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 O du heiliger Gründer deiner Kirche, der du thronest zur Rechten deines himmlischen Vaters, gründe auch in uns das Reich. Wir rufen dich inbrünstig an: Mache uns klein, mache uns arm. Zerbrich den stolzen Thron der eigenen Gerechtigkeit. Pflanze uns ein in deinen heiligen Gehorsam. Lehre uns streiten mit den starken Waffen, mit denen du überall dem Feinde widerstanden hast. Lehre uns bitten, wie die lieben Kinder ihren lieben Vater bitten, damit auch wir einst ein Hosianna haben. Amen. O du heiliger Gründer deiner Kirche, der du thronest zur Rechten deines himmlischen Vaters, gründe auch in uns das Reich. Wir rufen dich inbrünstig an: Mache uns klein, mache uns arm. Zerbrich den stolzen Thron der eigenen Gerechtigkeit. Pflanze uns ein in deinen heiligen Gehorsam. Lehre uns streiten mit den starken Waffen, mit denen du überall dem Feinde widerstanden hast. Lehre uns bitten, wie die lieben Kinder ihren lieben Vater bitten, damit auch wir einst ein Hosianna haben. Amen.
  
-======l. Seine Grundlage ist die Demut======+=====l. Seine Grundlage ist die Demut=====
  
 Teure Bruder und Schwestern. Wenn es heute auch um den Herrn ein wenig scheinet und schallet, wenn er auch heute umher ziehet mit mehr Ehre, denn wir ihn sonst ziehen sehen, so ist es darum doch nur ein Stück aus dem Stande seiner Erniedrigung. Es hat sein Zug etwas Königliches; aber doch gehet durch denselben ein weiter Abstand von dem Zuge eines weltlichen Königs. Wer ihn ansieht, dem sagt das ganze Bild ins Angesicht: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Es ist ein Reich der Demut.“ Wer ihn vollends vergleichen will mit dem Ehrenzuge, den der erhöhte Christus als König und Richter einst in die Welt halten wird, der muss zehnfach und tausendfach bekennen: „Es ist ein Reich der Demut.“ Hier reitet er auf einer Eselin, auf einer geborgten Eselin, dort wird er kommen in des Himmels Wolken. Hier zieht er ein umgeben von einem armen Haufen, dort wird er kommen, und um ihn die Menge der himmlischen Heerschaaren. Hier schallen ihm die Lobgesänge aus dem Munde des armen Volkes und der Kinder, dort werden die Engel die Königs- und Siegeslieder singen. Hier zieht er ein um gerichtet zu werden, um zu sterben, um im kühlen Grabe gebettet zu werden. Dort kommt er, um die Toten aus den Gräbern zu wecken und um Gericht zu halten über Alles, was Odem hat. Wisse, dieser Zug nach Jerusalem ist ein Vorbild für sein ganzes Reich auf Erden, für die ganze streitende Kirche. Ihre erste und tiefste Wurzel ist die Demut. Es muss ja so sein. Sie ruhet auf zwei Grundgedanken, die beide, wenn sie lebendig erfasst sind, Demut erzeugen müssen. Der eine ist: „Wir sind allzumal Sünder.“ Und der ziehet die Augen zu Boden. Mit diesem Bewusstsein muss die Kirche so fern von Selbsterhebung sein, wie die Erde vom Himmel. Der andere Grundgedanke ist: „Nur aus Gnaden werden wir vor Gott gerecht und Erben des ewigen Lebens.“ Und wo Gnade ist, da ist kein eigenes Verdienst. Und wo kein eigenes Verdienst ist, wo wir leben von fremder Erbarmung, da muss Demut sein. Die Kirche ist ein Schifflein, das durch das Meer der Welt und der Sünde hinsteuert nach der Küste der Gnade. Der Bau ist aus Erbarmung gemacht. Der Steuermann führet es aus Gnaden. Die darinnen sind, sind hineingenommen aus göttlicher Barmherzigkeit. Da kann die Mannschaft keine stolze Flagge aufstecken. Wenn sie sich rühmt, soll sie sich ihrer Schwachheit rühmen. Wenn sie eine Ehre hat, ist es die, dass sie der Herr in Gnaden angesehen hat. So geht ihr Zug dahin nach dem Jerusalem, das droben ist. Was ihr Gott an äußerem Gut gegeben hat, das hat er ihr geliehen. Es