Unterschiede

Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen der Seite angezeigt.

Link zu der Vergleichsansicht

autoren:c:chalmers_thomas:chalmers-auszuege [] – angelegt ajautoren:c:chalmers_thomas:chalmers-auszuege [] (aktuell) aj
Zeile 79: Zeile 79:
 Und was ist das für ein Schauplag, fragen wir, wo ihr jene gewaltigen Streitkräfte des Feindes zu bekämpfen euch vornehmt, die ihr jetzt gegen euch aufzureizen so geschäftig seid? Was ist das für ein Kampfplay, nach dem ihr jetzt ausschaut als nach dem Orte, wo ihr einen Sieg über alle jene furchtbaren Feinde erringen werdet, denen ihr eben jetzt eine so gewaltige Rüstung anleget, dass ihr sie, wie wir euch mit unbedingter Sicherheit voraussagen können, unwiderstehlich finden werdet? über die Torheit einer so trügerischen Selbsttäuschung! Der in Aussicht genommene Schauplatz, auf dem dieser Kampf für die Ewigkeit gekämpft und dieser Sieg für die Krone der Herrlichkeit gewonnen werden soll, ist ein Sterbebett. Dann, wenn der letzte Bote am Bette des Sterbenden steht und ihm sein grinsendes Angesicht voller Schrecken zeigt, hofft er, das arme Opfer der Betörung, zu kämpfen und obzusiegen gegen alle seine Feinde, gegen die unerbittliche Tyrannei der Gewohnheit, gegen die Verhärtung des eigenen Herzens, das sich jetzt alle Mühe gibt, sich selbst immer mehr zu verstocken gegen den Geist Gottes, der sein Loos vielleicht schon lange mit dem Ausspruch besiegelt: „Er wird seinen eigenen Weg gehen und nach seinem eigenen Ratschlusse wandeln; ich werde mir keine Mühe mehr machen und ihn sich selbst überlassen“ - gegen Satan, dem er es alle Tage ermöglicht hat, neue Vorteile über ihn zu gewinnen, und der nicht wird willens sein, die Beute, an die er so viele Tücken verschwendet, und die er mit so vielen Ränken umstrickt hat, wieder fahren zu lassen. Und so sieht es mit den Feinden aus, welche ihr, die ihr unglücklicherweise auf die Buße in der elften Stunde rechnet, jeden Tag mit größerer Kraft und Furchtbarkeit gegen euch selbst ins Feld führet; und wie dürfen wir daran denken, euch mit einer andern Buße hinüberziehen zu lassen, als die des unschätzbaren Augenblickes ist, der jetzt an euch vorübergeht, wenn wir vor uns die Schrecken jener unvergesslichen Stunde sehen, da ihr den Preis der Unsterblichkeit gewinnen wollet, und zwar ohne Hilfe und allein, trotz der gewaltigen Rüstung, die ihr selbst gegen euch geschmiedet habt ein Sterbebette ein mattes, kurzatmiges, hustendes und ruheloses Sterbebett; jener Anblick der Schwäche, wo der arme Mensch keinen Bissen mehr zu sich nehmen kann, wo er Wärter um sich haben muss, die ihn pflegen und Acht geben auf jeden seiner Wünsche und jedes seiner Zeichen deuten, und ihn stets in die Lage bringen, darin er für einen Augenblick Ruhe finden kann, und den kalten Schweiß, der ihn bedeckt, wegwischen und ihm mit Herzstärkungen gegen Durst und Schmerzen und unerträgliche Mattigkeit zu Hilfe kommen. Und das ist die Zeit, da ihr, von solchen Empfindungen beherrscht und von solchen Kämpfen in Anspruch genommen, euch vornehmt, im