist ja mit Christus verborgen in Gott. Ja, Er hat uns samt Ihm auferweckt und samt Ihm in das himmlische Wesen versetzt. Der Gläubige, dessen Augen sich für den Reichtum der Gnade geöffnet haben, so dass er weiß, wie groß und reichlich ihre Gaben sind, lebt nun hienieden bereits mit seinem Herzen im Himmel. Er sagt: „So lebe nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir.“ Die Verheißung: „An dem Tag werdet ihr erkennen, dass Ich in Meinem Vater bin, und ihr in Mir, und Ich in euch“, trifft bei Ihm zu. In tiefster Demut kennt Er sich selbst als einen Menschen, welchen Gott in Christo in das himmlische Wesen versetzt hat. 
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-Dieses Leben ist es, von dem der Apostel zweimal sagt: Aus Gnaden seid ihr selig geworden. Selig werden ist also dasselbe, wie lebendig werden. Das Leben aber mit seinem ganzen zur Erhaltung des Lebens nötigen Gnadenreichtum, findet sich in dem lebendigen Christus. Der Gläubige braucht sich nur an diesen reichen, teuren, freundlichen Heiland zu halten. In der Gemeinschaft mit ihm strömt ihm die Lebensgnade zu. „Gott hat uns durch Christum mit allerlei geistlichem Segen in himmlischen Gütern gesegnet.“ Gnade ist nichts anderes, als die Fülle des Lebens Christi, welche von selbst das Leben dessen wird, welcher an Ihn glaubt! 
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-O, lieber Christ! Ist das nicht eine reiche Gnade? Und höre nun noch etwas! Lies unsere Textworte noch einmal durch und achte doch darauf, wozu Gott dies Alles getan hat: „Auf dass Er erzeigte in den zukünftigen Zeiten den überschwänglichen Reichtum seiner Gnade.“ Liebes Gotteskind! Verstehst du das? Ach, lies es noch einmal: „Er hat uns in Christo in das himmlische Wesen versetzt, auf dass Er erzeigte in den zukünftigen Zeiten den überschwänglichen Reichtum seiner Gnade.“ Oder, wie es im zehnten Vers des dritten Kapitels heißt: „Auf das jetzt kund würde den Fürstentümern und Herrschaften in dem Himmel an der Gemeinde die mannigfaltige Weisheit Gottes.“ Ja, Gott hat uns auserwählt, um an uns den Fürstentümern und Herrschaften in dem Himmel zu zeigen, wie reich seine Gnade ist und wie reich an Gnade er uns machen kann. Wahrlich, jeder Christ müsste, wenn er nach Gottes Willen sein Leben einrichtete, einzig und allein dazu leben, um zu zeigen, wie überschwänglich reich Gottes Gnade in uns sein kann. 
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-Liebe Mitchristen! Wir haben nicht so gelebt. Gott vergebe es uns! Aber von nun an lasst uns so leben! Lasst uns einer für den andern mit dem Gebet des Apostels Paulus eintreten: „Ich höre nicht auf zu danken für euch, und gedenke eurer in meinem Gebet, dass der Gott unsers Herrn Jesu Christi, der Vater der Herrlichkeit, euch gebe den Geist der Weisheit und der Offenbarung zu Seiner selbst Erkenntnis, dass ihr erkennen mögt, welches da sei der Reichtum seines herrlichen Erbes an Seinen Heiligen.  
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-Ja, Vater der Herrlichkeit, öffne Du uns die Augen, dass wir erkennen mögen, wie groß der außerordentliche, unerschöpfliche Reichtum Deiner Gnade ist, und wie wir aus diesem Reichtum so viel empfangen dürfen, dass Du an uns der ganzen Welt zeigen kannst, wie reich Du Deine Kinder machst! Amen. 
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-„Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken.“ 
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-======Murray, Andrew - Wachset in der Gnade - 12. Die Überschwänglichkeit der Gnade.====== 
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-1. Tim. 1,14. \\ 
-**“Es ist aber desto reicher gewesen die Gnade unseres Herrn samt dem Glauben und der Liebe, die in Christo Jesu ist.“ ** 
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-Die Herrlichkeit der Gnade Gottes haben wir anbeten lernen in dem Vater und Seinem ewigen Gnadenratschluss. Den Reichtum der Gnade haben wir gefunden in dem Sohn und dem Gnadenschatz, welcher in Ihm und Seinem Leben für uns liegt. Die Überschwänglichkeit der Gnade müssen wir an der Gnadenarbeit zu erkennen suchen, welche der Heilige Geist in den Herzen der Gläubigen verrichtet. Hören wir darum diesmal auf ein Zeugnis tatsächlicher persönlicher Erfahrung, das ist entschieden mehr wert als eine Erklärung, dass dies oder jenes möglich sei. 
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-Unser Zeuge ist Paulus. Aus vielen Gründen könnten wir keinen besseren Zeugen finden. Wenn es jemals einen Feind des Herrn gegeben, so war Paulus ein solcher, er, der zuvor, wie er Vers 13 sagt, ein Lästerer, Verfolger und Schmäher war. Wenn es jemals einen Menschen gegeben, dessen Lebensumstände viel Gnade nötig machten, so war er ein solcher. Er hatte viele Gnade nötig, um von seiner Selbstgerechtigkeit geheilt zu werden, um in seine mannigfaltige Arbeit eingeführt und zur Vollendung derselben gestärkt zu werden, um bei seinen unvergleichlichen Leiden Trost und Stärkung zu erhalten. Wahrlich, er hatte die Gelegenheit, die Gnade auf die Probe zu stellen und sich davon zu überzeugen, ob ihr überschwängliches Zuströmen in diesem mühsamen Leben tatsächlich dem entspreche, was von ihrer Herrlichkeit in Gott und ihrem Reichtum in Christo gesagt wurde. 
- 
-Und was sagt er nun? Er schreibt kurz vor seinem Tod, nachdem er 30 Jahre in dem Dienst des Herrn gestanden und bezeugt im Rückblick auf dieses Leben: „Die Gnade unseres Herrn, samt dem Glauben und der Liebe, die in Christo Jesu sind, ist desto reicher gewesen.“ Sein Gehorsam gegen die Mahnung des Herrn: „Lass dir an meiner Gnade genügen!“ ist nicht zu Schanden geworden. Er hatte nicht nur genug, nein, er hatte Überfluss an Gnade. Die Gnade war desto reicher gewesen. Und er fügte hinzu: „Samt dem Glauben und der Liebe, die in Christo Jesu ist.“ Mit den beiden hervorragendsten Früchten des geistlichen Lebens, mit dem Glauben, ohne den es unmöglich ist, Gott zu gefallen, und mit der Liebe, welche die Erfüllung des ganzen Gesetzes ist, mit diesen beiden herrlichen Segnungen ging die Überschwänglichkeit der Gnade stets Hand in Hand. Glaube und Liebe waren für ihn die ganz natürlichen Lebensäußerungen seines Gnadenlebens: Die Gnade ist bei ihm sehr reich gewesen, samt dem Glauben und der Liebe. 
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-Welch' herrliches Bekenntnis! Wie preist es die Herrlichkeit der Gnade Gottes! Wie zeigt es den überschwänglichen Gnadenreichtum Gottes in Christo! Und sollte es nur für einen Paulus möglich sein, ein solches Bekenntnis abzulegen? Nimmermehr! Es gibt auch nicht einen Erlösten, an welchem Gott nicht nach dem Maß Seiner Gabe die Überschwänglichkeit Seiner Gnade offenbaren wollte. Seine Verheißung: „Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei“, gilt allen Menschen. Sie ist für einen jeden von uns da. Ach, dass sich doch ein jeder von uns aufmachen wollte, sich dieselbe zuzueignen! Dass sich doch ein jeder von uns aufmachen wollte, das Bekenntnis des Paulus von der Überschwänglichkeit der Gnade zur Richtschnur seines Gebetes und seiner Erwartungen zu machen! Dann würde Gott dieses Bekenntnis ganz gewiss zum Maßstab unserer Erfahrungen machen. Wollen wir aber dies erreichen, so müssen wir Folgendes beachten: 
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-Die Überschwänglichkeit der Gnade muss zuerst ein Gegenstand unseres Glaubens werden. Wir müssen es lernen, anbetend zu dem Vater und der Herrlichkeit Seiner Gnade, zu Jesu und dem Reichtum Seiner Gnade emporzuschauen. Von diesen beiden strömt uns die Überschwänglichkeit so lange zu, bis unser Gemüt anfängt, immer größere Vorstellungen von der Gnade zu bekommen, welche wirklich für uns da ist. Mit ernstem Gebet um Erleuchtung müssen wir - und wären unsere Erfahrungen noch so arm und schwach es uns selbst fortwährend vorhalten: Überschwängliche Gnade ist für mich da und wartet auf mich. Öfters in der Heiligen Schrift braucht Gott, im Hinblick auf seine Gnade, den Ausdruck: „überschwänglich“. Nimm darum dieses Wort in dein Herz auf, bis dass der Gedanke an Gnade dir gar nicht mehr kommen kann, ohne zugleich den andern Gedanken hervorzurufen, dass es überschwängliche Gnade ist. Und wenn du davon überzeugt bist, o, so begib dich dann doch zu dem Thron der Gnade in der festen und freudigen Erwartung, dass die Gnade auch an dir sich überschwänglich offenbaren werde! Lass dich weder durch Unwürdigkeit, noch durch Schwachheit, noch durch Untreue entmutigen! Du hast ja doch gesehen, dass Gnade ein Gut ist, welches aus Gottes ewiger Herrlichkeit stammt. Sie ist eine Gabe Gottes durch Jesum Christum. Deine Kraft kann sie dir nicht verschaffen, aber deine Schwachheit vermag sie ebenso wenig aufzuhalten. Sie ist von einem göttlichen Verlangen beseelt, in jedes Herz zu bringen, welches ihr nur offen steht. Gott selbst wird sie an dir überschwänglich offenbaren. In dieser Erwartung klammere dich nur immer fester an Jesus an: die Fülle ist in Ihm. Zeig' Ihm unaufhörlich deine ganze Hingabe an Ihn und Seinen Dienst! Geh' mit jeder Sünde, jedem Fehltritt und all' deinem Elend zu Jesus! Du kannst dir keine Vorstellung davon machen, wie wunderbar Er dich durch die Freude über Seine Nähe und Gnade bewahren und stärken kann. O Gotteskind, nimm doch gläubig die Versicherung an, dass in demselben Verhältnis, wie die Gnadenherrlichkeit in Gott und wie der Gnadenreichtum in Christo, auch die Überschwänglichkeit der Gnade sich in dir durch den heiligen Geist offenbaren muss. 
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-„Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken.“ 
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-======Murray, Andrew - Wachset in der Gnade - 13. Gnade zu jeder Zeit.====== 
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-2. Kor. 9,8. \\ 
-**“Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen (zu jeder Zeit) volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken.“** 
- 
-Über diese herrliche Verheißung wollen wir noch einmal nachdenken. Haben wir doch die Seligkeit, welche in der Überschwänglichkeit der Gnade liegt, nur aus der Ferne gesehen. Darum lasst uns nahe herzu treten und zur Probe des Ganzen eine der herrlichen Zusagen in dieser Verheißung, welche von der grenzenlosen Überschwänglichkeit der Gnade handelt, auf das Leben anwenden, um zu sehen, wie das Leben wird, welches die Gnade weckt und erhält! Zu diesem Zweck greife ich das Wort heraus, welches von dem dreimaligen „alle“ mir am herrlichsten vorkommt: „in allen Dingen“, oder nach anderer Übersetzung: „zu jeder Zeit“. Ja, das muss herrlich sein, es ist beinahe zu groß und fast unglaublich, dass allerlei Gnade unter uns reichlich sein soll zu jeder Zeit. 
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-Für die meisten Christen ist dies wohl das größte Hindernis für die Annahme dieser Verheißung. Dass sich Zeiten in dem Leben finden, Zeiten geistlichen Vorwärtsschreitens, Zeiten besonderer Arbeit für den Herrn, oder Zeiten der Not und Anfechtung, in denen Gott auf wunderbare Weise zeigt, dass Er es bewirken kann, dass allerlei Gnade unter ihnen sei in allen Dingen, das glauben sie fest und ganz gewiss. Aber dass solche Zeiten überschwänglicher Gnadenoffenbarung immer währen und andauern könnten, nein, das scheint ihnen nicht möglich zu sein. Dass Gott allerlei Gnade in Seinem Kind zu jeder Zeit reichlich sein lassen will, ist ihnen zu groß und zu viel. Und doch ist es gerade dies, was ihnen verheißen wird und was der allmächtige Gott an dem tun will, der es gläubig von Ihm erwartet. Es kommt mir so vor, als ob der Unterschied zwischen dem gewöhnlichen Leben des Christen und dem Leben, welches Gott hier verheißt, derselbe sei, wie zwischen Verlobten und Verheirateten. Vor ihrer Verheiratung besuchen sich die Verlobten manchmal, allein sie sind doch noch getrennt. Hat aber die Verheiratung stattgefunden, so sind sie für immer vereint. Die Braut verlässt ihres Vaters Haus. Sie wird nicht mehr mit ihrem Namen, sondern mit dem ihres Mannes angeredet. Die Verbindung, nach der sich die Liebe gesehnt, ist geschlossen. Sie gehören einander für immer an. 
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-In der Bekehrung und dem Glauben verlobt sich die Seele mit dem Herrn Jesus. Von der Zeit ab stattet Er herrliche Besuch bei Seiner Geliebten ab. Da kommen Zeiten, in denen sie es erfährt, dass ihr die Gnade zuströmt, Doch ist dies nur von Zeit zu Zeit der Fall. Und doch finden sich in unserem Textworte Verheißungen ununterbrochener Gemeinschaft, Verheißungen eines Einzuges Christi in unser Herz, in Folge kraftvoller Geistesarbeit an unserem inneren Menschen (Joh. 14,16-23; Ephes. 3,16-17), durch welche unsere Seele erst recht in der Liebe wurzelt und stark wird und jenes wahre Leben der Liebe mit Christo seinen Anfang nimmt. 
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-Sobald eine gläubige Seele erkennt, dass ein Wort, wie das „zu jeder Zeit“, buchstäblich gemeint ist und buchstäblich erfüllt werden soll, versteht sie auch, dass es eine Einladung ihres himmlischen Bräutigams ist, zur vollen, immer währenden Gemeinschaft einzugehen. Das ganze Herz gerät in Leidenschaftliche Erregung. Es fragt sich immer wieder: Ist es denn überhaupt möglich? Wird es gerade mir geschenkt werden? Werde ich Glauben genug haben, um es festzuhalten und zu bewahren? Das himmlische Kleinod eines solchen Segens, dass allerlei Gnade zu jeder Zeit in mir reichlich sei? Immer heftiger wird dieser Seelenstreit. Mit einer das ganze Herz durchforschenden Energie erhebt sich die Frage, ob denn die Seele tatsächlich willig und bereit ist, sich ganz und gar dem Herrn hinzugeben, so dass die Gnade zu jeder Zeit das Zepter führen kann, ob sie tatsächlich gänzlich sich selbst entsagen will, nicht allein ihren Sünden und ihrem Eigensinn, sondern auch ihrem Selbstvertrauen und ihrer eigenen Kraft, ob sie dies tatsächlich tun will, um sich als ein schwaches Geschöpf von seiner allmächtigen Gnade tragen und bewahren zu lassen. 
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-Auch der Gedanke kommt einem Jeden: Ja, Gott kann machen, dass allerlei Gnade zu jeder Zeit unter uns reichlich ist, aber wird er es auch tun? So fragt die Seele, bis sie erkennt, wie schändlich es ist, dem Herrn unserem Gott zuzutrauen, dass Er uns mit Vorspiegelungen dessen, was Seine Allmacht kann, aber nicht bestimmt will, spotten könne. Mit tiefer Beschämung erkennt sie, dass wenn Gottes Wort mit einer Verheißung kommt: „Gott kann machen“, dass dann diese Verheißung die allersicherste Zusage dessen ist, was Er an dem tun will und tun wird, der auf Ihn vertraut. Sobald der Seele dies vollkommen deutlich wird und sie es wagt, alle Bedenken schwinden zu lassen und dies für sich selbst zu erwerben, geht sie zu der ersehnten Ruhe ein. 
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-Dass Jesus in ihrem Herzen Wohnung macht, dass sie in seiner Liebe bleibt, dass sich die Verheißung an ihr erfüllt: „Deine Sonne soll nicht mehr untergehen“, dies alles wird ihr nun zuteil. In dem tiefsten Gefühl einer Ohnmacht, welche nichts vermag, und einer Untreue, welche immer abirren will, lebt sie nun glücklich durch die Gewissheit, von dem Allmächtigen bewahrt zu werden, welcher seine Verheißungen an allen denen buchstäblich erfüllt, welche Ihn dadurch ehren, dass sie eine buchstäbliche Erfüllung von Ihm erwarten. Ich, der Herr, behüte ihn und feuchte ihn bald, Ich will ihn Tag und Nacht behüten.“ Jes. 27,3. „Der Herr des Friedens gebe euch Frieden allenthalben und auf allerlei Weise.“ 2. Thess. 3, 14. „Allerlei Gnade soll euch zu jeder Zeit reichlich zu teil werden. Diese Verheißungen drücken nicht allein den Willen Gottes, sondern auch die frohe Glaubenserwartung aus, welche unaufhörlich in die seligste Lebenserfahrung übergeht. 
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-„Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken.“ 
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-======Murray, Andrew - Wachset in der Gnade - 14. Genug Gnade. ====== 
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-2. Kor. 12,9-10. \\ 
-**Er hat zu mir gesagt: Lass dir an Meiner Gnade genügen, denn Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf dass die Kraft Christi bei mir wohne. Darum bin ich guten Muts in Schwachheiten, in Schmach, in Nöten, in Verfolgungen, in Ängsten, um Christi willen. Denn, wenn ich schwach bin, so bin ich stark.** 
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-Wenn von ununterbrochener Gemeinschaft mit dem Herrn und davon, dass uns Gnade. zu jeder Zeit reichlich zuteil werden solle, die Rede ist, wie es in dem vorigen Abschnitt der Fall gewesen, dann hört man wohl bisweilen die Frage: Aber tauchen denn niemals Wolken auf? Die Antwort auf diese Frage hängt von dem ab, was wir unter Wolken verstehen. Verstehen wir unter ihnen Sünden und Abweichungen, Wolken des Zornes und der Unzufriedenheit des Herrn? Die Verheißung: „Ich tilge deine Übertretungen, wie eine Wolke“, macht dieser Sorge ein Ende. Das Blut Jesu Christi reinigt uns von aller Sünde, und jeder Christ kann in demselben Augenblick, in welchem er seine Sünde bemerkt, durch eine Tat seines Glaubens einen unbewölkten Himmel bekommen, und in dem Lichte des Angesichts seines Vaters wandeln. 
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-Versteht man aber unter Wolken Schwierigkeiten, welche von außen an uns herantreten und in unserer Seele neben der Freudigkeit das Gefühl der Schwachheit und Furcht hervorrufen, so ist die Antwort: Ganz gewiss, es können, es werden und es müssen Wolken aufsteigen. 
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-Wolken sind für die Erde in vielerlei Weise ein Segen. Sie geben dem Auge vor dem vollen, grellen Licht Ruhe, welches bisweilen zu scharf ist. Sie bringen Der Erde den Segen des Regens und der Kühle. In der Kühle entwickelt sich ein Baum zwar langsamer, aber sein Holz wird besser, als es in heißen Gegenden wird. Selbst die Völker, welche sich immer in dem vollen Licht der Sonne baden, sind nicht mit denen zu vergleichen, welche mit einem kalten Klima zu kämpfen haben. Die Wolken nehmen das Licht der Sonne nicht weg, wie es die Nacht tut, sondern mildern es und behüten uns das vor, dass es schädlich wirkt. Darum können auch im geistlichen Leben Wolken ein Segen sein. Das können wir an dem Beispiel des Paulus sehen. Er durchlebte eine Zeit, in welcher eine Wolke über seiner Seele hing. Diese Wolke war nicht eine Sünde, auch nicht eine Strafe von Gottes Zorn. Nein, sie war nur eine Prüfung, ein Leiden, dessen sich der Satan bediente, um ihm durch das niederdrückende Gefühl der Schwachheit das Leben zu verbittern. Er betete ernstlich, dass doch diese Wolke von ihm hinweggenommen werden möchte. Die Antwort, welche er erhielt, lautete: Nein. Aber ihr war das Wort hinzugefügt: „Lass dir an Meiner Gnade genügen, denn Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ Bei der Gelegenheit lernte Paulus, was er niemals vergessen hat, dass die Wolken das Licht der Sonne nicht wegnehmen, sondern vielmehr gerade durch die Sonne aus der Erde gelockt werden, um der Erde zum Segen. 
