Spurgeon, Charles Haddon - Reden - daheim und auswärts - Die Bibel.
Rede bei der Jahresversammlung der Britischen und Ausländischen Bibelgesellschaft. 4. Mai 1864.
Die Geschichte der Bibel kann in gewisse Epochen eingeteilt werden, und wenn ich anfange, ohne beim Anfang anzufangen, so würde ich sagen, dass die Zeit der Reformation die Zeit der Befreiung der Bibel war. Gleich Paulus und Silas, die Füße in den Stock gelegt, sang die Bibel lieblich das Lied von der Gnade inmitten der dunklen Kerker des Mittelalters, als plötzlich ein großes Erdbeben ward und die Bande alles Denkens, aller Wissenschaft, aller Wahrheit los wurden, und dann kam die Bibel, wie Paulus und Silas, heraus zu herrlicher Freiheit. Wir haben jetzt nicht um die Freiheit zur Verbreitung der Schrift zu kämpfen. Die Periode ist vorüber. Dann kam - und diese Periode ist noch - die Periode der Vervielfältigung der Schrift. Die Bibel, als sie zuerst übersetzt in die Welt hinaus kam in wenigen Exemplaren, kann ich jenem ersten glänzenden Engel vergleichen, der die Ankunft unsers Herrn verkündigte; aber die große Anzahl, welche von dieser Gesellschaft verbreitet ist, gleicht jenen mächtigen Heerscharen, die alsobald bei dem Engel waren, Gott lobten und sprachen: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen.“
Die Periode der Vervielfältigung der Schrift ist nicht vorüber; sie wird dauern, sie muss dauern, so lange die Menschen sich vervielfältigen; und so lange es Armut in der Welt gibt, werden die Menschen es nötig haben, mit billigen Exemplaren des Wortes Gottes versorgt zu werden. Aber ich meine, es ist Zeit, dass wir mit mehr Eifer in die dritte große Periode der menschlichen Geschichte eingehen, die Aneignung der göttlichen Wahrheit in einem weiteren Umfange, und dahin arbeiten, sie in die Herzen der Massen hinein zu bringen, und zu machen, dass sie die Bibel ebenso wohl lesen wie besitzen, und sie sowohl verstehen, als für das Wort Gottes halten. Ich glaube, dies tut uns mehr Not in diesem Zeitalter, als selbst das Bestreiten der Einwürfe gegen dieselbe. Ich für mein Teil übernehme nicht die Aufgabe, Einwürfe zu widerlegen, weil ich glaube, das logische Vermögen in mir ist zu gering, und wenn ich gegen arithmetische Gegner spräche, würde ich dem Knaben gleichen, der auf dem Kirchhofe ein Liedchen pfiff, um seinen Mut aufrecht zu halten und sagte: „Wer ist bange?“ Ich denke nicht, dass dies mein angewiesenes Werk ist und glaube, dass neun und neunzig von hundert Christen nicht so sehr zur Verteidigung des Evangeliums gegen ungläubige Gegner berufen sind, als dazu, dies Evangelium den Herzen der Menschen einzuprägen, indem sie Licht vor die Augen derer bringen, die in Finsternis sind, dass sie seine Herrlichkeit schauen und sich daran freuen. Das Evangelium mit Hilfe Gottes des Heiligen Geistes in die Herzen zu bringen, scheint durchaus notwendig, damit wir wirklich seine Früchte kennen lernen. Man erzählt, dass Jemand, der Scanderbergs Schwert an der Wand hängen sah und von den gewaltigen Taten der Tapferkeit, die der wilde Eroberer verrichtete, gehört hatte, sagte, indem er das Schwert anblickte, „ich kann nichts daran sehen.“ „Nein,“ sagte der Mann, der es zeigte, „aber wenn Sie die Sehnen des starken Armes, der es zu schwingen gewohnt war, gesehen hätten, so würden Sie das Schwert bewundert haben, und den Arm dazu.“
