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| - | ======Krummacher, | + | ======Krummacher, |
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| - | **Fünfzehnte Predigt.** | + | |
| Raphidim.\\ | Raphidim.\\ | ||
| Fortsetzung. | Fortsetzung. | ||
| - | 4. B. Mos. 33,14. u. 2. B. Mos. 17,4-6.\\ | + | 4. B. Mos. 33,14. u. 2. B. Mos. 17,4-6. |
| - | Es ist eine liebliche Verheißung, | + | Es ist eine liebliche Verheißung, |
| - | Der Thau ist etwas köstliches in der Natur und ein Segen für die Pflanzenwelt, | + | Der Tau ist etwas köstliches in der Natur und ein Segen für die Pflanzenwelt, |
| - | Dieser schöne Zustand wird in den Worten ausgedrückt: | + | Dieser schöne Zustand wird in den Worten ausgedrückt: |
| - | Soll nun Israel blühen, so bedarf’s dazu des Thau’s, muß sich aber anschicken, zu blühen, wie eine Lilie oder Rose. | + | Soll nun Israel blühen, so bedarf’s dazu des Taus, muss sich aber anschicken, zu blühen, wie eine Lilie oder Rose. |
| - | Den zu Raphidim entstandenen Mangel haben wir betrachtet. Er war dringend und groß. Er ließ sich durch nichts anderes ersetzen, sondern sie mußten | + | Den zu Raphidim entstandenen Mangel haben wir betrachtet. Er war dringend und groß. Er ließ sich durch nichts anderes ersetzen, sondern sie mussten |
| - | Mit Recht wandten sich die Kinder Israel an Mosen, den Mittler des alten Bundes, durch dessen Hand ihnen, nach göttlicher Haushaltung, | + | Mit Recht wandten sich die Kinder Israel an Mosen, den Mittler des alten Bundes, durch dessen Hand ihnen, nach göttlicher Haushaltung, |
| - | Doch half der Herr und zwar folgendermaßen. Es war zu Raphidim ein Fels, Namens Horeb, auf teutsch: Dürre. Diesen dürren Felsen bezeichnete Gott dem Moses als das Mittel, dem Wassermangel abzuhelfen. Es gehörte nicht wenig Glauben dazu, von solchem Mittel eine solche Wirkung zu hoffen, welche der Name und die Beschaffenheit des Mittels gar nicht hoffen ließen. Zwei Stücke aber konnten seinen Glauben stärken. Erstlich, das Stehen des Herrn auf demselben. Ich will daselbst vor dir stehen auf einem Felsen in Horeb; dadurch wurde derselbe vor allen andern | + | Doch half der Herr und zwar folgendermaßen. Es war zu Raphidim ein Fels, Namens Horeb, auf Deutsch: Dürre. Diesen dürren Felsen bezeichnete Gott dem Moses als das Mittel, dem Wassermangel abzuhelfen. Es gehörte nicht wenig Glauben dazu, von solchem Mittel eine solche Wirkung zu hoffen, welche der Name und die Beschaffenheit des Mittels gar nicht hoffen ließen. Zwei Stücke aber konnten seinen Glauben stärken. Erstlich, das Stehen des Herrn auf demselben. Ich will daselbst vor dir stehen auf einem Felsen in Horeb; dadurch wurde derselbe vor allen anderen |
| - | Der Apostel Paulus redet 1. Cor. 10,4 auf eine sehr merkwürdige Weise von dieser Begebenheit, | + | Der Apostel Paulus redet 1. Kor. 10,4 auf eine sehr merkwürdige Weise von dieser Begebenheit, |
