Spurgeon, Charles Haddon - Reden - daheim und auswärts - Die Bibel. II.

Spurgeon, Charles Haddon - Reden - daheim und auswärts - Die Bibel. II.

Rede bei der Jahresversammlung der Britischen und Ausländischen Bibelgesellschaft. 5. Mai 1875.

(Mr. Spurgeon stellte den Antrag auf ein Dankesvotum für Präsidenten, Vizepräsidenten, alle Beamten der Zweigvereine rc. unter Hinzufügung der Bitte, mit ihren wirksamen und wertvollen Diensten fortfahren zu wollen.)

Mein Antrag ist eine treffliche Illustration der Dankbarkeit, weil er ein lebhaftes Gefühl von künftigen freundlichen Diensten in sich trägt und sehr viel von diesen spricht. Ich bin froh, dass ich von Dankbarkeit und einem Dankesvotum zu reden habe, weil etwas so Heiteres dabei ist. Wenn ich mich recht erinnere, schienen Sie, als ich zuletzt auf dieser Tribüne in Verbindung mit der Bibelgesellschaft war, so entsetzlich kummervoll; es war nicht lange nach dem bekannten Angriff von Kolenso, und ich sympathisierte durchaus nicht mit Ihrem Kummer. Ich meine, wir sind angekommen bei „den guten alten Zeiten“ die Zeiten waren nie so alt, als sie jetzt sind - und ich zweifle sehr, ob sie je halb so gut waren wie jetzt, und sie werden noch besser werden, Gott sei Dank, und das, hoffe ich, mit sehr großen Schritten. Meine Stimmung wird mehr bezeichnet durch eine kleine Geschichte, die mir vor drei Jahren passierte und die mir einfiel, während R. sprach. Als ich mit zwei oder drei Freunden im Kolosseum zu Rom saß, sagte ich, „Ist es nicht herrlich, auf diese alte Ruine zu blicken und zu sehen, wie Christus hier gesiegt hat; denn alle diese Ruinen erzählen, welche Verwüstungen er auf der Erde angerichtet, wie er den Bogen zerbricht und den Speer in Stücke schneidet?“ Dann sagte ich, „Lasst uns einen Lobgesang anstimmen,“ und wir sangen den Vers:

„Schreckensvoll ist Jesu Nam',
Seine Feinde vor ihm fliehn,
Er, das sanfte, zorn'ge Lamm
Streitet wie ein Löwe kühn.“

Zwei Fremde traten zu uns und fragten: „Was singen Sie da? Wir wollen mit einstimmen.“ Einer war ein Amerikaner und der Andere ein englischer Geistlicher, und wir sangen den nächsten Vers zusammen

„Satans Heere widerstehn,
Doch wir überwinden weit
Durch Sein Blut und durch Sein Flehn,
Siegen soll'n wir allezeit.“

Wir werden unsre Spur bezeichnen durch die zerstörten Festungen unsrer Feinde; man soll ihrer nur gedenken bei den zerbröckelnden Mauern der hohen Vesten, von denen herab sie uns trotzten, welche werden „für und für wüste sein und Igel und Nachteulen sollen darin wohnen.“ Ich will nun praktisch sprechen. Ich meine, die Zeit ist vorüber für die Verteidigung der Bibel gegen Jeden, wer er auch sein mag - ob es zufällig ein Bischof ist oder ob er von der entgegengesetzten Seite auftritt. Woher er auch komme, lass ihn kommen! Die Bibel ist so oft verteidigt, und die Verteidigungen sind so trefflich, dass noch mehr Außenwerke fast überflüssig erscheinen möchten. Ich sehe die Bibel jetzt, wie ich neulich eine kleine Dorfkirche sah, die inmitten eines Waldes stand, vielen Stürmen ausgesetzt aber auf weichem, nachgiebigem Boden, und deshalb gestützt, bis ungefähr zweimal so viel Steine in den Stützen sind, als in der Kirche. Mir scheint, zu einigen Zeiten ist zweimal so viel getan im Verteidigen der Bibel, als im Erklären derselben, aber wenn wir von jetzt an all unsre Kraft auf die Erklärung und Verbreitung derselben wenden, so können wir es ihr ziemlich wohl überlassen, sich selbst zu verteidigen. Ich weiß nicht, ob Sie jenen Löwen sehen - er ist sehr deutlich vor meinen Augen; eine Anzahl Leute rücken vor, ihn anzugreifen, während eine Menge von uns den großen, alten Monarchen, den Britischen Löwen, mit all unsrer Kraft verteidigen möchten. Viele Vorschläge werden gemacht, viel Rat angeboten, wie der Löwe zu verteidigen sei. Diese Waffe wird empfohlen und jene wird gepriesen.