Nun, das Wort Gottes ist nichts, als ein toter Buchstabe, bis der Geist Gottes mit allmächtigem Arm es ergreift, dann schneidet es, bis es Seele und Geist scheidet und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens. Und wir möchten heute ausrufen: „Herr, wenn deine Gegner zweifeln, ob dies dein Schwert sei, ergreife du das Heft und schneide bis in ihr Innerstes und lass sie wissen, dass noch ein Gott in Israel ist und noch ein Wort Gottes.“ Die Bibel nur verbreiten, das wird nicht ihre Kraft beweisen. Es ist eben so wenig Kraft in der Bibel, als Schaden in einem dreibändigen Roman, wenn ich weder die eine noch den anderen lese. Wenn sie ungelesen auf dem Bücherbrett liegen, wird mir die eine keinen Nutzen bringen und der andre keinen Schaden. Erasmus lacht bei der Vorstellung eines Mannes, der dem bloßen Besitz der Bibel einen Nutzen zuschreibt. Er vergleicht ihm Einen, den er Cyklops nennt, der in seinem Gürtel auf der einen Seite eine gute Flasche Sekt trägt und auf der anderen ein reichverziertes Exemplar des Wortes Gottes, und in prahlerischer Weise spricht: „In Wahrheit, ich bin ein so guter Heiliger, wie nur einer.“ Erasmus sucht dies in seiner witzigen Art zu widerlegen und sagt, „ich bitte dich, behandle deine Sektflasche wie deine Bibel. Es sind viele Kräfte in diesem Sekt; er wärmt dich, wenn du kalt bist; er erfrischt deinen Mut, wenn du halb bange bist. Aber trink ihn nicht; nimm niemals den Kork heraus und dann sieh, was seine Kräfte sind.“ Natürlich macht unser Freund Einwendungen. Er bewundert diese Flasche Sekt, aber er mag sie lieber, wenn der Kork heraus ist, und am liebsten, wenn er sie an die Lippen setzt und der Strom lustig fließt. „Ach,“ sagt Erasmus, „aber was sagst du zu diesem Buch?“ Er erwidert, „Es ist langweilig.“ Aber fange an, es zu lesen und zu studieren. „O,“ antwortet er, „es sind alles trockne Dinge, die mich nichts angehen.“ „Wahrlich, dann sehe ich,“ erwidert der Andere, „du bist in der Tat ein rechter Jünger des Sekts, aber ein falscher Jünger des Buches.“ Es ist viel Wahrheit in diesem Witze. Wenn die Leute ihre Bibel tragen, wie Erasmus wünschte, dass dieser Mann seinen Sekt trüge, so werden sie nichts Gutes davon haben. Wir mögen Millionen Bibeln verbreiten und den Preis auf zwei Groschen herabsehen oder auf gar nichts, aber wir haben damit nur die Verantwortlichkeit der Menschen größer gemacht, wenn wir nicht ernstlich beten, dass Gott sie dahin führe, in der Schrift zu forschen und dies durch seinen Geist ihnen zur Bekehrung, zur Erbauung und zur Heiligung in Gerechtigkeit dienen lasse. Ich halte dafür, dass dies notwendig ist, um die wahren Eigenschaften der Bibel zu zeigen, aber auch, um den Gegnern die wahre Antwort zu geben. Mein Gemüt ist von einer Art, dass ich Gott danke, wenn die Gegner der Wahrheit am lautesten sind. Ein schlummernder Teufel ist mehr zu fürchten, als ein brüllender. Lassen Sie den Teufel brüllen, er wird nur uns aus dem Schlummer wecken und uns umso ernster machen, für die Wahrheit zu streiten. Warum waren vor zwanzig Jahren keine Einwürfe gegen die Bibel an hoher und hervorragender Stelle? Weil sie nicht notwendig waren für Satans Zwecke. Was war die Bibel damals für unsrer Viele, die schlummerten oder sogar fest schliefen, was war sie als eine Harfe, die verstimmt zu werden anfing, weil sie nicht gespielt wurde, - ein Schwert, das rostete, weil es nicht gebraucht ward? Satan sprach zu sich selbst, „So lange sie diese scharfen Werkzeuge nicht handhaben, will ich mich nicht bemühen, sie stumpf zu machen.“ Mich freut's, dass die Kirche zur Tätigkeit gedrängt wird, und es erinnert mich an den Zyniker, der lieber seine Tonne umher rollen, als still liegen wollte. Ich will lieber, dass die Kirche ihre Glaubensartikel und Lehren umherrollt, als dass sie still liegt. Halten Sie die Kirche still, lassen Sie es zu, dass ihre Stimme nicht in der Wüste gehört wird, „Bereitet dem Herrn den Weg,“ und Sie hindern ihren Lauf und nehmen ihr alle Macht, der Welt ein Segen zu werden.
Darum lassen Sie uns diesen Plan empfehlen, die Bibel in die Herzen der Menschen zu bringen. Ich denke, die beste Antwort für die Gegner ist die, welche David seinen neidischen Brüdern gab, als sie sagten, „Wegen deiner Vermessenheit und deines Herzens Bosheit, denn du bist herab gekommen, dass du den Streit siehst. O, bartloser Jüngling, so bräunlich und schön, geh zurück zu deinen Schafen!“ Aber David hat keine Antwort.
