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| - | ======Luther, | + | ======Luther, |
| [Ausgabe von Walch, Theil 21, S. 128 - 149] | [Ausgabe von Walch, Theil 21, S. 128 - 149] | ||
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| Martinus Luther allen lieben Christen Gnade und Friede in Christo! | Martinus Luther allen lieben Christen Gnade und Friede in Christo! | ||
| - | Es ist unter dem Namen der elenden Universität zu Ingolstadt in Baiern | + | Es ist unter dem Namen der elenden Universität zu Ingolstadt in Bayern |
| - | Deshalb will ich dieselbigen Zettel wiederum lassen aufs Neue ausgehen, und solche Ingolstädtische Kunst und Tugend ausbreiten, zu Ehren dem heiligen Worte Gottes, auf daß die Schwachen getröstet und gestärkt werden, wenn sie hier so augenscheinlich Gottes Wunderwerk sehen, der, um sein heiliges Wort wiederum zu erhöhen und zu preisen, seine Lästerer und Feinde mit solcher großen Blindheit straft und plagt. Und ich bitte, ein jeglicher Christ lasse sich diese Ingolstädtischen Zettel empfohlen sein als eins der besten Büchelchen, | + | Deshalb will ich dieselbigen Zettel wiederum lassen aufs Neue ausgehen, und solche Ingolstädtische Kunst und Tugend ausbreiten, zu Ehren dem heiligen Worte Gottes, auf dass die Schwachen getröstet und gestärkt werden, wenn sie hier so augenscheinlich Gottes Wunderwerk sehen, der, um sein heiliges Wort wiederum zu erhöhen und zu preisen, seine Lästerer und Feinde mit solcher großen Blindheit straft und plagt. Und ich bitte, ein jeglicher Christ lasse sich diese Ingolstädtischen Zettel empfohlen sein als eins der besten Büchelchen, |
| - | Doch damit will ich den leichtfertigen Leuten, die sich evangelisch rühmen und doch nicht sind, nicht Ursach | + | Doch damit will ich den leichtfertigen Leuten, die sich evangelisch rühmen und doch nicht sind, nicht Ursache |
| - | Dieses Werk Gottes kommt mir eben so vor, als wollte er uns an unsere Trägheit und Faulheit erinnern, und ermahnen, | + | Dieses Werk Gottes kommt mir eben so vor, als wollte er uns an unsere Trägheit und Faulheit erinnern, und ermahnen, |
| - | Darum laßt uns die Warnung und Ermahnung Gottes annehmen! Denn wir sehen täglich des Widerrufens viel, und wenig sind, die da bestehen. Dazu haben wir so einen schmählichen und schändlichen Namen vor der Welt, als freilich in tausend Jahren niemand gehabt hat. Wenn man einen kann lutherisch oder evangelisch heißen, da meinen sie, sie haben ihn mehr als zehnmal | + | Darum lasst uns die Warnung und Ermahnung Gottes annehmen! Denn wir sehen täglich des Widerrufens viel, und wenig sind, die da bestehen. Dazu haben wir so einen schmählichen und schändlichen Namen vor der Welt, als freilich in tausend Jahren niemand gehabt hat. Wenn man einen kann lutherisch oder evangelisch heißen, da meinen sie, sie haben ihn mehr als zehnmal |
| - | Die 17 Artikel haben die Ehrwürdigen und Hochgelahrten | + | Die 17 Artikel haben die Ehrwürdigen und Hochgelehrten |
| **Arsatius**. | **Arsatius**. | ||
| - | 1) Allein der bloße Glaube ist genug dazu, daß der Mensch gerecht oder gerechtfertigt werde. | + | 1) Allein der bloße Glaube ist genug dazu, dass der Mensch gerecht oder gerechtfertigt werde. |
| **Ingolstadt**. | **Ingolstadt**. | ||