engen Rahmen weniger jammervoller Tage jenes Geschäft abzutun, das in sich die Sorge für eine vernachlässigte Ewigkeit begreift! Und was ist das für ein Schauplag, fragen wir, wo ihr jene gewaltigen Streitkräfte des Feindes zu bekämpfen euch vornehmt, die ihr jetzt gegen euch aufzureizen so geschäftig seid? Was ist das für ein Kampfplay, nach dem ihr jetzt ausschaut als nach dem Orte, wo ihr einen Sieg über alle jene furchtbaren Feinde erringen werdet, denen ihr eben jetzt eine so gewaltige Rüstung anleget, dass ihr sie, wie wir euch mit unbedingter Sicherheit voraussagen können, unwiderstehlich finden werdet? über die Torheit einer so trügerischen Selbsttäuschung! Der in Aussicht genommene Schauplatz, auf dem dieser Kampf für die Ewigkeit gekämpft und dieser Sieg für die Krone der Herrlichkeit gewonnen werden soll, ist ein Sterbebett. Dann, wenn der letzte Bote am Bette des Sterbenden steht und ihm sein grinsendes Angesicht voller Schrecken zeigt, hofft er, das arme Opfer der Betörung, zu kämpfen und obzusiegen gegen alle seine Feinde, gegen die unerbittliche Tyrannei der Gewohnheit, gegen die Verhärtung des eigenen Herzens, das sich jetzt alle Mühe gibt, sich selbst immer mehr zu verstocken gegen den Geist Gottes, der sein Loos vielleicht schon lange mit dem Ausspruch besiegelt: „Er wird seinen eigenen Weg gehen und nach seinem eigenen Ratschlusse wandeln; ich werde mir keine Mühe mehr machen und ihn sich selbst überlassen“ - gegen Satan, dem er es alle Tage ermöglicht hat, neue Vorteile über ihn zu gewinnen, und der nicht wird willens sein, die Beute, an die er so viele Tücken verschwendet, und die er mit so vielen Ränken umstrickt hat, wieder fahren zu lassen. Und so sieht es mit den Feinden aus, welche ihr, die ihr unglücklicherweise auf die Buße in der elften Stunde rechnet, jeden Tag mit größerer Kraft und Furchtbarkeit gegen euch selbst ins Feld führet; und wie dürfen wir daran denken, euch mit einer andern Buße hinüberziehen zu lassen, als die des unschätzbaren Augenblickes ist, der jetzt an euch vorübergeht, wenn wir vor uns die Schrecken jener unvergesslichen Stunde sehen, da ihr den Preis der Unsterblichkeit gewinnen wollet, und zwar ohne Hilfe und allein, trotz der gewaltigen Rüstung, die ihr selbst gegen euch geschmiedet habt ein Sterbebette ein mattes, kurzatmiges, hustendes und ruheloses Sterbebett; jener Anblick der Schwäche, wo der arme Mensch keinen Bissen mehr zu sich nehmen kann, wo er Wärter um sich haben muss, die ihn pflegen und Acht geben auf jeden seiner Wünsche und jedes seiner Zeichen deuten, und ihn stets in die Lage bringen, darin er für einen Augenblick Ruhe finden kann, und den kalten Schweiß, der ihn bedeckt, wegwischen und ihm mit Herzstärkungen gegen Durst und Schmerzen und unerträgliche Mattigkeit zu Hilfe kommen. Und das ist die Zeit, da ihr, von solchen Empfindungen beherrscht und von solchen Kämpfen in Anspruch genommen, euch vornehmt, im engen Rahmen weniger jammervoller Tage jenes Geschäft abzutun, das in sich die Sorge für eine vernachlässigte Ewigkeit begreift!
  
