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Jeremias - Kapitel 31

Jeremias - Kapitel 31

(Leander van Eß)

Fortsezung der vorhergehenden Verheißung. Auch die Bewohner des Reiches Israel werden wieder in ihr Vaterland zurückkehren; und vereint mit den Bewohnern des Reiches Juda Jehova verehren.

1 Zu jener Zeit, spricht Jehova, werde ich der Gott aller Geschlechter Israels seyn, und sie mein Volk.
2 So spricht Jehova: Es soll Gnade finden in der Wüste das Volk derer, die dem Schwerte entkommen sind; ich gehe hin, um Israel Ruhe zu verleihen.
3 Aus der Ferne hat sich Jehova mir gezeigt. Mit ewiger Liebe liebe ich dich, darum hege ich Huld für dich.
4 Ich will dich wieder aufbauen, ja wieder aufgebauet sollst du werden, du Jungfrau Israels! Du wirst dich wieder mit deinen Pauken schmücken, und hinausziehen im Reigentanz der Fröhlichen.
5 Anpflanzen sollst wieder Weinberge auf Samariens Gebirgen; die Pflanzer sollen pflanzen, und die Frucht genießen.
6 Denn es wird die Zeit seyn, da auf Ephraims Gebirge die Wächter rufen werden: Stehet auf, und lasset uns nach Zion ziehen, zu Jehova, unserm Gott!
7 Denn so spricht Jehova: Erhebet über Jakob laute Freude! und jauchzet über das Haupt der Völker! verkündet, lobpreiset und saget: Gerettet hast du, Jehova, dein Volk, den Ueberrest von Israel!
8 Siehe! ich führe sie zurück aus dem mitternächtlichen Lande, und bringe sie zusammen von der Erde Grenzen her. Heimkehren werden mit ihnen Blinde, und Lahme, Schwangere, und Gebärende mit einander, ein großer Haufe.
9 Mit Thränen ziehen sie daher, und unter Flehen führe ich sie; ich leite sie zu Wasserbächen auf ebenem Wege, auf dem sie sich nicht stoßen sollen; denn ich bin Israels Vater, und Ephraim ist mein Erstgeborner.
10 Vernehmet, Völker! Jehova's Ausspruch, und verkündet ihn auf fernen Inseln, und sprechet: Der Israel zerstreuet hat, der sammelt und bewacht es wieder, wie ein Hirt seine Heerde.
11 Fürwahr! Jehova befreiet Jakob, und erlöset ihn aus der Hand dessen, der stärker ist, als er.
12 Sie werden kommen, und jubeln auf Zions Höhe, und strömen zu Jehova's Gaben, über Korn, Most und Oel, und über die jungen Schafe und Rinder; und ihre Seele wird seyn wie ein wasserreicher Garten, und sie werden ferner nicht mehr schmachten.
13 Freuen wird sich dann die Jungfrau beim Reigentanz, und Jünglinge und Greise miteinander. In Freude will ich ihre Trauer kehren, sie trösten, und erfreuen nach ihren Leiden.
14 Die Seele der Priester will ich mit Fett tränken, und mein Volk soll sich sättigen an meinem Segen, spricht Jehova.
15 So spricht Jehova: Man hört zu Rama ein Geschrei, Wehklagen, bitteres Weinen; Rachel weint über ihre Kinder; denn sie sind nicht mehr.
16 So spricht Jehova: Halte ab deine Stimme vom Weinen, und deine Augen vom Thränenvergießen; denn dir steht noch für deine Mühe der Lohn bevor, spricht Jehova; sie sollen wieder heimkehren aus des Feindes Land.
17 Und es bleibt dir noch Hoffnung für deine Zukunft, spricht Jehova; es werden wieder heimkehren die Kinder zu ihrer Grenze.
18 Ich habe Ephraim klagen hören: Du hast mich gezüchtigt; ja, wie ein ungezähmtes Kalb bin ich gezüchtiget worden; so bringe mich zurück, daß ich heimkomme; denn du bist Jehova, mein Gott.
19 Seitdem ich mich bekehrte, fühle ich Reue; seitdem ich zur Einsicht kam, zerschlage ich meine Hüfte; ich fühle Scham und Schande; denn mit meiner Jugend Schmach bin ich belastet.
20 Ist mir Ephraim ein so theurer Sohn, ein Kind der Freude? So oft ich von ihm spreche, denke ich stets an ihn; deßwegen schlägt mein Herz für ihn, und mitleidsvoll erbarme ich mich seiner, spricht Jehova.