| - | Dieser Artikel ist wahr, wie er nach den Worten lautet, und es sagt ihn St. Paulus Röm. 3,25 und 5,1; und er wird so bewiesen: Der Mensch, der gerecht werden soll, ist noch ungerecht; denn, wäre er gerecht, so hätte er nicht nöthig | + | Dieser Artikel ist wahr, wie er nach den Worten lautet, und es sagt ihn St. Paulus Röm. 3,25 und 5,1; und er wird so bewiesen: Der Mensch, der gerecht werden soll, ist noch ungerecht; denn, wäre er gerecht, so hätte er nicht nötig |
| - | Obwohl nun dieser Artikel, wie eben gesagt ist, wahr ist, so ist er doch nicht so ohne Weiteres einem Einfältigen und Leichtfertigen, | + | Obwohl nun dieser Artikel, wie eben gesagt ist, wahr ist, so ist er doch nicht so ohne Weiteres einem Einfältigen und Leichtfertigen, |
| **Luther**. | **Luther**. | ||
| - | Sie bekennen selbst, | + | Sie bekennen selbst, |
| - | Ja, sagen sie, man soll ihn nicht so ohne Weiteres sagen. Lieber, ist das wahr, warum hat ihn denn Christus und Paulus so ohne Weiteres gesagt? Oder meint ihr armen Leute, | + | Ja, sagen sie, man soll ihn nicht so ohne Weiteres sagen. Lieber, ist das wahr, warum hat ihn denn Christus und Paulus so ohne Weiteres gesagt? Oder meint ihr armen Leute, |
| - | Soll nun das erste Ketzerei heißen, bloß darum, weil es zu einer anderen Zeit geredet wird, als das letzte? Wohlan, so ist nun in diesem Artikel Paulus und Christus und Moses von den Ingolstädtern zugleich bekannt und verläugnet, | + | Soll nun das erste Ketzerei heißen, bloß darum, weil es zu einer anderen Zeit geredet wird, als das letzte? Wohlan, so ist nun in diesem Artikel Paulus und Christus und Moses von den Ingolstädtern zugleich bekannt und verläugnet, |
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| **Ingolstadt**. | **Ingolstadt**. | ||
| - | Diesen Artikel verstehen wir entweder so, daß Gottes Gerechtigkeit so beschaffen ist, daß sie ungeschwächt bleibt, ob er gleich dem Menschen anders | + | Diesen Artikel verstehen wir entweder so, dass Gottes Gerechtigkeit so beschaffen ist, dass sie ungeschwächt bleibt, ob er gleich dem Menschen anders |
| **Luther**. | **Luther**. | ||
| - | Siehe da, die Hochgelehrten sollte man billig erst in die Schule führen, und sie die Grammatik lehren; verstehen sie doch die Worte nicht im Artikel. Denn die Gerechtigkeit Gottes, davon dieser Artikel redet, ist die, die uns Gott schenkt und womit er uns gerecht macht, wie St. Paulus sagt Röm. 1,17: Die Gerechtigkeit Gottes wird im Evangelio offenbaret, | + | Siehe da, die Hochgelehrten sollte man billig erst in die Schule führen, und sie die Grammatik lehren; verstehen sie doch die Worte nicht im Artikel. Denn die Gerechtigkeit Gottes, davon dieser Artikel redet, ist die, die uns Gott schenkt und womit er uns gerecht macht, wie St. Paulus sagt Röm. 1,17: Die Gerechtigkeit Gottes wird im Evangelio offenbaret, |
| - | Dazu geben sie ihm zweierlei Sinn, und verdammen ihn doch, obgleich der erste auch ihnen selber gefällt. Daraus kann man sehen, | + | Dazu geben sie ihm zweierlei Sinn, und verdammen ihn doch, obgleich der erste auch ihnen selber gefällt. Daraus kann man sehen, |
| **Arsatius**. | **Arsatius**. | ||
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| **Ingolstadt**. | **Ingolstadt**. | ||
| - | Dieser Artikel ist wider die Schrift; denn Apostelgesch. 10,2.31 steht, wie der Heide Cornelius durch Almosen und Gebet, die er that in seinem | + | Dieser Artikel ist wider die Schrift; denn Apostelgesch. 10,2.31 steht, wie der Heide Cornelius durch Almosen und Gebet, die er tat in seinem |
