Agricola, Johann - Auslegung des XIX. Psalm

Agricola, Johann - Auslegung des XIX. Psalm

Auslegung des XIX. Psalm. Coeli enarrant / durch Thomas Muntzer an seyner besten junger einen / auff new prophetisch / nicht nach der einfeltikeit des wort Gotes / sonder aus der lebendigen stimme vom hymel.

Auslegung des selben Psalms / wie yhn S. Pauel auslegt nach der einfeltikeit der Apostel / und nach der meinung Davids.

Johan Agricola Ißleben
Wittemberg. MDXXV.

Dem wyrdigen Ern Johan Ruhel Doctor etc.
Johan Agricola Ißleben. Gnad und frid von Gott.

Der Prophete Hiob am .41. sagt von Behemoth unter andern zeichen / man sol yhn da bey kennen / Das aus seinem munde faren fackeln und feurige brende / aus seyner nasen gehet rauch wie von heyssen töpffen und kesseln / aus seynem munde gehen flammen / seyn odem ist gluende kolen / Er hat eynen starcken halß / und ist seyn lust wenn er etwas verderbt / Denn da zu Christus zeytten und hernach das reyne klare Evangelion durch die apostel ynn alle welt gepredigt ward / feyrete der Sathan nicht / und erwecket falsche aposteln und prediger / die mit mancherley Secten und kezereyen das Evangelion verdunckelten / hetzten die welttlichen fursten und Konige an die Christen / bis so lange das Evangelion / der glaube und Gotts gesetze geschwiegen / und die werck / Menschen gesetze / durch den Antichrist mit gewalt eyngefüret seyn worden. So sich aber Gott auß hertzlicher barmhertzikeyt / widderumb durch seyn Evangelion der welt und sonderlich Deutschen landen eroffnet hat / aus dem fisnternis darynne wir gefangen waren / durch seyn wort ynn das licht und hellen tag gesetzt hat / will der Sathan abermals seyner art nach / sich unterstehen / das wort widder weck zunemen / erweckt newe geyster / die sich rhümen der schrifft / auch des heyligen geysts meyster / und wissen doch nicht / die armen / elenden / blinden leutt / wo von sie sagen / odder was sie setzen / wollen leren und konnen doch nicht leren / brüsten sich und werffen sich auff / mit prechtigen / hohen / schwulstigen wortten / wilche der heylige geyst taddelt und fur eynen grewel hat / als da sind / Studierung / Verwunderung Langkweyl / Entgrobung / Besprengung / besitzer des besitzers stadt / und dergleichen / eyttele / unnutze / vergebliche wortt / damit sie dem unordigen pöffel / maul und nassen auffsperren / gleich als sey es eytel kostlich ding / und gleich als stünde von Christo nicht geschrieben psalm. lxxvij In parabolis aperiam os meum / das ist / Christus sol feyn eynfeltig und mit gemeynen worten leren die leutte / wie auch seyn gantzes leben nicht anders aussweysset / mit worten und wercken.

Von Christo und seyner leer sagt Esai. am xlij. Er sol den heyden das gericht verkundigen / Er wird nicht zancken nach schreyen etc. Das ist / wo Christus gepredigt wird / da wird auch zugleich verdammet alles was ausser halb yhn ist / auff das / wer sich bessert / zittert / erschrickt fur dem urteyl / das niemand könne ausser halb Christus selig werden / nicht zustossen sondern angesteckt werde / nicht verlesche sondern denerst / ynn der tödtung des alten Menschen / durch das wort Gottes angangen / lebe und erfurbreche.

Vom teuffel und seyner lere sagt Hiob / Er solle hoch eynher faren / mit hohen seltzamen worten / damit er gedenckt nidder zu schlahen alles was Gott durch Christum eynfeldigk predigen lest Gotts reych stedtt ynn der krafft / Christus reych wirckt vergebung der sunden / wo warhafftig sunde seyn / Des teuffels reych wirckt beschwerung der gewissen wo keyn beschwerung ist / Dis alles aber ist also war ynn allen diesen geystern / die sich ytzund also auffblasen / dda sie auch Christum nicht annhemen / als der das gesetze erfullet hab fur uns / wie denn diese auslegung des xviij. Psalms Thomas Muntzers unverschamptt meldet. Aus wilchem stuck ich hochlich verursacht / Thomas Muntzers schrifft / durch den druck / außzugehen lassen / auff das alle welt greyffen müge / wie sich der teuffel Gote gedenckt gleich zumachen / Das das sprichwort ya war bleybe. Der teuffel ist unsers Herrgotts affe / und das auch / Der teuffel kan alles verbergen one die fusse / das ist / endlich mus er sich sehen lassen / wie denn auch diese geyster eygentlich genug sich dargeben / wie sie mörder seyn von anbegynne / wie yhr vatter. Johannis am viij / Es sol aber aussgehen ynn ewrem nhamen. Syntemal yhr neben andern gehörtt habt / und wisset wie jemmerlich die leute bey euch / durch diesen geyst betört und verfurrt seyn / das sie / wen sie sollen yhrer lerhe ursach geben / widder keesen konnen nach eyerlegen / und wollen doch von yderman ankunfft haben des glaubens / und wie sie sagen / den glauben berechnet nehmen / die wort / lernen sie nach reden und bleyben wort / die krafft volget aber nicht / Darumb ist es nicht Gottes reych / wie wyr ynn diesem psalm klerlich sehen werden.

Suo dilecto Cris. Meni. Thomas Munczer

Der geyst der weysheyt / und die erkentnis Gottes kunst / sey mit euch / hertzenhafftiger Brueder.

Erstlich habt acht auff des geystes weysse die leutte zu Gotte zubringen / Dieser man zu den Thomas Muntzer schreybt / hat gebeten umb eyn unterricht des rechten weges zur selckeyt / Darauff S. Jho. und S. Paul geantwortet hetten / henge dich an Christum / an den gleube / so wirstu das ewige leben erlangen / So weisset yhn dieser geyst yns rauchloch / und wescht vom xviij. Psalm / der do lernt / wie sich Got lest durchs Evangelion erkennen das da krefftig ist durch Christus gehorsam / den er dem vatter geleystet hat / das niemandt weyß / er selbs auch nicht / ab es gehawen odder gestochen ist / wie folgen wird.

Sihe auch auff den newen grus / Christus saget zu seynen jungern / sie sollen seyns sterbens und aufferstehens zeugen seyn / Luce am letsten / wie sie auch mit der thatt beweyset haben / Und wo sie yn eyn haus gehen / sollen sie yderman den frid anbitten / gnade wunschen Luce am .x. ynn seynem namen puss predigen und vergebung der sunden / Luce .xxiiij. also das er sey der weg zum vatter etc. So fertt dieser geyst frisch furuber / und will one mittel ynn den geyst hyneyn / und ynn die kunst Gottes / also kucken dem teuffel die füsse herfur / da yr Christum den mittler und gnaden thron Roma. iij. hinweg fetze / und sich selbs zu Crhisto mache / wie wol Gott keyn andere weyse hat sich mit uns zuversünen / denn durch das blutt seynes sones Eph .i. Coloss .i. daran wyr erkennen seynen gutten willen zu uns / Susse ding ist es also ym gedancken mit Gott spielen / aber es nimpt ein boss ende / wie Salomo sagt / Wer zu viel honig ist / dem ists nicht gutt / und wer schweer dinck forschet / dem wirds zu schweer. Gott hat seynen son eyn mal yns fleyschs / geworffen / da wird er sich finden lassen / Wer nu hinnauff klettert ynn den hymel / und wil mit Gott one Christum handeln / der wird den hymel leer finden / Gottes feylen / und den hals sturtzen / Denn so sagt Christus. Niemand kömet zum vatter denn durch mich etc. Menschen oren und augen konnen Gott widder sehen nach hören / odder müssen sterben. Joha .i. Niemand hatt Gott yhe gesehen / der eyngeporne son / der ynn des Vatters schos ist / der hats uns verkundiget / Derhalben auch die Aposteln wunschen den Christlichen gemeynen allenthalben / das zu nhemen ynn dem erkentnis Jhesu Christi / wilche erkentnis uns zm vatter leytet / ynn wilchem wyr gewar werden / wie der Vatter gegen uns gesynnet ist / Das wie er des sons verschonet / unser auch verschonen will / Den son lest er ynn die helle sincken / sterben / vom teuffel auffs hohste versucht werden / alle bossheyt und gifft auff yhn ausspeyen / und errett yhn dennoch / furtt seyn sache aus / macht yhn zu eynem Hernn aller dinge ynn hymel und auff erden / ynn wilchem spiegel ich gewisß bin / es solle myr der keyns schaden / Dieweyl ich friede habe / den Christus gemacht hat / mit allem das ym hymel ist oben / und auff erden hyrunden Ephe. i. Das were nach der Apostel weysse / die rechte Studierung erkentnis Gottes kunst / und der geyst der weysheytt / den Christus erworben hat / und gibt den die sich also / umb errettung willen / von der sunde / yhrs gewissens / vom tode und zorn Gottes / an yhn hengen / Syntemal aber dieser geyst ynn diesem gantzen Psalm / der auff diese weyse gottes kunst lernet / wie wyr dahinden hören wollen / nicht mit eynem worte / der lere gedenckt / ist es klar das er rasend und unsinnig ist / und nichts uber all weyss von dem geyst der weysheyt / odder Gottes kunst / wie wol er die wort mechtig und hoh eyn her furet.

Ich spüre yn ewrem brieffe gantz emsige begyr zur warheytt. Darumb das yhr also manichfaltigen vleys furwendet zu fragen / nach dem rechten wege.

Hie sihestu / was dieser frum man gesucht hat / da er Thomas Muntzer umb eyn unterricht / wie ich droben gesagt / durch seyn schrifft gebeten hat / nehmlich / wie er sich yn seyne lere / die er zum offternmal gehöret / schicken möchte / und des eynen rechten waren grund uber kommen / darauff er bald antworten wird / das es niemand widder verstehen nach außlegen kan.

Wilcher euch an aller sichersten zuerkennen wird / ynn der reynen furcht Gottis am .xviij. Psalm. Celi enarrant etc.