21 Richte Wegzeichen auf für dich, setze dir Wegweiser! merke auf die gebahnte Straße, auf den Weg, auf dem du gehest! Kehre heim, du Jungfrau Israels! kehre heim zu diesen deinen Städten!
22 Wie lange willst du noch umher irren, du widerspenstige Tochter! da doch Jehova Neues schafft im Lande. Das Weib wird den Mann beschützen.
23 So spricht Jehova, der Weltenherrscher, der Gott Israels: Man wird dereinst im Lande Juda, und in seinen Städten, wenn ich ihre Gefangenen zurückbringe, diesen Ausdruck brauchen: Jehova segne dich, du Wohnung der Gerechtigkeit, du heiliger Berg!
24 Bewohnen sollen es wieder die Juden, und alle seine Städte insgesammt, die Ackerleute, und solche, die mit den Heerden umherziehen.
25 Die Erschöpften werde ich erquicken, und die Verschmachtenden sättigen.
26 Darüber wachte ich auf, und sah mich um; ich hatte einen sanften Schlaf gehabt.
27 Sieh! es werden Tage kommen, spricht Jehova, da ich das Haus Israels, und das Haus Juda's mit einer Saat von Menschen, und einer Saat von Vieh besäen werde.
28 Und wie sehr ich auf sie bedacht war, sie auszureißen, umzustürzen, zu verderben, zu zerstören, und zu plagen; eben so bedacht will ich auf sie seyn, sie wieder aufzubauen, und anzupflanzen, spricht Jehova.
29 In jenen Tagen wird es nicht mehr heißen: Die Väter haben saure Trauben gegessen, und der Kinder Zähne sind stumpf geworden;
30 sondern ein Jeder wird für seine eigene Missethat sterben; und Jeder, der saure Trauben isset, dessen Zähne werden stumpf werden.
31 Siehe! es wird die Zeit kommen, spricht Jehova, da ich mit dem Hause Israels, und dem Hause Juda's einen neuen Bund schließen werde,
32 nicht wie der Bund war, den ich mit ihren Vätern schloß zu der Zeit, als ich sie bei der Hand faßte, und aus Aegyptenland führte; denn sie haben meinen Bund gebrochen, obschon ich ihr Beherrscher war, spricht Jehova;
33 sondern dieses ist der Bund, den ich mit dem Hause Israels nach dieser Zeit schließen werde, spricht Jehova: Einprägen will ich mein Gesetz ihrem Innersten, und es schreiben in ihr Herz; und ich will ihr Gott, und sie sollen mein Volk seyn.
34 Keiner wird seinen Nächsten, und Niemand seinen Bruder mehr zu erinnern brauchen, sprechend: Verehret Jehova! Denn sie Alle werden mich verehren, vom Kleinsten bis zum Größten, spricht Jehova; denn ich werde ihnen ihr Vergehen vergeben, und ihrer Sünden nicht mehr gedenken.
35 So spricht Jehova, der die Sonne bestimmt hat zum Licht bei Tage, und den Mond, und die Sterne zur Erleuchtung bei der Nacht; der das Meer bewegt, daß seine Wellen brausen, dessen Name ist Jehova, Zebaoth.
36 Wenn diese Gesetze wieder vor mir verschwinden, spricht Jehova; so soll auch der Samen Israels aufhören, ein Volk vor mir zu seyn durch alle Zeiten.
37 So spricht Jehova: Wenn man oben den Himmel ermessen, und unten die Grundfesten der Erde ergründen kann, dann will ich auch den ganzen Samen Israels um Alles dessen, was sie begangen haben, verwerfen, spricht Jehova.
38 Siehe! es wird die Zeit kommen, spricht Jehova, da diese Stadt für Jehova wieder erbauet werden soll vom Thurme Hananeels an bis an's Eckthor;
39 und es soll noch weiter gehen die Meßschnur bis an den Hügel Gareb, und sich nach Goath lenken.
40 Und das ganze Leichen- und Aschenthal, und alle Aecker bis an den Bach Kidron, bis an die Ecke des Roßthores nach Morgen zu, sollen Jehova heilig seyn. Niemals soll sie wieder ausgerottet, noch zertöret werden

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