Unterschiede
Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen der Seite angezeigt.
| Nächste Überarbeitung | Vorherige Überarbeitung | ||
| autoren:k:krummacher_g.d:predigt_7 [] – angelegt - Externe Bearbeitung 127.0.0.1 | autoren:k:krummacher_g.d:predigt_7 [] (aktuell) – aj | ||
|---|---|---|---|
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
| - | ======Krummacher, | + | ======Krummacher, |
| - | + | ||
| - | =====Siebente Predigt.===== | + | |
| //Text: 2. Buch Mose 15,22-26.// | //Text: 2. Buch Mose 15,22-26.// | ||
| - | Sollen wir nicht lieber unsere Betrachtungen der weitern | + | Sollen wir nicht lieber unsere Betrachtungen der weiteren |
| - | Habt ihr denn gleich geschienen, die Reisebetrachtungen nicht ungern zu hören und haben Manche zur Fortsetzung derselben ermuntert, so werdet ihr derselben doch bei so bewandten Umständen müde und überdrüssig sein, was man euch nicht übel nehmen darf. Dem sei aber wie ihm wolle, so liegt doch in dem Allen eine genaue göttliche Regierung zum Grunde, und ein wichtiger, weisheitsvoller Zweck. Ich denke also, wir fahren wenigstens heute noch in unsern | + | Habt ihr denn gleich geschienen, die Reisebetrachtungen nicht ungern zu hören und haben Manche zur Fortsetzung derselben ermuntert, so werdet ihr derselben doch bei so bewandten Umständen müde und überdrüssig sein, was man euch nicht übel nehmen darf. Dem sei aber wie ihm wolle, so liegt doch in dem Allen eine genaue göttliche Regierung zum Grunde, und ein wichtiger, weisheitsvoller Zweck. Ich denke also, wir fahren wenigstens heute noch in unseren |
| - | Sie zogen also in der Wüste Etham fort. Erstlich die Aufrichtigkeit des Herzens wohnt den Christen stets bei und geht wie eine gerade Linie durch ihr ganzes Leben und die mancherlei Abwechselungen desselben. Im Grunde des Herzens ist stets ein ernstlicher Widerwille und Gegensatz gegen alles Sündliche, so wie eine Neigung zu Gott und allem Guten, ein Trauern, ein Dursten nach Gott und seiner Gemeinschaft, | + | Sie zogen also in der Wüste Etham fort. Erstlich die Aufrichtigkeit des Herzens wohnt den Christen stets bei und geht wie eine gerade Linie durch ihr ganzes Leben und die mancherlei Abwechselungen desselben. Im Grunde des Herzens ist stets ein ernstlicher Widerwille und Gegensatz gegen alles Sündliche, so wie eine Neigung zu Gott und allem Guten, ein Trauern, ein Dursten nach Gott und seiner Gemeinschaft, |
| - | Aber welch ein wichtiger Mangel stellte sich bei den Kindern Israel bald nach ihrem Durchgang | + | Aber welch ein wichtiger Mangel stellte sich bei den Kindern Israel bald nach ihrem Durchgang |
| - | Es ist doch aber in der That zu verwundern, wie der Herr sein Volk sobald wieder in eine neue Noth gerathen | + | Es ist doch aber in der Tat zu verwundern, wie der Herr sein Volk sobald wieder in eine neue Not geraten |
| - | Die Kinder Israel mögen die drei Tage hindurch genug von Durst in dem heißen Lande gelitten haben. Ohne Zweifel haben sie auch Versuche gemacht, ob sie nicht durch Nachgraben Wasser fänden. Aber vergeblich. Sie mußten | + | Die Kinder Israel mögen die drei Tage hindurch genug von Durst in dem heißen Lande gelitten haben. Ohne Zweifel haben sie auch Versuche gemacht, ob sie nicht durch Nachgraben Wasser fänden. Aber vergeblich. Sie mussten |
| - | Sie wandten sich an Mose mit der Frage: was sollen wir trinken? Das war recht gehandelt; denn Moses war der Mittler des alten Bundes und Israel | + | Sie wandten sich an Mose mit der Frage: was sollen wir trinken? Das war recht gehandelt; denn Moses war der Mittler des alten Bundes und Israel |
