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| - | ======Krummacher, | + | ======Krummacher, |
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| - | **Dreizehnte Predigt.** | + | |
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| 4 Buch Mose 33,13.// | 4 Buch Mose 33,13.// | ||
| - | „Ich will euch wohl unter die Ruthe bringen und euch in die Bande des Bundes zwingen,“ spricht der Herr, Ezechiel 20,37. – In diesen Worten, drückt der Herr einen heiligen Unwillen und Eifer wider sein Volk aus, das ihn verlassen hat, der aber, wie aus dem Verfolg erhellet, von gesegneter Wirkung ist, welche Vers 41 also angegeben wird: Ihr werdet mir angenehm | + | „Ich will euch wohl unter die Rute bringen und euch in die Bande des Bundes zwingen,“ spricht der Herr, Ezechiel 20,37. – In diesen Worten, drückt der Herr einen heiligen Unwillen und Eifer wider sein Volk aus, das ihn verlassen hat, der aber, wie aus dem Verfolg erhellet, von gesegneter Wirkung ist, welche Vers 41 also angegeben wird: Ihr werdet mir angenehm |
| - | Ersteres weiß Gott, - dem übrigens beides eine Kleinigkeit ist, - schon dadurch zu bewirken, | + | Ersteres weiß Gott, - dem übrigens beides eine Kleinigkeit ist, - schon dadurch zu bewirken, |
| - | Aber auch das andere, ist ihm ein Geringes. Schnell und leicht kann er den Seelen den Sack ausziehen, | + | Aber auch das andere, ist ihm ein Geringes. Schnell und leicht kann er den Seelen den Sack ausziehen, |
| Gott führt die Seinigen bald so bald anders, und gebeut bald dem Süd- bald dem Nordwinde, durch seinen Garten zu wehen, damit seine Würze triefen. Hohel. 4,16. | Gott führt die Seinigen bald so bald anders, und gebeut bald dem Süd- bald dem Nordwinde, durch seinen Garten zu wehen, damit seine Würze triefen. Hohel. 4,16. | ||
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| Das zeigt sich auch besonders bei den Lagerstätten der Kinder Israel, mit deren Betrachtung wir, im Aufsehen auf den Herrn, fortzufahren gedenken. Der Herr erquicke uns durch sein Wort. | Das zeigt sich auch besonders bei den Lagerstätten der Kinder Israel, mit deren Betrachtung wir, im Aufsehen auf den Herrn, fortzufahren gedenken. Der Herr erquicke uns durch sein Wort. | ||
| - | „Von Daphka zogen sie aus, und lagerten sich in Alus.“ So fährt Moses fort, auf ausdrücklichen Befehl des Herrn, den Ausgang der Kinder Israel zu beschreiben, | + | „Von Daphka zogen sie aus, und lagerten sich in Alus.“ So fährt Moses fort, auf ausdrücklichen Befehl des Herrn, den Ausgang der Kinder Israel zu beschreiben, |
| - | Daphka – wie wir wissen – heißt schlagen, klopfen, werfen, und in so fern dies in leidendem Sinne genommen wird, daß man nehmlich | + | Daphka – wie wir wissen – heißt schlagen, klopfen, werfen, und insofern |
| - | Dieser Lagerstätte wird sonst nicht gedacht. Es wird sich daselbst also auch wohl, entweder nichts besonders Auffallendes zugetragen haben, oder doch nichts, was sich für die Mittheilung | + | Dieser Lagerstätte wird sonst nicht gedacht. Es wird sich daselbst also auch wohl, entweder nichts besonders Auffallendes zugetragen haben oder doch nichts, was sich für die Mitteilung |
| - | Es kann eine Art von Dämmerung | + | Es kann eine Art von Dämmerung |
| - | Noch bemerken wir vorläufig, | + | Noch bemerken wir vorläufig, |
| - | Tröstliche Aussicht, | + | Tröstliche Aussicht, |