| **Luther**. | **Luther**. | ||
| - | Das ist nicht wahr, daß Cornelius in Heidenthume | + | Das ist nicht wahr, dass Cornelius in Heidentum |
| - | So ist das auch nicht wahr, daß Gott eines Todsünders gute Werke für besser annimmt. Denn gute Werke kommen aus Gnaden. | + | So ist das auch nicht wahr, dass Gott eines Todsünders gute Werke für besser annimmt. Denn gute Werke kommen aus Gnaden. |
| Auch reden sie hier wiederum wider sich selbst. Denn im ersten Artikel bekennen sie: Die Werke können Gott nicht gefallen, der Mensch gefalle ihm denn zuvor. - Was nicht aus dem Glauben kommt, das ist Sünde, Röm. 14,23. | Auch reden sie hier wiederum wider sich selbst. Denn im ersten Artikel bekennen sie: Die Werke können Gott nicht gefallen, der Mensch gefalle ihm denn zuvor. - Was nicht aus dem Glauben kommt, das ist Sünde, Röm. 14,23. | ||
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| **Ingolstadt**. | **Ingolstadt**. | ||
| - | Dieser Artikel ist klar genug aus der Erklärung des ersten Artikels, obwohl er sonst auch einer guten großen Auslegung bedarf. Denn es sagt der heilige Augustinus: Der dich geschaffen hat ohne dein Zuthun, wird dich nicht gerecht oder selig machen ohne dein Zuthun. | + | Dieser Artikel ist klar genug aus der Erklärung des ersten Artikels, obwohl er sonst auch einer guten großen Auslegung bedarf. Denn es sagt der heilige Augustinus: Der dich geschaffen hat ohne dein Zutun, wird dich nicht gerecht oder selig machen ohne dein Zutun. |
| **Luther**. | **Luther**. | ||
| - | Ja freilich | + | Ja freilich |
| **Arsatius**. | **Arsatius**. | ||
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| **Ingolstadt** | **Ingolstadt** | ||
| - | Dieser Artikel scheint einen Grund zu haben in den Worten Christi Luc. 17,10, da er spricht: Wenn ihr alles thut, was euch geboten ist, so sprecht dennoch: wir sind unnütze Knechte. Aber er [der Artikel] erschreckt die kleinmüthigen | + | Dieser Artikel scheint einen Grund zu haben in den Worten Christi Luc. 17,10, da er spricht: Wenn ihr alles tut, was euch geboten ist, so sprecht dennoch: wir sind unnütze Knechte. Aber er [der Artikel] erschreckt die kleinmütigen |
| **Luther** | **Luther** | ||
| - | Siehe da, den Artikel verstehen sie auch nicht. Da sieht man wiederum, wie sie mit dem armen Arsatius so verrätherisch | + | Siehe da, den Artikel verstehen sie auch nicht. Da sieht man wiederum, wie sie mit dem armen Arsatius so verräterisch |
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| - | 6) Es ist unmöglich, | + | 6) Es ist unmöglich, |
| **Ingolstadt**. | **Ingolstadt**. | ||
| - | Dieser Artikel ist wider das Evangelium und St. Paulum. Denn der HErr spricht Luc. 12,47: Der Knecht, der seines Herrn Willen weiß, und thut ihn nicht, der wird hart geschlagen werden. Glauben heißt: den HErrn und seinen Willen erkennen; wenn man aber den Willen nicht vollbringt, so fehlen die Werke; darum findet man Glauben ohne Werke. Ebenso steht Matth. 7,22: Viele werden sprechen am jüngsten Tage: HErr, HErr, wir haben große Wunderwerke in deinem Namen gethan. Die haben den Glauben an Christum gehabt, aber sie mangeln guter Werke; darum wird er zu ihnen sprechen: Weichet von mir, ihr Uebelthäter, ich kenne euch nicht! Matth. 