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-======Rocholl, Heinrich Wilhelm - Singt dem Herrn ein neues Missionslied.======+======Rocholl, Heinrich Wilhelm - Gezählt, gewogen, geteilt.======
  
-Missionsfestpredigt am Sonntag Kantate über Ps98+Predigt zum Jahresschluss über Dan. 5, 24-28 von Oberkonsistorialrat D. H. Rocholl,       Militär-Oberpfarrer in Hannover.
  
-von Dr. Rocholl, Militär-Oberpfarrer in Hannover+Heinrich Wilhelm Rocholl (* 20. September 1845 in Elberfeld; † 28. Februar 1929 in Bonn) war ein deutscher evangelisch-lutherischer Militärpfarrer und Konsistorialrat mit dem Titel Dr. phil
  
-Komme zu unshalte uns eine Predigt zu Ehren unsers Heilandes an unserm Missionsfest!“, so lautete die Einladung an mich. Und es ist mir eine Herzensfreude gewesendem lieben Freunde ein schnelles „Ja“ zu schreiben. Wenn man seit Jahren nicht mehr auf dem heimatlichen Boden wohntauf welchem man früher mit innig geliebten Amtsbrüdern und Freunden zusammen am Reiche Gottes bauen durfte, dann hat man oft eine Sehnsucht nach brüderlicher Gemeinschaftdann spricht das Herz ähnlich, wie es Paulus in seinem Briefe an die Römer tut„Mich verlangt euch zu sehen, auf dass ich euch mitteile etwas geistlicher Gabe, euch zu stärken, das ist, dass ich samt euch getröstet würde durch euren und meinen Glauben, den wir untereinander haben.“ Ja, wenn überhaupt ein Gefühl in christlichen Kreisen gegenwärtig lebendig hervortreten will, so ist es eben das Gefühl der Gemeinschaft, dass wir zusammengehören als Glieder an dem Leibe Jesu Christi, dass wir uns ins Auge schauen und uns einander die Hände schütteln müssen, um vorwärts zu arbeiten im Werke des Herrn, Gegenüber den vielen Vereinen und Verbrüderungen unter den Kindern dieser Welt, gegenüber den vielen gemeinsamen Unternehmungen auf sozialem Gebiet und in staatlichen Dingen, sollen wir Christenleute nicht vereinzelt dastehen bleiben, sondern in fest geschlossenen Reihen zusammentreten, um zu hören und zu predigen von dem Namen des Herrn. Eine Losung soll immer wieder die große Friedensarmee zusammenrufen: +Kommt Kinderlasst uns gehen - \\ 
 +der Abend kommt herbei \\ 
 +es ist gefährlich stehen \\ 
 +in dieser Wüstenei. \\ 
 +Kommtstärket euren Mut, \\ 
 +zur Ewigkeit zu wandern\\ 
 +von einer Kraft zur andern\\ 
 +es ist das Ende gut!“ (([[https://alte-lieder.de/2017/03/19/gerhard-tersteegen-kommt-kinder-lasst-uns-gehen|Gerhard Tersteegen - Text in den Alten Liedern]]))
  
-„Herz und Herzvereint zusammen\\ +Jaes ist Abend gewordender letzte Abend im Jahre. Der Strom des verrinnenden Jahres rauscht dahiner flutet Welle auf Welle, Minute auf Minute, seinem Ziele entgegennoch wenige Stunden, und er mündet in das unergründliche Meer der Zeitennoch wenige Stunden, und es mahnen uns die Glocken, dass eine neue Zeit angebrochen ist. Ach, da ergreift uns mal wieder das wehe Gefühl der Fremde hier auf Erden; wir merken, dass wir alle dahineilende Pilger sind; der eine mit grauem Haar, der andere im Jugendschmuckder eine mit fröhlichem Angesicht, der andere mit trüber Miene, und die Frage wird für uns beängstigendwohin geht denn eigentlich die Pilgerfahrtwas wird das Ziel und das Ende unseres Strebens und Lebens sein? Der Silvesterabend hat etwas Ergreifendes, Aufregendes an sich, er gibt uns gern SterbegedankenWie, wenn der heutige Silvester der letzte wäre und das kommende Jahr unser Todesjahr?
-sucht in Gottes Herzen Ruh\\ +
-lasset eure Liebesflammen \\ +
-lodern auf den Heiland zu\\ +
-er das Hauptwir seine Glieder\\ +
-er das Licht und wir der Schein\\ +
-er der Meisterwir die Brüder\\ +
-er ist unserwir sind sein!“ (([[https://alte-lieder.de/2022/03/20/zinzendorf-nikolaus-von-herz-und-herz-vereint-zusammen/|Nikolaus von Zinzendorf - Text in den Alten Liedern]]))+
  
