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Matthäus, Kapitel 2

Matthäus, Kapitel 2

2:1 Da Jesus geboren war zu Bethlehem im jüdischen Lande, zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen die Weisen vom Morgenland nach Jerusalem und sprachen:

2:2 Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenland und sind gekommen, ihn anzubeten.

2:3 Da das der König Herodes hörte, erschrak er und mit ihm das ganze Jerusalem.
Als die Magier nach Jerusalem kamen, lachte und spottete der König nicht und beschaute nicht wohlgelaunt seine Machtmittel. War er denn nicht in seiner uneinnehmbaren Burg? Standen nicht seine Mannschaften wohl gerüstet und ihm treu ergeben um ihn herum? Stand ihm nicht im Notfall die ganze Macht des römischen Weltherrschers zur Seite? Dennoch erschrak er, und weil er erschrak, erschrak auch das ganze Jerusalem. Magier waren es, die die Geburt des verheißenen Königs verkündeten; man wagte in der Königsburg nicht, ihr Wort leicht zu nehmen. Wenn Magier die Botschaft brachten, die der Stern ihnen kundgetan hatte, so war dies eine ernste Sache. Auf die Magier sah jedermann mit banger Scheu. Si kannten die Sterne, und was die Sterne offenbaren, das geschieht. Im Rat der Priester und Lehrer befragte man nicht die Sterne, sondern öffnete das heilige Buch. Aber auch dieses gab der Botschaft der Weisen Gewicht. Denn es verkündete den kommenden König. Einmal wird er kommen, das stand fest; nun sagten die Magier: er ist geboren. Die Sache war ernst. Ehe uns Matthäus zu Christus führt, enthüllt er uns mit einem tiefen Wort den Widerspruch, der immer im Menschen sichtbar ist. Wenn es je einen stolzen Menschen gab, der entschlossen war, seine Macht mit allen Mitteln zu verteidigen, und wenn er den neugeborenen König der Juden töten müsste, so war es Herodes. Aber dicht neben dem aufgerichteten Stolz stand die Furcht, stand die nicht auszulöschende Gewissheit, dass es eine höhere Macht gebe, ein Schicksal, das die Sterne künden, einen Zufall, der die Welt beherrsche und auch die Mächtigen unvermerkt überfalle und sie zerbreche. Was war in dieser Lage zu tun? Die Priester sagten, wir müssen warten, bis der, von dem die Weisen sprechen, sich offenbaren wird, bis er nicht nur geboren ist, sondern die Herrschaft ergreift. Der König sagte: Wir müssen zugreifen und den Brand ersticken, solange er noch ein Funke ist. Glauben konnten beide nicht, weder der König noch die Priester. Die Priester wollten schauen und dann glauben. Der König wollte herrschen, nicht gehorchen. Den römischen Herrn ertrug er, aber keinen jüdischen. Ein König, den ein Stern offenbart, war von Gott gesandt. Das hat aber weder der König noch die Priester bewegt. Was ist Gott? Ihnen war er fern und unbekannt. Aber eben deshalb, weil wir fern von Gott sind und Er uns unbekannt ist, ist Christus geboren.
Was ist doch, Herr Christus, der Mensch für ein Abgrund von Bosheit und Torheit ohne Dich! Was wird aus unseren Regierenden, unseren Priestern und Lehrern ohne Dich? Was ist der Mensch, wenn Du ihn nicht zum Vater führst? Es gibt keinen Namen, der uns zeigt, wie uns geholfen wird, als allein Deinen. Amen. (Adolf Schlatter)

2:4 Und ließ versammeln alle Hohenpriester und Schriftgelehrten unter dem Volk und erforschte von ihnen, wo Christus sollte geboren werden.

2:5 Und sie sagten ihm: Zu Bethlehem im jüdischen Lande; denn also steht geschrieben durch den Propheten:

2:6 „Und du Bethlehem im jüdischen Lande bist mitnichten die kleinste unter den Fürsten Juda's; denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der über mein Volk Israel ein HERR sei.“

2:7 Da berief Herodes die Weisen heimlich und erlernte mit Fleiß von ihnen, wann der Stern erschienen wäre,

2:8 und wies sie gen Bethlehem und sprach: Ziehet hin und forschet fleißig nach dem Kindlein; wenn ihr's findet, so sagt mir's wieder, daß ich auch komme und es anbete.

