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| - | ======Tersteegen, | ||
| - | **Ich weiß, mein Gott, dass du das Herz prüfst, und Aufrichtigkeit ist dir angenehm.**\\ | ||
| - | 1. Chr 29,17 | ||
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| - | Siehe, so sollen wir auf eine wohlbedachte, | ||
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| - | Kommt, Kinder, gebt das Herze dem lieben Vater ganz,\\ | ||
| - | Es bleibt die Not und Schmerze, behalt und teilet man' | ||
| - | Ganz, ganz muss man sich geben, wer frei und froh will leben;\\ | ||
| - | Ein willenloses Kind in Einem Alles findt. | ||
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| - | **Dem Gerechten muss das Licht immer wieder aufgehen.**\\ | ||
| - | Ps. 97,11 | ||
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| - | Sogar von Seiten des Herrn, unseres Gottes, unseres gnädigen, lieben, himmlischen Vaters selbst können einem Pilger auf seinem Weg allerhand Bedenklichkeiten und Skrupel zustoßen; nämlich wenn es dem Herrn öfters gefällt, sein Licht vor der Seele zu verbergen und sie im Finstern gehen zu lassen, ihr alle Süßigkeiten und Empfindungen zu entziehen und sie in der Dürre wandeln zu lassen. Hier ist nun leicht zu denken, wie schwer es da zugehe. Wenn ein Pilger auf einer großen Heide gehen muss, wo es sehr dürr ist und die Sonne heiß scheint, und er hat nichts zu beißen und zu brechen, o da fällt ihm der Weg schwer; da geht es hart und kümmerlich her. Allein, liebe Seele, gehe mit der Sache einmal ins Heiligtum! Bist du auch selbst schuld daran, dass dir Gott sein Licht entzogen hat und er dich deshalb von den Süßigkeiten und Lieblichkeiten fortnehmen muss? Ist es dir vielleicht bewusst, dass du durch eine vorsätzliche Untreue und Abweichung vom Weg des Herrn selbst Ursache davon bist, - ach so begreife dich und tritt augenblicklich wieder auf den geraden Weg! Weißt du aber keine Ursache; weißt du nichts zu finden, dass dir klar sei, warum der Herr sein Licht, seine Empfindungen, | ||
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| - | Will Gott dir alle Zierde nehmen,\\ | ||
| - | Entblößt er dich von Kraft und Mut,\\ | ||
| - | Scheinst du ohn' Tugend, ohne Gut,\\ | ||
| - | Ei, lerne dich nach ihm bequemen.\\ | ||
| - | Dein Gut's muss nicht die Stütze sein,\\ | ||
| - | Gott ist dein Grund, dein Gut allein;\\ | ||
| - | Kannst du dein Eignes dabei wagen,\\ | ||
| - | Dann end't sich all dein Weh und Klagen. | ||
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| - | **Ob ihr schon viel betet, höre ich euch doch nicht!**\\ | ||
| - | Jes. 1,15 | ||
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| - | Mancher Mensch hat einen gar zu großen Gefallen an seinen eigenen Wortgebeten und gefällt sich selber, weil er so hübsch beten kann, und meint, er sei so fromm, er könne so andächtig beten. Das ist ihm auch keine Heuchelei, sondern ein solcher Mensch meint es manchmal recht gut bei seinem Beten. Aber weil zu viel Eigenliebe und zu viel Menschliches darin ist, darum lässt es Gott geschehen, dass einer solchen Seele das Vermögen benommen wird, dass sie es so nicht mehr hervorbringen kann, wie sie es vorher wohl konnte, da sie selbst betete, da sie selbst Betmeisterin war und noch selbst das Ruder führte beim Gebet. Das aber tut Gott darum, damit die Seele dem heiligen Geiste besser Platz geben möge. So weit war auch Paulus gekommen, wenn er sagt: "Wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich's gebührt." | ||
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| - | Dein eignes Beten ist beflecket, | ||
| - | Du musst dem Herrn in Herzen ruhn.\\ | ||
| - | Das Abba, das sein Geist erwecket,\\ | ||
| - | Stör' nicht durch Auskehr und Selbsttun! | ||
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| - | **Hebt eure Augen in die Höhe und seht! Wer hat solche Dinge geschaffen? | ||
| - | Jes. 40,26 | ||
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| - | Wo ist es denn nun immer möglich, dass wir so wie die Kühe in die Natur hineingehen können, dass wir in unsere Gärten, in unsere Felder und Wälder gehen können, als wenn wir Tiere wären? Sollten wir nicht vielmehr die Ermahnungen Gottes zu Herzen nehmen, da er spricht: "Ihr Menschenkinder, | ||