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-Er lernte, dass ihm in der Zeit seiner Schwachheit die Gnade tatsächlich näher war und in ihm mehr erreichen konnte als in Zeiten völligen Wohlergehens. Aus dem Grunde kam er zu dem Entschluss: „Ich will mich am liebsten meiner Schwachheit rühmen, ich will dem Herrn dafür danken, dass es Wolken gibt, denn gerade durch diese segnet die Sonne die Erde. Ja, sagt er, ich bin guten Mutes in Schwachheiten, in Nöten und in Verfolgungen; denn, wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.“ 
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-Liebe Christen! Das Leben des Paulus war oftmals bewölkt. Monate und Jahre lang im Gefängnis zu sitzen, von allen Freunden verlassen zu werden, bei Gemeinden, die er gegründet hatte und wie ein Vater liebte, auf Misstrauen und Beschuldigungen zu stoßen, - dies und noch mehr hatte manchen Tag für ihn in Nebel gehüllt. Aber er hatte gelernt, für Wolken zu danken, sich seiner Schwachheit zu rühmen und in Nöten guten Mutes zu sein. Wodurch aber hatte er dies gelernt? Dadurch, dass der Herr zu ihm gesagt hatte: „Lass dir an Meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in dem Schwachen mächtig.“ So waren gerade die bewölkten Tage für ihn Tage der Nähe des Herrn, Tage ununterbrochener Gemeinschaft mit demselben und Tage besonderer Erfahrung Seiner Gnade. Die Wolken nahmen nur das Grelle des Lichtes hinweg, aber nicht das Licht selbst. Es waren Tage, in denen er sich getrieben fühlte, zu rühmen, in denen er guten Mutes sein konnte, in denen ihm ganz besonders Kraft zuströmte. Ja, Kraft strömte ihm mitten in seiner Schwachheit zu, aber gerade darum war es auch wahre Kraft, Gnadenkraft, welche in dem Schwachen mächtig werden will. Darum hat Paulus auch bisweilen dieses Lied gesungen: „Singt unserem Gott Psalmen, weil er den Himmel mit Wolken bedeckt.“ 
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-Nun weißt du, lieber Christ, wie es in dem Leben überschwänglicher Gnade, die dir in allen Dingen und zu jeder Zeit zuströmen soll, mit den Wolken gehen wird und wie der treue Herr im Hinblick auf sie so herrlich gesorgt. Es liegt alles in dem einen Wort: „Lass dir an Meiner Gnade genügen!“ Es kann kein Zustand, keine Not, keine Angst geben so tief, so schwer, so groß, Meine Gnade hat es alles vorausgesehen und vorgesehen. Erkenne dies doch, und wenn du es nicht zu verstehen vermagst, so glaube es doch und überlass das Übrige mir: Lass dir an Meiner Gnade genügen! Vergiss nur dies Eine nicht: Je schwächer du in dir selbst wirst, desto getroster kannst du dich an das Wort halten: Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. 
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-O lieber Christ! Bekommst du nicht unter solchen Umständen beinahe Lust, mit Paulus zu sagen: „Wenn dem so ist, will ich, anstatt zu klagen und mich zu ängstigen, mich viel lieber meiner Schwachheiten rühmen, auf dass die Kraft Christi bei mir wohne? Darum bin ich guten Mutes in Schwachheiten. Denn, wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.“ O tue es nur, und wie Paulus beinahe zwanzig Jahre nach Empfang dieser Verheißung das Zeugnis ablegen konnte: „Der Herr hat mir nicht nur stets genug gegeben, sondern auch Seine Gnade an mir überschwänglich geoffenbart,“ so wirst auch du es erfahren, dass Er deinen Glauben nicht zu Schanden werden lässt. Er gibt über Bitten und über Verstehen allerlei Gnade zu jeder Zeit. Das ist es, was er sagt und was er wirklich meint. 
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-Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken.“ 
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-======Murray, Andrew - Wachset in der Gnade - 15. Rechtfertigende Gnade. ====== 
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-Röm. 3,23-24. \\ 
-**Sie sind allzumal Sünder und werden ohne Verdienst gerecht aus Seiner Gnade, durch die Erlösung, so durch Christum Jesum geschehen.“ 
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-Hier haben wir die erste Wohltat, welche der Sünder aus dem Schatz der Gnade Gottes empfängt, die erste und wunderbarste Wohltat, welche alles andere enthält, die Rechtfertigung. Dass dieser Segen nötig war, wenn uns der Herr überhaupt retten wollte, ist klar und deutlich. Der gerechte Gott hätte uns nun und nimmermehr in Seine Gunst aufnehmen, mit Wohlgefallen betrachten, oder uns Anteil an seinem ewigen Leben geben können, wenn wir ungerechtfertigt geblieben wären. Wir mussten unbedingt zuvor gerechtfertigt werden. 
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-Wenn nun jemand vor einem irdischen Richter angeklagt wird, kann er auf eine dreifache Weise gerechtfertigt werden. Er kann seine Unschuld beweisen: Dann rechtfertigt ihn der Richter, um seiner Unschuld, willen. Er kann seine Strafe auf sich nehmen. Wollte man ihn dann später um derselben Missetat willen noch einmal vornehmen und könnte er dann beweisen, dass er seine Strafe schon erhalten habe, so würde der Richter sagen, dass dem Gesetz bereits Genüge geschehen sei. Das Gesetz hätte dann von ihm nichts mehr zu fordern. Der Mann, welcher früher schuldig war und gestraft wurde, wird nun durch den Richter gerechtfertigt. 
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-Er kann auch durch einen Anderen den Anforderungen des Gesetzes genügen. Das Urteil erkannte z. B. auf Gefangenschaft, oder auf Bezahlung einer bestimmten Geldsumme. Der Verurteilte geht in das Gefängnis. Ein Freund kommt und bezahlt für ihn. Wollte man ihn dann nicht sofort freilassen, so würde der Richter es befehlen. Denn der Mann ist nun nach den Bestimmungen des Gesetzes gerechtfertigt. Seine Schuld ist bezahlt. 
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-In jedem dieser drei Fälle ist die Tätigkeit des Richters dieselbe. Er macht den Mann nicht zu einem innerlich rechtschaffenen Mann. Er gibt ihm keine Gerechtigkeit. Er gibt nur die Erklärung ab, dass derselbe nach den Bestimmungen des Gesetzes ein gerechter Mensch ist, die Eigenschaft der Rechtschaffenheit besitzt. In dem ersten Fall ist die Unschuld des Angeklagten seine Gerechtigkeit. In dem zweiten Fall ist es der Umstand, dass er seine Strafe bereits erduldet. In dem dritten ist es der Umstand, dass ein Anderer als Bürge seine Strafe auf sich genommen. 
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-In allen diesen Fällen aber ist die Erklärung des Richters dieselbe. Der Mann, den er für gerecht erklärt hat, besitzt eine Rechtfertigung, welche vollkommen hinreichend ist. 
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-Auf dem dritten dieser drei Wege rechtfertigt der gerechte Gott den gottlosen Sünder. Gottes Liebe wollte den Sünder retten, aber auf keinem Fall dies auf Kosten seiner Gerechtigkeit tun. Aus diesem Grunde traten Gottes Liebe und Gottes Gerechtigkeit in jene Gnadenverbindung, durch welche beide verherrlicht werden sollten, die Liebe in der Rettung der Ungerechten, die Gerechtigkeit in ihrer Rechtfertigung. Liebe und Gerechtigkeit sollten zusammenwirken, um dem Menschen an einzigen Gerechtigkeit Anteil zu verschaffen, welche vor Gottes Richterstuhl bestehen kann, nämlich an der vollkommenen Gerechtigkeit Gottes. 
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-Wir wissen, worin der Gnadenrat zur Ausführung dieses Planes bestand. Der Herr Jesus kam auf diese Erde, um nach den alten Weissagungen Jes. 6,24-25; Jer. 23,6; 33,16 für uns zu werden: „Der Herr, der unsere Gerechtigkeit ist.“ Zu diesem Zweck opferte Er sich selbst, der Forderung der göttlichen Strafgerechtigkeit Genüge zu leisten. Zu diesem Zweck trug Er die Strafe, welche wir verdient hatten. Als Er nun somit für unsere Sünden gestorben war, wurde Er zu unserer Gerechtigkeit auferweckt. Röm. 4,25; 6,7. Seine Auferstehung war seine Rechtfertigung Röm. 6,7 und dadurch auch die unsrige: Die Erklärung Gottes, dass der Bürge alles bezahlt habe und dass alle, die an Ihn glauben, an Seiner göttlichen Gerechtigkeit Anteil haben und darum für gerecht vor Gott gelten. Nun hatte Er das Recht erworben, uns das erste und größte Geschenk der Gnade zu geben: Die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt. Was aber Gott bei der Auferstehung Jesu Christi, als des Bürgen und Hauptes Seines Volkes, erklärt hat, tritt in demselben Augenblick in Kraft, in welchem der Sünder an den Herrn Jesus glaubt. 
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-Der Heiland kommt und bietet Sich selbst dem Sünder an mit allen Seinen Gnadenschätzen, vor allem mit Seiner Gerechtigkeit. Sobald der Sünder glaubt, wächst er mit dem Herrn Jesus zusammen und empfängt in Ihm und mit Ihm als erste und vornehmste Gabe aus dem Gnadenschatz die Gabe der Gerechtigkeit. Besitzt er aber diese so wird er auf Grund der Gerechtigkeit, welche er in Christo hat, von Gott als seinem Richter für gerecht erklärt. 
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-Diese Rechtfertigung ist eine göttliche Erklärung, dass der Sünder durch die Gerechtigkeit Christi, an der er Anteil hat, vor dem Richterstuhl der göttlichen Gerechtigkeit tatsächlich als ein Gerechter dasteht. Und weiterhin, dass er von Gott zu jeder Zeit und in allen Dingen als ein vollkommen Gerechter betrachtet und behandelt werden soll, mit vollem Recht auf die Gunst der göttlichen Heiligkeit und mit unbehindertem Zugang zu dem Erbe der Kinder Gottes. 
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-Diese Rechtfertigung oder Gerechterklärung ist außerdem das göttliche Siegel auf unseren Glauben an Christus, durch welches unsere Lebensvereinigung mit dem Herrn Jesus, mächtig gestärkt und als ein Gut erwiesen wird, welches ewiglich währt. Darum redet auch die Schrift von einer Lebensgerechtigkeit. Gleichwie Sünde und Tod unzertrennlich sind, also auch Gerechtigkeit und Leben. So steht geschrieben: Der Gerechte soll seines Glaubens leben. Eine göttliche Gerechtigkeit und ein göttliches Leben sind in dem lebendigen Heiland verbunden, welcher der Herr, unsere Gerechtigkeit ist. 
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-Liebe Christen! Aus Gnaden seid ihr gerechtfertigt. Ist das nicht eine wunderbare Gnade? Er ward für uns zur Sünde gemacht, auf dass wir in Ihm würden die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt. O diese Worte werden so leichthin gelesen und ausgesprochen, ihre göttliche Kraft aber wird so wenig empfunden! Lasst uns darum vor den Herrn hintreten und ein jeder gläubig bekennen: Ich bin gerechtfertigt vor Gott. Lasst uns alle dieses Glaubens leben und mit Paulus alles für Schaden achten, um nur jeden Augenblick bei Christo gefunden zu werden, ohne alle eigene Gerechtigkeit, welche aus dem Gesetz stammt, aber reich an der Gerechtigkeit, welche aus dem Glauben kommt und aus Gott stammt. 
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-Viel will ich bitten und beten, dass der Heilige Geist mir die Herrlichkeit dieser Gabe der Gerechtigkeit kund tue. Die Gnade, welche sie mir geschenkt hat, will mich auch mit ihr bekannt machen, damit durch die Erkenntnis Gottes, welche mich gerecht macht, die Gnade in mir wachse und zunehme. Dann soll ich es erfahren, dass dies die Wurzel und Kraft meiner Lebensgerechtigkeit ist, dass ich mehr und mehr darin fest werde und mich darüber freue, dass wir, die wir gesündigt haben, umsonst für gerecht erklärt werden aus Seiner Gnade: Herr mein Gott! Lass doch diese rechtfertigende Gnade in mir, so stark werden, dass ich immer tiefer in die Erkenntnis und in den Genuss der göttlichen Gerechtigkeit eindringe, welche mir beigelegt ist und in welcher ich stets vor dir lebe. 
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-„Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken.“ 
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-======Murray, Andrew - Wachset in der Gnade - 16. Freie Gnade.====== 
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-Röm. 4,4-5 u. 16. \\ 
-**Dem, der mit Werken umgeht, wird der Lohn nicht aus Gnaden zugerechnet, sondern aus Pflicht. Dem aber, der nicht mit Werken umgeht, glaubt aber an den, der die Gottlosen gerecht macht, dem wird sein Glaube gerechnet zur Gerechtigkeit. Derhalben muss die Gerechtigkeit durch den Glauben kommen, auf dass sie sei aus Gnaden.**\\ 
-Röm. 11,6. \\ 
-**Ist es aber aus Gnaden, so ist es nicht aus Verdienst der Werke; sonst würde Gnade nicht Gnade sein.**\\ 
-Epheser 2,8-9. \\ 
-**Aus Gnaden seid ihr selig geworden, durch den Glauben; und dasselbige nicht aus euch, Gottes Gabe ist es, nicht aus den Werken, auf dass sich nicht jemand rühme. ** 
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-Zwei Fragen gibt es, auf welche das Wort Gnade die Antwort gibt. Die eine Frage lautet: Was gibt Gott? Die andere: Warum und auf welche Weise gibt er? - Die Antwort auf die erste Frage enthält den ganzen Segensreichtum, welcher in der Fülle der Gnade liegt. Die Antwort auf die zweite verweist auf das Freie, völlig Unverdiente der Gabe. Ich denke, wir haben wohl alle mehr auf die zweite, als auf die erste Bedeutung des Wortes geachtet. So oft wir das Wort „Gnade“ in der Bibel fanden, glaubten wir es zu verstehen, wenn wir auch nur den Gedanken daran hatten, dass Gnade eine Gabe ist, welche uns frei und umsonst zu Teil wird. 
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-Jetzt fangen wir an, einzusehen, dass Gnade unendlich viel mehr bedeutet. Gnade ist der Name, mit welchem Gott alles dasjenige bezeichnet, was er uns in Christo geschenkt hat. Je mehr wir nun in der Antwort auf die erste Frage diesen wunderbaren und allgenugsamen Schatz himmlischen Segens kennen lernen, desto herrlicher erhebt sich vor uns die zweite Vorstellung: Dieses Alles wird uns umsonst zu Teil. Alle Gnade aus Gnaden. 
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-Wie einfach wird uns diese zweite Vorstellung in obenstehenden Texten deutlich gemacht. Wenn jemand arbeitet, so verlangt er auch Lohn, nicht als eine Gnade, sondern als eine Pflicht und Schuldigkeit, als etwas, worauf er ein Recht hat, was er verlangen kann; derjenige aber, welcher nicht arbeiten kann, muss auf Gnade hoffen. Wenn darum jemand zur Seligkeit aus Gnaden gelangen will, fragt Gott durchaus nicht nach seinen Werken. Und hätte er auch nicht ein einziges gutes Werk getan und fühlte sich sein Herz völlig sündig und tot, er könnte trotzdem die Seligkeit aus Gnaden empfangen. Deswegen steht ja geschrieben: „Ist es aus Gnaden, so ist es nicht aus Verdienst der Werke; sonst würde Gnade nicht Gnade sein.“ Welch' treffender Ausdruck, um den Sünder zu überzeugen, dass er nichts mitzubringen braucht. Wollte die Gnade etwas - und wäre es das Geringste - an Werken von uns fordern, so wäre sie nicht mehr einzig und allein Gnade. Gnade will Gnade sein: eine Gabe, welche vollkommen frei, umsonst, an völlig Unwürdige gespendet wird. Darum fährt der Apostel fort: „Dem, der nicht mit Werken umgeht, aber an den glaubt, welcher den Gottlosen gerecht macht!“ Welch trostreiches Wort: „dem, der an den glaubt, der den Gottlosen gerecht macht!“ Könnte Gott wohl einen stärkeren Ausdruck wählen, um uns zu vergewissern, dass hier nichts zu tun ist, als zu empfangen. Wie sündig oder gottlos auch ein Mensch sein mag, die Gnade bietet ihm an, ihn trotzdem gerecht zu machen: Sie sind allzumal Sünder und werden umsonst gerecht durch seine Gnade. und wie es mit der Rechtfertigung steht, so steht es auch mit der ganzen Seligkeit aus Gnaden. Ephes. 2,6-8. Das Wachsen in der Gnade hängt gar viel davon ab, dass das Gotteskind mehr und mehr von dem Gedanken durchdrungen wird, dass ihm die ganze Fülle der Gnade ohne jegliches Verdienst, als ein freies Geschenk nicht nur zugedacht ist, sondern auch zugeeignet wird. Lernt es das einsehen, so lernt es auch von sich selbst abzusehen, so lebt es kindlich-froh in der Gewissheit, dass seine Schwäche und Unwürdigkeit die Gnade durchaus nicht hindern, dieselbe vielmehr noch antreiben wird, sich in ihm zu verherrlichen. Diese Gewissheit ist der Glaube. 
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-Wenn darum Gnade uns naht, ist dies das Einzige, was sie von uns verlangt, das Erste, was sie in uns hervorruft. Wie denn geschrieben steht: Die Gerechtigkeit muss durch den Glauben kommen, auf dass sie aus Gnaden sei. Wenn jemand zu dir kommt, während du in Not und völlig hilflos bist, was erwartet er dann von dir? Nichts als dies, dass du ihm in dem Vertrauen schenkst, was er dir verspricht. So kommt auch die himmlische Gnade mit allen ihren göttlichen Verheißungen zu uns und bittet uns mit Herzlichkeit: Ach, hör' doch auf mich! Hör doch auf das, was ich dir sage: Was Gott verheißen hat, kann Er auch tun. Röm. 4,21. 
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-Gottes Gnade und unsere eigenen Werke sind in einem Kampf auf Leben und Tod. Sie können durchaus nicht neben einander bestehen. Gnade und Glaube aber gehen Hand in Hand. Die Gnade naht und erweckt in der Seele durch ihre Freundlichkeit Vertrauen. Sie naht in der Person des gekreuzigten Gottessohnes und sagt: Ich will alles, alles, alles für dich tun. Willst du dich nicht mir anvertrauen? Der Glaube antwortet: Werke, auf die ich mich berufen könnte, habe ich nicht; ich bin arm, ohnmächtig und sehr elend; die Gnadenverheißungen aber sind so lockend, so himmlisch, so ernst und gut gemeint. Sollte ich es nicht wagen, auf sie mein Vertrauen zu setzen? Ja, ich glaube es, himmlische Gnade, du wirst tun, was du sagst, ich vertraue mich dir an. 
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-Je mehr nun die Seele auf das Wort der Gnade achtet und über die Wunder der Gnade nachdenkt, desto weiter öffnet sich vor ihr ein Himmel voll Seligkeit in der Gewissheit: die Gnade erhalte ich umsonst, ohne Verdienst. Was ich in mir selbst finde, ist darum kein Hindernis für mich, mich zu dem festen Vertrauen zu entschließen, dass die Gnade ihre ganze Fülle über mich ausgießen werde. Sie will mich ganz und gar haben: ganz und gar soll sie mich haben. Sie kennt ihre Arbeit; und meine Arbeit soll darin bestehen, stets ihr zu vertrauen und stets ihr zu danken. 
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-„Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken.“ 
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-======Murray, Andrew - Wachset in der Gnade - 17. Gnadenstand. ====== 
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-Röm. 5,1-2.\\  
-**Nun wir denn sind gerecht geworden durch den Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesum Christum, durch welchen wir auch einen Zugang haben im Glauben zu dieser Gnade, darinnen wir stehen.**\\ 
-1. Pet. 5,12. \\ 
-**Das ist die rechte Gnade Gottes, darinnen ihr steht. ** 
- 
-Ein Baum kann nicht emporwachsen, wenn er nicht fest im Grund und Boden steht. Wird er jedes Jahr umgepflanzt oder zu sehr von dem Wind hin und her geschüttelt, so kann er sich nicht kräftig entwickeln. Nur, wenn er fest gewurzelt ist, kann bei ihm von Wachsen die Rede sein.  
