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 V. 19. ** So werden sie erkennen **usw. Auch hier ist nicht eine Gotteserkenntnis von heilsamer Art gemeint, sondern nur diejenige, die Gottes scharf züchtigende Hand den Gottlosen abzwingt. Zwar heißt es nicht bloß, sie würden einsehen, dass es einen Gott gebe, sondern es wird eine etwas bestimmtere Erkenntnis sein. Die gottentfremdeten Menschen, denen die wahre Religion zuvor ein Gegenstand der Verachtung war, werden merken, dass das der einige Gott sei, der sich im Gesetz geoffenbart hat und in Judäa verehrt wird. Bei alledem ist es doch nur eine leere, halt- und kraftlose Erkenntnis. Denn die Gottlosen unterwerfen sich dem Herrn weder ernstlich, noch freiwillig. Sie lassen sich nur ungern zu einem vorgeblichen Gehorsam herbei oder wagen es, so lange er sie im Zaum hält, nicht, sich offen gegen ihn aufzulehnen. Solche Erkenntnis beruht also nur auf äußerliche Erfahrung und lässt das Herz unberührt. Ein besonderer Nachdruck liegt nun auf dem **„Du“, **indem der Gott Israels all den andern erdichteten Göttern gegenübergestellt wird. Der Prophet will sagen: Herr, gib, dass sie erkennen, dass die Götzen, die sie sich gemacht, nichts sind. In der Tat, ob die Verächter Gottes dem Lichte noch so sehr zu entfliehen suchen und sich bald einen eitlen Dunst vormachen, bald ganz sich in Finsternis hüllen, so geht ihnen doch Gott nach und bringt sie zu seiner Erkenntnis, von der sie freilich am liebsten nichts wissen möchten. Weil aber die Welt den heiligen Namen Gottes unterschiedslos und in unwürdiger Weise auf ihre erdachten Götzen überträgt, so tritt der heilige Sänger dem entgegen, indem er fortfährt: dass du ** mit deinem Namen heißest Herr allein, **mit anderen Worten: Er ist allein das, was er heißt. Denn mögen auch die Ungläubigen seine Herrlichkeit in Stücke reißen: Er bleibt doch unversehrt. Diesen Gegensatz zwischen dem wahren Gott und den erdachten Götzen müssen wir stets im Auge behalten. Es hat ja kein Volk gegeben, das so unwissend gewesen wäre, gar keinerlei Gottheit zu verehren. Vielmehr machte sich jedes Land seine eigenen Götter zurecht. Und wenn die Moabiter, Edomiter und andere dem Gott Israels eine gewisse Macht zugestanden, so dachten sie sich dieselbe auf das Gebiet Judäas beschränkt. In diesem Sinne drückte sich z. B. der König von Syrien aus (1. Kön. 20, 23): „Ihre Götter sind Berggötter“. Mit kurzem Wort wird solch verkehrtes Zerteilen der Ehre Gottes abgewiesen, aller Aberglaube, der damals in der Welt bestand, abgetan und allein für Israels Gott sein göttliches Wesen und göttlicher Name bekräftigt, mit den weiteren Worten nämlich: „**und ** (dass du allein bist) ** der Höchste in aller Welt“. **Das ist wohl zu beachten. Denn die Abergläubischen begnügen sich meistens damit, Gott seinen Namen dem Buchstaben nach zu belassen, während sie doch seine Macht nicht gelten lassen wollen, als ob seine Majestät nichts weiter wäre als ein leerer Titel. So wollen wir denn erkennen, dass Gott seine Hoheit über die Menschen nicht anders behauptet, als indem man ihm auch seine Herrschaft belässt und ihm kein Wesen gegenüberstellt, das seine Ehre verdunkelt.  V. 19. ** So werden sie erkennen **usw. Auch hier ist nicht eine Gotteserkenntnis von heilsamer Art gemeint, sondern nur diejenige, die Gottes scharf züchtigende Hand den Gottlosen abzwingt. Zwar heißt es nicht bloß, sie würden einsehen, dass es einen Gott gebe, sondern es wird eine etwas bestimmtere Erkenntnis sein. Die gottentfremdeten Menschen, denen die wahre Religion zuvor ein Gegenstand der Verachtung war, werden merken, dass das der einige Gott sei, der sich im Gesetz geoffenbart hat und in Judäa verehrt wird. Bei alledem ist es doch nur eine leere, halt- und kraftlose Erkenntnis. Denn die Gottlosen unterwerfen sich dem Herrn weder ernstlich, noch freiwillig. Sie lassen sich nur ungern zu einem vorgeblichen Gehorsam herbei oder wagen es, so lange er sie im Zaum hält, nicht, sich offen gegen ihn aufzulehnen. Solche Erkenntnis beruht also nur auf äußerliche Erfahrung und lässt das Herz unberührt. Ein besonderer Nachdruck liegt nun auf dem **„Du“, **indem der Gott Israels all den andern erdichteten Göttern gegenübergestellt wird. Der Prophet will sagen: Herr, gib, dass sie erkennen, dass die Götzen, die sie sich gemacht, nichts sind. In der Tat, ob die Verächter Gottes dem Lichte noch so sehr zu entfliehen suchen und sich bald einen eitlen Dunst vormachen, bald ganz sich in Finsternis hüllen, so geht ihnen doch Gott nach und bringt sie zu seiner Erkenntnis, von der sie freilich am liebsten nichts wissen möchten. Weil aber die Welt den heiligen Namen Gottes unterschiedslos und in unwürdiger Weise auf ihre erdachten Götzen überträgt, so tritt der heilige Sänger dem entgegen, indem er fortfährt: dass du ** mit deinem Namen heißest Herr allein, **mit anderen Worten: Er ist allein das, was er heißt. Denn mögen auch die Ungläubigen seine Herrlichkeit in Stücke reißen: Er bleibt doch unversehrt. Diesen Gegensatz zwischen dem wahren Gott und den erdachten Götzen müssen wir stets im Auge behalten. Es hat ja kein Volk gegeben, das so unwissend gewesen wäre, gar keinerlei Gottheit zu verehren. Vielmehr machte sich jedes Land seine eigenen Götter zurecht. Und wenn die Moabiter, Edomiter und andere dem Gott Israels eine gewisse Macht zugestanden, so dachten sie sich dieselbe auf das Gebiet Judäas beschränkt. In diesem Sinne drückte sich z. B. der König von Syrien aus (1. Kön. 20, 23): „Ihre Götter sind Berggötter“. Mit kurzem Wort wird solch verkehrtes Zerteilen der Ehre Gottes abgewiesen, aller Aberglaube, der damals in der Welt bestand, abgetan und allein für Israels Gott sein göttliches Wesen und göttlicher Name bekräftigt, mit den weiteren Worten nämlich: „**und ** (dass du allein bist) ** der Höchste in aller Welt“. **Das ist wohl zu beachten. Denn die Abergläubischen begnügen sich meistens damit, Gott seinen Namen dem Buchstaben nach zu belassen, während sie doch seine Macht nicht gelten lassen wollen, als ob seine Majestät nichts weiter wäre als ein leerer Titel. So wollen wir denn erkennen, dass Gott seine Hoheit über die Menschen nicht anders behauptet, als indem man ihm auch seine Herrschaft belässt und ihm kein Wesen gegenüberstellt, das seine Ehre verdunkelt. 
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