Knobelsdorff, Curt von - Versetzt ins Reich des Lichtes

Knobelsdorff, Curt von - Versetzt ins Reich des Lichtes

Ich bin alter Soldat und dreißig Jahre Offizier gewesen. Ich weiß, was es heißt, versetzt zu werden. In meinem Dienst bin ich achtzehnmal versetzt worden. Die bedeutendste war die Versetzung von Mainz nach Königsberg. Da galt es in Mainz, von Freunden und Bekannten Abschied zu nehmen. Ich mußte mit allem brechen. Dann kam die lange Reise, und als ich in Königsberg war, da wußte ich ganz genau: Ich war nicht mehr in Mainz, sondern befand mich in Königsberg.

Aber meine wichtigste und für mich am tiefsten eingreifende Versetzung war die aus dem Reich der Finsternis in das Reich des Lichtes. Es war eine ernste Sache, diese Versetzung. Man kann nicht in den Himmel hineinschlafen oder sich die Seligkeit gleich silbernen Löffeln in die Tasche stecken lassen. Man weiß es ganz genau, wenn man in das Reich Gottes hineingekommen ist, denn da sieht es ganz anders aus als in der Welt.

Es ist im Grunde ganz gleich, ob wir ganz fern sind vom Reich Gottes oder ob wir demselben nahe sind, ob wir ein bißchen fromm oder ganz gottlos sind. Wenn wir nicht von neuem geboren werden, so gehen wir verloren.

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autoren/k/knobelsdorff_curt_von/knobelsdorff_versetzt.txt · Zuletzt geändert: von aj