Dieweyl sich dieser geyst unterstehet die leute / den weg der warheyt zuleren / so müssen wyr recht zu treffen / und antzeygen / wo mit er umb gehe /

Den spruch Proverbium am .ix. Der weysheyt anfang ist des HERRN furcht / furet dieser geyst also / das ehr auffs leyden / das sie yhn selbs erwelen / dringe / wilchs erweltes leyden Christus verpotten hat / Mathei am .xv. / Die kinder des breutgams können nicht fasten / dieweyl der breutgam bey yhn ist / etc. Denn Gott wil / wyr sollen seyn also warten / das wyr tragen / das er uns aufflegt / und nicht tragen das wyr erwelen / So wil auch Salomon nichts anders / den wenn die weysheyt eyn haus bawet / das ist eyne gemeyne berufft / so welet sie dazu sieben sewlen / dads ist / viel lerer und prediger / schlachtet yhr vihe / tregt weyn auff und richt eyn tisch zu / Das ist / Gott lest durch seyn wortt beruffen die albern / auff das sie klug werden / die unwitzigen auff das sie weyse werden / Und das geschicht auff diese weysse. Gott lest durch seyn wortt / die albern yhr alberkeyt erkennen / auff das yhn gefalle die klugkheyt Gottes / dieweyl sie alle bekennen müssen / yhre gedancken und furnemen sey eytel torheyt / und vermügen nichts ynn den dingen die Gott angehen / ya furen sie von Gotte / Also untergeben sie sich Gottes willen und wortte / gleuben / trawen / lieben / und dancken Gott / der sie zu solchem licht und erkentnis hat geruffen durch seyn wort. Fürchten yhn auch und bitten / er wolt yhn diese erkentnis seyn selbs nicht widder entzihen. Psalmo .1. Deyn heyligen geyst nym nicht von myr / Lernen also mit liebe und furcht Gott dienen. Wie Psalm. .ij. geschrieben stehet / Dienet dem HERRN mit furcht / und frewet euch mit zittern / und Paulus schreybet Philip. .ij. Volstreckt ewre selickeyt mit furcht und zittern / denn Gott ists / der ynn euch wirckt / beyde das wollen und das thun / darumb das er eyn wolgefallen an euch hat. Auff die weyse verstet man nu / wie der anfang der weyscheyt sey die furcht Gottes / das ist / das man Gott machen lasse / und folge ymmer fort seynem wort nach / denn es ist warhafftig. Dis folgen und untergeben nennet die schrifft den gehorsam / wilchen das Evangelion auffricht unter allen heyden Roma .i. Und das sonderliche werck Gottes Johan. am .vi. Das ist Gottes werck / das yhr an den gleubt / den er gesand hat.

Nun feret dieser geyst zu / und macht eynen andern anfang zum werck Gottes / und füret die furcht des HERRN auff yhre studierung wilches nichts anders ist / denn eyn erdichter lösser gedancken / menschlicher vernunfft / geschweygt der liebe und glaubens / wilche entspringen aus der predige von der weisheit Gottes / wie kostlich und lieblich sie ist / und vernewert die alte sophisterey / wie alle die / die auff den weg Gottes treten / anheben an dem grewel yhrer sunden / auch / es stehe bey uns dis werck Gottes anzufahen / Aber Gott erkleret es darnach mit seynem gesetze / wie du bald horen wirst.

Aber was ist das anders / denn Gottes gnade und Christum verleugnen / und den freyen willen widder auffrichten. So lauffen ahn / alle die etwas newes wollen herfur bringen / davon Gott nichts lernet / auch nichts davon zu leren bevohlen hat.

S. Pauel sagt Ephe. .i. Wie Gott seyne heyligen auß dem reych der finsternis / ynn das reych des sons seyner liebe / gesetz hat / damit er betzeugt / es sey eygentlich und sonderlich Gottes werck / der könne es alleyne / das hertze erleuchten / und zu yhm locken / durch die freuntlickeyt uns ynn seynem son erzeyget / wie Christus sagt. Niemand kömmet zu myr der vatter zihe yhn denne. Noch ist disser teuffel also unsynnig / und errichtet eyne eygene studierung / darynnen er anfehet Gottes werck zuwircken / wilchs das gesetze und Gottes wortt hernach aller erst erklere / furhin ist es aber one das wortt Gottes da gewest / aber nicht verstanden / nicht erkandt / Diesen yrthum / wie ungötlich er ist / wirstu erkennen wenn du dahinden diss Psals rechte aus legung lesen wirst.

Da wird euch durch den heyligen geyst angesagt / wie yhr müst lernen durch das leyden / Gottes werck / ym gesetz erklert / euch zum ersten die augen eroffnet werden müssen /

Hie sihestu was ich gesagt habe / das sie ynn yhrem erwelten / ertichten / leyden / das werck Gottes anfahen / So doch das werck Gottes / der glaube / leyden mitbringt und gebierd. Psalo .v. nicht das leyden Gottes werck /

Yhr müst eyn wort ymmer jegen das ander halten / und die betrachtung ewres hertzen dahin richten / da die sonne aus warem ursprung auffgehet / nach der langen nacht. Psalmo .129. Wer die nacht nicht erlitten hat / kann nicht die kunst Gottes / die die nacht verkundiget der nacht / nach wilcher erst das rechte wort erforer gezeygt wird am hellen tage. Johannis am .viij. und am .xi.

Sihe liebe sihe / wie der geyst gauckelt / wie er das hunderte ynns tausente wirfft / auff das es ja finster und tunckel sey / das man yhn nicht ergreyffe / aber die füsse ragen yhm herfur / er beerge sich wie er wolle. Hie lernt dieser geyst was die studierung sey / nach der entgrobung / wenn sie sich nahet der verwunderung. Entgrobung heyset er das waldrechten / das leyden / Mortificationem / tödtung des fleysches angefangen fur dem wortt Gottes und gesetze / wilche tödtung sie bringet zur studierung / dadurch yhn die augen erstlich eroffnet werden / wie er hie lallet / Da helt er schrifft gen schrifft / sprüch gegen sprüch / richtet das hertz darauff / lest sich düncken er richte es darauff / helt dich daran / doch also / das er furhin sehe wo er hinnaus solle / denn hie trawen sie Got nicht umb eyn har breyt / verwundern sich aber / der sprüche die sie von Gott gehort haben / wie er solle der rechte besitzer seyn yn der seele / sprechen / wie wen es nicht so were / Ey solt Gott eyn solcher seyn / wie wen nichts dran were / wie wen es nicht so were? wer wolt dichs gewiss machen / itzund bin ich ynn der nacht / wie kome ich zum rechten liechte / und hie engsten / nottigen und zwingen sie sich selbs mit gedancken / und haben mit dem lieben Gotte / den sie hie eben halten als eyn botzman / also viel zuschaffen als hetten sie yhn ynn eyner reusen / were gefangen und müßte thun was sie wollten / Hie kann der arme Gott nyrgend hyn / er muss halten / heben an Got zu lestern / wilchs sie doch unter yhre tügende rechen / und heyssen es / ynn der beweglichkeyt stehen / und sprechen / Dieweyl ich denn also ungewiss bin / was ich von Gott halten soll / und er hat gesagt / er wolle es eynem ydern geben / der es begert / so wird Gott nicht Got seyn / weil er mit mir selbs nicht rechtet besitzt mich und bericht meine seele / wes sie sich halten soll / gehen also etliche tage und wochen / beschliessen ynn yhren gedancken / Sie haben schlecht keynen Gott nicht / Es sey keyn Gott / das heyssen sie denn den tieffen unglauben / das er denn eigentlich ist / und leider al zu tieff und gantz bodenloss. Nach diesem gehen sie ynn eynen wald alleyne / odder krichen sonst ynn eyn winckel / speyen gen hymmel / trotzen und puchen Gott und sprechen. Herre hymmelischer vatter / gibt myr ynn meyn hertz die ausgestrackte lust zu deyner gerechtikeyt / auff das ich den tieffsten unglauben uberwinde / durch deyne gerechtikeyt / und wisse wes ich mich halten solle / wo nicht so wil ich dich und alle deyne Apostel verleugnen / das heyst hie dieser geyst mit verblömbten wortten (denn er schemet sich feyn / deck er es zu / und lest doch die füsse herfur ragen) die betrachtung des hertzen da hyn richten / da die sonne aus warem urprung auffgehe / nach der langen nacht.

Wenn nu dis geschicht / da sie gen hymmel gespeien und Gott also getrotzt haben / So ist dem armen Gotte viel an den leutten gelegen / er mus fortt / er mus kommen / wo sol er hyn? Also kommet der besitzer ynn das anwendigste / ynn des besitzers stad / besitzet sie / vergottet sie / und gibt yhn eyn gewiss urteyl ynn yhr hertz / das sie von eym itzlichen wortt urteylen können / werden Got gleich solche hymelische propheten / durch die lebendige stymme / und engelische geyster / wie du hie leyder an diesen armen menschen sihest / und ich an seynen bundgenossen itzt newlich gesehen habe / die aller wellt leyb und seele verderben. Dis ist die besprengung und bereytung / Und hie meynen sie denn sie haben die rechte kunst Gottes uberkommen / die sonne ist yhn auss yhrem waren ursprunge auffgangen / die nacht ist hyn / der tag hat yhn geleuchtet / sie seyn des rechten besitzers satt worden / das wort scheynt am hellen tage / Solche leute sollen predigen / denn sie seyn Gottskünstener worden / da die nacht der nacht (das ist der tieffe unglauben / gen hymel speyen und Gott lestern) die kunst Gottes verkundigte / und sen Jacob gleich / davon der .cxxix. Psal. sagt / sie haben gewart die nacht durch bis widder an den morgen / wie itzt folgen wird /

Aber lieber Hergott / Wen solt doch dieser leutte blindheyt / und Gotts offentliche lesterung nicht erbarmen und erynnern / des schatzs den uns Gott itzund durch seyn Evangelion widderumb geben hat / davor yhm eyn itzlicher Christ genug zudancken hatt / dieweyl es so leichtlich ist / und doch grewlich / von Gott abzufallen / wenn er zulest / das uns unser ehr bestehet / gutt / gelt / odder ander ding. Sie machen sich Christo gleich / treten an seyne statt mit Got unerschrocken zureden / der doch so eyn hohe maiestet ist / und den weg zu yhm zukommen / durch Jesum Christum unsern Hern / auss milter gnaden uns gezeyget hat / also / das wer auff eyn andere weysse yhn fuche seyn feylen solle / Denn sie gedencken Christus nicht eyn einiges mal / den Sant Pauel mit solchem ernst treybet an allen ortten / wo Gottes gedacht wird. Auch allegirt der geyst den .c. und .xxix. Psalm / darynne er seyn Gotts lestern und angenomene nacht und den tieffsten unglauben / dem harten todkampff Jacobs / da yhm Gott absagt / vergleichet / So doch alle schrifft das leyden will getragen haben als sey es eyn gnediges murter steupen / wenn es Gott aufflegt / darynen wyr stehen und rhümen uns der hoffnung etc. Wilchs leyden wirckt gedult / gedult gebyrrt erfarung / die erfarung bringt hoffnung / hoffnung lest nicht zuschanden werden / Denn die liebe Gottes ist ausgossen ynn unser hertz / durch den heyligen geyst wilcher uns geben ist / zun Rhömern am .v. nicht das wyr erwelen / wie dieser teuffel thut mit seynem ertichten wahn vom leyden.

Hymelische menschen mussen es seyn / die den preyss Gottes mit nachteyl yhres namens suchen / man mus alle augenblick ynn der ertodtung des fleyschs wandelen / sonderlich das unser name den Gottlosen heßlich stinck / denn kan eyn versuchter / Gottes namen predigen / und der zuhorer / mus vorhin Christum haben horen predigen / ynn seynem hertzen / durch den geyst der forcht Gottees / do kan ym der recht prediger zeugnis genung zugeben / Die werck des hende Gottes mussen die ersten verwunderung von Gott uberweyset haben / es ist sonst alles predigen unde schreyben verloren / Wer ynn solchem ding stetlich geubt wird / der kan alle rede vornemen / mit unstrefflichem urteyl solcher menschen namhafftige unterricht / mus erschallen ynn die gantze welt an alle grentze der gotlosen / auff das sie sich mit yrher unsinnigen gewalt entsetzen / fur dem der sie durch den andern Jesu wird unterrichten .4. Regum .9.