| - | Gott that hier ein großes Wunder, worin sich seine Macht und Güte gegen so undankbare Menschen verherrlichte. Die Bemerkung des Apostels aber leitet uns auf ein Geheimniß, das hier verborgen liegt. Es war allerdings ein natürlicher Fels, aber derselbe bildete Christum, als den geistlichen Felsen ab, und wenn der Apostel sagt: der Fels war – so ist das so viel, als wenn er gesagt hätte: bedeutet Christum. Es war ein natürlicher Trank. Paulus nennt ihn aber **geistlich**, | + | Gott tat hier ein großes Wunder, worin sich seine Macht und Güte gegen so undankbare Menschen verherrlichte. Die Bemerkung des Apostels aber leitet uns auf ein Geheimnis, das hier verborgen liegt. Es war allerdings ein natürlicher Fels, aber derselbe bildete Christum, als den geistlichen Felsen ab, und wenn der Apostel sagt: der Fels war – so ist das so viel, als wenn er gesagt hätte: bedeutet Christum. Es war ein natürlicher Trank. Paulus nennt ihn aber **geistlich**, |
| - | Christus war allerdings schon damals, wie früher, der Fels, worauf sich alles gründete, woraus das Leben floß, wenn er gleich damals nur noch auf eine dunkle Weise erkannt wurde, der alttestamentlichen Dunkelheit gemäß. Auch Moses zeugte von Christo. | + | Christus war allerdings schon damals, wie früher, der Fels, worauf sich alles gründete, woraus das Leben floss, wenn er gleich damals nur noch auf eine dunkle Weise erkannt wurde, der alttestamentlichen Dunkelheit gemäß. Auch Moses zeugte von Christo. |
| - | Schon von Alters her ward ein Fels als ein Sinnbild der Gottheit betrachtet. Ein Fels ist Er, singt Moses 5,32. Ein Fels ist ein Bild der Ewigkeit. Sie sind da, ihren Anfang weiß Niemand. Sie sind ein Bild der Beständigkeit und Unveränderlichkeit, | + | Schon von Alters her ward ein Fels als ein Sinnbild der Gottheit betrachtet. Ein Fels ist Er, singt Moses 5,32. Ein Fels ist ein Bild der Ewigkeit. Sie sind da, ihren Anfang weiß Niemand. Sie sind ein Bild der Beständigkeit und Unveränderlichkeit, |
| - | Felsen sind bequem zur Sicherung, Wohnung, Fundament und kühlenden Schatten. Sehet, wie dies alles geistlicher Weise in der Vollkommenheit in Christo angetroffen wird. Bedarf und begehrt jemand Sicherheit gegen den, mit seinen Sünden verdienten Zorn Gottes und den eben so schrecklichen Fluch des Gesetzes – Sicherung gegen die listigen Anläufe des Satans oder dessen feurige Pfeile; Sicherung gegen die bedenklichen Versuchungen des schlimmen Feindes, | + | Felsen sind bequem zur Sicherung, Wohnung, Fundament und kühlenden Schatten. Sehet, wie dies alles geistlicher Weise in der Vollkommenheit in Christo angetroffen wird. Bedarf und begehrt jemand Sicherheit gegen den, mit seinen Sünden verdienten Zorn Gottes und den ebenso |
| - | Felsen dienen, mit denen oft darin befindlichen Höhlen, | + | Felsen dienen, mit denen oft darin befindlichen Höhlen, |
| - | Was taugt mehr zu einem Fundament, auch der größten Paläste, als ein Fels? Einen andern | + | Was taugt mehr zu einem Fundament, auch der größten Paläste, als ein Fels? Einen anderen |
| - | Felsen gewähren auch eine erquickende Kühlung und Schatten, die bei drückender Hitze so angenehm sind. Es giebt eine Hitze der Leiden, es giebt ein Feuer der Versuchung, es giebt einen Brand des Gewissens. Aber der Name des Herrn ist wie ein kühlender Schatten. | + | Felsen gewähren auch eine erquickende Kühlung und Schatten, die bei drückender Hitze so angenehm sind. Es gibt eine Hitze der Leiden, es gibt ein Feuer der Versuchung, es gibt einen Brand des Gewissens. Aber der Name des Herrn ist wie ein kühlender Schatten. |