werden die Stunden kommen, wo er es ihr wieder abfordert. Er tut mit ihr, wie es ihm gefällt. Er gibt ihr Zeiten, wo sie auch in der Welt mächtig und herrlich dastehen soll. Er gibt ihr Zeiten, wo sie so arm ist, wie ihr Herr nur je in seinem Leben gewesen ist. Er ordnet und verteilet dieses, wie es für sein Reich am heilsamsten ist. Christus aber war ein Heiland und Erlöser, als er unter dem Jauchzen des Volkes zu Jerusalem einzog; er war aber auch ein Heiland und Erlöser gewesen, als er am Kreuze hing und sein Haupt zum Tode neigte. So soll die Kirche die Heilsanstalt des Herrn sein, wenn er sie äußerlich segnet mit Hilfe der Mächtigen; sie soll es aber auch bleiben, wenn sie eine Bettlerin vor den Augen und vor den hohen Pforten dieser Welt geworden ist. Die da Nichts inne haben, sollen doch Alles haben. Und die Alles haben, sollen sich doch so achten, als ob sie Nichts hätten. Das Gut der Kirche Christi ist nicht von dieser Welt. Wir haben hier keine bleibende Stätte, sondern die zukünftige suchen wir. - Der Einzug des Herrn in Jerusalem ist auch ein Bild für jede einzelne gläubige Seele. Demut muss die Grundstimmung in deinem Herzen sein. Das ist der Anfang des Evangeliums in dir, dass du deine Sünde erkennest und fühlest. Hat es dir schon einmal recht wehe getan bis in Grund deines Herzens, dass du alle Liebe deines Gottes für Nichts geachtet hast, dass du sein Gebot schlechter geachtet hast als Menschengebot? Hat dir die Schuld schon auf der Seele gelegen wie eine Bleilast, also, dass du gebeugt und gebückt einhergingest? Wer das fühlet, der kann nicht mit stolzem Nacken vor Gott und seinen Brüdern stehen. Und kommst du heraus aus diesem Trauerstande, so bringst du dich nicht heraus. Der führet dich heraus, der Israel aus der Knechtschaft in Ägypten geführt hat. Der befreiet dich, der Israel aus dem Gefängnis der Babylonier frei gemacht hat. Dein Erlöser löst die Bande der Sünde. Das Lamm Gottes nimmt die Last der Schuld von dir. Der da heißet Leben, gibt dir das Leben; der Friedefürst gibt dir den Frieden; der das Leben hat in ihm selber, gibt dir das ewige Leben. So wenig nun der verlorene Sohn, dem sein Vater erst das neue Kleid und die Schuhe an die Füße und den Ring an die Hand gegeben hatte, den er aus väterlicher Liebe und Barmherzigkeit an seinen Tisch gesetzt hatte, sich an dieser Ehrenstätte überheben kann, so wenig kann es ein Christ auch. Teure Bruder und Schwestern. Wenn es heute auch um den Herrn ein wenig scheinet und schallet, wenn er auch heute umher ziehet mit mehr Ehre, denn wir ihn sonst ziehen sehen, so ist es darum doch nur ein Stück aus dem Stande seiner Erniedrigung. Es hat sein Zug etwas Königliches; aber doch gehet durch denselben ein weiter Abstand von dem Zuge eines weltlichen Königs. Wer ihn ansieht, dem sagt das ganze Bild ins Angesicht: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Es ist ein Reich der Demut.“ Wer ihn vollends vergleichen will mit dem Ehrenzuge, den der erhöhte Christus als König und Richter einst in die Welt halten wird, der muss zehnfach und tausendfach bekennen: „Es ist ein Reich der Demut.“ Hier reitet er auf einer Eselin, auf einer geborgten Eselin, dort wird er kommen in des Himmels Wolken. Hier zieht er ein umgeben von einem armen Haufen, dort wird er kommen, und um ihn die Menge der himmlischen Heerschaaren. Hier schallen ihm die Lobgesänge aus dem Munde des armen Volkes und der Kinder, dort werden die Engel die Königs- und Siegeslieder singen. Hier zieht er ein um gerichtet zu werden, um zu sterben, um im kühlen Grabe gebettet zu werden. Dort kommt er, um die Toten aus den Gräbern zu wecken und um Gericht zu halten über Alles, was Odem hat. Wisse, dieser Zug nach Jerusalem ist ein Vorbild für sein ganzes Reich auf Erden, für die ganze streitende Kirche. Ihre erste und tiefste Wurzel ist die Demut. Es muss ja so sein. Sie ruhet auf zwei Grundgedanken, die beide, wenn sie lebendig erfasst sind, Demut erzeugen müssen. Der eine ist: „Wir sind allzumal Sünder.