-Und gottlobunsere christlichen Festemögen sie der inneren oder äußeren Mission gewidmet sein, tragen gerade diesen großen Wert christlicher Vereinigung in sich. Sie sollen uns zunächst Erquickung und Erholung gewähren. Sind sie doch Höhepunkte im Leben der Gemeindeund an Höhepunkten bleibt der Wanderer gern einmal stehen, um zu sehenwelch einen Weg er zurückgelegt, und was für ein Weg noch vor ihm liegtWir kommen alle aus dem Staube der Arbeitswoche, alle aus den Mühen des tagtäglichen Lebensmancher hat sich die Falten der Stirn glätten, den Schweiß vom Angesicht wischen müssennun, heute gilt es, zu feiern im Angesichte des lebendigen Gottes, uns zu erquicken an dem Gottesodem und Himmelsfrieden, der die Gemeinschaft der Heiligen durchziehtAber auch vorwärts soll ein christliches Fest unsern Blicke richten. Wie jeder Sabbat uns zwar entrücken soll der Tretmühle des Alltaglebens, so soll er uns doch neues Feuer geben für die Aufgaben, welche die kommende Woche an uns stellt. Ein Missionsfest soll uns eine Mahnung werden, all unsere Kräfte in den Dienst des Herrn zu stellen, uns gegenseitig zu reizen zur Liebe und guten Werken, betend zu sprechen: „Herr, dein Reich komme“, immer mit neuem Ernst das große Königswort an die streitende Kirche zur Tat umzusetzen: „Geht hin in alle Welt und lehrt alle Völker!“+Freilichdie meisten Menschen töten diese ernsten Gefühle; es wird an keinem Abend und in keiner Nacht so viel Lärm gemacht im deutschen Volkeals gerade am Silvester, Lärm, um die Ewigkeitsstimmen in der bangenden Menschenbrust zu übertönenLärm, um den Blick Gottes zu verscheuchender auf uns prüfend fällt beim Übergang aus einer ernsten Zeit in ein neues JahrNicht wenige gleichen dem unglücklichen Könige Belsazar, der sorglos beim Becherklang mit seinem Hofe sich der Völlerei hingibt und den Gott Jehova verspottetobwohl der Feind vor den Toren die Wagenburg aufgeschlagen hat, und der Tod ihn in der nächstfolgenden Nacht ereiltGar viele denken sogar: „Lasst uns essen und trinken; denn morgen sind wir tot!“
  
-Was soll nun der Grundton aller unsrer Gefühleall unsrer Gesänge, all unsrer Reden an dem heutigen Festtag sein? Nun, mit Tränen und Klagen kann man nicht Feste begehen; es muss heilige Freudegeweihter Jubel durch unsere Herzen ziehen. An einem Missionsfeste darf nichts das Wort des Apostels verdunkeln: „Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich euchfreut euch!“ Zu diesem Zweck habe ich aus dem Schatze des Wortes Gottes ein Liedeinen Psalm, den 98., gewählt; er wird mit Recht ein Missionslied, ein Missionspsalm genannt. Aus dem Leben heraus haben wir ja alle schon die Macht des Gesanges erfahren; wie kann doch ein schönes Lied das darnieder gebeugte Herz erheitern und die müden Knie frisch machen! Nun aber erst im geistlichen Leben die Macht des Gesanges zur Ehre Gottes! Wie kann es uns unserm Gott näher bringen und uns zum Pilgern der Ewigkeit zu Labung darreichen. Wohlanso möge uns der 98Psalm eine Mahnung werden:+Nicht also wirliebe Brüder und Schwesterndie wir erkannt habendass wir nur Gäste und Pilgrime sinddass wir hier keine bleibende Stätte habensondern die zukünftige suchenEin Christ hat andere Empfindungen und Gefühle am Silvesterabend; er singt ein göttliches Wallfahrtslied: „Ich hebe meine Augen auf zu den Bergenvon welchen mir Hilfe kommt.“ 
  
-Singt dem Herrn ein neues Missionslied:+„So schnell ich Land und Sand verlass, \\ 
 +so schnell läuft meines Lebens Glas, \\ 
 +und was vorbei ist, kommt nicht wieder; \\ 
 +ich eile zu der Ewigkeit. \\ 
 +Herr Jesu, mach' mich nur bereit, \\ 
 +eröffne meine Augenlider, \\ 
 +dass ich, was zeitlich ist, veracht' \\ 
 +und nur nach dem, was ewig, tracht'.“ (([[https://alte-lieder.de/2015/10/11/friedrich-adolf-lampe-pilgerlied|Lied von Friedrich Adolf Lampe, Text in den  Alten-Liedern]]))
  
-1. Ein neues Lied dem Gott der Wunder\\ +Aber zittert nicht unser Herz auch beim Anhören dieses Versessind wir bereit, bereit fürs nächste Jahr, bereit für alle Schickungen Gottes, bereit für unsere letzte Stunde, bereit für die Ewigkeit? Wohlan, wir wollen's lernen! Der Silvesterabend belehre unsWir betrachten:
-2. ein neues Lied dem Gott der Gnade+
  
-=====1.=====+Drei Urteilssprüche Gottes, drei gute Silvestergedanken.
  
