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| - | ======Krummacher, | + | ======Krummacher, |
| - | **Sechszehnte Predigt.** | + | Elfte Lagerstätte: |
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| - | Eilfte | + | |
| 4. Buch Mose 33,15. | 4. Buch Mose 33,15. | ||
| - | Es ist ein wichtiges Wort, wenn der Apostel Gal. 3,10 sagt: die mit des Gesetzes Werken umgehen, die sind unter dem Fluche. Paulus hatte eine besondere, sein Gemüth | + | Es ist ein wichtiges Wort, wenn der Apostel Gal. 3,10 sagt: die mit des Gesetzes Werken umgehen, die sind unter dem Fluche. Paulus hatte eine besondere, sein Gemüt |
| In allem dem zu bleiben, was geschrieben stehet in dem Buch des Gesetzes, ist also die Aufgabe des Gesetzes, und nichts Geringeres, als das, ist die Bedingung, unter welcher auf diesem Wege das Heil zu erreichen ist. | In allem dem zu bleiben, was geschrieben stehet in dem Buch des Gesetzes, ist also die Aufgabe des Gesetzes, und nichts Geringeres, als das, ist die Bedingung, unter welcher auf diesem Wege das Heil zu erreichen ist. | ||
| - | Wer sich denn außer Stand sieht, diese Bedingung zu erfüllen, der sehe sich nach einem andern | + | Wer sich denn außer Stand sieht, diese Bedingung zu erfüllen, der sehe sich nach einem anderen |
| - | Im dritten Monat sind nun die Kinder Israel außer | + | Im dritten Monat sind nun die Kinder Israel außer |
| - | Von Raphidim brechen wir jetzt auf und nehmen, nach göttlicher Anweisung, | + | Von Raphidim brechen wir jetzt auf und nehmen, nach göttlicher Anweisung, |
| - | Wir brechen von Raphadim auf, weil die Wolken- und Feuersäule es gebeut, und zieh’n. Wohin denn? Wohin anders, als in eine Wüste, von einer Wüste also in eine andere. Aber was dünkt euch dazu, wenn ich bemerke, | + | Wir brechen von Raphadim auf, weil die Wolken- und Feuersäule es gebeut, und zieh’n. Wohin denn? Wohin anders, als in eine Wüste, von einer Wüste also in eine andere. Aber was dünkt euch dazu, wenn ich bemerke, |
| - | Es geht noch immer schräg auf Canaan | + | Es geht noch immer schräg auf Kanaan |
| Bei dieser 11ten Lagerstätte bemerken wir: | Bei dieser 11ten Lagerstätte bemerken wir: | ||
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| 2tens das Hauptsächlichste von demjenigen, was sich daselbst zutrug. | 2tens das Hauptsächlichste von demjenigen, was sich daselbst zutrug. | ||
| - | Was nun den Namen Sinai betrifft, so ist derselbe mit dem Namen Sin gleichbedeutend und bezeichnet Dornen, namentlich Brombeeren. Mosi war diese Gegend nicht unbekannt, sondern als Hirte seines Schwiegervaters Jethro, hatte er noch vor kurzem dessen Heerde hier in der Umgegend gehütet, und daselbst das Gesicht von dem brennenden Senneh, d.i. Brombeerbusch, | + | Was nun den Namen Sinai betrifft, so ist derselbe mit dem Namen Sin gleichbedeutend und bezeichnet Dornen, namentlich Brombeeren. Mosi war diese Gegend nicht unbekannt, sondern als Hirte seines Schwiegervaters Jethro, hatte er noch vor kurzem dessen Heerde hier in der Umgegend gehütet, und daselbst das Gesicht von dem brennenden Senneh, d.i. Brombeerbusch, |
