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| - | ======Krummacher, | + | ======Krummacher, |
| - | **Zwei und dreißigste Predigt.** | + | //Siebzehnte |
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| - | //Siebenzehnte | + | |
| 4. Buch Mosis 33,21. | 4. Buch Mosis 33,21. | ||
| - | Diese 17te Lagerstätte fängt an, sich von den Gränzen Canaans | + | Diese 17te Lagerstätte fängt an, sich von den Grenzen Kanaans |
| Auch von dieser Lagerstätte zu Rissa wissen wir weiter nichts, als ihren Namen, welcher auf Deutsch: **Besprengung** heißt. Sie steht in einer schönen Beziehung zu der vorigen Lagerstätte, | Auch von dieser Lagerstätte zu Rissa wissen wir weiter nichts, als ihren Namen, welcher auf Deutsch: **Besprengung** heißt. Sie steht in einer schönen Beziehung zu der vorigen Lagerstätte, | ||
| - | Unter dem A. Testam. | + | Unter dem Alten Testament |
| - | Auf die geistliche Bedeutung sinnspielt Ezechiel, wenn es Kapitel 36,25 heißt: ich will rein Wasser über euch sprengen, daß ihr rein werdet; von aller eurer Unreinigkeit | + | Bemerkenswert ist auch das Blut, welches zur Befestigung des Bundes auf Horeb vergossen, und womit das Volk besprengt wurde, zum Zeichen |
| - | Im N. Testament findet | + | Außer diesen gab es auch noch eine tägliche |
| - | Opfer und Besprengung machten erst ein Ganzes aus, und die Besprengung ist nichts anders, als die Zueignung und wirkliche Mittheilung der Kraft und Wirkung des geschehenen Opfers an die Seele. Das Opfer hat seine Beziehung auf Gott, die Besprengung auf den Menschen, der dadurch in die Gemeinschaft des Opfers kommt. Die Besprengung setzt ihn in den wirklichen Genuß der erworbenen Wohlthaten und Güter. Die Juden selbst finden in der Besprengung ein großes Geheimniß, und behaupten, sie sei das vornehmste beim Opfer gewesen, und daß nicht ohne Ursache, denn es wurde dadurch abgebildet, nicht allein wie Christus selbst, mit seinem Blute besprengt, da er sich durch das Vergießen desselben | + | Auf die geistliche Bedeutung sinn-spielt Ezechiel, wenn es Kapitel 36,25 heißt: ich will reines Wasser über euch sprengen, dass ihr rein werdet; von aller eurer Unreinigkeit |
| - | Ohne Blutvergießen geschieht keine Vergebung. Das alttestamentliche Blutvergießen hat aufgehört und mußte eingestellt werden, nachdem das unvergleichliche Blut Jesu Christi vergossen ist, und zwar, wie er selbst sagt: zur Vergebung der Sünden. Es hat den höchsten Werth und die herrlichste Kraft. Den **höchsten Werth**, denn es ist das Blut eines **Menschen**, welches einen so großen Werth hat, daß es nur mit Blut bezahlt werden kann; denn wer das vergießt, dessen Blut muß nach göttlichem Befehl, wieder vergossen werden. Es ist das Blut eines **Unschuldigen**, wie sonst keiner unschuldig ist; eines Heiligen, wie sonst keiner heilig ist, und das schon deshalb ein theures | + | Im Neuen Testament findet auch eine äußerliche Besprengung statt, nämlich die mit dem Taufwasser, wodurch die innere Reinigung der Seele durch die Vergebung der Sünde |
| - | Herrlich ist die **Kraft** und **Wirkung** dieses Blutes. Wir haben die Erlösung durch sein Blut, nehmlich | + | Opfer und Besprengung machten erst ein Ganzes aus, und die Besprengung ist nichts anders, als die Zueignung und wirkliche Mitteilung der Kraft und Wirkung des geschehenen Opfers an die Seele. Das Opfer hat seine Beziehung auf Gott, die Besprengung auf den Menschen, der dadurch in die Gemeinschaft des Opfers kommt. Die Besprengung setzt ihn in den wirklichen Genuss der erworbenen Wohltaten und Güter. Die Juden selbst finden in der Besprengung ein großes Geheimnis, und behaupten, sie sei das vornehmste beim Opfer gewesen, und