Verzeihen Sie, wenn ich einen Vorschlag wage. Öffnen Sie die Tür, und lassen Sie den Löwen heraus; er wird für sich selbst sorgen. Wie, sie sind fort! Nicht sobald geht er hervor in seiner Kraft, als seine Angreifer fliehen. Die rechte Weise, dem Unglauben entgegenzutreten, ist die Bibel zu verbreiten. Die Antwort auf jeden Einwurf gegen die Bibel ist die Bibel. Wenn man sich mit Einem einlässt, der Einwürfe gegen sie erhebt, so wird man sehr selten finden, dass er die Schrift vorurteilsfrei studiert und gesucht hat, sie zu verstehen. Zuweilen kommt dies vor, aber selbst in solchem Fall meine ich, wenn er sie wieder lesen wollte und besonders, wenn er den Verfasser fragen wollte, was die Bedeutung derselben ist, und der Verfasser ist noch immer zugänglich, so würde er bald zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen; jedenfalls ist es nicht wahrscheinlich, dass ich ihn durch Beweise überzeugen werde.

Sie haben die Geschichte von dem guten Geistlichen gehört, der die Bamptonschen Vorlesungen besuchte - ein ganz trefflicher Kursus von Vorlesungen, ohne Zweifel - und Gott dankte, dass er, nachdem er sie alle gehört, dennoch ein Christ geblieben sei. Nach dem Lesen einiger Verteidigungen der Bibel ist es wirklich ein Großes, wenn man sich noch überhaupt als Christen findet.

Verbreiten Sie die Bibel, Feder von Ihnen, und tun Sie es aus diesem Grunde zu allererst, dass sie dazu helfen wird, uns Alle auf rechtem Wege zu erhalten - ich meine, die verschiedenen Prediger hier, die zu verschiedenen Kirchen gehören. Es ist ein treffliches Gesetz, welches die Fälschung der Milch verbietet, und es ist ein sehr gutes Ding, einen Milchmesser zu halten. Die Bibel ist der Milchmesser jedes Christen, woran er sehen kann, wie viel Fälschung in der Milch des Wortes ist. Ich selbst bin nie bange vor der Bibel aus baptistischen Gründen, und wenn irgendein junger Mensch zu mir kommt und sagt, „Können Sie mir ein Werk empfehlen, das Ihre Ansichten über die Taufe darlegt?“ so sage ich immer, „Ja, es gibt ein kleines Buch, was Sie für zwei Groschen kaufen können - das Neue Testament, ein wundervoll baptistisches Buch in Wahrheit, ich gebe den Leuten nie ein andres. Wenn sie es da nicht sehen können, nun wohl, ich muss sie darum doch lieben, wenn sie den Herrn Jesum Christum lieben.