| - | Noch bemerken wir, daß der Name dieses Berges sich mit einem I, dem kleinsten Buchstaben der hebräischen Sprache, endet, der als Zahlreichen auch 10 bedeutet, und eben so viel Gebote gab Gott von diesem Berge herab. Auf diesen Buchstaben macht auch Jesus aufmerksam, wenn er sagt: es werde kein I, oder Tüttelchen von dem Gesetz fallen. Es muß also ganz erfüllt werden. Doch gilt dies auch von den Verheißungen, | + | Noch bemerken wir, dass der Name dieses Berges sich mit einem I, dem kleinsten Buchstaben der hebräischen Sprache, endet, der als Zahlreichen auch 10 bedeutet, und eben so viel Gebote gab Gott von diesem Berge herab. Auf diesen Buchstaben macht auch Jesus aufmerksam, wenn er sagt: es werde kein I, oder Tüttelchen von dem Gesetz fallen. Es muss also ganz erfüllt werden. Doch gilt dies auch von den Verheißungen, |
| - | Laßt uns aber jetzt zur Betrachtung dessen übergehen, was in der Wüste und sonderlich auf dem Berge Sinai geschah. Es geschah aber daselbst eine majestätische Offenbarung der Heiligkeit Gottes | + | Lasst uns aber jetzt zur Betrachtung dessen übergehen, was in der Wüste und sonderlich auf dem Berge Sinai geschah. Es geschah aber daselbst eine majestätische Offenbarung der Heiligkeit Gottes |
| - | Bis dahin war eigentlich kein Gesetz, oder doch nur sehr wenige Gebote gegeben, welches man die göttliche Haushaltung unter der Verheißung nennt, welche von Adam bis auf Moses 3tehalb 1000 Jahr währte. Am reinsten war diese Haushaltung vor der Sündfluth, in welchem Zeitraume es weiter keine bürgerliche Verfassung, keine Obrigkeit gab, keine Stände, keine Rechte, keine Gesetze und keine Richter. Da galt die vollkommenste Freiheit und Gleichheit. Nichts war ausdrücklich verboten, nichts geboten. Keiner brauchte | + | Bis dahin war eigentlich kein Gesetz, oder doch nur sehr wenige Gebote gegeben, welches man die göttliche Haushaltung unter der Verheißung nennt, welche von Adam bis auf Moses 3tehalb 1000 Jahr währte. Am reinsten war diese Haushaltung vor der Sündflut, in welchem Zeitraume es weiter keine bürgerliche Verfassung, keine Obrigkeit gab, keine Stände, keine Rechte, keine Gesetze und keine Richter. Da galt die vollkommenste Freiheit und Gleichheit. Nichts war ausdrücklich verboten, nichts geboten. Keiner brauchte |
| - | Nach derselben gab Gott einige Gesetze und verbot namentlich den Todtschlag. Es entstanden Obrigkeiten und Unterthanen, und die Menschen | + | Nach derselben gab Gott einige Gesetze und verbot namentlich den Totschlag. Es entstanden Obrigkeiten und Untertanen, und die Menschen |
| - | Jetzt war denn die Zeit gekommen, wo beides deutlicher | + | Jetzt war denn die Zeit gekommen, wo beides deutlicher |
| - | Laßt uns denn diese Gesetzgebung – diese Offenbarung der Heiligkeit Gottes näher erwägen. Es gingen einige Vorkehrungen vorher, wie wir 2. B. Mose 19 lesen. Zuerst machte Gott einen Bund mit dem Volke, nach welchem sie vor allen andern | + | Lasst uns denn diese Gesetzgebung – diese Offenbarung der Heiligkeit Gottes näher erwägen. Es gingen einige Vorkehrungen vorher, wie wir 2. B. Mose 19 lesen. Zuerst machte Gott einen Bund mit dem Volke, nach welchem sie vor allen anderen |