Bis hieher hat der geyst seynen glauben berechnet / und eynen eyngang gemacht zum Psalm / wie du gehoret hast / Erst gryfft er zum Psalm / und legt yhn aus / also geystlich / das sich der geyst verleurt / und kann vor grosser verwunderung und langweyl / ya wansinnikeit und rasen nichts anders sagen / denn die hymmel vörkundigen den preis Gottes / das ist / hymelische menschen versucht ynn leiden / die den creaturm entrissen seyn / als er und seyn gleichen / felt Gott ynn seyn gerichte / heist die alleyne hymelische menschen / welche berte tragen / ym anhangen / lassen sich von yhm ausschreiben / die andern seyn alle Gottlose / für denen stincken sie als die Gott durchgeysteten durch die verwunderung / gen hymelspeisung und lesterung Gottes / Das seyn die prediger.

Wo nu solche vorsuchte prediger seyn / die do aus der langen nacht / ynn den kortzen tag / ynn den waren ursprung der sonnen und des monds / und aller gestirn kommen seyn / do konnen sie alleyn verstanden werden / von den / die Christum furhin haben ym hertzen horen predigen / durch den geyst der forcht Gottes.

Da da horestu das brausen und schnauben der teuffels nasen / da Hiob von sagt.

Erstlich massen sie sich an eyns Gottlichen wercks / und sagen sie seyn die leut die andere sollen frum machen / Zum andern setzen sie sich uber Christum / also das yhr predige hoher sey / denn Christus predige / machen aus Christo eynen Mosen der die leutte schrecke und verdamme / und yhn sey befolen als den rechten predigern (Christus ist eyn lincker prediger) Christus predige ym hertzen geschehen / zumeystern und zubestetigen.

Summa disser teuffel setzt sich an Gottes stadt / und understeht sich die leute from zu machen / und reyst doch hinwegk / das mittel / dadurch man sol from machen / wie auch disser Psalm klerlich außdruckt / Gott will man sol das Evangelion mit leiplicher stim predigen / man sol es auch mit leiplichen eusserlichen orhen horen / und wens also eusserlich predigt wird und gehort / so wirckt er durchs wort ym hertzen / und rufft die / die er will haben / Aber disser geyst keret es umb / und geyget ymmer auff der alten ban / und sagt / Christus mus die furcht ym hertzen geprediget haben / ehr man das wort hore.

Ja dis ist der heuptpunct / darinne disser teuffel so greulich anleufft / Er sihet es geschicht ym schade durch die mundliche predig des Evangelij / die Gott widderumb gnediglich hat lassen auff gehen / man horet es / man gleubt yhm / seyn reich wird gemindert / darumb wolt er es gern widder hinreissen / die leutte auff eyn winckel jagen / Gottes auff eyn andere weyse zu warten / den er befolen hat. Nu konnen sie nicht fur uber / disser Psalm dringet zuhart drauff / und spricht das dis sey die ankunfft aller seltkeit (yhr richtscheit ist ausgangen ynn alle land / und yhr rede an der welt ende / ehr hat der sonnen eyn hutten ynn den selben gemacht) Das ist / Gott schickt prediger / die gesand seyn vorkundigen Gottes wortt / man hort sie / Got ist neben dem eusserlichen wortt / ruret etlichen leiplichen zuhorern das hertze durch seynen geist wilchen Christus erworben hat durch seyn blut / Man gleubt dem wort / man erkennet Gottes gute / und hat lust am wort Gottes / man wird den sunden feind / man rufft umb hulffe / Gott gibt hulffe / das ist denn selikeit / Rhoma .i. und Rhoma .x. Und auff die weyse ist das Evangelion / das eusserlich geprediget wird und gehort / wenn es durchs ohr ynns hertz fellet / eyne krafft Gottes zur selikeit / allen die dran gleuben / Rhoman .i.

Von disser predige aber weicht disser teuffel zur seitten aus / hebt eyn newes an / gehet mit der lebendigen stimme von hymel umb / studiert die weil und verwundert sich / lest sich bereynen / und werden so verstockt und ungelert / das sie wedder yhr trewme / nach die reyne lere des Evangelij verstehen konnen / wie ich itzt ynn den Ostern selbs gesehen und mit schmertzen gehort habe.

Ich mus alhie ertzelen eyn exempel disses geistes / das eyn yder sehen muge / wo mit disser teuffel umbgehet / und wie fern er den creaturen entrissen sey. Thomas Muntzers weib hat yhm auff den ostertag Anno etc. xxiiij. eynen jungen son bracht / Nun seyn etliche aus den unsern die zeit zu Alstet gewesen / und ist das schossers weib da selbst kommen zu Thomas Muntzer / und gesagt / Er Magister / Gott hat euch eyn jungen erben geben / des solt yhr yhm dancken / Darauff hat thomas keyn wort geantwort / auch keyn zeichen von sich geben / als sey es yhm lieb / das yhn Gott begnadet hat mit eyn sohn. Do aber die schosserin widder hinwegk ist gangen / hat sich Thomas umbkert zu den unsern / und gesagt / Nu sehet yhr furwar / das ich den creaturen gantz entrissen bin. Ach des elenden teuffels / regen yhm doch altzeit die klawen erfur / Gott lest der natur yhren gang / wie er sie geschaffen hat / weil es seynes namens ehre nicht betrifft / das auch die freude der lieben vetter und Patriarchen / die sie hatten uber yhre kinder / hoch ynn der schrifft gelobet wird denn Abraham hies seinen sohn fur freuden Isaac lachen / Und Gott will das wyr an der liebe / die wyr zu unsern kindern tragen / lernen sollen / wie seyne liebe gegen uns seynen kindern gethan sey / wilche S. Pauel Philostorgian heist / ehre suchen sie / und die wird vor yhn fliehen / Denn wer ehre sucht / fur dem fleuhet sie / wer sie aber nicht sucht / zu dem kommet sie.

Dis seind nu die versuchten und geubten prediger / aus der langweil / mit yren zuhorern / ynn welchen die werck der hende Gottes denn tiffsten unglauben ynn der verwunderung und lesterung uberwunden haben / da ist / wenn sie der teuffel also gefast hat / das sie yhn nicht entlauffen mügen / Die prediger geben zeugnis genug / die zuhorer entpfahen des gezeugnis / doch also / das Christus dahinten bleibe / darynne du fur augen sihest / wie disses teuffels art ist / das geistlich zumachen und ynnerlich / das Gott euserlich und leiblich haben wil.

Nu wirstu hie weitter sehen / wie sie das eusserlich und leiplich machen / das Gott ynnerlich und geystlich haben will / und hie wird sich der teuffel fein selbs fahen.

Der geyst sagt / wer ynn solchen dingen stetlich geubt wird / der kan alle rede vernemen mit unstrefflichem urteyl / unde solcher menschen namhafftige unterricht mus erschallen durch die gantze welt / an alle grentze der Gottlosen / auff das sie sich yhrer unsinnigen gewalt entsetzen / fur dem / der sie durch den anderen Jehu wird unterrichtem iiij. Regum .ix.

Hie faren dem teuffel aus seinem munde fakeln / feurige brende und flammen / seyn hals ist hie starck / und hie euget die lust / die er hat etwas guts / zu verderben / Disse predige und disser geubter prediger stimme / die weil sie eyn unstrefflich urteil ynn yhren hertzen haben sal mit feusten dreyn slahen / und mit fussen auff die Gottlosen tretten / Das wortt Gottes und predig ampt sal die hertzen stil machen die hand zung und alle glieder / einzihen / yhn yhr luste benemen / todslag weren / hass und neid dempffen / die hende vom todslag / mord und reuberey abziehen / Ephe. vi. also das es wircke eynen geistlichen fride / So speiet disser teuffel hie fewr / und will Jehu seyn aller Gottlosen / das ist aller die nicht berte tragen / die nicht eyn geschriben seyn / die nicht getrauwen zehen Gottlosen mit eynem filtzhutte zutodt zuwerffen / zuerwurgen / und wie Thomas itzt neulich geschriben hat / frisch hemmern / und binck banck binck banck spilen auff dem amboss Nymroth.

Doch bitte hie alle die dis lesen werden / sie wolten doch umb Gottes willen dissen teuffel kennen lernen / das er eyn morder ist von anfang / unde alle seyn studierung / verwunderung und langweil / da hyn gericht sey / das er wurge unde todslahe.

Sie haben drey bucher / darauss sie die urteyl Gottes studieren / die funff bucher Mosi / dareyn sie rechen Josua und Judicum / die bucher Samuels / und Hiob / wu ynn dissen buchern gedacht wird eynes mordes / als vom Abraham / Josua et cetera / so deutten sie es auff sich / sie seyn Moses / Josua / Abraham etc. Widderumb alle die keyn berte tragen und widder sie halten / seyn Gotlose uber die haben sie recht zutodten und zu morden.

Anno .MCXXV. Sonntag quasi modo genitit frue / ward eyn Thomist gefragt zu Eisleben / da hin der teuffel seynen samen starck gesehet hat / ist auch starck auff gangen / was er vom worte Gotts hielde / antwort er / wie ers von dissem teuffel gelernt hatte / er hette ynn seynem hertzen eyn unstrefflich urteil aller leere und wortt Gottes / da fragt man weitter / was doch das urteil were / antwort er wie vor / er hett es ym hertzen / und wust es gewiss. Fragt man / ist denn das urteil der glaub? sagt er ja. Fragt man / wie kompt man zum glauben? da schweigt er / Denn hie sollen sie bekennen / wie sie gen hymel speyn / und aus der studierung ynn verwunderung komen / wie ich droben ertzelet habe / so schemen sie sich / bergens und schweigen / wie Thomas auch selbs thutt / (Denn disser man zu dem Thomas dissen Psalm geschrieben / hat mich bericht / er hab Thomam selbs gefragt / wie er doch zum glauben komen solle / und Thomas habe geantwortet / er konne es yhm nicht gesagen / sunder er muste dartzu komen / wie er darzu komen were / Also machen sie die gewissen blöde / und wenn sy sie trosten sollen / wissen sie widder weise noch rad / das thutt der heylige geyst eygentlich nicht / sondern er lernt offentlich und und trostet sichtiklich / Da ward er weyter gefragt / ob man zum glauben keme durch das gehöre / wie S. Pauel lernet? Sagt er / Ja. Was ist den das gehore? Das wort Gottes. Was ist denn das wort Gotes / ist es nicht das Evangelion? Ja. Was ist Evangelion? Antwort er mit nidergeschlagenem kopffe / er wuste es nicht / er wer der schrifft nicht fast bericht / er kunde auff solche frage nicht antworrten / und disser war durchs gantze land beruffen / er hette gesichte und trewme / und were under disser rotte eyn Capitener. Also verfuret der teuffel die leutte / blendt und verstockt sie / das sie widder Gott noch seynes sons Evangelion wissen / und schreien sich doch aus / als seyn sie die ausserwelten.