- 
-Nicht anders ein junger Christ. Soll ein junger Christ in der Gnade zunehmen, so muss er fest in der Gnade stehen. Ein Zweifel an seinem Gnadenstand würde die Zunahme sehr hindern. Nun haben wir durch unseren Herrn Jesum Christum und durch den Glauben an Ihn den Zugang zu der Gnade, in der wir stehen, und nur in dem Glauben an Ihn die Möglichkeit, in dieser Gnade stehen zu bleiben. Wenn du darum deine Unwürdigkeit einmal sehr tief fühlst, wenn du im Hinblick auf deine Untreue und Abweichung geneigt bist zu zweifeln, ob wohl Grund für dich zu finden sei, wenn selbst die Kennzeichen der Gnade in dir fast gar nicht zu finden sind, bedenke dann nur, dass nicht die Gnade, welche sich in dir findet, sondern vielmehr die Gnade, welche in Jesu liegt, der Grund ist, auf dem und in dem du stehen musst! Hast du dich dem Herrn Jesus übergeben, hast du ihn auf Grund des Wortes Gottes im Glauben als deinen Seligmacher angenommen, dann hast du durch diesen Glauben Zugang zu dieser Gnade. Du stehst in der Gnade durch den Glauben. Darum sieh nicht auf dich selbst, sondern auf den Herrn Jesus und seine herrliche Gnade! Werde nach den Wort an Timotheus stark durch die Gnade in Christo Jesu! Verlass dich wirklich auf die Gnade Gottes in Christo! Dann stehst du auf dem Boden, auf dem du zu wachsen vermagst. O, sprich es vor dem Herrn aus, sprich es vor dir selbst aus, bekenne es vor dem Volk Gottes: Ich glaube an den Sohn Gottes, ich lebe und sterbe im Vertrauen auf die Gnade. Wenn du das tust, wird es dir deutlich werden, dass du in der Gnade stehst. Stehst du aber in der Gnade, so wirst du auch in ihr zunehmen. 
- 
-Doch nicht nur der Zweifel an dem Gnadenstande, sondern auch die Unkenntnis der Pflichten dieses Standes verhindert das Wachstum. In der Welt gibt es verschiedene Stände: den Bürgerstand, den Kaufmannstand, den Adelstand. Von jedem Menschen erwartet man, dass er nach seinem Stand lebt. Allein das kann er nicht tun, wenn er seinen Stand nicht genug kennt oder verkehrte Vorstellungen von demselben hat. Ebenso kann ein Christ nicht in der Gnade wachsen, wenn er die Pflichten nicht zu erkennen sucht, welche sein Gnadenstand mit sich bringt. Durch seine Geburt trat er ja nur in den Naturstand und geriet er unter die Macht der Sünde und des Todes. Gott erlöste ihn daraus und pflanzte ihn in den Gnadenstand, an ihm den außerordentlichen Reichtum Seiner Gnade zu zeigen, damit er von der reichen, freien und allmächtigen Gottesgnade alles empfinge, was überhaupt Gnade schenken kann. Sobald daher die Augen eines jungen Christen sich für diesen herrlichen und überseligen Gnadenstand zu öffnen anfangen, sobald er an jedem Morgen sein Tagewerk, nicht auf Grund seines Geschäfts, sondern auf Grund seines Glaubens mit den Worten anfängt: „Was ist die Gnade doch so herrlich, in der ich stehe!“ wird auch seine Seele ihre Wurzeln tiefer in die Gnade senken. Hält er das fest, dass er in der Gnade steht, so sieht er, dass nun alle die unermesslichen Reichtümer der Gnade ihm zugänglich sind und dass er nun weiter nichts zu tun braucht, als stehen zu bleiben. Gleich wie der Grund und Boden dem Baum alles spendet, was er nötig hat, wird auch ihm die Gnade alles zukommen lassen, was ihm not tut. Sein Wachsen ist völlig gesichert, den er steht - und wo könnte er besser stehen - in der Gnade Gottes. 
- 
-Doch muss der Christ vor allem den Zusammenhang beachten, in welchem dieses Wort vorkommt. Der Apostel sagt: „Nun wir denn sind gerecht geworden durch den Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesum Christum, durch welchen wir auch einen Zugang haben im Glauben zu dieser Gnade, darinnen wir stehen.“ In dem lebendigen Herrn Jesus selbst hat uns Gott mit allen seinen Segnungen überschüttet. Durch den persönlichen Umgang mit Ihm, der unser Freund und Herr sein will, werden die Segnungen Seiner Gnade unser Eigentum. Möchten wir darum stets nach den einzelnen Gnadengaben in uns suchen, möchten wir doch es recht verstehen lernen, dass jede neue Gnadenverheißung, von der wir hören, uns zu Jesu, zu Jesu selbst treiben muss, damit wir durch den stillen Herzensumgang mit Ihm, durch Seine bleibende Nähe bei allem unserem Tun, aus Seiner Fülle alles empfangen dürfen. 
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-Auf diese Weise werden wir es recht verstehen und erfahren, dass wir ebenso, wie wir durch den Herrn Jesus Frieden haben, durch denselben Jesus weiter den Zugang zu der völligen Gnade besitzen. Verstehen wir aber auch dies, so erkennen wir auch, dass wir nur dann in der Gnade feststehen können, wenn wir im vollen Genuss Seines Friedens leben. Der Friede Gottes ist es, genau genommen, welcher den Seelen Ruhe und unbewegliche Festigkeit verleiht. Wenn wir nun durch Sünde, die wir nicht bekennen, durch eine Abirrung, von der wir uns nicht zurückfinden, vor allem aber durch Unglauben den Frieden unserer Seele stören, so ist unser Zugang zur Gnade gesperrt und unsere Freimütigkeit, um weitere Gnade zu bitten, geschwächt. Es ist uns, als könnten wir nicht mehr zu ihr gelangen. Woran liegt das? Wir vermögen aus eigener Kraft nichts. Jesus ist es, auf den wir immer wieder angewiesen sind. Durch Ihn allein haben wir zunächst Frieden. In Ihm allein besitzen wir auch täglich und stündlich den Zugang zu der Gnade. 
- 
-Außerdem: „Nun wir denn sind gerecht geworden durch den Glauben, so haben wir Frieden mit Gott, durch unseren Herrn Jesum.“ Der Friede hat seine Festigkeit und Kraft in der Rechtfertigung, das heißt darin, dass uns Gott für gerecht erklärt hat. Dies bleibt darum der Anfang und die Kraft jedes rechten Gnadenlebens. Wer dies hat, hat alles, wie denn geschrieben steht: „Den er gerecht gemacht hat, den hat er auch herrlich gemacht.“ Darum müssen wir uns vor allem durch den heiligen Geist die Herrlichkeit unserer Rechtfertigung zeigen und uns ihre Gewissheit versichern lassen. Wenn wir uns in der Tat vor dem Throne Gottes befinden, um die himmlische Kraft der uns für gerecht erklärenden Aussprache Gottes zu erwarten, und wenn wir dann in unser tägliches Leben treten, als solche, welche die Rechtfertigung aus Gott auf und in sich tragen, dann bewahrt in uns Jesus selbst unseren Frieden. 
- 
-Dann gibt er uns den Zugang zu dieser Gnade, in der wir stehen und welcher wir uns rühmen, den Zugang zu dem unendlichen Gnadenreichtum, welcher in jedem Augenblick für uns bereit liegt. 
- 
-O lieber Christ! Lerne deinen Gnadenstand kennen und lebe in ihm! Ein König, welcher gefangen genommen und mit Ketten gebunden ist, spricht doch noch als König seines Reiches. Und wenn es ihm gelingt, frei zu werden, so besteigt er seinen Thron, sobald er dazu im Stande ist. Er vergisst seines Standes nicht, während er im Elend ist. Darum erkenne auch du deinen Stand, lieber Christ, und lebe in ihm durch den Glauben an unseren Herrn Jesus. Er ist unsere Rechtfertigung, Er ist unser Friede, in Ihm liegt alle Gnade, durch ihn haben wir den Zugang zu dieser Gnade, in der wir stehen. 
- 
-„Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken.“ 
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- 
-======Murray, Andrew - Wachset in der Gnade - 18. Die Herrschaft der Gnade.====== 
- 
-Röm. 5,20-21.\\ 
-**Wo aber die Sünde mächtig geworden ist, da ist doch die Gnade viel mächtiger geworden, auf dass, gleichwie die Sünde geherrscht hat zu dem Tod, also auch herrsche die Gnade durch die Gerechtigkeit zum ewigen Leben, durch Jesum Christ, unseren Herrn. ** 
- 
-Wenn wir die Gnade recht kennen lernen wollen, müssen wir sie vor allem in ihrer Herrschaft, in der sie ihre überwindende Macht kund tut, beobachten. Ihre Herrschaft aber kennen zu lernen, gibt es kein besseres Mittel als dies, sie mit der Herrschaft der Sünde zu vergleichen. 
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-Dass die Sünde mit einer unsagbaren, alles umfassenden Gewalt herrscht, wissen wir. Wir haben es in unserem eigenen Innern erfahren. Wir sehen es auch an andern. Achte nur einmal auf einen Menschen, welcher völlig durch die Sünde beherrscht wird! Wie wird er oft gegen seinen Willen dazu gerissen, ihren Willen zu erfüllen! Seine Gedanken und Begierden beschäftigen sich fortwährend mit ihr. Er fühlt sich getrieben, alles zu wagen und aufzuopfern, um sie nur tun zu können. Die Herrschaft der Sünde ist mächtig und unbegrenzt in dem, der sich ihr völlig ergibt. 
- 
-Doch, wo die Sünde mächtig geworden ist, da ist die Gnade noch viel mächtiger geworden. Ihre Herrschaft ist noch machtvoller und weniger begrenzt als die der Sünde. Es ist sehr schwer, Worte oder Gedanken zu finden, um mit denselben deutlich zu machen, wie weit sich diese ihre Herrschaft erstrecken kann. Die Tatsache aber, dass sie stets viel, viel mächtiger als die Sünde ist, trägt etwas dazu bei, uns eine Vorstellung von ihrer Macht zu geben. Was du darum auch in dir selbst an Schwachheit erfährst, oder von Seiten der Sünde befürchten kannst, behalte nur fest im Gedächtnis, dass die Gnade bei weitem mächtiger ist. 
- 
-Und wozu soll ich dies tun? Auf dass, gleichwie die Sünde geherrscht hat zu dem Tod, also auch herrsche die Gnade durch die Gerechtigkeit zum ewigen Leben, durch Jesum Christ. Achte nur einmal auf den Unterschied der beiden Reiche! Von dem einen wird nur gesagt: Die Sünde hat geherrscht zu dem Tod. Ihre Herrschaft war also eine verwüstende: Elend und Tod das Los ihrer Untertanen. 
- 
-Und schaust du auf das andere Reich, in ihm schwingt Gnade himmlische, allmächtige, segnende Gnade das Zepter. Sie herrscht durch Gerechtigkeit. Die Sünde hatte in ihrem Reich die Gerechtigkeit unterjocht und zum Raub des Todes gemacht. Gottes Gerechtigkeit musste darum strafen. Gottes Gnade aber hat die Gerechtigkeit wieder frei gemacht. Seitdem ist die Gerechtigkeit die Stärke des Gnadenreiches. Die Gnade herrscht durch Gerechtigkeit, verherrlicht die Gerechtigkeit Gottes und schenkt dem Menschen Gerechtigkeit. Und so herrscht die Gnade zum ewigen Leben. Der Segen, welchen sie jedem ihrer Untertanen übermittelt, die Gabe, welche ihre Herrschaft jeder Seele gibt, ist dies, dass sie Leben kraftvolles, himmlisches, ewiges Leben - über den Tod triumphieren lässt. 
- 
-Und dies geschieht alles durch Jesum Christum, unseren Herrn. Es ist Seine Gnade, Seine Gerechtigkeit, Sein Leben. Er ist der König, dessen Herrschaft als die Herrschaft der Gnade gerühmt wird. Die Gnade ist viel mächtiger geworden, auf dass sie durch Gerechtigkeit zum ewigen Leben herrsche durch Jesum Christum, unseren Herrn. 
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-Wie glücklich sind doch die Bewohner des Reiches, in welchem die Gnade herrscht! Da gilt Gnade und nichts als Gnade. Da ist Gnade zu jeder Stunde im reichsten Überfluss zu haben. Da herrscht Gnade mit völlig unumschränkter Gewalt. Man braucht keinem Befehl zu gehorchen, keine Arbeit zu verrichten und keinen Streit zu führen, ohne dass die Gnade mit der nötigen Kraft ausrüstete. Es ist ein Volk von Begnadigten des Herrn, welches wir da erblicken. Sie leben zum Preis der Herrlichkeit Seiner Gnade. 
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-Das Wunderbarste aber dabei ist dies: Wenn die Sünde, welche in unserer alten Natur noch wohnt und wühlt, in einem Augenblick der Unbedachtsamkeit die Überhand erhält, darf die Seele die Herrlichkeit des Gnadenstandes am allerherrlichsten erfahren. Sie kennt den Artikel in dem Gnadengesetz des Reiches: „Wo die Sünde mächtig geworden ist, da ist doch die Gnade viel mächtiger geworden“, und weiß sich augenblicklich an die Gnade zu wenden, ihre vergebende, reinigende und heilende Kraft an sich zu erfahren. Somit ehrt ein Mensch die Gnade, wenn er in dem Glauben an ihre Herrschaft jede Sünde zu ihr bringt und sich selbst als ein Sünder ihr übergibt. Und somit segnet die Gnade den Menschen, indem sie ihn in der Gerechtigkeit, die ihm geschenkt wurde, und in dem ewigen Leben, welches er in derselben hat, bewahrt und fest macht. 
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-Und nun, meine lieben Mitchristen, lasst uns zusammen danach trachten, die herrlichen Lehren dieses Wortes zu lernen und zu behalten! Die erste ist: Lasst uns in dem Glauben stark werden, dass die Gnade viel mächtiger, als die Sünde ist und eine viel mächtigere Herrschaft, als die der Sünde besitzt. Lasst uns lernen, dass, gleichwie die Sünde jeden Augenblick wacht, um ihre verlorene Herrschaft wiederzugewinnen, ebenso die Gnade auf ihrer Hut ist, um das Gewonnene zu behaupten, ja, dass die Gnade, wenn wir ihr nur vertrauen, bestimmt den Sieg gewinnt und uns zu Überwindern macht. Die zweite Lehre ist die, dass die Gnade durch die Gerechtigkeit herrscht. Wenn ich in der Gerechtigkeit, die aus Gott stammt, im Glauben an Christus lebe und wandle, kann die Gnade in mir herrschen. Möchte doch diese wunderbare, göttliche Gerechtigkeit, welche jetzt ganz gewiss unser Eigentum ist, uns mehr und mehr bekannt werden! Dann würde die Gnade ungehindert ihre selige Herrschaft in uns offenbaren. Gewiss, in dem Herrn liegt unsere Gerechtigkeit und Stärke. 
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-Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken. 
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-======Murray, Andrew - Wachset in der Gnade - 19. Die Herrschaft der Begnadigten.====== 
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-Röm. 5,17.\\ 
-**So um des Einigen Sünde willen der Tod geherrscht hat durch den Einen; vielmehr werden die, so da empfangen die Fülle der Gnade und der Gabe zur Gerechtigkeit, herrschen im Leben, durch den Einen, Jesum Christ. ** 
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-Wie herrlich war doch das gestrige Wort über die Herrschaft der Gnade! Unser heutiger Text aber enthält ein Wort, welches womöglich noch herrlicher ist. Gestern hieß es, dass gleichwie die Sünde geherrscht hat, also auch, nur viel gewaltiger, die Gnade über den Menschen herrschen solle, der von der Herrschaft der Sünde befreit ist. Heute erhebt sich die Verheißung noch höher. Nicht allein soll die Gnade über den Menschen herrschen, sondern durch die Gnade soll auch der Mensch selbst herrschen. So um des Einen Sünde willen der Tod geherrscht hat, werden vielmehr die, welche die Fülle der Gnade empfangen haben, im Leben herrschen. 
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-Mit Recht sagt der Apostel: „Diejenigen werden herrschen, welche die Fülle der Gnade empfangen haben;“ denn wahrlich, ohne den Empfang der wunderbaren und überreichlichen Gnade wäre dies nicht möglich. Aber es ist nicht nur möglich, es geschieht wirklich: Viel gewisser als dies, dass der Tod geherrscht hat, ist die Tatsache, dass diejenigen, welche die Fülle der Gnade empfangen haben, durch Jesum Christum in dem Leben herrschen. 
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-Dieser Segen ist nicht etwa bloß für die zukünftige Welt da, nach dem Tod. Nein! Die Fülle der Gnade wird hienieden bereits empfangen. Hier auf Erden bereits ist der an Jesum Christum Gläubige mit ihm erweckt und in das himmlische Wesen versetzt. Hier auf Erden bereits besitzt er das ewige Leben. Auch für dieses Erdenleben gilt die Verheißung, dass in weit höherem Grade, als der Tod geherrscht hat, diejenigen durch Jesum Christum in diesem Leben bereits herrschen sollen, welche die Fülle der Gnade empfangen. Das aber ist es, was die Gnade für einen Sünder tut. Sie findet ihn unter der furchtbaren Herrschaft der Sünde und des Lodes. Und sie befreit ihn nicht nur, sondern lässt ihn tatsächlich über seine Feinde herrschen. Er wird der Zahl der Sänger hinzugefügt, welche fröhlich singen: Gott sei Dank, der uns stets Sieg gibt Ja, Gott sei Dank, der uns durch Jesum Christum den Sieg gibt! Sind wir doch mehr noch als Sieger durch den, der uns geliebt hat. 
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-Von dieser Tatsache redet auch Johannes, da er sagt: Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Jesus hat die Welt überwunden. Er herrscht inmitten Seiner Feinde in der Kraft des ewigen Lebens. Wer an Ihn glaubt, empfängt diese Fülle der Gnade, dass er an dem ewigen Leben und an dem errungenen Sieg Anteil erhält. Er herrscht jetzt schon mit Jesus. 
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-Der Gläubige braucht nicht zu streiten, um erst am Ende des Streites zu siegen, nein, der Glaube, mit dem er den Streit anfängt, ist bereits der Sieg. Dieser Glaube stärkt sich an Jesu, der bereits gesiegt hat, er zieht den beiden Feinden, der Welt und der Sünde, als bereits überwundenen Gegnern entgegen, und schreitet so von Sieg zu Sieg. 
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-Und wenn ein Christ fragt, wie er die Herrschaft über die Sünde und den Tod im Leben verwirklichen soll, so gibt unser Text die Antwort: diejenigen, welche die Fülle der Gnade empfangen, werden durch Jesum Christum im Leben herrschen. O lieber Christ, denke nur in deinem Herzen größer von dem, was Gottes Gnade will und was sie vermag! Lerne nur durch den Heiligen Geist verstehen, was für eine Macht die Gnade besitzt, welche für dich da ist! Erhebe dich nur im Glauben zu der Gnadenfülle, welche in Jesus liegt! Hege nicht länger menschliche, sondern göttliche Gedanken von der Gotteskraft des ewigen Lebens, welches du in Jesu Christo führst! Dann wirst du mehr und mehr lernen, in das Wort einzustimmen: Vielmehr werden die, welche die Fülle der Gnade empfangen, in dem Leben herrschen. 
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-Beachte auch hier das Wort: die die Fülle der Gnade und der Gabe der Gerechtigkeit empfangen, werden herrschen. Wir werden in diesem Leben bereits herrschen, wenn die vollkommene Gerechtigkeit des Herrn Jesus, welche uns von Gott zugerechnet und zum Eigentum geschenkt wird, tatsächlich das Leben unserer Seele ist. Gerechtigkeit und Gericht sind die Grundlagen Seines Thrones. Gottes Herrschaft ruht auf Seiner Gerechtigkeit. Und je mehr der Gläubige sich anbetend in die wunderbare Gabe der Gerechtigkeit Gottes, welche ihm geschenkt worden, vertieft und an dieselbe verliert, desto mehr wird er auch herrschen. 