| - | Ueber diesen Vorkehrungen brach der dritte Tag an. Des Morgens früh hub es an zu donnern und zu blitzen, eine dicke Wolke senkte sich auf den Berg, und man vernahm den schmetternden Schall einer sehr starken Posaune. Der ganze Berg Sinai fing an zu rauchen, wie der Rauch von einem gewaltigen Ofen mit Feuerflammen untermengt, auch zitterte und bebte der ganze ungeheure Berg, so daß man sein Wackeln und Wanken deutlich sah. Konnte aber ein solches | + | Über diesen Vorkehrungen brach der dritte Tag an. Des Morgens früh hub es an zu donnern und zu blitzen, eine dicke Wolke senkte sich auf den Berg, und man vernahm den schmetternden Schall einer sehr starken Posaune. Der ganze Berg Sinai fing an zu rauchen, wie der Rauch von einem gewaltigen Ofen mit Feuerflammen untermengt, auch zitterte und bebte der ganze ungeheure Berg, so dass man sein Wackeln und Wanken deutlich sah. Konnte aber ein solches |
| - | Nachdem es lange getönet | + | Nachdem es lange getönt |
| - | Moses bekam nun Befehl von dem Herrn, zu ihm auf die Spitze des furchtbaren Berges zu steigen. So sah man denn doch, daß dieser majestätische Gott nicht durchaus unzugänglich war, und wer Verstand hatte, konnte daraus schließen, | + | Moses bekam nun Befehl von dem Herrn, zu ihm auf die Spitze des furchtbaren Berges zu steigen. So sah man denn doch, dass dieser majestätische Gott nicht durchaus unzugänglich war, und wer Verstand hatte, konnte daraus schließen, |
| - | Als Moses wieder unten beim Volk war, fing Gott selbst an, die zehn Gebote zu geben, die er jedoch auf eine sehr freundliche Weise anhub, indem er sagte: Ich bin der Herr, dein Gott. Hierauf gab er die Gebote, indem er sagte: du sollst keine and’re Götter neben mir haben u.s.w. – Dies waren also die Bundesartikel, | + | Als Moses wieder unten beim Volk war, fing Gott selbst an, die zehn Gebote zu geben, die er jedoch auf eine sehr freundliche Weise anhub, indem er sagte: Ich bin der Herr, dein Gott. Hierauf gab er die Gebote, indem er sagte: du sollst keine and’re Götter neben mir haben usw. – Dies waren also die Bundesartikel, |
| - | Diese Gesetzgebung geschah noch fortwährend unter den vorhin beschriebenen furchtbaren Umständen. Es machte auf das Volk einen um so gewaltigern | + | Diese Gesetzgebung geschah noch fortwährend unter den vorhin beschriebenen furchtbaren Umständen. Es machte auf das Volk einen umso gewaltigeren |
| - | Diesem von Gott genehmigten Vertrag gemäß, nach welchem Moses das Mittleramt zwischen Gott und dem Volk verwaltete, machte er sich hinzu in’s | + | Diesem von Gott genehmigten Vertrag gemäß, nach welchem Moses das Mittleramt zwischen Gott und dem Volk verwaltete, machte er sich hinzu ins Dunkle, da Gott innen war. Wer muss sich nicht wundern über das herrliche Vertrauen und die Zuversicht Mosis, |
| - | Auf dem Berge mit mehreren Geboten bekannt gemacht, welche er aufschrieb und die wir 2. B. Mos. 20 – 23 lesen, stieg Moses wieder vom Berge herab und theilte | + | Auf dem Berge mit mehreren Geboten bekannt gemacht, welche er aufschrieb und die wir 2. B. Mos. 20 – 23 lesen, stieg Moses wieder vom Berge herab und teilte |
| - | Laßt uns hier abbrechen. Betrachtet euch denn als mit Israel am Sinai stehend, und laßt euch durch dies feurige Gesetz aus eurem gefährlichen Traum und Schlummer wecken und euch zu Sündern machen, die mit Mosi aus dem Volke erschrecken und ernstlich fragen: welches ist der Weg zu Gott und seiner Gemeinschaft? | + | Lasst uns hier abbrechen. Betrachtet euch denn als mit Israel am Sinai stehend, und lasst euch durch dies feurige Gesetz aus eurem gefährlichen Traum und Schlummer wecken und euch zu Sündern machen, die mit Mosi aus dem Volke erschrecken und ernstlich fragen: welches ist der Weg zu Gott und seiner Gemeinschaft? |
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