7,23. Paulus scheidet an vielen Stellen in seinen Episteln die Werke und den Glauben voneinander. | + | Dieser Artikel ist wider das Evangelium und St. Paulum. Denn der HErr spricht Luc. 12,47: Der Knecht, der seines Herrn Willen weiß, und tut ihn nicht, der wird hart geschlagen werden. Glauben heißt: den HErrn und seinen Willen erkennen; wenn man aber den Willen nicht vollbringt, so fehlen die Werke; darum findet man Glauben ohne Werke. Ebenso steht Matth. 7,22: Viele werden sprechen am jüngsten Tage: HErr, HErr, wir haben große Wunderwerke in deinem Namen getan. Die haben den Glauben an Christum gehabt, aber sie mangeln guter Werke; darum wird er zu ihnen sprechen: Weichet von mir, ihr Übeltäter, ich kenne euch nicht! Matth. 7,23. Paulus scheidet an vielen Stellen in seinen Episteln die Werke und den Glauben voneinander. |
| **Luther**. | **Luther**. | ||
| - | Jawohl, der Glaube des Knechts, der des HErrn Willen nicht thut, ist eben so ein Glaube, wie die Theologie der Ingolstädter ist. Der Artikel redet von dem ungeheuchelten, | + | Jawohl, der Glaube des Knechts, der des HErrn Willen nicht tut, ist eben so ein Glaube, wie die Theologie der Ingolstädter ist. Der Artikel redet von dem ungeheuchelten, |
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| - | 7). So die Schrift meldet, wie die guten Werke belohnt werden, oder Lohn für gute Werke gegeben werde, ist es also zu verstehen, | + | 7). So die Schrift meldet, wie die guten Werke belohnt werden, oder Lohn für gute Werke gegeben werde, ist es also zu verstehen, |
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| - | Dieser Artikel ist frevelhaft und muthwillig | + | Dieser Artikel ist frevelhaft und mutwillig |
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| - | Ueber diesen Artikel haben wir uns schon deutlich genug bei dem fünften ausgesprochen. | + | Über diesen Artikel haben wir uns schon deutlich genug bei dem fünften ausgesprochen. |
| **Luther**. | **Luther**. | ||
| - | Dieser Artikel redet auch, wie der fünfte, vom Vertrauen auf Werke, nicht vom Werke-thun; indem ja Arsatius im darauffolgenden siebenten Artikel bekennt, | + | Dieser Artikel redet auch, wie der fünfte, vom Vertrauen auf Werke, nicht vom Werke-tun; indem ja Arsatius im darauffolgenden siebenten Artikel bekennt, |
| **Arsatius**. | **Arsatius**. | ||
| - | 9) Es ist keinem in der Kirche zu glauben, außer das, was er gewiß | + | 9) Es ist keinem in der Kirche zu glauben, außer das, was er gewiss |
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| - | Das ist auch ein frevelhaftes, | + | Das ist auch ein frevelhaftes, |
| **Luther**. | **Luther**. | ||
| - | Ich will eure spitzfindige Kunst auch brauchen, und sage also: Wem soll man dann glauben, wenn man nicht allein Gottes Worte glauben soll? Sprichst du: der Kirche! so antworte ich: die Kirche sagt das selbst, darum bindet es nicht, denn keiner kann sich selbst ein Zeugniß | + | Ich will eure spitzfindige Kunst auch brauchen, und sage also: Wem soll man dann glauben, wenn man nicht allein Gottes Worte glauben soll? Sprichst du: der Kirche! so antworte ich: die Kirche sagt das selbst, darum bindet es nicht, denn keiner kann sich selbst ein Zeugnis |
| - | Aber zugegeben, man solle der Kirche glauben, die diese Schriften angenommen hat: so sage mir: wo stehet's denn geschrieben, | + | Aber zugegeben, man solle der Kirche glauben, die diese Schriften angenommen hat: so sage mir: wo steht's denn geschrieben, |
| **Arsatius**. | **Arsatius**. | ||