dass nicht ohne Ursache, denn es wurde dadurch abgebildet, nicht allein wie Christus selbst, mit seinem Blute besprengt, da er sich durch das Vergießen desselben und durch seinen ganzen Gehorsam geheiligt hat für sein Volk, stets sollte vor dem Angesichte seines Vaters stehen und angenehm sein vor ihm, sondern auch wie die Kraft desselben durch die Predigt des Evangeliums allen Gläubigen unter allen Völkern der Erde sollte mitgeteilt werden. Gleichwie die Besprengung geschah mit dem Finger des Priesters, also hat Christus durch seine göttliche Kraft sein Blut dem Vater dargeboten, und durch den Finger seines Geistes eignet er das, was er erworben, in allen Zeiten, den Auserwählten zu. Die Sprengung geschah kreuzweise, und deutete dadurch an, wie Christus, als der Gekreuzigte, |
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| + | Ohne Blutvergießen geschieht keine Vergebung. Das alttestamentliche Blutvergießen hat aufgehört und musste eingestellt werden, nachdem das unvergleichliche Blut Jesu Christi vergossen ist, und zwar, wie er selbst sagt: zur Vergebung der Sünden. Es hat den höchsten Wert und die herrlichste Kraft. Den **höchsten Wert**, denn es ist das Blut eines **Menschen**, | ||
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| + | Wer wird nun den **Wert** eines solchen Blutes berechnen können? Was ist dagegen alles Gold und Silber! Und was wollen wir sagen, wenn wir bedenken, dass wir um einen solchen Preis von allen Sünden und aus aller Gewalt des Teufels erkauft sind! Wohl mag es heißen: ihr seid teuer erkauft! – | ||
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| + | Herrlich ist die **Kraft** und **Wirkung** dieses Blutes. Wir haben die Erlösung durch sein Blut, nämlich | ||
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| + | Und wenn Christus selbst bei Darreichung des Kelches im heiligen | ||
| Dein Blut, der edle Saft,\\ | Dein Blut, der edle Saft,\\ | ||
| Hat solche Stärk’ und Kraft,\\ | Hat solche Stärk’ und Kraft,\\ | ||
| - | Daß es kann gar alleine\\ | + | Dass es kann gar alleine\\ |
| Die Welt von Sünden reine,\\ | Die Welt von Sünden reine,\\ | ||
| Ja, gar aus Teufels Rachen,\\ | Ja, gar aus Teufels Rachen,\\ | ||
| Frei, los und ledig machen. | Frei, los und ledig machen. | ||
| - | und das 48.: Dein Blut wäscht | + | und das 48.: Dein Blut wäscht |
| - | Mit diesem Blute nun müssen wir besprenget | + | Mit diesem Blute nun müssen wir besprengt |
| - | Das ist’s nun, was man – bildlich zu reden – zu Rissa findet, wo ein lieblicher | + | Das ist’s nun, was man – bildlich zu reden – zu Rissa findet, wo ein lieblicher |
| - | Laßt uns sehen, was zu Rissa geschieht, dem **Anfange** nach. Das Wort des Evangeliums wird gepredigt, bleibt’s Tausenden ein todter | + | Lasst uns sehen, was zu Rissa geschieht, dem **Anfang** nach. Das Wort des Evangeliums wird gepredigt, bleibt’s Tausenden ein toter Buchstabe, der auserwählte Sünder wird besprengt, wird unter Bedienung des Worts bewogen, auf die Veränderung seines Zustandes mit Ernst zu denken; **er** wird berufen von der Finsternis |
| - | So weiset | + | So weist sie sich schon hienieden aus, nicht nur im Fortgang, wo es scheinen könnte, als ob die Seele sich eine gewisse Würdigkeit dazu erworben hätte, was doch nicht ist, sondern schon bald im Anfange, wo sie sich des noch gar nicht versieht, wird sie nach Rissa geführt, nach der Versehung des Vaters, durch die Heiligung des Geistes zum Gehorsam und Besprengung des Blutes Christi. Es wird über sie ausgegossen der Geist aus der Höhe. Was noch nie in ihr Herz gekommen war, überkommt sie jetzt. Die Not und das Gedränge hatte einen hohen Gipfel erreicht. Sie sah kein Durchkommen, |