-„**Singt, rühmt, jauchzt, lobt den Herrn mit Harfen und Psalter; alles, was Odem hat, lobt den Herrn!**“ diese Aufforderung richtet der Psalmensänger wohl zunächst an die Krone der Schöpfung, an uns Menschen, die da bekennen müssen: „In Gott leben, weben und sind wir“; aber merken wir es wohl, dass dieselben Sänger, vornehmlich ein König David, einen gleichen Aufruf in immer neuen Ansäßen auch an die ihn umgebende Welt, an die Natur um uns ergehen lässtUnd auch in unserm Psalm heißt es: „Jauchzt dem Herrn, alle Welt; das Meer brause, was darinnen ist, der Erdboden und die darauf wohnen, die Wasserströme frohlocken und alle Berge seien fröhlich!“ Unvergesslich bleibt uns ja der 19Psalm: „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und die Feste verkündigt seiner Hände Werk; ein Tag sagt's dem andern und eine Nacht tut's kund der andern.“ Ja, die Frommen aller Zeiten haben Gesänge, Loblieder zur Ehre Gottes vernommen aus dem Rauschen der Bäume, aus dem Zwitschern der Vögel; sie haben überall, wohin ihr Auge reicht, den majestätischen Namenszug entdeckt: „Gott, der Allmächtige, der Allweise, der Allgütige.“ Und mit Recht sind ihnen unsere christlichen Sänger gefolgt; so singt der fromme Johann Mentzer: +1Mene dhgezählt \\ 
 +2Tekel d. h. gewogen \\ 
 +3. Urpharsin d. h. geteilt! 
  
-„Ihr grünen Blätter in den Wäldern, \\ +=====1.=====
-bewegt und regt euch doch mit mir, \\ +
-ihr schwanken Gräschen in den Feldern, \\ +
-ihr Blumen, lasst doch eure Zier \\ +
-zu Gottes Ruhm belebt sein \\ +
-und stimmet lieblich mit mir ein!“ (([[https://alte-lieder.de/2013/03/24/mentzer-johann-o-das-ich-tausend-zungen-hatte/|Johann Mentzer - Text in den Alten Liedern]]))+
  
-Ja, es muss für jeden Erdenpilgersofern er offene Augen und Ohren für die Gnadennähe seines Gottes hat, das Freudenlied bleiben: +Unser Text führt uns in den von Gold und Edelsteinen prunkenden Saal des Königs Belsazar zu Babylonwie er an reicher Tafel schwelgt mit seiner Familie und seinem ganzen Hofe, wie er die heiligen Tempelgefäße der gefangenen Juden, welche sein Vorgänger Nebukadnezar aus Jerusalem geraubt hatte, in seiner Trunkenheit entweiht und verunreinigt. Eben zu derselben Stunde gingen hervor Finger, als einer Menschenhand, die schrieben dem Leuchter gegenüber, auf die getünchte Wand, in dem königlichen Saal. Und als der König dies merkte, da wurde er bleich, die Lenden schütterten ihm und die Beine zitterten. Und seine gottlose, trunkene Mutter wollte ihm Mut zutrinken; aber sie konnten ihm die Schauder nicht wegnehmen. Alle Magier seiner Residenz konnten diese rätselhafte Schrift nicht verstehen, wohl aber der Prophet Gottes, Daniel, ein erleuchteter, kluger und weiser Mann; er konnte sie deuten. Und in der Kraft Heiligen Geistes hält er dem Könige die Strafpredigt: du hast den lebendigen Gott verspottet, darum kommt das Gericht über dich, und es zeigen sich die Fingerwie von einer Menschenhand, sie haben auf die getünchte Wand geschrieben: Mene, mene, tekel urpharsin, d. h. wörtlich übersetzt: „gezählt, gewogen, geteilt“! Diese geheimnisvollen, ja unheimlichen Worte, mit denen der Bote des Allerhöchsten dem trunkenen und auf einmal nüchtern gewordenen Könige Gottes unwiderrufliche Ratschläge in der letzten Stunde offenbaren musste, enthalten drei Urteilssprüche des höchsten Richters. Sie sind zugleich allgemeine Gerichtsordnungen Gottes, wohl wert, am Silvester in ernster Stunde betrachtet zu werden. Mene, mene, gezählt, gezählt. Gott ist ein Gott des Zählens, des Zusammenrechnens. Er zählt die Sterne und nennt sie alle mit Namen; auch die Haare auf deinem Haupte hat er gezählt. Herr, du erforschest mich und kennest mich. Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehest meine Gedanken von ferne. Dieser Gott, der Allweise und Allwissende, er zählt auch mit uns in dieser Abendstunde und legt seine Kontobücher klar und offen hin und zeigt uns, was er uns im letzten Jahre an Wohltaten geliefert hat. Es waren 8760 Stunden, in denen er uns gesegnet hat mit irdischen wie himmlischen Gütern. Er hat uns dieses Jahr in Frieden leben lassen, obwohl Kriegswolken sich oft drohend zusammenballen wollten, er hat die Erde voll Getreide und Weins werden lassen, er hat deinen Stand sichtbar gesegnet, hat viel Glück dir verliehen im Familienleben; du hattest nie Mangel an dem Unentbehrlichen. Ja, mehr noch als das Notwendige hat er in deine Hände gegeben; über Bitten und Verstehen hat er dich geführt. Auch zählt Gott, was er für dein geistliches Leben dir getan hat. 52 Sonntage haben wir hinter uns und manche Festeszeit, und wir durften das Lebenswort hören und die heiligen Sakramente gebrauchen, und der Geist Gottes arbeitete an unserer Seele. In Gottes Rechnungsbuch stehen aber auch seine milden wie harten Zuchtmittel, durch die er uns geben wollte Segen in der Trübsal und Trauer. Er hat dich vielleicht mit allerlei Kreuz heimgesuchthat dir oder einem der Deinen Krankheit geschickt. Er hat deinen Lieblingsplan für die Zukunft zerrissen und dich auch weinen lassen; es ruht vielleicht ein lieber Verwandter unter einem noch frischen Grabeshügel. Aber du ahnst, er hat es gut mit dir gemeint; es waren nicht Gedanken des Leides, sondern des Friedens aus dem Herzen deines Gottes. Auch deine Schmerzen, dein Weh, deine Not, deine Tränen, sie sind von Gott aufgezählt als göttliche Wohltaten in verborgener Gnade und göttlicher Weisheit. Im Lichte der Ewigkeit werden wir ihm einst danken müssen.
  