| - | Endlich bemerken wir, daß das Volk noch immer in der Wüste **Sin** wandert. Vorher wars die Wüste **Etham**. d.i. harter Kiesboden, nun die Wüste Sin, d.i. das Dorngesträuch. Kann man sich wundern, wenn hie und da eins ritzt und sticht? O! wohl dem, der sich bei den Dornen, die er etwa auf seinem Pfade antrifft, erstlich seiner Sünden bußfertig erinnert und sich dadurch beugen und demüthigen läßt, der zweitens der Dornen gedenkt, womit unser Herr gekrönt und für uns ein Fluch ward, damit wir durch ihn erlöset | + | Endlich bemerken wir, dass das Volk noch immer in der Wüste **Sin** wandert. Vorher wars die Wüste **Etham**. d.i. harter Kiesboden, nun die Wüste Sin, d.i. das Dorngesträuch. Kann man sich wundern, wenn hie und da eins ritzt und sticht? O! wohl dem, der sich bei den Dornen, die er etwa auf seinem Pfade antrifft, erstlich seiner Sünden bußfertig erinnert und sich dadurch beugen und demütigen lässt, der zweitens der Dornen gedenkt, womit unser Herr gekrönt und für uns ein Fluch ward, damit wir durch ihn erlöst |
| - | Laßt uns nach diesen vorläufigen Bemerkungen, | + | Lasst uns nach diesen vorläufigen Bemerkungen, |
| - | Wir überließen uns der Hoffnung, das Wort Alus werde etwas angenehmes, liebliches bedeuten, und glaubten uns zu dieser | + | Wir überließen uns der Hoffnung, das Wort Alus werde etwas angenehmes, liebliches bedeuten, und glaubten uns zu dieser |
| Wir handeln hier nicht vom eigentlichen natürlichen Kneten, dessen Wissenschaft und Arbeit nur zu dem Geschäft einiger unter uns gehört. Das Volk wird hier selbst als ein Teig betrachtet, in welchem ein Sauerteig, ein anderswo her in es gelegtes Lebensprinzip liegt, das die ganze Masse durchdringen soll, die deswegen geknetet wird, um durch diese Bearbeitung genau mit sich selbst, und mit dem Lebensprinzip verbunden und bequem zu werden, die Form und Gestalt anzunehmen, die es haben soll, ohne auseinander zu bröckeln. – | Wir handeln hier nicht vom eigentlichen natürlichen Kneten, dessen Wissenschaft und Arbeit nur zu dem Geschäft einiger unter uns gehört. Das Volk wird hier selbst als ein Teig betrachtet, in welchem ein Sauerteig, ein anderswo her in es gelegtes Lebensprinzip liegt, das die ganze Masse durchdringen soll, die deswegen geknetet wird, um durch diese Bearbeitung genau mit sich selbst, und mit dem Lebensprinzip verbunden und bequem zu werden, die Form und Gestalt anzunehmen, die es haben soll, ohne auseinander zu bröckeln. – | ||
| - | Wir wissen, | + | Wir wissen, |
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| - | Wie und wodurch aber, wird dies böse Prinzip aus der menschlichen Natur weggeschafft? | + | |
| - | Es gibt mehrerlei Zusammenknetungen | + | Wie und wodurch aber, wird dies böse Prinzip aus der menschlichen |
| - | So sind auch einzelne Seelen, welche Gottes- | + | Es gibt mehrerlei Zusammenknetungen und Verbindungen in bösem, in bedenklichem, |
| - | Bedenklich | + | So sind auch einzelne Seelen, welche Gottes- |
| - | Es beweisen aber auch manche gute Seelen, daß sie noch nicht zu Alus gewesen, und noch nicht gehörig geknetet worden sind. Bei manchen zeigt sich ein unreifer, fleischlicher Eifer, andere mit Gewalt zu bekehren | + | Bedenklich sind die Verknetungen von solcher Art, wenn die Menschen ihre Weisheit, oder vielmehr ihre Torheit |