“ Und der ziehet die Augen zu Boden. Mit diesem Bewusstsein muss die Kirche so fern von Selbsterhebung sein, wie die Erde vom Himmel. Der andere Grundgedanke ist: „Nur aus Gnaden werden wir vor Gott gerecht und Erben des ewigen Lebens.“ Und wo Gnade ist, da ist kein eigenes Verdienst. Und wo kein eigenes Verdienst ist, wo wir leben von fremder Erbarmung, da muss Demut sein. Die Kirche ist ein Schifflein, das durch das Meer der Welt und der Sünde hinsteuert nach der Küste der Gnade. Der Bau ist aus Erbarmung gemacht. Der Steuermann führet es aus Gnaden. Die darinnen sind, sind hineingenommen aus göttlicher Barmherzigkeit. Da kann die Mannschaft keine stolze Flagge aufstecken. Wenn sie sich rühmt, soll sie sich ihrer Schwachheit rühmen. Wenn sie eine Ehre hat, ist es die, dass sie der Herr in Gnaden angesehen hat. So geht ihr Zug dahin nach dem Jerusalem, das droben ist. Was ihr Gott an äußerem Gut gegeben hat, das hat er ihr geliehen. Es werden die Stunden kommen, wo er es ihr wieder abfordert. Er tut mit ihr, wie es ihm gefällt. Er gibt ihr Zeiten, wo sie auch in der Welt mächtig und herrlich dastehen soll. Er gibt ihr Zeiten, wo sie so arm ist, wie ihr Herr nur je in seinem Leben gewesen ist. Er ordnet und verteilet dieses, wie es für sein Reich am heilsamsten ist. Christus aber war ein Heiland und Erlöser, als er unter dem Jauchzen des Volkes zu Jerusalem einzog; er war aber auch ein Heiland und Erlöser gewesen, als er am Kreuze hing und sein Haupt zum Tode neigte. So soll die Kirche die Heilsanstalt des Herrn sein, wenn er sie äußerlich segnet mit Hilfe der Mächtigen; sie soll es aber auch bleiben, wenn sie eine Bettlerin vor den Augen und vor den hohen Pforten dieser Welt geworden ist. Die da Nichts inne haben, sollen doch Alles haben. Und die Alles haben, sollen sich doch so achten, als ob sie Nichts hätten. Das Gut der Kirche Christi ist nicht von dieser Welt. Wir haben hier keine bleibende Stätte, sondern die zukünftige suchen wir. - Der Einzug des Herrn in Jerusalem ist auch ein Bild für jede einzelne gläubige Seele. Demut muss die Grundstimmung in deinem Herzen sein. Das ist der Anfang des Evangeliums in dir, dass du deine Sünde erkennest und fühlest. Hat es dir schon einmal recht wehe getan bis in Grund deines Herzens, dass du alle Liebe deines Gottes für Nichts geachtet hast, dass du sein Gebot schlechter geachtet hast als Menschengebot? Hat dir die Schuld schon auf der Seele gelegen wie eine Bleilast, also, dass du gebeugt und gebückt einhergingest? Wer das fühlet, der kann nicht mit stolzem Nacken vor Gott und seinen Brüdern stehen. Und kommst du heraus aus diesem Trauerstande, so bringst du dich nicht heraus. Der führet dich heraus, der Israel aus der Knechtschaft in Ägypten geführt hat. Der befreiet dich, der Israel aus dem Gefängnis der Babylonier frei gemacht hat. Dein Erlöser löst die Bande der Sünde. Das Lamm Gottes nimmt die Last der Schuld von dir. Der da heißet Leben, gibt dir das Leben; der Friedefürst gibt dir den Frieden; der das Leben hat in ihm selber, gibt dir das ewige Leben. So wenig nun der verlorene Sohn, dem sein Vater erst das neue Kleid und die Schuhe an die Füße und den Ring an die Hand gegeben hatte, den er aus väterlicher Liebe und Barmherzigkeit an seinen Tisch gesetzt hatte, sich an dieser Ehrenstätte überheben kann, so wenig kann es ein Christ auch.