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| - | Marci 7, 31-37. | ||
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| - | Text: **Und da er wieder ausging von den Grenzen Tyri und Sidon, kam er an das galiläische Meer, mitten unter die Grenze der zehn Städte. Und sie brachten zu ihm einen Tauben, der stumm war, und sie baten ihn, dass er die Hand auf ihn legte. Und er nahm ihn von dem Volk besonders, und legte ihm die Finger in die Ohren, und spützete, und rührte seine Zunge. Und sah auf gen Himmel, seufzte und sprach zu ihm: Hephatha, das ist, tue dich auf. Und alsbald taten sich seine Ohren auf, und das Band seiner Zunge ward los, und redete recht. Und er verbot ihnen, sie sollten es niemand sagen. Je mehr er aber verbot, je mehr sie es ausbreiteten. Und verwunderten sich über die Maße und sprachen: Er hat alles wohl gemacht; die Tauben macht er hörend, und die Sprachlosen redend.** | ||
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| - | Je länger wir in der Pflege des Heilandes stehen, desto weniger können wir entbehren, was St. Paulus von den Christen erwartet und fordert (Kol. 3,16): „Lasst das Wort Christi unter euch reichlich wohnen, in aller Weisheit; lehrt und vermahnt euch selbst mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen, | ||
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| - | Den Tauben öffne das Gehör, \\ | ||
| - | Die Stummen richtig reden lehr, \\ | ||
| - | Auf dass sie alle sagen frei, \\ | ||
| - | Was ihres Herzens Glauben sei. | ||
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| - | Von Tyrus und Sidon kommt der HErr Jesus her. Da kommt uns das kananäische Weib in den Sinn, dessen Glaube dem HErrn Verwunderung abgewonnen hat. Nun kommt Er nach Galiläa, dahin, wo der Prophet in seinem Vaterlande nichts galt, wo Er keine Wunder tun konnte, wegen ihres Unglaubens. Wehmütigen Herzens ruhen seine Augen auf dem lieben Galiläa. Als der, welcher nicht hatte, wo Er sein Haupt hinlege, ist Er immer unterwegs zu unsrer Hilfe. Sie bringen einen Tauben zu Ihm und der Taube bekommt einen ärztlichen Besuch von Ihm. Bitter beklagt sich Gott der HErr bei Jerem. 8,22: „Warum ist die Tochter meines Volkes nicht geheilt? Ist denn keine Salbe in Gilead? oder ist kein Arzt da?“ So kann Er sich über alle Ungeheilten beklagen. Der Arzt ist da, als ein Angeld für die neue Welt, die werden soll, wo keine Krankheit, kein Leid, kein Schmerz geschieht, was beschrieben ist Jesaia 43,20: „Ich will Wasser in die Wüste und Ströme in die Einöde geben, zu tränken mein Volk, meine Auserwählten.“ 35,5: „Alsdann werden der Blinden Augen aufgetan werden, und der Tauben Ohren werden geöffnet werden, und die Lahmen aufspringen als Hirsche.“ Diese Zeit war nunmehr angebrochen. Durch Moses sprach der HErr zu seinem Volk Israel in der Wüste: „Wirst du der Stimme des HErrn deines Gottes gehorchen und tun, was recht ist vor Ihm und halten alle Seine Gesetze; so will Ich der Krankheiten keine auf dich legen, die Ich auf Ägypten gelegt habe, denn Ich bin der HErr dein Arzt.“ (2. Mos. 15,26): „Aber weil sie der Sünde gehorchten und nicht der Stimme des HErrn, so blieb auch der Tod mit allen seinen Vorboten.“ Aber „ein Arzt ist uns gegeben, derselbe ist das Leben; Christus für uns gestorben, hat uns das Heil erworben.“ | ||
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| - | Auch in das Gebiet der zehn Städte war das Gerücht gedrungen von dem Propheten mächtig von Taten und Worten. Gute Freunde sind es, die uns zu Jesu bringen; sie verdienen vor allem diesen Namen, die uns zu Ihm geführt haben, mit denen werden wir einst im Reiche der Seligkeit zusammen leben. Die Freunde führen den Tauben zu Jesu und bitten: Er möge ihn angreifen mit seiner Gesundheitskraft. Die Hilfe ist vor der Tür! | ||