| - | Laßt uns davon noch einiges | + | Es beweisen aber auch manche gute Seelen, dass sie noch nicht zu Alus gewesen, und noch nicht gehörig geknetet worden sind. Bei manchen zeigt sich ein unreifer, fleischlicher Eifer, andere mit Gewalt zu bekehren und zu belehren. So wollen die Jünger, Feuer vom Himmel auf die Samariter fallen lassen, die Jesum nicht aufnehmen wollten. Bei manchen tritt einiges |
| - | Zuerst bemerken wir denn, daß sich kein echter Christ mit den ersten Anfängen des Christenthums begnügt, | + | Lasst uns davon noch einiges im guten und notwendigen Sinne bemerken. |
| - | Wir sind gleichsam eine Masse Mehl, wie der Herr dieses Bild vom Reiche Gottes braucht. Soll dieses Mehl genießbarer werden, so muß das Weib, d.i. der Heilige Geist, diese Mutter aller Kinder, die Gott geboren werden, ein wenig Sauerteig hineinlegen, derselbe aber die ganze Masse durchsäuern, | + | Zuerst bemerken wir denn, dass sich kein echter Christ mit den ersten Anfängen des Christentums begnügt, noch begnügen darf. Er meint nicht schon am Ziel zu sein, und alles erkannt und erfahren zu haben, wenn er einige Einsichten in sein Verderben und in das Evangelium empfangen hat. Er wird nicht satt und denkt nicht, ich bins nun. Freilich kommt eine anfangende Seele, besonders wenn ihr Bußkampf scharf, und die darauf erfolgte Tröstung und Versicherung von der Vergebung der Sünden, recht kräftig und durchdringend war, wohl auf die Gedanken: nun sei sie fertig, welches auch wohl wahr ist. Allein diesen Zustand möchte man nur mit Raemses, d.i. dem Freuden-Donner vergleichen – und das war doch nur die erste Lagerstätte, wo noch neun und dreißig andere und dann noch vollends der Jordan – der Strom des Gerichts übrig |
| - | Dennoch aber sagt dieser große Apostel: nicht daß ichs schon ergriffen habe, und begehrt zu erkennen, Ihn und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden, daß er seinem Tode ähnlich werde und hinankomme zur Auferstehung der Todten. Phil. 3. Mit Christo ist ein Licht in die Seele gekommen. Dies Licht soll sie aber mehr und mehr durchleuchten, bis daß sie ein Licht werde in dem Herrn; ein Leben ist in die Seele gekommen: dies Leben soll sie mehr und mehr durchdringen, daß sie auch sagen könne: ich lebe, doch nicht ich, sondern Christus lebet in mir; die Weisheit ist in ihr, die soll sie mehr und mehr erfüllen, daß es von ihr heißen könne: ihr wisset alles, denn ihr habet die Salbung von dem, der heilig ist. Die Vollkommenheit | + | Wir sind gleichsam eine Masse Mehl, wie der Herr dieses Bild vom Reiche Gottes braucht. Soll dieses Mehl genießbarer werden, so muss das Weib, d.i. der Heilige Geist, diese Mutter aller Kinder, die Gott geboren werden, |
| - | Dies ist also das Ziel, der Zweck. Er zeigt uns etwas vortreffliches. Aber welcher Weg führt | + | Dennoch aber sagt dieser große Apostel: nicht dass ichs schon ergriffen habe, und begehrt |
| - | Durch Kneten wird bewirkt, daß die ganze Masse genau mit sich selbst, | + | Dies ist also das Ziel, der Zweck. Er zeigt uns etwas vortreffliches. Aber welcher Weg führt zu diesem Ziele? Der Begriff des Knetens, zeigt wohl für die Natur nichts angenehmes an, so wie die Sache selbst, |
| - | Da wird freilich noch ein tüchtiges Kneten erforderlich seyn, wodurch das Eigene | + | Durch Kneten |
| - | Wehe aber denen, welche endlich als beharrlich Unbußfertige, unter die erschrecklichen | + | Da wird freilich noch ein tüchtiges Kneten erforderlich sein, wodurch das Eigene |
| + | Wehe aber denen, welche endlich als beharrlich Unbußfertige, | ||
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