-Dich predigt Sonnenschein und Sturm\\ +Und wenn nun Gott am Silvester die Summa von allem zieht, dann schreibt er unter das Blatt: das tat ich für dich“, und er wendet das Blatt um und fragt: „was tust du für mich“? Und er zählt aufwas wir ihm gebracht habenoder was wir ihm hätten bringen sollen. Und mit Wehmut und Schmerz sollen wir hörendass wir ihm gar wenig gedankt haben und gar wenig gesprochen: „Ich bin nicht wert aller Barmherzigkeit und Treue, die du an deinem Knecht getan hast.“ Der Silvestergedanke muss uns erschreckendass wir viel Sünde wiederum getan haben, dass auch in diesem Jahre unser Glaube schwachunsere Liebe lauunser Vertrauen wankend gewesen ist. 365 Tage, verlebt in Sünde, voll von Gleichgültigkeit gegen Gott, voll von Lieblosigkeit gegen die Mitmenschenvielleicht voll von schwarzen Punkten, die uns den Himmel umdüstern, sie zwingen uns beim Blick auf unser Konto bei Gott zu dem Silvestergebet: „Herrgehe nicht mit mir ins Gericht! vor dir ist kein Lebendiger gerecht“. Ja, auf die Knie vor Gott, dem Richter über die Lebendigen und die Toten
-dich preist der Sand am Meere\\ +
-bringtruft auch der geringste Wurm\\ +
-bringt unserm Gott die Ehre! \\ +
-Michruft der Baum in seiner Pracht\\ +
-michruft die Saathat Gott gemacht\\ +
-gebt unserm Gott die Ehre!+
  
