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| - | ======Krummacher, | + | ======Krummacher, |
| //Zwölfte Lagerstätte: | //Zwölfte Lagerstätte: | ||
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| 4 Buch Mose 11,18-24. | 4 Buch Mose 11,18-24. | ||
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| Lange haben wir uns in Taberra verweilt. Jetzt rüsten wir uns zum Aufbruch, betrachten aber vorher noch Mosis Verhalten gegen das göttliche Versprechen, | Lange haben wir uns in Taberra verweilt. Jetzt rüsten wir uns zum Aufbruch, betrachten aber vorher noch Mosis Verhalten gegen das göttliche Versprechen, | ||
| - | **Zuerst** betrachten wir das göttliche **Versprechen**. Doch geht demselben eine **Vorbereitung** vor, denn es heißt: Heiliget euch auf morgen, haltet euch darauf | + | **Zuerst** betrachten wir das göttliche **Versprechen**. Doch geht demselben eine **Vorbereitung** vor, denn es heißt: Heiliget euch auf morgen, haltet euch darauf |
| - | Der **Grund** und die Veranlassung zu dem Versprechen war nicht erfreulich. Euer Weinen ist vor die Ohren des Herrn gekommen, hieß es, die ihr sprechet, es ging uns wohl in Egypten | + | Der **Grund** und die Veranlassung zu dem Versprechen war nicht erfreulich. Euer Weinen ist vor die Ohren des Herrn gekommen, hieß es, die ihr sprechet, es ging uns wohl in Ägypten |
| - | Das Versprechen selbst bestand darin, sie sollten Fleisch genug haben, und das nicht für einen Tag, nicht zwei, nicht fünf, nicht zehn, nicht zwanzig, sondern einen ganzen Monat hindurch. Doch sollte es ihnen nicht zur Freude gereichen, sondern zum Eckel werden. Hatten sie gesagt von dem Manna: uns eckelt | + | Das Versprechen selbst bestand darin, sie sollten Fleisch genug haben, und das nicht für einen Tag, nicht zwei, nicht fünf, nicht zehn, nicht zwanzig, sondern einen ganzen Monat hindurch. Doch sollte es ihnen nicht zur Freude gereichen, sondern zum Eckel werden. Hatten sie gesagt von dem Manna: uns ekelt dieser losen Speise, so sollten sie nun dasselbe noch vielmehr vom Fleisch sagen müssen, und gern wieder mit dem Manna verlieb nehmen. |
| - | Aber es ist nur gar zu leicht, sich gegen diese großen Dinge ein ähnliches Verhalten zu Schulden kommen zu lassen, als Moses gegen das göttliche Versprechen bewies. Er ließ sich in eine **vernünftige** Zergliederung desselben ein. Und so lief’s auf den Schluß | + | Aber es ist nur gar zu leicht, sich gegen diese großen Dinge ein ähnliches Verhalten zu Schulden kommen zu lassen, als Moses gegen das göttliche Versprechen bewies. Er ließ sich in eine **vernünftige** Zergliederung desselben ein. Und so lief’s auf den Schluss |
| Wie kann es sein? ich sag’ es noch.\\ | Wie kann es sein? ich sag’ es noch.\\ | ||
| Herr! ist es auch Betrug?\\ | Herr! ist es auch Betrug?\\ | ||
| Ich armer Sünder hab’ ja doch\\ | Ich armer Sünder hab’ ja doch\\ | ||
| - | Verdienet | + | Verdient |
| - | Nun stellte die Vernunft dem Moses auch die **Schwierigkeiten** vor, warum dies große Versprechen wohl schwerlich oder gar nicht in Erfüllung gehen könne und werde. Von Abraham heißt es Röm. 4.: er vernünftelte nicht, sondern glaubte | + | Nun stellte die Vernunft dem Moses auch die **Schwierigkeiten** vor, warum dies große Versprechen wohl schwerlich oder gar nicht in Erfüllung gehen könne und werde. Von Abraham heißt es Röm. 4.: er vernünftelte nicht, sondern glaubte |
| - | Die **Mittel** zur Ausführung des Versprechens erregten | + | Die **Mittel** zur Ausführung des Versprechens erregten |
| Die Sünde kann nicht mehr\\ | Die Sünde kann nicht mehr\\ | ||
| - | Mich durch’s | + | Mich durchs |
| Denn alle Zornesflammen\\ | Denn alle Zornesflammen\\ | ||
| Hat Jesus ausgelöscht; | Hat Jesus ausgelöscht; | ||
| - | wollen die geistlichen Feinde **euch** binden und rufen schon: Philister über dir, Simson! – so geräth | + | wollen die geistlichen Feinde **euch** binden und rufen schon: Philister über dir, Simson! – so gerät |
