Funcke, Otto - Aus seiner Abschiedspredigt in Bremen

Funcke, Otto - Aus seiner Abschiedspredigt in Bremen

Der Inhalt meiner Predigt war die Gnade Gottes in Christo. Immer habe ich zu euch geredet als ein armer, sündiger Mensch, dem Barmherzigkeit widerfahren ist. Und es war meines Herzens Sehnsucht, euch zu einem selbständigen, ebenso mutigen wie demütigen Ergreifen der Gnade Gottes zu führen. Ich wollte keine Pastorenchristen aus euch machen. Freiheit ist mein ganzer Sinn, und zur herrlichen Freiheit der Kinder Gottes wollte ich euch führen. Also in ein ganz persönliches, selbständiges Verhältnis zu dem lebendigen Gott, daß ihr frei seid von allen Menschen, von den Frommen und von den Gottlosen, auch von den Pastoren - frei von bestimmt formulierten kirchlichen oder theologischen Systemen. Um den direkten Lebens- und Gebetsverkehr mit Gott handelt es sich.

Ich habe manchen oft zu viel von Jesus und zu wenig von Gott geredet. Aber das war und ist ein Mißverständnis. In Christo und nur in Christo wohnt für uns die Fülle der Gottheit leibhaftig. Außer ihm gibt es nur unzureichende, unklare, mehr oder weniger nebelhafte Linien, die auf Gott hinleiten.

Darum konnte ich nicht zuviel von Jesus reden. In mancher Beziehung, zum Beispiel auf politischem, sozialem, wissenschaftlichem Gebiet haben meine Ansichten im Laufe meines Lebens wohl gewechselt. Seit ich aber Jesus ins Herz schauen durfte, weiß ich nichts Höheres, als seinen Namen zu preisen. Das soll auch mein Lied bleiben im Hause meiner Wallfahrt, solange ich noch einen Odem in mir habe.

Cookies helfen bei der Bereitstellung von Inhalten. Diese Website verwendet Cookies. Mit der Nutzung der Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies auf Ihrem Computer gespeichert werden. Außerdem bestätigen Sie, dass Sie unsere Datenschutzerklärung gelesen und verstanden haben. Wenn Sie nicht einverstanden sind, verlassen Sie die Website.Weitere Information
autoren/f/funcke/funcke-aus_seiner_abschiedspredigt.txt · Zuletzt geändert: von aj