-Man sollte meinen, ähnliche Loblieder müssten von der Natur und mit ihr von der Menschenwelt zur Ehre des Allmächtigen gerade in den Ländern und Gebieten aufsteigen, wo Gott seine schönsten und erhabensten Wunder offenbart hat. Unsere Missionare und Entdecker wissen nicht genug zu rühmen von der Herrlichkeit der Heidenländervon den großartigen Urwäldern mit den himmelanstrebenden Palmen und ihren duftenden Blüten und Blumen, mit ihren seltenen Tieren, von den prächtig dahinfließenden Riesenströmen mit dem Gewimmel von Fischen und Krokodilen, von den meilenweiten Seebecken mit ihren geheimnisvollen Inseln, von den großen Reichtümern an Gold und Silber und Edelgestein unter der Erde! Und doch wandeln unter den Palmen, über die Blumen, über das Erdreich voll köstlichen Schätzen Millionen von Menschen, die stumm geworden sind zum Lobe Gottes, die trotz aller Wunder, welche sie umgeben, den Schöpfer aller Dinge verloren haben. Es ist ein furchtbares Geschick der Heidenvölker, dass sie anstatt des Schöpfers das Geschöpf anbeten, dass sie, wo sie Gottes Allmacht auf Schritt und Tritt erkennen sollten, dem Satan opfern. Die meisten Heiden leben in steter Furcht vor bösen Geistern, vor Hexen und Gespenstern; sie rufen die Gestirne an, dass sie ihnen in ihrer inneren Dunkelheit Licht geben, sie beten und beschwören sich im Anblick des Fetisches, des von Holz oder Stein gemachten Götzen. Sie wissen von all ihren Göttern nur allerlei Schlechtigkeiten zu erzählen und doch geben sie, um die Rache derselben abzulenken, alles hin, opfern ihre Kinder, schlachten ihre Gefangenen, ja stürzen sich selbst in die Flammen. Der indische Büßer setzt sich im Schrecken vor seiner Schuld mit nacktem Leibe dem heißen Brande der Sonne tagelang aus und wallfahrtet viele hundert Meilen weit auf Stachelschuhen blutend zum Götzenbild, um sich Gerechtigkeit vor den bösen Geistern zu verdienen. Und wo die Natur ihre herrlichsten Reize offenbart, da sehen wir Millionen von Menschen in Unsittlichkeit und Gemeinheit verkommen; ganze Stämme sind wie vertiert. Das Urteil Gottes ruht auf ihnen, wie Paulus es im Römerbriefe ausspricht: „Darum hat sie auch Gott dahingegeben in ihres Herzens Gelüste, in Unreinigkeit, zu schänden ihre eigenen Leiber an ihnen selber.“ +„Aus tiefer Not schrei ich zu dir\\ 
- +Gott, erhör mein Flehen; \\ 
-O, dass dieses Gottesgericht über der Heidenwelt auch unter uns manche ausschrecke, welche durch diese herrliche Natur einhergehen wie die Heiden, stumm, unempfänglich, ohne Gott. Wie viele sagen heutzutage im deutschen Volke mit jenem französischen Gelehrten: „Ich habe alles durchforschtSonne, Mond und Sterne, und habe keine Spur von Gott gefunden!“ Sie sind blinden Auges geworden wie die Heidensie sehen keine Gotteswunder weder in ihrem Leben noch in der Natur. Nur ein Rätsel haben sie, das sie nicht begreifen können, es ist das Halleluja, aus dankbarer Brust dem Geber alles Guten dargebracht, es ist das Gebet des frommen Tersteegen:  +wend' gnädiglich dein Ohr zu mir, \\ 
- +lass Gnad' für Recht ergehen; \\ 
-„Du durchdringest alles, \\ +denn so du willst das sehen an, \\ 
-lass dein schönstes Lichte, \\ +was Sünd und Unrecht ist getan, \\ 
-Herr, berühren mein Gesichte. \\ +wer kannHerrvor dir bleiben(([[https://alte-lieder.de/2013/03/24/luther-martin-aus-tiefer-not-schrei-ich-zu-dir|Lied von Martin Luther, Text in den Alten Liedern]]))
-Wie die zarten Blumen \\ +
-willig sich entfalten \\ +
-und der Sonne stille halten, \\ +
-lass mich so\\ +
-still und froh\\ +
-deine Strahlen fassen \\ +
-und dich wirken lassen!“ (([[https://alte-lieder.de/2013/04/06/tersteegen-gerhard-gott-ist-gegenwartig/|Gerhard Tersteegen - Text in den Alten Liedern]])) +
- +
-Nein, sie mögen des Psalmsängers Aufforderung nicht: „Singt dem Herrn ein neues Lied!“ +
- +
-Aber, warum können sie nicht einstimmen, obwohl sie von Wundern über Wunder umgeben sind, obwohl sie ja nur Gottesluft einatmen; warum ist ihnen das eigentlich Allernächste das Allerfernste geworden, Gott und nochmals Gott? Ja, warum sind auch wir so oft alle so müde und schläfrig, Gottes Lob zu erhöhen und ihm die Zunge zu weihen? +
- +
-Es ist ein Missklang hineingefallen in das Jauchzen der paradiesisch geschaffenen Natur, ein Klagelied der abgefallenen Gotteskinder über das zerstörte, verlorene Paradies. Es wird entweder nur in der Tiefe der Seele gefühlt, oder es wird mit bebendem Munde ausgesprochen, dass die Sünde uns geschieden hat von Gott, so dass wir von Natur vor ihm fliehen und uns verstecken möchten vor seinem Angesicht. In unzähligen Seufzern steigt des verlorenen Sohnes Klagelied empor; in unzähligen Tränen fällt es wieder auf die Erde; in unsäglichem Weh verschlossener Herzen wird es mühsam unterdrückt; in unsäglichem Jammergeschrei tönt's über die Welt hin, lauter alte, uralte Klänge vom Elend dieser Erde, von dem inneren Unfrieden, von den Disteln und Dornen auf dem Lebensweg, von dem schrecklichen Sterben. Alle diese unheimlichen Töne aus dem sündigen Menschenherzen wissen die Geister Gottes zu vertreiben, können den Menschen unlustig machen, seinen Gott aufzusuchen, können dem Menschen das Verständnis nehmen, wenn der Gottessänger sagt: „Singt dem Herrn ein neues Lied!“+
  