Des andern tags hernacher war eyner aus den furnemsten disser teuffels schülen / und do er raum gewan zureden / sagt er / da man yhn fragt was er itzund von seynem schulmeister Thomas Muntzer hielde / die weil er fur augen sehe / er ginge mir mordereye und rottereye umb / er kunde es nicht richten / Denn alles was Thomas auch eusserlich tette / wer eyn gesitlich / nicht eyn leiplich / ynnerlich / nicht eusserlich todten und morden / Und do es weitter zureden kam / sprach er / man drunge seere auff Christum / was man wol eym thun wolde / der eyn Jude were / und hielte / Christus were nie yns fleisch auff erden geboren / ob er drumb nicht kund selig werden / wenn er (per impossibile) ynn Gott gleubt?

Es ist lecherlich und doch grewlich / wenn man Gottes gericht ansihet / das Thomas stedts bey sich hat / eynen alten man und eyn jungen / die haben alle nacht trewm und gesicht / und des morgens legt er die trewme und gesichte aus / dar von predigt er und schreiet denn gleich als kund der teuffel / die armen leut nicht also mit larven und gesichten verfuren.

Das ertzele ich darumme / das eyn yeder sehe wie weit disse arme elende leute von Gott sein abgelauffen / und wie yhnen / die weyl sie Gottes wortt verachten / new fundlin finden / und sundigen auff Gotts barmhertzikeyt / mit zorn und ungnaden gelonet wird / und wyr / die wyr das liecht haben / ursach gewinnen uns fur Got zufurchten / ynn seynem erkentnis und liechte wandeln / und eynen vatter nennen / der uns fur solchem grewlichem fall gnediklich wolle behutten / AMEN.

Got ist eyn freuntlicher breutgam syner gelibten / er lest sie allererst verworffene dinstmegde seyn / bys das er sie bewere / do sicht er an die nydrigen ding / und verwirfft die hohen. Psal. Cxij. Regum .ihj. Deuter .xxxij.

David ym geist verkundiget / wie es sol mit dem Evangelio zugehen / nemlich das er verkundigen werde Christum die ewige ware sonne / die do lauffen wird von eym ende der welt / bis ans ander ende / das ist / das Evangelion werde ausgepredigt werden uber alles was lebt auff erden / welche predigt das wircken sol / das sie verkundige Christus sey eyn breutgam / der do fried und freud uns gemacht hat mit Gotte und allen das do ist ym hymel droben und auff erden herunden Eph. i. Coloss. i. welchs do seyen die reichen schetze die Gott durch Christum zugeben verheissen hatte / das ynn Christo alles das susse / lustigk / lieblich / und seliklich sey / das fur Christus zukunfft und ausgang aus der schlaffkamer / schrecklich war und verdamplich. Alse wan das gesetze Gottes sagt / du solt Gott liebe uber alle ding / adder must sterben / Du solt nichts begeren / adder must sterben / so ist es myr eyn unfruntlich wort / Wen aber das Evangelio kompt / und sagt der breutgam ist hie / wer des stymme horet der ist seyn freund Joh. iij. so ist myr das gesetze nicht meer schrecklich sondern heilig / kostlich / golt und silber wie es hie auch auff die weyse der prophet ausstreycht / und Petrus beweisset auff dem berge Thabor Luce. x.

So fert dysser schwartze teuffel eynher mit seyner verwunderung / leiden tieffstem unglauben / lallet und schwatzt vergebens / und weis selbs nicht was / furets entlich widderumb auff das eusserliche werck Gottes / auff die Gottlosen zutodten und wurden wie folget.

Die allegat aus dem psalm / Samuel und Mose / lautten alle von den / die fur der welt unrecht und gewalt leiden beschwerd und underdruckt werden / der schutzer wil Gott seyn / Denn hoch sitzt er / aber tieff sihet her / So zeuhet er es wie du sehen wirst / auff sich und seyne rotte / den Gott als den verachten und stinckenden fur der welt / gewalt geben habe / die gottlosen todtzuslahen.

Es scheynt wie die Gottlosen / ewig solten das regiment behalten / aber der breutgam kummet aus der schlaffkamer wie ein gewaltiger der wol betzecht ist / der es alles verschlaffen hat / was seyn gesinde anricht / Psalm. lxxvij. Ach do mussen wyr bitten / ich meyne es sey tzeyt / Exurge quare obdormis. Da hat der HERRE ja ynn dem schifflein geschlaffen / das der storm wynde der frechen gottlosen / das schyffleyn gantz schier zubodem geworffen hette / Do steht der breutgam auff von seyner schlaffkamer / wenn man die stimme des warhafftigen besitzers ynn der sele horet / Johan. iij. Darnach frawen sich alle auserweleten mit Jhesu / sagen Luce am. xij. Ich mus mit eyner andern tauffe ubergossen werden / denn mit der tauffe Johannis / und ich werde seere gepeyniget / das ich solchs volfuere. Das stymmet gleyche eyn mit dissem Psalm. Exultavit ut gigas / Er ist wunsam gewesen / wie ein riese seyne strasse / zunwandern.

Hie sihestu aber mals den dampff und rauch der teuffels nasen / denn er heist leiden nicht anders / denn die gotlosen zu todtslahen / der breutgam ist nu auch kein andern breutgam / denn ein blutbreutgam / wie Moses weib uber Moses schreit / das ist / das sie blut vergiessen sollen / also gar kann der teuffel seyn eygen schalckheit nicht schweigen / ja er mus aus Gottes gericht und urteil seyn eygen namen ausschreien / wie der kuckuck / und wie der wolff schreiet / lam lam / also schreit der teuffel / slahe todt die Gott losen / slahe todt die Gottlosen / wenn er auch von der rechten leere / darynne er etwas vermeint zuseyn / sall reden / Disses greuwels und flammen des teuffels / hat Thomas zu Alstet zeichen gelassen / das / wenn man ynn der Messe die Epistel lass / so sang man alweg hinden dran / des teuffels reim / den er furet.

Man soll die fursten zu todt slahen / und yhr heuser vorbrennen.

Wan eyn mensche seynes ursprungs gewar wyrd / ym wylden meer seyner begegnung / Wan erh nun mitten ym schwanck ist / so mus er thun wie eyn fisch der dem faulen wasser von oben ernydder nachgangen ist / kert widderumb / schwymmet / klimmet das wasser widder nauff / auff das er ynn seynen ersten ursprung muege kommen / Die ausserweleten muegen nicht zu weytt von Gote kommen Ehr sendet aus seyn fewer Luce .xij. fur wilchem sich niemand verbergen kan / das es seyn hertz / seyne gewissen nicht solt treyben / Wye wol die auserwelten mechtige grosse sunde thun / treybt sie doch das fewr yhres gewissens / zum ekel und grewel der sunden / Wenn sie solchs betrubsniss und grewels wilfertig des selben pflegten / den konnen sie nicht sundigen / Das heys ich die langweyll / die den wollustigen schweynen so spottisch ynn die nasen geett.

Wie gerne ist doch der teuffel unsers Hergottes affe / wie gerne wer der teuffel Gott / Disser man ist nun bericht des weges zu Gott / auff das aller ertigst und so einfeltig und ordentlich / das es Thomas gewislich selbs nicht verstehet / itzund leret er yhn weitter / wie er sich halten sol / wenn er underweylen des wercks Gottes nicht recht warnympt / das ist / das er die frechen Gottlosen nicht erwurget / und wie er widder ann seynen ersten ursprung komen sall / hie mussen disse auserwelten eytel stockfische werden / feintlich lecken / zappeln unde swimmen / auff das sie ja nicht vernunfftig bleiben sonder thierer werden.

Ynn der Christlichen kirchen seyn zwey stucke / die Christus Luce ultimo befylt seynen jungern zu predigen ynn seynem namen / buss und vergebung der sunden / Welche nun von yhren sunden entpunden seyn / und gnad / trost und stercke yhrer gewissen / erlanget haben / den gehort das sie ye mher unde mher fortfaren yhren beruff zuvolstrecken / wenn sie dem volgen / der ynn yhn / durchs wortt zuwircken hat angefangen / auff ds von yhn gesagt sey / Wer do hat / dem wirt gegeben werden / also / wenn eyner aus dissen von fleisch und blut ubereylet / ynn sunde fiele / widderumb auffstehe durch des namen und heyliges wort / der yhn erstlich zu seynem liechte beruffen hatt / Jhesus Christus unser HERR / das die zwo predigen von der buss und vergebung der sunden / gehen sollen bis ans ende der welt an auffhoren / und treffen alles was auff erden lebet / daran wyr zulernen uberley genug haben / weil wyr hie seyn auff erden / das S. Pauel nennet / zunhemen ym erkentenisse Christi / das wyr erkennen / das fleisch und blut stets kempffe widder den geyst / Rhom. vij. Und ab es schon etwas an uns erlange / doch nicht schade / die weil wyr gerne wollten fleischs und bluts los seyn / Rhoman. viij. Daher denn gehoret der text Matthei. xvi. du solt nicht sieben mal vergeben / sonder siebentzig mal sieben mal.

Dis alles das die schrifft gibt dem wortt Gottes / durch wilchs Gott alleyne seyn gnade uns furtregt / schenckt und eyngeust / darnach dreybt / ubet / schneyttelt / beschneyt die weynreben / die do stehen ym weynstock / Johan .xv. wunschen zuletzt dis fleysch zugelosen und mit Christo nach der todtung des alten Adams / widderauffstehen und ewigklich regiren / kurtzumb die busse / die wyr thun unser lebenlang nennet disser geyst die langweyle / und gibt es uber dem freyen willen / das es an den liege / die fische seyn ym wilden merhe / widder uber sich zu schwimmen / wenn sie gewar werden des eckels der sunde / das denn nicht war ist / und Gott nicht leyden kann / des gnade durch Christum unsertzeiget / durch disse lere geschmehet / und auffs hoste gelestert wird.

Disser teuffel sagt / Wenn eyn mensch seyner sunde gewar wyrd / so treybe yhn der eckel der sunde zu Gott / und ynn die studierung und ynn die verwunderung / das ist auff gutt deutsch gesagt / der mensch kann von yhm selbst Gott kennen / und bedarff Christus nyrgend zu / Widderumb / wenn er auss seym ersten ursprung / dareyn er eyn mal kommen ist / abfellet / so klimmet und wimmet er so lange / und ist ynn der langweyle / bis er widder hyneyn kompt / das ist auff deutsch gesagt / der mensche hat keyne sunde so gross / er kann yhr von yhm selbst loss werden / und bedarff Christus nyrgend zu / Das heyst ja / meyn ich / Got gelestert / Und das durffen sie noch rhumen / Gott leere sie es / wenn er mit yhn redet / unde dis sey die stymme des warhafftigen besitzers / die ym hertzen gehortt wird.