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| - | Sollte man nicht sagen, wem das **einmal** widerführe, | + | |
| - | Aber auch o! Gnade des Herrn, der seinem Knecht, der hier wie ein verloren und verirrtes Schaf erscheint, treulich zurechthilft. Er thut ihm eine Gegenfrage, wodurch er ihn an seine Macht erinnert, und dadurch Mosis Gemüth auf den rechten Punkt leitet. ist denn mein Arm verkürzt, fragt er. So fragt Gott auch Jes. 50. Ist mein Arm so kurz geworden, daß er nicht erlösen kann, und ist mir keine Kraft, zu erretten? Ach! ja, wie thun ähnliche göttliche Erinnerungen einer bedrängten Seele so ungemein wohl, und setzen ihre Füße aus dem Schlamm auf’s Trockene. Es kann eine Seele zagend niedersinken über ihrer Sünden Menge. O! wie wohlthuend ist’s ihr da, wenn sie innerlich | + | Sollte man nicht sagen, wem das **einmal** widerführe, der wäre für sein ganzes Leben gedeckt? – Welche Blindheit wird in seiner vermeintlichen Klugheit offenbar! Er steht ja ordentlich den anderen gleich, die da sagen: Er kann’s nicht. Er macht Einwendungen, |
| - | Der Herr kündigt ihm auch die **eigene Erfahrung** | + | Aber auch o! Gnade des Herrn, der seinem Knecht, der hier wie ein verloren und verirrtes Schaf erscheint, treulich zurechthilft. Er tut ihm eine Gegenfrage, wodurch er ihn an seine Macht erinnert, und dadurch Mosis Gemüt auf den rechten Punkt leitet. ist denn mein Arm verkürzt, fragt er. So fragt Gott auch Jes. 50. Ist mein Arm so kurz geworden, dass er nicht erlösen kann, und ist mir keine Kraft, zu erretten? Ach! ja, wie tun ähnliche göttliche Erinnerungen einer bedrängten Seele so ungemein wohl, und setzen ihre Füße aus dem Schlamm aufs Trockene. Es kann eine Seele zagend niedersinken über ihrer Sünden Menge. O! wie wohltuend ist’s ihr da, wenn sie innerlich |
| - | Und so wird Moses geheilt. Alle seine Einwendungen fallen gänzlich weg. Er geht zum Volke und sagt’s ihm, daß es einen ganzen Monat hindurch Fleisch | + | Der Herr kündigt ihm auch die **eigene Erfahrung** an. Du sollst jetzt sehen, ob meine Worte dir etwas gelten können oder nicht. Ein Mann wie Mose hätte billig glauben sollen ohne zu sehen, glauben sollen auf Hoffnung, wo nichts |
| - | Aber möchte man nicht schließlich fragen: warum meldet | + | Und so wird Moses geheilt. Alle seine Einwendungen fallen gänzlich weg. Er geht zum Volke und sagt’s ihm, dass es einen ganzen Monat hindurch Fleisch zu essen haben solle. Er grübelt |
| - | Indem er seine Ungestalt | + | Aber möchte man nicht schließlich fragen: warum meldet |
| - | Die Abweichungen, welche uns die Schrift auch an den heiligsten und ausgezeichnetsten Personen sehen läßt, dienen auch zum Beweise, daß auch sie nicht anders als aus Gnaden selig geworden sind, und daß es keinen andern Weg zur Seligkeit gebe, als den neuen und lebendigen durch Jesum Christum, zum Beweise, daß es keine andere Gerechtigkeit gibt, worin wir im Gericht Gottes bestehen | + | Indem er seine Ungestalt meldet, bezeuget er damit zugleich, wie sehr wir einer fortwährend wirkenden Gnade bedürfen, und wie abhängig wir von ihr seien. Was hilft da, wo es gilt, alle Erkenntnis |
| - | Werden wir denn recht von Herzen demüthig! Verzagen wir denn ganz an uns selbst, um vollkommen zu hoffen auf die Gnade, welche uns dargeboten wird in der Offenbarung unseres Herrn Jesu Christi. Amen. | + | Die Abweichungen, welche uns die Schrift auch an den heiligsten und ausgezeichnetsten Personen sehen lässt, dienen auch zum Beweise, dass auch sie nicht anders als aus Gnaden selig geworden sind, und dass es keinen anderen Weg zur Seligkeit gebe, als den neuen und lebendigen durch Jesum Christum, zum Beweise, dass es keine andere Gerechtigkeit gibt, worin wir im Gericht Gottes bestehen können, als diejenige, welche |
| + | Werden wir denn recht von Herzen demütig! Verzagen wir denn ganz an uns selbst, um vollkommen zu hoffen auf die Gnade, welche uns dargeboten wird in der Offenbarung unseres Herrn Jesu Christi. Amen. | ||
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