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-Aber Gott dem Allbarmherzigen und Freundlichen sei es gedanktdas ist die Missionsfreude der Kinder Gottes, die ihren Gott in Jesu Christo wiedergefunden haben, die vor seinen Gnadenaugen wandeln und ihm zur Ehre leben wollen, das ist der Missionsjubeldass doch die Nacht des Heidentums vertrieben wird durch die aufgegangene Sonne des Heils, dass die Eiskruste des durch die Sünde erstorbenen Menschenherzens erweicht und gesprengt wird durch die Gluthitze seiner Gnade, und die müde gewordenen Zungen des Götzenanbeters und Spötters doch belebt werden, Gott die Ehre anzutun, die ihm gebührt. Denn, wie wir in unserm Text hören, lässt „der Herr sein Heil verkündigen, lässt er seine Gerechtigkeit offenbarenEr gedenkt an seine Gnade und Wahrheit dem Hause Israel. Aller Welt Ende sehen das Reich Gottes“Jaes drängt sich mitten durch all den Jammer des Menschenherzens und durch das Elend der dahinsiechenden Welt doch noch ein neues Lied hindurch und hervor. Es ist gesungen zunächst von Engelmund in heiliger Nacht: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen!“ Es ist das neue Lied von der frohen, seligen Himmelsbotschaft, von dem heiligen Evangelium: „Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingebornen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ Von dieser Gnadedem Israel des alten Bundes zugesagt, sang die benedeite Mutter des Herrn„Meine Seele erhebet den Herrn und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes.“ Und im Israel des neuen Bundes, in der von dem Blute Christi erworbenen und geheiligten Gemeinde des Herrn, steht die große Reihe von Sängern und Herolden da, die mit einem Munde loben Gott und seinen Sohn, die da mit einem Munde predigen: „So sind wir nun Botschafter an Christi Stattdenn Gott vermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi Stattlasst euch versöhnen mit Gott!“ Ihre Kunst wird nicht vergehenihr Lied wird schallen durch die Jahrhunderte hin bis zu jenem großen Tagewo diese Sündenwelt vergehen und der neue Himmel nebst der neuen Erde erscheinen wird, wo die Engel und die Seligen droben in der ewigen Welt voll Seligkeit das Lied des Lammes zum Preise unsers Heilandes anstimmen werdenJa, droben, droben werden wir es verstehen mit neuen Herzen, mit neuen Zungen: „singt dem Herrn ein neues Lied!“ +Nur wenn wir so in Buße, in Reue beim Rückblick auf das verflossene Jahr blickendann wird uns der zweite Urteilsspruch nicht verdammen: Tekel dhgewogengewogen und zu leicht erfunden. Es ist etwas Ernstes um dieses Wort; Menschenwitz und Klugheit kann es nicht entkräftenkann es nicht umdeutenEs muss uns ins Bewusstsein tretendass wir davor erzittern und erbebenwir wandeln vor den Augen eines gerechten und heiligen Richtersder in seiner Rechten die Waage hält. Er wägt die Berge mit seinem Gewicht und die Hügel mit seiner Waageaber er wägt auch Menschen, welch' einen Wert sie haben. Er wägt uns jeden Morgenjeden Abendjede Stundeer wird uns wägenwenn des Lebens Wallfahrt aus istDiese Waage Gottes soll uns seufzen lassen: „Wo soll ich hingehen vor deinem Geist und wo soll ich hinfliehen vor deinem Angesicht? Führe ich gen Himmelso bist du da; bettete ich mir in die Höllesieheso bist du auch da. Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meerso würde mich doch deine Hand daselbst führen und deine Rechte mich halten.“ Wer möchte vor dieser Waage mit Hiob sprechen: „So wäge man mich auf rechter Waage, so wird Gott erfahren meine Frömmigkeit?“ Nein, von dieser Waage können wir Sünder uns nichts Gutes versprechen: es wird auch von unssofern Gott unsere Sünden, die wie Sand an dem Meere sindansiehtheißen: „Gewogengewogen und zu leicht erfunden.“
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-Damit nun auch die allmählich mit einstimmen in dieses Lied von dem neuen Leben in Jesu Christounserm Herrn, welche noch in Finsternis und Schatten des Todes sitzen, die noch immer wie die Leute von Duma fragen müssen: „HüterHüterist die Nacht schier hin“; und damit die armen Heiden die Botschaft von der Gnade an Israel hören und aller Welt Ende das Heil Gottes sehengehen Apostel und Missionare hinaus in die dunklen Erdteile, getreu dem Befehl des Herrn: „Geht hin in alle Welt und lehrt alle Völker!“ Selbst erlöstwollen sie das Wort von der Erlösung denen bringen, die unter den Banden der Sünde darniederliegen; selbst fröhlich und selig in Gott geworden, können sie das unaussprechliche Elend der Heidenwelt nicht mehr mitansehen; selbst zum Frieden gekommen, wollen sie den verkommensten Menschen predigen„Ihr sollt und könnt es wohl haben!“ Kein Ort der Erde ist ihnen zu weit, kein Zustand der Menschheit, selbst die Vertierung, schreckt sie ab, keine Sprache ist ihnen zu schwer; sie bringen das Licht des Evangeliums zu allen Menschen an allen Orten, zu allen Zeiten! Und was wollen sie? In einer Negerstadt im Inneren Afrikas schleift man alljährlich einen Menschen aus der Mitte der Einwohner durch die Straßen der Stadt und lässt ihn in den Fluss werfen unter dem allgemeinen Geschrei: „Nimm meine Sünden mit! nimm meine Sünden mit!“ Unsere Missionare wollen den armen nach Erlösung schmachtenden Heiden einen andern predigen, den man auch hinausgeschleift hat vor das Torder unsere Sünden mit in den Tod genommen hat, der um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen worden ist, den Heiland und Hohenpriester Jesus Christus. Und wo Jesus Christus gepredigt wird, da ist es, wie wenn der Frühlingswind nach dem eisigen Winter über die Auen dahinfährtüberall die Natur zu neuem Leben erweckend. Wo der Geist des Herrn wehtda ist Freiheit, da werden die Fesseln der Sünde zerbrochen, da bekommt das arme Sündenherz das Labsal des Friedens von Gott, da regelt sich das ganze Leben nach heiligen Ordnungen, da hat man den einzigen Trost im Leben wie im Sterben: „Ist jemand in Christoso ist er eine neue Kreatur, das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden.“ Wo neue Herzen entstehen, da singt man neue Lieder, neue Glaubenslieder: „Warum sollte ich mich grämen, hab ich doch Christum noch, wer will mir den nehmen?“, neue Liebeslieder von der Liebe, die den Himmel hat zerrissen, neue Gebetslieder: „Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn!+
  
