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| Zions Schmerz und Klage. Schmerz und Klage spricht recht rührend gleich aus der Aufschrift: | Zions Schmerz und Klage. Schmerz und Klage spricht recht rührend gleich aus der Aufschrift: | ||
| - | **V. 1: „Ein Gebet des Elenden, so er betrübt ist und seine Klage vor dem Herrn ausschüttet.“ | + | **V. 1: „Ein Gebet des Elenden, so er betrübt ist und seine Klage vor dem Herrn ausschüttet.“ |
| Schon in dieser kurzen Aufschrift liegt eine schöne Lehre, eine wichtige Mahnung für uns alle, nämlich die: Wenn du betrübt bist, Seele, sei's um eigenes Leid, sei's um fremdes Unglück, sei's um häusliche oder allgemeine Landesnot - schütte deine Klage aus vor dem Herrn, wie man ein volles Gefäß ausschüttet, | Schon in dieser kurzen Aufschrift liegt eine schöne Lehre, eine wichtige Mahnung für uns alle, nämlich die: Wenn du betrübt bist, Seele, sei's um eigenes Leid, sei's um fremdes Unglück, sei's um häusliche oder allgemeine Landesnot - schütte deine Klage aus vor dem Herrn, wie man ein volles Gefäß ausschüttet, | ||
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| **V. 4-6: „Meine Tage sind vergangen wie ein Rauch und meine Gebeine sind verbrannt wie ein Brand.“** Wie ein Rauch in der Luft verfliegt und keine Spur zurücklässt, | **V. 4-6: „Meine Tage sind vergangen wie ein Rauch und meine Gebeine sind verbrannt wie ein Brand.“** Wie ein Rauch in der Luft verfliegt und keine Spur zurücklässt, | ||
| - | **V. 7. 8: „Ich bin gleich wie eine Rohrdommel in der Wüste; ich bin gleich wie ein Käuzlein in den verstörten Städten. Ich wache und bin wie ein einsamer Vogel auf dem Dach.“ | + | **V. 7. 8: „Ich bin gleich wie eine Rohrdommel in der Wüste; ich bin gleich wie ein Käuzlein in den verstörten Städten. Ich wache und bin wie ein einsamer Vogel auf dem Dach.“ |
| Wie ein menschenscheuer Vogel, der in tiefer Waldeinsamkeit nistet und aufgescheucht noch tiefer ins Dickicht flieht, sowie er einen Menschentritt im Waldgras rauschen hört, oder wie ein nächtliches Käuzlein, das vor dem Licht des Tages sich versteckt in altem Mauerwerk und nur in stiller Nacht seine schauerliche Stimme hören lässt, oder wie eine klagende Turteltaube auf dem Dach, der man ihre Jungen geraubt hat, so kommt der Psalmist in seinem Jammer, in seiner Fremde sich vor. Das Unglück macht ja nicht nur, dass man von den Menschen geflohen wird, sondern auch dass man die Menschen flieht. Man wird menschenscheu, | Wie ein menschenscheuer Vogel, der in tiefer Waldeinsamkeit nistet und aufgescheucht noch tiefer ins Dickicht flieht, sowie er einen Menschentritt im Waldgras rauschen hört, oder wie ein nächtliches Käuzlein, das vor dem Licht des Tages sich versteckt in altem Mauerwerk und nur in stiller Nacht seine schauerliche Stimme hören lässt, oder wie eine klagende Turteltaube auf dem Dach, der man ihre Jungen geraubt hat, so kommt der Psalmist in seinem Jammer, in seiner Fremde sich vor. Das Unglück macht ja nicht nur, dass man von den Menschen geflohen wird, sondern auch dass man die Menschen flieht. Man wird menschenscheu, | ||
| - | **V. 9: „Täglich schmähen mich meine Feinde, und die mich spotten, schwören bei mir.“ | + | **V. 9: „Täglich schmähen mich meine Feinde, und die mich spotten, schwören bei mir.“ |
| An Schmach und Spott wird's freilich den Kindern Israel nicht gefehlt haben unter dem stolzen Heidenvolk, von dem sie besiegt worden waren, und auch was nicht bös gemeint war, jedes lustige Wort, das sie hören, jeder neugierige Blick, den sie aushalten mussten, wird ihnen wehe getan haben und wie eine Beleidigung erschienen sein. Aber was dem frommen Sänger noch weher tut als der Blick irgend eines menschlichen Auges, das ist der strafende Blick Gottes, den er auf sich und seinem Volke ruhen sieht. Als einen von Gott Gestraften und Geschlagenen stellt er sich dar: | An Schmach und Spott wird's freilich den Kindern Israel nicht gefehlt haben unter dem stolzen Heidenvolk, von dem sie besiegt worden waren, und auch was nicht bös gemeint war, jedes lustige Wort, das sie hören, jeder neugierige Blick, den sie aushalten mussten, wird ihnen wehe getan haben und wie eine Beleidigung erschienen sein. Aber was dem frommen Sänger noch weher tut als der Blick irgend eines menschlichen Auges, das ist der strafende Blick Gottes, den er auf sich und seinem Volke ruhen sieht. Als einen von Gott Gestraften und Geschlagenen stellt er sich dar: | ||
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| Nun hält der Psalmist dem Herrn weiter vor das sehnsuchtsvolle Harren seiner Knechte: | Nun hält der Psalmist dem Herrn weiter vor das sehnsuchtsvolle Harren seiner Knechte: | ||
| - | **V. 15: „Denn deine Knechte wollten gerne, dass sie gebaut würde, und sähen gerne, dass ihre Steine und Kalk zugerichtet würden.“ | + | **V. 15: „Denn deine Knechte wollten gerne, dass sie gebaut würde, und sähen gerne, dass ihre Steine und Kalk zugerichtet würden.“ |
| Ach, das möchten ja auch heute alle treuen Knechte Gottes, dass das unsichtbare Zion gebaut würde, dass die Risse geheilt, dass die Mauern befestigt würden, dass dem Reich Gottes und der Kirche Christi, die so vielfach darniederliegt, | Ach, das möchten ja auch heute alle treuen Knechte Gottes, dass das unsichtbare Zion gebaut würde, dass die Risse geheilt, dass die Mauern befestigt würden, dass dem Reich Gottes und der Kirche Christi, die so vielfach darniederliegt, | ||