| - | Das heißt denn zu Rissa gelagert sein. Jetzt erfährt’s die Seele in Kraft, was es um das Blut und den Geist Jesu Christi sei, wie man dasselbe trinken könne, und davon trunken werden, wie alles Uebel vor demselben weicht, und alles heil sich dazu sammelt. | + | Was ist das für eine demutsvolle Freimütigkeit |
| - | Wir haben schon etliche Mal bemerkt, | + | Das heißt denn zu Rissa gelagert sein. Jetzt erfährt’s die Seele in Kraft, was es um das Blut und den Geist Jesu Christi sei, wie man dasselbe trinken könne, und davon trunken werden, wie alles Übel vor demselben weicht, und alles Heil sich dazu sammelt. Jetzt dauerts sie nicht mehr, dass sie vorher unter den stechenden Wacholdersträuchen Ritmas lagern, und in Libna eine scharfe Lauge erleiden musste, da es dazu dienen musste, sie nach Rissa zu leiten. – |
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| + | Wir haben schon etliche Mal bemerkt, | ||
| Wenn ich traurig sitze,\\ | Wenn ich traurig sitze,\\ | ||
| In Versuchungs-Hitze, | In Versuchungs-Hitze, | ||
| Tröster, tröste mich.\\ | Tröster, tröste mich.\\ | ||
| - | Laß die Ströme fließen,\\ | + | Lass die Ströme fließen,\\ |
| In mein Herz sich gießen,\\ | In mein Herz sich gießen,\\ | ||
| Sanft und mildiglich.\\ | Sanft und mildiglich.\\ | ||
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| Mit den reichen Himmelsgaben - | Mit den reichen Himmelsgaben - | ||
| - | ist dann das Sehnen, welches auch zur rechten Stunde wieder erfüllt wird, daß es geschieht, was von Jakob gesagt wird: da ward sein Geist in ihm lebendig. Mit neuer Lieblichkeit wird die Seele inne, daß Jesus Christus gestern, heute, und derselbe ist in Ewigkeit. – | + | ist dann das Sehnen, welches auch zur rechten Stunde wieder erfüllt wird, dass es geschieht, was von Jakob gesagt wird: da ward sein Geist in ihm lebendig. Mit neuer Lieblichkeit wird die Seele inne, dass Jesus Christus gestern, heute, und derselbe ist in Ewigkeit. – |
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| + | Wir aber, wir wollen höchst begierig und fleißig sein, dass die Besprengung mit dem Blute und Geiste Jesu Christi ganz vollzählig an uns vollzogen werde, dass wir die Wirkung beider in der Fülle je mehr und mehr, insofern es hienieden im Lande des Stückwerks geschehen mag, in uns selbst erfahren. Freilich wird sie sich erst jenseits in ihrem ganzen herrlichen Reichtum an denjenigen erweisen, die ihrer hienieden in ihren Erstlingen teilhaftig geworden sind, und sich sehnen nach der Kindschaft, und warten auf ihres Leibes Erlösung. Denn wir sind wohl selig, doch in der Hoffnung. | ||
| - | Wir aber, wir wollen höchst begierig und fleißig sein, daß die Besprengung mit dem Blute und Geiste Jesu Christi ganz vollzählig an uns vollzogen werde, daß wir die Wirkung beider in der Fülle je mehr und mehr, insofern es hienieden im Lande des Stückwerks geschehen mag, in uns selbst erfahren. Freilich wird sie sich erst jenseits in ihrem ganzen herrlichen Reichthum an denjenigen erweisen, die ihrer hienieden in ihren Erstlingen theilhaftig geworden sind, und sich sehnen nach der Kindschaft, und warten auf ihres Leibes Erlösung. Denn wir sind wohl selig, doch in der Hoffnung. | + | O! der wahrhafte Priester hebe an weit zu sprengen, dass die Tropfen auf Christen, Heiden, Juden und Mohammedanern fallen und kleben, und stelle |
| - | O! der wahrhafte Priester hebe an weit zu sprengen, daß die Tropfen auf Christen, Heiden, Juden und Mohammedanern fallen und kleben, und stelle sich so eine Gemeine dar, die nicht habe Flecken, Runzel oder Makel, und heilig und unsträflich sei vor ihm in der Liebe. Amen. | + | {{tag> |