Gott sagt aber / durch Christum ym Evangelio / kommen wir zu yhm / und wenn wyr von yhm fallen auss schwacheyt unsers fleyschs so rufft uns Christus geyst widder zu Gotte / der fur uns bittet und flehet / Gott wolde uns unsere sunde nicht fur sunde rechen / hilfft uns / reicht uns die handt ynn der nott und sterckt unser schwacheyt / Rhoma. viij. disse hulffe aber haben die armen leutte nie entpfunden / darrumb mussen sie die Gotte recht vertrauwen wollustige schweyne heyssen / denn sie sind disses geystes unwirdig / werden auch von yhm nicht regiret / sondern von dem / der also durch sie / aus seyner nasen rausch dampff und aus seynem halse flammen und feur speyt / dardurch er des war hafftigen geysts lere gedenckt unterzudrucken / Aber Gott wird es yhm weren / Amen.

Welche vorfluchen da alte Testament / disputiren vil aus Paulo von wercken / verschumpiren das gesetze auffs eusserlichste / und haben dennoch nicht die meynung Pauli / sollten sie auch zu prasten.

Sta hans sta / wie reist sich hie der geyst / wie lebt er / wie tobet er / wie ist er dem Paulo also feynd / er thut hie eben als wenn Christus von den Menschen die teuffel austreybt / er weys yhr nyrgend zu bleyben / ist gifftig auff die / die langweyl nicht annhemen / die weyl sie Christum ym alten testament / den vettern verheyschen / annhemen und gleuben / der das gesetze fur uns erfullet / die wand zurissen / und unsere handtschrifft / erobert / das ist / uns von sund und gewissen erlediget / vom teuffel gefreyt / ym todt gestercket / Aber sihe zu / wie feyn er von dem gesetze predigen wird.

Das gesetze Gottes ist klar / erleuchtet die augen der ausserwelten / macht starblint die gottlosen / ist eyn untadliche lere / wenn der geyst der rechten / reynen forcht Gottes / dadurch ercleret wirdt / welchs geschicht / wenn eyn mensche seynen hals fur die warheyt setzet / wie Christus sagt Luce xij.

Sehe da hastus / wiltu nach mehr vom gesetze? Ich meyne ja sey anders aus S. Pauel getzogen / denn die wollustigen schweyne thun / der geyst kans / gesetze heyst nicht das den zorn wircke / ja es macht das eyn mensche seyn hals setzet fur die warheyt / also gar weys der geyst nicht was er lallet / gybt dem buchstaben und dem freyen willen / das er sol Christo geben / der alles lieblich macht auch den tod / was sunst schrecklich ist / wie droben aus S. Paul. Ephe. i. beweyset ist / Das es war sey / wie ich ym ersten gesagt habe / des teuffels reich habe grosse / prechtige wort ane krafft / Christus reich aber hatt schlechte / eynfeltige / gerynge wortt / und vill krafft / Der teuffel wolt gerne auch offentlich / gleich wie ym hertzen Christum und alle seyne Apostell / das ist seyn Evangelion verleucken wie sie sich ynn der verwunderung / ym tieffsten unglauben / ynn der speyung gen hymel horen lassen / yhn auch leyder alltzubald widerfert / und mummelt doch / als wolt er sie bleyben lassen / denn sie liegen yhm ym weg / und er kan nicht furuber und wolt doch gerne / Nu er wird sich noch bas erfur thun.

Paulus hat solche werck des gesetzs gebotten / kurtzumb / sie seyn auch von notten / wie wol die gottlosen eytel sophistischen und den gedichten Paulum erfur brengen Das Paulum keyn mal getreumet hat / mus yhr allegat seyn / aus zum teuffel mit solchen predigern / Paulus sagt von den losen lumpfen / do die gottlosen die ausserwelten mit verfuren / do kommen den unser lose freche bachanten / und meynen sie haben es troffen / wan sie nur das 4. Capittel Rho. allegirn / wie Abraham umbsunst Gottes gnade uberkommen habe / nehmen aber nicht dartzu das xv. Capitel genesis und den .31. psalm. Beati quorum / werden ym selben Capitel durch Paulum allegiret / wie der mensche durch manische stacheln seynes gewissens / von Gott zu erklerung der gnaden / die schon vor yhm drynnen ym hertzen wonet / getrieben wird.

Ich meyne ja er hab es yhm gesagt / lauff myr mehr nach / Aber hilff Gott wie hewet sich der geyst selbs ynn seyne zungen / das grosse stucke eraus fallen / Er solt hie das maul auff thun und recht von dem ortt reden / denn es eben der ist / der unser selickeyt betrifft / und an welchem disser teuffel den tod frist / das weyss er woll / darumb schewet er sich / und will nicht hynan / Das gehore des worts sol er leyplich bleyben lassen / so macht ers geystlich / unde wandelt die leyplich stymme des predigers ynn eyn lebendige stymme des geystes / der ym hertzen redet / Hie keret er es aber umb / macht die gerechtikeyt / die alleyne fur Gott giltt / die er sol ynnerlich und geystlich bleyben lassen / eusserlich und leyplich / Denn er sagt unverschampt / wyr werden frum fur Gotte nicht aus lauttern gnaden / sondernn durch maniche stachel unsers gewyssens etc. Das ist durch werck und den fryen willen des menschen.

Er bewerd auch seyn ding hindersich / Denn der .31. psalm sagt ja klerlich / wie ynn auch S. Pauel anzeuhet / das die alleyne selig sind / welchen Gott die sunde zudeckt / unde nicht fur sunde rechnet / welchs ja gnade ist / nicht verdinst / Des gleichen thut auch das .xv. capittel Genesis / da es klar wird / wie Abraham gegleubt hat / und ist fur Gott gerecht geacht / ehe ehr yrgend eyn werck than hatte.

Summa / der teuffel mus yhm selbs eyn eygens machen / und aus Gottes gericht selbs mit seym eygen swerd slahen / wie er allzeyt pflegt also seyn lohn zuentpfahen.

So hoch als Paulus auff den glauben treybtt ane vordinst der werck / also hoch treyb ich auffs werck Gottes zu leyden Esa. 5. Joh. vi.

Was will hieraus werden / Itzund newlich hat er gescholden auff die falschen deuter San. Pauels / und gesagt / er gepiete die werck / ist auch ubel zu frieden gewest / das S. Pauel solt Abraham frum machen ane werck / und hie bekennet er offentlich widder sich selbs / S. Pauel gehe dar mit umb und dringe darauff / Es werden alle Menschen seligk aus lauttern gnaden / ane vordinst der werck / setzet widder S. Pauel / das S. Pauel dort auffdringe / er hierauff / Aber es gehet zu / wie er droben gesagt hat / yhr breutgam geet aus der schlaffkamer / und ist wol bezecht / und hat es alles verschlaffen ya freylich verschlaffen / er wird ynn dissen sachen die Gott angehen / nymmer mehr auffwachen / die yhm auch folgen / werden dissen weg nymmermer treffen.

Ich concordiere mit Pualo / und nicht mit unsern schriffgelerten / die es stuckweysicher weyse / aus yhm gestolen haben wie die thiere des bauches Philipp. iij / das ist / die vordampten leyden nicht die wirckung Gottes.

Hie merck auff wie der teuffel schneubet

Darum tichten sie Christum zu eynem erfuller des gesetzes / auff das sie durch angebung seynes Creutzes / das werck Gottes nicht durffen leyden / Darumb ist die selbige faule / wormfressige Theologey / den alten phantasten allenthalben zuvergleichen mit dem meyster ynn der dornheck

Wie phantisiert der Sathan / wie gutte satanische possen reyst er / Christus hat das gesetze nicht erfullet / sunder / wyr / wyr mussens erfullen aus uns selber / als solt er sagen / Bibel / bubel / babel / Christus / Chrestus / Chrima / Christus ist nie auff erden kummen / es ist eytell erlogen / erticht ding mit Christo / es ist eyn lautter angebung seynes creutzes / ey es ist nichts darhinter. Umb Gottes willen was wunderen wyr uns ab disser Sathan / solch mord und ungluck ynn der welt stiffte / so er das unverschampt darff reden / Syntemal S. Pauel / den ich nun allererst erkenne / warumb yhn Gott vom hymel herab eyn auserweltes vas / nehmlich dem teuffel zutrotz / geheyssen hatt / so klerlich spricht Rhoma. iij. Nu aber ist ane zuthun des gesetzes / die gerechtikeyt / die vor Gott gilt offenbart / betzeugt durch das gesetze und die propheten / Ich sage aber von solcher gerechtikeyt für Gott / die do kompt durch den glauben an Jhesum Christ / zu allen und auff alle / die do gleuben / Gal. ij. Doch weyl wyr wissen das der mensch durch die werck des gesetzes nicht rechtfertig wird / sondern durch den glauben an Jhesum Christ / so haben wyr auch an Jhesum Christ gegleubet / auff das wyr gerechtfertiget werden / durch den glauben an Jhesu Christ / und nicht durch die werck des gesetzs / Den so durchs gesetz gerechtikeyt kompt / so ist Christus vergeblich gestorben / Gala. iiij. Christus aber hat uns erloset von der vermaledeyung des gesetzes / do er ward eyn vermaledeyung fur uns etc.

Die gerechtigkeyt Gottes mus unsern unglauben so lange erwurgen / bys das wyr erkennen das aller lust sunde ist / und wie wyr durch die luste zuverteydingen also hoch vertocket werden / do mus der mensche emsig seyn / das yhm die heymlichen luste / die mechtig / hinderlistig seyn / zuverstehen gegeben werden / Wenn der mensche do keyn entsetzen hat / lest er sich die luste regieren / Bebegen thut yhn genug / das ist yhm widder zuratten nach zuhelffen / Das hat Paulus gantz sicherlich verkundigt 2. thimo iij. Er saget / es werden die leutte wollustig seyn / liebhaber der luste / und werden sagen / man konne das werck Gottes nicht erleyden / nicht verstehen / das ist / sie werden verleugnen die studierung die betrachtung des gesetzs / das das werck Gottes erkant wird / Do habt yhr kurtze auslegung uber den 18. psalm sendet myr abschrifft adder copey des selben / Anno 1524 die lune post primam dominicam trinitatis.

Wie trotzig redt der teuffel widder Gott / und ist sunst also vertzagt / wenn er soll leyden / Des heyligen geysts rechtschaffene kinder / seyn mutig ym leyden und sterben fur der welt / furchtsam und erschrocken fur Gott / Psalm. cxlij. HERRE gehe mit deynem diener nicht yns gerichte / Widderumb des teuffels gelydmasse laden auff sich Gottes gerichte und gerechtigkeyt / denn sie seyn schon bereyd drynnen / und Gottes gericht ist allbereyd uber sie gangen / wenn er sie wannsininig und blind macht / und wenn sie yrgend sollen stehen fur der gewalt / do es yhn das leben kost / so verbleychen und verstummen sie / wie allen dissen geschehen ist / und ich von .D. C. Th. M. D. S. und yhren genossen gesehen habe. Gottes kinder trotzen auff Gott / denn sie haben eynen Gott / der uber yhn heltt. Disse geyster sagen / wenn sie ghen hymel speyen / sie haben keynen Gott / und wo er nicht will zu yhn kommen und mit yhn reden / so wollen sie yhn verleucknen / das beweysen sie auch groblich / das sie yhn verleucknet haben / und haben keynen Gott / wenn es zum treffen kompt / denn er helt nicht ober yhn / sonder lest sie sincken und vertzagen.