Wir alle versuchen, das Evangelium auszubreiten und Jesum Christum voll und frei zu predigen; aber wir gleichen etwas jenen Wasserverkäufern in Venedig, die ausschreien, „Aqua! Aqua!“ und das ist ein sehr angenehmer Ton an einem heißen Sommertage. Ich dachte einmal, ich möchte etwas Wasser haben und der Mann gab mir ein Glas voll für meinen halben Groschen. Ach! es schmeckte nach dem Glase, ich mochte es nicht. Ein gut Teil von dem, was als Evangelium ausgeboten wird, schmeckt nach dem Glase; mir ist bange, Wenige von uns reichen es rein dar. Was für ein Großes ist es, dass die Menschen eine Quelle zu Hause halten können, zu der sie gehen und selber zu schöpfen vermögen! Wenn man ihnen die Bibel gibt, so ist keine Notwendigkeit für sie da, das Evangelium mit episkopaler Beimischung zu hören, die mir nicht sehr lieblich ist - und ebenso wenig mit Dissidenten-Beimischung, die anderen Leuten nicht sehr lieblich ist; sie können eben gehen und aus der lebendigen Quelle des reinen Wortes Gottes schöpfen; deshalb lasst es verbreitet werden, denn es wird dazu helfen, uns Alle auf rechtem Wege zu erhalten. Ich kann es von meinen Landsleuten trotz allem nicht glauben, dass sie schier zum Papsttum hinüber gehen werden. Ich bin froh, gewisse hoffnungsvolle Zeichen unter denen zu sehen, die in der Tat sehr hochkirchlich1) geworden sind, dass sie die Seelen der Menschen lieben und das Evangelium zu predigen wünschen. Ich glaube, das ist, weil die Bibel offen ist, und wenn sie offen ist, so mögen die Menschen ein gutes Stück Wegs in ihrem Flitterstaat und ihren Bändern rc. gehen, aber es ist eine magische Gewalt vorhanden, die sie in einem gewissen Maße bei der Wahrheit halten wird; es ist eine Zentripetalkraft da, welche ihnen trotz alledem, nicht erlauben wird, sich ganz in jene dunklen Regionen jenseits zu stürzen, von denen man sagt, dass sie unter der Herrschaft „Seiner Heiligkeit“ des Papstes sind.

Verbreiten Sie die Bibel, liebe Freunde, weil das uns zusammen bringen wird. Wenn irgendetwas je die sichtbare Kirche Gottes zusammen knüpfen wird, so muss es die Heilige Schrift sein, um die herum wir uns vereinigen gewiss niemals irgendwo anders. Ich möchte lieber sagen, ich glaube die ganze Kirche Jesu Christi ist Eins und ist immer so gewesen in dem Sinne, in dem unser Heiland betete, dass sie Eins sein möchte; denn ich finde mich nicht im Stande, zu glauben, dass die Bitten, welche er seinem Vater in jener furchtbaren Nacht in Gethsemane dargebracht, von Gott nicht gehört wurden. Ich glaube, es ist eine tiefe, geheime, wesentliche, lebendige Einheit zwischen allen Erwählten Gottes, die durch die Kraft des Heiligen Geistes lebendig gemacht sind und gewaschen in dem „Born mit Blut gefüllt.“2) Unsere Meinungsverschiedenheiten über einige Punkte sind für denkende Menschen Nebensachen und haben ihren Nutzen. Ich denke, wir halten einander lebendig in Hinsicht auf Wahrheit und wecken einander auf nicht immer in dem rechten Geiste vielleicht, aber unser barmherziger Gott lenkt es alles zum Rechten. Aber wenn Jemand von irgendeinem Menschen unter den Sternen sagen sollte, dass er Jesum Christum aufrichtig liebt und dass ich ihn nicht für meinen Bruder halte, so lügt er. Ich bin sein Bruder und da ist meine rechte Hand. Wenn ich Eins mit Christo bin, so ist es kein Ruhm für mich, zu sagen, „ich will mit ihm auf der Rednertribüne der Bibelgesellschaft zusammen sein.“ Nein, ich kann nicht anders. Wenn mein kleiner Finger, weil er gehöriger gewaschen ist als der übrige Körper - ich spiele jetzt auf die Baptisten an, die grade das sind - wenn mein kleiner Finger sagen wollte, „ich will keine Gemeinschaft mit dem übrigen Körper haben,“ so würde solche Rede unwürdig sein und könnte außerdem nicht durchgeführt werden. Dieser gut gewaschene Finger kann nur aus dem Körper herauskommen durch den Tod, und so lang er in dem Leibe lebt, muss er Gemeinschaft haben mit allen lebendigen Gliedern, ob er will oder nicht, weil das Leben des ganzen Körpers notwendig eine Gemeinschaft zwischen allen Gliedern hervorbringt. Es muss so sein, wir können nicht anders. Sie können ein Buch vom Bücherbrett nehmen ohne zu wissen, wer es schrieb und finden, dass Ihr Herz für den Verfasser sich erwärmt und glüht, und wenn Sie aufs Titelblatt blicken, sagen Sie: „Sieh da! ich glaube, der Mann sprach bei der Liberation Society3)“. Oder vielleicht sagen Sie: „Das ist der Mann, der jene schrecklichen Dinge sagte zu Gunsten von Kirche und Staat bei der Church Defence Association.“ Wohl, meine liebe Freunde, ich denke, es ist Raum genug in dieser großen Welt, und reichlich Raum in einem Lande der Freiheit für uns, unsre eigne Meinung auszusprechen und einander grade eben so wohl zu lieben, nachdem wir es getan. Ich für mein Teil fühle so etwas wie Robin Hood, der nie einen Mann in seine Gesellschaft aufnahm, ehe er mit ihm ein kleines Stockgefecht gehabt hatte. Ehrlicher Streit gewährt uns heilsame Übung; außerdem stellt er die Fugen unsres Harnisches auf die Probe und lässt uns wissen, wo unsre schwachen Punkte sind. Aber wenn wir uns je vereinigen sollen - und Gott gebe, dass wir es tun! wenn je in der weiteren Führung der Vorsehung Christen näher zusammen kommen sollen, so muss es dadurch sein, dass wir alle dem großen Banner der Wahrheit immer näher kommen, welches das Wort Gottes ist.