2:9 Als sie nun den König gehört hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenland gesehen hatten, ging vor ihnen hin, bis daß er kam und stand oben über, da das Kindlein war.

2:10 Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut

2:11 und gingen in das Haus und fanden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe. 1)
Also sollen wir, wer es vermag, Gold und Gut dahin wenden, daß unsers HErrn Christi Reich erhalten und gemehret werde, und das Kindlein im Elend seine Nahrung haben könne. Das ist: wir sollen mit Geld und Gut darzu helfen, daß man fleißige Prediger des Evangelii, feine Kirchendiener und Schulmeister habe; daß die Armen, so ihre Nahrung, Krankheit oder anderer Noth halber nicht schaffen können, erhalten werden; und sonderlich, daß man junge Knaben, so zur Lernung tüchtig, aufziehe, auf daß unsere Nachkommen auch rechtschaffene Prediger und Kirchendiener haben mögen. Denn wir sollen in solchem Falle thun wie ein kluger, fürsichtiger Gärtner, der immerdar junge Bäume zeuget, auf daß, wo heuer über ein Jahr, oder zwei, ein alter Baum abgehet, bald ein andrer an die Statt gesetzet werde, der Frucht bringe. Wer sein Geld dermaßen anleget, der schenkts und opferts dem Kindlein Jesu sowohl als die Weisen. (Martin Luther)

2:12 Und Gott befahl ihnen im Traum, daß sie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenken; und sie zogen durch einen anderen Weg wieder in ihr Land. 2)

2:13 Da sie aber hinweggezogen waren, siehe, da erschien der Engel des HERRN dem Joseph im Traum und sprach: Stehe auf und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir und flieh nach Ägyptenland und bleib allda, bis ich dir sage; denn es ist vorhanden, daß Herodes das Kindlein suche, dasselbe umzubringen. 3)

2:14 Und er stand auf und nahm das Kindlein und seine Mutter zu sich bei der Nacht und entwich nach Ägyptenland.

2:15 Und blieb allda bis nach dem Tod des Herodes, auf daß erfüllet würde, was der HERR durch den Propheten gesagt hat, der da spricht: „Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen.“

2:16 Da Herodes nun sah, daß er von den Weisen betrogen war, ward er sehr zornig und schickte aus und ließ alle Kinder zu Bethlehem töten und an seinen ganzen Grenzen, die da zweijährig und darunter waren, nach der Zeit, die er mit Fleiß von den Weisen erlernt hatte. 4)

2:17 Da ist erfüllt, was gesagt ist von dem Propheten Jeremia, der da spricht:

2:18 „Auf dem Gebirge hat man ein Geschrei gehört, viel Klagens, Weinens und Heulens; Rahel beweinte ihre Kinder und wollte sich nicht trösten lassen, denn es war aus mit ihnen.“

2:19 Da aber Herodes gestorben war, siehe, da erschien der Engel des HERRN dem Joseph im Traum in Ägyptenland

2:20 und sprach: Stehe auf und nimm das Kindlein und seine Mutter zu dir und zieh hin in das Land Israel; sie sind gestorben, die dem Kinde nach dem Leben standen.

2:21 Und er stand auf und nahm das Kindlein und sein Mutter zu sich und kam in das Land Israel.

2:22 Da er aber hörte, daß Archelaus im jüdischen Lande König war anstatt seines Vaters Herodes, fürchtete er sich, dahin zu kommen. Und im Traum empfing er Befehl von Gott und zog in die Örter des galiläischen Landes.

2:23 und kam und wohnte in der Stadt die da heißt Nazareth; auf das erfüllet würde, was da gesagt ist durch die Propheten: Er soll Nazarenus heißen. 5); 6); 7)

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