| - | 10) Es soll kein Mensch in der christlichen Kirche etwas thun oder lehren, außer was Gott der HErr gewißlich | + | 10) Es soll kein Mensch in der christlichen Kirche etwas tun oder lehren, außer was Gott der HErr gewisslich |
| **Ingolstadt**. | **Ingolstadt**. | ||
| - | Dieser Artikel taugt eben so wenig, etwas, als der zunächst vorhergehende. Denn daraus folgt, | + | Dieser Artikel taugt eben so wenig, etwas, als der zunächst vorhergehende. Denn daraus folgt, |
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| - | Da, da! So soll man Christo und Paulo in' | + | Da, da! So soll man Christo und Paulo ins Maul greifen! Wie oft gebietet Paulus zu fasten! 2 Kor. 6,5; und 1 Kor. 7,3 gebietet er, eheliche Pflicht zu leisten; ja er gebietet, ehelich zu werden um der Unkeuschheit willen. |
| - | So lebet auch dieser Artikel nicht allein von Gottes Geboten, sondern von Allem, was Gott angibt und lehret | + | So lebet auch dieser Artikel nicht allein von Gottes Geboten, sondern von Allem, was Gott angibt und lehrt so dass er dennoch wahr wäre, wenn gleich fasten ehelich oder keusch sein, nicht geboten wäre, sintemal Gott so viel Exempel in der Schrift angezeigt hat, dass ich nicht weiß, ob diese Sophisten toll oder töricht |
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| - | Dieser Artikel ist zu streng und zu beißig; denn wir lesen von St. Paulo, | + | Dieser Artikel ist zu streng und zu bissig; denn wir lesen von St. Paulo, |
| **Luther**. | **Luther**. | ||
| - | Reime dich, Bundschuh!((Schließe dich, Reif um's Faß! Wir sagen jetzt: Reime dich, oder ich fresse dich!)) Der Artikel redet vom Lehren; so deuten sie ihn auf' | + | Reime dich, Bundschuh!((Schließe dich, Reif ums Fass! Wir sagen jetzt: Reime dich, oder ich fresse dich!)) Der Artikel redet vom Lehren; so deuten sie ihn aufs Thun. Ein Bischof soll nichts anderes lehren, als Gottes Wort. |
| - | Das verstehen sie so: er solle nichts anderes | + | Das verstehen sie so: er solle nichts anderes |
| - | O wie recht geschieht den Herzögen von Baiern, die auch Gottes Wort, ohne es verhört, untersucht und widerlegt zu haben, verdammen und verfolgen, | + | O wie recht geschieht den Herzögen von Baiern, die auch Gottes Wort, ohne es verhört, untersucht und widerlegt zu haben, verdammen und verfolgen, |
| **Arsatius**. | **Arsatius**. | ||
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| **Ingolstadt** | **Ingolstadt** | ||
| - | Dieser Artikel ist gleich dem vorigen zu streng. Denn St. Paulus und andere Bischöfe haben die Bösen und Ungehorsamen auch gestraft, verdammt, und in die Gewalt des bösen Feindes gegeben, bis sie sich besserten, 1 Cor. 5,4; daraus folgt, | + | Dieser Artikel ist gleich dem vorigen zu streng. Denn St. Paulus und andere Bischöfe haben die Bösen und Ungehorsamen auch gestraft, verdammt, und in die Gewalt des bösen Feindes gegeben, bis sie sich besserten, 1 Kor. 5,4; daraus folgt, |
| **Luther**. | **Luther**. | ||
| - | Daß die Esel das Latein nicht recht verdeutschen, | + | Dass die Esel das Latein nicht recht verdeutschen, |
| **Arsatius**. | **Arsatius**. | ||