„Ist nicht eine Ursache da?“ das ist genügende Erwiderung. Indes nach einer kleinen Weile wird man Davids Antwort sehen. Er kommt zurück und trägt in seiner Hand das Haupt des großen Ungeheuers, von dem Klümpchen Blut träufelten und als er es in die Höhe hebt, da ist es eine triumphierende Widerlegung des Einwurfs - „Wegen deiner Vermessenheit.“ Gehen Sie, evangelisieren Sie London; bringen Sie Licht in die dunklen Hintergassen; tragen Sie das Evangelium nach den Südseeinseln und nach Afrika, und lassen Sie die ganze Welt davon erklingen, dann brauchen Sie nicht stillzustehen, um auf Einwendungen zu antworten. Dies ist die beste Logik, dies ist das trefflichste Argument - das Wort in die Herzen bringen. „Das Eingehen deines Wortes gibt Licht.“ Bitten Sie Gott, das Wort in Herzen und Gewissen lebendig werden zu lassen und es wird Licht schaffen. Ich darf deshalb wohl, so kurz als möglich, sagen, dass ich glaube, die Bibelgesellschaft wird, während sie ihre Bemühungen fortsetzt, die Bibel zu verbreiten, immer gut tun, ernstlich auf den Rat derer zu hören und mit Wohlwollen auf die Anstrengungen derer zu blicken, die wünschen, sie zu einer Gesellschaft für Lesen und Verstehen der Bibel sowohl als für Ausbreiten derselben zu machen.
Wir haben Sammler und Helfer usw. nötig, aber wir haben auch mehr Bibellesen nötig - mehr Bibelerklärung für das Volk. Ich glaube, uns täte hier in England mehr Bibel-Katechisation Not für die Kinder aller Klassen. Es fiel mir auf, wie sehr die schottischen Kinder den unsern an Schriftkenntnis überlegen sind. Ich nehme mitunter junge Männer, deren Bildung sehr mangelhaft ist, in mein Kollege auf, und finde, dass diese frommen, ernsten, jungen englischen Brüder, obgleich sie die Schrift gelesen haben, nicht einmal mit dem historischen Teil derselben und den Erzählungen gründlich bekannt sind, sondern oft traurige Verstöße begehen. Aber obgleich ich mit vielen Schotten zu tun gehabt, traf ich nie einen, der nicht gründlich mit der biblischen Geschichte bekannt und in der Lehre wohl unterrichtet war. Ich schreibe das dem Gebrauch von Katechismen zu und meine, wenn wir die Benutzung eines guten Katechismus wieder unter uns beleben könnten oder das katechetische Prinzip, durch Fragen und Antworten die Lehren und Wahrheiten der Schrift unsrer Dorfjugend einzuprägen, würden wir sehr viel Gutes tun. Das Mittel, sich die Massen zu sichern, wäre, sie zu sichern, während sie jung sind. Ich erinnere mich einer Sache, die mich als Kind viel Kopfbrechens kostete. Eins meiner frühesten Probleme war nicht die Quelle des Nils; so weit war ich nicht gekommen, aber etwas, was noch wunderbarer war. Auf einem Gesims im Wohnzimmer meines Großvaters stand eine kleine Flasche, die einen Apfel enthielt, der grade so groß war, wie der weiteste Teil des Glases. Nun, ich durfte nichts anrühren, was auf dem Gesimse stand; das war verboten. Aber, sobald ich nur allein war, nahm ich einen Stuhl und holte das Glas herunter und versuchte, ausfindig zu machen, wie der Apfel doch den engen Hals hinunter gekommen sein könnte. Ich dachte, das Glas müsste einen falschen Boden haben und mich wundert wirklich, dass ich bei meinen verschiedenen Versuchen in meinem Eifer und wissenschaftlichem Fleiße es nicht dahin brachte, die Flasche zu zerbrechen und mir eine gute Tracht Schläge zuzuziehen. Aber es geschah ganz zufällig, dass dieses große Geheimnis der Natur, eins der Rätsel, das wie ich dachte, kaum die weisesten Männer des Orients lösen könnten mir entschleiert ward. Eines Tages, als ich im Garten ging, bemerkte ich, dass meine Großmutter einen kleinen Apfel in eine Flasche gesteckt, während er im Wachsen befindlich, und dass er so dahinein wuchs. So blieb „bei Kenntnis der Natur, kein Wunder mehr zurück.“
