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| - | ======Baur, Wilhelm - Jesus Christus, unsere Versöhnung - Sonntag Lätare.====== | ||
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| - | Wer hat dich so geschlagen \\ | ||
| - | Mein Heil, und dich mit Plagen \\ | ||
| - | So übel zugericht' | ||
| - | Du bist ja nicht ein Sünder, \\ | ||
| - | Wie wir und unsre Kinder, \\ | ||
| - | Von Übeltaten weißt du nicht. | ||
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| - | Ich, ich und meine Sünden, \\ | ||
| - | Die sich wie Körnlein finden \\ | ||
| - | Des Sandes an dem Meer, \\ | ||
| - | Die haben dir erreget, \\ | ||
| - | Das Elend, das dich schläget \\ | ||
| - | Um das betrübte Marterheer. Amen. | ||
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| - | Geliebte, unter dem Kreuz versammelte Gemeinde! Das Leiden und Sterben unsers Heilands gibt der gegenwärtigen Zeit des Jahres ihre eigentümliche Stimmung: einen tiefen Ernst der Selbstbetrachtung durch die Betrachtung des einzig Sündlosen, der den Sold der Sünde, den Tod, in einzig schwerer Weise bezahlt hat. Wir sehen ihn in Gethsemane, auch von den liebsten Menschen im Todeskampfe allein gelassen, und fragen uns, wie weit denn unsere Liebe geht, mitzuleiden mit den Leidenden und auszuharren, | ||
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| - | Lamm Gottes, unschuldig\\ | ||
| - | Am Stamm des Kreuzes geschlachtet, | ||
| - | Allzeit funden geduldig,\\ | ||
| - | Wiewohl du warest verachtet.\\ | ||
| - | All Sünd hast du getragen, \\ | ||
| - | Sonst müssten wir verzagen, \\ | ||
| - | Erbarm dich unser, o Jesu. Amen. | ||
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| - | Text: 2. Kor. 5, 17-21.\\ | ||
| - | **Darum, ist Jemand in Christo, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, es ist Alles neu geworden. Aber das alles von Gott, der uns mit ihm selber versöhnt hat durch Jesum Christum, und das Amt gegeben, das die Versöhnung predigt. Denn Gott war in Christo, und versöhnte die Welt mit ihm selber, und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu, und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung. So sind wir nun Botschafter an Christi Statt, denn Gott vermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi Statt: Lasst euch versöhnen mit Gott. Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, auf dass wir würden in ihm die Gerechtigkeit, | ||
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| - | Auch heute, meine lieben Freunde, wie an den letztvergangenen Sonntagen, sagt uns die Epistel, dass das neue Leben, das wir vor Gott führen sollen, eine Gabe Gottes ist. Der Apostel Paulus, nachdem er sich eben erinnert, wie es sonst mit ihm gestanden, ruft fröhlich aus: Ist Jemand in Christo, so ist er eine neue Kreatur, das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden. Und sogleich fährt er fort: Aber das alles von Gott, der uns mit ihm selber versöhnt hat durch Jesum Christum. So beruht also unser gottgefälliges Tun auf einer Tat Gottes und indem diese Gottestat Versöhnung genannt wird, wird all unser gottgefälliges Tun auf einen gottgefälligen Herzenszustand zurückgeführt. Das ist aber der gottgefällige Herzenszustand, | ||
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| - | Gottes Liebe in der Versöhnung der Welt mit ihm selber. | ||
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| - | Wir werden diese Liebe erkennen, zuerst darin, dass sich Gott mit der Welt hat versöhnen wollen, sodann in dem Opfer der Versöhnung, | ||
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| - | =====I.===== | ||
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| - | Gottes Liebe erkennen wir darin, dass er sich mit der Welt hat versöhnen wollen. Darauf lasst uns zunächst unsere Gedanken richten. Was sind das doch für Offenbarungen der Liebe in unserer Epistel! Gott versöhnte die Welt mit ihm selber; er rechnete ihnen ihre Sünde nicht zu; er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, auf dass wir würden in ihm die Gerechtigkeit, | ||
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| - | =====II.===== | ||
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| - | Gottes Liebe erkennen wir ferner in dem Opfer, welches er für unsere Versöhnung selber dargestellt hat. Martin Luther fährt fort, nachdem er die Angst und Verzweiflung seiner Seele geschildert hat: „Da jammert Gott in Ewigkeit mein Elend übermaßen. Er dacht' an sein Barmherzigkeit, | ||
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| - | Bis hierher, meine Lieben, klingt alles klar und lieblich, aber was muss ich weiter verkündigen? | ||
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| - | Lasst uns ferner | ||
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| - | =====III.===== | ||
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| - | Die Liebe Gottes in der Weise erkennen, wie er uns die Versöhnung in Christo darbietet. Der Apostel sagt: Gott hat das Amt gegeben, das die Versöhnung predigt; Gott hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung. So sind wir nun Botschafter an Christi Statt, denn Gott vermahnt durch uns: so bitten wir nun an Christi Statt: Lasst euch versöhnen mit Gott. Drei neue Beweise der Liebe Gottes gegen uns. Er hat das Amt gegeben, das die Versöhnung predigt. Das Erbarmen, das er gegen uns hat, weil wir, unversöhnt mit ihm, auch unversöhnt sind mit den Menschen, unversöhnt mit unserem Geschick, mit unserer Vergangenheit, | ||
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