| - | Dieser Fels stand in der dürren Wüste. Wovon hätte man weniger | + | Dieser Fels stand in der dürren Wüste. Wovon hätte man weniger |
| - | Jener Fels war röthlich | + | Jener Fels war rötlich |
| - | Jener Fels zu Raphidim, dies Bild Christi, ist von Granit, eine harte und kostbare Steinart. Wie hart machte er sich in seinen Leiden, da er sein Angesicht machte wie einen Kieselstein, | + | Jener Fels zu Raphidim, dies Bild Christi, ist von Granit, eine harte und kostbare Steinart. Wie hart machte er sich in seinen Leiden, da er sein Angesicht machte wie einen Kieselstein, |
| Süßer Jesu, Perl der Seelen,\\ | Süßer Jesu, Perl der Seelen,\\ | ||
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| Ewig meine Seel’ erfreue. | Ewig meine Seel’ erfreue. | ||
| - | Sollte aber dieser Fels Wasser geben, und eben dadurch den verschmachtenden Kindern Israel Erquickung, Errettung vom Tode und Leben bringen: so mußte | + | Sollte aber dieser Fels Wasser geben, und eben dadurch den verschmachtenden Kindern Israel Erquickung, Errettung vom Tode und Leben bringen: so musste |
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| - | Der Herr stand auf dem Felsen und bezeichnete so, welchen er meinte. Christus ist von Gott zu unserm Hohenpriestern und Mittler verordnet. Er ist uns von Gott gemacht. Es ist das Wohlgefallen gewesen, daß in ihm alle Fülle wohnen, daß in ihm alles Heil sein, daß Niemand zum Vater kommen sollte, als nur durch ihn. Ihm hat er alle Gewalt im Himmel und auf Erden gegeben. Ganz und mit allen unsern Angelegenheiten sind wir an ihn und an ihn allein verwiesen, weil der Vater ihm alles übergeben hat. Darum heißt es: glaubet an ihn, so werdet ihr selig. Auf ihn weiset alles hin, das alte wie das Neue Testament, Gesetz und Evangelium, selbst das Manna und dieser Fels. Wendet euch deswegen zu mir, und werdet selig aller Welt Ende! Sprechet einmüthig: wir wollen zum Herrn, und nehmt diese Worte mit: vergib uns unsere Sünde und thue uns wohl, so wollen wir dir opfern die Farren unserer Lippen. Assur soll uns nicht helfen, auf Rossen wollen wir nicht reiten, noch zu den Werken unserer Hände sagen: ihr seid unser Gott, sondern lass’ die Waisen bei dir Gnade finden. Hos. 14. Der Herr stand auf dem Felsen, und Gott war in Christo und versöhnete die Welt mit ihm selber. | + | |
| - | Durch das Schlagen des Felsen | + | Der Herr stand auf dem Felsen |
| - | Dieser Fels war der einzige Quell, der Wasser | + | Durch das Schlagen des Felsen wurde bewirkt, dass sich aus demselben das Wasser in Strömen ergoss, |
| - | O! so verstocket denn eure Herzen nicht, wie zu Massa und Meriba, wo Gott schwur | + | Dieser Fels war der einzige Quell, der Wasser gab, er gab’s aber in genugsamer Menge. Doch strömt jetzt kein Wasser mehr aus ihm, und mit Bedauern sieht der schmachtende Wanderer nur die 24 Öffnungen, als so viel Denkmäler |
| + | O! so verstocket denn eure Herzen nicht, wie zu Massa und Meriba, wo Gott schwur in seinem Zorn, sie sollten zu seiner Ruhe nicht kommen; sondern heute hört seine Gnadenstimme. Erkennet die Gabe Gottes, und wer der ist, von welchem wir reden und bittet ihn, so wird Er euch Wasser zu trinken geben, dass euch nie mehr dürstet, ja, das in Euch ein Quell des Wassers wird, der ins ewige Leben gießt. Amen. | ||
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