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| - | Lasst uns demnach die Natur nicht nach der alten Gewohnheit ansehen! Sie ist hervorgebracht durch die Obermacht Gottes. Wenn man im Winter einen Baum in hunderttausend Stücke zerschnitten hätte, man würde nicht ein einziges Blättlein oder Blümlein in demselben finden und viel weniger aus demselben hervorbringen können. Dennoch aber bringt es die Wunderhand Gottes hervor. Wir sollen in dem allen Gottes unerschöpfliche Macht sehen, wodurch er alle diese Dinge hervorbringt. Wir sollen seine wundervolle Weisheit darin anbeten, die nicht nur so ein einziges schönes Blättlein, sondern so viele tausend Millionen hervorbringen und erhalten kann. Wir sollen die unendliche Mildtätigkeit Gottes darin beschauen, die für Menschen und Vieh eine solche Menge Wohltaten hervorbringt und zu unserer Beschämung darstellt. | ||
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| - | Aber dies soll auch dienen zu unserer Erweckung, Gott selbst zu suchen und seine ewigen himmlischen Güter zu genießen. | ||
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| - | **Freue dich nicht, meine Feindin, dass ich darniederliege, | ||
| - | Micha 7,8 | ||
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| - | Beschwerde, Anstoß, Kummer und Ängstlichkeit kann sich manchmal ein Gemüt machen, wenn man nicht nur seine eigenen Gebrechen, Fehler und Verderbnisse sieht, sondern auch gar aus Schwachheit, | ||
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| - | Ein Kind ist seiner Mutter Lust;\\ | ||
| - | Sie nährt es selbst aus ihrer Brust,\\ | ||
| - | Ermüdet nicht im Sorg'n und Tragen.\\ | ||
| - | So liebst du einen jeden, Herr,\\ | ||
| - | Als wenn nur der dein Liebling wär;\\ | ||
| - | Drum können wir's auf dich nur wagen.\\ | ||
| - | Wir wollen süß vertraulich sein,\\ | ||
| - | Dich, Lieb', anseh' | ||
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| - | **Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern mit Namen Nikodemus, ein Oberster unter den Juden, der kam zu Jesu bei der Nacht. **\\ | ||
| - | Joh. 3,1 | ||
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| - | Ach es sind manche, die wollen so heimlich fromm sein; das sollen die Leute nicht wissen; man will so für sich fromm sein. Aber es ist ein Betrug des Satans; mit einem solchen Frommsein wird man allmählich wieder unfromm und lässt sich wieder in unerlaubte Dinge ein. Ich rate es allen anfangenden Seelen, aufrichtig zu sein. Tut doch eine Heldentat; lasst es alle Welt wissen, was ihr vorhabt! Gerade wenn die Seelen so heimlich tun, so verborgen fromm sein wollen, dann kann uns die Welt plagen, verführen und aus einer Zerstreuung in die andere bringen, dass man wieder mit ihnen hineingezogen wird. Lasst es die Welt nur wissen, was wir vorhaben! Nicht dass wir uns in unnötige Gespräche und Dispute mit ihnen einlassen, in unzeitiges Lehren uns begeben; nein, das ist nicht nötig, sondern uns nur gerade erklären. - Manche heucheln auf eine gar grobe Weise. Wenn sie bei den Frommen sind, dann tun sie recht fromm; dann stimmen sie allem bei; dann können sie mitreden als die allerbesten. Wenn sie aber bei Weltmenschen sind, so reden sie von allen unnötigen Dingen, wie die Leute es haben wollen. "Man muss sehen," | ||
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| - | Ich will wohl gerne schöne sein,\\ | ||
| - | Doch nur, damit ich dir gefalle,\\ | ||
| - | Ich such vor Menschen keinen Schein:\\ | ||
| - | Willst du, lass mein vergessen alle:\\ | ||
| - | Ich sei veracht und du geehrt,\\ | ||
| - | So hab ich, was ich hab begehrt. | ||
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| - | **Ich bin den Juden wie ein Jude geworden, ... und denen, die ohne Gesetz sind, wie einer ohne Gesetz.** | ||
| - | 1.Kor. 9,20-21 | ||
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| - | So gehe ich wirklich mit allerhand Religionsverwandten um; ich rede zu ihnen, wenn's Gott fügt, öffentlich und sonderlich von der Gnade Gottes in Christus, von der Verleugnung, | ||
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