Ich konnte nicht umhin, daran zu denken, während ich hier stand. Wir können nicht leicht die Menschen unter den Einfluss der Bibel bringen, wenn sie erwachsen sind; aber wenn wir sie in die Flasche hineinzubringen vermögen, während sie jung sind, so bin ich gewiss, wir folgen der Analogie der Natur. Und wir haben ein biblisches Beispiel dafür; denn wir finden, dass Timotheus von Kind auf die Heilige Schrift wusste. Mir ist bange, dass manches Lehren in der Sonntagsschule mit Bezug auf biblische Unterweisung nicht ist, was es sein sollte, und ich möchte, wir Alle, die wir Andere zu unterweisen haben, sähen recht sehr hierauf und arbeiteten für das Wohl der Jugend. Und dann, meine ich, die Auslegung der Schrift sollte immer mehr und mehr ein bestimmter Grundzug in unsern Gemeinden werden. Es ist möglich, dass in einigen Fällen der Gottesdienst eine Gewohnheit nicht zulässt, in die Einige von uns gefallen sind, immer die Schriftabschnitte zu erklären, während wir sie lesen; aber es könnten besondere Gottesdienste sein, in denen dies die Hauptsache bildete. Es könnten kleine Gesellschaften zum Bibellesen zusammenkommen, um schwierige Stellen zu erklären, bei denen ein Bruder den Vorsitz führte, der fähig wäre, das Kapitel zu studieren, das würde sehr nützlich sein. In Wyclifs Tagen waren es die Klassen, die so viel Gutes zu tun pflegten - Klassen, die zusammen kamen und die Schrift studierten, und dann auseinander gingen und die Kenntnis ausbreiteten, die sie in dieser Weise gewonnen. Es waren diese Klassen, welche die Reformation herbeiführten; und ich sage, auf diese Weise müssen wir auch die Reformation aufrechthalten. Wir müssen ein Verständnis dessen erlangen, was Gott uns in seinem Worte sagt, dadurch, dass wir es studieren und dann diese Erkenntnis Andern mitteilen, indem wir es ihnen auslegen.
Dann müssen wir auch uns bemühen, immer mehr in Geist und Seele der Schrift einzudringen. Mein Herz hat sich oft in Traurigkeit abgewendet, wenn ich meine Bibel gelesen hatte, ohne Nutzen, wie ich es manchmal getan. Denn ich halte dafür, dass das bloße Lesen eines Kapitels nichts ist. „Der Buchstabe tötet,“ sagen wir davon; aber wenn wir in das Kapitel eingehen und, wenn das Kapitel in uns eingeht - wenn wir nicht nur den Sinn verstehen, sondern aufmerken, lernen, und das Brot des Lebens innerlich uns aneignen dann haben wir Nutzen davon. Ich finde Kommentare sehr nützlich; aber dennoch: manche Stelle, die sich einem Kommentare nicht auftut, tut sich dem Gebete auf. Grade wie die Steinhauer niederknien, um die Kiesel in einem Haufen zu zerbrechen, so glaube ich, wir brechen oft Sprüche besser auf unsern Knien auf, als in irgendeiner anderen Stellung. Wenn wir uns Gott nahen in dem Gefühl, dass die Heilige Schrift Seine fleischgewordene Wahrheit ist, und wir „hinter den Vorhang“ zu gehen wünschen wenn wir die Kühnheit haben können, so ins Allerheiligste hinein zu treten dann wird die Schrift eine wirkliche Macht für uns, dann gibt sie uns eine Kraft, und unsre Anstrengungen werden der Welt sich fühlbar machen.
