Spurgeon, Charles Haddon - An der Pforte - Ohne Glauben kein Heil.
Manchen scheint es hart, dass ihnen das Verderben angekündigt wird, wenn sie nicht an Jesum Christum glauben wollen; aber wenn sie eine Minute darüber nachdenken wollten, so würden sie sehen, dass es gerecht und vernünftig ist. Ich nehme an, es gibt keine andere Weise für einen Menschen, seine Kraft aufrecht zu halten als durch Essen. Wenn du sprächest: „Ich will nicht wieder essen, ich verachte solchen Materialismus,“ so könntest du nach Madeira gehen, oder in alle Länder reisen, (vorausgesetzt, dass du lange genug lebtest!) aber du würdest ganz sicher finden, dass kein Klima und keine Bewegung im Freien hinreichen würde, dich am Leben zu erhalten, wenn du dich weigertest, Nahrung zu nehmen. Würdest du dann klagen: „Es ist hart, dass ich sterben muss, weil ich nicht ans Essen glaube?“ Es ist nicht ungerecht, dass du sterben musst, wenn du so töricht bist, nicht zu essen. Gerade so verhält es sich mit dem Glauben. „Glaube, so wirst du errettet.“ Wenn du nicht glauben willst, so ist es nicht hart, dass du verloren gehst.
Ein durstiger Mann steht vor einer Quelle. „Nein,“ sagt er, „ich will keinen Tropfen Flüssigkeit anrühren, so lang ich lebe. Kann ich nicht meinen Durst auf andere Weise löschen?“ Wir sagen ihm: „Nein; du musst trinken oder sterben.“
Er spricht: „Ich will niemals trinken; aber es ist hart, dass ich deshalb sterben muss. Es ist grausam, mir das zu sagen.“ Er hat Unrecht. Sein Durst ist das unvermeidliche Resultat davon, dass er ein Naturgesetz vernachlässigt. Auch du musst glauben oder sterben; warum dich weigern, dem Gebot zu gehorchen? Trinke, Mann, trinke! Nimm Jesum und lebe. Da ist der Weg des Heils; um ihn zu betreten, musst du dich Jesu anvertrauen; aber es ist nichts Hartes in der Tatsache, dass du umkommen musst, wenn du dem Heiland nicht vertrauen willst. Ein Mann ist auf dem Meere; er hat eine Seekarte, und diese Seekarte wird, wenn er sie gut studiert, ihn mit Hilfe eines Kompasses zum Ziele seiner Reise führen. Der Polarstern strahlt durch die Wolkenrisse, und auch der wird ihm helfen. „Nein,“ sagt er, „ich will nichts mit euren Sternen zu tun haben; ich glaube nicht an den Nordpol. Ich werde nicht auf das kleine Ding da in dem Kasten achten; die eine Nadel ist so gut wie die andere. Ich habe keinen Glauben an eure Seekarte und will nichts damit zu tun haben. Die Schiffskunst ist lauter Unsinn, den die Leute erdacht haben, um Geld zu machen, ich will nicht dadurch geprellt werden.“ Der Mann erreicht den Hafen nicht, und sagt: „Es ist sehr hart - sehr hart.“
Ich denke nicht also. Einige von euch sagen: „Ich will nicht die Schrift lesen; ich will nicht auf eure Reden von Jesu Christo hören; ich glaube nicht an solche Dinge.“ Dann spricht Jesus: „Wer nicht glaubt, der wird verdammt werden.“ „Das ist sehr hart,“ sagst du. Aber es ist nicht so. Es ist nicht härter als die Tatsache, dass du den Hafen nicht erreichen wirst, wenn du Kompass und Polarstern verwirfst. Da gibt es keine Hilfe; es muss so sein.
Du sagst, du willst nichts mit Jesu und seinem Blut zu tun haben, und du verachtest alle Religion. Du wirst es schwer finden, diese Sachen wegzulachen, wenn es mit dir zum Sterben geht, wenn der Todesschweiß von deiner Stirne gewischt werden muss, und dein Herz schlägt, als wollte es zerspringen.
Seele! du wirst dann finden, dass jene Sonntage und jene Gottesdienste und dieses alte Buch etwas mehr und etwas Besseres sind, als du meintest, und du wirst dich wundern, dass du so einfältig warst, jedes Gnadenmittel zu vernachlässigen. Wie groß wird vor allem der Jammer darüber sein, Christum hintenangesetzt zu haben, jenen Polarstern, welcher allein den Seefahrer zum Hafen der Ruhe leiten kann!
Wo wohnst du! Du wohnst vielleicht am jenseitigen Ufer eines Flusses, und du hast über eine Brücke zu gehen, ehe du heim gelangen kannst. Du bist so albern, weder an die Notwendigkeit der Brücken oder der Boote, noch an das Vorhandensein des Wassers zu glauben. Du sprichst: „Ich will nicht über eine von euren Brücken gehen, und ich will nicht in eins von euren Booten steigen. Ich glaube nicht, dass ein Fluss da ist.“ Du machst dich auf den Heimweg, und kommst bald an die alte Brücke; aber du willst nicht hinübergehen. Dort ist ein Boot, aber du bist entschlossen, nicht hineinzusteigen. Da ist der Fluss, und du nimmst dir vor, dass du nicht in der gewöhnlichen Weise hinübergehen willst, und doch meinst du, es sei sehr hart, dass du nicht nach Hause kommen kannst. Gewiss, irgendetwas hat deine Verstandeskräfte zerrüttet, denn du würdest es nicht für hart halten, wenn du bei Sinnen wärest. Wenn ein Mensch das nicht tun will, was zu einem gewissen Zwecke notwendig ist, wie kann er erwarten, diesen Zweck zu erreichen? Du hast Gift genommen und der Arzt bringt dir ein Gegengift und sagt: „Nimm es geschwind, sonst wirst du sterben; wenn du es sofort nimmst, so stehe ich dafür, dass das Gift unschädlich gemacht wird.“ Aber du sprichst: „Nein, Doktor, ich glaube nicht an Gegengifte. Es muss alles seinen Lauf haben; jedes Fass muss auf seinem eigenen Boden stehen; ich will nichts mit dem Heilmittel zu tun haben. Außerdem glaube ich nicht, dass es irgendein Heilmittel gibt für das Gift, das ich genommen; ja noch mehr, es ist mir einerlei, ob es eins gibt oder nicht.“
Nun, Mann, du wirst sterben; und wenn die Leichenschau vorgenommen wird, so wird der Ausspruch lauten: „Es geschah ihm recht!“ So wird es mit dir sein, wenn du, nachdem du das Evangelium von Jesu Christo gehört hast, sprichst: „Ich bin ein zu gebildeter Mann, um mich mit dieser altmodischen Idee von Stellvertretung zu befassen. Ich werde nicht auf des Predigers Reden von Opfer und Blutvergießen achten.“ Dann wird, wenn du umkommst, der Ausspruch, den dein Gewissen bei der letzten Untersuchung tun wird, so lauten: „Selbstmord, er brachte seine eigne Seele ins Verderben.“ So spricht die Bibel: „O Israel, du bringst dich in Unglück!“ Leser, ich bitte dich dringend, tue dies nicht.