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-Doch hier ist noch etwas zu bedenken: Er wird herrschen im Leben. Die Gerechtigkeit Gottes und das Leben Gottes sind unzertrennlich nicht nur in Gott selbst, sondern auch in Seinem Kind. Darum sagt auch die Schrift: Der Gerechte wird aus seinem Glauben (seines Glaubens) leben. Weißt du nun, dass er gerecht ist, so weißt du auch, dass ein jeder, der in Gerechtigkeit wandelt, aus ihm geboren ist. Auf diese Weise muss der Gläubige, welcher diese Fülle der Gnade und der Gabe der Gerechtigkeit empfangen hat, erkennen, dass der Glaube nicht bloß ein Denken ist, welches seine Rechtfertigung feststellt, sondern auch der Zugang zu der von dem Heiligen Geist gewirkten göttlichen Offenbarung, der alles Denken übersteigenden Herrlichkeit, der in Christo liegenden Gerechtigkeit Gottes, welche er wirklich besitzt. 1. Kor. 2,9 u. 12; 6,11. Er lernt, in dieser Gerechtigkeit vor Gott zu leben. Er bringt sein Leben in derselben hin. Sie wird sein Leben. Sie ist das ewige Leben in ihm. Und dieses Leben ist dann Herrschaft, ein Leben in Kraft und Ruhm. Röm. 8,33. Und er erlebt es in persönlicher Erfahrung: Die die Fülle der Gnade und der Gabe der Gerechtigkeit empfangen, herrschen im Leben durch Jesum Christum. 
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-Durch Jesum Christum: Das ist der Anfang und das Ende in jedem Unterricht der Gnade. Die Gnade in Christo, das Leben in Christo, die Herrschaft in Christo Christus ist alles - und die verschiedenen Gaben der Gnade fallen uns zu, je inniger wir mit Jesus leben. Nur der, welcher sich durch den Unterricht über die Gnade dazu bewegen lässt, mehr mit dem Herrn Jesus in der Einsamkeit zu verkehren, sich mit Bewunderung und Hingabe immer inniger an ihn zu klammern, sich ganz in Ihn und Seinen Willen zu verlieren, nur der wird wirklich in der Gnade erstarken. Aber der wird es auch ganz gewiss. Durch Jesum Christum werden die, welche die Fülle der Gnade und der Gabe der Gerechtigkeit empfangen, in dem Leben herrschen. 
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-Welch herrliches Gnadenleben! Es ist nicht das armselige Leben eines Wurmes, wie manche meinen, sondern das Leben eines Königs, welches einem armen Wurm geschenkt wird. Denn so wunderbar und mächtig und herrlich die Herrschaft der Gnade ist, ebenso wunderbar ist auch durch Jesum Christum die Gnadenherrschaft in dem Leben derjenigen, welche die Fülle der Gnade empfangen haben. 
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-„Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken.“ 
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-======Murray, Andrew - Wachset in der Gnade - 20. Lebendigmachende Gnade.====== 
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-Röm. 6,1-2. \\ 
-**Was sollen wir hierzu sagen? Sollen wir denn in der Sünde beharren, auf dass die Gnade desto mächtiger werde? Das sei ferne; Wie sollten wir in der Sünde wollen leben, der wir abgestorben sind? ** 
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-Der Apostel hatte in dem vorigen Kapitel Großes von der Fülle und der Herrschaft der Gnade gesagt. Vor allem hatte er das stolze Wort gesprochen, Röm. 5,20: „Das Gesetz ist neben eingekommen, auf dass die Sünde mächtiger würde. Wo aber die Sünde mächtig geworden ist, da ist doch die Gnade viel mächtiger geworden.“ Hatte er durch dieses Wort nicht das Missverständnis veranlasst: Nun, wenn das wahr ist, dass die Gnade umso mächtiger wird, je größer die Sünde ist, müssen wir dann nicht in der Sünde beharren, auf dass die Gnade desto mächtiger werde? - Mit Entrüstung weist der Apostel diesen Gedanken durch sein entschiedenes: „Das sei ferne!“ von sich ab und geht dann Röm. 6,3-13 dazu über, zu zeigen, wie ungereimt dieser Gedanke ist, wie sehr er mit dem ganzen Werke der Gnade streitet, welches nichts anderes bezweckt, als gerade die Sünde auszurotten. 
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-Wo die Gnade dem Gottlosen naht, heißt es: „Je mehr Sünde da gewesen, desto größere Ehre für die Gnade.“ Sobald sie ihn aber unter ihre Leitung nimmt, heißt es: „Je weniger Sünde, desto größere Ehre für die Gnade.“ 
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-Man sollte meinen, die Sache wäre so deutlich, dass die Gefahr verkehrter Folgerungen gar nicht bestehen könnte. Und doch bestand diese Gefahr. Es war für den Apostel eine Notwendigkeit, diese Einwürfe zu widerlegen, denn die erwähnte Beschuldigung ist tatsächlich in den Tagen des Apostels (Röm. 3,8) und auch in späteren Zeiten gegen die Lehre von der freien Gnade erhoben worden. Man sagte, es sei gefährlich, so freie überströmende Gnade für Gottlose zu predigen. Dann waren auch in den ersten Gemeinden einige, welche zwar mit dem Mund bekannten, durch ihren gottlosen Wandel aber diese Beschuldigung nahelegten. Gal. 5,13; 1. Petri 2,6; Jud. 4. Vor allem aber ist des Menschen Herz so töricht und blind und sind die Gnadengedanken Gottes für unsere Gedanken so unfassbar hoch, dass selbst gläubige Christen dieselben nicht so, wie es sich gehört, verstehen. Wo man z. B. meint, die Gnade bestehe allein oder doch hauptsächlich in der Vergebung der Sünden, da erhebt sich auch gar leicht der Gedanke: Wir müssen immer in der Sünde verharren, damit wir stets demütig und von der Gnade abhängig bleiben. So meint denn mancher Christ, er ehre die Gnade ganz besonders dadurch, dass er nichts von ihr so sehr erwarte, als die Vergebung seiner unzählbaren täglichen Sünden. Er denkt, dies sei ihre Hauptarbeit. Er weiß es nicht, dass es für die Gnade eine viel größere Ehre ist, in der Seele zu herrschen, die Macht der Sünde in der Seele wirklich zu unterdrücken und den Erlösten in einem neuen Leben der Gerechtigkeit und Heiligkeit Gott dienen zu lassen. Röm. 6,11 und 13,22-23. 
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-Es ist vor allem um der in letztgenanntem Irrtum befangenen Gotteskinder willen, dass der Geist Gottes die Frage unseres Textes beantworten lässt. Und wie lautet die Antwort? Wie werde ich gänzlich aus diesem Irrtum und aus der Macht, welchen er der Sünde gibt, gerettet? Man findet die Antwort in dem sechsten Kapitel des Briefes an die Römer, vom 3. bis zum 13. Vers. 
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-Da lesen wir tiefsinnige Worte, welche sich nicht so leicht begreifen lassen. Dem Christen aber, welcher entschieden danach Verlangen hat, nicht in der Sünde zu bleiben, weil er ja unter der Gnade steht, dem es entschieden darum zu tun ist, die von der Sünde befreiende Macht der Gnade reichlich kennen zu lernen, dem wird sie auch Gottes Geist deutlich machen. Nimmst du sie zu Herzen, denkst du über sie nach und setzt du dein Vertrauen auf sie auch dann, wenn du sie nicht völlig verstehst, dann bringen sie dir Licht, Leben und Kraft. 
- 
-Das Erste, was du zu tun hast, ist dies, dass du den Hauptgedanken zu verstehen suchst: Sollen wir in der Sünde verharren, auf dass die Gnade desto größer werde? Das sei ferne! Und warum? Weil wir gerade durch die Gnade mit dem Jesus, dem zweiten Adam, vereinigt worden sind (Vers 15 und 18) und weil die Verbindung mit Ihm das Verharren in der Sünde unmöglich macht. Die Gnade hat ja tatsächlich uns ein neues Leben gebracht, ein Leben, welches aus dem Himmel stammt und heilig ist. Dieses himmlische Leben uns zu bringen, ist Jesus erschienen, 1. Joh. 1-3. Durch sein Sterben und Auferstehen sind wir dieses himmlischen heiligen Lebens teilhaftig. Wir sind ja mit Ihm verwachsen. Sein Tod ist unser Tod, denn wir sind mit Ihm gestorben. Vers 2, 3, 4, 5, 11. Sein Leben ist unser Leben, denn wir sind mit Ihm auferweckt. Vers 4, 5, 8, 11. 
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-Nun ist der Herr Jesus in seinem Tod der Sünde gestorben, durch seine Auferstehung aber lebt er Gott. Vers 9, 10. Was aber der Tod und die Auferstehung des Herrn Jesus für Ihn sind, das sind sie auch für uns. Darum müssen wir uns nach Vers 11 daran halten, dass wir ebenso, wie Christus, der Sünde gestorben sind und Gott leben. Auf Grund dieses Ausspruches muss der Christ es als eine erledigte und entschiedene Tatsache betrachten: „Unser alter Mensch ist mit Ihm gekreuzigt, wir sind der Sünde gestorben, wir leben Gott, wir müssen uns Gott hingeben, dieweil wir aus Toten Lebendige geworden sind.“ Der Glaube an diese Tatsache gibt dem Menschen Kraft, seine Glieder Gott zu Waffen der Gerechtigkeit zu ergeben, auf dass die Sünde nicht mehr in dem sterblichen Leibe herrsche. Vers 11, 12 
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-Lieber Christ! Da hast du die Antwort auf die Frage: Soll ich unter der Gnade noch in der Sünde verharren? Und auf die andere Frage: Wie kann ich, der ich unter der Gnade stehe, dahin gelangen, dass ich nicht in der Sünde bleibe? Gottes Antwort ist deutlich: Merk es, glaub es, sprich es vor Gott aus, leb in der Gewissheit, dass du mit Christo ebenso wie Christus der Sünde gestorben bist und Gott lebst! Die Sünde hat dir nichts zu sagen. Du stehst nicht unter der Sünde, sondern unter der Gnade. Und was die Gnade für dich tun will, ist nichts weniger als dies: Sie will dich in der Kraft des Lebens Jesu dazu befähigen, die Sünde zu besiegen und Gott zu dienen. Dadurch, dass ihr aus dem Tode zum Leben gekommen seid, habt ihr die Kraft, eure Glieder Gott zu Waffen der Gerechtigkeit zu ergeben. Vers 13. 
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-Die Gnade herrscht durch die Gerechtigkeit, macht uns von Sünde frei und bringt uns zum Dienst der Gerechtigkeit zurück. Je besser wir die Gnade als das Leben Christi in uns kennen, desto weniger sündigen wir. Wenn wir uns ganz und gar der Gnade hingeben, damit sie uns mit sich selbst fülle, dann unterdrückt sie die Sünde in uns. 
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-Darum lass dich durch die Gnade belehren, lieber Christ! Sie sagt dir, dass du in Christo so gewiss der Sünde gestorben bist, wie Christus selbst. Die Sünde ist nicht gestorben, sie findet sich noch in deinen Gliedern. In dem Glauben aber an Christus, als unser Leben, haben wir die Kraft sie zu hindern, in unseren Gliedern zu herrschen. O, lieber Christ, lebe in Ihm und mit Ihm! Lass Ihn in dir leben! Das ist der Weg, auf dem die Gnade ihr herrliches Werk in uns, die wir von der Sünde befreit sind, vollendet, damit wir (Luk. 1,74-75) aus der Hand unserer Feinde erlöst, Ihm alle Tage unseres Lebens ohne Furcht, in Heiligkeit und Gerechtigkeit dienen können. 
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-„Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken.“ 
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-======Murray, Andrew - Wachset in der Gnade - 21. Unter der Gnade. ====== 
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-Röm. 6,14. \\ 
-**Die Sünde wird nicht herrschen können über euch; sintemal ihr nicht unter dem Gesetz seid, sondern unter der Gnade.** 
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-Gottes Gnade befreit nicht nur von der Sünde, sondern auch von dem Gesetz. Ja, um überhaupt von der Sünde befreien zu können, ist sie genötigt, erst von dem Gesetz zu befreien. Dass so viele Gläubige die Kraft der Gnade, von Sünde zu befreien, nicht recht kennen lernen, liegt hauptsächlich daran, dass sie nicht begreifen, dass sie von dem Gesetz frei sind. Aus diesem Grund aber wird uns hier vorgehalten, dass wir nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade stehen und dass infolgedessen die Sünde über uns nicht herrschen darf. 
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-Was bedeutet nun der Ausdruck: „nicht unter dem Gesetz“? Wir wissen, was uns die Schrift über das Gesetz lehrt. „Das Gesetz sagt Röm. 10,5, Gal. 3,12: Der Mensch, welcher diese Dinge tut, wird durch dieselben leben,“ und dem gegenüber: „Verflucht sei ein jeder, der nicht bleibt in alle dem, was geschrieben steht in dem Buch des Gesetzes, danach zu tun.“ Das Gesetz kommt also mit einer Forderung. Es fragt den Menschen nicht, ob er es tun kann. Es gibt ihm auch nicht die Kraft dazu. Es kennt auch kein Mitleid, wenn er hinter dem, was es gefordert, zurück bleibt. Nein, es besteht auf seinem Recht, es verlangt unerbittlich seine Strafe. Aus diesem Grund ist ein Leben unter dem Gesetz sehr schwer, ein stetes Nicht-erreichen, Sich-selbst-verurteilen und Zittern, eine stets neue Anspannung aller Kräfte und eine stets wiederkehrende Enttäuschung. Und ist einmal auf irgendeinem Punkt ein Fortschritt zu sehen, gleich entdeckt man neue Tiefen von Sünde. Auf diese Weise aber führt das Gesetz nicht zur Gerechtigkeit. Im Gegenteil, es vermehrt nur die Sünde und das Elend. Röm. 4,15; 5,20; 7,5 u. 8. 
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-Nun war es die große Absicht des Herrn, welche ihn auf diese Erde führte und in den Tod trieb, uns diesem Stand unter dem Gesetz zu entziehen, Gal. 4,5 und unter eine völlig andere Ordnung zu stellen, unter die Gnade. Gnade und Gesetz haben zwar denselben Zweck. Sie wollen nämlich dem sündigen Menschen gegenüber die Gerechtigkeit Gottes handhaben und in ihm ein gerechtes Wesen herbeiführen. Allein, was den Weg betrifft, auf dem sie dies bewirken wollen, stehen Gnade und Gesetz schnurstracks einander gegenüber. Gottes Gnade fängt damit an, dem Menschen zu sagen, dass sie weiß, dass er nichts kann, dass sie darum auch nichts von seiner Kraft erwartet. Sie sagt, dass sie alles für ihn tun will. Sie sagt, dass sie jeden Augenblick alles in ihm vollbringen will, was nötig ist, um Gott zu gefallen. So kommt sie, so fängt sie ein neues Leben in ihm an, so übernimmt sie es auch, dieses Leben zu erhalten. 
- 
-Welch' ein Unterschied zwischen dem Leben unter dem Gesetz und dem Leben unter der Gnade! Das Leben unter dem Gesetz ist das Leben eines Sklaven, welcher es seinem Herrn doch nie recht machen kann. Das Leben unter der Gnade ist das glückliche und sorgenfreie Leben eines Kindes, welches durch die Gnade mit wunderbarer Liebe versorgt und erzogen wird. 
- 
-Jetzt ist die Kraft der Beweisführung erkennbar. Die Sünde wird nicht herrschen können über euch, sintemal ihr unter der Gnade steht, welche mächtiger ist, als die Sünde, und sich dazu verpflichtet hat, euch die Herrschaft über die Sünde zu geben, wenn ihr euch nur ihr anvertraut. 
- 
-Nun lässt sich erkennen, weshalb die Sünde noch über so viele Christen herrscht. Sie stehen noch immer halb unter der Gnade und halb unter dem Gesetz. Sie meinen, sie müssten nun mit Hilfe der Gnade unter dem Gesetz immer getreuer und besser leben. Sie haben Gott gegenüber noch immer das Gefühl, als sei er ein Herr, welcher mehr verlangt, als sie leisten können, ein Gefühl unendlichen Zurückbleibens. Infolge dieses Gefühls werden sie mutlos und machen sie sich selbst Vorwürfe. Sie wissen ja nicht, dass Gott sie ganz und gar der Aufsicht und Herrschaft des Gesetzes entzogen und sie vollkommen der Aufsicht und Herrschaft der Gnade unterstellt hat. Gar viele Gläubige wissen dies nicht, obwohl Gottes Wort es klar und deutlich lehrt. So ausdrücklich, wie geschrieben steht: Ihr seid der Sünde gestorben, Röm. 6,2.11; Ihr seid von der Sünde befreit (V. 22), ebenso ausdrücklich findet sich auch das Wort: Ihr seid dem Gesetz gestorben Röm. 7,4; Gal. 2,19. Ihr seid von dem Gesetz befreit. Röm. 8,5. Wie der Tod des Herrn Jesus uns von der Macht der Sünde befreite, ebenso befreite er uns von der Macht des Gesetzes. Gal. 2,19. Ein Gesetz, welches vollkommenen Gehorsam verlangt und jeden, der es nicht hält, unerbittlich verflucht, ist ungeeignet, den Menschen zu einem Diener Gottes zu machen. Darum macht Gott Seine Kinder von dem Gesetze frei. 
- 
-Dies zu verstehen, denke man einmal an den Unterschied zwischen Inhalt und Form. Ich gebiete einem Menschen etwas. Da er nicht mein Knecht ist, weigert er sich, es zu tun. Ich ersuche ihn herzlich darum. Und er tut es gleich. Der Inhalt des Gebotes und des Ersuchens war derselbe, aber die Form war verschieden. So bleibt auch der Inhalt des Gesetzes bestehen, während nur die Form eine Veränderung erleidet. Der Gläubige steht nicht mehr unter dem Gesetz, welches uns um jedes Fehlers willen verflucht. Gott hat nun einen ganz anderen Plan mit uns. Sein Wille, den Er uns in dem Neuen Testament, in Christo kund tut, ist viel höher als Sein Wille, wie Er ihn in dem Alten Testament geoffenbart hat. Und doch können wir ihn erfüllen, weil wir unter der Gnade stehen. Die Gnade verlangt ja von dem Kind nicht mehr, als es tun kann. Sie macht das Herz durch den Geist von innen heraus willig. Hebr. 8,7-8 u. 10; Gal. 5,18; Röm. 8,4. Ja, die Gnade gibt die Kraft und wirkt selbst das Wollen und das Vollbringen.  
- 
-Lieber Christ! Dass du dies Wort: „Nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade,“ annimmst, ist viel wichtiger für dich, als du denkst. In ihm liegt die Kraft der Verheißung: Die Sünde wird über dich nicht herrschen. Trag darum dies Wort betend mit dir herum und sprich es gläubig aus: „Die Sünde wird über dich, meine Seele, nicht herrschen, denn du stehst nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade.“ 
- 
-Dieses Wort ist lebendig. Es wird Leben wirken, eine Kraft ausströmen und dich das unbegreiflich selige Leben kennen lernen lassen, in welchem die Gnade durch Gerechtigkeit zum ewigen Leben herrscht. 
