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| - | ======Tholuck, | ||
| - | Christliche Gemeinde! Wir sind in einer früheren Betrachtung in die schaudervollen Abgründe des menschlichen Herzens hinabgestiegen; | ||
| - | **Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot vom Kaiser Augusto ausging, daß alle Welt geschätzet würde. Und diese Schätzung war die allererste, und geschahe zu der Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land, zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum, daß er von dem Hause und Geschlecht Davids war, auf daß er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn, und wickelte ihn in Windeln, und legte ihn in eine Krippe, denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselbigen Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihrer Heerde. Und siehe, des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht, siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird. Denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen, ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt, und in einer Krippe liegend. Und alsobald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, | ||
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| - | Der Trost, auf den Jahrtausende gewartet hatten, er war gekommen. Das Kind, das da heißt der Friedefürst, | ||
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| - | Aus wessen Munde können wir es besser lernen, als aus dem ihrigen, was den Menschen in jener Nacht geschenkt ward! Und so lasset uns denn die Frage beantworten: | ||
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| - | Wohlgefallen an den Menschen - das ist der unterste Ton, den der himmlische Lobgesang anstimmt und von dem aus wir unsere Betrachtung beginnen. Schon war ein Tag dagewesen, wo dieser Lobgesang einst über der noch jungen Erde erschallte - es war der Tag, wo Gott den Menschen geschaffen hatte nach seinem Bilde in Wahrheit und Heiligkeit, wo die Morgensterne jauchzten und die Himmelsgeister frohlockten über den jüngeren Bruder, den auf der Erde die schaffende Liebe des Allmächtigen ins Daseyn gerufen, und wo Gott sprach: siehe, es ist Alles gut! Doch wenige Jahrhunderte später, und dieselbe göttliche Stimme ruft richtend über die Erde, wo alles Fleisch seinen Weg verderbt hat: "Der Menschen Bosheit ist groß auf Erden und alles Dichten und Trachten ist böse von Jugend auf." Das Gift der Sünde dringt in die Wurzel, in den Stamm der Menschheit, und wo ist der Zweig, der an diesem Stamme gewachsen, und den die Vergiftung nicht mit ergriffen hätte? Aus dem sündhaften Geschlecht wirst du geboren mit dem Zunder zu allem Bösen in deinem Herzen; die Sünde, die all' deine Vorväter geübt, du findest sie vor in all' ihren Würkungen um dich her. Von Kindheit an umringt dich die Verführung und wirft Funken in den Zunder, du wirst ergriffen von der allgemeinen Sündhaftigkeit deines Geschlechts, | ||
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| - | Frieden auf Erden - so lautet der zweite Ton des himmlischen Akkords. Die Sünde in ihrem innersten Wesen ist Zwiespalt und Krieg; sie ist das sich Losreißen von dem heiligen Gotteswillen, | ||
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| - | Ehre sei Gott in der Höhe. Das ist der dritte Klang aus der heiligen Dreizahl des Lobgesanges. Ehre, das ist in der Sprache der Schrift: Preis, Lob und Dank. Daß diese Ehre von allen Geschaffenen dem Höchsten dargebracht werde, das ist die Bestimmung der Geschöpfe. Wenn sie alle, die Myriaden Geister, die auf der Erde, im Himmel und in der Himmel Himmel wohnen, aus Einem Herzen und Einem Munde das Loblied anstimmen: "Ehre sei dem, der da ist, der da war und der da seyn wird, und der da allein würdig ist zu nehmen Preis und Herrlichkeit von Ewigkeit zu Ewigkeit!" | ||
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| - | Versammelte Gemeinde! Unter euch ist Keiner, der sich nicht Christ nennte! Wohlan! ihr seid also allzumal Menschen, die sich freuen über die Geburt Jesu Christi. O daß ihr es seyn möchtet! o daß ihr einstimmen möchtet in den Lobgesang, den die Engel singen! Lieber Mensch! des Wohlgefallens Gottes an dir mußt du bei dir gewiß seyn, du kannst sonst nicht ruhig leben. Ein Mensch, der durch dieses Leben wandelt und ist nicht des Wohlgefallens Gottes gewiß, der ist der Knabe auf offenem Kahne ohne Steuerruder auf den Fluthen der See. Es kann wohl nicht fehlen, es sind wohl ohne Zweifel so manche unter euch, welche die Frage sich niemals mit Ernst vorgelegt haben: hat auch Gott Wohlgefallen an dir? Der Augenblicke aber, wo mitten im Strudel irdischer Zerstreuung die Frage sich vordrängen will, hat es sicher in Jedwedes Leben gegeben. Kannst du ruhig leben, ohne des Wohlgefallens Gottes gewiß zu seyn, so kannst du doch nicht ruhig sterben. Sie wird für euch Alle kommen, die feierliche Sterbestunde, | ||
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| - | Sieh' da, Christengemeinde, | ||
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