| - | 13) Wenn einen Mann sein Weib verläßt, ober er rechtlich von ihr geschieden wird, so hat er Gewalt, eine andere zu nehmen; desgleichen die Frau, mag sich einem anderen Manne vermählen; es wäre denn, daß man es dem verböte, der gesündigt und Ursache zur Ehescheidung, | + | 13) Wenn einen Mann sein Weib verlässt, ober er rechtlich von ihr geschieden wird, so hat er Gewalt, eine andere zu nehmen; desgleichen die Frau, mag sich einem anderen Manne vermählen; es wäre denn, dass man es dem verböte, der gesündigt und Ursache zur Ehescheidung, |
| **Ingolstadt**. | **Ingolstadt**. | ||
| - | Wiewohl etliche meinen, dieses sei im Anfang der Christenheit ebenso von vielen heiligen Bildhöfen gehalten worden, so ist dieser Artikel doch ganz klar wider Christum und Paulum, welcher spricht 1 Cor. 7,10.11: Denen, die ehelich vereinigt und verbunden sind, gebiete nicht ich aus eigener Anmaßung, sondern der HErr, daß das Weib nicht abtreten oder sich scheiden soll von ihrem Manne; weicht sie aber von ihm, so soll sie ohne Mann bleiben, oder sich mit ihrem Manne wieder versöhnen. Ebenso soll auch der Mann sein Weib nicht verlassen. Das sagt Paulus. So nimmt auch der HErr keine andere Ursache aus, als Ehebruch, Matth. 19,9; und die christliche Kirche bestimmt, | + | Wiewohl etliche meinen, dieses sei im Anfang der Christenheit ebenso von vielen heiligen Bildhöfen gehalten worden, so ist dieser Artikel doch ganz klar wider Christum und Paulum, welcher spricht 1 Kor. 7,10.11: Denen, die ehelich vereinigt und verbunden sind, gebiete nicht ich aus eigener Anmaßung, sondern der HErr, dass das Weib nicht abtreten oder sich scheiden soll von ihrem Manne; weicht sie aber von ihm, so soll sie ohne Mann bleiben, oder sich mit ihrem Manne wieder versöhnen. Ebenso soll auch der Mann sein Weib nicht verlassen. Das sagt Paulus. So nimmt auch der HErr keine andere Ursache aus, als Ehebruch, Matth. 19,9; und die christliche Kirche bestimmt, |
| **Luther**. | **Luther**. | ||
| - | Von diesem Artikel sagen sie zuerst er sei wider Christum und Paulum; hernach, wenn dieses etwa nicht Stich halten würde, sagen sie, er sei wider die Unordnung der Kirche. Jawohl, sie heißt: Kirche, ist aber vielmehr des Teufels Kuchen. Paulus sagt 1 Cor. 7,15 ganz offenbar: Wenn ein ungläubig Gemahl vom andern gläubigen Gemahl weicht, so laß ihn weichen; denn der Bruder oder die Schwester ist damit nicht gebunden. Da gibt ja Paulus die Freiheit, sich zu verändern. Was sollte das sonst heißen, | + | Von diesem Artikel sagen sie zuerst er sei wider Christum und Paulum; hernach, wenn dieses etwa nicht Stich halten würde, sagen sie, er sei wider die Unordnung der Kirche. Jawohl, sie heißt: Kirche, ist aber vielmehr des Teufels Kuchen. Paulus sagt 1 Kor. 7,15 ganz offenbar: Wenn ein ungläubig Gemahl vom andern gläubigen Gemahl weicht, so lass ihn weichen; denn der Bruder oder die Schwester ist damit nicht gebunden. Da gibt ja Paulus die Freiheit, sich zu verändern. Was sollte das sonst heißen, |
| **Arsatius**. | **Arsatius**. | ||
| - | 14) Es geziemet | + | 14) Es geziemt |
| **Ingolstadt** | **Ingolstadt** | ||
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| **Luther**. | **Luther**. | ||
| - | Das ist ein kostbares Stück, das sollte man billig den Fürsten von Baiern verehren, als eine zarte Frucht ihrer wohlberühmten Universität! Sie sagen, es wäre wohl gut und, nützlich, | + | Das ist ein kostbares Stück, das sollte man billig den Fürsten von Baiern verehren, als eine zarte Frucht ihrer wohlberühmten Universität! Sie sagen, es wäre wohl gut und, nützlich, |
| **Arsatius**. | **Arsatius**. | ||
| - | 15) Es ist nothwendig | + | 15) Es ist notwendig |