Und wir müssen, liebe Freunde - schließe ich - wir müssen, wenn wir mehr Einfluss auf Andere haben wollen, in unsern eigenen Herzen mehr Ehrfurcht und Unterwerfung vor dem Wort Gottes in allen Dingen pflegen. Die Gewohnheit, manchmal Scherze über einen Bibelspruch zu machen, ist eine sehr schlechte und eine, die man sehr meiden sollte. Ich erinnere mich nicht genau der Worte des alten originellen Fuller, aber ich meine, er sagt, „Wenn ich meine Hände waschen will, kann ich da keinen anderen Platz finden, als ein Taufbecken?“ und ich drücke es mit eigenem Worte aus: Wenn ich den Narren spielen will, kann ich dazu keine anderen Kleider finden, als die Worte in Gottes Heiliger Schrift? Heiterkeit sollen wir haben, aber jener Leichtsinn, welcher das Wort Gottes nimmt und es zu seinem eigenen Zwecke missbraucht, sollte verabscheut und gehasst werden als nah verwandt mit Lästerung. Wir müssen die höchste Ehrerbietung gegen das Wort Gottes hegen, besonders auch in unserm Gehorsam gegen dasselbe. Vielleicht ist das Letzte, was die Bibel für die Kirche tun wird, Das, wonach Viele von uns seufzen - sie wird die Einheit der Kirche herstellen. Wenn wir Alle ehrfurchtsvolle Untertanen Gottes werden, und seinem Willen gehorsam, wie wir ihn in der Schrift finden, so werden wir Alle nahe zusammen kommen. Alle Versuche, Einheit herzustellen ohne Rücksicht auf Wahrheit, müssen zu Boden fallen und lasst sie das. Einheit im Handeln für die Ehre Gottes können wir haben ungeachtet der geringeren Unterschiede, und ich hoffe, wir werden sie immer haben; aber ein Versuch, eine Kirche auf irgendeiner anderen Grundlage zu bilden als auf bestimmten, festgesetzten Prinzipien, wird ein Versuch sein, ein Haus auf den Sand zu bauen, und das muss niederfallen. Zuerst Reinheit, dann Einheit; erst Wahrheit, dann Einigkeit. Ich wollte nicht einen Grundsatz des Wortes Gottes verkaufen für alle brüderliche Liebe unter dem Himmel, weil ich dafür halte, dass brüderliche Liebe, welche mich nicht mein Gewissen rein halten lassen will, nicht solche brüderliche Liebe ist, wie Christus sie in der Heiligen Schrift einschärft. Festhalten an der Wahrheit muss da sein - ja, und an jedem Teilchen derselben an Allem, was ihr von dem Herrn empfangen habt. Lasst uns keine Einheit suchen dadurch, dass wir die Wahrheiten bei Seite werfen, die Gott uns klar geoffenbart hat. Die Bibel soll der große Friedensstifter zwischen allen Sekten sein, der große Hammer aller Schismatiker. Die Bibel soll das Ende aller Uneinigkeit sein. Die Bibel soll, wenn wir dahin gebracht sind, sie mit ehrfurchtsvollem Auge zu lesen und mit sanftem und demütigem Herzen aufzunehmen, indem sie uns zu sich selber bringt, auch uns zu einander bringen. Ich möchte lieber dann und wann eine kleine Erörterung über die Grundsätze, die uns trennen, und dann: wenn wir über irgendeinen Punkt ohne gebührende Gründe auseinander gegangen sind, lassen wir die Spaltung ein Ende haben, O! wenn wir den Geist der Bibel erlangen könnten und sagen: was ich dort nicht finde, will ich über Bord werfen - wir würden eine gesegnete Einheit gestiftet sehen. Und weil diese Einheit im Kommen ist, darum hat Satan großen Zorn. Wir werden es, einige von uns, noch erleben, die den Tag zu sehen, wo wir überall in der Welt uns durch Einigkeit auszeichnen werden. Ich meine, ich sehe schon in der Zukunft den Aufgang der Sonne sich ankünden, die alle Nebel unsrer Bigotterie zerstreuen soll. Einige von uns werden es erleben, den frohen Tag zu schauen. Diese Versammlung1) schon ist ein gesegnetes Vorzeichen davon, aber die Vollendung kann nie kommen, außer wenn wir die Bibel festhalten, die Bibel verbreiten und die Bibel dem Herzen und Gewissen eines Jeden, dem wir begegnen, einzuprägen streben. Darf ich Sie - die Meisten von Ihnen habe ich nie vorher gesehen - bitten, noch heutigen Tages zu versuchen, irgend Jemand etwas aus der Schrift zu lehren. Jeden Tag eine Zeile, und dann, welch ein Gedicht wird der Psalm Ihres Lebens sein! Jeden Tag eine Seele und, o, welche Seelengewinner werden Sie sein! Jeden Tag eine Saat, und welche Ernte werden Sie dann haben! Jeden Tag einen Stern und dann, welch eine Milchstraße der Herrlichkeit wird dort schimmern! Jeden Tag ein Kleinod, und dann, welch eine Ehrenkrone werden Sie auf das Haupt Ihres Christus sehen können! Jeden Tag eine Note, und dann, was für ein Lied wird es sein, das da schallen wird von Ihnen, armen sterblichen, aber Gottbegeisterten, in Gottes Kraft wirkenden Menschen, auf zu dem Sitze des großen Einen, der über uns Alle thront.