-=====c. Auf den Tod der Prinzessin Charlotte.=====+====c. Auf den Tod der Prinzessin Charlotte.====
  
 Vor wenigen Tagen war Alles noch so voll Leben und Verheißung und Sicherheit, als wir von der Unruhe der großartigen Zurüstungen lasen, und man uns von der Kunst und dem Talent erzählte, das bei der Dienstleistung zur Geltung kam, und wir von der zahlreichen Anwesenheit derer hörten, die die hervorragendste Stellung in der Nation einnehmen, und wie die Staatsbeamten und die Würdenträger des Landes in glänzenden Equipagen zum Schauplatz der Erwartung gefahren wurden, als gälte es zu den Freuden eines kommenden Festtages - ja, und man sagte uns auch, dass die Glocken der benachbarten Dörfer alle für den freudigen Klang des Glückwunsches in Bereitschaft standen, und dass die harrende Hauptstadt unsers Reiches, auf den Fußspitzen der Ankündigung ihres künftigen Monarchen harrend, ihre geflügelten Eilboten bestellt hatte, um die willkommene Kunde aufs Schnellste den Ohren ihrer Bürger zuzutragen, und dass von ihr eine Botschaft der Freude durch alle Provinzen des Landes die Runde machen sollte; und das Vaterland war im Begriffe, zu vergessen, was es gelitten und sich dem Jubel eines fröhlichen und für Alle bestimmten Festes hinzugeben. O Tod! Du hast freilich die Zeit und das Opfer wohl gewählt, um die grausame Überlegenheit deiner Macht über alle Hoffnungen und Wünsche unseres Geschlechtes darzutun! Unsere blühende Prinzessin, welche die Einbildungskraft mit der Krone dieses Reichs geschmückt hatte und unter deren freundlichem Einfluss Alles sich so schön für das Wohl und den Frieden unserer Nation anließ, hat er auf die Totenbahre gestreckt! Und als ob er das Maß seines Triumphes voll machen wollte, hat er an ihre Seite jenes Kindlein gelegt, das ohne ihn würde der Monarch einer künftigen Generation geworden sein, und er hat das getan, was er sonst durch keine einzige Leistung hätte vollführen können: er hat über unser ganzes Land die Trauer um einen solchen Verlust gebracht, dass kein lebendes Glied unserer Königsfamilie ihn ersehen kann; er hat die direkte Nachfolge auf dem Thron von England unterbrochen; durch ein und denselben Trauerfall hat er im Lande ernstliche Sorge ums öffentliche Wohl wachgerufen, und in das Herz eines Jeden und in alle Familien einen Kummer gebracht, der so sehr empfunden wird, wie die schmerzliche Heimsuchung im eigenen Hause. Vor wenigen Tagen war Alles noch so voll Leben und Verheißung und Sicherheit, als wir von der Unruhe der großartigen Zurüstungen lasen, und man uns von der Kunst und dem Talent erzählte, das bei der Dienstleistung zur Geltung kam, und wir von der zahlreichen Anwesenheit derer hörten, die die hervorragendste Stellung in der Nation einnehmen, und wie die Staatsbeamten und die Würdenträger des Landes in glänzenden Equipagen zum Schauplatz der Erwartung gefahren wurden, als gälte es zu den Freuden eines kommenden Festtages - ja, und man sagte uns auch, dass die Glocken der benachbarten Dörfer alle für den freudigen Klang des Glückwunsches in Bereitschaft standen, und dass die harrende Hauptstadt unsers Reiches, auf den Fußspitzen der Ankündigung ihres künftigen Monarchen harrend, ihre geflügelten Eilboten bestellt hatte, um die willkommene Kunde aufs Schnellste den Ohren ihrer Bürger zuzutragen, und dass von ihr eine Botschaft der Freude durch alle Provinzen des Landes die Runde machen sollte; und das Vaterland war im Begriffe, zu vergessen, was es gelitten und sich dem Jubel eines fröhlichen und für Alle bestimmten Festes hinzugeben. O Tod! Du hast freilich die Zeit und das Opfer wohl gewählt, um die grausame Überlegenheit deiner Macht über alle Hoffnungen und Wünsche unseres Geschlechtes darzutun! Unsere blühende Prinzessin, welche die Einbildungskraft mit der Krone dieses Reichs geschmückt hatte und unter deren freundlichem Einfluss Alles sich so schön für das Wohl und den Frieden unserer Nation anließ, hat er auf die Totenbahre gestreckt! Und als ob er das Maß seines Triumphes voll machen wollte, hat er an ihre Seite jenes Kindlein gelegt, das ohne ihn würde der Monarch einer künftigen Generation geworden sein, und er hat das getan, was er sonst durch keine einzige Leistung hätte vollführen können: er hat über unser ganzes Land die Trauer um einen solchen Verlust gebracht, dass kein lebendes Glied unserer Königsfamilie ihn ersehen kann; er hat die direkte Nachfolge auf dem Thron von England unterbrochen; durch ein und denselben Trauerfall hat er im Lande ernstliche Sorge ums öffentliche Wohl wachgerufen, und in das Herz eines Jeden und in alle Familien einen Kummer gebracht, der so sehr empfunden wird, wie die schmerzliche Heimsuchung im eigenen Hause.
  
-=====d. Auf den Tod von Dr. Thomson.=====+====d. Auf den Tod von Dr. Thomson.====
  
 //Thomson war neben Chalmers einer der hervorragendsten Führer der evangelischen Partei. Er starb den 15. Februar 1831 als Pfarrer in Edinburgh. Chalmers hielt am folgenden Sonntag die übliche Gedächtnispredigt, aus der wir hier die auf den Toten bezügliche Stelle mitteilen.// //Thomson war neben Chalmers einer der hervorragendsten Führer der evangelischen Partei. Er starb den 15. Februar 1831 als Pfarrer in Edinburgh. Chalmers hielt am folgenden Sonntag die übliche Gedächtnispredigt, aus der wir hier die auf den Toten bezügliche Stelle mitteilen.//