Liebe Freunde, ich möchte ganz besonders in Sie dringen, dass wir Alle grade jetzt versuchen, die Schrift zu verteilen, weil kürzlich eine große Anzahl von Personen bekehrt worden sind - es kann kein Zweifel daran sein - und diese werden Unterweisung brauchen und keine wird ihnen recht sein, als die, welche aus diesem Buche kommt. Ich habe viel Vertrauen in die gegenwärtige Bewegung, weil Jeder zugeben muss, dass die Bibel in den Vordergrund gestellt wird. Eins der Kennzeichen der Bekehrten, wenn man sie außerhalb des Opernhauses und der Agricultural Hall4) sieht, ist, dass sie eine sehr unzierliche Bibel „bester Ausgabe“ tragen. Mir ist bange, dies mag in manchen Fällen ein bloßer pharisäischer Denkzettel werden; aber ich bin es ganz zufrieden, dass die Bibel wirklich in den Vordergrund gebracht wird. Die Lehre, welche gegeben wird, ist Bibelerklärung und es wird viel mehr von der Schrift in jenen Ansprachen geboten, als gewöhnlich in unsern Gottesdiensten gefunden wird. Die Verbreitung der Bibel mag viele Übel abwenden. Die Gefahr in einer aufgeregten Zeit der Erweckungen ist natürlich die des Fanatismus. Jemand sagte, die Fanatiker Londons hätten jetzt einen schönen Musterungstag. Nun, darüber herrscht Meinungsverschiedenheit. In den Gottesdiensten, bei denen ich gegenwärtig gewesen bin, hab ich nichts gesehen, das dem Fanatismus gliche. In der Tat, an einem Gottesdienst, dem ich beiwohnte, tadelte ich eher, dass nicht genug Wärme da war. Es war zufällig ein sehr kalter Tag und ein sehr zugiger Platz und wir schienen nicht in völlige Glut zu geraten. Gewiss erreichten wir nicht eine rote Glühhitze und ich ziehe eine weiße vor; ich bin mehr ein Salamander. Ich bin bei Versammlungen der „Primitiven Methodisten“ gewesen, wo das Feuer in der Tat gleich Wachholderkohlen brannte; aber bei dieser Gelegenheit kamen wir dem nicht nahe. Von Fanatismus sah ich keine Spuren. Ich sehne mich nach dem Tage, wo der weniger freundliche Teil der Zeitungspresse uns Fanatiker nennen wird. Ich möchte die Kritiker zwischen den Zähnen zischen hören: „Ihr seid Fanatiker und Narren.“ Ich würde denken, dass wir dann beides, warm und weise, zu werden anfingen und dem rechten Punkte uns etwas näherten. Es ist eine böse Zeit, wenn Menschen zu wohl von uns reden; aber wenn sie verächtlich von uns sprechen, dann mag es sein, dass wir vor Gottes Augen Ehre haben. Es ist indes nicht zu fürchten, dass der Fanatismus je Schaden tun wird, wenn wir die Bibel immer in den Vordergrund stellen; die wird Herr des Feuers bleiben und das Feuer wird uns ein guter Diener sein.