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| - | Hier halten wir ein wenig still. Jesus der rechte Arzt macht seinen Besuch auch uns, aber wie verhalten wir uns? Halte ich mich für einen Menschen, der in dem Taubstummen sein Abbild hat? Wir sind taubstumm vor Gott, nämlich geistlich; wenn auch daneben dem Fleische nach oftmals sehr redselig, so vernimmt ja doch das Fleisch nichts vom Geiste Gottes. Wie jener Taubstumme Freunde hatte, die ihn zu Jesu führten, so hatten wir alle meist solche Freunde an unsern Paten und unsern Eltern. Ja, schon unter dem Herzen einer christlichen Mutter liegend, hat die Kur Jesu an uns angefangen. Als wir noch nicht buchstabieren konnten, lehrte Er durch Seinen Geist schon uns ein kindliches Schreien, ein Lallen, ein „Abba lieber Vater im Himmel“ rufen. Das hat der himmlische Vater schon verstanden. Aber das taubstumme Fleisch ist schuld, dass wir Gott nicht hören können im innersten Herzen und darum auch nicht recht reden können die Gebetssprache, | ||
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| - | =====2.===== | ||
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| - | Nun lasst uns zusehen, wie es bei der Kur zugeht. Die Mittel wider unsre geistliche Krankheit sind niedergelegt in dem Evangelium. Dieses hat größere Klarheit als das Gesetz. Jesu Klarheit wird dargelegt in der Predigt. Hier im Evangelium haben wir die Beschreibung, | ||
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| - | „Und legte ihm die Finger in die Ohren, und spützte und rührte seine Zunge an.“ Wenn so etwas mit mir geschieht, da merke ich, dass mein Elend dem HErrn zu Herzen gegangen ist; Er will die tauben Ohren öffnen, die gebundene Zunge lösen. Der HErr bedurfte zwar dieser äußerlichen Mittel nicht, wendet sie aber öfter an, z. B. auch bei dem Blinden, Joh. 9. Er legte dem Taubstummen die Finger in die Ohren und benetzte mit Speichel seine Zunge. Es ist alles erfabelt, wenn man behauptet, dass ein solches äußerliches Mittel zur Heilung genügt habe, freilich aber das in Anschlag zu bringen, dass es hier der Speichel ist eines Kerngesunden, | ||
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| - | Und wenn ein Mensch geheilt ist, wie gehts mit der Nachkur? Der HErr hat dem Geheilten auferlegt zu schweigen. Er soll nicht herumziehen und mit sich Vorstellungen geben, wie das geschieht bei den Wunderheiligen, | ||
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| - | Lieber HErr Jesu, Dich schreckt kein Jammeranblick ab, denn Du hast Arznei für alle unsre alten und neuen Wunden. Gib, dass wir dieselbe einnehmen, zu Deinem Verbinden und Lindern stille halten! Heile Du uns, so werden wir heil! Ja, lieber Heiland, auch mich hast Du hin und wieder vom Volk besonders genommen und in eine Wüste geführt, wo all das Geschöpf schwieg, wo ich ganz allein mit Dir war, mir entzogen alle Dinge und Personen meiner vorigen Lust und Freude, ausgelöscht die Lichter meiner Ergötzung, begraben mein wonnigstes Erdenglück mir war weh und bange, aber Du zogst mich an Deine Brust, legtest Deine Jesusfinger in meine Ohren und rührtest aufs nächste meine Zunge an, und ich verstand, wie du freundlich mit mir redetest: „Ich will mich mit Dir verloben in Ewigkeit.“ Lieber HErr Jesu, bringe uns selig heim zu der Schar der Erlösten vor Deinem Throne, welche mit neuem Psalterspiel und reinem Harfenklange Deinem Namen danken und Dir lobsingen: Der HErr hat alles wohlgemacht. Amen. | ||
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