Er kompt hie widder ynn die langweyle / darynne der mensche muss emsig und gemuehet seyn / gleych als sey es als an yhm gelegen / und sagt nicht eyn mal / wu man solle ym schrecken des tods (Ja sie konnen es auch nicht) ynn far der sunden / ynn beschwerung der gewissen / beladen mit sunden / hulffe suchen und finden / und machen ubel erger.

Aber S. Pauel / mit dem hie disser geyst concordiert eben wie der kreps fursich gehet / sagt / Der geyst der kindschafft / der ynn uns hatt angefangen zu wircken / seufftzet und bitt fur uns / et auxiliatur infirmitatibus nostris / hilfft uns die burden tragen / auff das wyr bestehen mugen ynn der anfechtung. Rhoma. viij.

Den spruch Pauli zu Timotheo furet er also / das alle die wollustige schweyn seyn / und liebhaber der luste / die Christum also predigen und gleuben / das er habe dem tode die stachel genomen etc. wie S. Pauel lernet aus Osea ij. Corin. xv. Auff das er ja das leipliche luste mache / welche sollen ynn Christo geystlich seyn wie syn art ist / Er hatt lust dran / sagt Hiob / das er etwas verderben muege.

Der xviiii psalm.

Eyn psalm Davids hoch zu singen

I Die hymel ertzelen die ehre Gottes / und die feste verkundet seyner hende werck. II Eyn tag sagts dem andern / und eyne nacht thuts der andern kund. III Es ist keyne sprach nach rede / da man nicht yhre stymme höre. IIII Yhr richtschnur ist aus gangen ynn alle land / und yhr rede an der welt ende. Er hat der Sonnen eyne hutten ynn den selben gemacht. IIIII Und dieselb gehet her aus / wie eyn breutgam aus seyner kamer / und ist fro wie eyn held zu lauffen den weg. VI Sie gehet auff an eym ende des hymels / und leufft umb bis widder an das selb ende und bleybt nichts fur yhrer hitze verborgen. VII Das gesetze des HERRN ist on wandel / und erquickt die seele / das tzeugnis des HERRN ist gewis / und macht weyse die albern. VIII Die rechte des HERRN sind richtig und erfrawten das hertze / Die gepott des HERRN sind lautter / und erleuchen die augen. VIIII Die furcht des HERRN ist reyn und bleybt ewigklich Die sitten des HERRn sind rechtschaffen allesampt gerecht. X Sie sind kostlicher denn gold und viel feyns golds / Sie sind susser den honig und honig seym. XI Auch ist deyn knecht fursichtig durch sie worden Denn er hats grossen gewin wer sie heltt. XII Wer merckt auff die feyle / mache mich reyn von den heymlichen. XIII Auch behalt deynen knecht fur den stoltzen / das sie nicht uber mich hirschen / so werde ich on wandel seyn / und unschuldig bleyben fur grosser missethat. XIIII Las dyr wolgefallen die rede meyns mundes und das gesprech meyns hertzen fur dyr. XV HERR meyn hort und erlöser.

Disser psalm ist der psalm eyner darynne Gott ddas Evangelion von seynem son durch seyne propheten ynn der heyligen schrifft versprochen hat zu geben / wie S. Pauel anzeugt Rho. i. Darnach legt S. Pauel Rho. x. dissen psalm auff die weyse aus / das er eygentlich beschreybe / wie durch die Apostell / die er hie heyst hymel und festen / das Evangelion solle und ist ynn alle welt gepredigt worden / denn er spricht / der hymel richtschnur ist ausgangen ynn alle welt? Auch was Evangelion sey und wurzu es diene.

Zum ersten mercke / wie der heylige geyst auszubreyten und zu vormeren Gottes lob und namen / also ertig braucht seyner creaturen / denn wie er sonst pflegt zu seynen ehren / der schlangen klugheyt / des lewen stercke / der tauben eynfalt / des senffkorns / bienen / und emsen und anderer thierer eygenschafft und natur zugebrauchen / also vergleicht er allhie auch die prediger des Evangelion den hymeln und festen des hymels und wie wol die geystliche deuttung / das man nennet Allegoriam nicht sall stadt haben / So zwinget hie doch der text mir gewalt / das man muss etwas anders durch die hymel verstehen / den die hymel / die wyr fur augen sehen.

I Die hymel ertzelen die ehre Gottes und die feste verkundet seyner hende werck.

Die prediger heyssen darum hymel / das gleich wie die hymel Gottes sitz und stuel seyn / Esa. lxvi. Also wonet Gott und ruwet ynn den die seyn wort vorkundigen und seyner hende werck / Festen aber darumb / das gleich wie das firmament und feste des hymels schwerbt und helt zwischen den wassern die uber und under den hymmeln seyn / Ge. i. Also werden widder die / die Gottes ehre bekennen / die pforten der hellen nichts vermugen / Matt. xvi. Psal. ixc.

Hiraus volget das die selbigen Apostel fur Gott hymel und festen seyn werden / fur der welt aber hellen und schwacheyt / wie S. Pauel sagt .ij. Corin. vi. Wyr seyn wie die durfftigen und machen doch vill leutte reiche / wie die do sterben / und leben doch etc.

Disse hymel unde feste verkundigen zwey ding / Gottes erhe und seyner hende werck. Das wortleyn verkundigen und ertzelen / macht disse hymel zu predigen. Gottes erhe ist / wenn eym ydern seyn schande und sunde durchs Evangelion eroffnet wird / welche sunde unde schande Gott wenden will zu seyner ehre / das ist / er will sie vergeben und nymmer gedencken / wu man yhm vertrawe / und seynem wort odder Evangelio gleubet / Denn was kan man erhlichers von Gott sagen / denn er konne und wolle auch alleyne helffen ynn allen notten / ym tod / ynn leyden und sterben / Psalm .lxvij. Der Gott ist uns eyn Gott des heyls / und eyn HERR dem tod zuentlauffen / Und Psalmo .iij. Bey dem HERRN stehet die hulffe.

Seyner hende werck seyn die wunder / die er geystlich ubet und wircket / nemlich das er disses wercks will gerumet seyn / das er konne und wolle uber seynen heyligen halten / denne am aller meysten / wenn sie zwischen den wassern stehen / das ist ynn der hohsten nott / die kunst kan und braucht er alleyne / das er gen helle füre / und widder herauff / todtet und macht lebend / Eyn solche feste ist David / die doch verkundiget diese werck seyner hende / Psalm. iiij. Erkennet doch / das der HERR seyne heyligen wunderlich füret / der HERR wirds horen / wenn ich yhn anruffe.

II Eyn tag sagts dem andern / und eyne nacht thuts kund der andern.

Nach des hymmels bewegung und lauff / endert sich tag und nacht / darumb ist also viel gesagt / Eyn tag sagts dem andern / und eyn nacht der andern / also / disse ertzelung der ehr Gottes und seyner hende werck / wirt ewig weren / und nymmer auffhoren / das / gleich wie eyn tag dem andern volget / also wird und sol die erhe Gottes an underlas nachdrucken / nicht ablassen nach auffhoren / sonder geprediget werden / von nun an bis ans ende der weltt / Gott wird stets etliche funcklin lassen seynes worts ynn der welt.

III Es ist keyne sprach nach rede / da man nicht yhre stymme hore.

Hie hebt der prophet an weytter zuverkleren / wer disse hymel und feste seyn / und wie dis verkundigen gehe vom tage zum tage / von eyner nacht zur andern / das ist / an underlas an alle die ort / wu menschen seyn / die sich tag und nachts gebrauchen / und sagt / die erhe Gottes und seyner hend werck sey erschollen und erschellen teglich an alle ende / da man sprach und rede habe / das ist / da vernunfftigen menschen seyn / die reden konnen.

Nu ist disser vers auff alle zeyt gericht / denn er spricht nicht / man werde yrhe stymme horen adder man habe yhre stymme gehoret / sonder man hore sie stets an underlas / und an allen enden / Got kent die seynen / die welt kent sie nicht / ja sie verfolget sie / Psalm .ij. Ich will dyr die Heyden zum erbe geben / und der welt ende zum eygenthum. Christus ward also verheyschen Abraham / das ynn seynem samen solten gebenedeyet werden alle geschlechte der erden / Gene. xv. Darumb must auch die predig von seym reich aus gehen ynn alle geschlechte der erden / wie disser Psalm singet.

IIII Yhr richtschnur ist ausgangen ynn alle land und yhr rede an der welt ende.

Wie hubsche wortt braucht der prophett auszulegen die herlickeytt des Evangelj / Verkundigen / ertzelen / reden / abmessen / teylen gibt er den hymeln / horen aber und sagen verkundigen / ertzelen / reden lassen gibt er allen reden / allen sprachen / allen landen / und aller welt enden / das ist allen heyden / Denn ynn den zweyen stucken / reden und horen bestehet das reych Christi. Luce iij. Das ist meyn geliebter son Ynn dem ich eyn wolgefallen habe / den solt yhr horen. Christo und seynen Aposteln / ist auffgelegt Gottes ehre und seyner hende werck zuverkundigen / uns aber und allen heyden ist auffgelegt das zuhoren /

Das er sagt richtschnur / unterscheydet er die gleubigen von den gottlosen / funiculus / richtschnur auff Ebreisch heyst / teylung / Also das wiewol das Evangelion ynn alle land und an der welt ende erschalle / dennoch nur die troste / die zum erbtteyll beruffen seyn Deut. xxxij. Jacob ist der strick adder die richtschnur des erbteyls des HERRN.

V Er hatt der Sonnen eyne hutten ynn den selben gemacht.

Des hymels und der festen groste zier und schmuck ist die sonne / die die gantze welt mit yhrem scheyn erleuchtet und frolich macht / also das des hymels gestalt und alles was auff erden ist / sich fast betrubt / wen durch regen und ungewitter der scheyn der sonnen verhindert wird / So ist auch eyn ytzlicher mensch frolicher wenn der hymel hubsch ist / denn wenn er tunckel ist.

Auff die weyse predigt nu Christum das Evangelion durch der Apostel und aller prediger mund / das er ynn unsern hertzen leuchte / Johan. i. und uns frolich mache / Syntemal er also helle scheynt und leucht / das uns durch yhn fried ist widder faren / mit Gott und allen creaturen / engeln und teuffeln / Ephe. i. Colosi .i. Wyr werden auch durch disse erkentniss und disse klarheyt holdt allem dem wyr vormals feynd gewesen seyn / Was wyr forhyn fur feynde gehalten haben / werden nach disser klarheyt die besten freunde / Das gesetze Gottes / wilchs uns fur dem auffgang disser Sonnen zur helle furte / ynn dem das es ubel erger machte ist nu eytel gold und silber / eytel honig und susse / wie wyr hernach horen werden / und das alles darumb / die weyl Jhesus Christus yn den hymeln wonet. ij. Pet. i. Yhr tut wol / das yhr darauff achtet / als auff eyn liecht / das da scheynet ynn eynem dunckeln ort und der morgenstern auffgehe ynn ewern hertzen / Luce. i. Durch die hetzliche barmherztikeyt unsers Gottes / durch welche uns besucht hat der auffgang aus der hohe.