-Wo der Geist Gottes waltetda bricht die Morgenröte des Heils anman versteht, was die Engel Gottes in heiliger Nacht gesprochen haben: Sieheich verkündige euch große Freudedie allem Volke widerfahren wird“; man merktwas es heißt: „Singt dem Herrn ein neues Lied!“ Aber wie sieht es aus mit diesem neuen Liederschallt es allenthalben, hat die Heidenwelt auch ihren Mund aufgetanum mit einzustimmen in den volltönenden Accord und in das große Halleluja zur Ehre Gottes?+Aber mit diesem „zu leicht“ dürfen wir den Silvesterabend nicht beschließendürfen nicht die Schwelle des neuen Jahres überschreitenmit dem „zu leicht erfunden“ dürfen wir nicht leben noch sterben. Wir müssen etwas in die Waagschale werfen; die Frage entsteht nur: Was willst du in die Waagschale werfen? Dein Wissen? Ach, was weißt du vor Gott, der dich durchblickt, deine Gefühle, fromme Regungen, Rührungen, ach so täuschend, unbeständig und flüchtig! Deine guten Vorsätze, du wirst ihnen so untreu; deine guten Werke, so befleckt, unvollkommen, wenn nicht gar so gering und wenig; deine Tugenden, sie zerrinnen wie der Nebel vor der Sonne. Es kann nur eins in Gottes Waagschale fallen, damit sie sich ausgleiche und das zu leicht erfunden“ vernichtet werde. Das schwere Gewicht unseres Unwertes vor Gottunserer Sünden und Vergehungen, wird gehoben allein und ausschließlich durch das Gewicht der Gnade und Barmherzigkeit Gotteswie sie uns zu Weihnachten wieder angeboten worden ist in dem, der zu Bethlehem in der Krippe gelegen, in Jesu Christo, gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit. Ob bei uns ist der Sünde viel, bei Gott ist viel mehr GnadeDie Barmherzigkeit rühmt sich wider das Gericht. Will dir der Silvesterabend predigengewogengewogen und zu leicht erfunden, halte ihm die Weihnachtspredigt entgegen: „Gott hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, auf dass wir würden die Gerechtigkeitdie vor ihm gilt.“ Musst du dich des allgemeinen Schuldbewusstseins anklagen am Ende des Jahres, oder drücken dich geheime besondere Sünden, wirf in die Waagschale deines Gottes Christi Verdienst. Erfasse ihn, lass ihn nicht los, eigene dir seine Gerechtigkeit im Glauben an, verbinde dich aufs Neue mit ihm. Es wird dich die Flut göttlichen Erbarmens umrauschen, und es wird am Abend licht um dich sein, und die düsteren Schatten werden den Morgenstern des neuen Jahres nicht umdunkeln. Du ruhst am Herzen deines Gottes und das Wort: „gewogen, gewogen und zu leicht erfunden“ wird hintangesetzt und durchstrichen durch das Wort deines Erlösers am Kreuz: „Es ist vollbracht!“ Ja, Christi „Vollbracht“ kann aushelfen und macht dem Wägen und Wiegen Gottes ein Ende.
  
