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| - | ======Krummacher, | + | ======Krummacher, |
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| - | **Zwei und zwanzigste Predigt.** | + | |
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| 4 Buch Mosis 11,1-4. 10-15. | 4 Buch Mosis 11,1-4. 10-15. | ||
| - | Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie andere Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner – so betete und dankte der Pharisäer Luk. 18,11. Mich dünkt, wäre der Sinn dieses Mannes den Worten ganz angemessen gewesen, die er sagte, so würde der Herr ihn nicht getadelt haben. Kein Räuber und dergleichen zu sein, ist ja gewiß | + | Ich danke dir, Gott, dass ich nicht bin wie andere Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner – so betete und dankte der Pharisäer Luk. 18,11. Mich dünkt, wäre der Sinn dieses Mannes den Worten ganz angemessen gewesen, die er sagte, so würde der Herr ihn nicht getadelt haben. Kein Räuber und dergleichen zu sein, ist ja gewiss |
| - | Hören wir den Mann weiter, so müssen wir ihn ja noch mehr achten, denn was sagt er? Sagt er: einen solchen tadellosen Mann habe ich selbst aus mir gemacht, **ich** habe mich von Jugend auf vor solchen Ab- und Umwegen gehütet und gewahrt? ich habe mich in Acht genommen? das sollten Andere auch thun, dann ging’s ihnen auch besser? Nein, kein Wort von der Art. Sondern, was sagt er? Ich danke dir, **Gott**. Wem schreibt er’s also zu? Seinen Worten nach, nicht sich selbst; vielmehr sollte man denken, seine Gedankenreihe sei etwa diese gewesen: wäre ich in solchen Verhältnissen geboren und erzogen, wie diejenigen, die jene Unthaten | + | Hören wir den Mann weiter, so müssen wir ihn ja noch mehr achten, denn was sagt er? Sagt er: einen solchen tadellosen Mann habe ich selbst aus mir gemacht, **ich** habe mich von Jugend auf vor solchen Ab- und Umwegen gehütet und gewahrt? ich habe mich in Acht genommen? das sollten Andere auch tun, dann ging’s ihnen auch besser? Nein, kein Wort von der Art. Sondern, was sagt er? Ich danke dir, **Gott**. Wem schreibt er’s also zu? Seinen Worten nach, nicht sich selbst; vielmehr sollte man denken, seine Gedankenreihe sei etwa diese gewesen: wäre ich in solchen Verhältnissen geboren und erzogen, wie diejenigen, die jene Untaten |
| - | Dasjenige aber, was ich doch eigentlich hiermit nur sagen wollte, ist dies: daß die Sünden anderer Leute uns nicht dazu dienen sollen, uns unsrer | + | Dasjenige aber, was ich doch eigentlich hiermit nur sagen wollte, ist dies: dass die Sünden anderer Leute uns nicht dazu dienen sollen, uns unserer |
| - | Dieser Gedanke | + | Dieser Gedanke |
| - | Neulich betrachteten wir die übele | + | Neulich betrachteten wir die üble Stimmung des Volkes. Wir fahren nun fort, ihre Veranlassung |
| - | Wie ging es denn zu, daß Israel so unzufrieden wurde, und sich so freventlich äußerte? Ach! es war im rothen | + | Wie ging es denn zu, dass Israel so unzufrieden wurde, und sich so freventlich äußerte? Ach! es war im roten Meer nicht alles ersoffen, was wohl darin hätte ersaufen mögen. Es war bei den Kindern Israel ein Volk, das den kuriosen Namen Haasaphsüph führte, welches Luther durch Pöbelvolk gibt; die holländische |
| - | Und so wären wir diesem | + | Und so wären wir diesem |
| - | Erstlich. Anfänglich bestand die Christenheit aus lauter wahren Christen, Wiedergeborenen und Gläubigen. Die erschrecklichen Verfolgungen, | + | Erstlich. Anfänglich bestand die Christenheit aus lauter wahren Christen, Wiedergeborenen und Gläubigen. Die erschrecklichen Verfolgungen, |
