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| - | ======Krummacher, | + | ======Krummacher, |
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| - | **Drei und zwanzigste Predigt.** | + | |
| //Zwölfte Lagerstätte: | //Zwölfte Lagerstätte: | ||
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| 4 Buch Mosis 11,11-24. | 4 Buch Mosis 11,11-24. | ||
| - | Zuvörderst tritt uns bei Lesung dieses Gebets, dieser Unterredung Mosis mit dem Herrn, die ungemeine **Zutraulichkeit** und **Offenheit** entgegen. Er redet wie ein Freund zum Freunde, nicht wie ein Knecht mit seinem Herrn; wie ein Kind zu seinem Vater, nicht wie ein Unterthan | + | Zuvörderst tritt uns bei Lesung dieses Gebets, dieser Unterredung Mosis mit dem Herrn, die ungemeine **Zutraulichkeit** und **Offenheit** entgegen. Er redet wie ein Freund zum Freunde, nicht wie ein Knecht mit seinem Herrn; wie ein Kind zu seinem Vater, nicht wie ein Untertan |
| - | So fragt nun Moses: **Was bekümmerst du deinen Knecht?** Sein Leben will ihm als eine lange, aneinander hängende Kette von Trübsalen vorkommen, wie er sich denn auch im folgenden Kapitel als einen, mehr wie alle andere Menschen, geplagten Mann darstellt. Er scheint geneigt, mit seinem Stammvater Jakob zu sagen: es geht alles über mich. So meint auch David, er sei zu Leiden gemacht und sein Schmerz sei immer vor ihm. Und wie stark sich Hiob und Jeremias ausdrücken, | + | So fragt nun Moses: **Was bekümmerst du deinen Knecht?** Sein Leben will ihm als eine lange, aneinander hängende Kette von Trübsalen vorkommen, wie er sich denn auch im folgenden Kapitel als einen, mehr wie alle andere Menschen, geplagten Mann darstellt. Er scheint geneigt, mit seinem Stammvater Jakob zu sagen: es geht alles über mich. So meint auch David, er sei zu Leiden gemacht und sein Schmerz sei immer vor ihm. Und wie stark sich Hiob und Jeremias ausdrücken, |
| - | Moses beklagt sich über seinen schweren Beruf und sagt: wie magst du doch die Last dieses ganzen Volkes auf mich legen, und zu mir sagen: Trage dieses Volk auf deinen Armen, wie eine Amme ein Kind trägt, in das Land, das du ihren Vätern geschworen hast? Woher soll ich Fleisch nehmen, | + | Moses beklagt sich über seinen schweren Beruf und sagt: wie magst du doch die Last dieses ganzen Volkes auf mich legen, und zu mir sagen: Trage dieses Volk auf deinen Armen, wie eine Amme ein Kind trägt, in das Land, das du ihren Vätern geschworen hast? Woher soll ich Fleisch nehmen, |
| - | Wir lassen Mosen und bemerken, | + | Wir lassen Mosen und bemerken, |
| - | Groß, bedeutend und wichtig ist das Werk, welches zu vollbringen uns, als Christen, obliegt, welches uns bald einleuchten kann, wenn wir uns nur etwas besinnen. | + | Groß, bedeutend und wichtig ist das Werk, welches zu vollbringen uns, als Christen, obliegt, welches uns bald einleuchten kann, wenn wir uns nur etwas besinnen. |
| - | Wir sollen uns aber die Größe desselben nicht verhehlen, sondern sitzen und überschlagen zuvor die Kosten zu diesem großen Bau und Werk, ob und wie wir’s ausführen mögen. Sind wir demselben gewachsen oder nicht? Wir haben Verstand, Gewissen, Willen. Sind wir dadurch hinlänglich gerüstet? Versuche es. Versuch’ es mit allem Ernst. Schaffe dein selbst Seligkeit mit Furcht und Zittern. Ringe danach, durch die Pforte einzudringen. | + | Wir sollen uns aber die Größe desselben nicht verhehlen, sondern sitzen und überschlagen zuvor die Kosten zu diesem großen Bau und Werk, ob und wie wir’s ausführen mögen. Sind wir demselben gewachsen oder nicht? Wir haben Verstand, Gewissen, Willen. Sind wir dadurch hinlänglich gerüstet? Versuche es. Versuch’ es mit allem Ernst. Schaffe dein selbst Seligkeit mit Furcht und Zittern. Ringe danach, durch die Pforte einzudringen. |
| - | Doch werden diese dabei **nicht stehen bleiben**, sondern dies wird sie kräftiglich zu dem treiben, der uns stärken und mächtig machen kann; daß sie nicht blos sagen: ich vermag es **nicht**, - sondern vielmehr: ich vermag **alles**, ich überwinde **alles**. Denn es gibt ein Volk, das in einem Athem und mit gleicher Wahrheit sagt: ich bin **schwach**, | + | Doch werden diese dabei **nicht stehen bleiben**, sondern dies wird sie kräftiglich zu dem treiben, der uns stärken und mächtig machen kann; dass sie nicht bloß sagen: ich vermag es **nicht**, - sondern vielmehr: ich vermag **alles**, ich überwinde **alles**. Denn es gibt ein Volk, das in einem Atem und mit gleicher Wahrheit sagt: ich bin **schwach**, |
| - | Der geplagte Moses macht’s, wie man es machen soll: er nimmt mit seinen Plagen seine Zuflucht zum Herrn, und klagt demselben sein ganzes Leid. Er findet auch Erleichterung. Zuerst erleichtert der Herr ihm seine Last dadurch, | + | Der geplagte Moses macht’s, wie man es machen soll: er nimmt mit seinen Plagen seine Zuflucht zum Herrn, und klagt demselben sein ganzes Leid. Er findet auch Erleichterung. Zuerst erleichtert der Herr ihm seine Last dadurch, |
| - | Von den siebenzig Männern, die angeschrieben waren, blieben zwei im Lager, welche, ich weiß nicht, durch was für Umstände abgehalten, nicht mit den Uebrigen, wie sie doch sollten, vor der Stiftshütte erschienen waren. So viel ist gewiß, sie unterließen es nicht aus böser Meinung. Von dem Geiste, welcher unter die Uebrigen vertheilt | + | Von den siebenzig Männern, die angeschrieben waren, blieben zwei im Lager, welche, ich weiß nicht, durch was für Umstände abgehalten, nicht mit den Übrigen, wie sie doch sollten, vor der Stiftshütte erschienen waren. So viel ist gewiss, sie unterließen es nicht aus böser Meinung. Von dem Geiste, welcher unter die Übrigen verteilt |
| - | Moses wieß deswegen die Versuchung, die ihm sein Freund und Diener nahe legte, auf eine heilige Weise zurück. Bist du, sprach er, der Eiferer für mich? Ist es **mein** | + | Moses wies deswegen die Versuchung, die ihm sein Freund und Diener nahe legte, auf eine heilige Weise zurück. Bist du, sprach er, der Eiferer für mich? Ist es **mein** |
| - | Ach! daß du denn den Himmel zerrissest und führest herab, | + | Ach! dass du denn den Himmel zerrissest und führest herab, |