Über Alles, lassen Sie Ihre Bibeln vervielfältigen, um den Fortschritt des Papsttums aufzuhalten. Dem muss Einhalt getan werden! Sie haben vielleicht auf dem Bogen des Titus in Rom den siebenarmigen Leuchter des Tempels gesehen. Man sagt, dass nach dem Triumph der heilige Lichtträger in der Tiber verloren ging. Die Kirche Roms hat keine Liebe für den siebenarmigen Leuchter, sie hat ihn verloren. Ich bin froh über die Idee, dass sie diesen schlammigen Strom reinigen wollen: vielleicht finden sie nach einer Weile den Leuchter. Mich sollte es nicht wundern, wenn sie durch Gottes Segen und durch Garibaldis Hilfe verschiedene kleine Dinge finden, die sie verloren haben: und nun, da die Bibelgesellschaft ein Haus im Corso hat, ist der Weg, den wahren siebenarmigen goldenen Leuchter, der die Welt erleuchten soll, zu finden, deutlich vor den Augen jedes Römers. Wir haben die Leuchte; lassen Sie uns dieselbe tragen. Tadeln Sie nicht die Finsternis zünden Sie das Licht an. Klagen Sie nicht über den Irrtum in der Welt verkünden Sie die Wahrheit. Und durch welche Mittel können wir sie besser verkünden, als indem wir das Wort Gottes auf allen Seiten ausbreiten? Liebe Freunde, was tun Sie, um die Bibel auszustreuen? Geben Sie dieselbe weg? Jemand mag sagen, es sei von sehr wenig Nutzen, Bibeln und Testamente wegzugeben. Das ist ein sehr großer Irrtum. Ich habe es sehr selten eine vergebliche Mühe gefunden, ein Neues Testament zu verschenken. Vor ungefähr einem Monat fuhr ein Droschkenkutscher mich nach Hause und als ich ihn bezahlte, sagte er, „Es ist eine lange Zeit, seit ich Sie zuletzt fuhr, mein Herr!“ „Aber,“ sagte ich, „ich erinnere mich Ihrer nicht!“ „Wohl,“ erwiderte er, „ich glaube, es sind 14 Jahre her; aber,“ fügte er hinzu, „vielleicht kennen Sie dies Testament?“ Er zog es aus der Tasche. „Was,“ sagte ich, „hab ich Ihnen das gegeben?“ „O ja,“ sagte er, „und Sie sprachen zu mir über meine Seele, und das hatte niemals Jemand vorher getan und ich hab es nie vergessen.“ „Was?“ sagte ich, ist das Buch noch nicht abgenutzt?“ „Nein,“ antwortete er, ich wollte es nicht verdorben haben; ich ließ es neu binden!“ und er hatte es in der Tat sorgfältig bewahrt. Es ermutigt Einen, Bücher wegzugeben, wenn sie so geschätzt werden. Mitunter schätzen die Leute einen Traktat nicht, ich glaube, es ist oft das Wohlfeilste, etwas Besseres zu geben; das, was uns mehr kostete, wird mehr geschätzt werden, und ein Testament für 2 Groschen! wer wollte das nicht weit umher verteilen? Wenn Sie nicht im Stande sind, das Buch selbst wegzugeben, so zitieren Sie die Schrift oft. Ein Kolporteur erzählte letzten Montag von einem Manne, der die Gewohnheit hätte, mit ihm ein Gespräch über religiöse Dinge anzufangen, wenn er „angetrunken“ wäre. „Er kam und klopfte an meine Türe und ich war ärgerlich, dass er so oft in diesem Zustand kam und warf ihm vier Bibelstellen an den Kopf, in die Straße hinaus, mit all meiner Macht.“ Der Kolporteur zitierte die vier Verse, sie passten sehr auf den Zustand des Mannes und waren eine völlige Darlegung des Evangeliums Jesu Christi. Er sagte: „Ich weiß nicht, ob sie dem Mann gut taten oder nicht, aber nah dabei war eine Frau, die grade ihre Tür geöffnet, um zwei schmutzige Kinder von der Haustreppe zu verjagen. Sie stand still und hörte alle vier Sprüche und der Geist Gottes drückte sie ihr in Herz und Gewissen hinein;“ und dann fügte er hinzu: „Ich bin manchmal in der Nacht aufgewacht, und froh gewesen, wach zu sein, weil ich sie singen hörte, während sie auf dem Sterbebette liegt in einem Zimmer, das an meines stößt.“ - Ich wünsche, Jeder hier, der die Macht der Schrift an seiner eigenen Seele erfahren, versuchte unaufhörlich, das Wort Gottes auszubreiten und zu erläutern.