| - | Dies wäre denn die eine Art, wie das Pöbelvolk noch immer unter Israel ist. Es ist’s aber auch noch auf eine andere, noch bösere Art. Wir sagen **bildlich**, | + | Dies wäre denn die eine Art, wie das Pöbelvolk noch immer unter Israel ist. Es ist’s aber auch noch auf eine andere, noch bösere Art. Wir sagen **bildlich**, |
| - | Gewiß, Israel, wirst du diesen Haasaphsüph in deinem Lager mit Kummer gewahr! Du weißt selbst manchmal nicht was es ist, fühlst aber seine Regung wohl, und hast oft Ringens genug nöthig, daß er dir nicht über den Kopf wachse, dich aus dem Lager verdränge und es selbst einnehme. | + | Gewiss, Israel, wirst du diesen Haasaphsüph in deinem Lager mit Kummer gewahr! Du weißt selbst manchmal nicht was es ist, fühlst aber seine Regung wohl, und hast oft Ringens genug nötig, dass er dir nicht über den Kopf wachse, dich aus dem Lager verdränge und es selbst einnehme. |
| - | Das Verhalten des lüsternen Volkes machte Mose, der keinen | + | Das Verhalten des lüsternen Volkes machte Mose, der keinen |
| - | Hieraus sehen wir, wie sehr es den Menschen an dem wahren und richtigen Begriff vor der Sünde und ihrer Gesetzlosigkeit und Strafbarkeit mangelt! Wenn sie viel thun, so räumen sie allenfalls ein, daß diese, jene **That**, Uebertretung | + | Hieraus sehen wir, wie sehr es den Menschen an dem wahren und richtigen Begriff vor der Sünde und ihrer Gesetzlosigkeit und Strafbarkeit mangelt! Wenn sie viel tun, so räumen sie allenfalls ein, dass diese, jene **Tat**, Übertretung |
| - | Jedoch ist es nicht zu verwundern, | + | Jedoch ist es nicht zu verwundern, |
| - | Gottes Forderungen gehen weit. Wir sollen überall | + | Gottes Forderungen gehen weit. Wir sollen überall |
| - | Der Auftritt im Lager machte Mosen bange. Denn die Gerichte Gottes sind ängstlich, auch wenn sie in Gnaden geschehen, und man hat alle Ursache, sie zu fürchten. Sein Gemüth | + | Der Auftritt im Lager machte Mosen bange. Denn die Gerichte Gottes sind ängstlich, auch wenn sie in Gnaden geschehen, und man hat alle Ursache, sie zu fürchten. Sein Gemüt |
| - | Es will dem Mose wenigstens vorkommen, Gott sei ihm nicht gnädig **genug**, sonst, meint er, würde Gott wohl die Last des ganzen Volkes nicht auf seine Schultern allein niederlegen, | + | Es will dem Mose wenigstens vorkommen, Gott sei ihm nicht gnädig **genug**, sonst, meint er, würde Gott wohl die Last des ganzen Volkes nicht auf seine Schultern allein niederlegen, |
| Betrachten wir das Schicksal der ersten Christen, und wollen wir an ihren Verfolgungen die Gunst messen, worin sie bei Gott stehen – müssen wir sie denn nicht vielmehr für Gegenstände seines Zornes, als seiner Liebe achten, da sie als Schlachtschafe behandelt werden, die täglich in den Tod gegeben werden? | Betrachten wir das Schicksal der ersten Christen, und wollen wir an ihren Verfolgungen die Gunst messen, worin sie bei Gott stehen – müssen wir sie denn nicht vielmehr für Gegenstände seines Zornes, als seiner Liebe achten, da sie als Schlachtschafe behandelt werden, die täglich in den Tod gegeben werden? | ||
| - | Und wie sieht’s oft in ihrem Innern aus? Ist da immer Sonntag, Ostern, Himmelfahrt, | + | Und wie sieht’s oft in ihrem Innern aus? Ist da immer Sonntag, Ostern, Himmelfahrt, |
| Und dies alles sind keine Widerlegungen der göttlichen Liebe? Soll man also glauben auf Hoffnung, wo nichts zu hoffen ist? Soll man den bösen Tag auch für gut nehmen? - - | Und dies alles sind keine Widerlegungen der göttlichen Liebe? Soll man also glauben auf Hoffnung, wo nichts zu hoffen ist? Soll man den bösen Tag auch für gut nehmen? - - | ||
| - | O Herr! Stärke uns, stärke uns! Ohne dich können wir nichts | + | O Herr! Stärke uns, stärke uns! Ohne dich können wir nichts |
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