| - | Endlich fanden sie Wasser. Was konnte ihnen lieber sein? Noch nie war ihnen Wasser so lieb gewesen, wie jetzt, da sie’s so lange hatten entbehren müssen. Wie begierig werden sie darüber hergefallen sein, um sich nun recht satt zu trinken. Und sieh, es war ganz und gar bitter. Alles schrie: Mara, Mara, bitter, bitter. Zugleich aber wurden sie selbst bitter gegen Mose und sagten murrend: Was sollen wir trinken? Wie ungerecht! Hatte denn Mose was anders, wie sie? So ist der sündige Mensch. Er will haben, es soll nach seinem Wunsch und Willen gehen. | + | Endlich fanden sie Wasser. Was konnte ihnen lieber sein? Noch nie war ihnen Wasser so lieb gewesen, wie jetzt, da sie’s so lange hatten entbehren müssen. Wie begierig werden sie darüber hergefallen sein, um sich nun recht satt zu trinken. Und sieh, es war ganz und gar bitter. Alles schrie: Mara, Mara, bitter, bitter. Zugleich aber wurden sie selbst bitter gegen Mose und sagten murrend: Was sollen wir trinken? Wie ungerecht! Hatte denn Mose was anders, wie sie? So ist der sündige Mensch. Er will haben, es soll nach seinem Wunsch und Willen gehen. |
| Geht’s aber den Menschen nicht noch oft so im Natürlichen und Geistlichen, | Geht’s aber den Menschen nicht noch oft so im Natürlichen und Geistlichen, | ||
| - | Im Geistlichen findet’s sich auch so. Da wollen Seelen manchmal alle Sündenerkenntniß, alle Reue, Zerknirschung und Versicherung, | + | Im Geistlichen findet’s sich auch so. Da wollen Seelen manchmal alle Sündenerkenntnis, alle Reue, Zerknirschung und Versicherung, |
| - | + | ||
| - | Wozu denn das wohl? Ohne Zweifel, den Menschen auch in der Verläugnung seines liebsten Willens zu üben, damit er lerne, alles ganz und gar in den Willen Gottes zu stellen, er mag geben oder nehmen, er mag uns mit Kreuz oder Trost heimsuchen, uns in der Dürre lassen oder erquicken, - uns darin zu üben, daß wir keine Sache, sie mag auch so gut sein wie sie will, allzu lebhaft begehren, sondern in Unterwürfigkeit unter Gott mit stillem und sanftem Geiste, welcher köstlich vor ihm ist. In der Freude der Kinder Israel am rothen Meer hatte sich ohne Zweifel manches Sinnliche mit hineingemischt und sie war übertrieben, | + | |
| - | Mara bildet aber auch überhaupt alles Bittere ab, wofür | + | Wozu denn das wohl? Ohne Zweifel, den Menschen auch in der Verleugnung seines liebsten Willens |
| - | Hier ist aber auch das Mittel, | + | Mara bildet |
| - | Freilich | + | Hier ist aber auch das Mittel, alle Bitterkeiten zu versüßen. Da ist die Bitterkeit der Buße, die dadurch versüßt wird, dass sie, als eine Traurigkeit nach Gott, wirket eine Reue zur Seligkeit, welche niemand gereuet. Da ist die Bitterkeit der Welt- und Selbstverleugnung, welche dadurch versüßt wird, dass, wer etwas um seinetwillen verleugnet, es hundertfältig wieder erhält. Da ist die Bitterkeit des geistlichen Streites, die dadurch gemildert wird, dass es ein guter Kampf des Glaubens ist, dem der Sieg und die Krone der Ehren gewiss ist. Da ist die Bitterkeit von allerlei Leiden, die aber nicht wert sind der Herrlichkeit, |
| - | Nun, so geht’s her auf dem Wege nach Canaan. Wer will mit? Wir lassen | + | Freilich aber ist’s nötig, dass er uns vom heiligen Geist gezeigt und verklärt werde, weil es uns sonst wohl gehen könnte, wie den Jüngern auf dem Meer. Denn als sie Not litten von Wind und Wellen, und ihnen nun Jesus auf dem Meer erschien, schrien sie gar vor Furcht, meinend, es sei ein Gespenst |
| - | ’’Quelle: | + | Nun, so geht’s her auf dem Wege nach Kanaan. Wer will mit? Wir lassen uns nicht abschrecken, |
| - | Die Wanderungen Israels | + | |
| - | In Beziehung auf die innern Führungen der Gläubigen, beleuchtet in einer Reihe von Frühpredigten von G. D. Krummacher, reformirtem Prediger in Elberfeld. | + | |
| - | Zweites Heft. Zweite Auflage. | + | |
| - | Elberfeld, bei Wilhelm Hassel. | + | |
| - | 1836.’’ | + | |
| + | {{tag> | ||