Verbinden Sie niemals die Bibel in den Gemütern Ihrer Kinder mit irgendetwas, was langweilig oder unangenehm ist. Ich glaube, eins der gottlosesten Dinge in der Welt ist, ein Kind zur Strafe ein Kapitel auswendig lernen zu lassen. Machen Sie die Bibel zu einem lieben, schönen Buche für Ihre Kinder; geben Sie ihnen viele Bilder und suchen Sie selber durch ihre Erzählungen anziehende biblische Bilder zu machen. Ein kleiner Knabe stand einst an der Seite seiner Mutter. während sie ihm vorlas. „Mutter,“ sagte er, „darf ich nicht hinausgehen und eine Viertelstunde spielen?“ „Warum, Kind?“ fragte sie. „Weil du dann das Buch für dich liest und wenn ich nach einer Viertelstunde wieder komme, will ich so nett zuhören, wenn du mir erzählst, was das Buch sagt.“ Das ist die Sache; lesen Sie das Buch selbst und verstehen Sie es, dann erzählen Sie es den Kindern wieder, sie werden es so viel besser aufnehmen. Wir brauchen Subskribenten für die Bibelgesellschaft, aber wir brauchen Leser der Bibel und Erklärer derselben weit mehr, so dass selbst die Kleinen das Gesetz des Herrn verstehen mögen. Ich wünsche, dies möchte Allen hier zu Herzen gehen. Es ist etwas zu tun für Alle.

Vor einiger Zeit, als ich in meinem Waisenhaus saß und die Kinder bei ihrem Spiel beobachtete, kam ein kleiner Knabe und wollte neben mir sitzen. Ich hob ihn auf die Bank und da sagte er: „Nun, Mr. Spurgeon, höre zu. Wenn da ein Waisenhaus wäre und da wäre eine Menge kleiner Knaben und die hätten alle keinen Vater mehr, und da kämen Einmal im Monat ihre Mütter oder ihre Tanten und brächten ihnen Groschen und Äpfel und Apfelsinen und niedliche Sachen, und da wäre ein kleiner Knabe, der hätte keine Mutter und keine Tante und Niemand nicht, der käme und ihn besuchte, meinst du nicht, Jemand sollte ihm einen Groschen geben? Und sieh, das bin ich.“ - Wollen Sie nicht Alle Beschreibungen dieser Art auf sich anwenden, und sagen, wenn etwas für Jesum getan werden soll, „Das bin ich da ist etwas für mich zu tun?“ Ich glaube, es ist Jemand in der Welt, dem Gott einen Segen geben will durch Sie, mein Bruder, meine Schwester und durch Niemand anders. Er hat Seinem Sohn Macht über alles Fleisch verliehen, dass er das ewige Leben Allen geben sollte, die der Vater ihm gegeben; und er hat diese Macht unter uns verteilt und Einigen von uns Macht über Diese gegeben, Andern Macht über jene. Es sind Einige, die nie in den Himmel kommen werden durch mein Predigen, aber sie werden es vielleicht durch Ihre Ermahnungen oder durch das Neue Testament, was Sie nun ihnen geben wollen und das freundliche Wort, womit Sie es begleiten werden. Liebe Freunde, sehen Sie auf die große Stadt vor Ihnen, die Gott heimsucht! Helfen Sie bei den Besuchen von Haus zu Haus, Sie Alle, und suchen Sie dabei zu erfahren, ob die Bibel in dem Hause ist, und wenn nicht, so lassen Sie jedes Haus in London mit einer Bibel versehen werden. Ich wünsche, die Bibelgesellschaft möchte sich, wenn sie könnte, mit diesem Verein für Besuche verbinden und beschließen, jedes Haus in London sofort mit einer Bibel zu versorgen. Lassen Sie uns Alle helfen in dem Werke, die Leute zu besuchen und das Wort Gottes unter sie zu bringen, und lassen Sie dies unsern Beweggrund sein: wenn wir den Herrn Jesum Christum lieben, so ist eine innige Verbindung zwischen uns und Allem, was Ihn angeht.