V Und die selb gehet heraus wie eyn breutgam aus seyner kammer / und ist fro wie eyn held zulauffen seynen weg.

Die hymel und feste / auch die Sonne welche ynn den hymeln wonet und die hymel zieret / hat der prophete bis her ausgericht. Ytzund beschreybet er / was diese sonne wircket und wurtzu sie diene.

Die sonne gehet heraus wie eyn breutgam aus seyner kamer / ddas ist / der ausgang ist also freudenreich / das er alle / die der sonnen gewar werden / frolich mache / Denn hochzeyt machen / und eyn tisch bereyten heyst ynn der schrifft freud anrichten / Psalm. xxiij. Du bereytest fur myr eyn tisch gegen meyne feynde / du machst meyn heupt fett mit öle / und schenckest myr vill eyn / Breutgam seyn / heyst voll freuden seyn / und andere frölich machen / Des breutgams stymme horen / heyst erfullet werden mit freuden und friede / Johan. iij. Also ist Christus / eyn frolicher freudenreicher breutgam / der freude austeylet und gibt / lest sich darumb sehen / und thut sich herfur / das er yderman mit freude und friede uberschutte. Das seyn die hymelischen benedeyung / damit uns Gott gebenedeyt hat / Ephe. i.

Und ist fro / wie eyn helt zulauffen seynen weg.

Disser frolicher ausgang der sonnen gleych als eyns breutgams aus der schlaffkamer / ist alleyn frolich denen / die von der welt veracht und underdruckt werden / den wird auch disser trost gegeben / der breutgam sey fro wie eyn tettiger muttiger helt adder riese / seynen weg zulauffen / der sich nichts handern lest / sondern ist willig und bereyt seynen lauff zuvolstrecken / dem auch niemandt umb seyner stercke willen / widderstehen muge / Disses muttigen heldes reym / den er offetnlich furet / schreybt der .cx. Psalm. Dominare in medio inimicorum tuorum / Der HERRE wird die rute deyner stercke senden aus Zion / hersche unter deynen feynden .i. Regum .iij. Ich will eyn ding anrichten ynn Israel / das / wer es horet / dem sollen beyde oren klingen / Esaie .xl. In fortitudine veniet Das Evangelion wird nachdrucken und sich nicht seumen. Esaie. lv. Meyn wort wird nicht ane frucht widder zu myr komen / von dem ort / da ichs hyn gesand habe.

VI Sie geht auff an eynem ende des hymels / und laufft umb bis widder an das selb ende / und bleybt nichts fur yrher hitze verborgen.

Wie bescheyden kan der heylig geyst von seynen eygen wercken reden / Die hymel verkundigen die ehre Gottes / und die feste ertzelen seyner hende werck / und das verkundigen und ertzelen gehet ynn aller welt unde mechtiglich und mit freuden / und doch also das disser hymmel zier und schmuck die sonne sey die ynn den hymeln auffgehe / und lauffe von eynen ende zu dem andern ende / und kere widder ynn das selbe ende / das gleych wie die hymel verkundigen / also auch an underlas und ewig / disse sonne auffgehe und lauffe ynn den hymeln / welche der sonnen halben hubsch und frolich seyn / sunst weren sie feyndseligk und unlustig anzusehen.

Der sonnen art und natur ist werme / hitze und licth zugeben / Des Evangelion art und natur ist / das hertz zu erleuchten und anzustecken Lu. iij. Er wird euch teuffen mit feur und mit dem heyligen geyste.

Disser vers zeuget starck / das der heylige geyst sey ynn die gantze welt ausgegossen durch die predige des Evangelij / Die erhe Gottes und seyner hende werck / verkundigen die hymel / Apostel und prediger / Ynn den hymeln wonet die sonne / Christus Jhesus / welchs namen muste nach der aufferstehung geprediget werden / zur busse und zur vergebung der sunden Luce am letzsten / Die hitze der sonnen aber ist der heylige geyst / den der ist sampt dem Evangelio gegeben / ynn gestalt gespaltener zungen Also gehet die sonne und leufft ynn den hymeln / schmuckt und zieret sie / dacht sie voll fried und freuden / yhn ist alles lieplich nichts erschrecklich / wie volgen wird / von wegen der hitze die von der sonnen gehet / dads ist / von wegen der krafft / die durch das Evangelion von Christo der heylige geyst wirckt ynn aller Menschen hertze Psalm. cxlvij. Er sendet seyn wort und zuschmeltzt sie / er lest seynen wind komen / so fliessen wasser.

VII Das gesetz des HERRN ist one wandel / und erquickt die seele / Das zeugnis des HERRN ist gewis / und macht weyse die albern.

Hie erzelet er die fruchte / die do volgen / wenn Gottes ehr erkand / das hertze erleucht / erfreut und angesteckt wird durch den heyligen geyst / Denn als dan erfert das hertz / wie trewlich es Gott gemeynet hat / auff das wyr ursach hetten von yhm zugewarten / seyntemal wyrs durch uns selbs nicht erlangen mochten / hulff und beystand ynn allem unsern anligen / und singt den vers des .xxxi. Psalms / Wie gross ist deyn gut / das du verborgen hast denen die dich furchten / und hast verschafft fur den Menschen kindern / deren die auff dich trawen.

Was man Gott singet adder sagt / ist alles schrecklich und verderblich / wu disse sonne durch yhre hitze unser hertze nicht erleucht und antzund / das wyr die reiche barmhertzickeyt Gottes sehen und erkennen mugen / Denn wu die erkand wird / da ist eytel selikeyt / und nichts lieblichers denn verstehen und erkennen Gottes willen ynn seynem gesetze und wortt / das er zum zeugniss seyner liebe / seyne rechte / sitten / gebott zulernen gegeben hat / Und hie wird denn erfullet Gottes willen Rho. xiij. Die erfullung des gesetz Gottes ist die liebe / das wyr uns lossen alle werck und wortt Gottes wolgefallen zu dienst unserm nehsten Psal. i. Dem ist wol der seyne lust hat am gesetz des HERRN / und redet von seynem gesetz tag und nacht.

Gewonen mussen wyr der sprach / die do sagt / das gesetz ist on wandel / das zeugnis des HERRN ist gewis etc. das wyr sagten / das gesetz wird denn aller erst erkant / das es reyn on wandel / gewiss / susse und lieblich sey / wenn uns Gott ynn unser hertz seyn gnad und gutten willen scheynen und leuchten lest / sonst wirckt es sund / und macht ubel erger / Gal. iiij. Das gesetz ist geben umb der ubertrettung willen / Rhoma. iiij. Das gesetz wirckt zorn.

Er braucht aber hietzu auserlesene wortt / alse one wandel / das ist / untadlich / unstrefflich / reyn / lautter / gesund und rechtschaffen / Darumb erquickt es die seele. GEWIS. Das ist / es feylt nicht / es treugt nicht / es verfurt nicht / wer sich dran helt / den lest es nicht wancken / es erhelt yhn. MACHT Weyse die albern / Das ist / den heyligen und den weysen ist es eyn schand und torheyt / Den albern aber / weyßheyt und selikeyt Rhoma. i. Das ist denen / die das schlecht wortt / von schlechten leutten geprediget / gleuben und volgen / wie die Juden sagten zu den / die sie hatten aussgesand Christum zu fahen / Johan. vij. Welcher unter den fursten und schrifftgelerten / hat ahn yhn gegleubt?

VIII Die rechte des HERRN sind richtig / und erfrewen das hertze / die gebott des HERRN sind lautter und erleuchten die augen.

Richtig heyst das wol gebent ist also das nichts hindert / Auff die weyse sind die rechte des HERRn richtig / das sie yderman auff der ban behalten / und lassen niemands gleytten 7 adder ynn abweg von der ban kommen / Daher auch kommet eyn richtig hertz zu Gott / das auserhalb Gottes und seyns worts nichts achtet noch hoch helt / Psalm .lxxviij. strafft Gott die Juden das sie nicht eyn richtig hertz zu yhm hatten. Aber yhr hertz was nicht recht adder richtig bey yhm / und waren nicht rechtschaffen ynn seynem bund / Item / wilchs seyn hertz nicht richtet / und des geyst nicht rechtschaffen war an Gott.

Die gebott des HERRN sind lautter / das ist / auserlesen kor gut / Und erleuchten die augen / das ist / sie machen und geben rechten underscheyd der ding / die Gott gefallen adder msifallen / das San. Pauel zum Ephesern nennet Phronisin / prudentiam / cautionem / das man des wercks der hymelischen gnaden und benedeyung / des glaubens und heyligen geysts ynn gutte acht neme / wie der volgend vers weyter wird auslegen / Denn dis licht macht / das man sich lerne fur Gotte furchten / und handele ynn Gotts geschefften mit furcht und zyttern.

IX Die furcht des HERRN ist reyn und bleybt ewigklich Die sitten des HERRN sind rechtschaffen allesampt gerecht.

Die furcht des HERRN heyst darumb reyne / das sie wechst und entspringet aus der liebe / das / wenn wyr ymand von hertzen holdt seyn / ymerdar besorgen und furchten / wyr mochten etwas thun / das yhm zu widder were. Also wenn man friede und freude und Gott durchs Evangelion empfangen hat / hat man stets sorge / man thu zuwenig / wie es denn war ist / fur solche wolthat / seyn alzyt sorgfeltig / das wyr yhn nicht erzurnen.

Die Gottlosen mussen auch Gott furchten / auch der teuffel selbs / aber yhre forcht ist nicht reyne / sonder befleckt / Denn sie seyn Gott von hertzen feynd / Die heiligen aber / lieben Gott zugleiche und furchten yhn auch / als den den sie ehren.

Und hie sihestu / wie die propheten / davon wyr furhin gesagt haben / nichts uber alle wissen was gesetz adder Gotes forcht sey / die weyl sie disse furcht den tieffsten unglauben vergleichen etc. und heben den grund der selikeyt hie an / so du doch fur augen sihest / das disse furcht hernaher volge / wenn Gott recht erkandt ist / und nicht eher.

X Die sitten des HERRN sind rechtschaffen und alle sampt gerecht.

Die furcht des HERRN wechset hyraus / das man nicht kan leugken / alle werck / die Got ye geubt hat und noch ubet / das er den fallen lest / und yennen auffhebt / seyn alle gerecht / und nyemand kann sie taddeln adder straffen / Recht geschicht dem / den er sincken leest / denn er ist yhn nichts schuldig / denn das er yhn umb seyner sunde willen verdamme / Recht geschicht dem / den er auffhebt / denn er leest yhn seyne gnade widderfaren aus barmherztikeyt / Es steht bey yhm zuseligen und zuverdammen / und alles beydes also / das er seyn gut recht und fug hat zu uben welchs er will / wer nu das erkennet / wie denn seyne sitten und gesetz leren / der volstreckt seynen beruff mit furcht und zittern Philip. ij.