- 
-„Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken.“ 
- 
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-======Murray, Andrew - Wachset in der Gnade - 22. Heiligende Gnade. ====== 
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-Röm. 6,15. \\ 
-**Wie nun? Sollen wir sündigen, dieweil wir nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade sind? Das sei ferne!**  
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-Je herrlicher eine Wahrheit Gottes ist, desto größer ist die Gefahr, dass sie missbraucht werde, gerade weil sie für den Menschen zu hoch und zu geistlich ist. Hatte der Apostel Röm. 5,20 gesagt: „Wo die Sünde mächtig geworden ist, da ist doch die Gnade viel mächtiger geworden,“ so musste er gleich den Irrtum abwehren: „Sollen wir in der Sünde beharren, auf dass die Gnade desto mächtiger werde?“ Und hat er hier gesagt: „Ihr seid nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade,“ gleich muss er wieder fragen: „Sollen wir sündigen, dieweil wir nicht unter dem Gesetz sind?“ 
- 
-Diese Frage hat einen Schein von Wahrheit. Gar mancher denkt: Predige dies doch ja nicht, dass wir nicht unter dem Gesetz stehen! Das ist zu gefährlich. Die Folge einer solchen Predigt ist ja dann der unvermeidliche Gedanke: „Nun dürfen wir sündigen.“ Wie stellt sich nun der Apostel zu diesem Bedenken? Ändert er etwas an dem Wort, das er geredet hat? Durchaus nicht. In dem siebten Kapitel zeigt er ja gerade, wie völlig die Beziehung zu dem Gesetz abgebrochen ist. Der Gläubige ist durch dasselbe so wenig gebunden, wie eine Frau an einen Mann, welcher gestorben ist. Er ist von demselben befreit. Und weiter zeigt er, wie das Gesetz niemals die Kraft zum Gehorsam geben kann, vielmehr nur die Sünde vermehrt. Kap. 7,5; 8,11-24. Auf das geäußerte Bedenken aber antwortet er damit, dass er zeigt, wie die Gnade uns in eine solche neue und lebendige Verbindung mit der Gerechtigkeit (Vers 18-20), mit Gott (V. 22) und vor allem mit dem Herrn Jesus (7,4) bringt, dass die Heiligung aus derselben mit Notwendigkeit sich ergeben muss und gerade das, was das Wort „unter dem Gesetz“ niemals bewirken konnte, durch das Wort „unter der Gnade“ herrlich zu Stand kommt. Hätte Gott allein gesagt: „Ihr seid nicht unter dem Gesetz,“ hätte Er uns nur von seiner Herrschaft befreit und uns dann uns selbst überlassen, so wäre Gesetzlosigkeit infolge davon entstanden. Allein auf Sein Wort: „Ihr seid nicht unter dem Gesetz“ folgt ja das andere: „Ihr seid unter der Gnade.“ Eine neue Herrschaft ist an die Stelle der Herrschaft des Gesetzes getreten, eine neue Herrschaft, welche es ebenso genau mit der Sünde nimmt, wie das Gesetz, aber einen anderen Weg zur Unterdrückung der Sünde einschlägt. Aus diesem Grunde zeigt der Apostel in den auf unseren Text folgenden Versen, wie wörtlich er das Wort: „Unter der Gnade“, versteht. Das Gnadenleben ist und bleibt ein Leben der Unterwerfung, der Abhängigkeit und des Gehorsams. Siehe nur Röm. 6: Vers 16,18,19,22! Der von der Sünde Befreite stellt sich freiwillig zum Dienst der Gerechtigkeit, auf dass er heilig werde (V. 19), wird Gottes Knecht, zur Heiligkeit zu gelangen (V. 22). Dieselbe Gnadentat, welche den Gläubigen von dem harten Sklavendienst des Gesetzes befreit, treibt ihn durch die Vereinigung mit Christo dazu, freiwillig und darum frei der Gerechtigkeit zu dienen. Oder mit andern Worten, wie Paulus sie im siebten Kapitel Vers 4 braucht: Das Band, welches das Gesetz und den Gläubigen verbindet, ist zerrissen, weil derselbe in Christo dem Gesetz abgestorben ist. Gal. 2, 19. Jetzt aber ist er mit dem auferweckten Jesus vereinigt, durch denselben seinem Gott Früchte zu bringen. 
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-Welch' ein herrliches Gleichnis! Ich habe einmal ein Haus gekannt, in welchem die Frau geradezu ein Sklavenleben führte. Ihr Mann achtete auf alles ganz genau. Er hatte für alles feste bestimmte Regeln, und war nie zufrieden. Essen wollte er nur, wenn seine Frau die Speisen mit eigener Hand zubereitet hatte. Nun war aber seine Frau nicht stark. So mühte sie sich vergeblich ab, ihm zu Gefallen zu leben. Sie arbeitete wie eine Sklavin und erhielt nichts anderes, als Sklavenlohn. Geld konnte sie soviel erhalten, wie sie nur wünschte, denn es war seine Ehre, dass sie gut gekleidet war. Allein Liebe fand sie nicht. Da hast du das Abbild einer Seele, welche unter dem Gesetz steht, oder mit dem Gesetz verheiratet ist. - Ich habe auch einmal ein anderes Haus gekannt, in welchem trotz aller Krankheit und Armut das Glück herrschte. Der Mann hatte seine Frau lieb. Er fand sich in ihre Schwachheit. Gar oft tat er in dem Haus etwas, was eigentlich zu der Arbeit der Frau gehört. War die Frau wieder gesund, so gab es nichts, das sie nicht gern für ihren Mann getan hätte. Er schrieb ihr nichts vor, aber jeder seiner Wünsche wurde erfüllt. Sein Wunsch und Wille war für sie Gesetz. In ihrem Haus herrschte die Liebe. Ebenso sehr, wie in dem ersten Haus das Wesen des Mannes gefürchtet wurde, wurde in diesem Hause der Wille des Mannes geliebt. Und die Folge davon war: So viel Unzuträglichkeit, Furcht und Bitterkeit sich in dem ersten Hause fanden, so viel Liebe und Glück offenbarte sich in dem andern. 
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-So steht es mit der Gnade. Sobald uns in der Vereinigung mit Christo Sein Geist beseelt, haben wir ein Gesetz in uns, welches uns von dem Gesetz außer uns, über uns und gegen uns befreit. Gal. 5,1 u. 18; 1. Kor. 6,17; Hebr. 7,18-19 und 8,6-13. 
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-Gar mancher Gläubige lebt auch nach seiner Bekehrung unter dem Gesetz. Erst wenn er einsieht, dass er in Christo dem Gesetz abgestorben ist, gelangt er völlig unter die Gnade. Dann erkennt er, dass er von dem Gesetz befreit ist, nicht um ohne Gesetz zu leben, sondern um unter ein höheres Gesetz zu kommen, unter das königliche Gesetz, das Gesetz der Liebe, das Gesetz der Freiheit. Während er früher es für gefährlich hielt, nicht unter dem Gesetz zu stehen, weil man ja dadurch die Freiheit zu sündigen bekäme, fängt er nun an zu verstehen, dass gerade der Umstand, dass wir uns der Gnade unterstellen, der beste und einzige Weg ist, nicht mehr zu sündigen. Er begreift, dass die Verbindung mit der Person des lebendigen Jesus, welcher das Gesetz bereits erfüllt hat, dass das Leben der Hingabe an Ihn und Seine Liebe, dass die stete Abhängigkeit von Seiner Kraft am allersichersten zu wahrer Heiligkeit führt. Seine Seele pflichtet dem Apostel Paulus bei: „Unter dem Gesetz nimmt die Sünde zu, unter der Gnade wird die Sünde überwunden.“ Nun sind wir von dem Gesetz befreit, also dass wir dienen sollen im neuen Wesen des Geistes und nicht im alten Wesen des Buchstabens. Röm. 7,6. 
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-O lieber Christ! Scheue dich doch nicht, anzunehmen, was dir die wunderbare Liebe Gottes bereitet hat! So lange der Sünder noch unbekehrt ist und nicht in Christo lebt, steht er unter dem Gesetz, ist er zu vollkommenem Gehorsam verpflichtet und, weil er denselben nicht besitzt, verurteilt. Röm. 3,19-20; Gal. 3,10. Durch den Glauben an Christum aber entzieht er sich seiner Stellung unter dem Gesetz und tritt er nunmehr unter die Gnade. Nun sind wir zwar ängstlich, alles der Gnade zu überlassen, ohne die Hilfe des Gesetzes in Anspruch zu nehmen; Gott aber kennt die Kraft der Liebe. Er weiß dass dieselbe alles vermag. Darum fürchtet Er sich auch gar nicht, zu sagen, dass Er, gleichwie ein liebender Mann seiner Frau keine Vorschriften macht und seinen Willen trotzdem von ihr besser erfüllt sieht, als von einem Diener, welcher unter einem Gesetz steht, uns ebenso in die selige Verbindung mit Seinem eigenen Sohn bringe. Hos. 2,15,18-19. O liebe Seele, du kannst den Herrn gar nicht recht lieb haben und Ihm dienen, es sei denn, dass du an diese Seine unbegreifliche Gnade glaubst und dich im Vertrauen auf dieselbe Ihm in die Arme wirfst. 
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-Indessen wenn du es wagen willst, die Stelle einer Magd mit der Stellung einer Gattin zu vertauschen, und unter dem Schutz der unaussprechlichen Gnade dein Leben Tag für Tag zu führen, dann wirst du es bezeugen können, dass es nehmt Weg zur Gerechtigkeit und Heiligkeit gibt, welcher so sicher und selig wäre als dieser, nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade zu stehen. 
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-„Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken.“ 
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-======Murray, Andrew - Wachset in der Gnade - 23. Von der Gnade gefallen.====== 
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-Gal. 2,21. \\ 
-**Ich werfe nicht weg die Gnade Gottes; denn, so durch das Gesetz die Gerechtigkeit kommt, so ist Christus vergeblich gestorben.**\\ 
-Gal. 5,4. \\ 
-**Ihr habt Christum verloren, die ihr durch das Gesetz gerecht werden wollt, und seid von der Gnade gefallen.** 
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-Diese Worte weisen auf eine Gefahr hin, welcher Gläubige ausgesetzt sind. Es ist nicht die Gefahr des sogenannten Abfalls der Heiligen, sondern die Gefahr, dass jemand, der ein aufrichtiger Christ ist, sich verleiten lässt, auch nachdem er Christum angenommen hat, doch noch in dem Gesetz und in den Werken seine Gerechtigkeit zu suchen. Von denen, die dies tun, sagt Paulus, dass sie die Gnade wegwerfen, dass sie von der Gnade gefallen sind, dass sie Christum verloren haben. 
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-Er ist in diesem Fall vergeblich für sie gestorben. 
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-Dieser schädliche Irrtum bestand nicht nur unter den Galatern. Er ist heute noch selbst unter aufrichtigen Christen sehr verbreitet. Er entsteht durch die Selbstgerechtigkeit des menschlichen Herzens und die Unbekanntschaft mit dem, was wahre Gnade ist. Wahre Gnade ist etwas so Göttliches, so Himmlisches, so unendlich über alles menschliche Denken Erhabenes, dass selbst ein wahrhaft Begnadigter noch gar viel lernen muss, ehe er sie wirklich in ihrer ganzen Fülle kennt. Wenn er sich nicht in aller Demut und Kindlichkeit der Erziehung der Gnade anvertraut, kommt er sehr leicht dazu, Gnade und Werke zu mengen und so aus dem Leben unter der Gnade in ein Leben unter dem Gesetz zu fallen. 
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-Die Art und Weise, wie sich dieser Irrtum meistens kund tut, ist diese. Der Christ nimmt das Wort: „Ihr  seid nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade“ nicht buchstäblich. Er glaubt vielmehr, zum Teil noch unter dem Gesetz zu stehen, unter einer Vorschrift und der Verpflichtung, dieselbe zu befolgen. Sobald er eine Sünde getan, spannt er alle seine Kraft an, es besser zu machen. Er tut dies nicht ohne Vertrauen auf Christi Blut, nicht ohne Gebet um Christi Geist und Kraft. Allein die Seligkeit, welche dem zuteil wird, welcher völlig unter der Gnade steht, fühlt er nicht. Er weiß nicht einmal, was das bedeutet, dass er, sobald er eine Sünde bemerkt, sofort daran denken darf, dass er ganz und gar unter der Herrschaft unendlicher Gnade steht, und was darin liegt, dass er sich augenblicklich zu seinem Schutz auf die Gerechtigkeit Christi und das rechtfertigende Urteil Gottes berufen darf, so dass in dem Augenblick, in welchem sich die Sünde zeigt, sie auch durch eine Glaubenstat ausgetilgt wird. Auch das weiß er nicht, dass er sofort durch denselben Glauben derselben allmächtigen Gnade die Überwindung der Sünde überlassen darf, da ja die Überwindung der Sünde ebenso wenig, als die Vergebung derselben sein Werk ist. Seine Übertretung erregt bei ihm oft das drückende Gefühl, welches eine Verpflichtung erregt, der man nicht nachkommen kann, während doch die Folge seiner Übertretung eigentlich nur die sein sollte, dass er zu dem seligen Gefühl allmächtiger Gnade käme, welche alles an ihm und in ihm auf sich genommen hat. Er steht nicht fest und fröhlich in der Gnade. Er wirft die Gnade weg dadurch, dass er sich so benimmt, als stände er unter dem Gesetz. Er liegt am Boden als einer, welcher zeitweilig von der Gnade gefallen ist. Erhebt er sich wieder, so ist doch sein Leben ein stets neues Fallen und Aufstehen, denn er steht nicht in der Gnade. 
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-Der Gläubige dagegen, welcher weiß, was die Herrschaft der Gnade über die Sünde mit sich bringt, und wie diejenigen, welche die Überschwänglichkeit der Gnade und die Gabe der Rechtfertigung empfangen, auch durch die Gnade herrschen, weiß auch, was es bedeutet, bei jedem Straucheln sich nicht wie ein Knecht unter das Urteil des Gesetzes stellen zu müssen, sondern als ein Kind sich unverweilt der Gnade in die Arme werfen zu dürfen. Ja, mehr noch! Mit demselben Freimut, mit dem eine geliebte und liebende Frau ihrem Mann, dessen Liebe sie vollkommen vertraut, ihre Fehler bekennt und ihn bittet, ihr zu helfen, dieselben abzulegen, mit demselben Freimut darf eine Seele jedes Straucheln dem Herrn übergeben, dessen Eigentum sie geworden ist. Die Gnade aber lehrt uns mehr, die Sünde zu hassen, als das Gesetz es vermochte. Dass unter den Christen noch immer sich so viel Sünde findet, liegt nicht daran, dass von der Gnade zu viel geredet oder gepredigt wird, sondern daran, dass die Gnade zu wenig gekannt, zu wenig im Glauben ergriffen und zu wenig erlebt wird. Gott kennt nur ein Mittel, uns von Sünde zu befreien. Das Mittel aber gibt er in Seiner wunderbaren Gnade, welche er in Christo offenbart. 
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-Dass wir nun so oft von dieser Gnade fallen, liegt nur daran, dass wir so träge sind, sie recht kennen zu lernen, und dass wir zu ängstlich sind, auf sie völlig unser Vertrauen zu setzen. Wir bekennen zwar, dass wir ohne das Gesetz und seine Werke gerecht werden; aber um heilig zu werden und um so weit zu kommen, dass der Herr Gefallen an uns finden kann, wollen wir stets unter dem Gesetz stehen. Und wie werden wir von diesem tiefeingewurzelten Irrtum frei? Antwort: „Wenn ihr von dem Geist geleitet werdet, seid ihr nicht unter dem Gesetz.“ 
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-Lieber Christ, suche diese Antwort zu verstehen! Es ist nicht eine Verstandessache, sondern etwas Geistliches, von dem Stehen unter dem Gesetz frei zu werden und zu begreifen, was das heißt, unter der Gnade zu stehen. Du musst entschieden geistlich werden und dein ganzes Leben unter die Leitung des Geistes stellen, dann lernst du die geistliche Freiheit von dem Gesetz verstehen und genießen. 1. Kor. 2,12 u. 15; 31 u. 3; 2. Kor. 3,17; Gal. 4,5 u. 6; 5,1 u. 5. Dann wirst du vor der Gefahr behütet, von der Gnade in die Werke zu fallen. Dann stehst du fest und wirst du in der Gnade stark. Dann zeigt sie an dir ihre heiligende Kraft und lebst du das fröhliche, kindliche und heilige Leben, zu welchem dich Gottes Gnade erwählt. 
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-"Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken.“ 
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-======Murray, Andrew - Wachset in der Gnade - 24. Vom Versäumen der Gnade.====== 
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-Hebr. 12,14-16. \\ 
-**Jagt nach dem Frieden gegen Jedermann, und der Heiligung, ohne welche wird Niemand den Herrn sehen. Und seht darauf, das nicht Jemand Gottes Gnade versäume, dass nicht etwa eine bittere Wurzel aufwachse und Unfrieden anrichte, und viele durch dieselbe verunreinigt werden; dass nicht Jemand sei ein Hurer oder ein Gottloser, wie Esau, der um einer Speise willen seine Erstgeburt verkaufte. ** 
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-Von der Gnade in die Werke des Gesetzes und der Selbstgerechtigkeit zu fallen - das war die Gefahr, in welcher die Galater schwebten; die Gnade zu versäumen - das war die Gefahr, in welcher sich die Hebräer befanden. 
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-Sie waren nahe daran, nicht etwa wie die Galater von einem Leben in der Gnade zu einem Leben in Selbstgerechtigkeit abzuirren, sondern vielmehr aus einem Leben in der Gnade in ein Leben in Ungerechtigkeit zu sinken. Dieses Wort vom Versäumen der Gnade enthält eine ernste Warnung für jeden, welcher in der Gnade bleiben will. 
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-Worin bestand nun die Gefahr? Schon an einer früheren Stelle hatte der Verfasser des Hebräerbriefes dasselbe Wort gebraucht, Hebr. 4,1: „So lasst uns nun fürchten, dass wir die Verheißung, einzukommen zu Seiner Ruhe, nicht versäumen und unser Keiner dahinten bleibe.“ Viele, sagt er, sind aus Ägypten gezogen, aber nicht alle sind nach Kanaan gekommen. Viele sind in der Wüste zurückgeblieben und umgekommen. So hatte er auch im zwölften Kapitel (Vers 1 und 12) gesagt: „Last uns laufen!“ (ein Bild aus dem Treiben in der Rennbahn, in welcher man um die Ehre, wer am schnellsten zu laufen im Stande sei, streitet). Richtet auf die lässigen Hände und die müden Knie! Und tut gewisse Tritte mit euren Füßen! Jagt dem Frieden nach und der Heiligung und seht darauf, dass nicht Jemand Gottes Gnade versäume oder zurückbleibe! Während ein Abfall der Heiligen, der Heiligen Gottes, schlechterdings unmöglich ist, lehrt die heilige Schrift, dass jemand anfänglich starke Gnadenwirkungen erfahren und trotz denselben sich doch noch von der Wahrheit abwenden kann. 
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-Vor allem in dem Brief an die Hebräer finden wir ernstliche Warnungen im Hinblick auf diese Tatsache. (Hebr. 3,12-14; 4,11; 6,4-8 u. 11; 10,26-31 u. 38). Gerade deshalb, weil ein Zurückbleiben in der Gnade der Anfang zu dem völligen Versäumen der Gnade werden kann, von dem unser Text redet, mahnt uns die Stimme des Herrn, selbst den allerkleinsten Anfängen des Zurückbleibens gegenüber auf der Hut zu sein. 
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-Und woher kam denn eigentlich diese Gefahr, zurückzubleiben? Welche Versuchung ist es denn, die in diese Gefahr bringt? „Lasst uns ablegen jede Last und die Sünde, welche uns immer anklebt, und lasst uns auf der uns vorgeschriebenen Bahn laufen!“ lautet eine Mahnung an uns. Es ist also nicht allein jede Sünde, , die es abzulegen gilt, sondern auch jede Last. Alles, was uns auf unserem Wege hindert, selbst das, was an und für sich erlaubt ist, muss abgelegt werden. Diese beiden Punkte sind auch in unserem Text berührt. „Jagt der Heiligung nach und seht zu, dass niemand zurückbleibe!“ Jede Sünde, welche geduldet wird, jede Unbesorgtheit in Betreff der Sünde, jede Trägheit in dem Ringen nach einem Leben in Heiligkeit führt zu einem Zurückbleiben in der Gnade. Aber nicht die Sünde allein hat diese Wirkung. 
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-„Dass nicht Jemand sei ein Hurer, oder ein Gottloser, wie Esau, der um einer Speise willen seine Erstgeburt verkaufte!“ mahnt unser Text. Nun ist Speise an und für sich erlaubt und notwendig. Dadurch aber, dass Esau die Speise für wichtiger hielt, als den Segen Gottes, bewies er seine unheilige, fleischliche Gesinnung. Das Sichtbare war ihm wichtiger, als das Unsichtbare. So waren es denn auch die Fleischtöpfe Ägyptens, um derer willen so viele in der Wüste murrten und zurückblieben. Und so ist es gar oft heute noch die Sorge um Speise, die Liebe zur Welt (Luk. 8,13.14; 17,26-29; 21,34; 1. Tim. 6,8.9; 2. Tim. 4,10), der Unwille, das Kreuz auf sich zu nehmen und sich zu verleugnen, die Begierde, nur ja alles Erlaubte festzuhalten, wodurch der Christ gehindert wird, in der ihm vorgeschriebenen Bahn zu laufen und der Heiligung nachzujagen. Auf diese Weise aber kommt er dazu, in der Gnade zurückzubleiben, und er gerät ernstlich in Gefahr, die Gnade gänzlich zu versäumen. 