Vor Jahren, als die Diener Diener zu sein pflegten, war ein gewisser Lord, der sich sehr amüsierte an der Art, wie sein alter Kammerdiener sprach. Sie waren auf dem Lande und ein Wagen stand vor der Tür des Herrenhauses und Sr. Lordschaft fragte, „Johann, wessen Wagen ist dies?“ „O,“ sagte er, „das ist unser, Mylord; er hat einige von unsern Sachen aus der Stadt gebracht.“ Nach ein paar Minuten fragte der Lord: „Johann, was für eine Kutsche fährt da hinauf?“ „O, Mylord,“ sagte er, „das ist unsre Kutsche.“ „Aber,“ fügte der Herr hinzu, „ich sehe einige Kinder darin, sind das unsre Kinder, Johann?“ „O ja, Mylord,“ erwiderte er, „Gott segne sie, das sind unsre Kinder und ich geh hinunter, um sie herein zu bringen!“ und dann ging er hinab. Nun, wenn wir auf arme, verlorene Sünder blicken und auf das Evangelium, was allein sie retten kann, lassen Sie uns sagen: „O lieber Herr, dies sind unsre, dies sind unsre; wir suchen sie, weil sie dir angehören.“ Es sieht fast vermessen aus, das, was Christi ist, unser zu nennen, aber jener Herr war nicht ärgerlich über seinen Diener, weil er in solche Gemeinschaft der Interessen mit ihm einging, und unser Herr droben wird nicht gekränkt sein, wenn wir die Bibel unsre Bibel nennen, das Evangelium unser Evangelium, die Kirche unsre Kirche, das Volk Gottes unser Volk, die Brüderschaft der Sünder unsre Brüder und den Heiland selbst unsern Heiland. Lassen Sie uns die Bibelgesellschaft zu unsrer Gesellschaft machen und uns bemühen, das Wort des Lebens unter unsern armen Mitbürgern um uns her zu verbreiten, an denen wir Anteil nehmen, weil Christus an ihnen Anteil nimmt.

1)
„High church“ wird in der englischen Staatskirche die katholisierende Partei genannt (auch Ritualisten), während „low church“ die evangelische und „broad church“ die der neuern Theologie sich zuneigende ist. Anm. d. Übers.
2)
Anspielung auf einen sehr bekannten englischen Gesang, der anfängt:
„Es ist ein Born, mit Blut gefüllt,
Das aus den Adern Jesu quillt,
Und taucht ein Sünder da hinein,
Ist er von allen Flecken rein.“
3)
Eine Gesellschaft, die für die Trennung der Kirche vom Staat zu wirken sucht, meist aus Dissentern bestehend. Anm. d. Übers.
4)
Zwei der Orte, wo Moody und Sankey zu der Zeit in London ihre Versammlungen hielten. Anm. d. Übers.
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