X Sie sind kostlicher den gold und viel feyns goldes / sie sind susser den honig und honig seym.

Der prophet will also sagen / Wer Gottes werck ym Evangelio durch Christus freuntlikeyt erkennet / dem ist da gesetz / zeugniss / rechte und sitten Gottes lieber denn seilber und goldt das ist / er acht alle ding / die gros / hoch / suss / und lieplich seyn vor der welt fur nichts / gegen dissem schatze / Er kan auch umb disses liechts willen verlassen weyb / kind / haus und hoff / und alles was die welt liebet und gross acht / wie es Christus vergleicht ym Evangelio eym schatz / der ym acker verborgen leytt.

XI Auch ist deyn knecht fursichtig durch sie worden / Denn er hat gros lohn wer sie helt.

Hie setztt sich der prophet zum exempel / da mit er durch seyn eygen person dargebe / wie es umb die sitten Gotts gethan sey / Ich halde / sagt er / deyne sitten kostlicher denn goldt und feyn gold / denn ich hab weyßheyt und fursichtikeyt an deynen sitten geleret / also das ich gewis bin / es werde dem reichlich vergolten / wer sie helt / Ja HERRE du wilt selbs das lohn und vergeltung seyn des / der sie helt. Also sagt Gott zu Abraham / Ich will deyn reiche belonung seyn / Gene. xv. Wer nur die sitten Gottes helt / der verleurt die welt / leyb und leben / uberkomet aber Gott und das ewige leben.

XII Wer merckt auff die feyle? Mach mich reyn von den heymlichen.

In dyssem vers druckt er mit hellen / klaren worten aus / die furchtickeyt und vergeltung die der umberkomet / der die sitten helt / nehmlich vergebung der sunden / welchs die sunung ist des gantzen Evangelij Luce. i. und erkentnis der selikeyt gebest seynem volck / die do ist ynn vergebung yhrer sunden / Viel sunden haben wyr auff uns die wyr nicht erkennen / aber des bin ich ynn deynen sitten bericht / du weldest heymliche und offentlich sunde vertzeygen und vergeben / An welcher belonung ich eyn solchen gefallen habe / das sie myr lieber ist denn alles was gros ist auff erden.

XIII Auch behalt deynen knecht fur den stoltzen / das sie nicht uber mich hirschen / so werd ich on wandel seyn / unschuldig bleyben fur grosser missethat.

Behalt deynen knecht / schutz / bewar / handhabe yhn das yhm die stoltzen nicht schaden Eyn hoher kampff ist es ynn dem stucke widder die welt fechten / und sich mit dem das die welt grosacht nicht besuddeln / Darumb ist es wol nott das wyr mit furcht Gott bitten / er welle uns hie erhalten / auff das wyr yhr nicht folgen / Welchs so Gott thutt / wyr sicher seyn fur allem ungluck.

Grosse missethat nennt der prophet / die heymlichen ym andern vers / Denn er heyst das gros das die welt kleyn heyst / nemlich / den greuel des unglaubens da die heuchler sicher fur uber gehen / und meynen sie seyn frum und heylig / wen sie nicht steelen / morden / ehbrechen / achten dieweyl nicht den balcken yrhes hertzen / den Christus alleyn sunde heyst Joh. xvi. wan der heylig geyst kompt so wird er die welt straffen umb der sunde willen / das sie nicht gegleubt haben ynn mich / Summa es ist keyn gutt werck denn glaube Es ist auch keyne sunde denn unglaube.

XIIII Las dyr wolgefallen die rede meynes mundes / und das gesprech meynes hertzen fur dyr.

Die erste frucht des Evangelij und gesetz Gottes ist das wyr eyn solch erkentnis Gottes uberkomen die mit silber und gold wedder betzalt nach erkaufft mag werden / das selbige erkentnis gibtt fursichtikeyt. Also das wyr erstlich wissen Gott wolle keyne sunde / sie sey heymlich adder offentlich fur sunde rechen / dar zu gibt sie underscheyd der rechtschaffen und falschen leer fur welcher sie behutt die yhr folgen /

Die ander frucht aber ist / das wyr hiedurch mottig werden Gott eynen vatter zu nennen / fur zu tretten und fur seynem angeischt beten / mit der zuversicht / er welle uns horen / und las yhm unser ding wolgefallen / Also bitt nu David / Las dyr wolgefallen die rede meynes mundes / und das gespreche meynes hertzen fur dyr.

Sihe zu / Gottes kinder betten mit dem hertzen und mit dem munde / Die Gottlosen betten mit dem munde ane hertze / wie Esaias sagt.

XV HERR meyn hort und erlöser.

Mit dissen worten beschleust der prophet den Psalm von der reichen gnaden des Evangeliij und seyner frucht / zeygt mit wenig worten an / was man von Gotte halten solle / und wafur er von den seynen gehalten seyn will / nemlich das er yhr fels und schutz sey ynn allen anstössen / auch der sie erlössen wolle und konne / wenn es sich begebe / das sie verfurt und verleytet wurden.

Volget eyn lateynische Epistel Thomas Muntzers an Philippon Melanchton.

Christiano homini Philippo Melanchtoni sanctarum scripturarum professori / Thomas Muntzer nuncius Christi.

Salve organum Christi / Theologiam vestram toto corde amplector / nam de funibus venantium animas electorum eripuit multas. Quod uxores presbiteri vestri ducunt / commendo / ne larva Rhomana vos amplius constringat / sed in hoc reprobo / dum os domini mutuum adoretis / nescientes an electi vel reprobi sint de ignorantia vestra propagandi futuram ecclesiam penitus respuitis / in qua domini scientia orietur plenissime / Is quippe error vester charissimi / totus sumitur ex ignorantia vivi verbi / Respicite scripturas / quibus nitimur mundum deprimere / manifestissime dicant. Non in solo pane vivit homo / sed in omni verbo / quod procedit de ore Dei / Videte / de ore Dei / et non ex libris proficiscitur / Testimonium equidem verbi veri ex voluminibus est / Nisi enim in corde oriatur / verbum hominis est / damnans scribas versipelles / qui furantur oracula sansti / Jere. xxiij. Nunquam eis dominus locutus est / et ipse usurpant verba eius / O charissimi operam navate ut prophetetis / alioqui Thelogia vestra non valebit obulum / Considerate Deum testrum e vicino et non a longe / credite libentius Deum loqui quam vos paratos ad percipiendum / Sumus pleni desiderijs / hoc impedit digirum viventis ne scindere possit tabulas suas / Suasionibus vestris trahitis ad coniugia homines / Cum iam non sit thoras immaculatus / sed sathane lupanar / quod tam vehementer Ecclesiam nocet / quam maledictissimi unguenti sacerdotium. Nonne passiones illorum desideriorum impediunt sanctificationem vestram? Quomodo potest spiritus effundi super carnem vestram / et eloquia viva habere cum Deo potestis cum negaveritis talia? Nullum preceptum (ut sic dicam) augustius stringit Christianum / quam sanctificatio nostra / Nam illa primum ex voluntate Dei animam evacuat / dum delctationes anima inferiores / nequaqam in falsum possessorem sumere possit: Utimur uxoribus tanquam non habentes. Debitum reddite non ut gentes / sed sicut scientes Deum vobis loqui / inbere / monere / ut firmiter sciatis / quando tribuendum sit pro prole electa / Ut timor Dei et spiritus sapientie impediat bruti concupiscentiam / ne absorbeamnini. Phiala tertij angeli (timeo et scio) effusa iam est in fontes aquarum / et tota scaturigo sanguinis effecta est / Immo lectio eorum in carnem et sanguinem versa est. Electi sunt quidam / sed ratio eorum eperire non potest ob caussas iam relatas. Hinc habent opera cum reprobis communia / excepto Dei timore / qui eos separat ab illis. Duo in uno lecto iacent / unum opus delectationis perpetrant / Talia enim opera in vobis reperio / dum contentiones inter vos sint de abroganda missa. Papistici sacrificij abominationem / quod quidam detestati sunt / extollo et commendo / ex spiritu sancto effecerunt / Sed in hoc erroribus involuti sunt / quod Apostolicum ritum ad amussim non sunt imitati / Nam qui iussione dominica semen proijciunt / metere debent / examinare debent auditores predicantes / dum verbum finierint / et qui fructum intelligentie sue reddiderint / menifestandi sunt hominibus / et tribuendus panis et potus / quod hij verum possessorum habeant / quibus intellectus testimoniroum Dei largitus sit / non mortuarum ex chartis sed vivarum promissionum. Martinus noster charissimus ignoranter agit / quod parvolus non velit offendere / qui iam parvuli sunt sicut pueri centum ennorum maledicti / immo angustia Christianorum est iam in foribus / Cur esse expectandunt censetis / ignoro / Lieben bruder last ewer merhen es ist zeyt / Nolite tardare / estas est in ianua / nolite vobis conciliare reprobos / ipsi impediunt ne virtute magna operetur verbum. Nolite adulari principibus vestris / videbitis alioqui suversionem vestram / quam avertag benedictus Deus: Si negaveritis purgatorium Christianum / ostenditis vos ignorantes in scripturis et studijs spiritus / sed quid Papisticum respuitis phantasma / commendo. Nullus potest ingredi requiem / nisi adaperiantur septem gradus rationis septem spiritibus. Abominabilis est error de purgatorio negando / Cavete. Si volueritis / omnia mea scripturis / ordine / experientia / apertoque verbo Dei / roborabo. Yhr zarten schrifftgelerten seyt nicht unwillig / ich kan es nicht anders machen / Valete / quinta Annuntiationis.

Vide obsecro quanta insania / statuat iste propheta. non esse persolvendum ius matrimonij / nisi vocem de celo audieris / futurum ut ex ista compressione uxoris / nascatur proles a Deo electa / contra apertum locum Pauli Quisque propter fornicationem suam uxorem habeat et suum queque virum habeat / Uxori vir debitum reddat / similiter autem et uxor viro / Uxor proprij corporis ius non habet / sed uxor etc. Contra fornicationem remedium est matrimonium Fieri enim non potest / quin / sicut effluunt corpora et emittunt eos humores / qui sunt onerosi nature / pus per nares / salivam per os / ciborum et stomachi feces per anum / urinam per suum quendam meatum / ita semen eijctundum est / per genitalia. Iam si caro te sollicitaverit ad fornicationem aut stuprum / fac Pauli consilium sequaris / uxoremque ducas Melius est enim nubere quam uri. i. Chor. vij. Sed facit suo more sathanas / solet enim / ubi nichil opus est / subinde illaqueare conscientas / ne sint libere sed captive Si maledici merebantur ab Esdra / qui male Judaice loquebantur / quam maledictionem merebitur Thomas Muntzer / tanta portenta verborum effutiens in hoc solummodo ut imperite multitudini (quod aiunt) frigidam suffundat.

Abgeschrieben aus dem Original

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