-Ach, Gott sei's geklagt, im deutschen Volke hören wir so viele gottlose Lieder, dass wir sagen möchten: „Ach, Gott vom Himmel, sieh darein und lass dich des erbarmen“ und von den Millionen Heiden klingen zu uns herüber die dumpfen Töne der Sünden und Beschwörungsformeln der Götzen. Wir wissen, dass die Feinde der Evangelisation unsers Volkes und der Mission unter der Heidenwelt an Zahl Legion sind. Mancher unter uns möchte bekümmert die Hände in den Schoß legen, wenn er sieht, wie der Teufel so viele Seelen an sich zieht und dem Herrn Jesu Christo sein Reich und seine Ehre streitig macht.+=====3.=====
  
-Aber klagenmutlos werdenverzweifeln ist nicht die Art der Streiter Gottes und der Jünger Jesu ChristiNeinsie sollen eben noch ein neues Lied singennämlich ein Sieges-ein TriumphliedUnser Psalmsänger tut einen Blick in die selige Zukunftin ein Sabbatreichin eine Welt der HerrlichkeitEs erfasst ihn ein Adventsfrohlockendass er aller Welt kundtutdass der Herr kommen wird zu seinem ReichAller Welt Ende soll das Reich Gottes sehen; er wird den Erdboden richten mit Gerechtigkeit und die Völker mit Recht!+Gehen wir aber also mit Christoals gereinigt und geheiligt durch sein Blutin die neue Zeit, dann soll uns das letzte Wort: urpharsin, d. hgeteiltnicht mehr erschrecken. Gott ist ein Gott des Teilensdes Ordnensdes EntscheidensGott teilt die Zeitener ordnet der Gestirne Ganger befiehlt der Sonne das neue Jahr heraufzuführenGott teilt unser Leben, er bestimmt unsere Zeit hier auf Erdener setzt die Stunde, wo die Seele sich vom Körper löst, er führt uns in die Hütten des ewigen FriedensGott teilt die Perioden der Weltgeschichte, er gibt Zeiten des Glücks, der Wohlfahrt und des Friedens, er bestimmt die Jahre des Krieges, der Pestilenz und der teuren Zeit. Ihm gehört auch das neue Jahr, über dessen Schwelle wir bald zu treten uns vorbereiten.
  
-Auf diesen seligen Ausgang harrt die bekehrte Seele„Wer beharrt bis ans Ende, der wird selig.“ Auf dieses Licht blickt der oft im Dunkeln wandelnde Erdenpilger, er weiß, wann das Morgenrot erscheintlässt die Sonne nicht lange auf sich warten. Auf diesen Sieg des Herrn hin kämpft der getreue Gottesknecht; droben soll ihm der Ehrenkranz um die Schläfen gelegt werdenDieser Ausblick ist der Stern in dunkelster Nacht: „als die Sterbenden und siehewir leben!“+Wir stehen auf unbekanntem BodenDie Zukunft liegt verhüllt dawie die Flur am Abend, über der der Nebel schwebt. Der Blick auf die uns umgebende Welt ist wenig erfreulich. Je mehr das Jahrhundert zu Ende gehtdesto heißer wird das Ringen auf dem Boden der alten WeltAlles drängt auf eine ernste Entscheidung. Wir wissen nicht, was die Zukunft für das Leben der Völker mit einanderfür unser deutsches Volksleben, für unsere Familie, für unser Einzelleben bringen wird.
  
-Und auch in unsrer Missionsarbeit wollen wir immer ausschauen auf die Vollendung aller Dingeauf die Zeitwann der Herr mit mächtigem Arm alle widerstrebenden Mächte überwinden und zugleich sein Heil bis an der Welt Ende offenbaren wird, wann die Fülle der Heiden eingehen wird. Der Name des Herrn wird vom Aufgang der Sonne bis zum Niedergang herrlich werden. Dann wird das Lied der Lieder von uns angestimmt werdendas Siegeslied der Mission:+Und es ist auch gut, dass wir es nicht wissen. Eins aber wissen wir, dass noch der alte Gott lebt, der ordnet, teilt und endlich entscheidet. Und mit ihm wollen wir freudig die Wanderung aus dem alten in das neue Jahr wagen. Der dreieinige Gott wird mit uns seiner ist und bleibt unser Trost, unsere Kraft und Zuversicht.
  
-„Da wird sein ein Freudenleben, \\ 
-Da viel tausend Engel schon \\ 
-Sind mit Himmelsglanz umgeben, \\ 
-Stehen dort vor Gottes Thron. \\ 
-Da die Seraphinen prangen \\ 
-Und das hohe Lied anfangen: \\ 
-Heilig, heilig, heilig heißt \\ 
-Gott, der Vater, Sohn und Geist.“ (([[https://alte-lieder.de/2024/08/11/joh-georg-albinus-herrlichkeit-jenes-lebens/|Johann Georg Albinus - Text in den Alten Liedern]])) 
  
-Amen.+Darum in Jesu Christi Namen als solche, die in dem Verdienste unsres Heilandes ruhen, lasst uns hoffen auf Gottes Güte und Treue, lasst uns unsere Wünsche und Gebete nach oben senden: „Herr, dein Wille geschehe!“, lasst uns Bitte und Fürbitte tun für uns alle: ist Gott für uns, wer mag wider uns sein!
  
-{{tag>Ps_98 Kantate}}+Unsern Ausgang segne Gott! Unsern Eingang gleichermaßen! Amen. 
  
 +{{tag>Dan_5 Silvester}}