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-Welch eine entsetzliche Gefahr! Was für eine furchtbare Versuchung! Wo ist ein Mittel, welches uns vor solchem bewahrt? „Jagt der Heiligung nach und seht zu, dass niemand zurückbleibe!“ Diese Mahnung wendet sich nicht an jeden Einzelnen für sich, sondern, da sie in der Mehrzahl abgefasst ist. an die ganze Gemeinde. Sie sagt nicht: Ein jeder sehe für sich selbst allein zu; nein, sie sagt: Seht alle zu, dass niemand zurückbleibe! Wenn alle Christen auf einander achten, wenn der Starke den Schwachen trägt und jeder Kreis von Christen, welcher zu einer Hausgemeinde, Bibelstunde oder Kirchengemeinde verbunden ist, als ein Leib für jedes seiner Glieder Sorge trägt, dann werden wir nicht so oft von einem Zurückbleiben in der Gnade hören. Allein, was zu beachten ist, diese gegenseitige Überwachung tritt nur da in Kraft, wo man der Heiligung nachjagt. In ihr liegt also das rechte Mittel, wenn man bewahrt werden will. Wo man darum nicht der Heiligung nachjagt, ist die Gefahr, zurückzubleiben, sehr groß. Darum sehne dich nach der Heiligung! Darum widme sich ihr von ganzem Herzen! Lass die Heiligung, welche aller Sünde entsagt, lass das Heiligwerden, wie Gott heilig ist (1. Petri 1,15), in der Tat das Kleinod unserer Berufung sein, dem wir nach sagen sollen! Wenn du das tust, wirst du nicht in der Gnade zurückbleiben. Das Jagen nach der Heiligung, das Verlangen nach der Überwindung der Sünde wird dir die Gnade so teuer wert machen, dass es bei dir zu einem Vorwärtsschreiten an Stelle eines Zurückbleibens kommt. Das ist das Werk, zu dessen Vollbringung die Gnade erschienen ist. Sie will von Sünde frei machen. Ephes. 1,4.7.8. In jeder Seele, welche sich mit jeder Sünde ihr zu dem Zwecke, von Sünden frei zu werden, hingibt, wird sie ihre Herrschaft kraftvoll offenbaren. Darum lasst uns jede Last und die Sünde, welche uns immer anklebt, ablegen und lasst uns auf der uns vorgeschriebenen Bahn laufen, indem wir dabei auf Jesum sehen. Er ist unsere Heiligung. In Ihm liegt unser Gnadenschatz. Auf Jesum sehen ist das beste Mittel zur Verhütung dessen, dass jemand die Gnade versäume. 
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-„Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken.“ 
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-======Murray, Andrew - Wachset in der Gnade - 25. Mancherlei Gnade. ====== 
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-1. Petri 4,10. \\ 
-**Dient einander, ein Jeglicher mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes!**\\ 
-Röm. 12,6. \\ 
-**Wir haben mancherlei Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist.**\\ 
-Ephes. 3,7. \\ 
-**Nach der Gabe, aus der Gnade Gottes, die mir nach seiner mächtigen Kraft gegeben ist.**\\ 
-Ephes. 4,7. \\ 
-**Einem Jeglichen aber unter uns ist gegeben die Gnade nach dem Maß der Gabe Christi.** 
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-Bei allem, was Gott tut, zeigt Er den Reichtum Seiner wunderbaren Weisheit und Macht in der unendlichen Verschiedenheit Seiner Werke. Nirgends findet sich Eintönigkeit. Überall entdeckt man Seine unendliche Lebensfülle in den mannigfaltigen Formen, in denen sich das Leben offenbart. Das gilt nicht allein von der Natur, sondern auch und zwar ganz hervorragend von der Gnade. 
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-Unsere Erkenntnis der Gnade ist und bleibt gar schwach, wenn wir nicht darauf achten und das beherzigen, dass sie den Namen „Mancherlei Gnade“ trägt. 
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-Das Wort „Mancherlei Gnade“ wird uns davor bewahren, andere zu verurteilen, ein Fehler, in welchen ein junger Christ so leicht fällt. In der Freude und in dem Feuer der ersten Liebe kann er nicht verstehen, dass nicht alle so sind, wie er. Selbst ein geförderter Christ achtet nicht genug auf den Unterschied der natürlichen Charakteranlage, des Weges Gottes mit der Seele, der Leitung und Gabe des Geistes, durch welche doch das Glaubensleben so verschiedene Ausprägung erhält. Abraham und Isaak, Jakob und Joseph, David und Salomo, Petrus und Johannes, Paulus und Jakobus, welche der Herr in Seinem Reich so dicht nebeneinander gestellt, wie stark  unterschieden sie sich doch von einander! Sie waren lebendige Beispiele der mancherlei Gnade, und bewahren uns vor der Gefahr zu meinen, dass Gnade sich bei andern auf dieselbe Art und Weise offenbaren müsse, wie bei uns. So verhält es sich nämlich nicht. Vielmehr hat der reiche Vater Seine Gaben an Seine Kinder nach dem Maße ausgeteilt, wie es für ein jedes Not tat. 
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-Das Wort „Mancherlei Gnade“ kann uns auch vor Missmut bewahren. Es besteht nämlich noch eine andere Gefahr, welche der zuerst erwähnten gerade entgegengesetzt ist, die Gefahr, die ich anstatt Andere mit mir zu vergleichen, mich mit Andern vergleichen will. Der junge Christ nimmt Andere zum Maßstab seiner Selbstbeurteilung. Und wenn er nicht ebenso fühlt, wie sie, verliert er seinen Mut. Das Eine aber ist ebenso verkehrt, wie das Andere. Einem jeden ist „Gnade gegeben nach dem Maße der Gabe Christi.“ Der Segen, welcher darin liegt, dass man dies recht versteht, ist groß. Mag sich dann die Frage erheben: „Wo finde ich Gewissheit, was meine Gabe ist? Wer gibt mir die Gewissheit, dass die Mängel, welche ich an mir entdecke, wenn ich mich mit andern vergleiche, nicht Folgen meiner Untreue sind, sondern sich aus der Absicht der Gnade erklären?“ mag sich diese Frage erheben, ich tappe nicht mehr im Dunkeln. Ich werde auf den Herrn selbst hingewiesen. Ich fühle es: Wenn ich mich kindlich voll und ganz Seiner Leitung anvertraue, wird er mir die kindliche Gewissheit über das geben, was ich nach Seinem Willen tun soll. Dann lerne ich arbeiten nach dem Maß der Gnade Gottes, welche mir gegeben ist, nach dem Maß der Wirkung Seiner Kraft. Die Gnade lehrt mich. Der Geist der Gnade erleuchtet mich, so dass ich nun ganz genau weiß, was meine Gabe und was meine Aufgabe ist. 
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-Das Wort „Mancherlei Gnade“ lehrt den Christen weiterhin, dass er von Ändern abhängig ist. Ein Christ soll Andere nicht nach sich selbst, sich selbst auch nicht nach Andern beurteilen und doch eine Abhängigkeit von Andern fühlen. Soll ein Glied des Leibes wachsen, so müssen alle Glieder dazu helfen. Eph. 4,13 und 15-16; 1. Kor. 4,27; 2. Kor. 8,13-15. Die Fülle der Gnade verteilt sich ja als mancherlei Gnade auf alle Glieder. Und während ein jeder Christ nach dem Maß seiner Empfänglichkeit Überfluss an Gnade haben kann, kommt der Reichtum ihrer Herrlichkeit doch erst dann recht zum Vorschein, wenn durch die Gemeinschaft der Liebe unter Gottes Kindern der eine ergänzt, was dem andern fehlt. Auch wird Gott erst dann recht verherrlicht, wenn der Christ nicht allein für das dankt, was an ihm selbst geschieht, - das kann ja bis zu einem gewissen Grad mit Selbstsucht verbunden sein, sondern auch Gott für Seine Gnade an Anderen preist. Dann strömt die mannigfaltige Gnade Gottes durch die Danksagung Vieler zum Preise der Herrlichkeit Gottes über. 2. Kor. 4,15; 9,12-13. Dann haben wir nicht nur an der Gnade Freude, welche wir selbst empfangen, sondern auch an der Gnade, welche wir an Andern sehen, ja selbst an der, von der wir nur hören. Röm. 1,8; Eph. 1,15, 1. Kor. 1,3-4; Apostelgesch. 11,23. 
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-Das Wort „Mancherlei Gnade“ lehrt jeden Christen, dass er seine Gaben nur zum Nutzen Anderer besitzt. Ein jeder hat seine Pflichten, nachdem er mit Gaben ausgerüstet ist. Die ganze Einrichtung und Verbindung des Leibes Christi ist der Art, dass die Gnade unter die Glieder dieses Leibes so verteilt ist, dass ein jedes etwas hat, was dem Andern fehlt, so dass kein einziges Glied entbehrt werden kann. Wollte darum ein Christ seine Gaben nicht anwenden, so würde er Andere dessen berauben, worauf sie ein Recht haben. Das sollte niemand vergessen: die Gnade, welche euch zu teil geworden ist, muss euren Brüdern dienen. Ein jeder, welcher Gnade empfangen hat, muss auch ein Spender der mancherlei Gnade Gottes werden. Und kommt uns der Gedanke an unsere Schwachheit und Untüchtigkeit, so richtet uns das Wort der Gnade wieder auf: nach der Gabe der Gnade Gottes, welche uns gegeben ist nach der Wirkung Seiner Kraft. Die Gnade wirkt. Sie ist nicht vergebens tätig. Gnade ist Kraft und gibt Kraft. Gott verlangt keine Arbeit von uns, ohne dass uns die Gnade die Kraft zu derselben gibt. Jede Arbeit, welche uns von Gott auferlegt wird, ist auch ein Zeichen, dass uns die Gnade und die Kraft dazu gegeben sind: die Zwei sind stets mit einander verbunden. „Nach der Gabe der Gnade Gottes, nach der Wirkung Seiner Kraft.“ Wer sich einfältig der Gnade und dem Herrn Jesus, in welchem die Gnade ist, anvertraut, wird es erfahren, dass ein Spender der Gnade zu sein keine Aufgabe ist, welche erschöpft und innerlich leer macht, sondern vielmehr eine Aufgabe, welche stärkt und innerlich reich macht. Gnade spenden und Gnade empfangen muss verbunden sein. Der beste Weg, viel zu empfangen, ist der, dass man viel spendet. Ein jeder spende, nach dem Maß er die Gnade empfangen hat, dieselbe Andern als ein guter Verteiler der mancherlei Gnade Gottes. Dient jemand, so diene er mit der Kraft, welche Gott verleiht, auf dass Gott in allen Dingen gepriesen werde. 
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-Lieber Christ! Fange an, Gnade zu spenden! Warte nicht, bis dass du deine besondere Gabe entdeckst! Das kommt erst später. Ergib dich einfach mit all der Gnade, die du hast, dem Dienst der Brüder! Sei als Knecht deines Herrn bereit, zu tun, was dir vor die Hand kommt. Unter der Arbeit nimmt die Gnade zu. Erst in der Übung des Gehorsams entwickelt sich deine Gabe. 
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-Gnade spenden ist der sichere Weg, um mehr Gnade zu erhalten, um in der Gnade zuzunehmen. 
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-„Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken.“ 
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-======Murray, Andrew - Wachset in der Gnade - 26. Große Gnade. ====== 
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-Apostelgesch. 4,33. \\ 
-**Es war große Gnade bei ihnen allen.**  
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-Auf der Pfingstgemeinde ruhte die Gnade Gottes. Und doch zeigte sich nur kurze Zeit danach ein Zustand der Gemeinde, in welchem es ganz ergreifend gewesen sein muss, die starken Wirkungen der Gnade auf die Mitglieder zu sehen. Mit den Worten: „Es war große Gnade bei ihnen allen“ erwähnt dies der Verfasser der Apostelgeschichte als etwas Besonderes. Es können also noch Zeiten für die Gemeinde kommen, in denen besondere Ausströmungen von Gnade stattfinden und die Gnade bei allen groß wird. Das sind herrliche Zeiten, wenn die Gnade mit ihrer himmlischen Seligkeit die Herzen erfreut und mit einander verbindet. Was können wir tun, solche Zeiten oftmals und in jeder Gemeinde zu haben? Wenn wir die Gemeinde betrachten, von welcher dieses Zeugnis hier aufgezeichnet ist, erhalten wir die Antwort auf diese Frage. Wir finden dann nach meiner Meinung folgende Stufen: 
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-  - Die Apostel hatten ein gutes Bekenntnis für ihren Herrn abgelegt und sich bereit erklärt, lieber alles zu leiden, als Gott ungehorsam zu sein. Es ist der entschiedene und unzweideutige Entschluss, Gott gehorsam zu sein (Apostelgesch. 4,19-20), es ist die Treue gegen den Herrn und Seinen Willen, welche den Weg zu großer Gnade bahnt. Sei es nun, dass man Seinen Namen vor der Welt bekennt, sei es, dass man einen Willen mitten in Mühe und Streit erfüllt, sei es, dass man sich für Sein Reich und Werk auf dieser Erde aufopfert, jeder neue Erweis von Treue hilft sowohl der einzelnen Seele, als auch der Gemeinde vorwärts und mehrt die Gnade. 
-  - Es folgte auf den Entschluss, Gott gehorsam zu sein, das einträchtigliche Gebet der Gemeinde (V. 23-30), ein Gebet, in welchem dies Beachtung verdient, dass es nicht um Hilfe und Erlösung bittet, sondern einzig und allein um Freimut zu weiterer Betätigung der Treue. Das Gebet, zumal das gemeinsame Gebet und vor allem andern das Gebet, in welchem Gottes Ehre und unsere Treue auf dem Vordergrund stehen, ist ein zweiter Schritt oder eine zweite Stufe auf dem Weg zu großer Gnade. 
-  - Dann kommt die Antwort auf das Gebet: Sie werden aufs neue alle erfüllt mit dem heiligen Geist und reden freimütig Gottes Wort. Es ist also nichts anderes, als die lebendige und erkennbare Wirkung des Geistes Gottes nötig. Die Christen müssen wirklich des Geistes Gottes voll werden. Er wird als Geist der Gnade die Gnade also mehren, dass sie zu großer Gnade in ihnen allen wird. 
-  - Die folgende Stufe ist die brüderliche Liebe und Gemeinschaft. „Die Menge derjenigen, welche glaubten, war ein Herz und eine Seele. Niemand sagte von seinen Gütern, dass sie seine wären“ (V. 32). Wo Gottes Kinder als solche zusammenkommen und durch die Betätigung der Liebe die Einigkeit des Geistes in der Einigkeit des Leibes bewahren, da wird auch große Gnade in allen sein. 
-  - Und endlich - „Die Apostel gaben mit großer Kraft Zeugnis von der Auferstehung des Herrn Jesu“ (V. 33). Die Predigt des Wortes der Gnade und vor allem die Predigt von der Auferstehung Jesu Christi, in welchem die Gnade herrscht zum ewigen Leben, ist der vorgeschriebene Weg, auf welchem die Gnade überreich wird. Sie übermittelt uns auch heute noch im Verein mit dem Vorerwähnten denselben Segen, dass große Gnade in uns allen sich offenbart. 
- 
-Möge die Kirche unserer Tage diese Lehre auf ihren Konferenzen und andern Zusammenkünften von Gläubigen beherzigen! Es gibt Zeiten, in welchen die Gnade in der Stille Zeit haben muss, um durchzudringen, Zeiten, in welchen in einsamem Gebet, im Streit um Bewahrung unseres Gehorsams und Vertrauens die persönliche Aneignung der Gnade stattfinden muss. Allein dann kommen auch wieder Zeiten der Erquickung, in denen bei Gelegenheit der Zusammenkunft des Volkes Gottes die Gnade in besonderer Weise ausströmen will. Rückhaltlose Hingabe an den Herrn und seinen Dienst, im Leiden, Bekennen und Arbeiten; gemeinsames Gebet um die Kraft, ihm besser zu dienen; Erfüllung mit dem Geist infolge dieses Gebets; lebendige Betätigung der Liebe und der Gemeinschaft der Heiligen in Wort und Tat, und dies, dass man dem Wort Gottes, als der Kraft Gottes in Gottes Volk und in der Welt die Ehre gibt; das sind die Vorbereitungen und Bedingungen für besondere Durchbrüche großer Gnade. Noch einmal: Gehorsam, Gebet, der Geist, die Liebe, das Wort. An den ersten Jüngern sehen wir, wie diese genannten Erfordernisse den Weg zu der seligen Erfahrung bahnen: Es war große Gnade bei ihnen allen. 
- 
-Warum sollte nun die Gemeinde unserer Tage diese Erfahrung nicht in reicherem Maß machen? Das Bedürfnis ist doch immerhin vorhanden? Kurz nach diesem Wort lesen wir (Apostelgesch. 5,14): „Es wurden aber je mehr zugetan, die da glaubten, eine Menge der Männer und der Weiber.“ Wenn daher die Kirche einigermaßen zur Leistung ihrer riesigen Arbeit gestärkt werden soll, welche sie sowohl in der sogenannten Christenheit, als auch unter dem Heidentum zu verrichten hat, dann muss sie mehr Gnade besitzen, als man gegenwärtig im allgemeinen sieht. Der Reichtum der Gnade ist nicht erschöpft. Der gute Wille des Herrn Jesus, des Brunnens der Gnade in Seiner Gemeinde, ist nicht abgeschwächt. Der Gnadenratschluss ist nicht abgeändert. Das Wort, dass uns die Gnade in reichem Maß zuteil werden solle, ist immer noch die Losung des Evangeliums. Ach, dass wir es glauben möchten, dass es sich also gehört, dass es so sein muss und sein kann: große Gnade bei allen. 
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-Was mag nun der Grund sein, dass es nicht so ist? Wenn wir die fünf Stufen des Segensweges noch einmal überblicken, können wir alles zu der einen Bedingung zusammenfassen: Ungeteilte Hingabe an den Herrn. Der Umstand, dass es gerade daran so sehr fehlt, enthält die Antwort auf unsere Frage. Die Absonderung von der Welt, welche in der Gemeinschaft der Kinder Gottes, in ihrer Beziehung zu einander als Untertanen des erhöhten Königs sichtbar wird, das Leben im Gebet und Geist, welches für den Herrn, Sein Reich und Seine Arbeit eintreten möchte; dies alles fehlt noch viel zu sehr. Darum ist es Ihm unmöglich große Gnade zu geben. Allein, meine lieben Brüder, wir wollen doch einzig und allein für den Herrn und Sein Reich leben. Die Herrlichkeit der Gnade ist es doch wert, dass wir alles aufopfern und uns Gott hingeben; auf dass Er an uns den außerordentlichen Reichtum Seiner Gnade zeige. Darum wollen wir bitten und beten, dass der Geist uns kund tue, was die rechte Absonderung von der Welt und ihrem Geist und was das ungeteilte Leben zur Ehre Gottes und nach dem Willen des Herrn sei. Wir wissen ganz bestimmt, dass auf diesem Wege große Gnade über uns alle kommen wird. 
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-„Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken.“ 
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-======Murray, Andrew - Wachset in der Gnade - 27. Das Sehen der Gnade. ====== 
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-Apostelgesch. 11,23. \\ 
-**Da Barnabas hingekommen war und die Gnade Gottes sah, ward er froh und ermahnte sie alle, dass sie mit festem Herzen an dem Herrn bleiben wollten.**  
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-Gnade kann gesehen werden. Sie lässt ihr Licht scheinen. 
- 
-Gnade muss gesehen werden. Ist sie irgendwo, ohne dass man sie sehen kann, so ist dies ein Zeichen, dass sie noch gar schwach ist. Wo sie kräftig wirkt, da bleibt sie nicht verborgen. 
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-Und woran kann man die Gnade sehen? Bei einem jungen Christen werden, vor allem wenn, wie es in unserem Text der Fall ist, eine große Anzahl glaubt und sich bekehrt, die Kennzeichen der Gnade andersartig sein, als bei einem mehr geförderten Christen. An der Traurigkeit über die Sünde, an der Absonderung von der Welt, an dem Bekenntnis der Hingabe an den Herrn, an dem freudigen Eifer in seinem Dienst, an der liebevollen Zugehörigkeit zu Gottes Volk, an alle dem erkennt man die Gnade in den Anfängen ihres Wirkens. Wird auch nicht jede Blüte zur Frucht, wird auch nicht jede Frucht reif, der Landmann freut sich doch sehr und dankt doch Gott dafür, wenn die Bäume mit Blüten bedeckt sind. 
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-Dann wird die Gnade wieder gesehen an dem stillen treuen Aushalten in dem Streit gegen die Sünde, an dem stillen treuen Festhalten an der Gemeinschaft mit dem Herrn. Barnabas ermahnte die Neubekehrten, dass sie mit festem Herzen bei dem Herrn bleiben sollten, oder, dass sie, wie es im Kapitel 14,43 heißt, bei der Gnade Gottes bleiben möchten. Die Sache war ja noch im ersten Anfang. So herrlich es darum für mich ist, in einer Zeit der Erweckung die Lebendigkeit und Freude der jungen Bekenner zu sehen, so herrlich ist es auch, wenn auch später alles viel stiller ist, zu vernehmen, wie z. B. ein Kind in den Mühen des gewöhnlichen täglichen Lebens durch Bedachtsamkeit, Fleiß, Gehorsam, Selbstverleugnung und Liebe zu Gottes Wort deutlich zeigt und zur Anschauung bringt, dass Gnade in ihm ist. 