| **Ingolstadt**. | **Ingolstadt**. | ||
| - | Dieser Artikel ist eben so viel werth, als der zunächst vorhergehende. | + | Dieser Artikel ist eben so viel wert, als der zunächst vorhergehende. |
| **Luther**. | **Luther**. | ||
| - | Diesen achten sie für eben so viel werth, da er doch wohl tausend Meilen weit davon entfernt ist. Denn der zunächst vorhergehende ist in allen Stücken ein Ausbund christlicher Lehre, aber dieser ist wohl ein wenig zu hui, aber doch nicht ganz falsch. So wohl verstehen diese Leute, was gleich und ungleich ist. | + | Diesen achten sie für eben so viel wert, da er doch wohl tausend Meilen weit davon entfernt ist. Denn der zunächst vorhergehende ist in allen Stücken ein Ausbund christlicher Lehre, aber dieser ist wohl ein wenig zu hui, aber doch nicht ganz falsch. So wohl verstehen diese Leute, was gleich und ungleich ist. |
| **Arsatius**. | **Arsatius**. | ||
| - | 16) Das Gesetz, durch Mosen gegeben, fordert von den Menschen, was sie nicht haben thun können. | + | 16) Das Gesetz, durch Mosen gegeben, fordert von den Menschen, was sie nicht haben tun können. |
| **Ingolstadt** | **Ingolstadt** | ||
| - | Dieser Artikel, wiewohl er hart lautet, gleich als ob Gott etwas Unmögliches geboten hätte, steht doch deutlich in der Apostelgeschichte. Da spricht St. Peter auf der ersten apostolischen Kirchenversammlung, | + | Dieser Artikel, wiewohl er hart lautet, gleich als ob Gott etwas Unmögliches geboten hätte, steht doch deutlich in der Apostelgeschichte. Da spricht St. Peter auf der ersten apostolischen Kirchenversammlung, |
| **Luther**. | **Luther**. | ||
| - | Diesen Artikel bestätigen sie selbst, | + | Diesen Artikel bestätigen sie selbst, |
| **Arsatius**. | **Arsatius**. | ||
| - | 17) Daß des Evangelium Christi nicht Geist, sondern Buchstabe sei, [ist falsch] | + | 17) Dass des Evangelium Christi nicht Geist, sondern Buchstabe sei, [ist falsch] |
| **Ingolstadt** | **Ingolstadt** | ||
| - | Dieser Artikel ist wider die Lehre St. Pauli, der spricht in der 2. Epistel an die Corinther | + | Dieser Artikel ist wider die Lehre St. Pauli, der spricht in der 2. Epistel an die Korinther |
| **Luther**. | **Luther**. | ||
| - | Diesen Artikel will ich ihnen zu gut halten. Denn wie sollten die Säue wissen, was Geist und Buchstabe ist, da Origenes, Hieronymus und fast alle alte Lehrer, ausgenommen Augustinus, dasselbe nicht gewußt | + | Diesen Artikel will ich ihnen zu gut halten. Denn wie sollten die Säue wissen, was Geist und Buchstabe ist, da Origenes, Hieronymus und fast alle alte Lehrer, ausgenommen Augustinus, dasselbe nicht gewusst |
| **Ingolstadt**. | **Ingolstadt**. | ||
| - | Aus den angegebenen, | + | Aus den angegebenen, |
| **Luther**. | **Luther**. | ||
| - | Ich glaubte, Paris, Löwen und Cöln hätten grobe Esel, und diese wohlberühmte Universität sollte sich an denselben gestoßen haben. Aber ich sehe, daß eine wie die andere ist; denn eben so sein hat auch die Universität zu Wien an Doctor | + | Ich glaubte, Paris, Löwen und Köln hätten grobe Esel, und diese wohlberühmte Universität sollte sich an denselben gestoßen haben. Aber ich sehe, dass eine wie die andere ist; denn eben so sein hat auch die Universität zu Wien an Doktor |
| - | Erlöse und behüte Gott Baierland | + | Erlöse und behüte Gott Bayerland |
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