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| - | ======Brenz, | ||
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| - | 1538. | ||
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| - | Matth. 21,1-9.\\ | ||
| - | **Da sie nun nahe bei Jerusalem kamen gen Bethphage an den Ölberg, sandte Jesus seiner Jünger zween, und sprach zu ihnen: Geht hin in den Flecken, der vor euch liegt, und bald werdet ihr eine Eselin finden angebunden, und ein Füllen bei ihr; löst sie auf, und führt sie zu mir. Und so euch Jemand etwas wird sagen, so sprechet: Der Herr bedarf ihrer; so bald wird er sie euch lassen. Das geschah aber alles, auf dass erfüllt würde, das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmütig, | ||
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| - | Unsere Altvordern, welche die kirchlichen Ordnungen festgestellt, | ||
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| - | Anfangs nämlich, als Christi Kirche durch die Predigt des Evangeliums neu gepflanzt ward, da wurde den Christen sowohl von Juden als von Heiden vorgeworfen, | ||
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| - | **von der Beschaffenheit unserer Religion** | ||
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| - | zu reden. Und zwar wollen wir zuerst zeigen, //welches jene wahre Religion sei//, oder der Glaube, worüber jetzt Vornehm und Gering unter einander streiten, wodurch wir gerechtfertigt und erlöst werden. Danach werden wir in der Kürze zeigen, dieser Glaube sei nicht erst neuerdings ersonnen, habe auch nicht erst angefangen mit der Zeit, als Christus Mensch geworden ist, sondern er //sei die älteste von allen Religionen// | ||
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| - | Ist also anfangs die Rede gewesen von dem wahren Glauben, durch den wir gerechtfertigt und erlöst werden, so darf man das nicht von der Beobachtung der äußeren kirchlichen Gebräuche verstehen: haben doch die Päpstler und Mönche ihre Gebräuche, und die Einen diese, die Anderen jene Gebräuche. So haben auch die Türken ihre kirchlichen Einrichtungen; | ||
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| - | Ist daher weder die Beobachtung des kirchlichen Brauches, noch die Erkenntnis des Guten und des Bösen, noch die Erkenntnis der anderen Welt jener wahre Glaube, von dem wir jetzt reden: - was ist denn nun? Das fürwahr ist der Fall, dass er das Mittel und der Weg ist, mit Gott so versöhnt zu werden, dass er uns für Gerechte gelten lässt und uns ewiges Heil gewährt. Erkennen wir nämlich auch an, dass es einen Gott gebe, und was gut sei, und dass eine zukünftige Welt da sei, wo die Bösen bestraft und die Guten selig werden: so erschrecken wir dennoch mehr, als wir Trost empfangen, wenn wir ferner erkennen, dass dieser Gott uns zürne, dass wir nicht vollkommen das Gute tun und die Strafe der zukünftigen Welt verdient haben. Hier also handelt es sich um den Weg und die Art, wie Gott mit uns versöhnt werde, dass er uns für gerecht gelten lässt und uns die ewige Glückseligkeit schenkt. Hier entstehen nun in Wahrheit jene Streitigkeiten in Betreff des Glaubens oder der Religion; denn ein Volk hat diesen, ein anderes jenen Weg, Gott zu versöhnen und Glückseligkeit zu erlangen. Der Heide hat seine sittlichen Vorzüge. Der Jude hat seine Beschneidung und die Opfer. Der Heuchler unter den Christen hat seine Messen und Wallfahrten, | ||
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| - | Diese Religion ist nicht mit Adam untergegangen, | ||
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| - | Um euch aber nicht länger als recht ist, hinzuhalten, | ||
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| - | Wie nun? - sprichst du. Abraham hat die Beschneidung und die Opfer gehabt, wovon wir Nichts haben; und wir haben die Taufe und das Mahl des Herrn, was Abraham nicht gehabt hat, wie ist es also derselbe Glaube? Antwort: oben ist gesagt, dass die Sakramente und die kirchlichen Gebräuche nicht der Glaube selber sind. Abraham und die übrigen Erzväter haben zwar andere Sakramente, nicht aber einen anderen Glauben gehabt. Und Gott hat nach Maßgabe der Zeit, des Ortes und der Personen zwar die Sakramente, nicht aber den Glauben geändert. Die Sakramente nämlich sind die Mägde des Glaubens, der Glaube ist die Herrin; die Majestät der Herrin bleibt, der Dienst der Mägde ändert sich. Die Sakramente sind die Werkzeuge, durch die wir unseren Glauben stärken. Da also dieser Glaube an Christum der älteste ist, so lasst uns ihn lernen und festhalten in Christo Jesu, unserem Herrn, welcher Gott ist, hochgepriesen in Ewigkeit. Amen. | ||
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