- 
-Bei einem mehr geförderten Christen kann man an anderen Kennzeichen sehen, dass er Gnade besitzt. Wenn ein Mann in Demut und Liebe das Bild seines Herrn zur Anschauung zu bringen sucht, indem er sich Mühe gibt, selbst Unrecht zu ertragen, wie Jesus es tat (siehe 1. Petr. 2,19,24), wenn er für Gott, seinen Nächsten und das Königreich Gottes in der dienenden Liebe lebt, welche sich selbst für nichts achtet (Luk. 22,27. Joh. 13,13-15), wenn er sich in allen Dingen der Herrschaft des Geistes der Welt entzieht und sich der Herrschaft der Gnade ergibt als ein Mann, welcher ganz und gar von ihr geleitet werden will, o, dann kann man die Gnade bequem und herrlich an einem Solchen sehen. 
- 
-Nur dürfen wir nicht meinen, alle Menschen könnten Gnade sehen. „Er hat unter uns gewohnt“, sagt Johannes, und „wir sahen Seine Herrlichkeit voller Gnade und Wahrheit.“ Und doch haben die Obersten dieser Welt dies nicht gesehen. 1. Kor. 2,7,8. Ja, nicht einmal alle Christen können Gnade sehen. Sie haben immer noch ein Bedenken, oder einen Zweifel. Die köstlichste Salbe gefällt ihnen nicht, weil noch eine tote Fliege darin liegt. „Da Barnabas die Gnade sah, ward er froh“ und dann heißt es weiter: „denn er war ein guter Mann und des heiligen Geistes voll.“ Er hatte Augen, um die Gnade zu sehen. 
- 
-Hieraus ergeben sich zwei große Lehren. Die erste ist diese: Lieber Christ, rede nicht nur von Gnade, nein, zeige auch Gnade! Gib dich ihr ganz und gar hin! Vertraue dich ihr mit ganzem Herzen an, indem du darauf rechnest, dass sie dich ganz übernimmt! Werde von ihr voll! Man wird sie an dir schon sehen. 
- 
-Doch, dass wir es recht verstehen: Es ist Gnade, welche gesehen werden muss. Es wäre denkbar, dass jemand in vieler Hinsicht die Früchte eines gottesdienstlichen Lebens zeigen könnte, ohne dass gerade Gnade bei ihm sichtbar würde. Die Merkmale der Gnade aber sind leicht zu nennen. 
- 
-Die tiefe Demut und die Niedrigkeit, welche sich selbst für nichts achtet, der Wunsch, Gott und dem Herrn Jesus allein die Ehre zu geben, die Kraft, mehr zu tun, als was die Natur vermöchte: das sind Merkmale, an denen wahre Gnade erkannt wird. muss gesehen werden, dass es wirklich Gnade ist. Wer das versteht, weiß auch mit einem Schlag, wie er dazu kommt, dass man Gnade an ihm sieht: Er muss einfach viele Gnade haben. Er muss in seinem Innersten lange vor dem Thron der Gnade stehen. Er muss mit dem Herrn Jesus, dem einzigen Spender der Gnade, in inniger Verbindung leben. Das Leben Jesu ist eigentlich selbst die Gnade. So muss er sich ganz und gar Jesu ergeben, damit sich das Leben Jesu in seinem sterblichen Leib offenbare. 2. Kor. 4,10.11. Dann empfängt er aus Jesu Fülle Gnade um Gnade. Und dann kommt es von selbst es kann ja nicht anders sein dass man die Gnade an ihm sieht. 
- 
-Die zweite Lehre ist die: Lieber Christ, halte deine Augen offen, damit du überall, wo auch nur eine Spur von Gnade sich findet, dieselbe sehen, dich über dieselbe freuen und für dieselbe Gott danken kannst! Fehler bei andern zu erkennen, ist leicht und oft sehr sündlich. Aber Gnade zu erkennen, ist eine Tätigkeit, welche zur Verherrlichung führt. Er gibt Gnade, auf dass die überschwängliche Gnade durch Vieler Danksagen Gott reichlich preise. 2. Kor. 4,15; 9,12.13. Ein Mann, welcher stets wie Barnabas leben möchte, führt also ein Leben der Freude und der Verherrlichung Gottes. Zugleich ist sein Leben ein Leben des Segens für Andere. Dieselbe Gesinnung, welche die Gnade auch da erkennt, wo sie noch schwach ist, wird ja auch suchen, dieselbe zu ermutigen, wie Barnabas die Schwachen ermahnen bei dem Herrn zu bleiben, und so denen viel nützen, welche durch Gnade geglaubt haben. 
- 
-Herr, lehre uns, stets so zu leben, dass man Gnade an uns sehe und dass es unsere Freude sei, Gnade an Anderen zu sehen! 
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-„Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken.“ 
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-======Murray, Andrew - Wachset in der Gnade - 28. Durch Gnade Glauben.====== 
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-Apostelgesch. 18,27. \\ 
-**Denen, die gläubig waren geworden durch die Gnade.**\\ 
-Philipp. 1,29. \\ 
-**Euch ist gegeben, dass ihr an ihn glaubt.** 
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-Wenn das Wort Gottes es so deutlich sagt, welch ein Überfluss an Gnade zu finden ist, dann hat gar mancher noch das Bedenken: Da der Überfluss an Gnade ist wohl zu jeder Zeit da, aber doch nur für die, welche auch zu jeder Zeit glauben können und das kann ich nicht. Was hilft es mir, dass der Glaube Berge versetzen kann, wenn ich den Glauben nicht habe? Der Unglaube ist der erste und schwerste Berg, welcher versetzt werden muss. Und wie wird der versetzt? Alle Herrlichkeit und aller Reichtum der Gnade helfen mir ja nichts, wenn ich nicht zu derselben gelangen kann. 
- 
-Welch eine herrliche Antwort gibt nun das Wort der Gnade auf dieses Bedenken! Nämlich die, dass auch der Glaube das Werk der Gnade ist, dass die Gnade selbst dafür sorgen will, dass die Seele, welche sich ihr anvertraut hat, in Glauben zunehme. „Es wird auch aus Gnade gegeben, zu glauben,“ „aus Gnaden waren sie gläubig geworden.“ 
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-Was für eine Last wird nun von dem Herzen manches Bekümmerten genommen! Der Unglaube ist nun nicht mehr ein Berg, den wir aus eigener Kraft versetzen sollen. Nein, wir können unsere Sorgen wegwerfen und uns kindlich freuen, dass die Gnade, wenn anders es wirklich unser Wunsch ist, uns ganz und gar derselben anzuvertrauen, sich uns selbst so bekannt machen wird, dass es für uns mühsam, ja unmöglich wird, ihr je mit Misstrauen zu begegnen. 
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-Ja, aus Gnaden wird es euch gegeben, dass ihr glaubt. Es stände in der Tat mit der Herrlichkeit der Gnade, mit ihrer Erwählung nach dem ewigen Ratschluss Gottes und mit der göttlichen Gewissheit der Seligkeit, welche sie geben will, gar schwach, wenn alles von dem Glauben, als einem Werk des Menschen, abhängen sollte. Nein, gleichwie die ganze Seligkeit aus Gnaden ist, so ist auch der Glaube aus Gnade und durch Gnade. Wenn sich die Gnade in der Person des Herrn Jesus einem Menschen naht, weckt und wirkt sie den Glauben durch das Licht ihrer Erscheinung. Der Glaube an das, und das Vertrauen auf das, was die Gnade tun will, die Erwartung ihres Segens ist stets das Vorzeichen, dass die Gnade in Tätigkeit ist, die erste Kundgebung ihres Nahens, um in einer Seele einzuziehen. 
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-Auf welche Weise sie den Glauben bewirft, wissen wir. Der Glaube kommt aus dem Wort Gottes. Die seligmachende Gnade ist erschienen allen Menschen und unterrichtet uns. Dadurch dass sie uns in dem Wort ihre Segnungen vorhält, erregt sie zuerst den Wunsch, das Bedürfnis und die Empfänglichkeit. Der Wunsch nach Gnade ist ein Zeichen, dass die Gnade bereits einen Eindruck auf die Seele gemacht hat. Dieser Wunsch wird dadurch, dass er die Verheißungen der Gnade beachtet, immer stärker, bis er in Vertrauen und Erwartung über geht. Durch die Gnade, welche in dem Wort der Gnade wirksam ist, glauben wir und lernen wir stets mehr glauben. 
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-Für das Gnadenleben können wir hier sehr wichtige Dinge lernen. Eine der wichtigsten Lehren ist die, dass wir Gott für den Glauben als für ein Werk Seiner Gnade danken. O lieber Christ! Weil dein Glaube noch so schwach und hinfällig ist, beschaust du ihn als dein Werk. Tue das doch nicht! Er ist ja Gottes Werk. 
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-Und ruht auch der Schatz in einem irdenen Gefäß, und scheint auch der Glaube so schwach und zweifelsüchtig zu sein, dass er durchaus nicht nach einem Werk Gottes aussieht, er ist doch Sein Werk. Durch Gnade bist du zum Glauben gekommen. Danke Gott dafür! Je mehr du Ihm dafür dankst, desto eher wirst du einsehen lernen, dass Er auch für die Vermehrung deines Glaubens sorgen wird. Allen Kummer über die Schwäche deines Glaubens wirst du dann wegwerfen, denn dann wirst du verstehen, dass die Gnade auch dies versehen wird. 
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-Noch eine Lehre, findet sich hier. Gar viele seufzen im Hinblick auf den Überfluss an Gnade. Was nutzt mir all der Reichtum? Ich habe den Schlüssel nicht, um zu diesem Schatz gelangen zu können. Mir fehlt die Kraft, die Gnade anzunehmen und festzuhalten. Den starken Glauben, welcher alles unternehmen kann, den anhaltenden Glauben, welcher sich den ganzen Tag an Jesus hält, welcher in jedem Augenblick sein Vertrauen bewahrt, diesen Glauben habe ich nicht, eines solchen Glaubens bin ich nicht fähig. 
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-O lieber Christ! Denke und rede doch nicht so! Erkenne doch endlich, dass der Glaube selbst ein Werk der Gnade ist! Er ist ein Werk, welches sie in dir mit Macht vollbringen will. Bis zu dem heutigen Tag hast du ihr Hindernisse bereitet dadurch, dass du selbst dafür sorgen wolltest. Mit Seufzen hast du vor dieser Aufgabe gestanden, als vor einem schweren Werk. O lerne es doch nun von der Gnade erwarten, dass durch sie dein Glaube bewahrt und vermehrt werden wird! Wende deine Augen der Gnade zu, ihren Reichtümern, ihren Verheißungen, ihrem Unterricht! Beschäftige dich mit ihr! Und von der Gnade, mit welcher du dich beschäftigst, wird dir, ohne dass du es merkst, gegeben, dass du glaubst. So oft du von neuen Segnungen oder Verheißungen der Gnade hörst, freue dich dessen sehr, dass dir der Glaube zur Annahme derselben ganz gewiss geschenkt werden wird. 
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-Vergiss nur dies Eine nicht! Wende nur den Glauben an, den du schon hast! Nimm dir die Zeit, dich geradezu im Glauben zu üben! So oft du in dem Wort der Gnade liest, so oft du vor den Thron der Gnade trittst, so oft du an Gnade denkst, so oft unterwirf dich auch ihrer Einwirkung, welche dich zum Glauben an Gott führen will! Alles, was du von ihr hörst und siehst, ist ja dazu bestimmt, dich zum Glauben zu bringen! Dann wirst du mit Paulus bezeugen können: Die Gnade unseres Herrn, samt dem Glauben und der Liebe, die in Christo Jesu ist, ist desto reicher gewesen. 
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-„Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken.“ 
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-======Murray, Andrew - Wachset in der Gnade - 29. Den Demütigen Gnade.====== 
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-1. Petr. 5,5. \\ 
-**Allesamt seid untereinander untertan und haltet fest an der Demut. Denn Gott widersteht den Hoffärtigen, aber den Demütigen gibt Er Gnade.**\\ 
-Jak. 4,6. \\ 
-**Er gibt reichlich Gnade. Sintemal die Schrift sagt: Den Demütigen gibt Er Gnade. ** 
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-Gnade führt zur Demut. Nichts in der Welt demütigt jemanden mehr, als eine unverdiente große Wohltat. Wenn Gottes unermessliche Gnade sich einer Seele recht zu offenbaren anfängt, nicht in Worten, wohl aber in Kraft, nicht in Hin- und Herreden, sondern durch Erfahrung, o dann wird der Mensch in seinen eigenen Augen so klein. Es kann ja auch gar nicht anders sein. Gnade ist ja unverdiente Gunst, welche Unwürdigen zuteil wird. Und alles, was sie von ihrem eigentlichen Wesen der Seele mitteilt, alles, was sie in der Seele zum Leben und Herrschen bringt, hilft nur dazu, das Gefühl der Unwürdigkeit zu verstärken. 
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-Daher auch die Tatsache, welche vielen so merkwürdig vorkommt: je mehr Gnade, desto mehr Demut. Viele meinen, Gott dürfe nicht so viel Gnade geben, weil wir sonst hochmütig werden würden. Sie sagen, es sei für sie nötig, immer wieder zu straucheln und zu sündigen, damit sie in der Demut blieben. Als ob die Sünde und nicht die Gnade zur Demut führte! Ach nein, je mehr wirkliche Gnade wir innerlich in unserem Leben genießen, desto demütiger werden wir. 
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-Daher auch die Tatsache, dass der starke Glaubensmann, von welchem Jesus sagte: „Fürwahr, solchen Glauben habe ich in Israel nicht gefunden,“ auch der demütigste war, der Einzige, welcher, während die Ältesten von ihm sagten: „Er ist es wert,“ von sich selbst sagte: „Ich bin nicht wert, dass Du unter mein Dach kommst.“ 
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-Daher auch dies, dass Paulus in einem Atem sagen konnte: „Ich habe mehr gearbeitet, denn sie alle; doch nicht ich, sondern die Gnade Gottes, die mit mir gewesen ist.“ Ich nichts. Die Gnade alles. Empfing doch Paulus selbst in dem Augenblick, in welchem er in Gefahr war, sich zu überheben, und in welchem ihm sein Gebet nicht erhört werden konnten, eine neue Gnadenzusage, welche ihn in der Demut bewahren und stärken sollte. 2. Kor. 12. 
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-Gnade gibt Demut. Darum verlangt sie aber auch Demut. Sie fordert dieselbe bei jeder Bitte um mehr Gnade. Demut ist für sie ein Beweis, dass die bereits geschenkte Gnade nicht vergeblich geschenkt wurde, dass die Seele sie wirklich verstanden und sich angeeignet hat, das die Unterwerfung unter ihre Leitung aufrichtig war. Weil die Gnade die Seele so gerne dahin bringen will, dass sie mehr empfangen kann, darum macht sie es zu einem Bestandteil ihres Unterrichts, darum macht sie darauf aufmerksam und darum sagt sie in dem Wort der Gnade: Seid einander untertan! Seid demütig, denn den Demütigen gibt Er Gnade. 
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-Lasst uns dies genau mit einander betrachten! In Demut zu beten, sich vor Gott zu erniedrigen, das scheint oft so bequem zu sein. Aber vor den Menschen sich zu erniedrigen, einander untertan zu sein, nicht nur im Kämmerlein das Kleid der Demut anzuziehen, wenn man betet, sondern auch im Hause, auf der Straße, bei der Arbeit in diesem Kleid der Demut einherzugehen, o, das ist die Demut, nach welcher die Gnade sucht und welche uns so sehr fehlt. 
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-Diese Demut fällt uns nicht von selbst zu, oder aus dem Grund, weil wir ja nun einmal Gottes Kinder sind. Nein, sie muss ebenso, wie jede andere Gnadengabe der Gegenstand unserer Sehnsucht und unseres Gebetes sein. Vor allem muss sie der Gegenstand der Glaubensarbeit sein, welche wir in der Verbindung mit Jesus tun. 
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-Wenn ich mich als einen Menschen betrachte, welcher mit Christo gekreuzigt und der Sünde abgestorben ist, als einen verurteilten Verbrecher, an welchem das Fluchurteil bereits vollstreckt worden ist, und als ein Mann, welcher Gott in Christo lebt und ein Leben führt, welches durch aus nicht sein eigen ist, dann werde ich demütig leben, ja froh sein, dass ich nichts bin, auf dass Christus Alles in mir werde. Nur unter dem Kreuze, in der täglichen, lebendigen Gemeinschaft mit dem gekreuzigten Christus wird das alte „Ich“ unterdrückt. 
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-O lieber Christ, der du in der Gnade wachsen willst, hier ist eine Lehre für dich. Sich vor Gott zu erniedrigen, ist nicht genug. Im gewöhnlichen Umgang aber mit deinen Mitmenschen, mit verkehrten Menschen, mit lästigen Menschen, mit Menschen, welche geringer und törichter sind, als du bist, sich stets wie ein Knecht zu benehmen und nicht wie ein geborener Königssohn, weil du dich ja nach dem Vorbild des erstgeborenen Sohnes freiwillig erniedrigt hast, ein Knecht zu sein, - das ist das Examen, welches du ablegen musst, wenn du von der Gnade begehrst, dass sie dich in ihre höhere Klasse aufnehme. Seid allesamt einander untertan, denn den Demütigen gibt Gott Gnade. 
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-Herrliche Gnade! Um sie empfangen zu können, ist weiter nichts nötig, als dies, dass wir arm sind und nichts sein wollen. Herrliche Gnade! Wenn jemand arm ist, wenn er nichts hat und nichts sein will, dann sind alle Schätze der Gnade für ihn da. 
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-Herrliche Gnade! Sie verlangt nicht nur Demut, sie verleiht sie auch. Ich stehe nicht unter einem Gesetz: Sei niedrig, sei demütig! Ein solches Gesetz würde nur die Sünde vermehren. Ich stehe unter der Gnade. Ihre Vorschriften dienen dazu, mir kundzutun, was ich von ihr fordern muss, was ich aus ihrer Fülle erhalten kann. Ich muss ihr nur alle Tage erlauben, ihre wunderbare Herablassung mir zu zeigen; das wird mich niederbeugen. Ich muss es an meinem Jesus, meinem König, der doch voll von Gnade ist, sehen, wie die Demut sein größter Schmuck ist. In dem Verkehr mit ihm, im Anschauen und Bewundern Seines Bildes, im Erleben Seiner Gnade werde ich demütig. 
-„Er gibt reichlich Gnade“ sagt der Apostel Jakobus an der Stelle, in welcher er denselben Text zitiert, wie Petrus: Sprüche 3,24. Mehr Gnade! Ist das nicht dein Wunsch und dein Gebet, du Gotteskind? Lerne hier, dass du mehr Gnade empfangen kannst - nicht durch Anspannung deiner Kraft, nicht dadurch, dass du an andern vorbeistrebst und dieselben zu übertreffen suchst, sondern dadurch, dass du vor Gott klein und ein Nichts bist. Die tiefsten Täler erhalten stets das meiste Wasser. Selbsterniedrigung ist der königliche Weg zur Herrlichkeit. 
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-Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken. 
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-======Murray, Andrew - Wachset in der Gnade - 30. Leidensgnade. ====== 
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-1. Petr. 2,19-20.\\  
-**Denn das ist Gnade, so Jemand um des Gewissens willen zu Gott das Übel verträgt und leidet das Unrecht. Denn was ist das für ein Ruhm, so ihr um Missetat willen Streiche leidet? Aber wenn ihr um Wohltat willen leidet und erduldet, das ist Gnade bei Gott.** a 
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-Ja, das ist Gnade. Unrecht zu leiden und zu ertragen, das ist Gnade bei Gott, Gnade, welche man nicht immer bei den Christen sieht, Gnade, welche der Herr so gern bei alle denen sieht, welche Ihm nachfolgen (Vers 21,23; 3,17-18), Gnade, welche Er ganz gewiss geben will. Lasst uns danach trachten, auch dieses Stück der Herrlichkeit der Gnade recht zu erkennen und zu empfangen! 
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-„Was ist das für ein Ruhm“, sagt Petrus, „so ihr um Missetat willen leidet?“ Das ist keine besondere Gnade - die Natur lehrt es ja, wenn du eine verdiente Strafe erhältst und sie still ertragen musst. Und doch, wie viele Christen gibt es, die es noch nicht einmal so weit gebracht haben! Sie haben zwar Böses getan, aber sie halten eine Bestrafung für eine Beleidigung, für eine persönliche Kränkung. Anstatt dem, der ihnen die Wahrheit gesagt, als einem Freund zu danken, betrachten sie denselben als ihren Feind. Gal. 4,16. Sie sammeln alle Entschuldigungen ihres Unrechts und suchen ihre Sünde damit zuzudecken. 
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-Wie wenig verstehen sie darum von dem, was Petrus sagt: Unrecht zu leiden, wohlzutun und um dieses Wohltuns willen zu leiden, das ist Gnade. Ja, wie wenig verstehen im allgemeinen selbst die Christen davon! Wenn ich verleumdet worden bin, wenn mir eine Beleidigung zugefügt worden ist, wenn jemand sich undankbar gegen mich benimmt, oder wenn jemand mich fälschlicherweise beschuldigt und die Menschen mir verkehrte Beweggründe zuschreiben: wie selten wird dann, ich will nicht sagen nach dem Grundsatz gehandelt, wie selten wird dann dieser Grundsatz überhaupt als der Wille des Herrn erkannt, dass es Gnade ist, dies alles still zu ertragen! Und doch ist es so. Ich sehe es an dem Herrn Jesus. Es ist ein Zug Seiner Herrlichkeit voller Gnade, dass er uns gezeigt hat, wie man wohltun und dafür Unrecht leiden muss. Wir begleiten Ihn Jahr für Jahr in den Leidenswochen auf Seinem dornigen Lebenspfad, um Seine Gnade kennen zu lernen. Sehnen wir uns um wirklich nach dieser Seiner Gnade, um nach Seinem Vorbild leiden zu können, wenn wir leiden müssen? Und zwar nicht nur das Leiden, welches Gott uns sendet, sondern auch das unverdiente Leiden, welches durch Menschen über uns kommt. Die Gnade muss ebenso in uns wohnen, wie sie in Ihm wohnt. Die Gnade, welche in Ihm war, will sich gar zu gern als Gnade in uns offenbaren. Unrecht zu leiden, das ist Gnade. 
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-Für unsere Natur scheint dies zu schwer und zu hoch zu sein. Zornig werden, Recht suchen, eine scharfe Antwort geben, wieder vergelten, das sind die Waffen, mit denen die Natur, wenn sie Unrecht leidet, auch bei vielen Christen ihre Ehre geltend zu machen sucht. Sie können es sich nicht vorstellen, welch eine Ruhe es gibt, wenn man sich unter die Herrschaft des Lammes begibt und in der Sanftmut den Sieg über sich selbst, über die Sünde und den bösen Feind besitzt. O, lieber Christ, der du fragst: Was ist Gnade? Hier ist eine der Antworten Gottes: Unrecht leiden, das ist Gnade. Lies darum diesen Text noch einmal durch und überzeuge dich, ob dies hier wirklich geschrieben steht. 
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-Indessen ist es denn für die menschliche Natur möglich, so zu leiden, wie Jesus litt? Für den alten Menschen ist es völlig unmöglich, der neue Mensch aber kann es. „ Das ist Gnade“ - was will dieses Wort wohl anders sagen, als dies, dass es eine der Segnungen ist, welche in dem unendlichen Gnadenschatz des Herrn Jesus für uns bereit sind? Es ist eine von den Gnadengaben, von denen es heißt: Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei. Bring darum nur dein vorschnelles Wesen, deine Launenhaftigkeit, deinen Hochmut, deine Lust an Selbstverteidigung und Rechthaberei zu Ihm. Wo die Sünde mächtig geworden ist, da ist die Gnade doch noch viel mächtiger geworden: die, welche die Überschwänglichkeit der Gnade empfangen, werden durch Jesum Christum herrschen. Halte dich nur fest daran, dass du in der Tat berufen bist, ebenso sanftmütig zu dulden und zu ertragen, wie Jesus, dass die Gnade in dir genau ebenso sein soll, wie sie in Ihm ist. Das wird dich hindern, in der Erkenntnis der eigenen Unzulänglichkeit so dahin zu leben, und treiben, dich ganz und gar der Gnade hinzugeben und dieses alles von ihr zu erwarten. 
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-Sie wird es geben und in dir wirken, indem sie dich vor allem in Lebensgemeinschaft mit Ihm führt, so, dass Sein Leben sich in dir offenbaren kann. O, lieber Christ! Erlebe es wieder und wieder, wie freundlich und geduldig der Herr Jesus deiner Unwürdigkeit gegenüber ist! Bleibe der Gnade treu, welche dich in jedem Augenblick trägt, bewahrt und segnet! Und es wird dir ein Bedürfnis werden, mit Unwürdigen so umzugehen, wie man mit dir umgegangen. Zeige es, dass das Gnade ist, in der Absicht, anderen öffentlich zu vergelten, was der Herr Jesus so überreichlich im Verborgenen an dir tut. Tue es in dem Wunsch, allen, die sich an dir versündigen, ein voll gedrücktes, gerütteltes und geschütteltes Maß der Gnade zukommen zu lassen, gleichwie er, gegen den du dich versündigt, dir Seine Gnade zugeteilt! 
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-O, Vater! Lehre uns diese Wahrheit erkennen! Die wunderbare Gnade, welche man an Jesus sah, als Er hienieden wallte, die wunderbare Gnade, welche uns vom Himmel herab zu teil wird, ist auch die Gnade, welche von uns Besitz ergreift und an uns gesehen werden kann und nur dies Eine erstrebt, dass wir doch dahin kommen möchten, so zu leben, wie Er gelebt und so zu leiden, wie Er gelitten. 
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-„Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken.“ 
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-======Murray, Andrew - Wachset in der Gnade - 31. Aus seiner Fülle Gnade um Gnade.====== 
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-Joh. 1,14.16.17. \\ 
-**Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns und wir sahen Seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit, als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. Von Seiner Fülle haben wir genommen Gnade um Gnade. Denn das Gesetz ist durch Moses gegeben; die Gnade und Wahrheit ist durch Jesum Christum geworden. ** 
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-Wir haben Seine Herrlichkeit gesehen, eine Herrlichkeit, als des eingeborenen Sohnes vom Vater. Und was machte seine Herrlichkeit aus? Dies: Wir sahen ihn voller Gnade und Wahrheit. 
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-Gleichwie die Gnade die höchste Herrlichkeit Gottes ist, so ist sie auch die höchste Herrlichkeit des eingeborenen Sohnes. Je mehr wir Seine Herrlichkeit durch die Erleuchtung des heiligen Geistes zu sehen bekommen, desto mehr erkennen wir auch, dass er voller Gnade ist. Es ist nichts als Gnade in Ihm. 
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-Welch ein Gedanke! Denk einmal über denselben nach! Du weißt, dass Gnade etwas ist, was uns angeht. Alles was Gnade ist, ist für uns da, für uns bereit und für uns gegeben. Und wenn wir erst die Herrlichkeit Jesu sehen, so sehen wir dieselbe voller Gnade: alle Herrlichkeit Gottes, die unendliche Vollkommenheit Gottes dazu dienend, uns die Gnade anzutragen und nahe zu bringen. Welch' eine Verbindung! Die ewige Gnade von der ewigen Herrlichkeit getragen, uns in dem Sohn voller Gnade geoffenbart. Die Allmacht, Weisheit, Herrlichkeit und Liebe, dazu das Leben des Sohnes alles voll, durchdrungen und ganz in Besitz genommen von der Gnade. 
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-Und das alles in einer lebenden Person. Das Wort, welches Gott war, ist Fleisch geworden. Der Eingeborene vom Vater hat unsere Natur angenommen und sich mit uns vereinigt als der Erstgeborene vieler Brüder. Damit die Gnade uns recht anschaulich, ganz nahe und gänzlich in unserem Bereich sein sollte, ist Er Fleisch geworden. Und ebenso, wie Er auf dieser Erde gelebt, lebt Er noch in dem Himmel, weiter nichts als der liebende und freudige Gnadenspender zu sein. Die Gnade ist nur in Ihm. Er ist nichts als Gnade. 
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-Das ist uns denn auch bei unserm Sinnen nicht entgangen. Hörten wir von der Herrlichkeit der Gnade, dem Reichtum der Gnade, der Überschwänglichkeit der Gnade, der Vermehrung der Gnade und von großer Gnade immer war es in Verbindung mit dem gesegneten Sohn Gottes. Eph. 1,6; 2.7; Röm. 5,15.17.20.21; 1. Tim. 1,14; 2. Petr. 1,2.3; Apostelgesch. 4,33. Gedachten wir des Thrones der Gnade, des Wortes der Gnade, des Geistes der Gnade, der Kraft der Gnade, des Lebens der Gnade, der Herrschaft der Gnade - stets war Jesus der Mittelpunkt. In Ihm war und aus Ihm kam sie. Hebr. 4,16; Apostelgesch. 20,24; Sach. 12,10; 2. Kor. 12,9; Röm. 5 17.21. Ob es nun erwählende, seligmachende, rechtfertigende, lebendig oder heilig machende Gnade war, stets sehen wir: „Christus ist alles.“ „Es ist des Vaters Wohlgefallen, dass in Ihm alle Fülle wohnen sollte. Eph. 1,4.7; Tit. 2,11-14; Röm. 3,24; Eph. 2,5.6; Röm. 1,13.14. Ob es sich darum handelte, aus Gnaden selig zu werden, in der Gnade zu stehen, unter der Gnade zu leben oder in Kraft der Gnade zu arbeiten (Eph. 2,8; Röm. 5,1.2;6,14; 1. Kor. 15,10), alles erinnert uns daran: „Es gibt Niemanden, als Ihn, in dem wir dies Alles finden, Er ist der Eingeborene vom Vater, wir haben Seine Herrlichkeit voller Gnade gesehen. 
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-Gelobt sei der Name des Herrn! Wir haben die Gnade nicht nur gesehen, sondern auch aus ihrer Fülle Gnade um Gnade empfangen. Immer wieder, so oft wir sie gesehen haben, haben wir auch aus ihrer unerschöpflichen Fülle empfangen. Wir haben erkennen lernen, dass dies das Geheimnis des Herrn und Seiner Gnade ist: Wer von sich selbst absieht, zu Jesu aber und Seiner Gnade emporblickt, der empfängt. Gleichwie das Licht der Sonne uns von allen Seiten mit seiner sanften Gewalt umstrahlt und sobald unser Auge sich öffnet, uns entgegen flutet, wartet auch die Gnade auf den Augenblick, in welchem unser Herz nach ihr ausschaut, um dann in dasselbe einzuziehen. Das Aufblicken zu Jesu hat eine göttliche Wunderkraft. Es ist Gottes Weg, uns mit Gnade zu füllen. 2. Kor. 3,18. 
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-O, lieber Christ, schaue auf Jesum hin! Betrachte dies als deine Hauptaufgabe in deinem ganzen Gottesdienst! Fange keinen Tag an, stehe von keinem Gebet auf, sei mit keinem Lesen und Hören des Wortes zufrieden, unternimm keine Arbeit, ja lebe keine einzige Stunde, ohne dass du sagen kannst: Wir sahen Seine Herrlichkeit voller Gnade.“ Wenn du das tust, wirst du auch immer wieder hinzufügen können: „Und wir haben aus Seiner Fülle genommen Gnade um Gnade.“ 
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-Betrachte das Aufblicken zu Jesu nicht als eine schwere Arbeit, welche mit deinem Wandel und deiner Tätigkeit in dieser an Mühen so reichen Welt unvereinbar wäre. Das Licht der Sonne umstrahlt dich ja auch in jeder Stunde, auch wenn du nicht daran denkst. Es strahlt sein Licht auf alle deine Arbeiten aus, und du kannst deine Arbeiten nicht sehen, ohne das Licht zu sehen. Wenn du darum, lieber Christ, an jedem Morgen und auch sonst noch oft, dich mit Jesu verbindest, zu Ihm aufblickst und Ihn als dein Leben betrachtest, dann wird Er, auch wenn du gar nicht an Ihn denken kannst, sein Angesicht über dir und deiner Arbeit leuchten lassen. Und am Ende des arbeitsreichsten Tages wirst du sagen können: „Wir sahen Seine Herrlichkeit voller Gnade, und aus Seiner Fülle haben wir genommen Gnade um Gnade.  
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-Lieber Christ! Nicht wahr, nu fängst du zu verstehen an, dass es möglich ist, in überschwänglicher Gnade zu leben? O, glaube doch an die Fülle der Gnade, von der wir in diesem Büchlein so viel gelesen haben! Diese Fülle liegt in dem lebendiger, mächtigen und freundlichen Jesus, welcher lebt, um sie mitzuteilen. Alles, was er von dir fordert, ist dies, dass du zu ihm aufblickst und auf ihn dein Vertrauen setzt. 
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-O, komm und sprich mit mir dein Vertrauen in dem Bekenntnis aus: „Gesegneter Jesus! Die Fülle deiner Gnade mit ihrem unerforschlichen Reichtum ist für mich da, ist für mich alles. Das glaube ich von ganzen Herzen. Du lebst, um als mein himmlischer Schatzmeister mir in jedem Augenblick zukommen zu lassen, was ich an Gnade nötig habe. Und wenn ich im Gefühl meiner Schwachheit auf dich und deine Fülle sehe, empfange ich aus dieser Fülle Gnade um Gnade. Amen.“ 
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-„Gott kann machen, dass allerlei Gnade unter euch reichlich sei, dass ihr in allen Dingen volle Genüge habt und reich seid zu allerlei guten Werken.“ 
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-======Murray, Andrew - Wachset in der Gnade - Zum Abschied. ====== 
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-Noch einige Texte, Gebetswünsche, welche wir uns zum Abschiedsgruß zurufen. 
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-1. Petr. 5,10. **Der Gott aller Gnade, der uns berufen hat zu Seiner ewigen Herrlichkeit in Christo Jesu, derselbe wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vollbereiten, stärken, kräftigen, gründen.** 
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-Das ist das für ein herrlicher Name, mit welchem Gott hier genannt wird: „der Gott aller Gnade.“ Und was ist das für eine herrliche Vorstellung von der Fülle der Gnade in dieser Aufzählung der Segnungen, welche der Christ von Ihm erwarten darf. Ist doch gerade dasjenige aufgezählt, was einem jungen, schwachen Christen so not tut und was er darum so sehr begehren sollte. Lasst es uns betrachten!  
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-Hier steht: Gott wird euch **vollbereiten**. Nun ist vollbereitet, d. h. vollkommen nur dies, was gar keinen Mangel mehr hat. An dem Christen aber zeigen sich, selbst wenn man von seinen Sünden absieht, mancherlei Mängel. An seinem Glauben, seiner Erkenntnis, seiner Liebe, seiner Demut, seiner Arbeit fehlt noch gar vieles. Gottes Wort aber redet oft von der Vollkommenheit, welcher der Christ nachjagen soll. Matth. 5,18; 19,21; Luk. 6,10; 2. Kor. 13,9 u. 11; Philipp. 3,15; Kol. 1,28; 4,12; 1. Thess. 3,10; 2. Tim. 3,17; Hebr. 13,21; Jak. 1,4. Und hier wird uns die herrliche Verheißung gegeben, dass der Gott aller Gnade, welcher Gnade für jedes Herzensbedürfnis hat, selbst das Werk unserer Vollbereitung in seine Hände nimmt. 
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-Es heißt weiter: Er wird euch **stärken** oder **befestigen**. Nun kann ein Baum ein sehr guter Baum sein in dem Augenblick, in welchem er in den Boden eingepflanzt wird. Allein gut wachsen wird er so lange nicht, als er nicht feststeht. Er muss befestigt werden. Ebenso wird ein junger Christ oft durch Zweifel oder Erlebnisse, welche er nicht versteht, hin und her getrieben. Da ist es eine der herrlichsten Segnungen der Gnade, dass sie den jungen Christen stärkt und befestigt, so dass er nunmehr fest stehen kann. Apostelgesch. 16,5; Röm. 16,25; 1. Kor. 1,8; 2. Kor. 1,21; Kol. 2,7; Ps. 87,5. Ja, Gott selbst wird ihn befestigen. 
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-Gott wird ihn auch **kräftigen**. Die Stärkung oder Befestigung weist mehr auf die Festigkeit des Glaubens und Willens hin, die Kräftigung aber auf die Vermehrung der Kräfte, um arbeiten und Früchte bringen zu können. Der Christ kann auf Gnade rechnen, welche ihn nicht nur stärkt, sondern auch kräftigt. Eph. 3,16; 1. Tim. 3,13; 2. Thess. 2,17; 3,3; 2. Tim. 2,1; Hebr. 13,9. Es gibt keine Arbeit für dich zu verrichten, kein Kreuz zu tragen und keinen Streit zu führen, zu denen dir der Gott aller Gnade nicht die Kraft geben wollte. Glaub es nur fest! Deine Arbeit siehst du, das Kreuz fühlst du, den Streit fürchtest du, von dem aber, was du nicht siehst, sei doch überzeugt in dem Glauben, dass der Gott aller Gnade selbst deine Kraft ist. „Lass dir an meiner Gnade genügen“, sagt er, „denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ Mit der Arbeit, welche du siehst und fühlst, gibt er auch die Kraft, welche du nicht siehst oder fühlst, die der Glaube aber bestimmt empfängt. 
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-Er wird euch **gründen**. Hier haben wir ein Bild eines Hauses, welches auf einem festem Grund steht. Dieses Bild soll auf die vollkommene Unbeweglichkeit hinweisen, welche die Frucht der Stärkung und Kräftigung ist.  Matth. 7,25; Eph. 3,18; Kol. 1,23.27; 1. Petri 2,4-5; 2. Tim. 2,19. Es ist der Zustand unerschütterlichen Vertrauens, durch welchen der Gläubige so weit kommt, dass ihn nichts mehr in seiner Seelenruhe stören kann, dass er in allen Lagen seines Lebens weiß, was das heißt, im Vertrauen auf den Felsen seines Heiles fröhlich zu singen. Ps. 125,1. Welch eine Aussicht! Der Gott aller Gnade, der uns berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit, derselbe wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vollbereiten, stärken, kräftigen, gründen. 
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-Der zweite Gebetswunsch ist dieser (2. Thess. 1,11 bis 12): „**Wir beten allezeit für euch, dass unser Gott euch würdig mache des Berufs und erfülle alles Wohlgefallen der Güte und das Werk des Glaubens in der Kraft, auf dass an euch gepriesen werde der Name unseres Herrn Jesu Christi, und ihr an ihm, nach der Gnade unseres Gottes, und des Herrn Jesu Christi.**“ 
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-Welch eine Vorstellung von der Gnade unseres Gottes und des Herrn Jesu und von dem, was nach dieser Gnade durch Gott selbst an uns geschehen soll! 
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-Gott selbst will an uns alles **Wohlgefallen seiner Güte erfüllen**. Hebr. 13,22. Ebenso will er das Werk des Glaubens und all das Tun, welches aus dem Glauben fließt und durch den Glauben vollbracht werden muss, mit Kraft vollbringen. Gal. 5,6; 1. Thess. 1,3; Jak. 2,26. So will Gott bewirken, dass der Name unseres Herrn Jesu an dir und an deinem Leben tatsächlich gepriesen werde und du an ihm. 2. Kor. 3,18. Dies Alles will Gott selbst an dir tun und zwar nach der Gnade, nach der Kraft und nach dem überschwänglichen Reichtum, welche in der Gnade unseres Gottes und des Herrn Jesu sind. Während du darum die Gnade betrachtest, auf sie vertraust, dich mit ihr beschäftigst und ihr ergibst, wirkt Gott selbst an dir und in dir, was sie dir zeigt und verspricht. 
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-Lieber christlicher Leser! Mit diesem Wunsch nehme ich Abschied: Gott stärke dich und mich, dies für Sein Volk stets zu erflehen, dies für uns selbst und für einander zu erbitten, dass Gott an uns alles Wohlgefallen Seiner Güte und das Werk des Glaubens mit Kraft erfülle, auf dass der Name unseres Herrn Jesus an uns verherrlicht werde, und wir an ihm, nach der Gnade unseres Gottes und des Herrn Jesu Christi. 
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-Dem aber, der überschwänglich tun kann über alles, das wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die da in uns wirkt, dem sei Ehre in der Gemeinde, die in Christo Jesu ist, zu aller Zeit, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. 
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